Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Batman im Flüchtlingslager

Batman macht sich nützlich im Flüchtlingslager: als Wasserträger, Spielkamerad und Barde am Lagerfeuer. Zu schön, um wahr zu sein. Bei Flüchtlingskindern bekommt der Begriff Eskapismus eine ganz neue Bedeutung: Für sie ist ein Traum wie dieser die einzige Möglichkeit, der Realität zu entfliehen. Dieses brillante Video, produziert von Bee on Set, wirbt mit dem Superhelden für die Hilfsorganisation War Child, die sich seit 1993 für Kinder aus Kriegsgebieten einsetzt. Möge es viele Herzen erreichen.

Bat-Robot gegen Godzilla Croc

Der Blödsinn der Woche ist eindeutig dieser Trailer zu einer weiteren freudlosen Episode von Batman Unlimited: Mechs vs. Mutants lautet der Untertitel dieses Zeichentrickfilms – und damit ist auch schon alles gesagt. Killer Croc, Bane und Clayface wachsen zu Riesen heran, Batman und Green Arrow steigen in riesiger Roboter-Kampfanzüge und prügeln sich mit ihnen. Kommt uns das bekannt vor? Ja, es ist eigentlich nur ein billiger Abklatsch des Hochglanz-Trash-Films Pacific Rim, der wiederum ein mieser Abklatsch alter Godzilla-Filme ist, die wiederum ihren Ursprung bei King Kong haben usw. Für die Animationsfilmreihe ist es eine logische Weiterentwicklung, nachdem Batman in Monster Mayhem (dt. Monster Chaos) auf einem Roboter-T-Rex geritten ist.

Kurz gesagt: Schon wieder ein Film, der nur dazu dient, Kindern Spielzeug zu verkaufen und das, was Batman eigentlich ausmacht, völlig vergessen zu machen.

Wer sich gut mit Batman-Comics auskennt oder dieses Blog schon länger verfolgt, wird sich vielleicht erinnern, dass diese Idee aber gar nicht mal so weit hergeholt ist: sie wurde schon einmal durchgespielt, nämlich in Gotham After Midnight. In Kapitel vier der zwölfteiligen Mini-Serie nimmt es Batman in einer ähnlichen Riesen-Rüstung mit Clayface auf. Völlig bescheuert? Nein, mir hat der Comic sehr gefallen – gerade wegen solcher absurder Szenen. Oft ist das, was gezeigt wird, gar nicht so entscheidend wie das Wie. Aber die Erfahrung mit Animal Instincts lehrt, dass man auf die Batman Unlimited-Filme verzichten kann, wenn man älter ist als zwölf Jahre.

Detective 941 (DC Comics)

Detective 941 (DC Comics)

Wie der Zufall will, scheint eine ähnliche Idee auch wieder in den Comics aufgegriffen zu werden: Im September beginnt das erste Batman-Crossover nach Rebirth: Night of the Monster Men. Batman und Co. müssen gegen Riesenviecher kämpfen. Das kann ja heiter werden …

>>> Batman Unlimited: Mechs vs. Mutants feiert Premiere am 24. Juli bei der San Diego Comic-Con, erscheint am 30. August in den USA zunächst digital und am 13. September auf DVD. Ein Termin für Deutschland steht noch nicht fest.

The Killing Joke – ein Comic, viele Versionen

Am 4. August 2016 erscheint die animierte Adaption von The Killing Joke auf DVD und Blu-ray. Jetzt hat DC einen weiteren Auszug aus dem Film veröffentlicht: er zeigt die Eröffnungsszene des Comics. (Im Video oben beginnt der Clip erst bei 3:57.) Mittlerweile hat ein Fan eine überarbeitete Version des Trailers erstellt, die sich stärker an der Optik der Comic-Vorlage orientiert: mehr Schatten wurden hinzugefügt und die Farben lehnen sich an der Original-Kolorierung an (die heutige Comic-Fassung hat weniger grelle Farben).

Hier gibt es einen Bild-für-Bild-Vergleich zwischen Original, dem Trailer und der Neufassung:

Selbstverständlich kommt auch der „Redrawn Trailer“ nicht an das Original heran. Zu detailreich sind dafür Bollands Zeichnungen. Aber dennoch wirkt die Ästhetik des Fan-Trailers viel stärker als das vergleichsweise blasse Original.

Wer es ganz puristisch mag, dem sei Batman Noir: The Killing Joke empfohlen, das im August erscheint und ganz auf Farbe verzichtet. Panini veröffentlicht im September eine Deluxe-Version „in sorgfältiger Neuübersetzung, mit Bonusmaterial und in prächtiger Ausstattung“, so die Verlagsankündigung. Exklusiv bei Amazon werden ab 4. August zwei Sondereditionen verkauft: eine Hardcover-Ausgabe inklusive der Blu-ray des Films und eine Blu-ray mit Joker-Figur.

Damit scheint es von The Killing Joke mehr Versionen zu geben als vom Joker selbst.

Und dann gibt es noch die übliche US-Version des Comics von Alan Moore und Brian Bolland: Ohne Schnickschnack, 64 Seiten lang, beste Unterhaltung in der Originalsprache. In der Regel reicht das, aber ein Bonus würde dem Werk gut tun, nämlich ein Reprint seiner Vorlage „The Man Behind the Red Hood“ (Detective Comics #168, 1951). Auf so eine Ausgabe wird man wohl noch warten müssen.

Zwei Jahre Batman-Projekt

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Batman bei Facebook (Zeichnung: Eduardo Risso, Montage: leg)

Als ich dieses Blog gestartet habe, dachte ich mir: Das mache ich ein Jahr lang und dann mal sehen. Nun sind schon zwei Jahre rum. Zuerst wollte ich nur eine Kritik pro Woche schreiben. Mittlerweile habe ich mehr als 370 Beiträge zu Batman und Co. veröffentlicht. Nicht nur Besprechungen von Comics, Serien und Filmen, bald kamen auch immer mehr News und auch kleine Exkurse (Batman-Splitter und die Batman versus Superman-Reihe) dazu.

Ein Ende ist nicht in Sicht: das Thema Batman ist unerschöpflich. Das Projekt ist längst nicht abgeschlossen.

Danke an alle Leser und Kommentatoren. Ich hoffe, diese Seite macht euch so viel Spaß wie mir.

Eine Neuerung: Das Batman-Projekt gibt’s jetzt auch bei Facebook.

Inspiration im Eskapismus

Vertigo

Vertigo

Titel: Dark Night – A True Batman Story

Autor/Zeichner: Paul Dini/Eduardo Risso

Erschienen: 2016 (One-shot)


„This is not the kind of story I’m known for (…)“ (Paul Dini)

„The feel-good story of the year!“ (Joker)

Ein Mann läuft nachts die Straße lang. Da kommen zwei finstere Gestalten auf ihn zu. Sofort wird klar, dass sie nichts Gutes im Sinn haben: Der eine hält den Mann fest, der andere schlägt dem Opfer ins Gesicht. Plötzlich taucht Batman auf, die beiden Angreifer erschrecken und laufen weg, steigen ins Auto und fahren los. Doch mit einem Sprung tritt Batman ihre Windschutzscheibe ein, greift sich die beiden und jagt ihnen einen Schrecken ein, den sie nie vergessen werden. Ende der Geschichte.

Doch das ist nicht die Geschichte, die hier erzählt wird. In dieser Geschichte fehlt der Dunkle Ritter wie das K in Dark Knight, daher ist es nur eine „Dark Night“, die der Held erlebt: Ein einfacher Mann wird grundlos zusammengeschlagen, ein Teil seines Schädels zertrümmert, er wird ausgeraubt, schließlich wird ihm der Tod angedroht. Niemand kommt zur Hilfe und obwohl die Angreifer herumschreien, ruft keiner die Polizei. Und als die Ordnungshüter kommen, nehmen sie weder großen Anteil noch geben sie sich viel Mühe, den Fall aufzulösen.

Sinnkrise eines Autors

Passiert ist diese Geschichte Paul Dini im Jahr 1993. Dini hat damals Karriere als Autor für Batman: The Animated Series gemacht und war gerade dabei, am Drehbuch für den animierten Kinofilm Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom) mitzuschreiben. In Dark Night erzählt er erstmals von dem Vorfall und der Sinnkrise, in die er gestürzt ist. Erfolgreich, aber einsam, begann er zu trinken und sich zu isolieren. Seine Arbeit litt: „Somehow writing about Batman seems real pointless right now“, sagt er einmal. Das Besondere: Im Comic trägt er diesen Konflikt im Dialog mit den Figuren aus, mit denen er hadert, nämlich mit Batman, Joker und anderen Schurken, die ihm als imaginäre Gesprächspartner erscheinen.

Vor allem Batman, sonst der Retter in Not, auf den Verlass zu sein scheint, hat ihm nicht helfen können – nicht einmal als Vorbild: „You are the unrealistic, unattainable extension of a child’s power fantasy“, sagt Dini zu seinem Jugendhelden, während er dabei ist, sich eine Waffe zu kaufen. Batman und die Schurken gehen hart mit ihm ins Gericht, sie werfen ihm vor, er verschwende sein Leben. Schließlich bekommt Dini seine Motivation durch das Gespräch mit einem Fan zurück, der dem Autor seine Bedeutung und sein Glück verdeutlicht.

Batmans Daseinsberechtigung

Paul Dini erzählt die Story als er selbst, indem er Storyboard-Zeichnungen vor laufender Kamera anheftet. (Wozu es die Kamera als zusätzliche vermittelnde Instanz braucht, bleibt allerdings unklar.) Er beginnt in seiner Jugend, die er als „unsichtbares Kind“ erlebt hat und mit der Flucht in Fantasiewelten überstanden hat. Später wird für ihn als Cartoon-Autor ein Nerd-Traum war, doch seine Wohnung ist eine Festung der Einsamkeit, mit den Frauen klappt es nicht. Sein Date ist bloß eine tussige Schauspielerin, die darauf hofft, über ihn an Steven Spielberg heranzukommen. Trotzdem macht Dini sich Illusionen, eine Chance bei ihr zu haben – auch wenn eine Beziehung nie klappen würde.

Dinis Selbstoffenbarung gleicht einem Gang zum Psychiater. Doch Dinis Autobiografie geht über reine Schreibtherapie weit hinaus. Es ist nicht nur eine ungeschönte (und sogar zum Teil sehr witzige) Selbstanalyse, sondern auch eine Kritik an dem Konzept von Batman, Superhelden und der Daseinsberechtigung von Fiktion. Damit wird Dark Night zum Batman-Pendant des Superman-Comic-Essays It’s A Bird (2004),  indem es ebenfalls um einen Autor in einer Lebens- und Sinnkrise geht, der einen Superhelden hinterfragt. Paul Dini kombiniert geschickt Fakt und Fiktion, lässt neben Batman nahezu alle klassischen Schurken charakterecht zu Wort kommen. Der vermeintliche Eskapismus in Comic- bzw. Cartoonwelten wird zum Spiegel der Seele. Fiktion wird zur Inspiration und Motivation fürs wahre Leben.

Schon jetzt ein Klassiker

Zeichner Eduardo Risso (Broken City/Kaputte Stadt, Batman: Flashpoint) inszeniert die Story in drei Stilen: Meist mit Pinsel koloriert, aber bei der Schlüsselszene wechselt er zu einem Noir-Stil mit harten Kontrasten und flächigen Farben, ähnlich wie Tim Sale vor ihm in The Long Halloween. Auch wenn die Batman-Storys imaginiert werden, kommt seine typische Methode zum Einsatz. Immer wieder gibt es auch cartoonhafte Sequenzen, etwa als Dini seine Situation mit dem des Kojoten aus Roadrunner vergleicht. Dieser Abwechslungsreichtum macht den Comic auch visuell interessant, auch wenn nicht jedes Panel gelungen ist (etwa wie die unförmige Poison Ivy auf Seite 86).

Dark Night: A True Batman Story hat zwar nicht den Anspruch, Dinis gesamte Lebensgeschichte zu erzählen, und ist auch kein ausführliches Making-of der legendären Zeichentrickserie, dennoch steckt genug darin, um über fast 130 Seiten bestens zu unterhalten und mitzufühlen zu lassen. Gerade diese Konzentration auf den Charakter des Helden und den Überfall und seine Folgen macht die Stärke der Story aus.

Im Grunde ist es eine typische (amerikanische) Heldenstory: Aufstieg des Außenseiters, plötzlicher Absturz und Wiederauferstehung. Batman braucht es dazu eigentlich nicht. So wie wahre Helden keine Superkräfte brauchen. Aber es ist gut, dass auch viel Batman in dieser Geschichte steckt. Denn so hat Dini nebenbei einen Kunstgriff gefunden, wie man nicht nur eine glaubwürdige, sondern eine wahre Batman-Geschichte erzählen kann: indem man Batman einfach die Wahrheit sagen lässt.

Dark Night ist nicht nur der Batman-Comic des Jahres – er wird auch bestimmt ein Klassiker wie Dinis Mad Love werden. Die Resonanz ist bereits kurz nach dem Erscheinen überwältigend.

>> Batman 2011-2019

Coverwahn #16

Zu Batman #1 (2016) gibt es 35 Variant Cover. Hier eine Auswahl der besten. Eine Bildergalerie mit allen gibt es hier.

Dark Knight III: Bei Fünf wird’s auch nicht mehr gerade

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III – The Master Race: Book 5

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert

Erschienen: 2016


„Fear is why I get out of bed. Fear is what I dream about. Fear is why I don’t kill.“ (Batman)

Sehen wir uns zunächst das Cover an: Unten Batman, oben Superman. Unten der schwarze Umhang, der das halbe Bild füllt, oben der rote. Superman rast mit seinen Fäusten auf Batman zu, der ihn mit offenen Armen (und geballten Fäusten) erwartet. Superman sieht sauer aus, Batmans Gesicht sehen wir nicht, er dreht uns den Rücken zu. Ein tolles Cover. Reduziert, ausdrucksstark, das beste seit Heft eins. Doch leider hat es mit dem Inhalt nichts zu tun. Es weckt sogar falsche Erwartungen.

Denn in Teil fünf von Dark Knight III kämpfen Batman und Superman nicht gegeneinander. Im Gegenteil: sie kooperieren, wie sie es schon früher getan haben. Und man muss sich fragen, ob uns das erste Promo-Bild zu dieser Mini-Serie (Batman neben dem blutigen Superman-Symbol) nicht auf eine falsche Fährte geführt hat – oder schlichtweg Verarsche war, so wie dieses gelungene, aber doch unpassende Cover.

Wie dem auch sei: Im neuen Heft wird so viel an Figuren und Schauwerten geboten, dass man fast vergisst, darüber nachzudenken. Superman wird von Aquaman und Batgirl von seinem Gefängnis auf dem Meeresgrund befreit. Batman lässt einen Regen aus künstlichem Kryptonit auf die bösen Kadorianer herab und schwächt sie damit. Die Master Race kommt dahinter, dass Supergirl Lara noch einen kleinen Bruder hat (das Kind auf Wonder Womans Rücken in Teil 1), was den Schurken überhaupt nicht gefällt. Und Lara bandelt mit dem bösen Baal an, was eine ziemlich sadistische Liebschaft ist, aber kein Interesse weckt.

Schmückendes Beiwerk und Füllmaterial

Wir sehen Batman wieder in Rüstung und Panzer, wir sehen Aquaman auf einem Riesen-Hammerhai reiten, Flash mit gebrochenen Beinen kopfüber (!) das Wetter programmieren, und Superman bekommt gleich zwei Splash-Pages: für seine triumphale Befreiung und seinen Auftritt am Ende, wenn er in Bleirüstung neben Batman steht. Und weil das alles wieder nur ein sehr kurzes Vergnügen ist, werden die Fans am Ende des Heftes mit Bonus-Füllmaterial vertröstet: vier Schwarz-weiß-Seiten und einem – immerhin gelungenem – Pin-up.

Bis auf Batmans kurze, aber lyrische Ode an die Furcht bleibt auch dieser Teil von DK III flach. Keiner der vielen Nebencharaktere kommt zu seinem Recht. Immer noch bleibt Lara ein Rätsel, die restlichen Figuren (wie Commissioner Yindel) sind bloß Staffage. Anlass für Dialoge, die über das Nötigste hinausgehen, gibt es nicht – die Autoren haben nichts zu sagen. Auch die Spannung fehlt, weil Batman eigentlich immer einen Schritt voraus ist, aber auch Überraschung lässt die Geschichte vermissen. Wieder fragt man sich, warum es unbedingt nötig war, diese Story zu erzählen, die weniger mit Batman als mit Superman zu tun hat. Es fehlt der konzentrierte Stil des Originals (The Dark Knight Returns), eher ähnelt das Ganze der furchtbaren Fortsetzung (The Dark Knight Strikes Again), der kaum den Namen „Dark Knight“ verdiente.

Wenden wir daher den Blick ab und werfen lieber einen Blick auf diese Variant Cover, die zwar auch nicht viel Neues zeigen, aber das immerhin ganz imposant.

Besprechungen früherer Teile von Dark Knight III: Book 1, Book 2, Book 3, Book 4. Prequel: The Last Crusade.

Neue Batman-US-Comics 2016-2017

In der zweiten Jahreshälfte 2016 nehmen die Leser der US-Paperbacks Abschied vom Dreamteam Scott Snyder und Greg Capullo: Im September und Dezember erscheinen die letzten beiden Sammelbände ihrer großartigen Batman-Serie. In Band 9 – Bloom – wird die Superheavy-Story abgeschlossen, Band 10 enthält die letzten beiden Ausgaben (#51-52) sowie ein Annual. Für Fans oder auch Neueinsteiger kommt ein Box-Set mit den ersten drei Snyder-Capullo-Storylines heraus.

Ferner werden die Serien Batman and Robin Eternal, Detective Comics und Batman/Superman als Paperback abgeschlossen. Ansonsten gibt es haufenweise Reprints: The Killing Joke Noir ist eine Neuauflage des Klassikers in Schwarz-weiß, mehr Joker gibt es mit der Hardcover-Ausgabe von The Last Crusade, die Elseworlds-Vampir-Trilogie von Doug Moench und Kelley Jones kommt in einem Band passend zu Halloween heraus. Außerdem gibt es Neuauflagen von Ed Brubaker- und Brian K. Vaughan-Storys.

Anfang nächsten jahres folgt der dritte Band der Elseworlds-Sammlung, sowie Neuausgaben der vergriffenen Storys Death and the Maidens sowie Face the Face von James Robinson.

Was fehlt, ist allein die Aussicht auf neue eigenständige Batman-Comics, also solche, die nicht bloß Serienmaterial sammeln.

Juli

  • Batman and Robin Eternal Vol. 2
  • Road to No Man’s Land Vol. 2

August

September

Oktober

November

Dezember

Januar 2017

  • Elseworlds: Batman Vol. 3 (Brotherhood of the Bat, Dark Knight Dynasty, Scar of the Bat, Manbat)
  • Batman Arkham Vol. 6: Man-Bat
  • Death and the Maidens: Complete Collection
  • Batman/Two-Face by James Robinson (Neuauflage von Face the Face, Batman #651-654, Detective Comics #817-820)
  • Shadow of the Bat Vol. 2
  • Batman/Wildcat

Februar 2017

  • Batman Beyond Vol. 3
  • Superman/Batman: Saga of the Super-Sons (New Edition) (Elseworlds)

März 2017

  • Night of the Monster Men
  • Knightfall Omnibus Vol. 1

Batman v Superman: Marvel tritt nach

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Spider-Man/Deadpool #6

Wer am Boden liegt, den soll man nicht treten. So will es der Anstand. Aber bei einem Film wie Batman v Superman, einem Kapitalverbrechen der Superhelden-Filmgeschichte, schadet das Nachtreten dem Opfer nicht. Weil die wahren Opfer ohnehin die enttäuschten Fans sind, dient die ständige Kritik der Traumabewältigung. Auch die Konkurrenz von Marvel konnte sich nicht verkneifen, seinen Spott abzulassen. In Spider-Man/Deadpool #6 sehen sich die Helden den Film „Nighthawk v. Hyperion – Yawn of Boredom“ (Gähnende Langeweile) an und ziehen anschließend darüber her. Bereits die Tagline verspottet einen Hauptkritikpunkt des Films: „You won’t believe their mothers share a first name.“

Anschließend stellt Deadpool fest, dass der Film keinen Sinn ergibt, weil die Helden von einem Augenblick auf den anderen von Feinden zu Freunden werden, und Spider-Man lästert über all die unnötigen Szenen, die die Fortsetzungen ankündigen, statt sich auf diesen Film zu konzentrieren, um wenigstens den richtig zu machen. Schließlich tröstet Spider-Man Deadpool mit dem Hinweis, dass Hollywood gerne seine Stoffe so oft rebootet, bis es sie ordentlich hinkriegt – ein Seitenhieb auf Deadpool, der auch zwei Anläufe gebraucht hat, um sich als Kinoheld durchzusetzen. Marvel kann also auch Selbstironie. Das sollte sich DC/Warner von der Konkurrenz abgucken.

Mittlerweile ist der dreistündige Extended Cut von Batman v Superman digital erschienen, am 4. August kommt die Blu-ray in Deutschland heraus. Es ist zu bezweifeln, dass noch mehr Szenen einen Film retten, der schon mit zweieinhalb Stunden quälend langweilig war. Für alle, die es interessiert: Hier gibt es schon mal eine zehnminütige Vorschau.

Die große Batman-Kostümparade

DC Comics

DC Comics

Titel: Brotherhood of the Bat

Autor/Zeichner: Doug Moench/Jim Aparo, Norm Breyfogle, Graham Nolan u.a.

Erschienen: 1995 (One-shot)


„In future, I swear to you … I shall do better.“ (Batman/Tallant)

Mehr als 50 Jahre in der Zukunft ist der Großteil der Weltbevölkerung von einem Virus ausgerottet. Batman ist tot, die Menschheit versinkt in Anarchie. Ra’s al Ghul hat triumphiert. Um die Ordnung wieder herzustellen, lässt er sich von seinem größten Gegner inspirieren und macht aus seinen besten Schergen die „Brotherhood of the Bat“, eine nach Batmans verworfenen Kostümideen gekleidete Eingreiftruppe, die durch die Straßen Gothams zieht und die Übeltäter unschädlich macht. Ein junger Mann, Tallant, der Sohn von Bruce Wayne, tritt das Erbe seines Vaters an, infiltriert Ra’s Bande und schaltet in alter Rambo-Manier einen falschen Batman nach dem anderen aus. Am Ende kommt es zum unvermeidlichen Duell mit dem Obermacker.

Interessant an dieser 08/15-Story ist zwar, dass hier das Szenario durchgespielt wird, was wäre, wenn Ra’s Erfolg hätte. Aber viel wird daraus nicht gemacht. Der einzige Reiz besteht in der Vielfalt der zum Teil ausgefallenen Batman-Kostüme und dass man dadurch Batman gegen Batman kämpfen sieht. Verschiedene Batmobile bedienen die Nostalgie der Fans. Zu diesem besonderen Anlass haben mehrere Zeichner an diesem Comic mitgewirkt, aber grafisch bleibt es doch nur Durchschnitt – ebenso wie die Dialoge.

Brotherhood of the Bat wurde später im Zweiteiler League of Batmen fortgesetzt. Die Idee, dass Batman einen Sohn mit Talia hat, wurde mit Batman and Son in die Haupt-Continuity integriert.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics