Comic

Tödliche Trophäensammlung

The Thousand and one Trophies of Batman (DC Comics)

Titel: The Thousand and One Trophies of Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Bob Kane

Erschienen: 1950 (Detective Comics #158)


Batman und Robin müssen nicht nur Nacht für Nacht das Verbrechen bekämpfen und neue Gadgets wie Batmobile und Batplanes bauen, sie pflegen auch ihre Trophäensammlung in der Bathöhle. So ein Riesenpenny will nun mal gereinigt werden. Mittlerweile, im Jahr 1950, ist die Sammlung auf 1000 Stücke angewachsen, obwohl Batman gerade einmal seit zwölf Jahren im Dienst ist und nur rund 400 Abenteuer erlebt hat. Offenbar wurde den Lesern bis dahin die Hälfte vorenthalten. Egal.

Während Batman und Robin Riesendino und Riesenschachbrett betrachten und in Erinnerungen an ihre vergangenen Fälle schwelgen, ruht das Verbrechen nicht. Die beiden werden zum Hafen gerufen, wo der Gauner namens Dr. Doom Juwelen in ägyptischer Kunst nach Gotham zu schmuggeln versucht. Als er entlarvt wird, springt er ins Wasser, wo er sich verstecken kann, weil er einen Zigarettenhalter als Schnorchel benutzt. Das Dynamische Duo denkt nicht mal daran, hinterherzuspringen.

Sarkophag wird Trophäe 1001

Dann wird Batmans Sammelwut ihm zum Verhängnis: Obwohl er kaum etwas zu tun hatte, bittet er Gordon darum, einen Sarkophag als Trophäe mitnehmen zu dürfen. Klar, warum nicht? Beweismittel werden überbewertet. Doch bevor die beiden zurückfahren, steigt Dr. Doom aus dem Wasser, klettert heimlich in einen Sarkophag und lässt sich so im Batmobil in die Bathöhle bringen.

Wer den Cent nicht ehrt: Der Riesenpenny fällt auf Robin. (DC Comics)

Während sich die Helden über Trophäe Nr. 1001 freuen, bereitet Dr. Doom seine Rache vor: Er präpariert die Trophäen so, dass sie für Batman und Robin zur Todesfalle werden. Und kaum kehren sie zurück, schießen ihnen Riesenwürfel entgegen. Dann erschlägt der Riesenpenny fast Robin, eine Harpune erschießt beinahe Batman. Schließlich klettert der Schurke in den Riesendino (der hier sonderbarerweise kein T-Rex, sondern eine Art Brachiosaurier ist) und lässt den Roboter auf die beiden losgehen.

Die Helden kappen die Leitungen, Dr. Doom wirft eine Granate und versteckt sich im Sarkophag. Zum Glück kann Batman sich und Robin mit einem Miniaturhaus vor der Explosion schützen. Doch danach lässt sich der Sarkophag nicht mehr öffnen und Dr. Doom erstickt. Trophäe Nr. 1001 bleibt eine mit Einlage und der Tod wird zum ständigen Gast in der Bathöhle. Auch Pietät wird offenbar überbewertet …

>> Batman 1950-1959


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Zum tausendsten Mal Batman: Detective Comics #1027

Detective Comics #1027 von Andy Kubert (DC Comics)

Man muss nicht abergläubig sein, um zuzugeben, welche Macht Zahlen auf uns haben. Schlaue Marketing-Leute wissen das. Und so feiern wir nicht nur mittlerweile alle fünf Jahre ein Batman-Jubiläum, auch jede runde Heftnummer wird schon zu einer Jubiläumssonderausgabe aufgeblasen, auch wenn eine #50 heute nur noch halb so viel wert ist wie noch im 20. Jahrhundert, da Batman und Detective Comics immer noch zweiwöchentlich erscheinen, aber dafür hebt man sich dann „Batmans Hochzeit mit Catwoman“ auf. Batman #100 muss natürlich auch was Besonderes sein. Und Detective Comics #1000 fiel im vergangenen Jahr mit Batmans 80. Jahrestag zusammen. Und dieses Jahr ist sogar Nummer #1027 144-Seiten stark. Warum? Weil es Batmans 1000. Aufritt in der Serie ist (die Nummern 0 und 1.000.000, sowie 23.1-4, Annuals und Specials natürlich nicht mitgezählt).

Die Idee ist nicht neu: Bereits 1991 wurde Detective Comics #627 mit drei Nacherzählungen von The Case of the Chemical Syndicate (Detective Comics #27, 1939) gefeiert. Jetzt also zwölf ganz neue Kurzgeschichten von der Crème de la Crème der Branche, übliche Verdächtige wie King, Snyder, Tomasi und Tynion, Veteranen wie Bendis, Morrison, Wolfman, Jurgens und Rucka, aber auch Batman-Neulinge wie Matt Fraction sowie die beiden Autorinnen (!) Mariko Tamaki und Kelly Sue DeConnick dürfen je eine Story beitragen. (Ganz zu schweigen von den fähigen Zeichnern.)

Mal wieder Joker

Jeder Autor widmet sich einer anderen Facette des Dunklen Ritters: Brian Michael Bendis lässt Batman sich mit der Batman-Family als Detektiv betätigen, Greg Rucka lässt seine Gotham-Central-Zeit wiederaufleben, indem er den Werdegang einer jungen Polizistin in Gotham erzählt, die nicht nach den Regeln spielt – und (wie oft in der Serie) von Batman gerettet wird. In Ghost Story trifft Batman mit Robin auf Deadman, in einer anderen prügelt er sich mit Dr. Phosphorus (gezeichnet von Walter Simonson) und Marv Wolfmans Beitrag ist nicht mal eine Erwähnung wert.

Und was kommt von den Neulingen? Kelly Sue DeConnick zeigt, wie Bruce Wayne beim Golfspielen geschickt gegen Korruption vorgeht – auf jeden Fall eine der stärkeren Geschichten. Fraction erzählt, wie der Joker Batman jedes Jahr ein Geburtstagsgeschenk überreicht. Die Pointe: Joker selbst ist das Geschenk – in ewiger Verbundenheit. Diese Tatsache beweist auch die letzte Story in dem Heft, einem Tie-in von Mariko Tamaki zum Joker War. Ohne Joker geht es nicht mehr, wir erleben derzeit eine regelrechte Joker-Flut und nach meiner Meinung läuft es sich tot. Weniger Joker wäre mehr. Andere klassische Schurken hätten mehr Aufmerksamkeit nötig.

Batmans Vorläufer und Vorbilder

Peter J. Tomasi macht es so, wie es nicht sein sollte: Seine Story von Batman in einer Todesfalle dient nur zum Anlass, seitenweise Pin-ups von Batmans Rogue-Gallery aneinanderzureihen. Damit werden die Figuren wie so oft in letzter Zeit zu bloßen Statisten degradiert. Ähnlich ist es mit Scott Snyders As Always, wo es darum geht – aufgehängt am Symbol des Bat-Signals – Batmans Rolle als kosmischen Kämpfer an der Seite der Justice League darzustellen. Hauptsache, es kommen alle anderen auch mal vor. Dan Jurgens deutet mit Generations: Fractured das nächste Event an, in dem die Zeit (schon wieder) aus den Fugen gerät und Batman in sein Ur-Kostüm von 1939 schlüpfen lässt. Die Welle der Nostalgie rollt immer weiter, in ewiger Retro-Schleife … (siehe auch Zero Year)

All diese Häppchen lesen sich schnell weg und sind ebenso schnell wieder vergessen. Was bleibt aber hängen? Vielleicht höchstens Grant Morrisons Detective #26, eine schöne Hommage an Batmans Vorbilder (bzw. Vorläufer): Ein Mann in Gotham beschließt, in Anlehnung an den Crimson Avenger und The Shadow, zum maskierten Rächer Silver Ghost zu werden – bis ihm dann ein Kerl in Fledermauskostüm zuvorkommt. Damit greift Morrison geschickt die Prämisse von der Batman TAS-Episode Beware of the Gray Ghost (Das graue Phantom) wieder auf, indem er darstellt, dass Batman selbst nur zusammengesetzt ist aus verschiedenen Versatzstücken – von Zorro bis Sherlock Holmes, von Leonardo bis The Bat Whispers.

Detective Comics #1027 bietet also viele Seiten fürs Geld, darunter auch viele prächtig gezeichnete, mit einer Reihe wunderbarer Pin-ups (Lee Bermejo ehrt die ersten Batman-Serials!), aber am Ende ist es doch nur eine weitere aufgeblasene Jubiläumsausgabe, die bloß viel Luft bietet – besonders nach oben.

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Rätsel über Rätsel

Batman & Robin vs. Riddler im Museum

DC Comics

Titel: Riddler on the Rampage

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Ernie Chan

Erschienen: 1976 (Batman #279)


Im Knast gehen die Lichter aus. Es gibt einen Aufstand. Man ruft Batman. Er schlägt die Aufsässigen nieder – doch der Riddler entkommt. Natürlich nicht, ohne ein Rätsel zu hinterlassen. Trotz seiner mentalen Blockade, kündigt der Riddler an, hat er gelernt, mit Batman umzugehen. Er will ihn überfluten mit Rätseln, Rätseln in Rätseln in Rätseln – und das in einem Takt, mit dem Batman nicht hinterher kommt. (Mir ist nicht klar, wie sich dieser von allen bisherigen Plänen unterscheidet, aber sei‘s drum.)

Wie gut, dass der Dunkle Ritter diesmal von Robin unterstützt wird, der immer noch keine Gelegenheit zum Kalauern auslässt. Doch auch der Riddler ist nicht allein: Gleich zwei von denen konfrontiert das Dynamische Duo in einer Uhrenausstellung. Das sind allerdings nur Handlanger, die Gummimasken tragen. (Wozu eigentlich, wenn die Domino-Maske ihre Identität verbergen müsste?)

Soll ich euch wirklich mit den Einzelheiten der Schnitzeljagd langweilen? Nein, daher lieber nur so viel: Der Riddler versucht zuerst, ein Modellschiff zu stehlen und vollbringt das Kunststück, durch ein Bullauge zu entkommen, es folgen ein Feuerwerk in Fragezeichenform und eine Schlange – und es endet in der ägyptischen Abteilung des Kunst-Museums. Riddlers genialer Plan geht mal wieder nicht auf, wohl auch weil ihm zum Schluss die Luft ausgeht.

Ach ja, und wir lernen: Traut niemals Museumswachleuten, die zu zweit kommen (denn unterfinanzierte Museen haben, wie es sich gehört, jeweils nur einen).

Daher gibt’s zum Schluss als Trost noch ein Panel, das (nicht nur) aus dem Kontext gerissen, Batman und Robin wie Spanner aussehen lässt. Aber immerhin sehen wir: Superhelden sind auch nur Menschen.

Batman & Robin

Batman und Robin bewundern das andere Geschlecht. (DC Comics)

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Batman als Raumpilot im Jahr 2050

Batman & Robin in Bat-Ship

DC Comics

Titel: Batman In the Future

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1950 (Batman #59), Hardcover 2019 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 7)


Hin und wieder unternehmen Bruce Wayne und Dick Grayson auch mal Zeitreisen. Dazu lassen sie sich (nicht zum ersten Mal) vom Psychiater Carter Nichols hypnotisieren und der versetzt sie dann auf wundersame Weise in die Vergangenheit. Nachdem sie mal wieder den Joker festgenommen haben, fragen sie sich: Wie kommt es, dass der Joker so ist, wie er ist? Vielleicht liegt es in der Familie, denn der behauptet selbst, aus einer Familie von Clowns zu stammen. Um herauszufinden, wie man den Joker rehabilitieren kann, wollen Batman und Robin 100 Jahre zurückversetzt werden. Doch der Psychiater bringt sie aus Versehen 100 Jahre in die Zukunft.

Im Jahr 2050 ist das Sonnensystem besiedelt und man leistet sich Rennen durchs Weltall mit Raketen – das Übliche also. Das Ungewöhnlichste an dieser Zukunft ist aber, dass der Joker ein Gesetzeshüter ist. Dieser Nachkomme hat allerdings rätselhafterweise ebenfalls ein weißes Gesicht, rote Lippen und grüne Haare. Er ist auf der Suche nach einem Saboteur von Raketen.

Batman und Robin helfen ihm dabei, indem sie sich in einer Raketenfabrik ans Fließband stellen und als Mechaniker betätigen. Um ihre Geheimidentitäten zu wahren (falls mal jemand in ihre Zeit kommt), tragen sie ihre Masken und Kostüme – Batman gibt sie als Arbeitsschutz aus … Eine Woche vergeht. Dann retten sie den Fabrikleiter, bekommen zum Dank ein eigenes Schiff, das Bat-Ship, und können so ihre Mission erfüllen.

Da leuchtet plötzlich Bat-Signal von der Erde auf den Mond – überdeutlich zu sehen. Wie groß und stark müsste so eine Lampe wohl sein, um das zu schaffen? Egal. Es macht auf jeden Fall einiges her für ein prächtiges, ikonisches Cover. Batmans Licht der Gerechtigkeit strahlt über die Erde hinaus. Und das ist es auch, was von dieser kuriosen Geschichte im Gedächtnis bleibt. Dass sich der Saboteur durch radioaktiven Staub verrät, der im Dunkeln leuchtet – das ist eher nicht der Rede wert.

>> Batman 1950-1959

Fluch des Weißen Ritters, Segen für die Leser

Batman: Curse of the White Knight

DC Comics

Titel: Batman: Curse of the White Knight (dt. Der Fluch des Weißen Ritters)

Autor/Zeichner: Sean Murphy

Erschienen: 2019-2020 (#1-8), Hardcover 2020


Neulich habe ich folgendes Zitat von Comic-Autor Garth Ennis (The Boys, Preacher) gefunden: „I find most superhero stories completely meaningless“, sagte er bereits 2012 auf SciFiNow. „You’re never going to see any real growth. The stories can’t end, so they’ll never mean anything.“ So ist es leider auch oft mit Batman: Was sich innerhalb der Continuity abspielt, ist selten von echter Tragweite. Was auch immer geschieht, man kehrt doch immer wieder zum Status quo zurück. Selbst ein „Tod in der Familie“ ist bedeutungslos geworden, weil er früher oder später rückgängig gemacht wird. Das liegt in der Grundstruktur endloser Geschichten: Sie müssen immer weitergehen. Daher wird Personal nicht verheizt.

Anders hingegen ist es bei Storys, die für sich stehen – unabhängig von Continuity. Sean Murphys Miniserie White Knight ist in den vergangenen Jahren das beste Beispiel dafür. Einerseits stark traditionsbewusst, andererseits radikal anders. Die 80-jährige Batman-Geschichte verwendet er nur als Vorlage für einen Remix, um etwas Neues zu schaffen. Dieses Erfolgsrezept hat er mit Curse of the White Knight fortgeschrieben.

Batman trifft Azrael

Der Joker kommt wieder frei und setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, um Batman endgültig fertigzumachen. Hinter ihm steht eine ominöse Frau namens Ruth, die im Auftrag von Gothams Elite einen neuen Batman erschafft, der den alten ersetzen soll: Azrael. Hinter der Maske steckt der alte Kriegsveteran Jean-Paul Valley, der nur mitmacht, weil ihm eine bessere Krebstherapie versprochen wird. Doch die Geschichte geht noch viel weiter zurück: Wir erfahren von einem alten Familiengeheimnis der Waynes, die bis zur Gründung von Gotham zurückreicht und auch den Orden von St. Dumas betrifft.

Batgirl, Azrael, Joker by Sean Murphy

Cover zu Curse of the White Knight (DC Comics)

Keine Sorge: Ich werde nicht zu viel verraten. Nur so viel sei gesagt: Es geht zur Sache – und zwar heftig. Wertvolle Dinge werden zerstört und es gibt viele Tote, darunter sehr bekannte Figuren. Batman macht sich in den eigenen Reihen Feinde, steht isoliert da, will wie immer den einsamen, selbstlosen Märtyrer spielen. Mit der Masche übertreibt es Batman aber, dass es mitunter nervt. Wie üblich zweifelt er an seiner Rolle als Batman, will sie aufgeben, aber dass ihn das dunkle Familiengeheimnis nicht mehr ein Wayne sein lassen will, geht dann doch in Sachen Melodrama zu weit.

Fortsetzung mit Harley Quinn

Aber ansonsten ist Curse of the White Knight ein würdiger, weil radikaler Nachfolger. Der Autor verspricht, in seinem Universum konsequent zu bleiben: Wer tot ist, bleibt tot, lautet eine von Sean Murphys Regeln. Und damit schockieren die Ereignisse umso mehr. Und bei der Rasanz seiner Geschichte bleibt kaum Zeit, das alles zu verarbeiten. Als Leser bleibt man mit der Frage zurück: Wie soll das alles noch weitergehen?

Im Oktober geht es zunächst weiter mit dem Sechsteiler Batman: White Knight Presents Harley Quinn. Murphy hat die Figur extrem weiterentwickelt, von der nervigen Psychopatin und Punk-Göre zu einer klugen, nachdenklichen und empathischen Frau, die jetzt sogar Mutter von Zwillingen ist. Außerdem sind Spin-offs zu Nightwing und Batgirl geplant.

Neue Vorgeschichte für Mr. Freeze

In Curse of the White Knight ist bereits der Tie-in Von Freeze enthalten, der Victor Fries‘ Familiengeschichte aus dem Dritten Reich nacherzählt. Auch hier beweist Sean Murphy nicht nur den Mut, altbekannte Charaktere radikal neu zu denken, sondern sie auch in ein ernsthaftes historisches Setting zu versetzen. Eine starke Story, wären da nicht die sperrigen Zeichnungen von Klaus Janson – sorry, bin kein Fan. Vor allem im Vergleich zu Murphys genialem dynamischen Stil kann der Altmeister nicht mithalten.

Damit erweist sich der zweite White-Knight-Band als Segen für die Leser. Er zeigt, wie man Superhelden heute erzählen muss: Als Geschichten, die sich weiterentwickeln, die Konsequenzen haben und darin auch konsequent bleiben. Nur so erhalten sie Bedeutung, nur so kann man mitfiebern, wenn man merkt: Die Risiken, die Helden eingehen, sind erst dann welche, wenn alles auf dem Spiel steht. Solchen Storys gehört die Zukunft, denn sie bleiben in Erinnerung. Damit ist Murphys White-Knight-Saga immer noch das Beste, was man heute an Batman-Comics bekommt.

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Wie Batman nach Deutschland kam

Erste Auftritte von Superman und Batman in Deutschland („Buntes Allerlei“ 42, 1, 11, Aller-Verlag)

Wann kam Batman eigentlich zum ersten Mal nach Deutschland? Das war 1954 – also erst 15 Jahre nach seinem ersten Erscheinen in Detective Comics #27. Der Aller-Verlag hatte in seiner Serie Buntes Allerlei bereits im Vorjahr Superman zum ersten Mal in Farbe auftreten lassen. (Den ersten Versuch unternahm der Supermann-Verlag 1950 mit drei Schwarz-weiß-Heften.)

Erste Superman-Auftritte in Deutschland: „Supermann“ 1-3 von 1950.

Nach einigen Ausgaben sah man dann erstmals Superman mit Batman auf einem Cover: Buntes Allerlei 1 (1954) druckte World’s Finest #66 (1953) nach, darin enthalten ist eine beliebige Batman-Story: „The Proving Ground for Crime“. Anders als bei Superman machte man sich nicht die Mühe, mit Batman mit einem Origin einzuführen. Die Figur darf danach nur noch einmal wiederkehren. Nach einem zweiten Erscheinen in Ausgabe 11 („Die heimlichen Waffen“, The Secret Weapons of the Crimesmith, World’s Finest #68) verabschiedet sich Batman wieder vom deutschen Comicmarkt. Superman folgt bald darauf noch im selben Jahr.

Es ist schon bemerkenswert, wie schwer Comics es in Deutschland vor allem nach dem Krieg hatten. Dabei stammen die Ursprünge des US-Comics eigentlich von hier. Angefangen bei der langen Bilderbogen-Tradition, allen voran die „Bildgeschichten“ Wilhelm Busch, bis hin zu Vater und Sohn von Erich Ohser (E.O. Plauen) von 1934 bis 1937. Aber der Zweite Weltkrieg verhinderte, dass kostümierte Übermenschen, die als gute US-Patrioten auf den Covern und in den Comics gegen Nazis kämpften, es nach Deutschland schafften. Nach dem Krieg hatte man andere Sorgen (unter anderem auch Papierknappheit), und in den 50ern galten auch hierzulande Comics als Schund und Nischenware für Kinder. Und so war das kurze Experiment im Bunten Allerlei auch schnell wieder vorbei.

Neuanfang mit Ehapa

Erst ein Jahrzehnt später, 1966, traute sich der Ehapa-Verlag aus Stuttgart wieder an Superhelden heran. Zunächst mit Superman, ein Jahr später kam Batman dazu. Am 10. Februar 1967 lief der Film Batman hält die Welt in Atem in deutschen Kinos an. (Die TV-Serie kam erst 1989 ins deutsche Fernsehen!) Und in der zweiten Ausgabe von Superman erschien die erste Comic-Story mit Batman-Bezug: „Superboy: Wie Superman und Batman sich erstmals trafen“ (Superboy: „The Origin of the Superman-Batman Team!“, Adventure Comics #275), eine Geschichte, die damals sieben Jahre alt war.

Ehapa Verlag

Von 1967 an war Batman meistens mit einer Geschichte in dem Heft vertreten, manchmal zusammen mit Superman (World’s Finest). Die Auswahl schien chaotisch und willkürlich. Oft waren es uralte Storys aus den 40ern und 50ern, die hier nachgeholt wurden, aktuellere kamen vermehrt erst ab 1968 auf. Das Lettering war noch lieblos mit der Maschine gesetzt, dafür war die Übersetzung umso kreativer: der Joker nannte sich „Spassvogel“, der Riddler war „Mr. Sphinx“.

Auch andere Superhelden erschienen in der Serie, wie etwa Superboy, Supergirl, Robin, Martian Manhunter und Flash (damals noch „Zack“ genannt), der sich mit Superman Wettrennen lieferte. Das Wagnis hatte Erfolg: Die Serie erschien alle zwei Wochen und hielt als Superman und Batman bis 1985 durch.

Lückenhafte Publikation

Erst 1974 erschien die erste deutsche Serie, die nur Batman gewidmet war: Batman Superband, mit acht Storys auf 96 Seiten. Dabei handelte es sich wiederum um Nachdrucke aus der Superman und Batman-Serie, aber später waren auch neuere Storys enthalten, wie Batmans erste Begegnung mit Ra’s al Ghul.

Erfolgreicher Neuanfang mit Ehapa: Erste Batman-Serien in Deutschland. (Ehapa Verlag)

In Batman Taschenbuch (Ehapa 1978-1988) wurden auch Abenteuer aus Serien wie The Brave and the Bold sowie Batman and the Outsiders herausgebracht, letzteres wurde damals noch „Batman Team“ genannt. Auch hier blieb es sprunghaft und lückenhaft. Aber bei fünf bis sechs parallel laufenden US-Batman-Serien (es gab noch Batman Family) war es auch fast unmöglich, mit dem Output mitzuhalten. Später folgten weitere Sammelreihen wie Batman Extra (Ehapa 1980-1985) und Batman Sonderausgabe (Ehapa, 1981-1985).

Nach dem Ende des Batman Taschenbuchs übernahmen im Jahr 1989 die Verlage Hethke und Carlsen das Batman-Business. Hethke brachte Hefte mit Storys aus den regulären Serien heraus und druckte auch das Bunte Allerlei nach, Carlsen machte Paperbacks, in denen meistens ganze, für sich stehende Storys gesammelt waren (ausgenommen der Zehnteiler Knightfall). Ende der 90er versuchte sich auch Ehapa noch einmal für kurze Zeit an Batman-Paperbacks.

Aufstieg und Fall des Dino-Verlags

Erst der Dino-Verlag bemühte sich ab Mitte der 90er um Vollständigkeit und Kontinuität. Zuerst begann es noch mit den Batman Adventures, den Comics zu The Animated Series, ab 1997 wurde in Batman, Batman Special und mehreren Sonderbänden das Geschehen der beiden Hauptserien Detective Comics und Batman (sowie der Nebenserien) monatlich abgebildetIm Jahr 1999, zum 60-jährigen Jubiläum, druckte der Dino-Verlag zum ersten Mal in Deutschland Detective Comics #27 nach (Batman 37). Weitere Batman-Klassiker der 40er folgten in den Hardcovern der DC-Archiv-Edition.

Das Problem: Dino nahm es etwas zu genau mit der flächendeckenden Versorgung mit Batman und Superman, sodass der deutsche Comicmarkt dem US-amerikanischen immer um Jahre hinterherhing. Um den Abstand aufzuholen, wurden mehrere Hefte in Schubern herausgebracht – „Time Warps“. Das war nicht nur teuer, sondern zahlte sich auch für den Verlag nicht aus. 2001 stellte der Verlag sein Superheldenprogramm ein und wurde von Panini übernommen. Seitdem versorgt dieser Verlag den deutschen Markt zuverlässig mit Batman, Superman und Co., aber auch mit Marvel-Helden. Und das Verrückte: Irgendjemand kauft das alles anscheinend auch. Und liest es. Und sammelt es.

Damit ist Panini auf gutem Wege, Ehapa zu überdauern.

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Riddler: Todesfalle statt Therapie

Batman & Riddler

DC Comics

Titel: Riddler on the Move

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Ernie Chua

Erschienen: 1975 (Batman #263)


Warum muss der Riddler eigentlich ständig Rätsel aufgeben? Warum kündigt er seine Verbrechen mit Hinweisen an und lässt immer weitere für Batman zurück? Diese Frage hat er sich erstmals 1975 gestellt: „Why do I do these things? Why am I driven to crime … and riddles? I know my behavior isn’t normal — but I can‘t help it!“

Aber er findet sich damit ab: „Oh, well … it‘s my fate and I‘m stuck with it! Always on the move to avoid the law!“ – Wäre da nur nicht Batman im Weg … Es gilt also, eher ihn loszuwerden als in Therapie zu gehen.

Der Riddler lockt Batman ins Museum. In der Halle der Waffen ist er plötzlich umgeben von Armbrüsten, die auf ihn gerichtet sind. Wenn er sich von der Plattform in der Mitte wegbewegt, schießen sie automatisch auf ihn. Eigentlich kein Problem: Batman könnte sich einfach ducken und sich zur Seite rollen, aber er löst lieber Rätsel.

Buchstabe des Todes

„What letter is like death?“ Auf der Plattform hat er sechs Buchstaben von A bis F zur Auswahl. Zielt er den richtigen, kommt er frei. Richtig? Falsch! Denn die richtige Antwort lautet „E“, weil der Buchstabe am Ende des Wortes „life“ kommt, aber Batman zieht am C, weil man hier um die Ecke denken muss: „E“ wäre der Buchstabe des Todes, der die Armbrüste losschießen ließe.

Man muss zugeben: Ganz schön ausgefuchst! Aber was hat der Riddler vor? Zwischendurch raubt er mal einen Mann auf der Straße aus, dann gibt er einem anderen das Geld, schließlich bezahlt er einen Jungen für ein Rätsel – sehr seltsam. Aber eigentlich will er ein Unternehmen gründen. Ähnlich wie schon der Joker und Killer Moth vor ihm will er Dienstleister für Kriminelle werden. Er baut eine Agentur auf, die Kriminelle vermittelt – eine Zeitarbeitsfirma, wenn man so will. Aber dafür braucht er Startkapital, also plant er einen „genialen“ Coup. Und er muss genial sein, denn darauf wäre sonst niemand gekommen: Der Riddler stiehlt Giraffen von einem Schiff.

Batman mit Fledermaus

Der Riddler ist entsetzt: Batman schickt Rätsel per Fledermaus! (DC Comics)

Das heißt: Er versucht es zumindest, bis ihm Batman in die Quere kommt. Prügelei, Riddler entkommt, Batman mit dem Whirlybat hinterher (so etwas gibt es noch in den 70ern?). Die Jagd endet im leerstehenden Giraffenhaus des Zoos, wohin Batman eine offenbar dressierte Fledermaus mit einer Nachricht schickt, um seinen dramatischen Auftritt mit einem Rätsel anzukündigen. Gegner müssen nun mal grundsätzlich mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden – auch wenn das dem Tierschutz nicht gefällt.

Trotz seiner selbstdiagnostizierten Zwangsneurose findet der Riddler nicht den Weg in das kürzlich eröffnete Arkham Hospital (neue Heimat von Joker und Two-Face), sondern es geht zurück in den Knast.

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Wie Deadshot beinahe Batman ersetzte

Deadshot

Deadshot in Batman #59 (1950, DC Comics)

Titel: The Man Who Replaced Batman

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Lew Sayre Schwartz, Bob Kane

Erschienen: 1950 (Batman #59), Hardcover 2019 (Batman: The Golden Age Vol. 7)


Sagt euch der Name Floyd Lawton etwas? Falls nicht, habt ihr sicher schon von Deadshot gehört – ja genau, der Profikiller mit dem roten Monokel, den Will Smith in dem unsäglichen Film Suicide Squad spielt. (Nicht zu verwechseln mit Deathstroke und schon gar nicht mit Deadpool!) Doch lange bevor es so weit kam, begann Deadshot seine Karriere noch ganz anders: Als Millionär, der sich einen Schießstand baut und so lange das Ballern übt, bis er jedes Mal sein Ziel trifft.

Batman, Robin & Deadshot

DC Comics

Dann zieht er sich einen Frack, einen Zylinder und eine Augenmaske an und versucht, als „Deadshot“ Batman Konkurrenz zu machen. (Batman macht gerade mit Robin Urlaub – obwohl sie immer noch einen Mann namens „Trigger“ Rhodes suchen.) Allerdings schießt Lawton noch nicht tödlich: Als er Räuber von der Flucht abhalten will, schießt er einen Lampenschirm von einer Straßenlaterne, die einem der Räuber auf den Kopf fällt, einen anderen erwischt die Plattform eines Fensterputzers.

Davon ist die Polizei schwer begeistert. Deadshot spricht bei Commissioner Gordon vor: Alles sei legal, er habe eine Genehmigung für seine Waffen, jetzt will er seine Chance als legitimierter Verbrechensbekämpfer neben Batman. Gordon wendet ein: Batman verwendet niemals Handfeuerwaffen, aber Deadshot beruhigt ihn, niemals zu töten. Gordon fragt, warum er nicht gleich Polizist werden wolle, aber Lawton zeigt ihm sein kriegsversehrtes Bein – er würde niemals einen Eignungstest bestehen.

Und so bekommt Deadshot seine Chance und bewährt sich, indem er einem Mann den Hut wegschießt oder eine Stromleitung mit einer Kugel durchtrennt. Schon bald leuchtet statt des Bat-Signals eine Zielscheibe am Himmel – das Bullseye für Deadshot. Und als das Dynamische Duo aus dem Urlaub zurückkehrt, hat der Konkurrent „Trigger“ Rhodes bereits geschnappt.

Deadshot schießt an Batman vorbei

Batman ist misstrauisch. Oder sagen wir besser: neidisch. Aber dann findet er mit Robin heraus, dass Deadshot gelogen hat, was sein Bein betrifft. Als Batman damit zu Gordon geht, ist der Commissioner immer noch überzeugt von Lawtons guten Taten. Batman will sich daher nicht anstellen, oder, wie er es ausdrückt: wie eine Primadonna klingen.

Doch er lässt nicht locker: Er untersucht ein Stück Stoff von Deadshots Kleidung, verfolgt es zu einem Schneider zurück und findet durch einen Trick heraus, dass Schütze Lawton ist – ein neues Mitglied in einem von Bruce Waynes Millionärsclubs. Als sie ihn belauschen, offenbart er seine wahre Absicht: Er will Batman ersetzen, um zum Gangsterboss aufzusteigen. Später hört Batman, wie Deadshot einen Bankraub plant. Aber der kommt nicht zustande, stattdessen schnappt er nur einen weiteren Ganoven. Gordon ist daraufhin ziemlich sauer auf Batman.

Also muss dieser zu drastischeren Maßnahmen greifen: Er stellt sich Deadshot und lässt auf sich schießen. Der Schurke will es wie einen Unfall aussehen lassen. Doch Deadshot trifft nicht! Warum? Batman hat Deadshots Pistolen manipuliert, sodass sie stets am Ziel vorbeischießen. Aber das weiß Lawton nicht. Er denkt, er habe versagt und legt aus Verzweiflung vor Gordon ein Geständnis ab. Der Commissioner greift daraufhin selbst zum Beil, um das Bullseye-Signal zu zerschlagen.

Und die Moral von der Geschicht: An Batman zweifelt man besser nicht.

(Deadshot kehrt zurück in The Deadshot Ricochet, Detective Comics #474, 1977 – Teil der Storyline Strange Apparitions. Darin erhält er sein neues Kostüm.)

>> Batman 1950-1959


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Gotham Central: Wer hat Robin ermordet?

DC Comics

Titel: Gotham Central Vol. 4: Corrigan (dt. Toter Robin)

Autor/Zeichner: Greg Rucka, Ed Brubaker/Kano, Stefano Gaudiano

Erschienen: 2005-2006 (Gotham Central #32-40), Paperback 2012, dt. Panini 2018 (Gotham Central Bd. 6)


Robin ist tot. Er liegt auf der Straße, offenbar gefallen oder hinabgestürzt. Jedenfalls definitiv tot. Doch die Polizei fragt sich: Ist es der echte? Schwer zu sagen, wenn man die wahre Identität nicht kennt. Eins ist klar: Wenn das der echte Robin war und sie seine Identität herausfinden, fliegt auch Batmans Geheimnis auf. Aber: Beschäftigt Batman nicht vielleicht sogar mehrere Robins? Wie findet man raus, wer der echte ist? Die Teen Titans werden als Zeugen geladen …

Für die Leser ist natürlich klar: Nein, das kann nicht der wahre Robin sein. Helden sterben nicht. Jedenfalls nicht so. Trotzdem ist es interessant, nachzuverfolgen, wie die Polizei von Gotham ermittelt und dabei reagiert, wenn ihr Batman in die Quere kommt. Auch gerät dabei nämlich ins Kreuzfeuer. Doch am Ende muss er wieder mit seinen fragwürdigen Methoden – sprich: Einschüchterung, Drohungen, Gewalt und Folter – dafür sorgen, dass der Fall gelöst wird. Es ist die Dauerpointe, der Running Gag von Gotham Central: Eine Serie fast ohne Batman, denn ganz ohne Batman geht es nicht. Immer wieder rettet der Held mit einem Cameo den Tag. Denn eine Stadt wie Gotham kann das Verbrechen nicht bekämpfen, wenn sie nur nach den Regeln spielt.

Diese Erfahrung hat auch Renee Montoya bereits gemacht, als eine wichtige Information aus dem korrupten Kollegen Jim Corrigan herausgeprügelt hat, um ihren Partner Crispus Allen zu retten (siehe Gotham Central Vol. 3). Doch das rächt sich jetzt: Nachdem Allen herausgefunden hat, was passiert ist, will er es wiedergutmachen, indem er auf eigene Faust gegen Corrigan ermittelt. Doch damit setzt er sein eigenes Leben aufs Spiel …

Konsequentes Finale

Ich will nicht zu viel verraten, daher sei nur gesagt: Es wird sehr dramatisch. Und pessimistisch. Und bei aller Kritik an einer Batman-Serie, die keine sein will, aber dann doch immer wieder eine ist, muss man die Autoren (bzw. Greg Rucka) für dieses drastische Ende in aller Konsequenz loben. Insgesamt ist Gotham Central ein Comic, der trotz allem einen sehr glaubwürdigen und intimen Blick auf die Polizei wirft. Man hat ständig das Gefühl, es mit echten Menschen zu tun zu haben, die versuchen, in einer verrückten und lebensfeindlichen Welt aus Verbrechen und Korruption zu bestehen. Superschurken und -helden werden hier bloß zu Sinnbildern dieser Verrücktheit, die jenseits des menschlichen Handlungsspielraums liegen.

Daher ist die beste Episode im letzten Band wohl eine der unspektakulärsten: Während mal wieder die Welt in einer Krise (Infinite Crisis) unterzugehen droht und Superhelden Schlachten kämpfen, die die Menschen nicht begreifen, versuchen die Polizisten gar nicht erst, das Chaos um sie herum in den Griff zu kriegen, sondern einfach nur nach Hause zu ihren Familien zu gelangen. In dem Irrsinn besinnt man sich auf das, was wirklich zählt. Es gibt Dinge, die nicht in der Macht von Menschen liegen. Für alles andere gibt es Batman und Co.

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Wann kommt „Batman: Earth One Vol. 3“?

Batman von Gary Frank (2018). (DC Comics)

Erinnert sich noch jemand an Earth One? Ich meine diese Reihe von Comics, die neue Origins von DC-Helden abseits der Continuity erzählen. J. Michael Straczynskis Superman brachte es auf eine Trilogie, zwei Teile hatten schon Grant Morrisons Wonder Woman, Green Lantern von Bechko und Hardman, und auch der grandiose Batman von Geoff Johns und Gary Frank. Aber der letzte Teil ist schon fünf Jahre her. Was ist mit der Fortsetzung?

Die kommt, wie uns Jim Lee am Samstag bei DC Fandome versichert hat, und zwar schon „sehr bald“ (Newsarama). In diesem Jahr wird es wohl wahrscheinlich nichts mehr, DCs Kalender dürfte schon sehr voll sein, auch wenn das Weihnachtsgeschäft verlockend klingt, aber spätestens nächstes Jahr müsste es soweit sein.

https://twitter.com/1moreGaryFrank/status/946811316534210566

Batman: Earth One Vol. 3 hat sich verzögert, weil Zeichner Gary Frank zwischendurch sehr lange mit dem Zwölfteiler Doomsday Clock beschäftigt war – ein aufwendiges Projekt, das sich über zwei Erscheinungsjahre hinzog. Bereits im Juni soll Frank die Arbeit an dem lange erwarteten Batman-Band beendet haben, wie Autor Geoff Johns im Juli mitgeteilt hat. Immer wieder hat Frank Zeichnungen daraus bei Twitter gepostet, wie etwa das Batmobil.

https://twitter.com/1moreGaryFrank/status/1272267969209470977

Doch was ist mit den anderen von DCs Superhelden? In was für einer Welt leben wir, in der die Teen Titans eine Earth-One-Behandlung bekommen, aber Flash und Aquaman nicht? Auch die waren bereits längst angekündigt, – Flash von Straczynski, Aquaman von Francis Manapul – ohne dass je Bewegung in die Projekte kam. Jim Lee versichert, dass noch einiges in Arbeit sei, jedoch ohne konkrete Ansagen zu machen.

UPDATE: Batman: Earth One Vol. 3 erscheint im Juni 2021