Monat: Oktober 2019

Joker lehrt Batmanologie

Batman Jokers Apprentice

DC Comics

Titel: Joker’s Apprentice

Autor/Zeichner: C.J. Henderson/Trevor von Eeden

Erschienen: 1999 (One-shot)


Der Joker feiert in Arkham den Jahrestag seiner Entstehung. Zu diesem Anlass nimmt er sich Arthur Rankel vor, der 18 Frauen vergewaltigt und ermordet hat. Der Joker bildet ihn in Batman-Kunde aus und hilft ihm beim Ausbruch. Arthur holt sich zwei Helfer, zusammen verüben sie eine Reihe von brutalen Morden an Frauen, bis Batman ihnen auf die Schliche kommt. Doch der ganze Aufwand wird nur deshalb betrieben, um Batman in die Falle zu locken …

Nach den üblichen Kämpfen gegen Schurken und Hunde kehren die Bösen wieder in Gewahrsam zurück. Pointe: Der Joker hat alles so geplant, um Batman – genau ein Jahr später – ein Geschenk zu ihrem fünften gemeinsamen Jahrestag zu machen. – Eine sehr zynische Pointe auf Kosten vieler Menschenleben. Der Joker tritt hier als Manipulator auf, der auch dann die Kontrolle behält, wenn er andere für sich töten lässt.

Ansonsten ist dieses rund 50 Seiten lange Heft eine solide gezeichnete und geschriebene Detektivstory mit reichlich Action zum Schluss. Kurzweilig, aber keine Pflichtlektüre.

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Joker auf Beamtenjagd

DC Comics

Titel: Jokers and Madmen (Soft Targets)

Autor/Zeichner: Ed Brubaker, Greg Rucka/Michael Lark

Erschienen: 2003-2004 (Gotham Central #11-22, Soft Targets: #12-15), Paperback 2009


Kurz vor Weihnachten wird der Bügermeister von Gotham in seinem Büro erschossen – von einem Scharfschützen. Kurz darauf ist ein Schulleiter dran. Dann folgen noch weitere Polizisten, selbst auf dem Dach des Präsidiums. In den jeweiligen Nestern des Schützen findet die Polizei einen eindeutigen Hinweis: Der Joker erlaubt sich einen kranken Spaß. Als eine Person entführt wird, beginnt die Suche nach ihr. Da stellt sich der Joker überraschend und lässt sich festnehmen.

Gotham Central ist so etwas wie The Wire in Comicform: Eine Comicserie über die Polizei von Gotham, angelegt als Ensemblestück mit lauter Menschen statt Helden. Realistisch in der Figurenzeichnung, visuell nah am Film Noir. Batman taucht wenn, dann nur am Rande auf, die Schurken spielen auch nur eine untergeordnete Rolle.

Das Besondere hier: Der Joker ist lange nicht zu sehen. Das deutet sich auch in dem ersten Cover an: Man sieht bloß den Gewehrlauf, der aus einem Fenster herausragt. Diese Anonymität und Willkür der Morde schafft eine paranoide Atmosphäre. Es kann jederzeit jeden treffen. Aber am stärksten ist die Geschichte im Zusammenspiel der Polizisten, die ganz normale Sorgen plagen.

Auch Gesellschaftskritik steckt darin: Zuerst will der Bürgermeister die Überstunden für die Polizei kürzen, weil sie die Stadt zu viel kosten. Das bedeutet, dass die Beamten mitten in der Ermittlung nach Hause geschickt werden – obwohl Zeit dabei ein kritischer Faktor ist. Der Bürgermeister sieht nur Missbrauch und Kosten und muss in gewisser Weise dafür mit dem Leben bezahlen. Ironischerweise trifft Joker aus der Sicht der Polizei „den Richtigen“.

In gewisser Weise nimmt die Geschichte den Film The Dark Knight vorweg. Am Ende muss dann doch Batman helfen, wieder als Deus ex machina. Das ist einerseits schade, weil es den Polizisten etwas von ihrer Unabhängigkeit nimmt, andererseits muss die Serie rechtfertigen, warum sie in Gotham und nicht sonstwo spielt. In dem Fall hätte der Joker genügt. Aber irgendwie muss DC ja auch seine Polizei-Comics verkaufen – und das geht am besten eben mit der Fledermaus.

Interessant im zweiten Band von Gotham Central ist auch „Unresolved“, eine Story über den Mad Hatter, in der auch Harvey Bullock eine tragende Rolle spielt und einige Grenzen überschreitet.

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Joker lässt Batman hoffen

DC Comics

Titel: Fool’s Errand

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Brian Stelfreeze

Erschienen: 1998 (Detective Comics #726), Hardcover 2015 (Joker: A Celebration of 75 Years)


Nach dem Beben von Gotham wird ein Mädchen entführt. Batman befragt den Joker, denn der hat seine Zelle in Arkham neben dem mutmaßlichen Täter gehabt. Es ist der Jahrestag des Mordes an Jason Todd (Robin II). Da Batman weiß, dass er aus dem Joker nichts herausprügeln kann, lässt er sich auf das alte Hannibal-Lecter-Spiel „Quid pro quo“ ein: Er erzählt ihm was, der Joker revanchiert sich.

Es stellt sich heraus, dass der Joker den Täter dazu gebracht hat, seine eigene Mutter zu töten. Das bedeutet: Der Joker ist so mächtig, dass er von seiner Zelle aus töten kann, indem er andere beeinflusst. Kaum hat Batman das anerkannt, gibt der Joker den Auftenhaltsort des entführten Mädchens preis. Es liegt im Kofferraum eines Autos. In einer waghalsigen Rettungsaktion legt sich Batman mit einem Haufen schießwütiger Gangster an, um das Kind zu befreien …

Das Besondere an der Geschichte: Dialog und Action werden parallel auf jeweils gegenüberliegenden Seiten erzählt. Dadurch wird zusätzliche Spannung aufgebaut. Die Pointe: Der Joker hat Batman nur deshalb den Gefallen getan, um ihn künftig in solchen Situationen mit der falschen Hoffnung zu nähren, er könnte noch ein Leben retten. Sonst gehe Batman nämlich davon aus, dass das Opfer bereits tot sei. Der Joker kennt seinen Gegenspieler so gut, dass er weiß, wo seine wunden Punkte liegen.

Damit ist „Fool’s Errand“ nicht ganz so banal, wie es auf den ersten Blick scheint. Es ist eine kleine, aber feine, raffinierte Kurzgeschichte, das dem altbekannten Verhältnis noch eine neue Seite abgewinnen kann.

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Joker als One-Man-Show

Titel: Trust

Autor/Zeichner: Paul Dini/Don Kramer

Erschienen: 2007 (Detective Comics #833-834), Paperback 2007 (Batman: Death and the City), 2019 (The Joker: His Greatest Jokes)


Nachdem bei einer Vorstellung des Illusionisten Ivar Loxias eine Assistentin stirbt und das Theater abbrennt, geht Batman dem Fall nach. Zuletzt ist nämlich bei Loxias einiges schiefgelaufen: ein Leopard hat eine Assistentin angegriffen, ein Techniker bekam einen Stromschlag, ein Freiwilliger verlor einen Arm durch eine Kreissäge.

Batman verbündet sich mit der Magierin Zatanna, denn sie kannte das letzte Opfer. Schnell finden sie heraus, dass es kein Unfall, sondern Mord war. Als sie Loxias stellen wollen, schießt er Zatanna in den Hals, setzt Batman auf einen elektrischen Stuhl und offenbart sich als – Joker.

Dieser hat sich nach seinen Eskapaden zu Weihnachten (Slayride, Detective Comics #826, 2007) von Loxias gesund pflegen lassen, ihn zum Dank dafür getötet und seine Rolle eingenommen. Auf der Bühne konnte er seiner Mordlust frönen. Aber da der Egomane nicht für sich selbst die Lorbeeren einheimsen kann, plant er jetzt seine letzte große Vorstellung.

Er verkleidet sich als Sensenmann, stellt sich auf einen Kirchturm und setzt sein Publikum mit Joker-Gas aus. Als die Leute fliehen wollen, rennen sie gegen ein Tor, das unter Strom steht. Zatanna verwandelt daraufhin die Menge in Vampirfledermäuse. Die fallen dann über den Joker her.

Auch wenn Paul Dini ein hervorragender Autor ist, erweist er sich in seiner Detective-Comics-Phase als Routinier, der allenfalls solide Kurzgeschichten schreibt. Trust ist eine weitere davon, aufgewertet wird sie durch die zwar braven, aber sehr majestätischen Zeichnungen von Don Kramer. Immerhin inszeniert Dini den Joker hier als eine andere Art von Showman. Er ist ein Sadist, der sein Publikum zuerst schockieren und dann töten will. Seine Show dient also nur ihm zum Vergnügen. Der Joker als One-Man-Show.

Übrigens: Der Joker trägt ein schwarzes T-Shirt mit einem Smiley mit einer blutigen Einschusswunde. Ein Wink Richtung Comedian aus Watchmen? Vielleicht. Aber ohne tieferen Sinn.

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Joker gegen den Rest der Welt

Titel: The Joker’s Last Laugh (dt. Wer zuletzt lacht)

Autor/Zeichner: Chuck Dixon, Scott Beatty/Pete Woods, Marcos Martin, Walter McDaniel, Andy Kuhn, Ron Randall, Rick Burchett

Erschienen: 2001-2002 (Joker: Last Laugh #1-6), Paperback 2008; dt. Panini 2019 (Paperback)


Wahrscheinlich wurde keine Phrase im Zusammenhang mit dem Joker so oft verwendet wie „having the last laugh“. Es gibt je eine Story aus den 60ern, aus den 70ern und aus dem 80ern, die „last laugh“ im Titel trägt, außerdem eine Episode der TV-Serie mit Adam West und eine der Animated Series. Ganz zu schweigen von den unzähligen Malen, da sie in den Comics fällt. Anfang der Nuller-Jahre hat man sie noch einmal bemüht für ein Event, dessen Kern eine sechsteilige Miniserie ist.

Die Story: Barbara Gordon hat die Schnauze voll: Sie findet, dass man den Schurken endlich töten sollte, damit das Morden endlich aufhört. Leider ist sie mit der Idee etwas spät dran. Denn der Joker hat ausgelacht. Im Meta-Knast „The Slab“ wird bei ihm ein tödlicher Hirntumor diagnostiziert. Daraufhin löst er einen Gefängnisaufstand aus, befreit alle Insassen, macht sie zu Jokern und zieht mit ihnen mordend durch die Welt.

Luthors Krieg gegen Joker

Da die Justice League sonstwo unterwegs ist, bleiben auf der Erde nur Batman, die Bat-Family sowie andere B-Ligisten wie Black Canary, Blue Beetle und Power Girl, um das Schlimmste zu verhindern. Aber damit nicht genug: Das ganze Töten langweilt den Joker sehr schnell. Er will, dass jemand sein Werk vollendet. Also versucht er, Harley Quinn zu entführen und mit ihr einen Nachkommen zu zeugen. Und dann mischt sich auch noch US-Präsident Lex Luthor ein und erklärt dem Joker den Krieg …

Bunt, actionreich und kurzweilig kommt dieses Event daher, das wie üblich in unzählige Tie-ins ausfranst. Aber wenn man (wie ich) diese Exkurse auslässt, dann gibt es Brüche in der Handlung: Barbara lässt am Ende von ihrer Mordlust plötzlich ab, Joker will Harley töten, Robin ist in Gefangenschaft und dann auch scheinbar tot etc. Leider ist das alles im Paperback nicht erzählt. Wie üblich lässt auch hier DC seine Leser im Stich und sie müssen selbst zusehen, wie sie aus dem Wust an Heften schlau werden.

Joker braucht ein Publikum

Im Grunde läuft es aber auch so auf eine Story hinaus, die so sprunghaft ist wie die Launen des Jokers. Zwischendurch sehen wir, wie Helden auf gejokerte Schurken einprügeln, und wie der Knast in einem schwarzen Loch versinkt und irgendwelche uninteressanten Randfiguren versuchen, ihn wieder zurückzubringen. Nicht gerade spannend. Auch Batman ist nur eine Figur von vielen, das Finale trägt Nightwing mit dem Joker aus, oder vielmehr im Kampf gegen sich selbst, ob er ihn umbringen soll oder nicht. (Das Cover zur letzten Ausgabe – siehe oben – führt dreist in die Irre.) Und Apropos Tod: (ACHTUNG: SPOILER!) Die Ausgangsidee mit Jokers Hirntumor verpufft im Nichts und man fragt sich, was die ganze Sache sollte.

Nur am Ende gibt es eine bemerkenswerte Einsicht: Der Joker braucht ein Publikum – ohne ist er machtlos. Also werden in seiner neuen Zelle keine Kameras mehr auf ihn gerichtet. Das hat heute, im Zeitalter des Terrorismus, sogar eine aktuelle Brisanz. Ohne Berichterstattung wären Anschläge und Amokläufe wirkungslos – und fänden wahrscheinlich nicht in diesem Ausmaß statt. Leider macht die Joker-Story nichts mit dieser Idee. Sie dient nur als Schlusspointe dieses ansonsten eher banalen und zum Teil cartoonhaft gezeichneten Comics.

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Joker in Batman: The Animated Series

Joker mit Bombe

Wenn vom Joker im Film die Rede ist, ist meistens nur die Rede von Cesar Romero, Jack Nicholson, Heath Ledger, Jared Leto und Joaquin Phoenix. Dabei wird oft einer übersehen, weil er nie zu sehen, sondern nur zu hören war: Mark Hamill. Er hat den Joker in Batman: The Animated Series gesprochen. Und diese Rolle ist noch viel interessanter als Luke Skywalker.

Joker in der Finsternis

In 14 Folgen der drei Staffeln spielt der Joker die Hauptrolle, oder zumindest eine tragende. Einige Folgen basieren auf Comics aus den 50ern („Joker’s Millions“ (Die Erbschaft, S03E07), 70ern („The Laughing Fish“ (Immer nur Fisch, S01E34, „Almost Got ′Im“ (Fast erwischt, S01E46 ) andere auf Comics zur Serie, die später adaptiert wurden: „Holiday Knights“ (Giftige Frauen, S03E01) und „Mad Love“ (Die Piranha-Falle, S03E21).  Außerdem gibt es noch eine Hommage ans Golden Age in der Folge „Legends of the Dark Knight“ (Die Legende lebt, S03E19). Da ich viele Episoden bereits besprochen habe, beschränke ich mich hier nur auf die bisher ausgelassenen.

Joker freut sich auf sein nächstes Opfer.

Obwohl sich die Serie an Kinder richtet, ist hier der Joker vor allem ein irrer Mörder. Die Auswirkungen der Gewalt werden zwar meistens verhindert, aber man sieht in jeder Folge, dass der Joker skrupellos ist. Das macht aber seinen extrem schwarzen Humor aus. Der Joker ist hier, anders als oft in den Comics, wirklich witzig. Die Pointen zünden, aber vieles ist auch einfach der starken Überzeichnung und eben der Stimme geschuldet, die übrigens auch in der deutschen Synchronfassung überzeugt.

In „The Last Laugh“ (Eine Stadt voller Narren, S01E04) lässt er erstmals sein Joker-Gas los. Das geschieht, indem er es über ein Müllschiff überträgt, mit dem er über den Fluss von Gotham zieht. Das Gas ist zwar nicht tödlich, aber wenn man es länger einatmet, wird man für immer wahnsinnig. Auch Alfred trifft es und er fängt daraufhin an, in Wayne Manor zu randalieren. Der ‚Clown Prince of Crime‘ nutzt die allgemeine Heiterkeit, um in der Stadt einzukaufen, ohne zu bezahlen.

Dieser Müll macht alle glücklich.

Es zeigt sich: Der Joker hat aber nicht nur gute Kenntnisse in Chemie, sondern auch in Technik. Denn einer seiner Handlanger ist ein möderischer Roboter à la Terminator. Bereits in „Christmas With the Joker“ (Weihnachten mit dem Joker, S01E02) hat er (noch primitivere) Joker-Roboter und Joker-Kampfflieger gegen Batman eingesetzt. Hier betreibt er auch ein grinsendes U-Boot.

Woher er die Ressourcen dafür hat, bleibt unklar. Anders als bei Two-Face oder Clayface wird seine Vorgeschichte nie erzählt (bis auf eine kurze Rückblende in Mad Love, in der man sieht, wie Batman ihn in den Säuretank stößt). Vielmehr wird hier der Joker begründet, der sich jedes Mal eine andere rührselige Kindheit ausdenkt, um seine Taten zu rechtfertigen – was später Vorbild für den Joker im Film The Dark Knight wurde.

Joker als Partyclown – mit Bombeneinlage.

Immer wieder ist der Joker auf mörderischer Mission: In „Joker’s Favor“ (Das große Zittern, S01E22) soll Commissioner Gordon bei einer Feier ihm zu Ehren sterben, in „Be A Clown“ (Tödliche Clownereien, S01E09) will er den Bürgermeister auf der Geburtstagsfeier seines Sohnes in die Luft jagen – dass Kinder unter den Opfern sein können, ist ihm offenbar egal – und in „Joker’s Wild“ (Ein Clown sieht rot, S01E41) soll ein ganzes Casino dran glauben, weil der Betreiber sich erdreistet hat, sich seinen Namen und sein Gesicht fürs Konzept auszuleihen. Der Joker ist ein Egomane, der schnell zu reizen ist. Und genau das soll ausgenutzt werden, um das Casino in die Luft jagen zu lassen und damit Versicherungsbetrug zu begehen. Bei allem Wahnsinn bleibt der Clown arg berechenbar.

Der Joker ist sich trotz seines Narzissmus nicht zu fein, auf Hilfe zurückzugreifen. Einmal ist es ein Kind (der Junge des Bürgermeisters), dann ist es ein armer Niemand, der ihn auf der Straße angepöbelt hat und ihm daraufhin einen Gefallen erweisen muss. In „Joker’s Favor“ ist es zum ersten Mal auch Harley Quinn. Da ist sie noch eine kuriose Randerscheinung, die sich als Polizistin verkleidet, schnell festgenommen wird und hinterher bereut, nicht auf die Kosmetikerinnen-Schule gegangen zu sein. (Später, im Comic Mad Love, wird eine Psychologin aus ihr.)

In der zweiten Staffel hat Harley Quinn ihren ersten großen Auftritt: In „Harlequinade“ (dt. Ein Bomben-Spaß, S02E07) muss sie Batman helfen, den Joker davon abzuhalten, die ganze Stadt in die Luft zu jagen. Der hat nämlich eine Atombombe gestohlen und will damit Batman, die Polizei und alle anderen, die er hasst, auf einmal vernichten – zur Not geht er dabei auch selbst drauf. Der Joker erreicht als ‚Harlequin of Hate‘ hier seinen Höhepunkt: als ‚Jester of Genocide‘.

Joker in Batman TAS: Harlequinade

Joker als Kamikaze-Flieger

Durch das Zusammenspiel des Teams Batman & Harley gibt es viel zu lachen. Und auch hier wird die pathologische Beziehung deutlich, die Harley mit Joker verbindet. (Kurz zuvor war der Comic Mad Love erschienen.) Denn auch wenn seine Handlangerin erkennt, dass er sich nicht um sie schert, und sie ihn daraufhin umbringen will, kehrt sie am Ende doch in seine Arme zurück. Joker nimmt den Mordversuch an ihm gelassen. Er wollte ja sowieso sterben …

Der Joker ist vor allem ein Showman alter Schule: Er verkleidet sich als Clown, hat sein Geheimversteck („Ha-Hacienda“) in einem stillgelegten Freizeitpark. Er will Aufmerksamkeit und Anerkennung, aber vor allem ist er Alleinunterhalter in dem Sinne, dass er am liebsten sich selbst bespaßt: In Mad Love muss seine Rache an Batman ein Meisterwerk sein.

In „Make Em Laugh“ (Lach dich tot, S02E18) hat er  – wie in The Killing Joke – Ambitionen, ein großer Comedian zu sein. Nachdem er, verkleidet als „Smilin‘ Shecky Rimshot“ („Shecky, der Charmebolzen“), bei einem Comedy-Wettbewerb abgelehnt wurde, weil er die Anmeldefrist verpasst hat, rächt er sich an der Jury, indem er die drei Mitglieder mit Mad Hatters Gedankenkontroll-Chips verrückt macht. Sie glauben daraufhin, Superschurken zu sein.

Condiment King in Batman TAS

Condiment King

Der eine hält sich für den Condiment King („Gewürz-König“) und läuft mit einer Unterhose herum, der andere raubt als „Pack Rat“ Müll, die dritte schwingt als „Mighty Mom“ den Wischmop. Für Batman sind diese Gestalten eher lästig, für den Zuschauer sorgen sie für absurde Unterhaltung.

Joker: Smilin' Shecky Rimshot

Joker als Shecky, der Charmebolzen

Der Joker schnappt sich den Comedy-Pokal auch ohne dass er sich genötigt sieht, ihn zu gewinnen, denn er meint, ihn verdient zu haben. Allerdings hätte er Chancen gehabt, denn bei seinem ersten Auftritt haben tatsächlich die Leute über seine Witze gelacht – bevor er von der Bühne geholt wurde.

Batman und Robin auf dem Clownsballon.

Die Episode endet mit einer Blamage: Nach einem Finale auf einem Clown-Luftballon verliert der Joker seine Hose und wird zum Gespött der Leute. Damit wird er seiner alten Rolle aus dem Golden Age gerecht: die der Lachnummer.

„Eine Schande ist das: der Joker in Unterhosen.“

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Joker im Batman-Kostüm

DC Comics

Titel: The Joker: Year of the Villain

Autor/Zeichner: John Carpenter, Anthony Burch/Phillip Tan

Erschienen: 2019 (One-shot)


Viele Joker-Geschichten sind nur darauf aus, den Joker als Psychopathen darzustellen: völlig durchgedreht, chaotisch, unberechenbar. Diese Geschichten sind meist sehr albern und von schwarzem Humor durchzogen. Und sie können auch anstrengend sein, denn diese Eindimensionalität verbraucht sich schnell.

Nun hat Horror-Guru John Carpenter höchstselbst eine solche Geschichte verfasst. Einen Joker-Tie-in zum DC-Event Year of the Villain. Die Schurken haben die Macht an sich gerissen. Der Joker zieht mit Six of Hearts, einem jungem Arkham-Insassen, durch Gotham, sie ziehen sich Batman- und Robin-Kostüme an und begehen Verbrechen.

Joker: Year of the Villain

Joker als Batman in Year of the Villain (DC Comics)

Der Joker kippt Angstgas ins Trinkwasser, tötet einen Hundehalter. Es gibt eine Begegnung mit dem Condiment King und Enchantress, aber das sind nur Episoden ohne echten Spannungsbogen. Auf 34 Seiten kann man nicht zu viel erwarten.

Am Ende steht die Erkenntnis: der Joker ist gar nicht verrückt, sondern einfach nur abgrundtief böse. Aber eigentlich geht es hier gar nicht um den Joker, der Held der Geschichte ist eben der junge Mann, der sich mit seiner eigenen düsteren Vorgeschichte konfrontiert und erkennt, dass wahnsinnige Menschen gefährlich sind. Der Joker bedroht zum Schluss die Mutter des Helden und schlägt ihn am Ende mit einem Brecheisen zusammen – was der Joker eben mit Robins macht.

Das ist grandios gezeichnet und stimmungsvoll koloriert, aber – wie so viele Tie-ins – nichts, was man unbedingt gelesen haben muss. Eben eine weitere, abgedrehte Joker-Story ohne neue Erkenntnisse. Da hilft auch ein Name wie John Carpenter nicht viel.

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Joker hebt die Einschaltquote

Titel: It’s Joker Time

Autor/Zeichner: Bob Hall

Erschienen: 2000 (Mini-Serie #1-3)


„The world is crazy. Everyone in it is crazy. So you’re just one more little crazy swimming in an ocean of …“

Ein Psychiater behandelt den Joker mit einer Extremtherapie: tagelanges Fernsehen. Und nicht irgendein Fernsehen, sondern die Krawall-Talk-Show des Moderators Barry Dancer. Der Joker wird wahnsinnig. Noch mehr als sonst. Eigentlich schon nicht mehr irre, sondern völlig weggetreten. Er verliert sein Gedächtnis. Diese Sendung ist selbst dem größten Psycho zu krass.

Als es ihm zu viel wird, bricht der Joker aus und landet als Obdachloser auf der Straße. Dort findet ihn Barry Dancer und nimmt ihn mit ins Studio, um mit ihm seine Quoten explodieren zu lassen. Batman interveniert, Gordon geht vor Gericht – aber da es hier um eine Entscheidung zwischen Pressefreiheit und Gefahr für die Öffentlichkeit geht, lässt sich die Justiz Zeit. Der Joker wird in der Sendung hypnotisiert, er fantasiert sich Erinnerungen zusammen, die sogar ins alte Ägypten reichen. Schließlich wird er sogar freigelassen, übernimmt die Sendung und kündigt seinen Selbstmord an …

It’s Joker Time ist eine böse Satire auf die Medien. Die TV-Macher der USA werden als völlig skrupellos dargestellt. Sie sind die wahren Kriminellen, die sogar noch den Joker toppen. Aber sogar Alfred gibt zu, dass er sich die Sendung gern ansieht. Batman begreift das nicht – aber er muss ja auch keine Hausarbeit verrichten. Gegen das Fernsehen ist Batman zunächst machtlos: Er kann bloß zusehen, wie der Wahnsinn um sich greift. Zumindest fürs Erste. Dann verkleidet er sich als einer von Jokers Gang, als miesester Komiker aller Zeiten.

In gewisser Weise nimmt It’s Joker Time auch den Film Joker (2019) vorweg. Auch dort soll Arthur Fleck aus kalter Berechnung vorgeführt werden, auch dort plant der Joker einen Suizid, aber die Gewalt wendet sich am Ende gegen die Medienmacher selbst. Wenn der Joker sein Verhältnis zu Batman als Widerstreit zwischen Anarchie und Ordnung schildert, erinnert das auch an den Film The Dark Knight (2008).

Autor Bob Hall (I, Joker) übertreibt maßlos, auch in seinen Zeichnungen. Sein Dreiteiler ist nicht gerade ein Maßstab für Subtilität, vieles davon ist äußerst abgedreht, aber als Mediensatire funktioniert die Geschichte gut, auch wenn sich der Witz irgendwann verbraucht.

Der Joker, der seine Geschichte selbst erzählt, hat eine klare Botschaft: Weg mit dem Fernseher! Was zunächst als sinnvolle Maßnahme erscheint, um sein Leben weniger leer wirken zu lassen, ist auf den zweiten Blick auch eine Kampagne eines Mediums gegen das andere. Denn wer weniger fernsieht, ist offener für andere Medien, wie etwa Comics. Gut für DC …

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Joker: Ansichten eines Clowns

And the Oscar goes to: Joaquin Phoenix als Joker (hoffentlich).

Titel: Joker

Regie/Drehbuch: Todd Phillips/Todd Phillips, Scott Silver

Erschienen: 2019


ACHTUNG: SPOILER!!!

Vor elf Jahren hat der Joker aus The Dark Knight Maßstäbe gesetzt. Nicht nur wegen Heath Ledgers genialer Darstellung und seines tragischen Todes, der die Sympathie befeuert haben dürfte. Auch weil der Charakter so überzeugend radikal geschrieben war: als ungreifbarer Nihilist ohne Vorgeschichte, und damit der ultimativer Gegner für Batman. Dagegen kam Jared Letos Version aus Suicide Squad nicht an – sie wird höchstens als Obskurität in Erinnerung bleiben.

Regisseur und Autor Todd Phillips hat es nun gewagt, einen neuen Joker ins Kino zu bringen. Ohne Batman, aber mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle. Und er erzählt dessen Vorgeschichte. Das, was Christopher Nolans Version so interessant gemacht hat, dass er aus dem Nichts kam, läuft damit Gefahr, durch einen rührselige, psychologisierenden Origin kaputterklärt zu werden.

Der Ansatz ist nicht neu. Bereits 1988 hat Alan Moore in The Killing Joke erzählt, dass der Joker früher ein Chemielaborant und Möchtegern-Komiker war und nur wegen eines schlechten Tages von der schiefen Bahn in den Wahnsinn gerutscht ist. Batman war unfreiwillig an der Entstehung mitbeteiligt. Der Joker blieb allerdings anonym.

Warner Bros.

Der neue Film greift die Grundidee des Stand-up-Comedians auf, macht aber etwas ganz Eigenes damit. Der Held heißt Arthur Fleck und hat nicht nur einen, sondern nichts als schlechte Tage. Er lebt allein mit seiner kranken Mutter, die er pflegt. Er hat eine Störung, bei der er in unkontrolliertes Lachen ausbricht, wenn er nervös ist. In seinem Job als Clown wird er von Jugendlichen verprügelt.

Es ist eine feindliche Umgebung. Gotham ist ein Ort des Prekariats und der Verzweiflung, die Müllabfuhr streikt, der Müll zieht die Ratten an. Ein Kollege gibt Arthur eine Pistole, um sich zu wehren. Als auch noch drei reiche Schnösel in der U-Bahn über ihn herfallen, wird Arthur zum Mörder. Doch damit startet er unfreiwillig eine Massenbewegung von Sympathisanten in Clownsmasken, bei der sich die Armen gegen die Reichen auflehnen.

Nichts als negative Gedanken

Als ihm die bei einem Auftritt vor Kindern im Krankenhaus aus der Tasche fällt, wird Arthur gefeuert. Und als Comedian ist er nur unfreiwillig komisch. „All I have are negative thoughts“, sagt er zu seiner Therapeutin, aber auch die scheint ihm nicht wirklich zu helfen, hört ihm nicht zu und schließlich endet die Therapie abrupt, weil die öffentlichen Mittel für Sozialarbeit gekürzt werden. Seine Medikamente kriegt er nicht mehr.

Doch es gibt Hoffnung: Arthur lernt eine Nachbarin kennen und verliebt sich in sie, er erfährt, dass Bürgermeisterkandidat Bruce Wayne sein Vater sein könnte und er wird von seinem Comedy-Idol Murray Franklin (Robert De Niro) in dessen TV-Show eingeladen. Nach und nach zerplatzen auch diese Träume. Und so verwandelt sich Arthur mit Clownsschminke in den Joker, der für seinen letzten Auftritt seinen Selbstmord plant …

Zynische Antwort auf feindliche Welt

Der Film entwirft ein äußerst düsteres Szenario. Er erzählt, wie jemand, der nur vom Pech verfolgt ist, sein tragisches Leben zur Komödie wendet, indem er selbst zur zynischen Antwort darauf wird: Ein Mann, der alles verloren hat, an nichts mehr glaubt und damit zum größten Feind dieser Gesellschaft wird, die ihn durch ihre Feindseligkeit geschaffen hat.

Man kann das eindimensional finden. Ist es aber nicht. Denn Arthur Fleck ist eine Hiobsfigur, die zunächst alles versucht, um im Leben zurecht zu kommen. Ein Clown aus Leidenschaft, der all seine Widrigkeiten mit Optimismus zu meistern versucht, aber nicht nur an den Umständen scheitert, sondern auch an seiner eigenen Psyche zerbricht. Humor wird zur Waffe, mit dem Leben fertig zu werden. Auch wenn diese Waffe ins Tödliche pervertiert wird.

Stadt ohne Helden

In dieser Welt ohne Hoffnung gibt es keine Helden. Superhelden schon gar nicht. Anders als in Tim Burtons ersten Batman-Film ist es nicht der Joker, der Batman erschafft, sondern der Mord an den Waynes wird zum Kollateralschaden des neu entfachten Klassenkampfs. Die Stadt brennt – „The End“. Bis Batman kommt, dauert es noch Jahre. Falls er je den Weg in dieses Gotham findet. Aus konzeptueller Sicht ist es nicht zu wünschen. Am Ende reicht es, dass im Chaos ein Kind seine Eltern verliert.

Todd Phillips schafft es, dem fast 80 Jahre alten Joker-Mythos zwar eine psychologische Komponente hinzufügen, aber ohne auf den Nihilismus zu verzichten, der die Figur so stark macht. Für seine Charakterstudie findet der Regisseur einnehmende, beklemmende Bilder, die von einem bedrückenden Soundtrack untermalt werden. Dabei zitiert er Klassiker wie Taxi Driver und The King of Comedy von Martin Scorsese, (insofern ist die Besetzung von Robert De Niro nur konsequent) er verneigt sich aber auch vor dem gesellschaftskritischen Modern Times von Charlie Chaplin. Joker ist ein Film, der sich in der Spannung dazwischen bewegt.

Joaquin Phoenix verleiht seinem Joker eine ebenso erschreckende wie mitleiderregende, aber auch tragikomische Präsenz. Selten dürfte ein Lachen so verzweifelt geklungen haben wie bei ihm. Das wird noch lange im (kollektiven) Gedächtnis bleiben. Damit ist Phoenix ein ebenbürtiger Ledger-Nachfolger – wahrscheinlich auch bei den nächsten Filmpreisen.

Gespaltene Meinungen

Auf den Plattformen IMDb und Rotten Tomatoes kann man sehen: Joker begeistert die meisten Zuschauer, aber spaltet die Kritiker. Das ist kein Wunder, denn so stark dieser Film ästhetisch gemacht ist, so will er inhaltlich nicht gefallen. Er ist von einem Pessimismus und einer Radikalität, für deren Mut man die Autoren und Produzenten nur bewundern kann. Selten sieht man bei einem Mainstream-Hollywood-Film, und einer (Superhelden-)Comic-Verfilmung noch dazu, eine solche Kompromisslosigkeit in der Weltsicht.

Wer sich danach abgestoßen fühlt und denkt „So schlimm ist die Welt nicht“, bei dem hat der Film vielleicht sogar die gewünschte Wirkung ausgelöst. Aber hier geht es nicht um Realismus, sondern nur um Plausibilität. Hier wird nicht die Welt erklärt, sondern wie sie zum Joker kam. Und diese Herausforderung ist beeindruckend gemeistert.

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Jokers kurze Solo-Karriere

DC Comics

Titel: The Joker – The Clown Prince of Crime

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil, Elliot S. Maggin, Martin Pasko/Irv Novick, Ernie Chan, José Luis García-López u.a.

Erschienen: 1975-1976 (Joker #1-9), Paperback 2013


Nach 35 Jahren war es so weit: Der Joker bekam seine eigene Serie. Damit war er der allererste Batman-Schurke, dem diese Ehre zuteil wurde. (Der zweite war Man-Bat, aber das hielt nicht lange.) Batman tritt hier nicht auf, der Joker ist der Held, oder besser gesagt: Anti-Held, denn natürlich ist er – wie Charlie Brown – zum Misserfolg verdammt.

Im ersten Abenteuer nimmt der Joker es mit Two-Face auf. Ein anderer Gauner bricht aus Arkham aus und nimmt statt den Joker Two-Face mit. Zusammen wollen sie wertvolle Dublonen stehlen. Der Joker ist sauer und will sich an beiden rächen. Es fliegen Säure-Torten. Doch Two-Face kommt davon und revanchiert sich später mit einer Todesfalle: Er will den Joker mit einer Kreissäge halbieren. Aber der Clown hat sich von seinem Erzfeind Batman einiges abgeschaut, um auch in einer aussichtslosen Lage zu triumphieren.

So geht es immer weiter. Im zweiten Teil verbündet er sich mit einem gewissen Willie the Weeper, der jeden seiner Coups versaut, indem er in Tränen ausbricht, weil ihn sein schlechtes Gewissen einholt. Im dritten legt sich der Joker mit dem Creeper an. Es folgen Begegnungen mit Green Arrow und Dinah Lance (die hier nicht als Black Canary agiert), der Royal Flush Gang und mit Catwoman. Einmal tauscht er die Persönlichkeit mit Lex Luthor, ein anderes Mal konkurriert er mit Scarecrow.

Es geht dabei sehr albern zu – und meistens völlig sinnfrei. Der Joker wird als total Verrückter dargestellt, der mehr am Spaß interessiert ist, als an der Bereicherung, weshalb man sich fragen muss, wie er seine Handlanger finanziert, die ihm trotz allem die Treue halten. Er hockt in einem Hauptquartier, das er „Ha-Hacienda“ nennt, fährt mit einem Wohnmobil namens „Ho-Home-on-Wheels“ oder mit dem Jokermobil, mit dem er im Grunde „verhaftet mich“ in die Welt hinausposaunt, was aber keinen zu kümmern scheint. Das Hauptproblem: Ein Joker ohne Batman macht nicht viel her. Vor allem taugt er weder als Held noch als Antiheld, wenn er kein klares Ziel hat.

Die dämlichste Geschichte handelt von Sherlock Holmes. Natürlich begegnet der Joker nicht wirklich dem Meisterdetektiv, sondern nur einem Schauspieler, der sich nach einem Kopfstoß dafür hält. Der Joker verübt Gaunereien, die irgendwie thematisch zu Holmes-Storys passen, aber nichts bringen, während Holmes immer wieder zufällig auf ihn trifft und ihn schließlich zur Strecke bringt. Das ist so bemüht und weit hergeholt, dass man sich als Leser für dumm verkauft fühlen kann – es sei denn man kann über dieses Gaga-Niveau lachen.

Von daher ist es kein Verlust, dass die Serie nach neun Ausgaben eingestellt wurde. Eigentlich ist es sogar ein Wunder, dass sie so lange durchhielt. Die geplante, aber damals nicht veröffentlichte zehnte Ausgabe ist 2019 im Sammelband The Joker: The Bronze Age Omnibus erschienen.

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