Robin

Spielwiese in Graustufen

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Black and White Vol. 4

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2013-2014 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2014)


„It’s time to break the pattern, my darlings.“ (Joker)

„In search of justice that is never black or white … it lives in the grey area.“ (Batman)

Parallel zu seiner laufenden Anthologie-Serie Legends of the Dark Knight hat DC mal wieder seine Black and White-Reihe fortgesetzt. Im Gegensatz zu den Freiheiten von Legends müssen sich hier die Autoren auf Zeichner an zwei Regeln halten: Keine Farbe und nur acht Seiten. Doch wie schon angemerkt, bringt die Beschränkung oft die beste Kunst hervor. Während in der Literatur Formen wie Kurzgeschichten, Anekdoten, Aphorismen, Epigramme und Haikus verdichten und pointieren, kann man bei Comics eine ähnliche Wirkung in Strips beobachten – oder eben in Short Storys wie sie in Black and White erzählt werden. (Einem Verächter des Begriffes „Graphic Novel“ sei verziehen, dass er hier einen literarischen Gattungsbegriff auf Comics anwendet, aber es geschieht mangels besserer Begriffe.)

Innerhalb des eng gesteckten Rahmens können sich die Künstler relativ frei austoben, da sie nicht an die Continuity der Serien gebunden sind und auch die Zeichnungen können experimenteller und weniger massenkonform ausfallen. Das macht den Reiz der Reihe aus: Man weiß nicht, was als nächstes kommt. Man weiß nur, dass es nach exakt acht Seiten vorbei sein wird. Und das Kunststück dabei ist, dass es trotz des Mangels an Farbe sehr bunt auf der Spielwiese dieser Blütensammlung zugeht.

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Batmans Nullnummern

Titel: Batman #0, Detective Comics #0, Shadow of the Bat #0, Robin #0

Autor/Zeichner: Chuck Dixon, Doug Moench, Alan Grant u.a.

Erschienen: 1994 (dt. Dino 1997 als Batman #1-2, mit Ausnahme von Shadow of the Bat #0)


„Der Kampf adelt, nicht der Sieg.“

„Die Dunkelheit ist wie ein Umhang. Er trägt sie wie eine zweite Haut. Wie einen Schild.“

Im Jahr 2012 brachte DC Nullnummern seiner Serien heraus: Darin wurden ein paar Vorgeschichten der Helden erzählt, wie etwa zu Batmans Zero Year und der Zeit davor. Die Idee ist nicht neu: Im Jahr 1994 hat es so etwas schon einmal gegeben, im Rahmen des Zero Hour-Events. Dabei wurden ein paar Hefte gemacht, in denen die Origins leicht modifiziert wurden und die eine perfekte Einstiegslektüre ins DC-Universum bildeten. Daher haben sich diese Ausgaben auch hervorragend für den deutschen Dino-Verlag angeboten, damit im Jahr 1997 seine neue Batman-Serie zu starten.

In Batman #0 bekommt man Batmans Ursprung auf 22 Seiten zusammengefasst – inklusive der jüngsten Ereignisse nach dem Epos Knightfall mit Bane etc. Wir sehen den Sturz in die Bathöhle (vgl. Shaman), die erste Begegnung mit Alfred, den Elternmord, der in dieser neuen Version nie gelöst wurde, während zuvor Joe Chill als Mörder im Auftrag gehandelt hat. Eine Seite ist der Kindheit als Waise gewidmet, eine der Ausbildung im Ausland, dann folgen die drei Robins. Letzteres wird noch einmal ausführlicher in Robin #0 erzählt: Nightwing erzählt Robin III (Tim Drake), was bisher mit den Robins geschehen ist. Im Zentrum steht Two-Face, der bekennt, Robin doppelt so sehr wie seinen Erzfeind zu hassen: „Er ist Batmans Geheimwaffe!“ Die Geschichte wird – wie könnte es anders sein – aus doppelter Sicht erzählt.

In Detective Comics #0 werden die Lücken von Batman #0 mit Ausschmückungen gefüllt: Die Erkundung und der Ausbau der Bathöhle, das Beschaffen das Batmobils von Wayne Industries und der Umbau, das Nähen des Kostüms durch Alfred. Leider verträgt sich diese Version, in der das Batmobil zugleich mit dem Kostüm entstand, nicht mit der Version, die in Batman and the Monster Men erzählt wird: da wird das Auto erst später eingeführt. Aber sicher kann man auch diesen Bruch mit irgendwelchen Erschütterungen des Raum-Zeit-Kontinuums in Folge weltbewegender Ereignisse erklären. Von entscheidender Wichtigkeit sind solche Details natürlich nicht.

Die Nullnummer von Shadow of the Bat wirkt neben den anderen überflüssig. Abgesehen davon, dass die Figur Leslie Thompkins erwähnt wird und wir erfahren, dass Bruce sechs Wochen lang fürs FBI gearbeitet hat („Age 20, he scored perfect on every F.B.I. test except for gun handling“), ist die Geschichte nichts als noch ein Aufguss der immergleichen Motive. Wieder einmal sehen wir, wie Batman sich mit Kleinganoven rumschlägt, wieder wird der gesamte Werdegang nacherzählt. Die Ausbildung wird zwar ausführlicher behandelt, aber fast nur in Worten aufgezählt. Weil das Ganze ohne Mehrwert ist, kann man leicht nachvollziehen, warum der Dino-Verlag damals auf den Nachdruck verzichtet hat.

Von Bruce Wayne zu Batman: Das Zero Year bisher

Häufig ist es schwierig, bei den ganzen Publikationen von DC zu einer Storyline durchzublicken. Zum Zero Year (dt. Jahr Null), dem neuen Batman-Origin (d.h. der Entstehungsgeschichte), gibt es eine Reihe von zusätzlichen Storys, die das Hauptevent ergänzen. Hier ein Vorschlag, Bruce Waynes Werdegang in eine halbwegs chronologische Reihenfolge zu bringen (wohlwissend, dass es in Zero Year immer wieder Rückblenden in die Kindheit gibt, ebenso wie im Event Court of Owls/City of Owls):

  1. Batman: The Dark Knight #0: Chill in the Air (Bruce Wayne will sich an Joe Chill, dem Mörder seiner Eltern, rächen. Enthalten in Batman: The Dark Knight Vol. 2 – Cycle of Violence.)
  2. Detective Comics #0: The Final Lesson (Vor zehn Jahren schließt Wayne im Himalaya seine Ausbildung bei einem alten Meister der Kampfkunst ab und verliebt sich dabei – unglücklich – in ein Mädchen. Enthalten in Detective Comics Vol. 2 – Scare Tactics.)
  3. Batman Zero Year: The Director’s Cut #1: (Drei Episoden aus dem Leben des 19-, 21- und 24-Jährigen, Wayne besteht Prüfungen seiner Lehrmeister und lernt das Verbrecherleben kennen. Enthalten in Batman Vol. 4 – Zero Year: Secret City.)
  4. Detective Comics #0: The Long Wait (Wayne kehrt vor sieben Jahren nach Gotham zurück. Enthalten in Detective Comics Vol. 2 – Scare Tactics.)
  5. Batman #0: Bright New Yesterday (Bruce Wayne nimmt vor sechs Jahren maskiert an einem Banküberfall der Red Hood Gang teil. Enthalten in Batman Vol. 6 – Graveyard Shift.)
  6. Batman #21-24 (Haupt-Story. Enthalten in Batman Vol. 4 – Zero Year: Secret City.)
  7. Detective Comics #25: Whistleblower’s Blues (Tie-In mit James Gordon in der Hauptrolle. Enthalten in Detective Comics Vol. 5 – Gothtopia.)
  8. Batman #25-27, 29-33 (Haupt-Story geht weiter. Enthalten in Batman Vol. 5 – Zero Year: Dark City.)
  9. Batman #0: Tomorrow (Nachspiel zu Zero Year, Gordon schaltet im Beisein seiner Tochter Barbara zum ersten Mal das Batsignal ein, die drei künftigen Robins Dick Grayson, Jason Todd und  Tim Drake sehen es.)
  10. Nightwing #0 (Dick Graysons Vorgeschichte)

Was von Batman übrig blieb

DC Comics

DC Comics

Titel: Graveyard Shift (Batman Vol. 6) (dt. Im Bann des Todes)

Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV/Greg Capullo, Andy Clarke, Alex Maleev, Wes Craig, Matteo Scalera, Dustin Nguyen

Erschienen: 2012-2014 (Erstausgaben: Batman #0, #18-20, #28, #34, Annual #2), Hardcover 2015, dt. zum Teil in Batman Sonderband 43: Schreckensnächte in Gotham City, Panini 2014 (Batman #19-23, Batman Annual #2), weitere in Batman #20, #23, #37. (dt. Panini 2016, Paperback)


„… sometimes I’m my own worst enemy.“ (Bruce Wayne)

Bevor die Fans endlich das nächste Meisterwerk des Dream-Teams Snyder/Capullo in Buchform bekommen – Endgame erscheint erst im Herbst – vertröstet DC sie in Band 6 mit einer Resterampe. Fünf Lückenbüßer-Ausgaben sowie zwei Specials wie die Nuller-Ausgabe und das zweite Annual sind in Graveyard Shift versammelt. Was taugt der Band?

Batman #0 ist das Äquivalent zu den bereits besprochenen Detective Comics #0 und The Dark Knight #0, die jeweils zwei Episoden aus Bruce Waynes Vor-Batman-Zeit erzählen, also vor dem Jahr Null/Zero Year spielen (alles klar?). Während wir in Detective #0 eine Anekdote aus der Ausbildungszeit in Asien bekamen, wurde in TDK #0 erzählt, wie Bruce den Mörder seiner Eltern (Joe Chill) aufsucht und umbringen will, aber sich dann besinnt. (Batman and Robin #0 handelt von Damians Kindheit und Ausbildung durch Talia.) In Batman #0 bekommen wir eine Episode aus dem Jahr Null, als Bruce Wayne noch ohne Batman-Kostüm gegen die Red Hood-Gang kämpft. Bruce verkleidet sich mit einer roten Maske und schließt sich einem Bankraub an, wird entlarvt und beinahe getötet. Anschließend bekommt er Besuch von Lieutenant James Gordon, der ihn nach Batman ausfragt. Kurz zuvor macht Alfred seinem Master deutlich, dass er sich nicht einfach von einem zivilen Leben abschotten kann, weil er sich als Eigenbrötler verdächtig machen würde. Am Ende aktiviert Gordon erstmals das Bat-Signal – nicht nur als Rufzeichen für Batman, sondern auch als Motivation für die Bürger von Gotham, Zivilcourage zu zeigen.

Panini Comics

Panini Comics

In der Bonus-Story „Tomorrow“ werden parallel drei Episoden aus dem Leben von Tim Drake, Jason Todd und Dick Grayson erzählt, bevor sie Robins geworden sind. Der Klugscheißer, der Verbrecher und der Draufgänger. Alle drei zeigen einen Sinn für Gerechtigkeit, symbolisiert darin, dass sie zum Bat-Signal aufschauen, das am Himmel erscheint.

Rotkehlchen als roter Faden

Obwohl die folgenden Geschichten für sich stehen, bilden sie eine Gesamtheit mit einigen Parallelen und Verbindungen zueinander. Der rote Faden ist Robin, genauer gesagt der Umgang mit dem Tod von Damian, Bruce Waynes Sohn. „Resolve“ (Batman #18) handelt davon, wie Harper Row, das Elektriker-Mädchen, das Batman nach seiner Gefangenschaft beim Rat der Eulen gerettet hat, Damians Nachfolge als Batmans Sidekick antreten will. Wieder einmal hilft sie Batman aus der Patsche, als er sich – nach selbstausbeuterischen Kämpfen – mit venom-gedopten Hunden anlegt, doch er verweigert ihr zunächst ihren Wunsch. Erst nachdem Harper Bruce Wayne einen Besuch abstattet, wird Batman weich.

In „Nowhere Man“ (Batman #19-20) wird die Trauer um Robin gestört durch einen Doppelgänger. Hier wird eine Brücke zur Zero Year-Episode geschlagen: Während damals Bruce Wayne als Red Hood-Mitglied verkleidet bei einem Bankraub beteiligt war, raubt er hier nun unmaskiert eine Bank aus. Natürlich ist er es nicht wirklich, sondern bloß Clayface, der Waynes Reputation durch … den Dreck ziehen will (oje, der war flach, sorry). Im Gegensatz zu den Auftritten des Schurken in Detective Comics und The Dark Knight ist Clayface hier zum ersten Mal eine interessante Figur, da er jeglichen Bezug zu seinem alten Ich verloren hat und nur noch die DNA anderer imitieren kann. Er ist nichts als ein formbarer Klumpen Lehm – ein Nowhere Man, ein Niemand.

Wiedersehen mit einem Gesichtslosen

Einen anderen Niemand jagt Batman in „The Meek“ (Batman #34): Ein Totengräber für Arme legt gerne mal eine Leiche dazu, die er selbst zu verantworten hat. Batman kann ihn zwar mit detektivischem Gespür fassen, aber er kommt nicht hinter dessen Identität – also landet er folgerichtig in der leeren Zelle eines anderen Namenlosen: des Jokers. Der Mörder nennt sich selbst The Meek, sagt von sich selbst, ein Nobody zu sein und wünscht sich, aus der Welt spurlos zu verschwinden. Damit erweist er sich als Wiedergänger des Postboten Joseph Zedno, der in einer Story von Doug Moench und Kelley Jones als „Faceless“ Menschen umgebracht hat, um ein Jemand zu sein (siehe Batman #542-543, 1997, dt. Batman #32, Dino Verlag, enthalten im Time Warp 2). The Meek macht im Gegensatz zu Zedno aus der Not eine Tugend. Batman wird mal wieder an die Vergänglichkeit allen Seins erinnert – sehr schön versinnbildlicht in der letzten Splash Page, auf der ein Totenkopf aus Leichen gebildet ist.

Erneut mit seinem Verlust konfrontiert wird Batman in „Cages“ (Batman Annual #2), eine Story, die in dem Band zwei Mal fälschlicherweise als „Ages“ bezeichnet wird. Die Prämisse ist eine interessante Idee: Batman lässt sich freiwillig in Arkham einsperren, um die neue Sicherheitstechnik zu testen. Doch nicht nur er bricht aus, auch die älteste Insassin. The Anchoress (die Einsiedlerin) kann nämlich durch Wände gehen. Sie wirft ihm vor, dass durch all die Schurken, die er im Asylum einliefert, sie selbst vernachlässigt worden sei, statt therapiert zu werden. Jetzt will sie sich an ihm rächen, indem sie ihn mit ihren mentalen Kräften in eine Art Gedankenkäfig zu sperren versucht. Batman muss noch einmal den Tod seines Sohnes mitansehen. Die Story wurde zu Unrecht verrissen. Bis auf die Zeichnungen, die nicht an einen Greg Capullo heranreichen, tut es gut, auch einmal eine Geschichte mit einigen frischen Ansätzen zu lesen, auch wenn aus dem Sicherheitstest in Arkham am Ende leider keine Resultate folgen. (Das Cover ist allerdings großartig.)

Vorschau auf die Zukunft

Die schwächste Geschichte in Graveyard Shift ist „Ghost Lights“ (Batman #19-20, jeweils die Zweitstory): Batman versucht mit Superman einen bösen Geist zu bannen. Superman erweist sich als ziemlich nutzlosen Kämpfer, aber dafür als guter Freund, der dem Trauernden beisteht, auch wenn Batman ihm den Dienst nicht erwidert.

In „Batman Eternal“ (Batman #28), einer Vorschau für die gleichnamige Serie, die in naher Zukunft spielt (Besprechung folgt), kämpft Harper Row als Bluebird an der Seite von Batman in einem dystopischen Szenario. Nach einer Unterhaltung mit Selina Kyle gibt es ein Wiedersehen mit Stephanie Brown alias Spoiler, die in der alten Continuity kurz der vierte Robin sein durfte (danach kam Damian).

Zusammengefasst kann man Graveyard Shift für Batman als Zwischenspiel zur Trauerbewältigung begreifen. Die heimliche Hauptrolle spielt hier Robin in absentia – ein Phantom. Für den Leser bietet sich eine abwechslungsreiche Anthologie von Geschichten, die sich kurzweilig lesen und meist auch grafisch überzeugen können. Damit kann man sich gut vertrösten, bis Endgame als Buch erscheint.

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Crashkurs Rock and Roll

DC Comics

DC Comics

Titel: Fortunate Son

Autor/Zeichner: Gerard Jones/Gene Ha

Erschienen: 1999 (One-shot), dt. Panini 2002 (DC Premium)


„Auf den Dächern Gothams gibt es keinen Soundtrack.“ (Batman)

„Wenn einem was nicht gefällt, findet man immer Gründe dafür!“ (Robin)

Eine der drängendsten Fragen der Comicleser ist nicht etwa, wo Batman seine Seile befestigt, auch wenn keine Hochhäuser in der Nähe sind, oder wie er auf Toilette geht, wenn er seinen Anzug trägt, sondern was für eine Musik er hört. Jedenfalls dachten sich das Ende der 90er die Leute bei DC, dass uns das interessiert. Frank Miller beantwortete die Frage einige Jahre später ganz klar: In der Bathöhle läuft Klassik, auch wenn Batman bei ihm nicht unbedingt der klassische E-Musik-Hörer ist …

In dieses Bild passt auch Fortunate Son. Batman outet sich darin ganz klar als unrockbarer Reaktionär: „‚Punk‘ ist nichts als Tod … Verbrechen die Wut des Tieres“, lässt er Robin wissen. Seine Meinung gründet darauf, dass ein Punker mal eine Frau ermordet hat, die Bruce Wayne liebte. Über Rock im Allgemeinen sagt Batman: „Wahnsinn schwingt in jedem Akkord dieser Musik mit“. Und um Robin davon zu überzeugen, macht er mit ihm eine kleine Studienreise nach Arkham, wo wie auf Kommando alle irren Superschurken ihre Lieblingsinterpreten aufsagen. Two-Face mag übrigens sowohl Abba als auch Black Sabbath – falls das irgendwen interessiert.

Aber in der Geschichte geht es um mehr als Geschmäcker, es geht um Generationenkonflikte und Popkulturgeschichte. Der Rockstar Izaak Crowe, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt ist, befürchtet den kommerziellen Ausverkauf. Also jagt er ein Fernsehstudio in die Luft und macht sich in einem Auto auf eine Reise durch die Staaten – jedenfalls scheint es, als wäre er schuldig. Weil Robin von seiner Unschuld überzeugt ist, macht er sich mit Batman auf den Weg, um zu beweisen, dass Crowe ein guter Mensch ist. Man hat ja sonst keine Probleme.

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Die verhinderte Fledermaus

Detective No 27

DC Comics

Titel: Batman: Detective No. 27 (Detective #27)

Autor/Zeichner: Michael Uslan/Peter Snejbjerg

Erschienen: 2003 (One-shot)


 „Did you ever dance with the devil in the pale moonlight?“

Eine Batman-Story ohne Batman. Bruce Wayne sitzt am offenen Fenster und überlegt gerade, wie er am besten das Verbrechen bekämpfen kann, das seine Eltern das Leben kostete, da klopft es an der Tür. Wayne schließt das Fenster, eine Fledermaus fliegt dagegen. „Stupid bird!“, sagt Wayne genervt ohne richtig hinzusehen. Kurz darauf wird er zum „Detective No. 27“, Mitglied einer Geheimgesellschaft, die gegen eine Verschwörung von Südstaatlern kämpft. Einige von denen haben es nicht verkraftet, den Bürgerkrieg verloren zu haben, also ermordeten sie Abraham Lincoln und planen jetzt, den Norden mit einem tödlichen Gift zu vergasen.

Der Reiz dieser etwas weit hergeholten Geschichte besteht darin, dass sie zwar in der Welt von Batman spielt, aber alles, was man von ihr kennt, lediglich tangiert. Es gibt einen Elternmord, einen Verbrechensbekämpfer, der inkognito unterwegs ist, einen Alfred und sogar einen Robin, aber ohne dass Bruce Wayne sich je als Batman kostümieren würde. Stattdessen begnügt sich die Story mit Anspielungen und (zuweilen kalauerhaften) Wortwitzen. Der platteste fällt, nachdem Wayne eine Horde von Schurken mit einem Baseballschläger (engl. „bat“) zusammengeschlagen hat: „You swing a helluva stick for a civilian, my friend!“, sagt ein Mitstreiter. „Gonna have to start calling you ‚the Bat-Man‘!“ Ansonsten haben wir einen grinsenden Joker (der jedoch nicht blasshäutig ist), einen Mad Scientist namens Hugo Strange, einen Professor Crane und eine Selina Kyle, genannt „the Cat“. Selbst Superman schaut am Ende vorbei – allein dieser trägt sein typisches Kostüm.

Es wird also viel geboten. Das alles geschieht in einem historischen Kontext (die Haupthandlung spielt – natürlich – im Batman-Geburtsjahr 1939), Autor Michael Uslan hat ans Ende des Bandes sogar ein paar Fußnoten gesetzt, in denen er Bezüge zur Geschichte erklärt. Es ist diese Liebe zur Ausschmückung, die diesen Band so sympathisch macht. Peter Snejbjergs schlichte Zeichnungen, die zuweilen an den Animated-Stil erinnern, sind ebenso detailreich und voller Leben. Es ist ein gewagtes Experiment, Batman aufs Cover zu schreiben und dann keinen zu bieten. Aber auch konsequent. Und allein dafür gebührt den Machern Respekt.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Prügel für den Wunderbengel

DC Comics

DC Comics

Titel: Robin: Year One (dt. Robin – Das erste Jahr)

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Scott Beatty

Erschienen: 2000-2001 (Mini-Serie #1-4, Paperback 2002, mit Batgirl Year One 2013) dt. Panini 2002


„Du schwörst, Unschuldige zu beschützen — und trotzdem hast du einen Jungen bei dir?“ (James Gordon)

Der Police Captain bringt das Problem auf den Punkt: Indem Batman ein Kind an seinem Kampf teilnehmen lässt, handelt er fahrlässig. Trotzdem schlägt sich Robin alias Dick Grayson in seinem ersten Jahr zu Beginn noch ganz gut, ganz allein bekämpft er den Mad Hatter. Doch dann wird er von Two-Face mit einem Baseballschläger fast totgeschlagen. Batman macht sich Vorwürfe, nie wieder etc., doch der Wunderknabe will nach seiner Genesung weitermachen. Weil er als Robin nicht darf, besiegt er zunächst Mr. Freeze in zivil, dann schließt er sich einer Racheakademie an, in der Kinder zu Killern ausgebildet werden. Als er den Auftrag bekommt, Two-Face umzulegen, bekommt er die Chance, sich zu rächen …

Robin: Year One ist eine Geschichte, die in der Tradition von Batman: Year One steht. Der Erzählstil ist ähnlich, wir verfolgen die Aufzeichnungen von Alfred, der in der Story die Rolle eines Mittlers einnimmt. Robin wird dargestellt als lebenslustiger, ungestümer und souveräner Verbrechensbekämpfer. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis zu Bruce Wayne. Minuspunkte gibt es für die anfangs eingesetzte, aber nicht ausgeführte Liebesgeschichte. Die Zeichnungen erinnern in ihrer Schlichtheit ein wenig an den Animated-Stil, kommen aber nicht an die Klasse eines David Mazzucchelli heran.

Wer die Figur Robin hasst, könnte hier mit ihm versöhnt werden. Aber der Grundkonflikt, dass jemand, der so vorausschauend wie Batman ist, den gleichen Fehler mit Robin wiederholt, bleibt ein unaufgelöster Widerspruch. Doch darüber muss man zugunsten der Tradition hinwegsehen – genauso wie darüber, dass Batmans Seil nicht immer einen Ankerpunkt finden kann oder dass niemand auf den Trichter kommt, dass er Bruce Wayne ist. Comics haben ihre eigenen Regeln. Sie gelten auch für Robin.

>> Robin-Comics

Robins erste Nachtschicht

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Chronicles: The Gauntlet (dt. Die Reifeprüfung)

Autor/Zeichner: Bruce Canwell/Lee Weeks

Erschienen: 1997 (One-shot), dt. Dino 2000 (als „Batman Präsentiert: Robin“)


„What would Batman do? Too bad he’s not around to ask …“

Nachdem Dick Grayson in Dark Victory seine Rache am Mörder seiner Eltern genommen und beschlossen hat, als Robin das Verbrechen zu bekämpfen, zieht er in The Gauntlet erstmals das Kostüm an. In der Nacht vor dem 4. Juli, nicht zufällig der Unabhängigkeitstag, darf sich Robin allein bewähren. Eigentlich will ihn Batman nur auf die Probe stellen, doch Dick gerät mit Gangstern aneinander, die ihn daraufhin jagen, weil er von einem Polizeispitzel wertvolle Informationen zugesteckt bekommt, von denen der Wunderknabe nichts ahnt.

Und muss er nicht nur Batmans Test bestehen, sondern auch vor den bösen Buben abhauen – und natürlich läuft beides auf das Gleiche raus. Die Geschichte gleicht einer Schnitzeljagd: Robin stellt Batman riddlerhafte Rätsel, die der Detektiv spielend meistert und ihn schnell einholt. Doch als er Robin helfen will, stellt er fest, dass der Junge ganz gut allein zurecht kommt – und sogar die Erwartungen übertrifft. „Robin is going to be a very good soldier.“

Was das Ganze soll, ein Kind mit in seine persönliche Vendetta zu involvieren und damit zu gefährden, erklärt Bruce Wayne seinem Butler Alfred so:

„The whole concept of Robin is important to Dick, old friend — and it’s important for Dick. While I lost my parents I had no way to release my anger, my — grief. Though he hides it well, those same emotions are churning away inside Dick. Robin will be his release valve, a way to exorcise that darkness before it can corrupt his soul. Nobody else can give him this, Alfred. Only I can. And I will.“

Bei aller Raffinesse wirkt Robin etwas begriffsstutzig, was das Ziehen richtiger Schlüsse angeht (Stichwort: Spielkarten), dafür bekommt Batman plötzlich Superkräfte, dank derer er mit seiner Faust das Dach eines Autos durchschlägt. Abgesehen von solchen Kleinigkeiten ist The Gauntlet eine kurzweilige und schön gezeichnete Episode in der Geschichte des Dynamischen Duos, sozusagen der „Missing Link“ zu Robin: Year One.

Dino Verlag

Dino Verlag

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Wunderknabe wird 75

DC Comics

Detective Comics #38 (DC Comics)

Nachdem Jeph Loeb und Tim Sale mit The Long Halloween einen Klassiker der Batman-Comics geschaffen haben, rief eines Tages der Autor beim Zeichner an und erzählte ihm von seiner Idee einer Fortsetzung – mit Robin. Tim Sale maulte: „But I hate Robin, he doesn’t make any sense, he’s so colorful, Batman’s a loner, he can’t escape the tragedy hat shaped his life …“ Jeph Loeb wandte ein: „That’s the point. You wait and see.“ Der Rest ist Geschichte. Dark Victory ist fast ebenso gut geworden wie sein Vorgänger – trotz Robin. Oder vielleicht auch seinetwegen. Er spielt nur eine untergeordnete Rolle als Held, er hat noch kein Kostüm und kein Alter Ego. Wichtiger ist die menschliche Tragödie und das Verhältnis zu Bruce Wayne, der am Ende sagen kann, als er Robin seinen Schwur abnimmt: „I am no longer alone.“

75 Jahre alt wird der Sidekick in diesem Frühling. Er ist nicht nur comichistorisch wichtig, weil er der erste Sidekick eines Superhelden überhaupt ist. Er ist trotz seiner Unterschiedlichkeit vom düsteren Batman, trotz seines gelben Mäntelchens, seiner grüngeschuppten Unterhose, seiner nackten Beine und elfenhaften Schuhe, ein fester Bestandteil der Mythologie und Bat-Family. Sei es in einer der fünf bis gefühlten 1000 Inkarnationen in den Comics oder als Kalauerschleuder Burt Ward an der Seite von Adam West in der 60er-TV-Serie. Robin spaltet die Fans: man kann ihn lieben, wie die Kinder seit den 40ern es tun, weil sie sich mit ihm identifizieren, oder hassen, weil man – wie Tim Sale – einsieht, dass er keinen Sinn ergibt und er Batman schwächer und weniger düster wirken lässt.

Pendant zum Joker

Auch wenn ihm zuvor schon hin und wieder ein grimmiges Grinsen übers Gesicht gehuscht ist, man kann sagen, dass Batman erst mit Robin das Lachen lernte. Auf dem Cover von Detective Comics #38 strahlt der Held seine Leser an, als er ihnen erstmals The Boy Wonder präsentiert: „a laughing, fighting, young daredevil“ – in der Tradition von Robin Hood, daher der Name. Am Anfang geht alles ganz schnell: Kaum hat das Zirkuskind seine Eltern verloren, erkennt Batman seine Gemeinsamkeit mit ihm und hilft ihm nicht nur, die Täter zu fassen, sondern macht ihn sofort zu seinem Helfer – samt Ausbildung und Kostüm.

Schon in der nächsten Ausgabe (Batman #1, 1940) trifft das Dynamische Duo erstmals auf den Joker. Diese Nähe ist kein Zufall. Das falsche Dauergrinsen des Jokers ist etwas wie die pervertierte Kehrseite des humorvollen, lebensbejahenden Lachens, das Robin in die Hefte gebracht und mit dem er Batman angesteckt hat. Der Joker ist ein skrupelloser Mörder, der nicht nur unpassender Weise lächelt, sondern auch seine Opfer sich zu Tode lachen lässt. Es fällt auf, dass Batman und Robin, während sie ihn gleich zwei Mal in dieser Ausgabe bekämpfen müssen, nichts zu lachen haben. Der Joker stiehlt ihnen nicht nur die Show, sondern auch die Leichtigkeit.

DC Comics

DC Comics

In dieser Tradition steht der Erzschurke. Er hasst nicht nur Batman. Noch viel mehr hasst er Robin. Man könnte sagen, aus Eifersucht, weil der Junge seinen größten Gegner zum Lachen bringt – und damit etwas schafft, was dem Joker nicht (oder nur selten) gelingt. Robin ist zugleich Batmans wunder Punkt, hier kann man ihn leicht treffen. Und so kommt es in den 80ern, dass der Joker immerhin Robin II (Jason Todd) mit einer Brechstange erschlagen darf – das Urteil haben zuvor die Leser gefällt. Aber weil im Superheldenuniversum niemand für immer stirbt, kommt Jason später als Red Hood von den Toten zurück und schließt sich der wachsenden Bat-Familie an.

Auch wenn die Figur Robin immer Kind geblieben ist, sind die Charaktere hinter der Maske gealtert. Dick Grayson wurde irgendwann im Laufe seiner Emanzipation von Batman zu Nightwing. Tim Drake (Robin III) gelang das mit Red Robin (so ein dämlicher Name) nur leidlich. In der alten Continuity gab es noch ein Mädchen (wie schon bei Frank Millers The Dark Knight Returns), danach folgte Damian, Bruce Waynes brutaler Sohn – und auch der musste mittlerweile dran glauben … Im Grunde ist Robin der Fehler, den Batman ständig wiederholt, indem er trotz der schlechten Erfahrungen und Gefahren immer wieder einen neuen Wunderknaben rekrutiert. Es ist der Fluch der Tradition: die Leser wollen es so, also handelt Batman unlogisch – und fällt damit aus der Rolle. Wer Robin will, muss diesen Makel in Kauf nehmen. Vielleicht ist es aber auch diese Schwäche, die den Helden menschlicher und damit greifbarer erscheinen lässt.

DC Comics

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So beliebt die Konstellation Batman und Robin bei den jungen Lesern schon immer war, so sehr wurde sie auch kritisiert. Der Psychologe Fredric Wertham, der 1954 mit seinem Buch Seduction of the Innocent indirekt die Comics einem strengen Moralkodex unterwarf, verdächtigte die beiden Verbrechensbekämpfer, mit Alfred in einer Schwulen-WG zu leben. Um dem Verdacht vorzubeugen, wurde kurz darauf Batwoman als eine Art Anstandsdame eingeführt. Rund 50 Jahre später hat Frank Miller das Verhältnis zwischen den beiden in seiner Parodie All-Star Batman ad absurdum geführt und zugleich demonstriert, wie zweifelhaft das Selbstverständliche ist, dass ein Fanatiker im Fledermauskostüm ein Kind so unverantwortlich behandelt. Bei Miller ist es Batman, der Dick Grayson die Rolle des Robin aufzwingt. Der Junge hält nicht viel von Batman, bezeichnet ihn als irre (was Batman hier auch ist). Batman misshandelt ihn mit Schlägen, lässt ihn allein in der Bathöhle hungern und fordert ihn auf, Ratten zu essen. Die Dekonstruktion einer Jungsfantasie. Die dunkle Kehrseite von Adam West und Burt Ward. Man kann beides hassen. Aber das wechselvolle Verhältnis zwischen Batman und Robin ist allein historisch interessant.

Wer sich näher damit beschäftigen will, für den veröffentlicht DC im Mai eine Anthologie mit einigen der besten Storys: Robin The Boy Wonder: A Celebration of 75 Years. Hier eine Liste mit einigen essenziellen Robin-Comics, von denen einige bereits hier besprochen wurden, weitere werden folgen:

>> Liste der Robin-Comics

Fast ohne Schwächen

DC Comics

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Titel: Legends of the Dark Knight Vol. 1 (dt. Megaband 1: Gothams Legenden)

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2012-2013 (Legends of the Dark Knight #1-5, Paperback 2013), dt. Panini 2015 (enthält Legends of the Dark Knight #1-9)


„You know what my weakness is? I don’t have one. That’s what makes me better than them. That’s why I’ll always win. No vulnerability.“

„You’re wasting your time looking for rules to this game.“ (Joker)

„I have no effect. I just throw them in one end and the system spits them out the other.“ (Batman)

Ursprünglich war die Serie Legends of the Dark Knight, gestartet 1989, eine Plattform für hochwertige Geschichten aus der Frühzeit von Batman, dann kamen auch vereinzelt Elseworlds-Storys dazu. Darunter sind einige Klassiker wie Gothic, Prey, Venom und Faces. Nach einer fünfjährigen Pause (die gefüllt wurde von Batman Confidential) wurde die Serie 2012 wiederbelebt: als Anthologie von Kurzgeschichten unterschiedlicher Autoren und Zeichner. Das Beste daran ist, dass die Serie nicht an irgendwelche Continuitys gebunden ist, das heißt, die Macher können tun, was sie wollen. Und liest man die ersten Storys, spürt man nicht nur den Vorteil dieser Freiheit, man merkt  ihnen auch die Lust am Erzählen an.

Wie schon bei Black and White können sich die Autoren kreativ austoben und dabei kleine, aber feine Meisterwerke schaffen, die sich überwiegend auf die Hauptfigur konzentrieren und so intime Einblicke in sein Seelenleben ermöglichen. Wir sehen Batman saufen und großkotzig reden, wir sehen ihn an dem Sinn seines Kreuzzugs zweifeln, aber wir erleben ihn auch in Momenten absoluter Souveränität, in denen er Herr der Lage ist.

Der Band profitiert von seiner Vielfalt der Stoffe und der Form. Es tut gut, neben etablierten Zeichnern wie J.G. Jones (Wanted) auch extravagante Künstler wie Ben Templesmith zu sehen, dessen Stil an Sam Kieth erinnert. Schade ist jedoch, dass die Geschichten etwas jokerlastig geworden sind. Der Reiz der Autoren, eine Batman-Story mit dem größten Schurken zu erzählen, ist nachvollziehbar, aber es wirkt auf Dauer etwas einseitig. Die besten Geschichten kommen ohne den Joker aus.

Hier die Storys in der Einzelkritik:

1. The Butler Did It: Batman behauptet keine Schwächen zu haben, doch wird eines besseren belehrt. Damon Lindelofs Story (Lost, Star Trek: Into Darkness, The Leftovers) ist wegen seines Spoiler-Titels vorhersehbar, aber profitiert von den selbstgefälligen Äußerungen von Batman.

2. All of the Above: Batman bekämpft Amazo, der in den JLA-Satelliten eindringt. Sehr cool und supersmart. Bei allem guten Willen zur Fantastik erscheint nur unglaubwürdig, dass Batman schutzlos im Weltall überleben könnte. Aber hey: Batman würde sogar Chuck Norris umhauen.

3. The Crime Never Committed: Batman und Robin vereiteln einen Einbruch noch bevor er passieren kann, indem sie dem Täter seine Optionen offenlegen. Etwas zynisch ist Robins Rat am Ende: „Work it out.“ Der Junge hat leicht reden … Die Wayne Foundation scheint dieses Mal nicht einzuspringen, um einen armen Mann von seinem Elend zu befreien.

4. Crisis In Identity: Batman muss den Joker aufhalten, der mit dem Mad Hatter Menschen dazu bringt, sich als Batman verkleiden und bei ihren Einsätzen draufgehen. Sinnlos, aber der Joker sagt es auch selbst, dass sein Spiel keine Regeln hat. Hier sind die oben erwähnten Zeichnungen von Ben Templesmith einen Blick wert.

5. Letters to Batman: Auf der Suche nach dem Joker macht Batman mal eine Pause, um mal all seine Fanpost zu lesen. Dabei sieht er ein, dass seine Mühe nicht vergeblich ist, auch wenn der Joker immer wieder ausbricht, hilft Batman doch immer wieder Menschen, ein besseres Leben zu führen.

6. A Game to Die For: Ein neuer Vigilant namens Praetorian hält den Joker gefangen und muss sich dessen Psycho-Spielchen gefallen lassen. Gewagt ist an dieser Story vor allem der zittrige Zeichenstil, der mit seinen groben, kantigen Linien an den späten Frank Miller erinnert.

7. Batman: The Movie: Ein Schauspieler, der einen Batman-Film drehen soll,  hat Schwierigkeiten, sich in die Rolle hineinzuversetzen. Da kommt der Joker ans Set – und Batman himself. Doch letzterer hat auch keine hilfreichen Tipps zu bieten, wie man ihn am besten spielt. Einzig der Joker reflektiert ein wenig über das Wesen der Story: „The bad guy gets all the best lines.“

8. Together: Two-Face unterzieht sich einer Gehirnoperation, um sich einer Seite zu entledigen. Die typische Schizo-Nummer ist etwas durch.

9. A Slam Bradley Mystery …: Privatdetektiv Slam Bradley (eine Figur, die noch vor Superman von Jerry Siegel und Joe Shuster geschaffen wurde) wird Zeuge eines Mordes, dessen er zu Unrecht beschuldigt wird. Batman geht mit ihm vorschnell und hart ins Gericht, später prügeln sie sich gemeinsam durch. Eine schöne Hommage an die gute alte Zeit der Hardboiled-Helden im kantigen Noir-Stil.

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