Comic

Die grinsenden Geschworenen

DC Comics

DC Comics

Titel: The Joker Jury!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1964 (Batman #163), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„This is insane! It’s like a scene out of ‚Alice in Wonderland‘!“ (Batman)

Es wird nicht ganz klar, warum sich Batman und Robin vor drei überdimensionalen Springteufeln mit Joker-Köpfen fürchten, aber diese Story basiert ohnehin nicht auf dem gesunden Menschenverstand. Jedenfalls lockt der Joker unsere Helden in eine Falle und stellt Batman vor Gericht: der Richter ist der Joker selbst, Ankläger und Geschworene sehen aus wie er. Die Anklage: Batman beschneidet das Recht von Individuen, Verbrechen zu begehen. Das klingt zunächst absurd, aber trifft einen wahren Kern. Denn der Joker spricht von der menschlichen Freiheit, sich entscheiden zu dürfen, ob er gegen das Gesetz verstößt oder nicht. Aber so tief gehen weder Anklage noch Plädoyers, Batman kommt nicht zu Wort und wird sofort verurteilt und verknackt. (Zusammen mit Robin, der eigentlich nicht angeklagt wurde, aber sei’s drum.)

Das groteske Schauspiel dauert nur zwei Seiten lang, die übrigen elf sind einer nicht minder absurden Verbrechensreihe gewidmet. Der Joker richtet sich thematisch nach der Zuständigkeit von Behörden aus. Zunächst kippt er einen Laster des Bau-Amtes aus, dann bedient er sich eines riesigen Staubsaugers, um Juwelen zu stehlen, dann geht es um Straßenbau, Grünflächen und am Ende um Gesundheit. Man könnte sagen: der Joker unterwandert das System und stiftet Chaos mit den Mitteln der Gemeinde.

Interessant dabei ist, dass das Finale auf einer Batman-Wohltätigkeits-Messe stattfindet, bei der die Helden aus Pappmaché ausgestellt sind, zusammen mit einer Reihe von Batmobil- und Batplane-Modellen. Am Ende lässt Batman die Modelle per Schalter auf die Joker-Bande los. So hat der ganze Batman-Kult auch einen praktischen Nutzen.

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Nerds unter sich: Mark Hamill und Jim Lee

Joker-Sprecher Mark Hamill besucht DC Comics und trifft auf Joker-Zeichner Jim Lee. Ein Fest für Nerds. Nicht nur, dass Hamill dem Künstler bei der Arbeit zuschauen darf, er bekommt auch Einblicke in die Archive von DC, wo nichts als Schätze der Comic-Geschichte gebunkert werden – von Detective Comics #27 bis zum alternativen Ende von Death in the Family. Beim Anblick dieser Bilder geht Fans das Herz auf. Ganz nebenbei hören wir, was für ein genialer Sprecher der Mann ist, dessen Karriere als Luke Skywalker begann.

DC Comics

Joker-Zeichnung von Jim Lee für Mark Hamill

Zeitverschwendung in der Zukunft

DC Comics

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Titel: Batman Beyond Vol. 2 – City of Yesterday

Autor/Zeichner: Dan Jurgens/Bernard Chang

Erschienen: 2015-2016 (Batman Beyond #7-11), Paperback 2016; dt. Panini 2016 (Paperback)


„Batman is dead.“

Während Flüchtlinge von außerhalb nach Gotham strömen, aber nicht reingelassen werden, zieht Matt McGinnis mit Green Lanterns Arm in das zerstörte Metropolis. Batman (Tim Drake) fliegt hinterher, kämpft gegen Splicer (Halb-Mensch-Halb-Tier-Mutanten) und eine fremdgesteuerte Justice League, die wider Erwarten doch lebt.

End of story.

Nach einem vielversprechenden Auftakt im ersten Band (Brave New Worlds) bleibt die Fortsetzung banal und belanglos. Batman Beyond fühlt sich an wie eine Party, zu der man so sehr zu spät kommt, dass schon aufgeräumt wird. Acht Bände dieser Comics habe ich bereits gelesen und besprochen – oder vielmehr habe ich mich durchgekämpft. Und nachdem ich auch dem Neustart zwei Chancen gegeben habe, ist es beschlossen: Batman Beyond ist für mich erledigt. Auch wenn nächstes Mal Terry McGinnis zurückkehrt – es könnte mir nichts egaler sein. Genug Zeit in der Zukunft verschwendet.

Batman-Splitter #6: Kontrollverlust

Batman: Going Sane

Der Joker macht Batman rasend. Dabei gehen Dinge zu Bruch. (DC Comics)

Batman ist die Ruhe selbst? Ist immer Herr der Lage? Hat sich ständig unter Kontrolle? Von wegen. Batman dreht eigentlich bei jeder Gelegenheit durch, schreit herum, verprügelt irgendwelche Leute und schlägt willkürlich um sich. Dabei gehen Dinge kaputt. Vornehmlich aus Glas. Weil sie sehr leicht zu zerstören sind und dabei viele Stücke durch die Gegend fliegen. Das sieht einfach cool aus. (Deshalb springt er auch so gerne durch Fensterscheiben.)

Batman: Going Sane

Batman zerschlägt den Monitor des Batcomputers.

Besonders bringt ihn der Joker in Rage. In Going Sane zerschlägt Batman gleich dreimal Monitore seines Batcomputers.

Batman: Going Sane

Allein der Name „Joker“ macht Batman aggressiv.

Und in Lovers and Madmen zerlegt er eigenhändig den Batcomputer.

Lovers and Madmen

Lovers and Madmen: Batcomputer in Einzelteilen.

Wenn der Joker etwas besonders gut kann, dann ist es, Batman aus der Reserve zu locken. Der stoische Held wird zu einem Fall für die Aggressionsbewältigung. Wie gut, dass es Bruce Wayne nicht an Geld mangelt. Sonst wäre er bei diesem Materialverschleiß längst pleite.

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Was Sie schon immer über Batman wissen wollten, aber nie zu fragen wagten

Hier kommt ein Video, an dem sich zeigt, wer ein Hardcore-Batman-Fan ist: 20 Fakten über den Dunklen Ritter, die nur die Wenigsten, die absoluten Comic-Nerds kennen. Es sind lauter Fun Facts, das unnützeste Wissen, aber eines, das doch ein paar Überraschungen bietet. Wer weiß schon, dass auf dem Polizeidach immer ein Zivilist das Batsignal anwerfen muss? Oder dass der Batarang nicht von Bruce Wayne erfunden wurde? Ja, wer hätte das gedacht? Und nur wen’s interessiert, ist ein wohl ein wahrer Fan.

Das erste Bündnis zwischen Joker und Pinguin habe ich bereits vorgestellt, aber ich habe selbst nicht gewusst, dass es das erste Bündnis zweier Batman-Schurken gewesen ist. Auch das notgedrungene Team-Up zwischen Batman und Joe Chill wurde hier bereits besprochen. Und dann gibt es noch die harten Fakten, die echt kein Mensch braucht: Das Jahr auf dem Riesenpenny in der Bathöhle ist 1947; die Zeit, zu der Bruce Waynes Eltern starben ist 10:47 Uhr (was zugleich der Zugangscode zur Bathöhle ist). Batman beherrscht 127 Kampfkünste und schenkt Gordon jedes Weihnachten eine Dose Pfeifentabak. Oder besser gesagt: schenkte. Denn ob der gesundheitsbewusste Batman einen seiner besten Freunde weiterhin mit Gift beliefert, darf bezweifelt werden. (Da fällt mir ein: Gordon mit Lungenkrebs – das wäre doch mal eine dramatische Geschichte …)

Kampf der Formwandler

DC Comics

DC Comics

Titel: The Great Clayface–Joker Feud

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #159)


„Clayface will rue the day he tried to compete with the Joker!“

Eigentlich war Clayface erledigt, nachdem Batman ihm den Zugang zu seinem Wundermittel versperrt hat. Jetzt ist wieder da, mit selbstgebrautem Formwandler-Serum. Das beeindruckt die Unterwelt so sehr, dass es heißt, er sei der größte Kriminelle des Landes. Als der Joker das hört, kann er es nicht auf sich beruhen lassen.

Es beginnt ein Wettstreit der Schurken: Zunächst fordert Clayface Joker heraus, indem er ihn imitiert, dann revanchiert sich der Joker, indem er bei einem Kunstraub mehrere Kostüme übereinander legt und vor Batman und Robin eins nach dem anderen ablegt. So wird aus dem Clown ein afrikanischer Krieger, dann ein Igel oder vielmehr ein Stachelschwein, schließlich eine Libelle – er entkommt auf Flügeln.

Clayface hat es satt: er entführt Batman und Joker. Letzterer schlägt eine Allianz vor, man einigt sich. Doch als Clayface versucht, Batman zu demaskieren, nimmt die Story eine unerwartete Wendung. Mal wieder hat sich Batman als Joker verkleidet … (das scheint zur Gewohnheit zu werden)

Unterstützt werden Batman und Robin nicht nur von einem täuschend echten Batman-Roboter, sondern auch von der Presse, die freiwillig Falschmeldungen in die Welt setzt, damit Batman seinen genialen Plan umsetzen kann. Glaubwürdigkeit der Medien spielte damals wohl noch keine große Rolle. Auch Batwoman und Batgirl mischen mit, zunächst nur als Jungfern in Nöten, aber dann erweisen sie sich auf Fluggeräten namens Whirly-Bats als ziemlich nützlich – wenigstens hinter den Kulissen. Am Ende dürfen sie das Dynamische Duo nach dem aufregenden Abenteuer beruhigen. Als Batwoman mit Batman flirtet, bleibt dem sonst so souveränen Dunklen Ritter die Luft weg.

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Mann aus Stahl, Comic aus Blei

DC Comics

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Titel: Superman – American Alien

Autor/Zeichner: Max Landis/Ryan Sook, Jae Lee, Jock, Francis Manapul u.a.

Erschienen: 2016 (Mini-Serie #1-7), Hardcover 2016; dt. Panini 2016 (Paperback)


„… whatever happened to the man of tomorrow?“ (Lex Luthor)

Superman ist lahm. Als Figur ist er eine Ikone, aber kein interessanter Charakter. Auch seine Entstehungsgeschichte war noch nie besonders spannend. Zwar hat er, wie Batman, seine Eltern verloren – aber es war kein traumatisches Erlebnis. Superman ist zwar die Geschichte eines Außenseiters, aber keines Normalos, sondern eines Überfliegers in jeglicher Hinsicht. Es ist nicht leicht, sich in jemanden hineinzuversetzen, der in allem super ist und dessen einziges Problem ist, zu gut für diese Welt zu sein.

Und trotzdem wird immer wieder versucht, Supermans Origin neu zu erzählen. Nach John Byrnes Man of Steel von 1986, der den modernen Superman definierte, aber heute lachhaft erscheint, kam Ende der 90er die Idylle Superman for All Seasons, im neuen Jahrtausend Birthright, Secret Origin, Earth One und Grant Morrisons Reboot von The New 52 – ganz zu schweigen von der TV-Serie Smallville, die zehn Staffeln lang die Vorgeschichte als Teenager-Seifenoper ausbreitete. Superheldengeschichten sind Geschichten einer Entwicklung – die Anfänge, das Entdecken der Kräfte, waren schon immer die reizvollsten Aspekte dieser modernen Mythen.

Clark Kent als Bruce Wayne

Und jetzt noch einmal: American Alien. Erzählt wird wieder alles von vorn. Als gäbe es da noch etwas Neues zu erzählen. Max Landis erzählt es eben ein bisschen anders, aber doch in alter Gewohnheit. In sieben Episoden, von der Kindheit bis Supermans Anfängen, jedes Kapitel hat einen anderen Zeichner. Clark Kent lernt fliegen. Clark Kent überwältigt einen Geiselnehmer. Und es wird viel geredet. Nach sehr viel Nabelschau beginnt ein wenig Handlung: Clark Kent kommt durch Zufall auf Bruce Waynes Yacht, gibt sich als Wayne aus, macht Party und hat Sex.

Doch die Handlung kommt nicht in Gang. Eigentlich wird nur geredet, was meist schwafeln bedeutet. Auch als Clark in Metropolis ankommt, landet er in einer Bleiwüste aus Sprechblasen. Lange Dialoge mit Lois Lane, ein ewiger, selbstgefälliger Monolog von Lex Luthor, ein altkluges Gespräch mit Dick Grayson, der ihm die Idee dazu gibt, dass Batman einen Gegenpol brauche (wtf?), schließlich ein Treffen mit Batman. Zugegeben: das ist stark, wie Batman zum Gruß Clarks Gesicht auf den Schreibtisch knallt und dann von ihm selbst gegen die Wand gedrückt wird. Da helfen auch weder Elektroschocker noch Pfeffersprays. Eine Sequenz zum Schmunzeln. Aber das war’s auch schon mit dem Spaß.

Superman: American Alien #4 (Jae Lee Variant)

DC Comics

Am Ende des Kampfes trägt Clark Batmans zerfetzten Umhang. Wie schon zuvor, als ihm als Kind ein zerfetztes T-Shirt zum Cape wurde. Lex Luthor bringt ihn auf die Idee, sein S-Symbol auf der Brust zu tragen. Das Buch ist voll von solchen Andeutungen mit dem Holzhammer. Dieser Fanservice nervt, denn er trägt mehr zur Mythenbildung als zum Charakter Clark Kent bei – obwohl das Buch doch eigentlich genau letzteres will.

Superman beginnt seine Karriere also mit Batmans Cape, Fliegermütze und einem selbstbemaltem schwarzen T-Shirt. (Denn die Variante mit T-Shirt und Arbeiterstiefeln hatten wir schon bei Morrison.) Doch kaum kommt mal mit dem Parasiten ein wenig Action in diese lahme Angelegenheit, endet der Kampf ganz schnell wieder, um mal wieder ein paar Leute Vorträge halten zu lassen: Lois Lanes pathetisch, Lex Luthor arrogant – der Leser gelangweilt. Und so geht das immer weiter, auch Pete Ross darf lang und breit seinen Senf abgeben. Nebenbei erfahren wir, dass Supermans das S-Symbol auch auf der Brust trägt, weil er hofft, dadurch von seinesgleichen gefunden zu werden.

Zwischendrin schauen auch mal ein paar Promis vorbei: Oliver Queen (Green Arrow) zum Beispiel, oder zwei Green Lanterns als Deus ex machina, die Clark den Arsch retten, als er zum ersten Mal ins Weltall fliegt. Die Lanterns teilen ihm mit, dass er von Krypton komme, und später sagt Lobo Superman, dass dieser der letzte seiner Art sei. Mit anderen Worten: wieder ein Vortrag. Wie ermüdend.

Ein wenig entschädigt wird man durch die Zeichnungen von Jae Lee (Batman/Superman), Francis Manapul (Detective Comics) und auch Jock (The Black Mirror), die anderen Zeichner können, was Ausdruck angeht, da nicht mithalten – das zieht die Qualität insgesamt stark runter. Herrlich anzusehen sind auch die einfallsreichen Cover von Ryan Sook, von denen leider die ersten beiden falsche Erwartungen wecken: Auf dem ersten sehen wir einen jungen Clark mit rotglühenden Augen im Maisfeld stehen – das wirkt bedrohlich, hat aber nichts mit der Handlung zu tun. Gleiches gilt für das zweite, das einen Mugshot von Clark zeigt, das ihn als jugendlichen Delinquenten darstellt – obwohl er in dem Kapitel kein Verbrechen begeht, sondern eines verhindert.

Aber auch die besten Zeichner können American Alien nicht vor der Belanglosigkeit bewahren. Wer sich tiefer mit dem Wesen von Superman beschäftigen will, sollte lieber den Comic-Essay It’s a Bird … lesen – das ist immer noch das Eichmaß der Superman-Kritik. Von American Alien ist jedoch jedem abzuraten, der nicht vor Langeweile sterben will.

Superman: Olle Kamellen auf neuer Erde

DC Comics

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Titel: Superman Earth One Vol. 1

Autor/Zeichner: J. Michael Straczynski/Shane Davis

Erschienen: 2010 (One-shot), dt. Panini 2012


„That you can do it doesn’t mean it’s right for you.“ (Martha Kent)

Nach Birthright und Secret Origin kommt mit Earth One der dritte Versuch innerhalb weniger Jahre, Supermans Ursprungsgeschichte neu zu erzählen (Grant Morrison machte ein Jahr später einen vierten). J. Michael Straczynski beginnt mit der Ankunft des jungen Clark Kent in Metropolis. Ein nachdenklicher junger Mann, der lieber mit dem Zug fährt obwohl er fliegen könnte und der nicht weiß, was er mit seinem Leben und vor allem mit seinen Fähigkeiten machen soll. Also probiert er vieles aus und erweist sich als Wunderkind in allen Disziplinen: vom Sport zur Wissenschaft. Doch er schlägt alle Angebote, reich und berühmt zu werden, aus. Schließlich wird er Reporter – und das obwohl er gerade da nur Durchschnitt zu sein scheint.

So viel zum Menschlichen. Den größten Teil des ersten Bandes macht jedoch eine Invasion aus: Böse Aliens von Kryptons verfeindetem Nachbarplaneten fallen über Erde eins her, um den letzten Kryptonier zu vernichten. Inspiriert vom Reporter-Mut von Jimmy Olson und Lois Lane steigt Clark in das Kostüm, das ihm seine Ziehmutter aus kryptonischem Stoff genäht hat, und rettet als Superman erstmals die Welt.

Viel mehr zu erzählen gibt es nicht, denn so simpel ist die Geschichte. Und leider bietet sie auch nicht viel mehr. So grüblerisch sie das Sensibelchen Clark Kent einführt, so oberflächlich handelt sie den Action-Teil ab. Der noch unerfahrene Superman tut sich nicht allzuschwer mit der riesigen Übermacht. Vor diesem Hintergrund erscheint alle Mühe, Clark Kent menschlich darzustellen, vergeblich, wenn er schließlich doch nur der Übermensch ist. Dazu passen dann auch die sauberen und sehr glatten Zeichnungen von Shane Davis. Der größere Reiz des Bandes mag im Visuellen liegen, einen tieferen Eindruck hinterlässt es jedoch auch nicht.

Einzige nennenswerte Neuerung im Origin: Krypton wurde nicht durch eine Naturkatastrophe vernichtet, sondern von Feinden mutwillig zerstört. Und hinter den Feinden stecken noch ganz andere, unbekannte Schurken … Supermans Aufgabe ist fortan also nicht nur, das Gute auf Erden zu tun, sondern auch seine alte Heimat zu rächen. Fortsetzung folgt. Zur Verteidigung kann man sagen: das ist bloß der Auftakt gewesen. Steigerungsfähig.

Superman Earth One erinnert zuweilen sehr an den zwei Jahre später erschienenen Film Man of Steel. Und es hinterlässt auch ein ähnlich zwiespältiges Gefühl.

>> Zu Batman: Earth One

Batman und Joker tauschen Körper

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Titel: Batman – Clown of Crime

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #85), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Batman (…) you’re the new Joker of Gotham City!“

Das Batmobil ist nicht nur ein Auto, es ist eines von Batmans Erkennungszeichen. Wenn es kommt, wissen alle Bescheid. Dass der Joker ein Jokermobil hat, erweist sich allerdings nicht gerade als beste Idee – vor allem, wenn man damit gerade vor einem Tatort parkt. Es gleicht geradezu einer Einladung, erwischt zu werden. So geschieht es, nachdem der Joker – mal wieder – aus dem Knast entlassen wurde. (Das Thema hatten wir beim letzten Mal.) Der Schurke will Radium aus einem Labor stehlen, vermutet das dicke Geld. Als Batman angerannt kommt, ist der Clown erfreut: „Nothing gives me as much fun as playing cat-and-mouse with Batman!“ Die ewige Jagd ist ein Spiel, das um seiner selbst betrieben wird.

Doch dann werden die beiden Kontrahenden von irgendwelchen Strahlen getroffen – und ihre Identitäten sind vertauscht. Der dauerlachende Batman haut ab und treibt Schabernack, indem er Chaos stiftet: er lässt einen Swimmingpool zufrieren, schießt mit einem mannsgroßen Füllfederhalter und bietet für eine Million Dollar an, Batmans Geheimidentität zu lüften. Bei dem ganzen Spaß vergisst der Joker allerdings, selbst unter die Maske zu spähen. Oder aber schon damals interessierte ihn das Geheimnis nicht wirklich (vgl. Death of the Family).

Das Finale findet auf einem Dach eines Lupenherstellers statt. Denn der hat, wie bei Lupenherstellern offenbar üblich, eine gigantische Lupe auf dem Dach stehen. Damit will der Joker ganz Gotham Batmans wahres Gesicht zeigen. Wie löst man so ein Problem? Auf die Lösung wäre wohl niemand gekommen außer Batman in Gestalt des Jokers: mit einer Milchflasche. Nicht nur, dass dadurch die Linse unbrauchbar wird, die Idee beeindruckt Joker-Batman so sehr, dass er vor lauter Überraschung umfällt.

Der Rest ist einfach: Handschellen, Strahlentherapie und – zackfeddich – Status quo.

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Robins Rückkehr mit Superkräften

DC Comics

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Titel: Batman and Robin Vol. 7 – Robin Rises

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Patrick Gleason

Erschienen: 2014-2015 (Batman and Robin #35-40, Robin Rises: Alpha #1, Batman and Robin Annual #3, Secret Origins #4), Paperback 2016; dt. Panini 2015 (Sonderband)


„… he’s an al Ghul. Dying is hard.“

Als Hellbat gerüstet kommt Batman nach Apokolips, um die Leiche seines Sohnes Damian wiederzuholen und wiederzubeleben. Der Rest der Bat-Familie (Red Hood, Red Robin, Batgirl) folgt ihm nach – allesamt im Robin-Kostüm. Das Weitere ist schnell erzählt: Batman vermöbelt alles, was sich ihm in den Weg stellt: Paradämonen, Kalibak, schließlich auch Darkseid selbst. Er schnappt sich Damians Sarkophag, rammt den mächtigen Chaos-Kristall rein – und Damian erlebt seine wundersame Auferstehung. Allerdings ist der Junge danach stärker als zuvor: er hat Kräfte wie Superman.

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In der zweiten Hälfte geht es ruhiger zu. Batman muss dabei zusehen, wie Damian – ungestüm wie immer – mit seinen Superkräften überheblicher wird und mit den Gegnern rabiat umgeht. Batman versucht, ihn zu zähmen. Man geht sogar fischen, aber vergeblich. Damian verliert seine neuen Fähigkeit erst mit einem inszenierten Einsatz mit der Justice League. Etwas enttäuschend: Statt Auftakt für ein neues Dynamisches Duo zu sein, werden Robins Superkräfte nur zu einem kurzen Zwischenspiel.

Am Ende des Bandes findet sich nichts mehr von Wert: Batman und Robin erleben ein kleines und belangloses Abenteuer auf dem Mond – in der Kapsel der ersten Mondlandung. Schließlich bekommen wir alles, was wir über Damians Robin-Werdung längst wussten, noch einmal in Kurzfassung erzählt. Entbehrlich.

Die Serie Batman and Robin endet knallbunt und actionreich, kurzweilig und grafisch herausragend, aber ohne Überraschungen. Als Abschluss kann man auch den letzten Band mit Spaß lesen.

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