Wow. Warner hat auf der San Diego Comic-Con den DC-Fans zwei wunderbare Geschenke gemacht: Ein Trailer zu Justice League und einer zu Wonder Woman. Der erste Eindruck: Fantastisch! Batman bringt die Band zusammen: Aquaman gabelt er in einer Fischerspelunke auf, ein (vielleicht etwas zu) spleeniger Flash (Barry Allen) wird gleich mal mit dem Batarang auf seine Reflexe getestet und Cyborg … naja, der wirkt zu sehr CGI. Sonst aber kommen die ersten Szenen sehr sympathisch rüber, was allerdings auch dem coolen White Stripes-Song „Icky Thump“ geschuldet sein dürfte, der dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit verleiht – im Gegensatz zu dem bleiernen Batman v Superman. Apropos: Vom Stählernen ist hier nichts zu sehen. Aber in diesen Bildern steckt genug Potenzial für einen unterhaltsamen Film.
Während Regisseur Zack Snyder aber noch Gunst und Vertrauen der Fans zurückgewinnen muss, etabliert sich Wonder Woman als die Hoffnungsträgerin des nächsten Jahres. Schon ihr erster Auftritt gehörte zu den Glanzpunkten von Batman v Superman. Im Trailer wird der Eindruck bestätigt, dass die Amazone endlich einen würdigen Solo-Film bekommt. Die Kämpfe sind jedenfalls atemberaubend und das Erste-Weltkriegs-Szenario verleiht dem Film einen frischen Ansatz im Superheldengenre, der an Captain America erinnert. Wonder Woman kommt am 15. Juni in die Kinos, Justice League am 17. November.
Ach ja, und wen es interessiert: Hier ist noch ein Suicide Squad-Trailer, in dem im Wesentlichen Bekanntes neu zusammengeschnipselt wurde:
Batman kommt wieder gezeichnet ins Fernsehen – und er ist nicht allein: Justice League Action, wird die Serie heißen. Mit dabei sein werden Superman, Wonder Woman, Booster Gold, Firestorm und noch zig weitere Helden. Klassische Schurken wie Lex Luthor, Joker und Mongul werden zu den Gegnern gehören. Als Sprecher wurden unter anderem Kevin Conroy (Batman) und Mark Hamill (Joker) verpflichtet, die schon bei Batman The Animated Series dabei waren. Die Serie wird, wie das im gleichen Stil gezeichnete Teen Titans Go, bei Cartoon Network laufen. Ein Starttermin steht noch nicht fest.
DC Comics
Nachtrag am 23. Juli: Hier noch ein Video zu den Hintergründen.
Am 10. August startet Scott Snyders neue Serie: All-Star Batman. Zusammen mit Zeichner John Romita Jr. erzählt er darin von einem Road Trip von Batman und Two-Face, bei dem hinter dem Held eine Reihe von Attentäter und Kopfgeldjäger her ist. „Handcuffed together on the road to hell, this is Batman and Two-Face as you’ve never seen them before!“, heißt es in der Beschreibung von DC. Was die Macher dazu sagen, kann man in diesem Video hören, das auch einige Seiten und Cover aus dem Comic zeigt. Einige Panels waren bereits bei Twitter zu sehen (@DannyMiki_, @Ssnyder1835). Es verspricht, ein knallbuntes Vergnügen zu werden. Bisher war auf Scott Snyder Verlass.
All-Star Batman #1 (Migliari DC Comics)
All-Star Batman #1 (Tyler Kirkham, DC Comics)
All-Star Batman #1 (Jock, DC Comics)
All-Star Batman #1 (Declan Shalvey, DC Comics)
All-Star Batman #1 (Ben Oliver, DC Comics)
All-Star Batman #1 wird 40 Seiten umfassen und 4,99 US-Dollar kosten. Die erste Storyline wird fünf Ausgaben lang sein.
Scott Snyder war von 2011 bis 2016 Autor der Batman-Comic-Serie, bei der er zusammen mit Zeichner Greg Capullo viele Fans gewann (zuletzt Superheavy). John Romita Jr. hat zuletzt Dark Knight Returns: The Last Crusade für DC gezeichnet.
Bevor die Filmadaption von Batman: The Killing Joke auf DVD und Blu-ray erscheint (4. August 2016), wird es nur am 29. Juli Previews in einigen deutschen Kinos geben. Welche Kinos in welchen Städten dabei sind, kann man auf der Facebook-Seite des Events oder bei Cinemaxx sehen. In Frankfurt am Main werden sowohl die deutsche als auch die englische Originalversion gezeigt.
Der Comic The Killing Joke (1988), geschrieben von Alan Moore und gezeichnet von Brian Bolland, ist ein Batman-Klassiker. Erzählt wird darin die Entstehungsgeschichte des Jokers und wie der Schurke Barbara Gordon (alias Batgirl) anschießt und ihren Vater, den Commissioner James Gordon, in den Wahnsinn zu treiben versucht. In der Originalfassung der Zeichentrick-Adaption sprechen die Hauptrollen Kevin Conroy (Batman) und Mark Hamill (Joker), beides Veteranen der Animated Series aus den 90er Jahren. Das Drehbuch stammt von Brian Azzarello (Broken City, Flashpoint, Batman Europa, Dark Knight III). Weltpremiere feiert der Film am 22. Juli bei der San Diego Comic-Con.
Von Batman gibt es so gut wie alles auf DVD oder sogar Blu-ray, zuletzt sogar die 66er-Serie mit Adam West. Aber eine Komplett-Box von Batman: The Animated Series wurde bisher noch nicht veröffentlicht. Die Staffeln kann man nur einzeln als Import mit englischer Tonspur kaufen, eine deutsche Fassung fehlt.
Nun hat Amazon alle Folgen der legendären Zeichentrickserie der 90er digital verfügbar gemacht – nicht nur Batman, sondern auch das Superman-Pendant. Für die üblichen 2,49 Euro pro Folge oder 24,99 Euro pro Staffel. Bei vier Staffeln kommt man da auf stolze 100 Euro – ohne Originalversion wohlgemerkt. Auch wenn jetzt manche in Jubel ausbrechen – das ist dreist teuer für eine mehr als 20 Jahre alte Serie.
Sparfüchse werden noch warten müssen, bis die Serien im Prime-Abo enthalten sind, wie es für Justice League Unlimited bereits der Fall ist. Und wer sich lieber Silberscheibchen ins Regal steht, der wird sich ohnehin noch eine Weile gedulden müssen.
Was wurde nicht alles gelästert, gelobt und diskutiert über den kontroversesten Film des Jahres: Batman v Superman. Jetzt gibt es endlich auch einen Honest Trailer, der nochmal das Dümmste, Langweiligste und Unausgegorenste an diesem Schinken in wenigen Minuten zusammenfasst. (Siehe auch: How Batman v Superman Should Have Ended.) Dabei kommen ein paar neue Fragen auf: Warum ist Superman so miesepetrig? Warum macht Clark Kent so einen miesen Job als Reporter? Warum stellt er überhaupt so dumme Fragen? Dabei bringen die Screen Junkies die Kritik auf den Punkt: In diesem Film stecken Ideen für sechs Filme. Und daher bricht er am eigenen Gewicht zusammen. DC/Warner wollten mit diesem zu Marvel aufschließen und haben dadurch den Abstand noch vergrößert. Die Konkurrenz macht tolle Filme, die die Massen begeistern, während DC spaltet. Moral: Man kann es nicht allen recht machen.
Erschienen: 1998 (The New Batman Adventures S01E11)
„Oh baby, you’re the best! The ultimate thrill! The final stunt! Me and you! Yeah! Yeah! Yeeeah!“ (Roxy Rocket)
Heute möchte ich euch eine meiner Lieblingsepisoden von Batman TAS vorstellen. Seltsam, dass ich nicht schon früher darauf gekommen bin, aber jetzt ist wohl die Zeit reif dafür. Die Rede ist von einer Folge aus der dritten Staffel, die ohnehin genial ist, allein schon visuell, wegen ihres kantigeren Stils, aber auch wegen einiger ausgefeilter Storys (z.B. Over the Edge). In der Folge „The Ultimate Thrill“ bekommt Batman es mit einer neuen Schurkin zu tun, der Diebin Roxy Rocket, einer ehemaligen Stuntfrau. Und wie so oft ist die rothaarige Schurkin nicht irgendeine Frau, sondern eine mit Feuer, deren Charme man nur schwer widerstehen kann. (Ihren ersten Auftritt hatte sie in Batman Adventures Annual #1, 1994.)
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Das Feuer ist wörtlich gemeint: Denn sie reitet, wie der Name schon sagt, auf einer Rakete. Klingt albern? Mag sein. Aber der Verstand setzt hier schnell aus und weicht der reinen Freude am Zuschauen. Denn Roxy ist nicht nur fit im Raketenflug, sondern auch eine gewitzte Person, die Batman immer wieder abhängt und mit einem lockeren Spruch dumm dastehen lässt. Es ist eine Lust, diese pfiffige und rasante Episode zu sehen.
Apropos Lust: Es geht beim „letzten Kick“ um nichts anderes. Und das ist mehr als nur Subtext, es braucht wirklich nicht viel Fantasie, um sexuelle Erregung darin zu sehen. Wie sich Roxy in ihrem Todesmut jedes Mal einen abstöhnt, wenn sie durch die Luft fliegt, das ist schon fast nichts mehr für Kinder. Gerade im Finale, wenn sie mit Batman auf der Rakete sitzend auf eine Felswand zurast (und sich dabei sogar auszieht!), scheint sie buchstäblich einen Orgasmus zu erleben. (Man sollte sich allein die Tonspur anhören.)
Nicht ohne Grund reitet Roxy auf einem großen Phallussymbol und sagt solche Dinge wie: „Ich mag Männer mit Durchhaltevermögen.“ Sagen wir’s frei heraus: Es geht um eine Frau, die für eine Riesenerektion die Beine breit macht. Und wie geht Batman darauf ein? Ach, ihr kennt doch den alten Miesepeter …
P.S.: Selbst Co-Creator Bruce Timm hat zugegeben, dass „The Ultimate Thrill“ eine der frivolsten Episoden der Zeichentrickserie ist.
Titel: Batman & Robin Vol. 3 – Batman & Robin Must Die (dt. Batman und Robin müssen sterben)
Autor/Zeichner: Grant Morrison/Frazer Irving, Cameron Stewart, David Finch
Erschienen: 2010-2011 (Batman & Robin #13-16, Batman: The Return #1), Paperback 2012, dt. Panini 2012 (Paperback)
„I like to think I’m just keeping the costume warm.“ (Dick Grays0n)
„Guess I should have known you wouldn’t just turn up during lunch tomorrow or something normal like that.“ (Dick Grayson)
Das ist er: der Band, in dem Bruce Wayne als Batman zurückkehrt. Endlich. Nach einer langen Interimsphase und einer noch länger anmutenden Rückkehrphase ist Daddy wieder da. Aber nicht so schnell! Zunächst passiert davor noch eine Menge: Nachdem der mysteriöse Detektiv Oberon Sexton sich als Joker geoutet hat, bekommt er zunächst einmal eine Abreibung von Robin verpasst. Mit der Brechstange – als Revanche für Damians Vorgänger, Jason Todd (vgl. Death in the Family). Doch der Joker schafft es, ihn mit seinem Grinsegift zu sedieren und nimmt ihn gefangen.
Inzwischen führt Simon Hurt seinen lang angelegten Plan zum Finale: er lässt in Gotham eine virale Droge von Professor Pyg verbreiten, die Menschen drehen durch. Daraufhin gibt sich Hurt, der gerne Thomas Waynes Fledermauskostüm trägt, vor der Presse als der wiedergekehrten Thomas Wayne aus. Batman und Robin werden gefangengenommen, Batman bekommt eine besondere Kugel in den Kopf geschossen, die ihn erst nach einiger Zeit lähmen wird. Und genau da, im größten Moment der Verzweiflung, kehrt der wahre Batman zurück: Bruce Wayne. Und mit vereinten Kräften … naja, den Rest könnt ihr euch denken. Am Ende verkündet Bruce, dass er große Pläne hat: Batman wird global.
Nicht so raffiniert wie es scheint
Rasant, überladen, chaotisch. Mit diesen drei Worten lässt sich der Abschluss von Grant Morrisons Batman & Robin-Story beschreiben – also wie viele seiner Storys (Batman R.I.P., Final Crisis, The Return of Bruce Wayne). Da mag der ein oder andere gelungene Moment dabei sein, aber ich bin jetzt erstmal froh, endlich mit ihm durch zu sein. Viele halten Morrison für ein Genie, ich finde ihn bloß anstrengend. Man braucht einen langen Atem und sollte nicht zu viel Zeit zwischen den Bänden dieser Mega-Erzählung verstreichen lassen, um hier durchzusteigen. Letztendlich ist das Finale aber nicht annähernd so raffiniert, wie der komplexe Aufbau, der dazu führt.
Bruce Waynes Rückkehr ist natürlich visuell ein Fest, aber etwas atemlos. Es gibt kein Ankommen. Kaum ist er da, muss er nicht nur den Tag retten, sondern verkündet auch seine Pläne für Batman Incorporated und weist jedem Mitglied der Bat-Familie eine Aufgabe zu. Und am Ende, in The Return, wird auch schon der nächste großangelegte Handlungsstrang begonnen: mit Kampfrüstungen, Terroristen im Nahen Osten und Genexperimenten … Keine Zeit zum Durchschnaufen.
Gelungene Zeichnungen
Im dritten Band kann man immerhin das Auge an einigen tollen Zeichnungen erfreuen: allen voran an Frazer Irvings stimmungsvolle Seiten, aber auch Cameron Stewart und David Finch leisten solide Arbeit mit ausdrucksstarken Figuren.
Zur Entspannung gibt es am Schluss noch ein Lied zum Thema Heimkehr: „Daddy’s Home“ von Shep & The Limelites. (Findet ihr nicht auch, dass dieses Blog zu wenig Musik enthält?)
Eine halbe Stunde mehr bekommen die Fans in der „Ultimate Edition“ von Batman v Superman. Dadurch schwillt der Film auf eine Gesamtlänge von drei Stunden an. Lohnt sich das? Da ich keine Lust habe, mich noch einmal und länger durch diese cineastische Wüste bzw. Verwüstung zu quälen, habe ich bei Profis Hilfe gesucht und gefunden. Die Screen Junkies, die auch für die Honest Trailer verantwortlich sind, haben in einem Zehn-Minuten-Interview zusammengefasst, was neu ist am „Ultimate Cut“ und ob die zusätzlichen Szenen den Film besser machen.
Die Antwort: nein. Die neuen Szenen klären einige offene Fragen, aber die Hauptkritikpunkte bleiben erhalten. Wer den Film nicht mochte, wird ihn wahrscheinlich immer noch nicht mögen. (Wie zum Beispiel Spider-Man und Deadpool.)
„Will my return cause more grief than when I was gone?“ (Bruce Wayne)
Lange schien Bruce Wayne zunächst tot zu sein, in Wirklichkeit war er verschollen in der Zeit, jetzt ist er von seiner Odyssee zurück. Aber statt wieder das Batman-Kostüm anzulegen, spielt er erstmal Theater: Statt sich zu erkennen zu geben, legt er sich die Identität „The Insider“ zu, steigt in einen High-Tech-Anzug, der die Fähigkeiten der Justice League vereint, und stalkt seine alten Weggefährten: Dick Grayson und Damian, die als Batman und Robin ein gutes Team ergeben, Tim Drake (Red Robin), Stephanie Brown (Batgirl), Selina Kyle (Catwoman), Barbara und James Gordon sowie die C-Heldengruppe, die Outsider. Jeden beobachtet er oder stellt ihn oder sie auf die Probe. Bruce erkennt schnell, dass alle ziemlich gut auch ohne ihn ausgekommen sind. Das bestärkt ihn darin, seine geheime Agenda zu verfolgen …
Zeitgleich machen Attentäter weltweit Jagd auf Stadtoberhäupter, aber das ist nur der äußere Anlass für Action. Die eigentliche Gefahr geht von der Reporterin Vicky Vale aus, die hinter Batmans Geheimidentität gekommen ist (siehe Battle for the Cowl) und damit an die Öffentlichkeit gehen will. Leider geht sie bei ihrer Recherche nicht allzu vorsichtig vor, sodass bald Gothams Unterwelt hinter ihr her ist – und Ra’s al Ghul. Aber da ist Bruce schon zur Stelle.
The Road Home ist keine Batman-Story, sondern eine Story über Bruce Wayne in einer Übergangsphase, die zu Batman Incorporated leiten soll. Batman wächst über die Familie hinaus zu einem weltweiten Unternehmen. Daher kommen hier auch so viele Nebenfiguren auf, auf die man sonst gut verzichten kann. Stark sind die Momente, die die Beziehungen zu den Verbündeten vertiefen, auch Batman in seinem neuen Anzug voller Gadgets kämpfen zu sehen, macht Spaß, auch wenn es zu übertrieben ist und zu sehr nach Batman Beyond aussieht. Die erste Hälfte ermüdet ein wenig, weil die Proben mehr oder weniger nach dem gleichen Prinzip laufen, in der zweiten Hälfte zieht die Vicky Vale-Handlung stärker an und gewinnt an Spannung. Was aber am meisten nervt, ist diese unnötige Geheimniskrämerei und diese Rückkehr auf Raten. Hier bleibt sich Bruce leider unangenehmerweise treu.
Von den Zeichnungen her ist bis auf das James Gordon-Kapitel, das von Szymon Kudranski genial stimmungsvoll inszeniert ist, kaum etwas der Rede wert. So ist The Road Home noch eine dieser mittelmäßigen Transit-Storys, durch die man durch sollte, wenn man das gesamte Bild haben will, aber kein Muss für Fans ausgefeilten Storytellings.