Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Ein Trailer zu Gotham by Gaslight

Im Jahr 2018 erscheint der neue Batman-Animationsfilm Gotham by Gaslight, der auf einer Elseworlds-Story von Bryan Augustin und Mike Mignola basiert. Bilder daraus waren bereits in der Sneak Peek zu sehen, hier kommt der offizielle Trailer. Es verspricht düster und blutig zu werden – immerhin geht es um Jack the Ripper … Ein genaues Startdatum ist noch nicht bekannt.

Warner Bros.

Talfahrt für Two-Face

DC Comics

Titel: Double Your Money — and Die!

Autor/Zeichner: Bob Haney/Jim Aparo

Erschienen: 1973 (The Brave and the Bold #106)


„Yes, his life was one of tragedy and irony!“ (Bruce Wayne)

Wer von dieser Story Two-Face erwartet, wird enttäuscht, denn hier ist nur wenig von ihm zu finden. Batman und Green Arrow verbünden sich, um eine Mordserie aufzuklären: Nacheinander werden Anteilseigner der Starr Corporation umgebracht. Auch Oliver Queen (Green Arrow) steht auf der Abschussliste. Schließlich finden sie heraus, dass Two-Face dahintersteckt, verfolgen ihn in die Schweiz. Dort will Two-Face das Geld in eine Klinik für plastische Chirurgie investieren, um sein Gesicht wiederherstellen lassen. Aber er stürzt bloß in eine Gletscherschlucht. Hätte er mal lieber einen der beiden Bonzen um Geld gebeten, aber nein, es muss ja unbedingt immer Mord sein.

Armer Harvey.

Mehr zum Thema:

Harvey Dents schlechtes Gewissen

DC Comics

Titel: Half an Evil

Autor/Zeichner: Denny O’Neil/Neal Adams

Erschienen: 1971 (Batman #234), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two Face)


Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar: Two-Face, der klassische Schurke, der schon 1942 debütierte, tauchte 17 Jahre lang nicht mehr in Batman-Comics auf. Zwischen 1954 und 1971 gab es nur eine kleine Ausnahme, aber die zählt nicht, weil sich da Batman in seinen Erzfeind verwandelt hat (World’s Finest #173).
Denny O’Neil holte Anfang der 70er die alte Garde wieder hervor. Noch vor dem Joker (1973) kam Two-Face dran. Die Story dazu ist allerdings enttäuschend unspektakulär: Zuerst lässt Two-Face einen großen Hot-Dog-Luftballon von einer Parade stehlen (weil bekanntlich nur Würste zwei Enden haben), dann das Tagebuch von Captain Bye (wegen des Namens, der wie das Präfix bi- ausgesprochen wird). In dem Buch steht, wo ein altes Schiff mit Schatz versunken ist, mit dem Ballon lässt es Two-Face nach oben treiben.

Als Batman ihm auf die Spur kommt, wird er hinterrücks von Two-Face ausgeknockt, kommt aber frei, weil er den alten Muskel-Anspannungs-Trick anwendet. Der Schurke haut mit der Beute in einem Paddelboot ab. Das Interessante an der Geschichte ist das Ende: Two-Face wird durch sein Gewissen ausgeschaltet. Weil durch das unvermeidliche Sinken des Schiffs ein Unschuldiger sterben kann, wirft Good Old Harvey seine Münze, sie fällt mit der guten Seite nach oben, Harvey macht kehrt und Batman haut ihn mit einem Schlag um.

Das war einfach. Zu einfach.

Mehr zum Thema:

Das Böse steckt in uns allen

Harvey Dent: Von Two-Face zu One-Face.

Titel: Batman vs. Two-Face

Drehbuch: Michael Jelenic, James Tucker

Erschienen: 2017 (Direct-to-Video)


Two-Face spielte in den Comics der 60er Jahre keine Rolle. Auch in der Batman-Serie der 60er Jahre, in der die meisten klassischen Schurken versammelt waren, fehlte er ebenso wie Scarecrow. Two-Face, mit seiner gespaltenen Persönlichkeit und seinem entstellten Gesicht passte nicht in die bunte Welt der Familienserie. Die Tragödie von Harvey Dent wollte man Kindern offenbar nicht zumuten. Zwar gab es Pläne für eine Two-Face-Episode, aber es blieb beim Treatment dafür.

Erst 2015 wurde aus dem Story-Entwurf ein Comic: „The Two-Way-Crimes of Two-Face“ (Batman ’66: The Lost Episode #1). Zwei Jahre später erschien ein Animationsfilm zu dem Thema: Batman vs. Two-Face ist nach Return of the Caped Crusaders der zweite Zeichentrickfilm, der sich an die alte TV-Serie anlehnt. Und es ist der letzte Auftritt von Adam West vor seinem Tod.

Die Handlung variiert das Thema sehr statt es bloß zu wiederholen. Harvey Dent (William Shatner) wird zu Two-Face nach einem Unfall: Hugo Strange versucht, mit einer Maschine das Böse aus vier Schurken herauszusaugen. Dabei überlädt die Maschine, der Tank, indem sich das Böse staut, explodiert und das Böse ergreift Besitz von dem Bezirksanwalt. Zwar wird er durch eine plastische Operation geheilt, aber kurz darauf treibt Two-Face wieder sein Unwesen. Harvey scheint aber nichts damit zu tun haben. Batman glaubt an seinen Freund, Robin bleibt skeptisch, das Dynamische Duo entzweit sich, schließlich wird auch Robin zu Two-Face und es kommt zum Kampf …

Batman haut Two-Face-Robin eine rein. (Anspielung auf World’s Finest #153, 1965)

Die Moral, dass das Böse in jedem von uns entfesselt werden kann, wird im Finale deutlich, wenn Two-Face sein grünes Gas über Gotham freilässt und damit die Bewohner infiziert. Two-Face ist überall, in jedem von uns. Und schließlich ergreift es ganz von ihm Besitz, weil es in ihm steckt und nicht durch kosmetische Korrekturen ausgemerzt werden kann. Ein interessanter Aspekt.

Anspielung auf „Two-Face Strikes Again“ (Batman #81, 1954).

Für sich genommen könnte die Handlung einen spannenden Batman-Film hergeben. Denn Batman vs. Two-Face hat einen ernsten Kern, er beschreibt den inneren Kampf eines Mannes mit sich selbst, es geht auch um Freundschaft und Vertrauen. Aber leider ist da noch die ganze Albernheit drumherum (King Tut, Bookworm), die platten Witze, die Kalauer, die Selbstironie und der Slapstick, was alles nicht zu der Geschichte passt, die eigentlich erzählt werden soll.

Alfred, im Hintergrund: Das erste Batman-Kostüm aus Detective Comics #27.

Der Film versucht zweierlei und damit eins zu viel: einerseits die Nostalgie zu bedienen und den absurden Humor einzufangen, andererseits eine klassische Two-Face-Story zu erzählen. Aber den Spagat zwischen Komödie und Tragödie, dem Leichten und dem Schweren bekommt der Film nicht hin. Der Batman der 60er und Two-Face gehören einfach nicht zusammen.

Vorspann aus Batman vs. Two-Face: Anspielung auf das Cover von Batman #9.

Mehr zum Thema:

Drei Anthologien für Two-Face

DC hat eine neue Two-Face-Anthologie herausgebracht – schon wieder.  Nur zwei Jahre nach der letzten, dem Paperback Batman Arkham: Two-Face, erscheint jetzt das teure Hardcover Two-Face: A Celebration of 75 Years. In der Reihe sind bereits Geschichten von Batman, Joker und anderen DC-Helden erschienen. (Zuletzt auch Harley Quinn, obwohl mit ihr die Batman Arkham-Reihe begonnen hatte.)

Da soll mal einer DCs Veröffentlichungspolitik anders verstehen, als reine Geldmacherei. Im jüngsten Fall werden auf 384 Seiten folgende Storys geboten:

  • Detective Comics #66, #68, #80, #739
  • Batman #50, #81, #234, #410-411, #572
  • Batman Annual #14
  • The Brave and the Bold #106
  • Joker #1
  • Secret Origins #1
  • Batman: Black and White #1
  • Gotham Central #10
  • Joker’s Asylum: Two Face #1
  • Batman and Robin #23

Fett markiert sind die, die nicht in Batman Arkham auftauchen, also zehn Geschichten. (Die Story aus Gotham Central ist im ersten Paperback der Serie erschienen, Batman #572 und Detective Comics #739 sind Teil von No Man’s Land/Niemandsland). Allerdings sind einige davon bereits in der ersten Two-Face-Anthologie versammelt gewesen: Batman vs. Two-Face (2008):

  • Detective Comics #66, #68, #80, #187
  • Batman #81, #234, #527-528, #653
  • Batman: Black and White #1
  • Countdown #29

Abgesehen von den obligatorischen ersten drei Detective-Ausgaben, doppeln sich Batman #81 und die Black and White-Story. Was der 75-Years-Ausgabe fehlt, sind die fünf fett markierten, darunter eine Golden Age Story (Detective #187). Batman #653 ist Teil der Storyline Face the Face, die man unbedingt ganz lesen sollte.

Was nach wie vor fehlt, ist ein Reprint der Zweiteiler Two-Face Strikes Twice (1993) und Two-Face: Year One (2008).

Eine vollständig befriedigende Ausgabe gibt es also nicht, ob es sich lohnt, drei Anthologien im Regal stehen zu haben, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Vorschlag für alle, die digitalen Comics gegenüber nicht abgeneigt sind: Batman #527-528 und The Brave and the Bold #106 kann man sich bei Comixology kaufen. Mit der Zeit wird die Celebration-Anthologie dort wahrscheinlich billiger werden, irgendwann werden wohl auch die darin enthaltenen Einzel-Ausgaben digital verfügbar sein, dann wird sich jeder seine eigene Anthologie zusammenstellen können – für den Fall, dass man nicht unbedingt am Papier hängt.

> Liste der Two-Face-Comics

Geburtstagsgeschenk für Harley Quinn

DC Comics

Titel: The Dark Prince Charming (dt. Der Dunkle Prinz)

Autor/Zeichner: Enrico Marini

Erschienen: 2017 (Teil 1 von 2, Hardcover), dt. Panini 2018


„I’m no monster, after all.“ (Joker)

Bruce Wayne bekommt Besuch von einer Frau mit einem achtjährigen Mädchen. Sie behauptet, das sei seine Tochter und verlangt zehn Millionen Dollar. Als die angebliche Vaterschaft in die Medien kommt, entführt der Joker das Mädchen, um Harley Quinn ein Geburtstagsgeschenk zu machen. Batman macht sich auf die Suche.

DC Comics

Enrico Marini (Batman Europa) ist ein Meister. Er inszeniert ein wahnsinnig detailliertes wie stimmungsvolles Gotham, neblig, aber in warmen Farben. Seine Figuren strotzen vor Lebendigkeit, sein Batman, der sehr an Ben Affleck erinnert, changiert irgendwo zwischen realistisch und ikonenhaft. Der Joker ist ein ultragrausamer Schurke, der seinen Handlangern keinen Patzer durchgehen lässt und auch einfach seine ganze Gang niedermetzelt, wenn ihm danach ist. Aber er ist auch ein Schurke mit einer schwierigen Kindheit, wenn man seinen Gedächtnislücken Glauben schenken darf … Das erinnert zwar stark an den Film The Dark Knight, aber seine Fürsorge für das entführte Kind verleiht ihm auch eine neue, nämlich menschliche Komponente.

Die Story nimmt sich alle Freiheiten, die sie braucht, denn sie spielt abseits der Continuity: Bruce Wayne hat eine Beziehung mit Selina Kyle (Catwoman), die offenbar immer noch Juwelen stiehlt, James Gordon raucht erstmals E-Zigarette und Batman trifft mal wieder auf einen Killer Croc, der keine Ratten in der Kanalisation frisst, sondern eine eigene Gang unterhält. Im vorläufigen Finale verprügelt ihn Batman verprügelt auf der Suche nach Antworten, aber muss eingestehen, dass er nur ans Ende seiner Möglichkeiten gekommen ist …

The Dark Prince Charming ist der furiose Auftakt einer packend erzählten Geschichte und macht große Lust auf Teil 2. Der soll allerdings erst im Frühling 2018 erscheinen.

>> Batman 2011-2019

Wie Batman zu Two-Face wurde

DC Comics

Titel: The Jekyll-Hyde-Heroes

Autor/Zeichner: Jim Shooter/Curt Swan

Erschienen: 1968 (World’s Finest #173), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two Face)


„Alfred’s coffee gets better every day!“ (Batman)

Nachdem der ruchlose Wissenschaftler Dr. Arron von Batman und Superman davon abgehalten wird, menschenverachtende Experimente durchzuführen, rächt sich dieser an den World’s Finest: Er verwandelt sie durch eine Tücke in ihre schlimmsten Feinde, Superman in Kralik, Batman in Two-Face. Da beide aus Nostalgie die Kostüme ihrer Erzfeinde als Andenken bewahren (oder sollte man sagen: ehren?) entwickeln sie den Drang, sich so umzuziehen, wie sie sich fühlen und daraufhin bricht das Chaos aus.

Batman wird als Two-Face sofort zum Bankräuber. Von jetzt auf gleich hat er nicht nur eine Bande williger Schergen in passenden Kostümen beisammen, sondern auch eine High-Tech-Ausrüstung wie etwa einen Panzer mit zwei Kanonenrohren, eine raketenbetriebene fliegende Riesenfaust, Antimaterie-Kanonen und ein täuschend echtes Two-Face-Roboter-Double. Es wirkt so, als hätte er es geahnt, dass sich ihm ein Superschurke in den Weg stellen würde. So kommt es zum Kampf mit Kralik – warum auch immer.

Heiliger Doppellauf!, würde Robin jetzt sagen, aber der wird vom bösen Dr. Arron ausgeknockt, noch bevor er die Sache verstehen und das Problem lösen kann. Batman-Two-Face trifft auf Arron, der wird ohnmächtig, seine fürsorglichen Schergen päppeln ihn mit Wasser wieder auf, aber das enthält das Wundermittel, das andere zu ihren Erzfeinden macht. Und so verwandelt sich Arron in Batman und Superman zusammen, auch bekannt als Composite Superman, jenen Schizo-Helden, der in der Mitte geteilt ist und das Beste beider Helden vereint. Blitzschnell besorgt er sich sein lächerliches Kostüm, bevor er die beiden Schurken ausknockt (denn ohne Kostüm macht es nur halb so viel Spaß) und Batman und Superman sind wieder sie selbst.

Mehr zum Thema:

Schnitzeljagd mit vier falschen Batmen

Catwoman im Golden Age (Teil 4)

DC Comics

Titel: The Princess of Plunder

Autor/Zeichner: Jack Schiff/Jerry Robinson

Erschienen: 1942 (Batman #10), Hardcover 2016 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 2)


„She … er … she got away … slipped through my fingers …“ (Batman)

In ihrem vierten Abenteuer trägt Catwoman erstmals eine Kombination aus Violett und Schwarz und stiehlt nicht selbst, sondern lässt ihre Handlanger für sich arbeiten. Und das läuft so: Die wohlhabende Marguerite Tone veranstaltet eine Party, bei der sich die Gäste die Zeit mit einer Schnitzeljagd vertreiben sollen: Jeder Gast ist dazu angehalten, bestimmte Gegenstände zu besorgen. Wie gut, dass Bruce Wayne und Dick Grayson bei diesem öden Unsinn nicht mitmachen und lieber eine Runde als Batman und Robin drehen. Eine günstige Fügung, denn Catwoman macht sich das Spiel zunutze, um ihre Handlanger andere, wertvolle Dinge aus Häusern holen zu lassen.

DC Comics

Batman erwischt zwei Einbrecher, durchschaut die Masche, aber lässt sie vorerst laufen. Bei der nächsten Party sollen sich alle Gäste verkleiden – fünf kommen als Batman, ausgerechnet vier davon sind wieder Einbrecher. Der wahre Batman kann sie mit Leichtigkeit überwältigen, doch die Anführerin kommt davon, weil man ihr nichts beweisen kann. (Ihre Männer werden seltsamerweise nicht vernommen.)

So versucht es Catwoman ein drittes Mal, diesmal mit falschen Butlern und tatsächlich klappt es, weil ein Messer in einem Sack Mehl landet. Wie bitte? Ja, wenn man ein Messer in einen Sack Mehl wirft, gibt das eine so große Staubwolke, dass das Dynamische Duo nichts mehr sehen kann und die Verbrecher entkommen können. Jedenfalls im Comic ist das so. Aber warum? Weil die Geschichte nunmal 13 Seiten hat und man sie deshalb nicht schon auf Seite 12 enden lassen kann.

DC Comics

Doch die Story nimmt eine seltsame Wendung. Statt das Diebesgut auf dem Schwarzmarkt zu verhökern, versucht Catwoman, sie wieder ihren Besitzern zu verkaufen – und schaltet eine Anzeige in der Zeitung. Das hat nichts mehr mit Verbrechergenie zu tun. Das kann nur als verkappte Einladung an Batman verstanden werden. Der platzt auch gleich zur Tür rein, schlägt die Komplizen zusammen und rettet der Anführerin das Leben, als sich einer gegen sie wendet. Dafür gibt’s dann endlich einen Kuss zur Belohnung. Batman ist daraufhin so erstarrt, dass er die Katze wieder davonkommen lässt. Oder jedenfalls tut er so … Robin bleibt skeptisch. Zurecht. Eine seltsame Beziehung.

Mehr zum Thema:

Das Mädchen, das ein Schatten war

DC Comics

Titel: League of Shadows

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Marcio Takara, Christian Duce

Erschienen: 2017 (Detective Comics #950-956), Paperback 2017 (Detective Comics Vol. 3)


„The course of history is not guided in the light. It is guided in the shadows.“ (Ra’s al Ghul)

„There’s so much that still doesn’t make any sense.“ (Batman)

Einst galten sie als ein Mythos, den Ra’s al Ghul in die Welt gesetzt hat, jetzt treten sie in Erscheinung: die League of Shadows. Shiva (auch bekannt als Lady Shiva), früher beste Auftragskillerin bei der League of Assassins, führt die Bande an, um Gotham City zu vernichten. Der Grund: Weil Ra’s al Ghul die Stadt im Hintergrund beherrscht. (Was sind dagegen schon zehn Millionen Menschenleben?)Die Bande stiftet zunächst Chaos in Gotham, indem sie Bürgermeister Hady ermordet und Batman die Schuld dafür in die Schuhe schiebt, dann lässt sie Joker-Gas frei. Schließlich soll die Stadt mit einer Atombombe in die Luft gejagt werden.

Die Batman-Familie hat viel zu tun. Batwing und Azrael bekommen jeweils ein Schwert ab, später auch Batwoman. Batman wird von Ra’s in der Bathöhle ausgetrickst und an Shiva ausgeliefert. Jetzt kann nur noch Cassandra Cain alias Orphan helfen, Shiva aufzuhalten. Es kommt zum Kampf Tochter gegen Mutter. Und es fließt sehr viel Blut.

Cassandra steht im Mittelpunkt der Story. Wir erfahren, dass sie gerne tanzen würde und deshalb eine Baletttänzerin stalkt, und dass sie zwar zur Killerin ausgebildet wurde, aber nicht mehr töten will. Deshalb schafft sie es, 1000 Schattenligisten blutig zu prügeln und mit dem Schwert zu malträtieren, ohne dass einer dabei drauf geht. Mein Problem dabei ist: Wenn ich eine Batman-Story lese, will ich eine Story über Batman lesen, nicht über einen Nebencharakter. Aber Batman bekommt man hier nur wenig.

Detective Comics ist seit dem Neustart von DC Rebirth eben eine Serie über ein Bat-Team und jedes Mal liegt der Schwerpunkt auf einem anderen Charakter: Batwoman, Spoiler oder jetzt eben Orphan. Das Problem ist, dass es die Nebenfiguren hier eigentlich nicht braucht, außer als Kanonenfutter. Sie stehen syptomatisch für eine einfallslose Handlung nach altem Muster, ohne sich zumindest die Mühe zu machen, die Motivation der Schurkin plausibel zu gestalten. Mag sein, dass sich das ein oder andere aufklären wird, wenn noch der große Krieg kommt, den Batman vorausahnt, aber ehrlich gesagt: Ich will’s gar nicht wissen.

Was bisher geschah:

Flashpoint 2: Irgendwas fehlt

Titel: Batman/The Flash: The Button (dt. Das Batman & Flash-Crossover)

Autor/Zeichner: Joshua Williamson, Tom King/Howard Porter, Jason Fabok

Erschienen: 2016 (Batman #21-22, The Flash #21-22), Hardcover 2017 (Deluxe Edition)


„I saw … God.“ (Reverse Flash)

Während Batman das Geheimnis des gelben Smiley-Buttons untersucht, den er in der Bathöhle gefunden hat (siehe DC Universe Rebirth), wird er von Eobard Thawne, dem Reverse Flash angegriffen. Zunächst wird Batman schlimm verdroschen, dann kann er ihn noch ein bisschen hinhalten, bis der gute Flash (Barry Allen) eintrifft. Doch kurz davor verschwindet Thawne mit dem Button, nur um kurz darauf wiederzukehren und zu sterben. Seine letzten Worte: Er habe Gott gesehen.

Batman und Flash gehen dem Rätsel des Buttons nach, steigen auf die kosmische Tretmühle (Flashs Zeitreiselaufband), besuchen Batman Thomas Wayne im Flashpoint-Universum und treffen Jay Garrick, den ersten Flash. Und wieder wird ihnen klar, dass mit diesem Universum irgendwas nicht stimmt, dass irgendetwas fehlt.

The Button ist eine doppelte Fortsetzung: des Specials DC Universe Rebirth und des früheren Events Flashpoint. Es führt zu dem Event Doomsday Clock, in dem die DC-Helden auf Alan Moores Watchmen treffen werden. Obwohl The Button nur ein Bindeglied bildet und nur noch mehr Fragen aufwirft, ist die Lektüre ein großes Vergnügen. Und das nicht nur grafisch, weil Jason Fabok und Altmeister Howard Porter sich großartig ergänzen. Wie schon in Flashpoint bilden Flash und Batman ein gutes Team. Allein Batmans Kampf mit dem Reverse Flash und Batmans Begegnung mit seinem Vater, der ihm sagt, er solle Batman sterben lassen, sollte man sich nicht entgehen lassen.

Der Rest der Story ist noch rätselhaft, macht aber Lust auf mehr. Wenn doch nur Doomsday Clock so gut wird, wie es sich anbahnt … Aber da ist natürlich auch die Sorge, dass man die Watchmen lieber hätte ruhen lassen sollen.

(Es lohnt sich, die Deluxe Editon zu kaufen, denn die hat ein Lenticular-Cover.)

Was bisher geschah:

>> Batman 2011-2019