Revolution für die eigene Sache

DC Comics

DC Comics

Titel: Anarky (Detective Comics Vol. 7)

Autor/Zeichner: Brian Buccellato, Francis Manapul, Benjamin Percy/Francis Manapul, John Paul Leon u.a.

Erschienen: 2014-2015 (Detective Comics #35-40, Detective Comics: Endgame #1, Detective Comics: Future’s End #1; Paperback 2016), dt. Panini 2015 (Batman #38-40)


„… sometimes, you need to take a moment to breathe, and not be Batman. It’s easy to get lost in all this darkness.“ (Alfred)

„How contradictory.“ (Alfred)

Anarky ist wieder da. Statt rotem Hut und Umhang trägt er einen Hoodie mit einem großen A auf der Brust – aber die Maske ist ähnlich. So gleicht sein Update im neuen DC Universum einem heutigen Aktivisten, oder besser gesagt: Hacktivisten. Denn Anarky hackt sich zunächst in den Wayne Tower ein, löscht alle Bankdaten und verteilt er seine Masken an jeden (!) in Gotham – V wie Vendetta und Anonymous lassen grüßen – damit die Menschen ein neues Leben nach ihrem Sinn anfangen können. Als hätten alle nur darauf gewartet, bricht Chaos in Gotham aus.

Doch die Aktion ist nicht so einfach, wie es zunächst aussieht, hinter dem Plan steckt mehr: der Mad Hatter und ein Politiker haben damit etwas zu tun. Wie schon in Ikarus arbeiten Batman und Bullock zusammen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Revolution ist gelenkt und soll bloß von einem persönlichen Rachefeldzug ablenken. Es stellt sich die Frage, was der immense (auch bestimmt finanzielle) Aufwand für dieses banale Ziel überhaupt sein soll. Damit geht aber vor allem die politische Dimension und die philosophische Vielschichtigkeit verloren, die Anarky einst ausgemacht hat. Buccellato und Manapul verstehen es, eine Geschichte wenigstens visuell interessant zu erzählen und mit Panels zu experimentieren, aber sie schaffen es nicht, für ihre Geschichten zu fesseln. Trotz aller Ambition und Versuche, mit Bullock eine menschliche Komponente hineinzubringen, bleibt die Story flach, was wohl vor allem an der Enttäuschung liegt, dass Anarky hinter der Erwartung zurückbleibt.

Über die zweiteilige Nebenstory Terminal kann man Ähnliches sagen: Ein hervorragend (von John Paul Leon) gezeichnetes Werk, das vielversprechend anfängt (ein Flugzeug kracht in den Flughafen, wieder geht es um Terror für die „gute Sache“), aber eine all zu schnelle und banale Lösung findet. Die anderen beiden Kurzgeschichten sind Ergänzungen zu Endgame (Todesspiel) und Future’s End: entbehrlich. Immerhin letztere, in der Batman und Riddler in Arkham Asylum einbrechen, hat einen bemerkenswerten Twist am Ende.

Ansonsten bleibt der siebte Band von Detective Comics erneut enttäuschend. Und wieder bleibt die Hoffnung, dass der neue Autor ab Heft 45 (Peter Tomasi) das Niveau dieser dauerhaften B-Serie endlich hebt.

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