Shadow of the Bat

Sieben Tipps für Superschurken

DC Comics

Titel: Shadow of the Bat Vol. 1

Autor/Zeichner: Alan Grant/Norm Breyfogle, Dan Jurgens u.a.

Erschienen: 1992-1993 (Shadow of the Bat #1-12), Paperback 2016


Alle, die vorhaben sollten, eine Superschurken-Karriere anzustreben, sollten sich keine schlechten Vorbilder nehmen (wie etwa von den „Misfits“), sondern die folgenden Tipps beachten:

  1. Sucht euch ein cooles Gimmick, das es noch nicht gibt.
  2. Macht es praktisch.
  3. Macht es nicht allzu offensichtlich, sodass man von eurem Beruf oder eurem Hobby auf euch schließen könnte.

Wie etwa beim Fall von „The Human Flea“ (Shadow of the Bat #11-12), dem menschlichen Floh. Da ist der Enkel eines Flohzirkusbetreibers dahinter gekommen, wie man das Mittel, das Flöhe weit springen lässt, künstlich herstellen kann und hat beschlossen, damit (und einem aufwendigen Kostüm) Raubzüge zu begehen, um den Flohzirkus zu retten. Warum, fragt Batman, hat er nicht einfach versucht, das Zeug mit Gewinn an den Mann zu bringen? Gute Frage …

Daher gilt 4. Wenn ihr eine Superschurken-Karriere anstrebt, überlegt lieber, was ihr mit euren wertvollsten Ressourcen (Zeit und Geld) Sinnvolleres anstellen könnt, das nicht euer Leben gefährdet und euch in den Knast bringen könnte.

5. Auch keine besonders gute Idee ist es, seine kruden Ansichten (z.B. Rassismus) jedem aufzuzwingen und deswegen sofort Streit anzufangen – schon gar nicht handfesten Streit. So etwa führt es „The Ugly American“ vor (Shadow of the Bat #6). Aber manchmal kann man sich einfach nicht kontrollieren, vor allem wenn man zu einem Schurken gemacht wurde. Hier haben gewisse, sagen wir mal: konservative Ansichten allerdings vorher schon bestanden. Allerdings: In den USA von heute dürfte dieses Modell des übersteigerten Patriotismus, auch Nationalismus genannt, durchaus dem Zeitgeist entsprechen, sodass man gar nicht als Schurke durchgehen würde.

6. Was ein Schurke ist, ist ja häufig nur eine Frage der Perspektive. Auf den zweiten Blick stellen sich manche auch als gar nicht so böse heraus. Auch Batman lernt die Lektion, seine Urteile nicht allzu voreilig zu treffen. „The Thane of Gotham“ (Shadow of the Bat #10) ist ein alter Schotte, der ein paar Leute in sein verwinkeltes Schloss einlädt. Batman fürchtet, dass der Alte sich für seinen Sohn rächen und die Gäste vergiften will, am Ende ist dann doch alles anders. Manche wollen einfach nur Empathie.

Und nicht jeder will ein Schurke werden. Manche eifern auch einfach nur Batman nach, indem sie das Gesetz in die eigenen Hände nehmen, wenn das Gesetz versagt. Wie „The Black Spider“ (Shadow of the Bat #5). Das ist zwar strenggenommen auch illegal, aber wenn es einem guten Zweck dient, etwa Drogendealern das Handwerk zu legen, dann geht das in Ordnung, Gesichter von Dealern in Heroinberge zu drücken – vor allem, wenn sie die eigene Familie auf dem Gewissen haben.

Allerdings gilt Regel Nr. 7: Nicht okay ist es, Leute zu erschießen, auch wenn sie es verdient haben. Jedenfalls für Batman. Und so muss auch diese Vigilantenkarriere mit einem Märtyrertod enden, damit Batman nicht selbst die undankbare Aufgabe zufällt, einen „Schurken“, der keiner ist, einbuchten lassen zu müssen.

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Vier Verlierer wollen nach oben

DC Comics

Titel: The Misfits (dt. Die Außenseiter)

Autor/Zeichner: Alan Grant/Tim Sale

Erschienen: 1992-1993 (Shadow of the Bat #7-9), Paperback 2016 (Shadow of the Bat Vol. 1), dt. Ehapa 1997


Immer nur Schurken aus der zweite Reihe, immer nur Versager, die sich schnappen lassen, während die Großen wie der Joker im Rampenlicht des Verbrechens stehen – Killer Moth hat die Schnauze voll davon. Also versammelt er zwei andere Loser mit beknackten Kostümen, Calendar Man und Catman, um einen großen Coup zu planen. Dann schließt sich ihnen auch noch Chancer an, ein Mann mit zwei Würfeln auf der Brust, weil seine Superkraft darin besteht, mehr Glück als Verstand zu haben.

Batman gegen die Misfits. (DC Comics)

Gemeinsam entführen die „Misfits“ Bürgermeister Krol, Commissioner James Gordon und – Bruce Wayne. Sie fordern zehn Millionen Dollar Lösegeld bis abends um neun, doch bis dahin könnten die drei Opfer in einem rostigen Container ertrinken. Killer Moth scheint seinem Namen alle Ehre zu machen.

Killer Moth und Chancer (DC Comics)

Vier lächerliche C-Schurken zusammenzubringen birgt ein großes Risiko. Aber Alan Grant schafft es, über drei Ausgaben eine packende Story zu erzählen. Denn darüber hinaus geht es noch um einen Helden namens Nimrod, der den Chancer fassen will, um seine eigene Unschuld zu beweisen. Aber der größte Trumpf ist hier natürlich der Look von Zeichner Tim Sale, der alles in eine herrliche Noir-Stimmung taucht, wie man sie aus den späteren Meisterwerken Haunted Knight, The Long Halloween und Dark Victory kennt.

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Wiedersehen mit Retro-Alfred

DC Comics

Titel: The Battling Butler!

Autor/Zeichner: Alan Grant/Bret Blevins

Erschienen: 1994 (Batman: Shadow of the Bat #31), Paperback 2017, (Batman: Zero Hour), 2018 (Batman: Shadow of the Bat Vol. 3), 2020 (Batman Allies: Alfred Pennyworth)


Während des Knightfall-Events hat es Bruce Wayne übertrieben, deshalb hat Alfred seinen Dienst quittiert und musste dann später von Nightwing zurückgeholt werden. Aber zwischendrin passiert noch die Zero Hour, ein Event, bei dem die Zeit durcheinander gerät. Und plötzlich taucht der alte Alfred Beagle aus den 40ern wieder auf: dick, tollpatschig und voller Eifer, ein Detektiv zu werden.

Der stürzt sich auch gleich auf Tim Drake, den er für einen Robin-Hochstapler hält, sobald der zusammen mit Batman die Bathöhle betritt. Später zerbricht er ein Bild seines Nachfolgers und schüttet Kaffee über den Batcomputer. Dafür gibt’s Hausarrest – dem Dynamischen Duo darf er nicht bei seinem neuesten Fall helfen. Alfred widersetzt sich natürlich und das ist auch gut so, denn als Batman und Robin von den Schurken mit einem Halluzinogen benebelt werden, rettet er ihnen mit seiner Tollpatschigkeit das Leben.

Kaum hat Alfred seinen Zweck erfüllt, löst er sich auch schon in Luft auf. Allerdings verkündet er vorher noch seinen Beschluss, nicht mehr Detektiv werden zu wollen, sondern nur noch Butler zu sein – und zwar ein treuer, der seinen „Mawster“ nicht im Stich lässt. Dem haben Batman und Robin nichts mehr hinzuzufügen. Sie dürften einfach nur froh sein, dass dieses Wiedersehen zu Ende ist.

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Dystopische Variationen

Titel: Legends of the Dead Earth

Autor/Zeichner: Doug Moench, Chuck Dixon, Alan Grant/Vincent Giarrano, Flint Henry, Barry Kitson, Brian Apthorp

Erschienen: 1996 (Batman Annual #20, Detective Comics Annual #9, Shadow of the Bat Annual #4, Legends of the Dark Knight Annual #6)


„Whatever happens to me — the legend will never die!“ (Batman)

Im Jahr 1996 standen alle DC-Annuals unter einem Titel: Legends of the Dead Earth. Erzählt wurden Geschichten aus alternativen Universen (allerdings ohne Elseworlds-Label), in denen die Helden in verschiedenen Versionen einer düsteren Zukunft kämpften. Auf einer toten Erde leben die Legenden weiter, so das Motto der Reihe.

Im Batman Annual erzählt ein alter Mann in einer dystopischen Zukunft ein paar Kindern Legenden von Bat-Man, einem geflügelten Helden, der einen Sidekick namens Darkbird hat. Die bekannten Schurken erscheinen in abgewandelter Form: der Joker ist der Mad Jester, der Menschen mit manipulierten Holo-Programmen zum Lachen bringt, Catwoman ist Cat-Fem, eine Mensch-Tier-Hybridin, Two-Face ist Split-Face und Scarecrow ist ein Vogelmensch, der tatsächlich zunächst als Vogelscheuche arbeitet, bevor er vor Angst wahnsinnig wird und seinen Job verliert. Auch wenn die Figuren und Anekdoten nicht alle durch Einfallskraft glänzen, ist dieses Heft das gelungenste der vier.

Im Detective Comics Annual ist Batman ein Riesen-Roboter, im Shadow of the Bat Annual führt Batman eine Armee gegen eine feindliche Reptilien-Spezies an und reitet dabei auf Dinosauriern. Der vierte Teil (Legends of the Dark Knight Annual) spielt zwar in einer Art Zukunft, aber das Szenario mutet mittelalterlich an. Batwoman ist hier die Heldin, die das Erbe ihres Vaters Robert Kane antritt. Batman war ein Henker für einen Schurkenstaat, der Selbstmord beging, nachdem er seine Schuld nicht mehr ertrug. Batwoman macht reinen Tisch.

Auch wenn das Konzept einen interessanten Ansatz verspricht und den Schöpfern kreative Freiheit zu gewähren scheint, kommt bei Batman nicht viel Interessantes bei rum. Bloß oberflächliche Variationen des Altbekannten in verschiedenen Dystopien. Kein Wunder, dass diese Storys bisher nicht wiederaufgelegt wurden.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Batman, der Fascho

DC Comics

DC Comics

Titel: The Tyrant

Autor/Zeichner: Alan Grant/Tom Raney, Joe Staton

Erschienen: 1994 (Shadow of the Bat Annual #2)


„Funny how we start off with such good intentions, yet somehow end up mired in terror and fear.“ (Batman)

Dass der Weg zur Hölle bekanntlich mit guten Vorsätzen gepflastert ist, kann man in dieser Geschichte sehen: Seit Batman vor zwei Jahren vom Joker öffentlich demaskiert wurde, wurde der Vigilant zum Volkshelden und stieg zum Herrscher von Gotham empor. Batman bei Nacht, Bruce Wayne bei Tag – eine Schreckensherrschaft, deren oberstes Ziel die Verbrechensbekämpfung ist. Denn zusammen mit Doktor Jonathan Crane (hier einmal nicht Scarecrow) hält der Tyrann die Verbrechensrate gering, indem er das Trinkwasser mit Drogen versetzt. Als die beiden daraufhin planen, die Stadt mit einer noch stärkeren Substanz zu vergasen, die alle Menschen mit „kriminellen Tendenzen“ außer Gefecht setzt, regt sich Widerstand: Die klassischen Batman-Schurken planen ein Attentat auf Batman – angeführt vom jugendlichen Revoluzzer Anarky.

Es ist schade, dass The Tyrant keine aufwendigere Aufmachung oder mehr Seiten bekommen hat, denn das Elseworlds-Setting, das Alan Grant entwirft, wäre es wert gewesen, weiter ausgebreitet zu werden. Dass Batmans Kreuzzug in letzter Konsequenz Faschismus bedeutet, ist eine kühne Vision, die hier sehr einnehmend inszeniert wird. Batman ist zwar ein autoritärer Herrscher, aber auch ein Zweifler, der sich nach den richtigen Methoden fragt und schockiert ist, als er von James Gordon als Faschist beschimpft wird. Da ist es folgerichtig, die Story als Tragödie enden zu lassen. Leider aber kommt das eigentliche Finale überstürzt, hier hätte man sich mehr Platz für Dramaturgie gewünscht. So bleibt The Tyrant zwar ein herausragendes Was-wäre-wenn-Szenario, aber ein viel zu kurzes.

Eine ähnliche, aber nicht ganz so gelungene Dystopie entwirft I, Joker. Wen der politische Aspekt besonders interessiert, sollte die Anarky-Storys lesen. In Frank Millers All-Star Batman wird der Held erneut zum faschistoiden Tyrannen.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Batmans Nullnummern

Titel: Batman #0, Detective Comics #0, Shadow of the Bat #0, Robin #0

Autor/Zeichner: Chuck Dixon, Doug Moench, Alan Grant u.a.

Erschienen: 1994 (dt. Dino 1997 als Batman #1-2, mit Ausnahme von Shadow of the Bat #0)


„Der Kampf adelt, nicht der Sieg.“

„Die Dunkelheit ist wie ein Umhang. Er trägt sie wie eine zweite Haut. Wie einen Schild.“

Im Jahr 2012 brachte DC Nullnummern seiner Serien heraus: Darin wurden ein paar Vorgeschichten der Helden erzählt, wie etwa zu Batmans Zero Year und der Zeit davor. Die Idee ist nicht neu: Im Jahr 1994 hat es so etwas schon einmal gegeben, im Rahmen des Zero Hour-Events. Dabei wurden ein paar Hefte gemacht, in denen die Origins leicht modifiziert wurden und die eine perfekte Einstiegslektüre ins DC-Universum bildeten. Daher haben sich diese Ausgaben auch hervorragend für den deutschen Dino-Verlag angeboten, damit im Jahr 1997 seine neue Batman-Serie zu starten.

In Batman #0 bekommt man Batmans Ursprung auf 22 Seiten zusammengefasst – inklusive der jüngsten Ereignisse nach dem Epos Knightfall mit Bane etc. Wir sehen den Sturz in die Bathöhle (vgl. Shaman), die erste Begegnung mit Alfred, den Elternmord, der in dieser neuen Version nie gelöst wurde, während zuvor Joe Chill als Mörder im Auftrag gehandelt hat. Eine Seite ist der Kindheit als Waise gewidmet, eine der Ausbildung im Ausland, dann folgen die drei Robins. Letzteres wird noch einmal ausführlicher in Robin #0 erzählt: Nightwing erzählt Robin III (Tim Drake), was bisher mit den Robins geschehen ist. Im Zentrum steht Two-Face, der bekennt, Robin doppelt so sehr wie seinen Erzfeind zu hassen: „Er ist Batmans Geheimwaffe!“ Die Geschichte wird – wie könnte es anders sein – aus doppelter Sicht erzählt.

In Detective Comics #0 werden die Lücken von Batman #0 mit Ausschmückungen gefüllt: Die Erkundung und der Ausbau der Bathöhle, das Beschaffen das Batmobils von Wayne Industries und der Umbau, das Nähen des Kostüms durch Alfred. Leider verträgt sich diese Version, in der das Batmobil zugleich mit dem Kostüm entstand, nicht mit der Version, die in Batman and the Monster Men erzählt wird: da wird das Auto erst später eingeführt. Aber sicher kann man auch diesen Bruch mit irgendwelchen Erschütterungen des Raum-Zeit-Kontinuums in Folge weltbewegender Ereignisse erklären. Von entscheidender Wichtigkeit sind solche Details natürlich nicht.

Die Nullnummer von Shadow of the Bat wirkt neben den anderen überflüssig. Abgesehen davon, dass die Figur Leslie Thompkins erwähnt wird und wir erfahren, dass Bruce sechs Wochen lang fürs FBI gearbeitet hat („Age 20, he scored perfect on every F.B.I. test except for gun handling“), ist die Geschichte nichts als noch ein Aufguss der immergleichen Motive. Wieder einmal sehen wir, wie Batman sich mit Kleinganoven rumschlägt, wieder wird der gesamte Werdegang nacherzählt. Die Ausbildung wird zwar ausführlicher behandelt, aber fast nur in Worten aufgezählt. Weil das Ganze ohne Mehrwert ist, kann man leicht nachvollziehen, warum der Dino-Verlag damals auf den Nachdruck verzichtet hat.

Anarky: Alle Macht dem Volke

Batman: Anarky

Titel: Anarky: Metamorphosis

Autor/Zeichner: Alan Grant/Norm Breyfogle

Erschienen: 1997 (Miniserie Anarky# 1-4), Paperback Anarky (1998), (dt. Batman Special #6, Dino, 1998)


„The city needs a new breed of hero. The night needs a new kind of monster.“ (Anarky)

„The future is freedom … and all I ever wanted was to hasten its birth.“ (Anarky)

„I only wanted to bring a little sanity into an insane world.“ (Anarky)

„Dein ganzes Leben ist eine Lüge“, heißt es gleich zu Beginn, während wir den Dämon Etrigan gegen irgendein anderes Monster namens ‚Blasfemy‘ kämpfen sehen. Am Anfang, in der Kindheit, so heißt es weiter, sei das Leben voller Hoffnung gewesen, dann seien die Politiker, die Priester und die Philosophen gekommen und hätten die Menschen mit ihren Lehren desillusioniert. „All eure Götter und Dämonen sind Ausgeburten des Unterbewusstseins. Sie sind nicht wirklich real.“

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Batman in der Zwangsjacke

The Last Arkham

Titel: The Last Arkham (dt. Wahnsinn in Arkham)

Autor/Zeichner: Alan Grant/Norm Breyfogle

Erschienen: 1992 (Shadow of the Bat #1-4), Paperback 1995; dt. 1997 (Ehapa)


Der gefährlichste Insasse des Arkham Asylum, so sagt es uns der Anstaltsleiter persönlich, –  ist Batman. Zu lange habe er sich am Abgrund bewegt, eines Tages sei er abgestürzt. Ein Mord soll ihn hergebracht haben. „Du bist jetzt hier zu Hause“, sagt Jeremiah Arkham zu einem angeketteten Batman. Wie er dort hingekommen ist? Auf der Jagd nach einem Serienmörder ist Batman selbst zum Mörder geworden. Comissioner Gordon überwältigte ihn und ließ ihn in Arkham einliefern. Dort muss der Held nicht nur einen Weg hinaus finden, sondern auch den Fall lösen.

Der mutmaßliche Killer ist Zsasz, der Typ, der seine Opfer mit Narben am eigenen Körper zählt, und der hier seinen ersten Auftritt hat. Der eigentliche Hauptgegner der Geschicht ist jedoch Jeremiah Arkahm, der zweifelhafte Ansichten und Methoden vertritt sowie es wegen seiner Verstocktheit an Kooperationsbereitschaft vermissen lässt. Daneben darf sich Batman auch gegen ein All-Star-Aufgebot der Arkham-Insassen prügeln, was ihm aber auffällig leicht gelingt …

Norm Breyfogle gehört zwar zu den besseren Zeichnern, doch man hat schon bessere Leistungen von ihm gesehen. Zuweilen wirken seine Figuren zu sehr hingeworfen als fein herausgearbeitet; die plumpe Farbgebung ist nicht gerade ein Genuss, aber der Mode der Zeit geschuldet. Die Story selbst hat ihre Schwächen: Batmans Einlieferung ist zwar ein toller Aufhänger, aber lässt es an Logik vermissen. Die Erklärung, warum der Held in Arkham seine Maske aufbehalten darf und folglich anonym bleibt, hinkt ziemlich. Die größte Stärke bleibt die Ausarbeitung der Figur Jeremiah Arkham, der am Ende die Welt – und vor allem sich selbst – mit anderen Augen sieht.

Batman: Dreams in Darkness

Interessanterweise erschien im selben Jahr eine Episode der Batman-Zeichentrickserie (S01E28, „Dreams in Darkness“), in der es ebenfalls darum geht, dass Batman Patient in Arkham ist. Dort ist er allerdings wirklich dem Wahnsinn nah, weil er ein halluzinogenes Gas von Scarecrow (dem „Panikmacher“) eingeatmet hat. Verglichen mit The Last Arkham erzählt diese Episode die bessere Geschichte.

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