Superman

Superman im Abgrund

Vor 30 Jahren erschien der vierte und letzte Superman-Film mit Christopher Reeve: Die Welt am Abgrund, im Original The Quest for Peace. Ein so übles Machwerk, so billig und lieblos, dass man sich manchmal daran erinnern muss, um nicht in Versuchung zu geraten, seine Zeit noch einmal damit zu verschwenden. Dafür gibt es die Honest Trailers.

Fun Fact: Ursprünglich war ein fünfter Teil geplant, aber der wurde nie umgesetzt, weil schon der vierte floppte (wie schon der dritte). Erst zwanzig Jahre später kam wieder ein Superman-Film in die Kinos: Superman Returns, dessen einziges Verdienst darin besteht, Teil drei und vier ignoriert zu haben.

>> Honest Trailer zum ersten Superman-Film

Superman erinnert an amerikanische Werte

DC Comics

In den 50ern wurde ein Poster verbreitet, auf dem Superman Kinder vor Rassismus warnt: Die USA seien ein Land, das sich aus Menschen verschiedener Herkünfte und Religionen zusammensetze, sagt er. Amerika bedeutet Vielfalt – dem zu widersprechen ist unamerikanisch, so die Nachricht darunter. Bereits 1949 hat der DC-Vorgänger National Comics diese Grafik auf Schulbuch-Hüllen drucken lassen. DC hat das Poster nun restauriert und neu auf seiner Website veröffentlicht.

Zur Erinnerung: Die Schöpfer von Superman, Jerry Siegel und Joe Shuster, waren Juden. Was ebenso für die Batman-Schöpfer Bob Kane und Bill Finger gilt. Und Superman selbst ist – trotz seines menschlichen Aussehens – nicht mal ein Geschöpf der Erde. Man kann sich also keine bessere Comicfigur für die Vermittlung amerikanischer Werte vorstellen.

DC Comics

Supermans „Code for Buddies“

Auch in den Comics rief Superman mehr zur Toleranz auf, etwa in der Kurzgeschichte „Code for Buddies“, erschienen z.B. in Star Spangled Comics #130 (1950). Darin setzt er sich gegen Antisemitismus und Rassismus ein. Er erteilt Kindern eine Lektion, indem er ihnen zeigt, dass auch jüdische Soldaten im Zweiten Weltkrieg für Freiheit und gegen Intoleranz gekämpft haben.

DC Comics

Supermans Botschaft ist klar: Es sollte niemals eine Rolle spielen, welcher Religion ein Mensch angehört, welche Hautfarbe er hat oder wo seine Eltern geboren sind.

Auch ein „Übermensch“ steht nicht über der Menschlichkeit. Im Gegenteil: Er geht mit bestem Beispiel voran.

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Neue Batman-US-Comics: Vorschau auf 2018

Im nächsten Jahr erwarten uns viele weitere Batman-Comics: Scott Snyders All-Star Batman geht zuende, zugleich bekommen wir von ihm eine Story mit dem neuen Sidekick The Signal (Duke Thomas). Zu erwarten sind noch Sammelausgaben zu den neuen Mini-Serien Batman: White Knight, Dark Prince Charming und Creature of the Night – alles noch ohne Erscheinungsdatum. Parallel zu den Sammelbänden erscheinen noch das Batman-Event DC Metal und das Watchmen-Crossover Doomsday Clock.

Im Januar wird die kurzlebige Serie Anarky (1999) als Paperback neu aufgelegt. Bisher war nur die erste Mini-Serie über den Schurken in einem Sammelband erschienen.

Das Jahr 2018 wird im Zeichen von Superman stehen: der feiert nämlich seinen 80. Geburtstag. Dazu erscheint im April die 1000. Ausgabe von Action Comics, die zudem noch von einer fast 400-seitigen Deluxe-Edition begleitet wird.

Von Batman-Autor Tom King erscheint im März außerdem ein Comic über Mister Miracle, ebenfalls im März soll Green Lantern: Earth One herauskommen.

Rebirth-Titel sind kursiv geschrieben.

Januar

  • Batman Beyond Vol. 2 (Paperback)
  • Batman: Shadow of the Bat Vol. 3 (Paperback)
  • Batman in The Brave & the Bold: The Bronze Age Vol. 1 (Paperback)
  • Tales of the Batman: Alan Brennert (Paperback)
  • Anarky: The Complete Series (Paperback)

Februar

  • Batman: Legacy Vol. 2 (Paperback)
  • Batman: The Golden Age Vol. 4 (Hardcover)
  • Batman and the Outsiders Vol. 2 (Hardcover)
  • DC Meets Looney Tunes (Paperback)
  • Robin: Year One – Deluxe Edition (Hardcover)

März

  • All-Star Batman Vol. 3: First Ally (Hardcover)
  • All-Star Batman Vol. 2: Ends of the Earth (Paperback)
  • Batman and Harley Quinn (Paperback)
  • Batman: New Gotham Vol. 2 (Paperback)
  • Batman: Super Powers (Paperback)
  • Batman: Tales of the The Man-Bat (Paperback, enthält Showcase ’94 #11, Man-Bat #1-3, 1996; Man-Bat #1-5, 2006)
  • Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Vol. 2 (Paperback)
  • Tales of the Batman: Gene Colan Vol. 2 (Hardcover)

April

  • Detective Comics Vol. 5: A Lonely Place of Living (Paperback)
  • Batman Arkham: Hugo Strange (Paperback)
  • Batman Noir: The Dark Knight Strikes Again (Hardcover)
  • Batman ’66 Meets Wonder Woman ’77 (Paperback)
  • Batman: The Dark Knight Detective Vol. 1 (Detective Comics #575-578, Full Circle) (Paperback)
  • Batman: Gothic (New Edition) (Paperback)

Mai

  • Batman Vol. 5: Rules of Engagement (Paperback)
  • Batman & The Signal (Paperback)
  • Batman: Detective Comics: The Rebirth Deluxe Edition Book 2 (Hardcover)
  • Dark Days: The Road to Metal (Hardcover)
  • The Shadow/Batman (Hardcover)
  • Batman: Ghosts (Sam Kieth, Paperback)
  • Batman Knightfall Omnibus Vol. 3 – Knightsend (Hardcover)

Juni

  • Detective Comics Vol. 6: Fall of the Batmen (Paperback)
  • Dark Nights: Metal (Deluxe Edition)
  • Dark Nights: Metal – The Nightmare Batmen (Hardcover)
  • Batman Rebirth Deluxe Edition Vol. 2
  • Batman Beyond Vol. 3
  • The Golden Age Omnibus Vol. 5 (Hardcover)

Juli

August

  • Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles II
  • Batman by Doug Moench & Kelley Jones Vol. 2
  • Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 2
  • Batman: The Caped Crusader Vol. 1 (Ten Nights of the Beast/A Death in the Family)
  • Batman ’66 Omnibus

September

  • Batman: Preludes to the Wedding (Paperback)
  • Detective Comics Vol. 7: Batmen Eternal (Paperback)
  • Batman: White Knight (Paperback)
  • Batman Arkham: Penguin
  • Batman: The Brave & the Bold: The Bronze Age Omnibus Vol. 2
  • Prelude to Knightfall (Paperback: Vengeance of Bane, Batman #484-491, Detective Comics #654-658)
  • Knightfall Vol. 1 (Paperback)
  • Knightfall Vol. 2 (Paperback)
  • The Arkham Saga Omnibus
  • Absolute Batman: The Killing Joke
  • Gates of Gotham Deluxe Edition (Paperback)
  • The Court of Owls Saga (Essential Edition) (Paperback)
  • The Arkham Saga Omnibus (Hardcover)
  • Sins of the Father (Paperback)
  • Bane: Conquest (Paperback)

Oktober

  • Batman Vol. 7
  • Detective Comics: The Rebirth Deluxe Edition Book 3
  • Knightquest: The Crusade Vol. 1
  • Knightquest: The Crusade Vol. 2
  • The Complete Silver Age Newspaper Comics Slipcase Set (Paperback)

November

  • The Brave and the Bold: Batman and Wonder Woman (Hardcover)
  • Creature of the Night (Hardcover)
  • The Dark Prince Charming (Hardcover)
  • Knightquest: The Search (Paperback)
  • Batman by Francis Manapul & Brian Buccellato Deluxe Edition
  • Haunted Knight New Edition (Paperback)

Dezember

  • Batman: The Rebirth Deluxe Edition Book 3
  • Detective Comics Vol. 8 (Paperback)
  • Knightsend (Paperback)
  • The Golden Age Omnibus Vol. 6

(Der Artikel wurde zuletzt am 21.3.2018 aktualisiert.)

DC-Helden treffen Watchmen in „Doomsday Clock“

„The End is Nigh“, stand einst auf dem Schild von Walter Kovacs alias Rorschach, der durch die Straßen von New York ziehend den drohenden Weltuntergang ankündigte. Wer Watchmen gelesen (oder den Film gesehen hat), weiß, dass es nicht so schlimm geworden ist – allerdings ließ das Ende die Möglichkeit offen. Seit dem Start von DC Rebirth wissen wir, dass das nicht das Ende der Geschichte ist. Batman fand den Button des Comedian in seiner Höhle, Dr. Manhattan hat irgendwas mit all dem zu tun. Batman und The Flash sind dem Rätsel bislang nachgegangen. Ende des Jahres beginnt die langerwartete Fortsetzung: Doomsday Clock wird eine zwölfteilige Mini-Serie werden, geschrieben von Geoff Johns (Flashpoint, Batman: Earth One) und gezeichnet von Gary Frank (Batman: Earth One, Superman: Secret Origin). Und auf dem ersten Cover wird zu lesen sein: „The End is Here“.

Die erste Ausgabe erscheint am 22. November 2017 in den USA und soll laut DC 40 Seiten umfassen. Preis: 4,99 US-Dollar. Wem das zu teuer ist (60 Dollar für die gesamte Serie), wird wohl bis zum Jahr 2019 (!) warten müssen, bis die Serie voraussichtlich gesammelt in einem Band erscheinen wird (wenn es keine Verzögerungen gibt). Für die einen wird Doomsday Clock eine harte Abwägung gegen Kosten und der Befriedigung der Neugier. Für die anderen eine Gewissensfrage, ob man die (nicht von Alan Moore autorisierte) Fortsetzung eines ein Comic-Meisterwerks wie Watchmen überhaupt lesen sollte oder ob das Frevel wäre.

JLA: Heilsbringer aus dem All

Titel: Justice League of America – Power and Glory

Autor/Zeichner: Bryan Hitch (u.a)

Erschienen: 2015-2016 (Justice League of America #1-4, 6-10), Hardcover 2017, dt. Panini 2016-2017 (Justice League of America #1-5)


Früher war die Justice League (JLA) für mich das Maß aller Dinge. Die größten Superhelden in einer Geschichte – mehr konnte man für sein Geld nicht bekommen. Aber mit der Zeit ließ die Begeisterung nach. Und als ich mich durch all die Krisen der Mega-Events kämpfte, bei denen es immer um alles ging und jeder mitmischte, verlor ich jegliche Lust daran. Auch die Justice League-Serie von The New 52 konnte mich nicht packen. Und obwohl ich die JL aufgegeben hatte, hat mich die Neugier doch dazu gebracht, die neue JLA-Serie zu lesen. Wegen der guten Kritiken – und wegen des Zeichners Bryan Hitch, den ich spätestens mit seiner Arbeit an Marvels The Ultimates schätzen gelernt habe.

Hitch zeichnet hier nicht nur, er schreibt auch die Geschichte. Die Erde bekommt Besuch von Rao, dem kryptonischen Gott. Er will die Welt von Leid befreien – und macht die Menschheit zu Gläubigen. Superman ist sofort von Rao begeistert und legt ein gutes Wort vor der Menschheit für ihn ein. Natürlich steckt dahinter ein fauler Zauber. Denn Rao ist einfach nur ein Despot, der die Menschheit unterjochen will, indem er sie zu friedfertigen und unterwürfigen Wesen umprogrammiert.

Was folgt, ist der typische Kampf an vielen Fronten: Superman kloppt sich bis zum Tod, Batman und Cyborg kümmern sich um die Kopfarbeit und Technik, Wonder Woman treibt sich im verlassenen Olymp herum, Green Lantern landet auf einem Krypton der frühen Vergangenheit. Es geht also auch um Zeitreisen, um mysteriöse Steine, eine nervige Gruppe von Geheimniskrämern und auch der Parasit hat einen großen Auftritt, dessen Sinn ich aber nicht ganz verstanden habe. Ebenso wenig wie den Prolog …

Naja, am Ende geht jedenfalls alles sehr schnell, sodass nicht einmal für einen anständigen Epilog Zeit ist. Das Schlusskapitel ist das einzige, das von Bryan Hitch weder gezeichnet noch geschrieben ist. Letzteres fällt nicht besonders auf, weil Hitch keinen besonderen Schreibstil hat, aber dass die Zeichnungen nicht von ihm sind, lässt die Qualität und Stimmung schon stark nachlassen. Der Grund dafür ist einfach: der Mann hat sich mit seiner Serie übernommen, kam nicht hinterher, die Erscheinungstermine wurden mehrfach verschoben, selbst eine Lückenbüßer-Ausgabe musste gedruckt werden (#5), die im Sammelband aber nicht aufgenommen wurde.

Ist Power and Glory unterhaltsam? Ja, aber darüber hinaus nicht viel. Das alles ist so vollgepackt mit Figuren und Plot, das nicht viel Raum bleibt für Aspekte, die eine Geschichte wirklich leben lassen, wie etwa Ruhe und Humor. Im Grunde bekommt man, was auf den heillos überladenen Covern zu sehen ist: knallbunte Action ohne Atempause. Bryan Hitch liefert solide Arbeit ab, ein Heilsbringer ist er nicht.

Dark Knight III: Endlich erledigt

DC Comics

Titel: Dark Knight III – The Master Race Book 9

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Frank Miller

Erschienen: 2017


„Yes, you dissapoint me. You’ve made my love impossible. You’ve robbed me of my joy …“ (Quar)

Endlich: das Finale. Nach acht zehrenden Ausgaben, zwischen denen die sich hinziehende Warterei nicht lohnte, beenden Frank Miller und Brian Azzarello ihren Dark Knight III. Die Story ist schnell erzählt: Batman und Superman besiegen die Kryptonier, die sie dabei auch noch unterstützen, indem sie sich gegenseitig dezimieren. Am Ende reißt es die wankelmütige Superman-Tochter heraus. Keine Überraschung. Keine großen Emotionen. Außer dass Batgirl sich ein neues, grau-schwarzes Kostüm zulegt und fortan Batwoman genannt werden will. Geschenkt.

Das Mini-Comic (Action Comics #1) bildet einen geschwätzigen Epilog, in dem Superman über den Sinn von Superhelden schwadroniert, um seiner Tochter den Wert der Menschheit näher zu bringen.

Gut an all dem ist nur, dass dieses uninspirierte Machwerk endlich beendet ist.

Die Dark Knight-Saga:

Dark Knight III: Wonder Woman gibt acht

DC Comics

Titel: Dark Knight III: The Master Race – Book 8

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Frank Miller

Erschienen: 2017


„Batman?! Why won’t you stay dead?!“ (Bruno)

Ich habe wirklich keine Lust mehr auf diese Serie. Deshalb fasse ich mich kurz.

Was passiert: Wonder Woman und ihre Amazonen metzeln die bösen Kryptonier nieder.

Was noch passiert: Batman und Batgirl befreien Commissioner Yindel davor, von Bruno (die Nazi-Braut mit den Hakenkreuzen auf den Kurven) und einer Bande von Möchtegern-Jokern zu Wurst verarbeitet zu werden. (Frank Miller zeichnet, und das mal wieder mies.)

Was mit dem Helden los ist: Batman ist dank Lazarusgrube wieder verjüngt, aber zeigt sich seinem Retter Superman gegenüber äußerst undankbar. (Ein junger Batman im Dark Knight-Universum? Ziemlich sinnfrei.)

Und sonst so? Wonder Woman schwafelt sich einen ab über den Amazonen-Ethos. Starke Bilder, aber viel blabla. Und ihre Tochter weiß immer noch nicht, was sie will. Das scheint auch ein Problem der Autoren zu sein. Was soll diese Geschichte? Worauf läuft sie hinaus? Es ist nicht erkennbar. Alles ist bloß angerissen, nichts richtig ausgeführt. Man wird auch mit den Charakteren nicht warm.

Ursprünglich sollte DK III nur acht Teile umfassen. Im Mai soll noch ein neunter kommen. Weiß der Teufel, warum.

Die Dark Knight-Saga:

Batman v Superman: Das Problem der Momente

Schwache Kritiken, vier Goldene Himbeeren: Batman v Superman hat vor fast einem Jahr die Fangemeinde entzweit. Es gibt viele Gründe dafür: es lag nicht nur an „Martha“, nicht nur an einem unausgereiftem Drehbuch oder der Tatsache, dass zu viel daran gewollt war. Für den Videoblogger Nerdwriter liegt das Hauptproblem an Zack Snyders Regie-Stil. Gemeint ist der Fokus auf sogenannte Moments Scenes, also starke Momente, die sich dank sorgfältiger Bildkomposition, Slow Motion-Effekt und dramatischer Musik einprägen. In diesem Video wird erklärt, warum das allein nicht ausreicht, um einen interessanten Film zu machen.

Vier Goldene Himbeeren für Batman v Superman

The Golden Raspberry Award Foundation

The Golden Raspberry Award Foundation

Einen Tag vor den Oscars wurden zum 37. Mal die Goldenen Himbeeren für die schlechstesten Leistungen in US-Filmen verliehen. Batman v Superman: Dawn of Justice wurde von der Golden Raspberry Award Foundation mit vier Preisen geschmäht: schlechtestes Sequel, schlechtestes Leinwandpaar (Affleck und Cavill), schlechtestes Drehbuch und schlechtester Nebendarsteller (Jesse Eisenberg als Lex Luthor). Nominiert war der Film für acht Preise in sieben Kategorien, darunter als schlechtester Film.

Suicide Squad, nominiert für das schlechteste Drehbuch und den schlechtesten Nebendarsteller (Jared Leto als Joker) ist verschont geblieben.

Die ganze Liste der Nominierten und Gewinner gibt es hier.

Triumph für Lego-Batman

Warner Bros.

Warner Bros.

Titel: The Lego Batman Movie

Regie/Drehbuch: Chris McKay/Seth Grahame-Smith u.a.

Erschienen: 2017 (Kinofilm)


„Life doesn’t give you seat belts!“ (Batman)

Als im Jahr 2014 The Lego Movie herauskam, war nicht viel davon zu halten: ein Kinofilm über Spielzeug? Warum sollte man für diesen anderthalbstündigen Werbeblock auch noch bezahlen? Doch dann war der Animationsfilm die Überraschung des Jahres: ideenreich und witzig. Und dass es um Lego ging, war sogar elegant gelöst.

Der beste Charakter der bunten Klötzchenwelt war der draufgängerische und liebenswert tollpatschige Batman. Folgerichtig hat er jetzt seinen eigenen Kinofilm bekommen. Und The Lego Batman Movie enttäuscht nicht. Im Gegenteil: er funktioniert hervorragend als Komödie für Kinder und Erwachsene, aber auch als Parodie und Hommage an die lange Batman-Tradition. Ein Fest für Fans, die ganzen Anspielungen auszumachen.

Warner Bros.

Warner Bros.

Der Film dekonstruiert aber auch den Mythos: Batman ist ein absurd hochgerüsteter Angeber, der sich für den Größten hält, unfehlbar, der aber nach Dienstschluss einsam in seinem überdimensionierten Anwesen herumhängt, Hummer verschlingt und Schnulzen („Beziehungsfilme“) im Heimkino anschaut. Diese relativ langen Szenen, die ruhigsten des Films, gehören zugleich zu den witzigsten. Wenn Batman sich auf der Mikrowelle vertippt oder den falschen HDMI-Kanal seines Fernsehers anwählt, wirkt sein dekadentes Leben plötzlich ganz vertraut.

Alfred ist mal wieder die Stimme der Vernunft: nachts Schurken verdreschen und sonst allein rumhängen kann nicht gesund sein. Doch Batman hat Bindungsängste. Er hat Angst, wieder eine Familie zu haben. Die bekommt er mit dem Waisenkind und Fanboy Dick Grayson, der zu Robin wird. Zugleich versucht der Joker mit einem teuflischen Plan, Batmans Aufmerksamkeit zu bekommen. Denn der Held behauptet, der Joker sei für ihn nicht wichtig …

Atemlos geht die Handlung voran, überwältigend fallen die Actionszenen aus, die detailreichen Bilder überfordern zuweilen. Aber das Ganze ist so liebevoll gemacht und steckt voller Details und zündender Gags, dass man anderthalb Stunden lang bestens unterhalten wird. Damit macht der Lego-Film vieles wieder wett, was bei Batman v Superman verbockt wurde: der Film macht im Gegensatz zu Zack Snyders bierernstem Getöse einfach großen Spaß.

Nur zwei Punkte sind zu bemängeln: die Überfülle an Schurken, vor allem die aus anderen Film- bzw. Lego-Spielzeugwelten hätte es nicht gebraucht. Das ist der einzige Aspekt, der den Film dann doch in die Nähe von Werbung rückt. Und die deutsche Synchronstimme des Jokers (YouTube-Star Erik „Gronkh“ Range) überzeugt nicht. Da hat man sich wieder vom Promifaktor hinreißen lassen statt von Ausdruckskraft. (Im Original spricht Zach Galifianakis.) Das ist insofern schade, als dass der Charakter sonst ungewöhnlich menschlich dargestellt ist. Der Joker will eigentlich auch nur geliebt, bzw. von ganzem Herzen gehasst werden. Was er aber nicht erträgt, ist Gleichgültigkeit. Und darum geht es in dem Film eigentlich: alles buhlt um Aufmerksamkeit und Anerkennung. Man sollte sie dem Werk gönnen, er hat es verdient.