Jack Schiff

Robin als Vorbild – für Verbrecher

DC Comics

Titel: The Midnight Raid of the Robin Gang

Autor/Zeichner:  John Broome, Jack Shiff/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1965 (Detective Comics #342), Hardcover 2015 (Robin, The Boy Wonder: A Celebration of 75 Years)


In der Klatschspalte der Zeitung ist Unerhörtes zu lesen: Robin soll Batman bei einem Einsatz in die Quere gekommen sein, denn der Wunderknabe soll neidisch sein. Er habe es satt, dass Batman ständig die Lorbeeren für ihr Teamwork einheimst. Totaler Blödsinn, denken sich Bruce und Dick, da informiert Commissioner Gordon Batman, dass derzeit viele Jugendliche die Schule schmeißen, um Karriere als Verbrecher zu machen.

Auch einer von Dick Graysons Mitschüler, Tom Willard, hat sich dem Trend angeschlossen. Dick will ihn davon überzeugen, in die Schule zurückzukehren, da findet er bei ihm zuhause eine Robin-Uniform. Tom bringt ihn zu einem Wrestling-Studio. Der Betreiber lässt vier Jungs in Robin-Kostümen Diamanten klauen. Welchen Sinn es hat, Kinder in knallbunten Kostümen Diebstahl begehen zu lassen, wird leider nicht erklärt. Es reicht offenbar, dass es sich um eine Unverschämtheit handelt, Robins guten Ruf zu missbrauchen.

Robin als Dieb?

Zunächst fällt auch Batman auf die Täuschung herein. Als Dick den Fall lösen will, tritt er aus Versehen Batman vom Dach – und zufällig hält eine Fernsehkamera drauf. Das Gerücht vom Streit des Dynamischen Duos bekommt neues Futter. Aber dann beweisen die beiden das Gegenteil, indem sie zu dem Sportstudio zurückkehren und alle umhauen, die sich ihnen in den Weg stellen.

Was hat es aber mit Dicks seltsamem Benehmen auf sich? Ganz einfach: Er es was an den Augen. Mit ein paar Tropfen und etwas Ruhe hat sich das erledigt. Mit dieser Nichtigkeit macht Robin auch noch Schlagzeilen. Immerhin einmal schafft er es auf die Titelseite. Aber Dick ist guter Dinge: „Batman always will be the top headliner as far as I’m concerned!“ In den 60ern war die Welt der beiden noch in Ordnung – bis die Frauen ins Spiel kommen, etwa mit Poison Ivy und Batgirl.

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Schnitzeljagd mit vier falschen Batmen

Catwoman im Golden Age (Teil 4)

DC Comics

Titel: The Princess of Plunder

Autor/Zeichner: Jack Schiff/Jerry Robinson

Erschienen: 1942 (Batman #10), Hardcover 2016 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 2)


„She … er … she got away … slipped through my fingers …“ (Batman)

In ihrem vierten Abenteuer trägt Catwoman erstmals eine Kombination aus Violett und Schwarz und stiehlt nicht selbst, sondern lässt ihre Handlanger für sich arbeiten. Und das läuft so: Die wohlhabende Marguerite Tone veranstaltet eine Party, bei der sich die Gäste die Zeit mit einer Schnitzeljagd vertreiben sollen: Jeder Gast ist dazu angehalten, bestimmte Gegenstände zu besorgen. Wie gut, dass Bruce Wayne und Dick Grayson bei diesem öden Unsinn nicht mitmachen und lieber eine Runde als Batman und Robin drehen. Eine günstige Fügung, denn Catwoman macht sich das Spiel zunutze, um ihre Handlanger andere, wertvolle Dinge aus Häusern holen zu lassen.

DC Comics

Batman erwischt zwei Einbrecher, durchschaut die Masche, aber lässt sie vorerst laufen. Bei der nächsten Party sollen sich alle Gäste verkleiden – fünf kommen als Batman, ausgerechnet vier davon sind wieder Einbrecher. Der wahre Batman kann sie mit Leichtigkeit überwältigen, doch die Anführerin kommt davon, weil man ihr nichts beweisen kann. (Ihre Männer werden seltsamerweise nicht vernommen.)

So versucht es Catwoman ein drittes Mal, diesmal mit falschen Butlern und tatsächlich klappt es, weil ein Messer in einem Sack Mehl landet. Wie bitte? Ja, wenn man ein Messer in einen Sack Mehl wirft, gibt das eine so große Staubwolke, dass das Dynamische Duo nichts mehr sehen kann und die Verbrecher entkommen können. Jedenfalls im Comic ist das so. Aber warum? Weil die Geschichte nunmal 13 Seiten hat und man sie deshalb nicht schon auf Seite 12 enden lassen kann.

DC Comics

Doch die Story nimmt eine seltsame Wendung. Statt das Diebesgut auf dem Schwarzmarkt zu verhökern, versucht Catwoman, sie wieder ihren Besitzern zu verkaufen – und schaltet eine Anzeige in der Zeitung. Das hat nichts mehr mit Verbrechergenie zu tun. Das kann nur als verkappte Einladung an Batman verstanden werden. Der platzt auch gleich zur Tür rein, schlägt die Komplizen zusammen und rettet der Anführerin das Leben, als sich einer gegen sie wendet. Dafür gibt’s dann endlich einen Kuss zur Belohnung. Batman ist daraufhin so erstarrt, dass er die Katze wieder davonkommen lässt. Oder jedenfalls tut er so … Robin bleibt skeptisch. Zurecht. Eine seltsame Beziehung.

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