Detective Comics

Die Comicserie „Detective Comics“ erscheint seit 1937. In Ausgabe 27 hatte Batman 1939 seinen ersten Auftritt. Anfangs handelte es sich noch um eine Anthologieserie, die sich Batman mit anderen Helden teilte.

Clayface feiert Premiere

DC Comics

DC Comics

Titel: The Murders of Clayface/Clayface Walks Again

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940/1941 (Detective Comics #40, #49)


„Clayface, from now on your name is mud!“ (Batman)

Clayface ist einer der ersten von Batmans Erzfeinden. Er tauchte kurz nach dem Joker auf, noch früher als Pinguin, Two-Face und Riddler. Allerdings erschien er noch nicht in seiner Gestalt als formwandelnder Schlammberg. Zu Beginn ist Basil Karlo (eine Namenskreuzung aus Boris Karloff and Basil Rathbone) nur ein frustrierter Schauspieler, der seine Karriere hinter sich hat und nun Rache nehmen will. Der Frust ist nachvollziehbar: Man wird abgesägt – und dann dreht Hollywood ein Remake eines der eigenen Filme. Basil Karlo tritt in seinem alten Filmkostüm als Schurke Clayface auf: mit Fratzenmaske, breitem Hut und Gewand. Schon bald gibt es die erste Leiche am Set.

Die Story ist für uns nicht mehr so aufregend, weil wir bereits wissen – oder uns denken können -, wer der Mörder ist. Allerdings ist sie wie ein klassischer Whodunit aufgezogen, bei dem zunächst mehrere Verdächtige infrage kommen. Batman und Robin dürfen sich als Detektive behaupten. Bruce Wayne muss dabei seine eigene Freundin Julie Madison retten, die unter dem Namen „Portia Storme“ gerade ihre Karriere als Schauspielerin beginnt. Julie lässt übrigens keine Gelegenheit aus, Wayne vorzuschwärmen, wie sehr sie sich wünschte, dass er mehr wie Batman wäre.

Einige Ausgaben später (Detective Comics #49) kehrt Karlo zurück. Aber dieser Auftritt ist nicht mehr so elegant wie seine Premiere. Kaum hat er sich aus dem verunglückten Gefangenentransport befreit, zieht er stumpfsinnig wieder aufs Set, um seine Rache zu vollenden. Batman kommt sehr schnell auf seine Spur. Clayface tut sein Bestes, aber das ist ziemlich armselig: er wirft einen Feuerhaken nach Batman, dann eine Modelleisenbahn (!), schließlich lässt er einen Lkw auf Batman zurasen, allerdings ohne am Steuer zu sitzen und sich zu vergewissern, dass der Wagen sein Ziel trifft. Ein Feuer soll dann Robin dahinraffen … naja, klappt alles nicht.

Denn die Helden stellen sich viel geschickter an, auch was die Schauspielerei angeht. Denn am Ende schießt Clayface auf die falsche Person, weil Robin und Julie die Rollen getauscht haben. Gegen so viel Rafinesse kommt der von Rachsucht geblendete Karlo nicht an.

Eine schwache Vorstellung, durchaus ausbaufähig. Aber er wird sich noch entwickeln. Aber zunächst verschwindet Basil Karlo für lange Zeit in der Versenkung; erst 1969 taucht er wieder auf. In der Zwischenzeit (Detective Comics #298, 1961) nennt sich Matt Hagen Clayface – und ist damit der erste Schlammschurke, den wir heute kennen. Aber das ist eine andere Geschichte.

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Batman macht Schule

DC Comics

DC Comics

Titel: Rise of the Batmen (dt. Angriff der Batman-Armee)

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Eddy Barrows, Alvaro Martinez

Erschienen: 2016 (Detective Comics #934-940), Paperback 2017 (Detective Comics Vol. 1); dt. Panini 2017 (Paperback)


„The idea of Batman is powerful, but it’s pointed in the wrong direction.“ (Jacob Kane)

Nachdem Azrael von einem unbekannten Attentäter ins Koma gebracht wurde, vermutet Batman, dass es jemand auf den Rest der Bat-Familie abgesehen haben könnte. Also beginnt er, zusammen mit Batwoman den Nachwuchs für den Ernstfall zu trainieren: Spoiler, Orphan (Cassandra Cain) und Red Robin (Tim Drake, obwohl schon seit Jahren im Geschäft) – und sogar Clayface. Da offenbart sich der Gegner: the Colony, eine Armee von Batman-Kriegern, gesponsert von der US-Regierung, geleitet von Colonel Jacob Kane, dem Vater von Kate Kane (Batwoman). Er wiederum rüstet sich gegen die League of Shadows, die aber laut Batman nur eine Lüge von Ra’s al Ghul sein soll.

Mal wieder ist also alles anders als gedacht. Und wie immer, wenn ein Autor die Retcon bemüht (bekanntes Beispiel: Under the Hood), bleiben offene Fragen: Warum hat Jacob Kane seiner Tochter dazu verholfen, Batwoman zu werden, wenn er hinter ihrem Rücken eine Batman-Armee aufgebaut hat? Warum hat er sie nicht gleich eingeweiht? Und warum erledigt er Azrael, wenn er angeblich niemanden verletzen will? Und dann gibt es noch weitere Fragen: Warum trägt Red Robin ein neues Kostüm, das eher an sein altes erinnert und ihn weniger „red“ erscheinen lässt? Warum darf Clayface im Team Batman mitmachen? Zuletzt war er noch gemeingefährlich (siehe Graveyard Shift, Batman Eternal, Arkham Manor). Dass der Schurke zum Helden wird, ist zwar eine erfrischende Idee, aber die Motivationen dafür bleiben auf der Strecke – auch wenn die Sequenz, in der Clayface ein Kino aufsucht, um sich auf der Leinwand als Mensch wiederzusehen, sehr einfühlsam gelungen ist.

Überhaupt schafft es Autor James Tynion IV (Batman Eternal, Batman & Robin Eternal), den vielen Charakteren seiner Geschichte gerecht zu werden, allein Orphan bleibt auf der Strecke, aber sie hat ja ohnehin nicht viel zu sagen. Aber dafür gibt es ja die Action. Und davon nicht zu wenig. Die Zeichner Eddy Barrows und Alvaro Martinez inszenieren ihre Figuren filigran und die Posen spektakulär, wenn auch ohne große Experimentierfreude.

Der erste Detective Comics-Band nach Rebirth hat zwar kein Potenzial, ein Klassiker zu werden, aber er ist ein kurzweiliger Auftakt, der Spaß und Lust auf die Fortsetzung macht. Das Wichtigste aber: der Neustart hebt die Qualität der Traditions-Serie, die in den vergangenen Jahren sehr zu wünschen übrig ließ.

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Jimmy zieht in den Krieg

DC Comics

DC Comics

Titel: Gordon at War (Detective Comics Vol. 9)

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Fernando Pasarin, Scot Eaton

Erschienen: 2016 (Detective Comics #48-52), Paperback 2016; dt. Panini 2016 (Batman #55-57)


„It is far better to be alone than in bad company.“

James Gordon ist immer noch Batman. Zum letzten Mal. Abgesehen davon, dass er ohnehin nie viel Bock auf den Job hatte, hat er hier nicht einmal Lust dazu, in seinen hasenhaften Panzer-Anzug zu steigen. Also springt er eben wie ein Batman, dem man sein Cape geklaut hat, von Dach zu Dach, rutscht im Regen aus und ballert mit seiner Batarang-Pistole um sich.

Worum geht’s? Ach ja, um einen Serienmörder, der in der Manier von Das Schweigen der Lämmer und Sieben nach einem bestimmten Muster Leichen hinterlässt. Leider wird bis zum Schluss nicht ganz klar, worum es dem Irren eigentlich geht: Er streift sich Masken berühmter historischer Personen über, präpariert seine Opfer ebenso, er orientiert sich an Statuen, er entnimmt ihnen Knochen, aber zu welchem Zweck, wird nicht klar. Im Zweifel einfach, weil er irre ist.

Muss uns auch nicht groß kümmern. Gordon meistert diesen Fall in schlappen drei Ausgaben – mit viel Hilfe seiner Freunde, die in einem Luftschiff über der Stadt schweben und imme zur Stelle sind, wo die Handlung es verlangt. Harvey Bullock spielt mal wieder den Sidekick im Schlapphut und Trenchcoat, aber er nimmt dankenswerterweise nicht die Hauptrolle ein, wie etwa in Band 8 (Blood of Heroes).

Zum Abschluss dieser unseligen Detective Comics-Reihe darf Gordon an alte Marine-Zeiten anknüpfen, indem er nach Afghanistan reist. Und im Bunny-Suit gegen eine Mumie kämpft. Was das noch mit Batman zu tun hat? Herzlich wenig. Und so stirbt die Story so sang- und klanglos wie die Schnapsidee, Gordon zu Batman zu machen, und so wie die Serie Detective Comics von The New 52. Wie gut, dass das endlich hinter uns liegt – auf zu neuen Ufern.

Wie es dort aussieht, bekommt man am Ende zu sehen, da ist nämlich das Special Batman: Rebirth #1 abgedruckt. Und auch Nostalgiker bekommen am Ende in einer kleinen Bildergalerie Neuinterpretationen alter Batman-Cover geboten, bei der sich Batman darüber auslässt, wie anstrengend sein Leben doch ist. Ja, Batman, und durch all das müssen auch deine Leser durch.

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Jokers Spritztour mit Robin

DC Comics

DC Comics

Titel: Slayride

Autor/Zeichner: Paul Dini/Don Kramer

Erschienen: 2007 (Detective Comics #826), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„… I couldn’t have planned this.“ (Joker)

Man soll nicht zu Fremden ins Auto steigen. Nicht mal, wenn sie Hilfe in der Not anbieten. Nicht mal, wenn man Erwachsen ist. Nicht mal, wenn man Robin ist. Diese Erfahrung muss Tim Drake machen. Während eines Einsatzes tut er nämlich genau das und bereut es sofort, denn im Auto sitzt der Joker. Der betäubt und fesselt ihn an den Beifahrersitz und fährt mit ihm planlos durch die Gegend.

Es geht zu wie bei GTA: Joker überfährt ein paar Fußgänger, erschießt den Manager eines Fast-Food-Ladens. Robin versucht, sich mit einem Spielzeugauto zu befreien. Der Joker nimmt es ihm zwar weg, aber er kommt doch frei (irgendwie, ist auch egal), vermöbelt ihn und die Fahrt endet mit einem Unfall.

Ach ja, eines noch: der Joker trägt eine Weihnachtsmann-Mütze, es ist Vorweihnachtszeit, aber das spielt eigentlich keine Rolle. Und es beschert der ziemlich willkürlichen Story auch nicht unbedingt mehr Sinn. Immerhin is sie ganz ansehnlich gezeichnet. Aber ansonsten: geschenkt.

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Lachen ist ansteckend

DC Comics

DC Comics

Titel: Impostors

Autor/Zeichner: David Hine/Scott McDaniel

Erschienen: 2010 (Detective Comics #867-870), Paperback 2011


„Do I create all the madness, just by being here?“ (Batman)

„Maybe there will be no one left but the insane, and Gotham will be one great lunatic asylum.“ (Batman)

Gothams Bürger verwandeln sich plötzlich in „Jokerz“ und stiften Chaos. Ursache ist eine Droge, eine abgeschwächte Variante des Joker-Gifts. Menschen sterben, auch Polizisten. Eine Gegenbewegung begehrt auf: eine Reihe selbsternannter Batmen, angeführt von abtrünnigen Polizisten, die das Gesetz in die eigene Hand nehmen. Ein Bürgerkrieg bricht aus. Noch mehr Menschen sterben. Auf der Suche nach dem Auslöser trifft Batman auf Winslow Heath, ein früheres Opfer des Jokers, der das tödliche Gas einst überlebt hat, aber seitdem ein entstelltes Joker-Gesicht trägt.

Imposters, inspiriert von dem Game Gotham City Imposters,  ist eine Joker-Story ohne Joker. Oder vielmehr eine über die Folgen des Jokers auf seine Opfer. Winslow Heath versteht sich als Künstler, der eine Botschaft an Batman senden will: dass er, Batman, die Irren anzieht, die Leid in Gotham verbreiten. Das alles hat keine weitere Tiefe. Batman setzt seine Maske nie ab, um einmal Bruce Wayne zu sein, dafür hat er kaum Zeit, denn die Story wird in lediglich vier Heft-Kapiteln erzählt. Imposters ist somit trotz seiner riesigen Ausmaße für Gotham bloß schnelle Kost für zwischendurch, unterhaltsam, aber nichts, was hängen bleibt. Auch visuell ist bei Scott McDaniels Zeichnungen nicht viel zu holen, außer vieler Wimmelbilder voller grün-violetter Möchtegern-Joker-Schlachten. Eindrücklicher sind da die vier Cover von Peter Nguyen. Aber leider sind Cover-Zeichner nicht immer zugleich fürs ganze Heft zuständig.

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Der Tod und die Rache von Matches Malone

DC Comics

DC Comics

Titel: False Faces (Batman by Brian K. Vaughan)

Autor/Zeichner: Brian K. Vaughan/Scott McDaniel, Rick Burchett

Erschienen: 2000, 2001, 2004 (Batman #588-590, Detective Comics #787, Wonder Woman #160-161, Gotham City Secret Files #1), Paperback 2008/2017


„Possessing more than one distinct identity allows a man to do things most people could never imagine.“ (Batman)

Bruce Wayne ist nicht nur Batman, er ist auch Matches Malone. Ein Alter Ego als Kleinganove. Mit Sonnenbrille, Schnurrbart und Streichholz zwischen den Zähnen stellt Batman verdeckt Nachforschungen in der Unterwelt an. Matches Malone, der zum ersten Mal in Batman #242 (1972) erschien, ist bislang nichts als eine Nebenerscheinung gewesen, ein Running Gag für Fans. In False Faces kommt er erstmals zu seinem vollen Recht.

Batman fingiert ein Verhör mit Matches Malone, um ihn in einen illegalen Waffendeal hineinzuschmuggeln. Kurz darauf heuert ihn Scarface (Bauchredner) für die Aktion an. Als Batman den Deal platzen lässt, rächt sich Scarface an Matches – und legt ihn um. Wie kann das sein? Matches Malone ist nicht nur ein Alter Ego – es gibt ihn wirklich! Batman erzählt, wie er einst die Identität von einem Erpresser übernahm, nachdem dieser vermeintlich Suizid begangen hatte. Tatsächlich war es nur ein Täuschungsmanöver. Nun fühlt Batman sich mitschuldig an dessen wirklichem Tod und will ihn rächen.

Abgesehen von Albernheiten, dass man erst einmal einen Sterbenden seine Lebensgeschichte erzählen lässt, bevor man ihn ins Krankenhaus bringt, ist die Matches Malone-Story sehr stark: Voller Drama, interessanter Situationen und Batman in Versuchung, mit seinen Idealen zu brechen. Die ursprüngliche Vorgeschichte von Malone wird hier stark verändert. In der ’72er-Story stirbt Matches an einem Querschläger aus der eigenen Pistole, als Batman ihn verfolgt. Abgesehen von dem tragischen Zwischenfall fehlt der Figur aber jegliches Drama einer Vorgeschichte.

Der Rest des Bandes ist eher minderwertiges Füllmaterial: eine alberne Kurzgeschichte im Animated-Stil (gezeichnet von Rick Burchett) um den Mad Hatter, Wonder Woman gegen Clayface und ein Auftakt zu einer Geschichte mit einem neuen Schurken (Skeleton), die nie weiter erzählt wurde. Aber die drei Kapitel Malone lohnen sich allemal.

Batman auf dem Mond

DC Comics

DC Comics

Titel: Public Luna-Tic Number One

Autor/Zeichner: John Broome/Bob Brown, Joe Giella

Erschienen: 1969 (Detective Comics #388)


„Maybe there’s an idea behind my lunacy!“ (Joker)

„That was to be his greatest — and ghastliest jest!“ (Batman)

Warum begeht der Joker in jüngster Zeit Verbrechen bei Vollmond? Was macht er im Planetarium? Warum stiehlt er eine Maschine, die die Gravitation aufhebt, um die Kassen im Hauptbahnhof zu plündern? Alles ist Bestandteil eines größeren Plans. Der Joker nennt sich „Public Luna-Tic Number One“. Für alle, die das Wortspiel nicht kapieren, gibt es einen Erklärkasten: Luna = Mond. Das liegt nahe für eine Story aus dem Jahr 1969, dem Jahr der ersten Mondlandung. Also muss auch Batman auf den Mond. – Auf Teufel komm raus.

Kurz nachdem das Dynamische Duo von Jokers Handlangern überwältigt wurde, findet es sich plötzlich auf dem Mond wieder. Sie tragen Raumanzüge mit Batman- und Robin-Logo. Und plötzlich erscheint ihnen auch das Gesicht des Jokers, das ihnen klarzumachen versucht, sie seien wirklich im Weltall. Robin ist skeptisch, aber es bleibt nicht viel Zeit für Detektivarbeit, weil sich der Schatten der Erde über den Mond zieht und die beiden Helden angeblich vom Kältetod bedroht werden. Es müssen wohl ziemlich miese Raumanzüge sein, in die der Joker sie gesteckt hat. Doch dann findet Batman heraus, dass die Kulisse Fake ist: denn auf dem Mond gibt es keine Stalagmiten …

Scharf geschlossen – wie immer, Batman. Aber das erklärt noch immer nicht, was das ganze Theater soll. Auch dafür hat Batman am Ende eine Erklärung: „The Joker tried to frighten us to death!“ Wie teuflisch! Wie ausgebufft! Welch Ausdruck von Wahnsinn! Und von hanebüchener Einfallslosigkeit. Kein Wunder, dass der Joker für die nächsten vier Jahre ausrangiert wurde.

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Prassen mit Blüten

DC Comics

DC Comics

Titel: The Joker’s Millions

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Dick Sprang

Erschienen: 1952 (Detective Comics #180), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Ah, how the mighty have fallen!“ (Joker)

Auf einen Schlag wird der Joker reich – und das ganz legal. Bei der Testamentseröffnung des Gangsters Barlowe bekommt der Joker dessen Vermögen vererbt. Der Clown ist überrascht, weil Barlowe ihn einst gehasst hat. Aber die Freude über den unverhofften Reichtum überwiegt die Skepsis, also prasst der Joker drauflos. Seine größte Freude dabei: er muss nicht mehr rauben, um an Geld zu kommen.

Wer die letzte Episode unserer Joker-Reihe gelesen hat, wird sich wundern: In den 40ern hatte der Joker bereits einen riesigen Geldspeicher, gefüllt mit Geld und Juwelen, und er raubte nur zum Spaß. Hier fängt er offenbar wieder von vorn an, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Der Joker ist also wieder sorglos. Aber zu früh gefreut: bald erkennt er, dass das meiste Geld und die meisten Juwelen gefälscht sind – Barlowe hat ihn reingelegt! Als dann auch noch das Finanzamt vorbeikommt und die Erbschaftssteuer kassieren will (zwei Mio), steckt der Clown Prince of Crime in einer Zwickmühle: Auch wenn er Batman nicht fürchtet, mit dem Finanzamt legt man sich besser nicht an. Aber den Irrtum zugeben will er auch nicht, da er sich nicht zum Gespött der Unterwelt machen will. Also begeht der Joker Verbrechen, allerdings möglichst unauffällige, die sich nicht mit ihm in Verbindung bringen lassen. Das nützt nix, denn wie der Zufall es will, erkennt Batman doch immer wieder die Handschrift des Jokers.

Der Joker leidet: einerseits kann er bei seinen Aktionen nicht den Künstler spielen, andererseits ist er dazu genötigt, auch wenn Batman die Masche durchschaut. Das Katz- und Maus-Spiel gipfelt im Zoo: der Joker sperrt Batman in einem Fledermauskäfig ein – zusammen mit Affen, die wie der Joker geschminkt sind. Aber Batman bleibt auch hier Herr der Lage.

Joker’s Millions wurde 1998 verfilmt. In der dritten Staffel der Animated Series (The New Batman Adventures, Episode 7) ist der Plot im Wesentlichen gleich, allerdings wird Joker unterstützt von Harley Quinn und dem Pinguin, während Batman mit Batgirl (statt Robin) zusammenarbeitet.

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Joker auf Eis

DC Comics

DC Comics

Titel: The Joker Walks the Last Mile!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1942 (Detective Comics #64), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„The Joker shall die so that he may live again!“

Der Joker leidet. Den ganzen Tag über muss er sich mit seinen Handlangern verstecken. Ein normales Leben in der Außenwelt ist nicht möglich, wegen seiner auffälligen Erscheinung kann der Clown nur verkleidet raus. Doch da heckt der Joker mal wieder einen genialen Plan aus: er stellt sich der Polizei, er gesteht alle Verbrechen vor Gericht und lässt sich zum Tode verurteilen. Ein paar Stromstöße auf dem Stuhl später liegt der Joker im Leichenschauhaus. Seine Handlanger holen die Leiche raus, beleben sie wieder und der Joker ist frei und kann in Ruhe shoppen gehen.

Als Batman den Erzschelm auf der Straße sieht, ist er entsetzt und schleppt ihn wieder vor Gericht. Aber da bekommt er eine Grundlektion Jura verpasst: zweimal wegen derselben Verbrechen verurteilen geht nicht. Der Joker hat seine Strafe bekommen, jetzt darf er wieder bei Null anfangen.

Aber ein neues Leben führt der Joker deshalb nicht. Seine Handlanger übernehmen die Überfälle für ihn, er stellt sich dabei als Raubopfer dar. Batman und Robin dürfen ein paar Kunststückchen auf dem Eis durchführen (nachdem sie sich schnell umgezogen und sich Schlittschuhe besorgt haben) und am Ende landet der Joker – schon wieder – im Meer, bevor er sich erneut in seinem Versteck wiederfindet.

Bemerkenswert: In dieser Story wird der Krieg sichtbar. Zum einen ist ein Schild zu sehen, auf dem für Kriegsanleihen geworben wird. Zum anderen stiehlt der Joker einen Jeep der Armee, schlägt einen Soldaten und sagt: „You idiot, I’m the Joker! More important than your whole silly army!“ Einen größeren Schurken kann man sich nicht vorstellen, der in so schwierigen Zeiten ein solches Sakrileg begeht und damit den Zusammenhalt der Nation gefährdet.

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Bullock und Bat-Robocop

DC Comics

DC Comics

Titel: Blood of Heroes (Detective Comics Vol. 8)

Autor/Zeichner: Brian Buccellato, Ray Fawkes, Francis Manapul, Peter J. Tomasi/Fernando Blanco, Francis Manapul, Steve Pugh, Marcio Takara

Erschienen: 2015-2016 (Detective Comics #41-47), Hardcover 2016


„You’ve got to be kidding me … a Joker robot?!“

„Subtlety is not what we do.“

Während Batman (James Gordon) sich mit drei Attentätern in Skelett-Kostümen („La Morte“) herumschlagen muss, die ihm den Reaktor aus seinem Robocop-Anzug klauen. Dann muss er gegen einen viel größeren Joker-Roboter antreten, in dem Jokers Daughter mal wieder das tut, was sie am besten kann: total abnerven. Schließlich gilt es, ein Attentat abzuwenden …

Doch eigentlich geht es weniger um Batman. Die Serie sollte eigentlich „Detective Bullock Comics“ heißen, weil hier noch mehr als in den zwei Bänden zuvor ist Good Ol‘ Harvey der Held der Geschichte. Sensation: Wir sehen ihn zum ersten Mal beim Sex! Ja, der grobschlächtige Harvey Bullock bandelt mit seiner ziemlich ansehnlichen Kollegin Nancy Yip an. Doch die ist leider korrupt. Und steckt in Schwierigkeiten mit der Mafia. Also muss sich Harvey etwas einfallen lassen …

Mehr Polizei- als Batman-Comic

Anders als in den Bänden Icarus und Anarky stammen die meisten Zeichnungen nicht von Francis Manapul. Das ist ein großer Verlust, denn seine kraftvollen Panels haben die Bände stets vor dem Abdriften in die völlige Belanglosigkeit gerettet. Die weitaus weniger filigraneren Zeichnungen von Fernando Blanco erinnern stark an den Stil der Polizei-Serie Gotham Central – und das passt natürlich zu der Story, die sich mehr um die Polizisten dreht als um Batman. (Bruce Wayne spielt gar keine Rolle.) Aber auch wenn es löblich ist, einmal einen Randcharakter zu seinem Recht kommen zu lassen, es ist nicht der richtige Ort dafür. Und es ändert nichts daran, dass die Story fade Durchschnittskost ist und ebenso vergessenswert wie ihre Vorgänger.

In der zweiten Geschichte des Bandes trifft Bat-Gordon auf die Justice League. Die holen ihn extra in Gotham ab, damit er ihnen bei einer dringenden Untersuchung (warum eigentlich dringend?) eines Riesenskeletts im Himalaya hilft. Gordons Fähigkeiten als Detektiv sind gefragt. Aha! Hat die Serie doch ihren Titel verdient? Naja, nicht ganz. Was Gordon entdeckt, hätten auch die anderen finden können. Und was für einen Tathergang er daraus ableitet, ist – gelinde gesagt – ziemlich weit hergeholte Spekulation. Aber hey, der alte Hase behält Recht und darf am Ende sogar ein Schlaflied singen …

Das Schluss-Kapitel ist eine Episode aus dem Crossover Robin War, die keinen Mehrwert hat, wenn man nicht den Rest der Geschichte kennt. Höhepunkt: Gordon kämpft gegen Grayson. Sei’s drum.

Eigentlich wollen wir nur wissen, wie die Haupt-Gordon-Story, Superheavy, weitergeht. Bis zur Fortsetzung müssen wir uns aber noch etwas gedulden.

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