Der große Batman-Ausverkauf

DC Comics

Titel: The Day Batman Sold Out/Alfred’s Mystery Menu

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1967 (Batman #191)


„Bat-Auction! Everything Must Go!“ – Was ist das? Batman versteigert seinen ganzen Kram? Alles muss raus? Ist das ein Witz? Nein, denn sonst würden Dick und Alfred nicht bittere Tränen darüber vergießen. Es passiert wirklich. Und das kommt so:

Batman hält den glatzköpfigen Gauner Ira Radon auf, der mit radioaktiven Isotopen Raubzüge begeht. Wie genau das abgeht, fragt mich bitte nicht, es wird auch nicht erklärt und es ist auch egal. Dem Gauner ist es aber nicht egal. Er findet es unfair, dass seine Karriere als größter radioaktiver Verbrecher der Welt so schnell vereitelt wird. Ja, das Leben ist halt nicht fair … Als der Mann Batman angreift, wirft ihn Batman dank seiner „Kata Guruma Judo“-Technik in eine Reaktorkammer. Angeblich unabsichtlich, aber da ist der Schaden schon angerichtet.

Radon wird verstrahlt, überlebt aber gerade so. Er darf nur nicht mehr stehlen. Denn die Aufregung würde eine Reaktion in seinem Körper verursachen, die ihn sterben ließe. Kurz gesagt: Er ist allergisch gegen Diebstahl. Also schwört er Rache. Das scheint offenbar besser für die Nerven zu sein.

Ein paar Monate später ist es soweit: Batman verkündet plötzlich das Ende seiner Karriere (nicht zum ersten Mal) und verhökert Batarang, Batrope und Kostüme an die Meistbietenden. Alte Erzfeinde wie Pinguin und Joker ärgern sich, dass sie selbst nicht mehr zum Zuge kommen, Batman umzulegen.

Die Erklärung für diese rätselhafte Aktion: Ira Radon hat Batmans Arbeitsmittel verstrahlt und wenn er sie noch einmal benutzt, stirbt er, weil sein Körper bereits genug indirekter Strahlung ausgesetzt ist. (Was natürlich physikalisch gesehen hochgradiger Blödsinn ist.)

Ton schützt vor Radioaktivität: Batman als Clayface.

Doch Batman ist ein schlauer Fuchs: Er hat natürlich alles selbst über die Wayne Foundation kaufen lassen, nur der Batarang wurde von einem Fremden ersteigert. Ira Radon schöpft keinen Verdacht, aber er will den Fremden kennenlernen. Doch dann trifft er auf eine Clayface-artige Gestalt – die sich als Batman im Schutzanzug herausstellt. Wieder kommt der Judo-Trick zum Einsatz, wieder gerät Radon selbst in seine eigene Strahlung. Nur diesmal nimmt es ein böses Ende mit ihm.

Alfred wird entführt

In der zweiten Story wird Alfred mal wieder entführt. Ein Gangsterboss veranstaltet nämlich ein Festessen für seinen Millionaire Mobster Club und braucht einen guten Koch. Fachkräftemangel war offenbar schon immer ein Problem, andernfalls kann ich mir nicht erklären, warum er ausgerechnet einen Butler zum Kochen heranschafft. Wem die Geschichte bekannt vorkommt, der irrt nicht: Die Idee stammt aus The Secret Life of Batman’s Butler (Batman #68, 1951). Doch diesmal bekommt die Story einen neuen Dreh: Um seinen Herren mitteilen zu können, wo er gefangen gehalten wird, schickt Alfred eine Geheimbotschaft per Rezept.

Er lässt sich Zutaten für ein bestimmtes Dreigänge-Menü besorgen und weil er weiß, dass die Gangster alles stehlen, kann er auch davon ausgehen, dass Batman und Robin ein paar von denen dabei erwischen werden. Da fragt man sich natürlich, wozu ihr Boss seine Million hat, wenn er seine Leute Lebensmittel klauen lässt. Aber sei’s drum – sonst könnte die Story nicht funktionieren.

Wenn Batman und Robin zum Essen kommen, wird Diät verordnet.

Bruce und Dick gehen Alfreds Rezepte durch und leisten knallharte Detektivarbeit, die nahe an Gedankenlesekunst grenzt. Sie finden Alfred und mischen die Missetäter ordentlich auf. Jetzt wäre es natürlich sehr cool, wenn Batman sagen würde: „Gentlemen, you have eaten well …“ (Preisfrage: Woher stammt das Zitat?) Doch Robin hat einen noch viel besseren Spruch auf Lager: „The feast is over–it’s time now for the famine!“ Die Diät wird mit Fäusten in die Magengrube verordet …

Beim ersten Mal hat sich Alfred noch selbst mit Speiseöl befreit, aber diese Variante der Geschichte ist dann, obwohl noch weiter hergeholt, doch viel cooler …

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