Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Batman trifft Captain America

DC Comics

Titel: Batman & Captain America

Autor/Zeichner: John Byrne

Erschienen: 1996 (One-shot)


„I may be a criminal lunatic, but I’m an American criminal lunatic!“ (Joker)

Januar 1945. Joker und Red Skull wollen die Atombombe Fat Boy stehlen, um Washington D.C. einzuäschern. Batman und Captain America verbünden sich (zusammen mit Robin und Bucky Barnes), um das Schlimmste zu verhindern. Zuerst rettet Batman Cap den Hintern, später kämpft Steve Rogers gegen Bruce Wayne, weil er ihn der Spionage verdächtigt, und als die beiden merken, dass sie einander ebenbürtig sind, wird ihnen auch klar, wer sie wirklich sind (Gilgamesch lässt grüßen). Es gibt die obligatorische Todesfalle, aus der sich Batman und Bucky in letzter Sekunde befreien …

Die interessanteste Szene ist jedoch im Finale, als der Joker erkennt, dass sein Komplize Red Skull für Hitler arbeitet: „I’ve been working with a Nazi?“, stellt er entrüstet fest. Offenbar liest der Joker keine Zeitung oder hat das fette Hakenkreuz auf der Brust des Schurken irgendwie missverstanden. Wie dem auch sei: Es wird offenbar, dass der Joker Prinzipien hat, er ist nämlich ein Patriot und will mit Nazis nix zu tun haben. Das klingt irgendwie unüberzeugend nach AfD-Logik, aber in der Tat sabotiert er dann den Bombenabwurf. Gemäß dem Motto: die eigene Hauptstadt vernichten ist okay, aber nicht fürs Dritte Reich …

Ansonsten erfindet das Elseworlds-Crossover das Rad nicht neu, bietet aber reichlich kurzweiligen Fan-Service, in bewährter klarer John Byrne-Optik.

Mehr zum Thema Batman gegen Nazis:

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics
>> Batman-Crossover

Als Batman gegen Nazis kämpfte (Teil 4)

DC Comics

Titel: Atlantis Goes to War

Autor/Zeichner: Don Cameron/Dick Sprang

Erschienen: 1943 (Batman #19), Hardcover 2017 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 3)


„… our Nazi friends — who love peace and justice , as we do —„

Manchmal bekämpfen Batman und Robin das Verbrechen. Manchmal aber hängen sie bloß zu Hause rum und langweilen sich. Dann suchen sie das Abenteuer. Eines Tages zum Beispiel beschließen sie, nach der geheimen Unterwasserstation der Nazis im Atlantik zu suchen, um die US-Streitkräfte zu unterstützen. Der Ozean ist zwar riesig und die Soldaten machen einen tollen Job als Aufklärer, aber vielleicht haben Batman und Robin ja Glück …

Batman #19: Atlantis Goes to War (DC Comics)

Und tatsächlich. Kaum sind sie losgeflogen und lesen auf dem Wasser einen schiffbrüchigen Seemann auf, werden sie durch einen Strudel hinabgezogen und landen in – Atlantis. Ja, genau: der sagenumwobenen, untergegangenen Stadt. Dort haben die Nazis Verbündete gefunden. Die Atlantis-Bewohner waren nämlich zu lange nicht mehr an der Oberfläche und haben keine Ahnung, wer wirklich die Bösen sind. Sie glauben ihren Freunden, weil die in der Mehrheit sind – ein ganz klarer Beleg dafür, dass Wahrheit keiner demokratische Entscheidung unterliegen kann. Batman und der Seemann werden zum Tode verurteilt (seltsam für ein friedfertiges Volk), Robin wird gefangen genommen.

Atlantis (Batman #19, DC Comics)

Doch während die beiden an Pfählen durch Sonnenlicht zu schmoren beginnen (wo kommt das eigentlich her?), kann sich Robin auf dem Weg zum Kerker befreien. Dabei stößt er ganz nebenbei einen Wärter in einen sehr tiefen Abgrund, was bestimmt tödlich endet, aber irgendwie keinen zu kümmern scheint. Egal: Robin knockt den kindlichen Herrscher von Atlantis aus und nimmt dessen Rolle ein, weil er ihm zufällig sehr ähnlich sieht. Unter falscher Identität kann er die schöne Schwester des Herrschers von seinem edlen Ansinnen überzeugen, auch wenn seine Maskerade ihn sofort als Betrüger entlarvt und unglaubwürdig macht, dann lässt er Batman und den Seemann befreien. Doch da zeigen die Nazis ihr wahres Gesicht und gehen auf sie los, der Seemann stirbt. Die Atlantis-Bewohner ändern ihre Meinung und die Deutschen bekommen wieder Saures …

Am Ende sehen wir einen Robin mit Liebeskummer: sehnsuchtsvoll schmachtet er der Prinzessin hinterher. Und ganz nebenbei erfahren wir, dass die Nazi-U-Boote mittlerweile von den Atlanteanern bekämpft werden. Super Sache, jetzt wissen wir, warum die USA den Krieg wirklich gewonnen haben. Oder vielleicht hat Captain Kurt Fritzl ja auch recht, wenn er sich die Glatze kratzt und sich fragt: „Sometimes I myself wonder if it is not all a dream!“

Die Geschichte scheint sich selbst nicht recht zu glauben. Zu fantastisch, zu weit hergeholt und letztendlich auch zu albern wirkt das alles. Hier werden nicht nur die Sphären von Batman und der realen Welt vermischt, sondern auch die der Fantasy-Welt – und damit schießt die Story übers Ziel hinaus. Ja, sogar noch mehr als andere. Die üblichen Prügeleien können nicht verhehlen, dass Batman und Robin Nazis eigentlich nur indirekt bekämpfen: indem sie Aufklärungsarbeit leisten. Mehr können Comicfiguren in der „echten Welt“ nun mal nicht ausrichten …

Mehr zum Thema:

Der Kuss der Katzenfrau

Catwoman im Golden Age (Teil 3)

DC Comics

Titel: The Batman vs. the Cat-Woman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Batman #3)


„I suppose that’s more or less a call for you to go into action.“ (Dick Grayson)

In ihren ersten beiden Auftritten spielte Catwoman noch eine Nebenrolle. Im ersten Fall trat sie erst sehr spät in Erscheinung und damit auch nur sehr kurz. Erfahren hat man kaum etwas über sie, nicht einmal ihren echten Namen. Ähnlich im zweiten Fall: da stahl ihr der Joker die Show. Ein richtiges Kostüm hatte sie noch nicht. Erst beim dritten Mal bekam sie eine Katzenmaske und ein Verhalten, das ihrer Rolle gerecht wird.

Wie schon zuvor geht es um Edelsteine. Catwoman, diesmal mit Katzenkopf, rotem Cape und orangefarbenem Kleid, raubt einen Mann aus, daraufhin wird sie von der Polizei gejagt. Kaum kriegt Batman das mit, wirft er sich gleich in Schale, um sich selbst auf die Suche zu machen – ohne Robin. Der bleibt wie selbstverständlich zu Hause, als wäre es eine Sache zwischen Erwachsenen.

DC Comics

Wieder verkleidet sich „Cat“, wie sie sich selbst immer noch nennt, um an die Juwelen zu kommen, diesmal gibt sie sich als Model bei einer Modenschau aus. Am Ende stellt sich heraus, dass sie nur im Auftrag zweier Männer gehandelt hat, aber dann selbst betrogen wurde. Batman befreit sie – und bekommt dafür zum Dank einen Kuss. Doch kurz darauf stößt ihn Catwoman weg und haut wieder ab. Wie schon beim ersten Fluchtversuch will Robin hinterher und Batman hält ihn zurück. Er hätte es ohnehin nicht geschafft, sagt er. Aber obwohl Robin ihm zu glauben scheint – es wirkt wieder wie eine faule Ausrede. Vor allem, als Batman schwärmt: „It’s too bad she has to be a crook!“ Und auch Catwoman wünscht sich, mit ihm weggefahren zu sein. „That would be sort of … of … nice!!!“

Es ist erst der Beginn einer langen Jagd …

Catwoman im Golden Age:

 

Traue niemals einer Ziege

DC Comics

Titel: The Widening Gyre (dt. Der Teufelskreis)

Autor/Zeichner: Kevin Smith/Walt Flanagan

Erschienen: 2009/2010 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2010), dt. Panini 2011


Bei einem Einsatz in Arkham Asylum wird Batman fast vom Dämon Etrigan getötet – da hilft ihm im letzten Moment ein Unbekannter mit Ziegenmaske. Baphomet, wie er sich später nennt, ist ein neuer Vigilant, der Batman erklärtermaßen helfen will. Immer wieder springt er ihm in der Folge als Deus ex machina bei. Der Held hat einiges drauf, Batman vertraut ihm, obwohl ihn schon der Name skeptisch macht. Aber eine rührselige Hintergrundgeschichte und das Ablegen der Maske reichen, um den besten Detektiv der Welt zu überzeugen.

Parallel dazu taucht Bruce Waynes alte Flamme Silver St. Cloud auf und erneuert ihre Liebschaft mit ihm. Das macht sogar Catwoman eifersüchtig. Wir sehen dabei zu, wie Batman sich nachts durch die gesamte (!) Rogues Gallery arbeitet und sich tagsüber mit seiner Freundin am Strand vergnügt, in Rückblenden lässt er Episoden seiner Vergangenheit mit Robin Revue passieren. Zwischendurch schaut Aquaman vorbei, um Bruce aufzuziehen.

Wären nicht die humoristischen Einschübe, wäre The Widening Gyre kaum zu ertragen. Denn bei dem episodenhaften Erzählstil fehlen ein Spannungsbogen, ein klares Problem und eine glaubhafte Entwicklung. Stattdessen fallen Batman und Bruce ständig aus der Rolle, etwa mit einem überstürzten Heiratsantrag und einer verantwortungslos-naiven Demaskierung. Dass die Story eine Fortsetzung von Cacophony ist, merkt man kaum. Aber wenn man es weiß, ahnt man schnell, auf welche Offenbarung es am Ende hinausläuft. Das letzte Panel setzt auf maximalen Schock-Effekt, aber es ist keine Überraschung. Dreist daran ist vor allem, dass die Geschichte bislang nicht zu Ende erzählt wurde. Eine sechsteilige Fortsetzung ist seit Jahren angekündigt, aber nie umgesetzt worden.

>> Batman 2000-2011

Bis einer stirbt

Titel: Cacophony (dt. Kakofonie)

Autor/Zeichner: Kevin Smith/Walt Flanagan

Erschienen: 2009 (Mini-Serie #1-3), Paperback 2009; dt. Panini 2010 (Paperback/Hardcover)


„I’m crazy ′cause I hate you.“ (Joker)

Deadshot versucht, den Joker in Arkham Asylum zu töten – ein Auftagsmord als Rache eines trauernden Vaters. Da wird er von einem maskierten Unbekannten daran gehindert. Deadshot stirbt dabei augenscheinlich, der Joker bekommt einen Koffer voller Geld überreicht. Der Unbekannte hat die nervige Eigenschaft, Lautwörter (Interjektionen) nachzusprechen. Der Joker sucht Maxie Zeus auf, der – angeblich geheilt – sein Glück als Drogengroßhändler versucht, indem er Jokers Lachgas recycelt.

Kinder sterben, dann die Gäste eines Nachtclubs, Batman kommt und auch wieder der Unbekannte. Beide entkommen. Batman versucht schließlich, den Joker anzulocken, um wieder an den anderen ranzukommen. Als der Joker lebensgefährlich verletzt wird, steht Batman vor der Entscheidung, ob er ihn retten oder sterben lassen soll.

Das Finale ist ein langer Dialog zwischen Batman und Joker. Dabei erklärt der Joker, dass er erst Ruhe geben wird, wenn einer von beiden tot ist. Wie öde. Zu dieser Erkenntnis gelangte schon Frank Miller (The Dark Knight Returns) und auch in Going Sane wurde das Szenario bereits durchgespielt. Eine neue Facette des Schurken wird hier nicht offenbart, alles bleibt oberflächlich. Und auch die Identität des Unbekannten wird nicht aufgelöst. Insgesamt ist Cacophony eine Story, bei der man nicht so recht weiß, worum es hier eigentlich geht und die auch auf nichts Konkretes hinausläuft. Enttäuschend. Auch grafisch bleibt der Comic eher mittelmäßig.

Mehr zum Thema:

Als Batman gegen Nazis kämpfte (Teil 3)

DC Comics

Titel: The Bond Wagon

Autor/Zeichner: Joseph Greene/Jack Burnley

Erschienen: 1943 (Detective Comics #78), Hardcover 2017 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 3)


„Robin, like most Americans you underestimate the Nazi!“ (Batman)

Die meisten Amerikaner begreifen nicht, dass der Zweite Weltkrieg wie der Unabhängigkeitskrieg von 1776 sei, stellt Dick Grayson fest, während er seine Geschichtshausaufgaben erledigt. Bruce Wayne gibt ihm recht. Wenn doch nur mehr Menschen das einsähen, dann würden sie mehr Kriegsanleihen kaufen, sagt Robin. Da kommt Bruce eine Idee: Lass uns Werbung machen!

Schon zieht man die Kostüme an und startet eine Kampagne für eine Art Parade. Batman castet ein paar Leute, die die Gründerväter des Landes mimen sollen und zieht mit ihnen auf einem „Bond Wagon“ durch die Gegend, lässt sie Szenen von früher nachspielen und verkauft Kriegsanleihen wie warme Semmeln.

Das gefällt den Nazis im Lande überhaupt nicht. Ein breiter Skinhead namens Baron von Luger lässt die Aktion sabotieren. Zuerst schlüpfen die Nazis heimlich in die Rolle der Hessen, die damals auf der Seite der Briten gekämpft haben (tatsächlich gab es deutsche Söldner im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg). Weil Robin die Betrüger auffliegen lässt, kommt es zum Kampf zwischen den Schauspielern und den falschen Hessen bzw. echten Nazis. Einer von ihnen versucht sogar, Robin von hinten zu erstechen. „The master race, indeed! Master of the stab in the back!!“, kommentiert der Erzähler sarkastisch.

Später kommt es zu einer Schlacht auf hoher See: Ein Segelschiff gegen ein Nazi-U-Boot. Schließlich versuchen die Nazis, einen der Teilnehmer des Bond Wagons zu schmieren, um ihn auf seine Seite zu ziehen. Doch Robin bekommt das mit, folgt den Schurken in ihr Geheimversteck und zusammen mit Batman bekommt bekommen die Nazis, was sie verdienen. Baron von Luger fällt nach einem Schlag gegen ein Hitlerporträt, das von der Wand fällt. „That’s the way to beat the Nazi!!“, sagt Batman. Und am Ende salutiert das Dynamische Duo den Amerikanern, die ihre patriotische Pflicht erfüllen.

Bei all dem stellt sich die Frage: Für wen inszenieren Batman und Robin eigentlich ihre Reenactments? Die meiste Zeit ist gar kein Publikum zu sehen und es kann auch kaum irgendwo stehen, wenn etwa auf hoher See gesegelt wird. Die Antwort ist klar: Es ist eine Inszenierung für die Comicleser. Denn eigentlich werden die Schauspiele nur dadurch interessant, dass die Protagonisten wirklich kämpfen. Das führt aber zu einer paradoxen Situation: Es sind zwar echte Schurken, aber die Nazis verfremden die nachzustellende Geschichte zu einer anachronistischen Farce. Ganz zu schweigen von dem schiefen Vergleich: Die Nazis sind nicht die Briten von damals und auch nicht wie die hessischen Söldner. Aber hier wird auf Teufel komm raus die Geschichte so gedeutet, dass sich Parallelen auftun müssen. Der Zweck der Propaganda heiligt offenbar die Mittel …

Mehr zum Thema:

Batman: The Animated Series auf Blu-ray

Batman: TAS (On Leather Wings)

Gute Nachrichten: BTAS endlich in Full-HD! (Bild: Warner Bros.)

Eine gute Nachricht: Die Zeichentrickserie der 90er, Batman: The Animated Series, soll im Jahr 2018 auf Blu-ray erscheinen. Das hat Warner Bros. bekanntgegeben. Und das war’s auch schon an Infos. Wir wissen weder wann genau, noch was drin sein wird.

UPDATE: Die Batman TAS-Blu-ray-Box erscheint am 16. Oktober 2018 in den USA!

Die erste Staffel (1992-1993) von BTAS umfasst 85 Episoden, die zweite (1994) lief unter dem Namen The Adventures of Batman & Robin und enthielt 22 Episoden. Eine dritte Staffel (The New Batman Adventures) umfasst 24 Folgen, unterscheidet sich aber in der Gestaltung der Figuren, auch wenn die Geschichten in der gleichen Continuity spielen. Alle Folgen sind bereits als Video-on-Demand bei Amazon verfügbar – auch auf deutsch. Eine DVD-Fassung gibt es zwar auch, aber keine, die im deutschsprachigen Raum erschienen ist.

Darüber hinaus gibt es vier Langfilme. Der erste, Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom) wurde bereits 2017 auf Blu-ray veröffentlicht. Ob und wann dieser in Deutschland erscheint, ist unbekannt, ebenso was mit den Folgefilmen SubZero (dt. Eiszeit) und Mystery of the Batwoman (dt. Geheimnis um Batwoman) geschehen soll. (Der vierte Film, Batman and Harley Quinn, ist erst dieses Jahr auf DVD und Blu-ray erschienen.)

Die Serie gehört (zusammen mit dem ersten Film) für mich nicht nur zu dem Besten, was Batman im Bewegtbild angeht, sie fängt auch das perfekt ein, was Batman ausmacht. Es ist eine Serie, die fast schon zu düster für Kinder ist und dadurch immer noch interessant für Erwachsene. Es ist Zeichentrick, der ernst genommen werden will – und den man auch getrost 25 Jahren nach dem Start für diesen Mut bewundern kann. Deshalb wird es höchste Zeit, dass BTAS endlich auch in Full-HD erstrahlt – diese Behandlung hat sie längst verdient.

Wiedersehen mit Catwoman und Joker

Catwoman im Golden Age (Teil 2)

DC Comics

Titel: Joker Meets Cat-Woman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Batman #2)


„We’ve met before, haven’t we?“ (Batman)

Breaking News! Der Joker ist gar nicht tot, nach seiner letzten Begegnung mit Batman (siehe Batman #1) wird er im Krankenhaus gesund gepflegt. Kaum hat Batman die Nachricht gelesen, bricht er auf, um den Joker zu entführen und ihn einer Gehirnoperation zu unterziehen, auf dass der Geisteskranke endlich geheilt werde. Doch die Gang Crime Syndicate Inc. hat eigene Pläne: Sie überfällt das Krankenhaus und zwingt die Ärzte, den Joker schnell wieder zusammenzuflicken.

Da taucht Batman auf – und liefert sich eine wilde Verfolgsjagd mit der Polizei. Seltsam, dass er so gewalttätig ist, denkt sich Commissioner Gordon, bei dem man sich fragen muss, warum er Batman überhaupt verfolgt, aber egal: Batman wird erschossen und es stellt sich heraus – das war gar nicht der echte Batman, sondern nur ein Ablenkungsmanöver der Bad Guys.

Zufällig hat die Diebin „The Cat“ alles beobachtet, weil sie gerade als alte Kaugummiverkäuferin verkleidet vor dem Krankenhaus stand. Was sie in dem Aufzug dort wollte, erfahren wir leider nicht. Aus dem Nichts taucht Batman auf, hocherfreut sie zu sehen, trägt er sie auf Händen zu seinem Auto. Zur Polizei bringt er sie wieder nicht: Nachdem sie ihm gesagt hat, was sie über den Joker weiß, darf sie gehen.

Was Batman nicht weiß: der Joker und Cat-Woman haben es auf die Juwelen des Pharao abgesehen. In einem Schloss kommt es zum Showdown: Robin gegen den Joker, Batman schwingt sich zum Schwertkampf herein. Am Ende geht alles in Flammen auf, der Joker bleibt zurück und Catwoman rettet sich einem Sprung ins Wasser. (Normalerweise ist das Jokers Abgang.) Zum Glück aber hat Batman die Juwelen an sich genommen.

Es ist das erste Mal, dass die Diebin, die bisher nur „The Cat“ genannt wurde, jetzt Catwoman genannt wird. Aber noch sieht sie nicht wie eine aus, stattdessen trägt sie ein gelbes Cape mit Kapuze und ein grünes Kleid. Beim nächsten Mal wird sich das Kostüm deutlich verändert haben …

Catwoman im Golden Age:

Noch ein Trailer zu Justice League

„We can be heroes, just for one day …“ Im neuen Justice League-Trailer wird David Bowie gecovert. Superman steht im Maisfeld, Aquaman im Wasser, Batman ballert sich seinen Weg durch eine Schlacht. Pathos, Action, Explosionen. Nach den ganzen Trailern könnte der Eindruck entstehen, den ganzen Film schon gesehen zu haben – oder wenigstens die Höhepunkte. Das nimmt viel vorweg, verdirbt die Überraschung. Im besten Fall wird der Film dem Trailer gerecht, dann bekommt man, was man erwartet hat – ein langweiliges Resultat. Im schlimmsten Fall wird man enttäuscht. Dass ein Film besser ist als der Trailer, das ist leider selten.

Justice League startet am 16. November 2017 in deutschen Kinos. (Zum SDCC-Trailer)

Stresstest für Bruce Wayne

Titel: Tenses (dt. Imperfekt)

Autor/Zeihner: Joe Casey/Cully Hamner

Erschienen: 2003 (Zweiteiler), dt. Eaglemoss 2017 (Hardcover)


„… you have no stress.“

Etwa ein Jahr nach seiner Rückkehr (siehe Year One) räumt Bruce Wayne in seiner Firma auf, dabei werden einige Angestellte entlassen, darunter auch der etwas angespannte Ted, den man einen Jedermann nennen könnte, wenn er nicht von Zukunftsvisionen geplagt werden würde. Dadurch wird er von Kriminellen für Einbrüche missbraucht. (Warum die nicht einfach mit ihm Lotto spielen, mag wohl daran liegen, dass Verbrechen mehr Spaß machen.) Bei einem Einsatz wird Ted von Batman geschlagen und anschließend von der Polizei festgenommen. In Gewahrsam wird er zu einem psychopathischen Serienkiller, der es am Ende auf Rache an seinem Vater abgesehen hat …

Bruce Wayne wird zudem von einem penetranten Reporter belästigt. Doch er hat zu alldem nicht viel zu sagen. Seitenweise sieht man ihn stattdessen gedankenverloren aus dem Fenster von Wayne Manor starren, halbnackt durch den Schnee stapfen oder wie ein Besessener seine Muskeln stählen.

Mit einem viel geschwätzigeren Pathos wird bei der tragischen Geschichte von Ted zu dick aufgetragen. So ziemlich alle Serienkillerklischees werden bedient: Misshandelt als Kind, Ödipuskomplex, Außenseiter der Gesellschaft und Versager im Job, hässlich ist er auch, und am Ende beißt er Leuten die Kehle durch und kleidet sich in Menschenhaut …

Keine Wohlfühlstory. Und trotz allem lässt sie einen kalt. Batman hat am Ende leichtes Spiel, das Finale ist unnötig gestreckt. Was aber am meisten aufregt, ist diese Abgebrühtheit und Passivität. Bruce Wayne wird bescheinigt, keinen Stress zu verspüren. Am Ende wird die Erkenntnis als Lernkurve abgetan und alles scheint wieder gut. Aber worauf will Tenses eigentlich hinaus? Dass Bruce Wayne und Batman alles schlimmer machen? Es wird nicht klar.

Auch grafisch überzeugt der Zweiteiler nicht: Die Zeichnungen sind zwar von klarem Strich, die Figuren kantig, Batman ist schön düster dargestellt, aber die Gesichtszüge sind häufig merkwürdig entgleist und die Panels erscheinen steril.

>> Batman 2000-2011