Robin

Der große Batman-Ausverkauf

DC Comics

Titel: The Day Batman Sold Out/Alfred’s Mystery Menu

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1967 (Batman #191)


„Bat-Auction! Everything Must Go!“ – Was ist das? Batman versteigert seinen ganzen Kram? Alles muss raus? Ist das ein Witz? Nein, denn sonst würden Dick und Alfred nicht bittere Tränen darüber vergießen. Es passiert wirklich. Und das kommt so:

Batman hält den glatzköpfigen Gauner Ira Radon auf, der mit radioaktiven Isotopen Raubzüge begeht. Wie genau das abgeht, fragt mich bitte nicht, es wird auch nicht erklärt und es ist auch egal. Dem Gauner ist es aber nicht egal. Er findet es unfair, dass seine Karriere als größter radioaktiver Verbrecher der Welt so schnell vereitelt wird. Ja, das Leben ist halt nicht fair … Als der Mann Batman angreift, wirft ihn Batman dank seiner „Kata Guruma Judo“-Technik in eine Reaktorkammer. Angeblich unabsichtlich, aber da ist der Schaden schon angerichtet.

Radon wird verstrahlt, überlebt aber gerade so. Er darf nur nicht mehr stehlen. Denn die Aufregung würde eine Reaktion in seinem Körper verursachen, die ihn sterben ließe. Kurz gesagt: Er ist allergisch gegen Diebstahl. Also schwört er Rache. Das scheint offenbar besser für die Nerven zu sein.

Ein paar Monate später ist es soweit: Batman verkündet plötzlich das Ende seiner Karriere (nicht zum ersten Mal) und verhökert Batarang, Batrope und Kostüme an die Meistbietenden. Alte Erzfeinde wie Pinguin und Joker ärgern sich, dass sie selbst nicht mehr zum Zuge kommen, Batman umzulegen.

Die Erklärung für diese rätselhafte Aktion: Ira Radon hat Batmans Arbeitsmittel verstrahlt und wenn er sie noch einmal benutzt, stirbt er, weil sein Körper bereits genug indirekter Strahlung ausgesetzt ist. (Was natürlich physikalisch gesehen hochgradiger Blödsinn ist.)

Ton schützt vor Radioaktivität: Batman als Clayface.

Doch Batman ist ein schlauer Fuchs: Er hat natürlich alles selbst über die Wayne Foundation kaufen lassen, nur der Batarang wurde von einem Fremden ersteigert. Ira Radon schöpft keinen Verdacht, aber er will den Fremden kennenlernen. Doch dann trifft er auf eine Clayface-artige Gestalt – die sich als Batman im Schutzanzug herausstellt. Wieder kommt der Judo-Trick zum Einsatz, wieder gerät Radon selbst in seine eigene Strahlung. Nur diesmal nimmt es ein böses Ende mit ihm.

Alfred wird entführt

In der zweiten Story wird Alfred mal wieder entführt. Ein Gangsterboss veranstaltet nämlich ein Festessen für seinen Millionaire Mobster Club und braucht einen guten Koch. Fachkräftemangel war offenbar schon immer ein Problem, andernfalls kann ich mir nicht erklären, warum er ausgerechnet einen Butler zum Kochen heranschafft. Wem die Geschichte bekannt vorkommt, der irrt nicht: Die Idee stammt aus The Secret Life of Batman’s Butler (Batman #68, 1951). Doch diesmal bekommt die Story einen neuen Dreh: Um seinen Herren mitteilen zu können, wo er gefangen gehalten wird, schickt Alfred eine Geheimbotschaft per Rezept.

Er lässt sich Zutaten für ein bestimmtes Dreigänge-Menü besorgen und weil er weiß, dass die Gangster alles stehlen, kann er auch davon ausgehen, dass Batman und Robin ein paar von denen dabei erwischen werden. Da fragt man sich natürlich, wozu ihr Boss seine Million hat, wenn er seine Leute Lebensmittel klauen lässt. Aber sei’s drum – sonst könnte die Story nicht funktionieren.

Wenn Batman und Robin zum Essen kommen, wird Diät verordnet.

Bruce und Dick gehen Alfreds Rezepte durch und leisten knallharte Detektivarbeit, die nahe an Gedankenlesekunst grenzt. Sie finden Alfred und mischen die Missetäter ordentlich auf. Jetzt wäre es natürlich sehr cool, wenn Batman sagen würde: „Gentlemen, you have eaten well …“ (Preisfrage: Woher stammt das Zitat?) Doch Robin hat einen noch viel besseren Spruch auf Lager: „The feast is over–it’s time now for the famine!“ Die Diät wird mit Fäusten in die Magengrube verordet …

Beim ersten Mal hat sich Alfred noch selbst mit Speiseöl befreit, aber diese Variante der Geschichte ist dann, obwohl noch weiter hergeholt, doch viel cooler …

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Alfreds Tod und Auferstehung

Detective Comics #328 & 356 (DC Comics)

Titel: Gotham Gang Line-Up/The Inside Story of the Outsider

Autor/Zeichner: Bill Finger, Gardner Fox/Sheldon Moldoff, Bob Kane

Erschienen: 1964-1966 (Detective Comics #328, 356), Paperback 2006 (Showcase Presents: Batman Vol. 1 & 2), 2020 (Batman Allies: Alfred Pennyworth, nur #356)


Das Jahr 1964 war eine Zäsur für Batman: Nachdem die Figur immer alberner wurde, sich ständig in alles Unmögliche verwandelte und immer abgedrehtere Abenteuer mit kuriosen Schurken erlebte, war auf einen Schlag Schluss damit: Batman und Robin wurden in der realen Welt verankert und wurden viel ernster (Detective Comics #327).

Eine radikale Konsequenz dieses Hausputzes war, dass Alfred dran glauben musste. Schon in Detective Comics #328 (1964) stirbt er den Heldentod. Und das kommt so: Batman und Robin sind gerade außer Haus, als Commissioner Gordon die Bat-Hotline anruft und mitteilt, dass sich die Tri-State-Gang sich in Gotham City treffe. Alfred spielt wieder mal Detektiv und fährt einem Gangster (Paul Pardee) hinterher. Als das Dynamische Duo in der Bathöhle eintrifft, findet es eine Notiz von Alfred und folgt ihm zum Old Gotham Prison, einem verlassenen Gefängnis.

Dort beobachtet die Gang bereits die Eindringlinge per Kamera, lässt sie durch eine trügerische Treppe ins Verderben rutschen und fesselt sie. Klar: Batman und Robin müssen sterben. Nur: Wer darf die Ehre haben? Die Gangster breiten ihre Geschichten aus, wer der größte Leidtragende von ihnen ist. Doch kaum haben sie sich geeinigt, wendet einer ein: Die Todesart muss was ganz Besonderes sein! Dann sagt ein anderer: Später, wir haben noch was anderes vor. Und dann erfüllen sie Batman noch seinen letzten Wunsch, indem sie ihm verraten, was sie vorhaben.

Batman und Robin landen in einer Zelle, Alfred steckt auch schon in einer, aber sie wissen nichts voneinander. Sie befreien sich unabhängig voneinander, finden ihre jeweils leeren Zellen vor, gehen vom Schlimmsten aus und fahren aneinander vorbei zu dem Schauplatz des nächsten Raubes. Die Gang will einen alten Schatz ausgraben. Kaum sind sie da, fällt aus einem Bagger ein riesiger Felsbrocken auf das Dynamische Duo, Alfred kommt mit dem Motorrad angerast und rettet sie, kommt dabei aber selbst zu Tode.

Alfred opfert sich für Batman und Robin.

Bruce gründet später die Alfred Foundation, die sich zum Ziel setzt, die Menschheit zu verbessern. Und da taucht auch schon sein Ersatz auf: Dicks Tante Harriet klingelt an der Tür und kümmert sich um die beiden „Jungs“.

Alfred als Schurke Outsider

Alfred bleibt aber nicht lange tot. Denn inzwischen tut sich etwas in der realen Welt: Anfang 1966 beginnt die Batman-TV-Serie mit Adam West und löst die erste Batmania aus. Weil Alfred im Fernsehen eine wichtige Rolle spielt, muss er auch in die Comics zurück. Dafür denkt man sich bei DC eine Story aus, die noch hanebüchener ist als die vom Anfang der 60er.

DC Comics

Es beginnt mit dem Outsider, einem mysteriösen Schurken, den man zunächst nicht sieht, nur seine Grasshopper Gang für sich arbeiten lässt (Detective Comics #334) und sich am Ende am Telefon meldet, dass er es auf Batmans Leben abgesehen habe. Das passiert noch einmal mit einer falschen Hexe (Detective Comics #336), später lässt er sogar einen Batarang, das Batseil und das Batmobil lebendig werden und Batman angreifen (Detective Comics #340).

In Detective Comics #356 (1966) tritt der Outsider erstmals auf. Er kündigt sich an mit einer mysteriösen Lieferung. Bruce und Dick bekommen Kisten, in denen lebensgroße Puppen von Batman und Robin liegen. Sie verfolgen den Transporter, treffen wieder auf die Grashüpfer-Bande und finden Fingerabdrücke von Alfred. Der Outsider ist ein Mann mit weißer, schuppiger Haut und kurzen Hosen.

Er erklärt uns, dass er einst Alfred gewesen sei. Der Wissenschaftler Brandon Crawford hat zufälligerweise herausgefunden, dass in Alfreds Körper noch etwas Leben steckte und hat ihn mit Strahlung aufzuwecken versucht. Das ging aber nach hinten los, denn aus Alfred wurde der Outsider, das genaue Gegenteil seines alten Selbst, der statt Batman und Robin zu retten, sie lieber töten möchte. Der frühere Außenseiter Crawford verwandelte sich in Alfred, aber in einer katatonischen Trance. Der Outsider ist so nett, ihn in den Sarg zurück zu legen.

Und weil das noch nicht schräg genug ist, wird es noch schräger: Als das Dynamische Duo den Schurken findet, verwandelt er Robin in einen Sarg. „You are now your own death-trap!“ Doch Batman kann zum Glück das Schlimmste verhindern. Er legt den Outsider auf einen Apparat und verwandelt ihn mit Strahlung zurück in den guten alten Alfred. Auch Crawford wird wiederhergestellt und bekommt einen Job in der Wayne Foundation.

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Alfred mausert sich zum Detektiv

Alfred: Vom dicken Butler zum mageren Detektiv. (DC Comics)

„The ideal detective is athletic, light and swift in movement, graceful as a swan and utterly self-possessed in all circumstances!“

Alfred war nicht immer der, den man heute kennt. Es brauchte lange, bis er sich vom Butler zur Vaterfigur und zum Mädchen für alles mauserte. Nach ihrem ersten Auftritt wurde die Figur in den 40er-Jahren immer weiter entwickelt, allerdings noch als Comic Relief.

Anfangs hatte Alfred nicht einmal einen Nachnamen. Er war nur ein dicker, trampeliger Butler, der aber lieber Detektiv wäre. Als er einmal auf der Straße das Gespräch zweier zwielichtiger Gestalten belauscht, glaubt er, dass es sich um einen Erpressungsversuch handelt („Alfred Gets His Man“, World’s Finest #12, 1943). Er ergreift die Initiative und kommt zur Geldübergabe – natürlich undercover. Total unauffällig verkleidet mit Sherlock-Holmes-Mütze, Pfeife und Sonnenbrille …

Cover zu World’s Finest #12, Detective Comics #83 und 96 (DC Comics)

Leider stellt er sich dabei auch sonst nicht sehr geschickt an: Er bittet den Verdächtigen, mit ihm zur nächsten Polizeiwache zu kommen und das Geld mitzubringen. Der verpasst ihm einen Schlag auf den Kopf und entführt ihn mit dem anderen auf ein Schiff. Es wird klar: Die beiden sind Schmuggler. Sie wollen Alfred umbringen, aber stellen sich dabei kreativ an: Sie stellen einen Eimer mit gefrorenem CO2 auf und lassen ihn mit den aufsteigenden Dämpfen langsam ersticken.

Alfred befreit sich, ritzt ein Batsymbol in ein bemaltes Bullauge. Weil er auch noch zufällig ein Funkgerät mitgebracht hat, hören ihn Bruce und Dick, die gerade zufällig beim Tiefseefischen sind. Beim Versuch ihn zu befreien werden sie selbst gefangen genommen. Alfred hilft ihnen, sich zu befreien und sie werden zum Dynamischen Trio. Alfred will aber hinterher keinen Ruhm einheimsen. Er bleibt lieber anonym.

Alfred nimmt ab

Beim nächsten Mal („Accidentally on Purpose“, Detective Comics #83, 1944) erleben die beiden Alfred von einer ganz anderen Seite: beim Fitnesstraining. Er hat nämlich beschlossen, dass ein Detektiv auch körperlich gut in Form sein muss. Er fährt weg und macht eine Schlankheitskur. Bruce und Dick sind froh, mal das Haus für sich zu haben. Trotz seiner scheinbaren Untergebenheit kommandiert er die beiden nämlich mehr herum als sie ihn: „He’s a tyrant in his own way – and he’s clumsy as an elephant — but we’ll miss him“, sagt Bruce.

Alfred bringt sich in Form – beim Fitnesstraining. (DC Comics)

Beim nächsten Fall hilft ihnen Alfred wieder aus der Patsche, indem er sich tollkühn von hinten auf drei Gangster wirft. Allerdings erkennen ihn Batman und Robin zunächst nicht. Nicht nur weil er schlanker ist, auch weil er einen Schnurrbart trägt. Aber am Ende stolpert er wieder, als er das Essen serviert und dabei in seinem Detektiv-Ratgeber liest. Insofern bleibt er dann doch ganz der alte Trampel.

Alfred als Privatdetektiv

Alfred lässt aber nicht locker. Als Möchtegern-Detektiv erlebt er sogar eine Reihe von kurzen Solo-Abenteuern, die von 1944 bis 1946 in der Serie Batman erscheinen. Dabei löst der Tollpatsch seine Fälle stets mit mehr Glück als Verstand. Einmal trifft er im Batman-Kostüm auf Catwoman, macht ihr den Hof und verhaut sie am Ende, aber das ist eine andere Geschichte … („The Duped Domestics“, Batman #22, 1944).

Um seine Fähigkeiten zu erweitern, belegt er sogar einen Fernkurs in Kriminologie. Aber Batman und Robin lassen ihn trotzdem nicht bei sich mitmachen. „Sorry, Alfred – one doesn’t learn all there is to know about crooks by mail!“ – „Nor from books, either, Alfred.“ Auch dass er ihnen schon viele Male aus der Patsche geholfen hat, beeindruckt sie nicht.

Der frustrierte Butler nimmt also mal wieder einen Monat Urlaub und macht in der Stadt Middleton eine Privatdetektei auf („Alfred, Private Detective“, Detective Comics #96, 1945). Batman und Robin ziehen los gegen den Gangster Stoney Peters. Batman wird angeschossen. Peters haut ab – zufällig nach Middleton. Dort heuert er Alfred als Detektiv an, um einen Mann auszuspionieren, den er ausrauben will. Der naive Alfred lässt sich darauf ein und erkennt zu spät, dass seine Dienste für ein Verbrechen missbraucht worden sind. Nachdem er sich der Polizei erklärt, wird er eingesperrt.

Batman und Robin folgen Peters nach Middleton und finden Alfred im Gefängnis. Alfred will ihnen helfen und bricht aus, auch wenn er dabei beschossen wird. Ihm ist keine Gefahr zu groß im Dienste der guten Sache. Dann werden alle drei von den Gangstern wieder gefangen genommen und helfen sich wieder gegenseitig aus der Patsche. Am Ende ist Alfred der strahlende Held. Und: Endlich bekommt er in dieser Ausgabe einen Nachnamen. Er lautet noch Beagle. Pennyworth kommt erst viel später – in den 60ern.

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Hugo Stranges Todeswunsch

Batman, Robin, Hugo Strange

DC Comics

Titel: Batman & Robin: Interlude on Earth-Two

Autor/Zeichner: Alan Brennert/Jim Aparo

Erschienen: 1982 (The Brave and the Bold #182)


Auf Earth 2 bricht über Gotham City ein ungewöhnlich heftiger elektrischer Sturm ein. Dick Grayson sucht Ted Knight auf und zusammen gehen sie als Robin und Starman der Sache auf den Grund. Starman verliert seinen kosmischen Stab, da erscheint Hugo Stranges Gesicht am Himmel, der verkündet, Gotham mit dem Stab zerstören zu wollen.

Kurz darauf bringt ein Blitz den Batman von Earth 1 nach Earth 2, wo sein Gegenstück bereits tot ist, genauso wie dessen Frau Selina Wayne. Zusammen mit Robin versucht er, Strange aufzuhalten. Der Schurke legt derweil mit seinem Zerstörungswerk los. Als erstes jagt er per Fernsteuerung Catwomans alten Pantherjet auf die Menschen, dann einen Riesenkreisel (eine alte Waffe des Spinners), dann das alte Batmobil.

Der T-Rex in der Batcave erwacht zum Leben.

Zusammen mit Batwoman (die auf Batmans Welt tot ist) fliegen sie auf Whirlybats zur Bathöhle, wo der Dinosaurier zum Leben erwacht. Schließlich muss Batman gegen einen alten Batman-Roboter kämpfen. Am Ende taucht ein missgestalteter Hugo Strange auf, der nach seinem letzten Sturz mit einem Zeug behandelt wurde, mit dem er einst die Monster Men erschuf. Leider ging das schief, weshalb der Professor nur noch eine bemitleidenswerte Erscheinung ist.

Hugo Strange in der Bathöhle.

Hugo Strange in der Bathöhle.

Batman überzeugt ihn davon, nicht von Rachegelüsten, sondern bloß von einem Todeswunsch getrieben zu sein. Strange sieht es ein und löst sich selbst zu Staub auf. Zurück bleibt der bittere Nachgeschmack von Euthanasie …

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Batman bricht den Rekord

Batman and Robin Adventures Vol. 3

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol. 3

Autor/Zeichner: Ty Templeton, Hilary J. Bader, Kelley Puckett/Bo Hampton, Brandon Kruse, Joe Staton

Erschienen: 1997 (Batman and Robin Adventures #19-25, Annual #2), Paperback 2018


Wie viele Verbrecher schaffen Batman und Robin in einer Nacht? Bei der Polizei von Gotham schließt man Wetten ab. Bullock kommt zu spät, ihm bleibt nichts anderes mehr übrig, als auf 20 zu setzen. 20 böse Buben in einer Nacht? Unmöglich! Oder? – Solche pfiffigen Ideen machen nicht nur Batman: The Animated Series interessant, sondern auch die besten Ausgaben der Adventures-Comics. Mit dieser Story sind die Comics zur Abwechslung mal der Serie voraus.

Im letzten Band der Batman and Robin Adventures kommt auch Batgirl zum Zug. Allein darf sie mehrere Rätsel des Riddlers lösen und dabei ihren Vater befreien. Eine intelligente Story, die der sympathischen Heldin zu ihrem Recht verhilft. (Die Geschichte erschien auch auf deutsch in Batman & Superman Adventures #4, Dino Verlag.) Auch Huntress wird in diesem Band eingeführt, allerdings nicht so, dass man sie unbedingt wiedersehen will – die Figur bleibt ihrem Vorbild aus dem regulären Comics verhaftet.

Das dritte Highlight ist das Annual #2, in dem Batman mit Zatanna sich gegen einen Hypnotiseur helfen muss. Der lässt in Wayne Manor ein Amulett stehlen, das seine Kräfte verstärkt. Parallel dazu sehen wir in Rückblenden, wie Bruce als junger Mann dem Hypnotiseur begegnet ist, als er bei Zatara in die Lehre ging. Zwar erfindet die Geschichte das Rad nicht neu, aber allein die epische Breite, die hier eingeräumt wird, ist eine willkommene Abwechslung in dieser Sammlung von Kurzgeschichten.

Ansonsten bricht Two-Face wieder mal aus dem Knast aus, Killer Croc spielt Die Schöne und das Biest mit Summer Gleason und Poison Ivy hilft einem Jungen, der ein tödliches Gift absondert. Das ist mal mehr, mal weniger gelungen, und wenn man sich die Cover dazu ansieht, wünscht man sich, dass Ty Templeton die Geschichten selbst gezeichnet hätte.

Zum Schluss sinkt das Niveau leider enorm. 1997 kam der Film Men in Black in die Kinos und es jährte sich der angebliche „Roswell-UFO-Absturz“ zum 50. Mal. Da dachte man sich bei DC: Springen wir doch auf den Zug auf. Und so kam es auch – in der dämlichsten Form, die man sich vorstellen kann. Alle Klischees werden bedient und ins Absurde getrieben: Ra’s al Ghul wird von Aliens entführt, er übernimmt das UFO, entführt Batman, wirft ihn hinaus und will die Polkappen schmelzen. Batman überlebt und bekommt Besuch von zwei „Men in Black“. Es läse sich wie eine Parodie, wenn es denn wirklich lustig wäre. Aber das ist einfach nur Murks.

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Robin feiert Jubiläum mit Comic-Special

DC Comics

Am 6. März 2020 wird Robin 80 Jahre alt. Seinen ersten Auftritt hatte er in Detective Comics #38. Seitdem hat es viele Inkarnationen gegeben: Nach Dick Grayson gab es Jason Todd, Tim Drake, Damian Wayne und noch ein paar andere – sogar Mädchen. Auch wenn die Figur keinen Sinn ergibt: Robin gehört einfach zum Batman-Mythos dazu und seit Generationen versuchen die Autoren, sie sinnvoll erscheinen zu lassen.

Zu dem anstehenden Jubiläum hat DC nun ein Comic-Special angekündigt: Am 11. März 2020 soll ein Special im Prestige-Format erscheinen: Robin 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1. Ähnlich wie bei Action Comics #1000 und Detective Comics #1000 wird das Heft mehrere neue Kurzgeschichten enthalten, die ihren Titelhelden feiern.

Mit dabei sind Autoren und Zeichner wie Marv Wolfman, Tom Grummett, Chuck Dixon, Scott McDaniel, Devin Grayson, Dan Jurgens, Norm Rapmund, Tim Seeley, Tom King, Mikel Janin, James Tynion IV, Peter J. Tomasi, Judd Winick und weitere. Außerdem werden acht Variant Cover angeboten, passend zu jedem Jahrzehnt eines. Stammen werden sie von Jim Lee und Scott Williams, Julian Totino Tedesco, Dustin Nguyen, Kaare Andrews, Frank Miller, Jim Cheung, Derrick Chew und Yasmine Putri.

Das Special wird 9,99 US-Dollar kosten.

UPDATE 30.1.2020: DC hat den Erscheinungstermin um eine Woche, auf den 18. März 2020, verschoben.

Ergänzend dazu wird im März eine Neuauflage von Robin: Year One erscheinen, im April folgt Robin: The Bronze Age Omnibus. In dem 900-Seiten-Band werden folgende Storys enthalten sein:

  • Batman #192, #202, #203, #227, #229-231, #234-236, #239, #240-242, #244, #245, #248, #250, #252, #254, #259, #333, #337-339, #341-343
  • Detective Comics #390-391, #394, #395, #398-403, #445, #447, #450, #451, #481-485
  • Batman Family #1, #3 & #4-9 & 11-20
  • World’s Finest Comics #200
  • DC Comics Presents #31 & #58

Vor fünf Jahren hat DC bereits eine Anthologie mit einigen der besten oder wichtigsten Robin-Storys herausgebracht: Robin, The Boy Wonder: A Celebration of 75 Years.

>> Liste der Robin-Comics

Ein Kavalier taugt nicht zum Schurken

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Titel: The Cavalier of Crime/The Cavalier Rides Again/Laboratory Loot/Twenty-Ton Robbery

Autor/Zeichner: Don Cameron, Bill Finger/Bob Kane, Jack Burnley, Dick Sprang

Erschienen: 1943-1944 (Detective Comics #81, Batman #22, Detective Comics #89, Batman #26), Paperback 2018/2020 (Batman: The Golden Age Vol. 5-6)


„‚You can’t do monkey business with Batman!‘ — Is the first rule of the underworld!“

Gotham ist schon ein seltsamer Ort. Alle paar Wochen tauchen da irgendwelche Spinner im Kostüm auf und nerven alle mit ihren Ticks. Wie gut, dass man zwei andere Spinner dafür hat, sich darum zu kümmern. Eines Tages taucht ein Typ auf, der sich Cavalier nennt und an einen Musketier erinnert, aber ein Held ist er nicht. Aber ein Schurke auch nicht so richtig, weil zunächst nicht klar ist, was er überhaupt will.

Zuerst bittet er einen Jungen um seinen Baseball. Als er ihn nicht hergeben will, gibt er ihm drei neue dafür. Der Junge verlangt aber seinen zurück. Bruce Wayne und Dick Grayson sehen die Szene und statt den Gauner zu stellen, wie es sich für Bürger mit Zivilcourage gehört, ziehen sie sich zunächst um – und zwar in Rekordzeit. Vom Bruchteil einer Sekunde ist die Rede!

Bringt aber nix, denn der Cavalier entkommt. Der Ball trägt das Autogramm eines berühmten Pitchers Berry Berrigan. Der Cavalier lässt dessen Unterschrift fälschen, um an einen kleinen Baseballschläger aus einem Bankschließfach heranzukommen, darin steckt ein Schlüssel, um an Berrigans Trophäensammlung heranzukommen.

Der Cavalier hält das Dynamische Duo mit einem elektrischen Schwert in Atem, zum Schluss kämpft Batman mit einer Angel gegen ihn, besiegt ihn, aber der Cavalier nagelt Batman mit seiner Hutfeder fest und haut mit einem Motorrad ab.

Der zweite Versuch mit Diamanten

Was das alles sollte, erfährt man erst später, beim zweiten Auftritt des Schurken: Der Cavalier ist Mortimer Drake, ein reicher Bekannter von Bruce Wayne. Er hat sich schon mal einen Trophäenraum eingerichtet für die schönsten Schätze der menschlichen Kultur. Klar, wer hätte da nicht zuerst an Sport-Miniaturen gedacht?

Der Cavalier lockt Batman und Robin in eine Falle. In einem Antiquitätenladen legt er Batman mit dem Schwert herein. Als der es ihm wegnehmen will, bekommt er einen Stromschlag und landet in einer Kiste, Robin in einem Schrankbett. Für den Fall, dass sie herauskommen, lässt er in alter Schurkentradition einen Zettel mit einem Hinweis zurück.

Mit dem Entkommen hat er es ihnen leicht gemacht: Batman entdeckt, dass er in der Kiste des Magiers Houdin steckt, Vorbild für Houdini, und steigt an der Seite heraus. Das Duo folgt dem Hinweis zu Diamantenschleifern, wo der Cavalier ein paar dicke Klunker absahnen will. Der Schurke bereut sogleich, dass er den Zettel geschrieben hat, er hält die beiden Gegner mit Schnupftabak hin, aber die beiden haben leichtes Spiel gegen seine Bande. Der Anführer haut ab, die Beute bleibt zurück.

Batman stellt fest, dass die ganze Aufregung nicht nötig war, weil der Cavalier bloß Modelle gestohlen hat. So bleiben die Vitrinen in seiner Trophäenhalle leer. Der Cavalier ärgert sich, denn er hat es eben auf das Modell abgesehen. Was sollte das? Ein sehr schräger Vogel … Am Ende bleibt auch offen, warum sich Drake als Musketier verkleidet hat. Aber Batman fragt sich nur, wer der Cavalier wirklich sein mag. Der Erzähler verspricht, dass Batman noch Gelegenheit haben wird, das herauszufinden. Und das tut er auch beim nächsten Mal.

Vom Schreibmaschinendieb zum Wal-Entführer

Dann nämlich stiehlt der Cavalier eine neuartige Schreibmaschine (Detective Comics #89). Eine Schreibmaschine? Ja, und nicht mal eine Besondere. Allein für den Erfinder hat sie sentimentalen Wert. Der kostümierte Gauner scheint sehr verzweifelt nach etwas zu suchen, womit er seine leeren Vitrinen füllen kann. Im Labor wird seine Hand von einer Chemikale gefärbt – und die verrät Mortimer Drake später im Club, in dem auch Bruce abhängt. Das Geheimnis ist verraten, die Maske fällt, doch der Cavalier kann wieder entkommen – durch einen Schuss mit einer Gaspistole.

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Cavalier schnappt sich den Wal. (DC Comics)

Beim vierten Mal nimmt er eine neue Identität an: Albert Foster, aber das muss uns nicht weiter kümmern. Er versammelt eine neue Gang, sie alle verkleiden sich für ihren nächsten Raub als Cavaliere und entführen Robin. Nachdem Batman ihn aus der Todesfalle befreit hat, entführt der Cavalier einen Wal.

Wie bitte? Ja, genau: einen riesigen lebenden Wal – 20 Tonnen schwer. Der wird ungeachtet aller Tierschutzbestimmungen in einem viel zu engen Becken im Museum ausgestellt. Und der Schurke schafft es tatsächlich, dieses nicht gerade unauffällige Tier mit einem Laster wegzuschaffen, um ein Lösegeld zu erpressen. Dass er bis dahin aber für tonnenweise Fisch als Futter in Vorleistung gehen muss, klingt nicht nach einem besonders klugen Investment. Davon abgesehen: Welcher Wal dieser Größenordnung frisst schon Fisch? Dieser aber würde anscheinend sogar Robin verschlingen. Am Ende ist Zoologie auch gar nicht wichtig: Der Cavalier wird endlich geschnappt. Sein elektrisches Schwert, hier ein Degen, wird ihm zum Verhängnis, als ihn Batman mit Wasser bespritzt.

Und dann ist auch erst mal für lange Zeit Ruhe. Erst 1977 taucht der Cavalier wieder auf (Batman Family #10). Und dann noch einmal prominent im Jahr 1992, in Blades (Legends of the Dark Knight #32-34) – aber das ist ein ganz anderer, ein Konkurrent im Geiste von Bruces Jugendhelden Zorro und damit auch eine viel größere Herausforderung für Batman.

>> Batman 1939-1949

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels fehlten die Hinweise auf Detective Comics #89 und Batman #26. Das wurde ergänzt.


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Wiederholung und Variation

Batman and Robin Adventures Vol. 2

DC Comics

Titel: Batman and Robin Adventures Vol 2

Autor/Zeichner: Paul Dini, Ty Templeton/Brandon Kruse, Mike Parobeck u.a.

Erschienen: 1995-1996 (Batman and Robin Adventures #11-18, Annual #1), Paperback 2017


Wenn man Superheldencomics auf eine Formel bringen will, könnte man sagen: Es sind unendliche Geschichten. Und wenn etwas kein Ende hat, dann nur dank zweier Prinzipien: Wiederholung und Variation. Einerseits wollen Fans immer das Gleiche (und zwar bis zu einem Grad der Wiedererkennbarkeit), andererseits soll immer etwas Neues geboten werden. Das ist ebenso ein Widerspruch wie eine Gratwanderung. Da es zwar unendliche Möglichkeiten gibt, aber nur eben eine beschränkte Zahl an Ideen, bleibt das Meiste eben doch eher dem Altbekannten verhaftet und man bekommt mehr eine Wiederholung des Immergleichen.

So ist es auch mit dem zweiten Band von Batman and Robin Adventures. Die größte Story ist eine Fortsetzung des Animationsfilms Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom). Das Phantom (Bruce’s Geliebte Andrea) wird zur Heldin, indem sie ihn vor einer katzenartigen Attentäterin (Kitsune) und einem anderen Schurken bewahrt. Gebraucht hätte es das nicht unbedingt.

Des Weiteren gibt es ein Wiedersehen mit Man-Bat in der Bahöhle, Scarecrow versucht mal wieder mittels Fernsehen Angst zu verbreiten (Achtung: Sozialkritik!), Catwoman lässt sich mal wieder mit einem Catman auf Beutezüge ein, der Mad Hatter versucht wieder das Herz seiner Alice zu gewinnen und Harley Quinn versucht mal wieder Joker zum Lachen zu bringen, was sogar ganz lustig ist, aber bei Mad Love viel lustiger war. Alles schon mal gesehen, unterhaltsam allenfalls als Gutenachtlektüre.

Zwei Geschichten stechen heraus, indem sie etwas Neues bieten: Wir bekommen einen anderen Bane zu sehen, der sich ohne Venom geläutert glaubt und zum Helden werden will, indem er Rupert Thorne tötet. Und schließlich ist da noch eine Geschichte ohne irgendwelche bekannten Schurken: In Dagger’s Tale erzählt ein Häftling einem anderen, wie in Batman in den Knast gebracht hat. Das ist mal etwas Ungewohntes, eine andere, frische Perspektive, die sogar eine nette kleine Moral am Ende hat. Eine typische Kurzgeschichte, bei der der Held am Ende etwas klüger ist. Davon bitte mehr.

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Bruce Wayne verliert Dick Grayson

batman #20 1943

DC Comics

Titel: Bruce Wayne Loses Guardianship of Dick Grayson

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Batman #20), Hardcover 2015 (Robin, The Boy Wonder: A Celebration of 75 Years), Paperback 2018 (Batman: The Golden Age Vol. 5)


„Bruce Wayne lost Dick, but the Batman can bring him back again!“

Seit Jahren kümmert sich Bruce Wayne um das Waisenkind Dick Grayson. Beide haben ihre Eltern durch Mord verloren. Seitdem eint die beiden auch ein gemeinsames Hobby: Verbrecherjagen im Kostüm. Plötzlich aber taucht George Grayson auf, der behauptet, der Onkel von Dick zu sein, zusammen mit dessen angeblicher Tante beansprucht er das Sorgerecht. Es soll der letzte Wille des Vaters gewesen sein, dass George sich um Dick kümmert. Warum sie sich nicht früher gemeldet haben? Sie seien auf Europatournee gewesen, heißt es.

Bruce Wayne zieht vor Gericht. Aber alle Millionen auf dem Konto nützen nichts, wenn ihm ein zweifelhafter Ruf als Playboy vorauseilt. Bruce kann natürlich nicht dem Richter sagen, dass es sich nur um Fassade handelt, um Batman sein zu können. Also geschieht das Unglück: George Grayson bekommt das Sorgerecht.

Batman muss alleine gegen die Bande von Gangster Fatso Foley losziehen. Entmutigt, lustlos, nachlässig vermöbelt er die Gauner. Ohne Robins Kalauer macht es eben keinen Spaß. (Seltsam, dass es bei diesem ernsten Geschäft, das dazu dienen soll, den Mord an den Eltern zu rächen, plötzlich um Entertainment geht.) Da taucht plötzlich doch Robin auf und rettet ihm den Kopf. Schnell ist der Lebensmut wieder da.

Bald zeigt George Grayson sein wahres Gesicht: Er hat das Sorgerecht nur eingeklagt, um Bruce Wayne erpressen zu können. Eine Million Dollar verlangt er, um Dick Grayson wieder herauszurücken. Doch dann fällt Bruce ein, dass er als Batman nicht nach den Regeln spielen muss – schon gar nicht nach denen der Gauner. Batman will von George Grayson ein Geständnis erpressen und ihn zum Abhauen zwingen. Grayson willigt ein, bittet aber um eine Stunde, um mit seiner Komplizin die Koffer zu packen. Batman ist so naiv, sie ihm zu geben, und als er wiederkommt, hat George bereits Fatso Bescheid gesagt. Batman wird (wieder mit einem Schlag auf den Hinterkopf, er lernt es nie) überwältigt und in eine Hochdruckkammer gesteckt.

Während der Druck in der Kammer steigt und Batman kaum noch atmen kann, kriegt Alfred einen Anruf von George und versucht herauszufinden, wo Batman stecken könnte. Alfred fährt erst mal zu Dick und holt ihn aus dem Bett, dann knocken sie einen von Fatsos Komplizen aus, bringen ihn in ein Versteck, fesseln ihn und verhören ihn, während sich Batman – obwohl fast erstickt – mit dem Sterben glücklicherweise ebenso viel Zeit lässt.

Alfred und Dick befreien Batman. Ein Schirm des Pinguins ist dabei ziemlich hilfreich. Hinterher ist Vorsicht geboten: Der Druck in der Kammer muss langsam reduziert werden, damit Batman nicht explodiert. Am Ende fliegt George auf, er landet wieder vor Gericht, aber weil Dick seinen Onkel nicht verklagt (völlig unverständlich!), lässt ihn das Gericht laufen. Unglaubwürdig, aber so kann Bruce ihn wenigstens mit einem Arschtritt aus der Stadt jagen.

Und klar: Bruce übernimmt wieder die Vormundschaft für Dick – auch weil Batman beim Richter ein gutes Wort für ihn eingelegt hat. Wenn der Richter nur wüsste, dass Wayne Batman ist und mit seinem Hobby ständig ein Kind in Lebensgefahr bringt, würde das Ende wohl anders ausfallen.

>> Batman 1939-1949

Die Luftnummern des Puzzlers

Batman und Robin gefangen im Heißluftballon

Titel: The Puzzles Are Coming/The Duo is Slumming (Über den Wolken)

Drehbuch: Fred De Gorter

Erschienen: 1966 (Batman S02E31-32)


Gordon und O’Hara rätseln über ein Modellflugzeug

Ein kleines Modellflugzeug kommt in Commissioner Gordons Büro geflogen, darin ein Zettel mit einem Rätsel. Dahinter kann nur … der Puzzler stecken! Puzzler? Nie gehört. Das war mal ein Superman-Schurke, zuerst aufgetaucht in Action Comics #49, 1942. Aber was hat der mit Batman zu tun? Ganz einfach: Der Riddler war gerade nicht verfügbar, weil Frank Gorshin mehr Geld für seine Rolle wollte und solange die Verhandlungen liefen, machten die Autoren aus Riddler eben Puzzler. Leider.

Puzzler wünscht guten Flug.

Denn der Schurke ist so lahm wie die Handlung: Ein steifer älterer Herr mit Fliege, der mit Rätsel-Luftballons operiert, ein Flugzeug stehlen will und in jeder Szene Shakespeare zitiert – selbstverständlich inklusive Stellenangabe, so will es ein altes Filmgesetz (auch wenn die Bibel zitiert wird, kennen alle Kapitel und Verse auswendig). Seine Tricks sind lauter Luftnummern.

Gegen manche Gefahren gibt es kein Gegenmittel.

Batman und Robin werden durch einen Haufen Luftballons aufgehalten und sie lösen Rätsel, die keine sind, mit Lösungen, auf die niemand kommt. Es ist so weit hergeholt, dass man sich als Zuschauer veralbert fühlt. Es fehlen leider die zündenden Gags und absurden Einfälle. Man merkt: In der Serie läuft sich die Routine bereits tot.

Die Höhepunkte sind spärlich:

Highlight 1: Die Todesfalle. Batman und Robin werden vom Puzzler in einen Heißluftballon gesteckt. Wenn er bei 6000 Fuß Höhe angekommen ist, fallen sie herunter. Doch zum Glück hat einer von Puzzlers Handlangern seinen Kaugummi in den Korb geworfen. So kann Robin damit das Barometer verkleben. Und weil er zufällig noch Vogelgesang imitieren kann, lockt er einen Vogel herbei, der ein Loch in die Ballonhülle pickt und sie langsam sinken lässt. Und was machen Batman und Robin, als sie unten ankommen? Sie befreien sich gegenseitig von den Fesseln. Hätten sie das nicht sofort machen können?

Robin leidet unter einem schweren Gegner

Highlight 2: Ausnahmsweise sind die Actionszenen mal lustig choreografiert. Batman und Robin schlagen simultan zu und bilden dabei symmetrische Figuren. Leider muss der arme Robin ertragen, wie sich ein dicker Typ auf ihn draufsetzt, später wird er in eine Turbine gesteckt. Warum? Eines der vielen unlösbaren Rätsel dieser Folge …

Bat-Stethoskop: Wo hat Batman seine Ohren?

Highlight 3: Batman horcht einen Käfig mit dem Bat-Stethoskop ab und man fragt sich, wo Batman seine Ohren hat.

Bat-Family mit Luftballons

Highlight 4: Am Ende pustet die ganze Batman-Familie Luftballons auf.

Batman, Robin & Santa Claus

Lowlight: Beim Fassadenklettern begegnen Batman und Robin Santa Claus. Er und Batman wünschen allen frohe Weihnachten. Doch sonst kommt während der Folge keine Stimmung auf, weil auch niemand ein Wort über das anstehende Fest verliert. In diesem Gotham herrscht ewiger Sommer.