Comic

Poison Ivys Schattendasein

DC Comics

Titel: Batman & Poison Ivy: Cast Shadows

Autor/Zeichner: Ann Nocenti/John Van Fleet

Erschienen: 2004 (One-Shot)


„Ivy’s mind is as twisted as these vines. She’s got the logic of a pretzel.“ (Batman)

In Gotham baut sich ein reicher Schnösel ein Hochhaus, das alle überragt. Es ist so groß, dass sein Schatten sogar bis nach Arkham reicht (obwohl das bekanntlich außerhalb oder am Rand der Stadt liegt) und ausgerechnet auf das Zellenfenster von Poison Ivy fällt und so angeblich ihrer Pflanzenkultivierung abträglich ist. Auch wenn die Sonne bekanntlich die Eigenschaft hat, zu wandern und die Beeinträchtigung nur kurz dauern dürfte, ist Ivy stinksauer. Es braucht eben ein Motiv, um die Geschichte in Gang zu setzen – und sei es auch noch so banal.

Kurz darauf drehen ein paar Männer durch und bringen sich im Wahn in Gefahr. Batman greift ein, kommt nach Arkham und sieht Ivy im Gewahrsam Pflanzen züchten – angeblich ist sie fast geheilt. Batman holt sie raus, um mit ihr zu ermitteln, was es mit dem Gift auf sich hat, das die Männer durchdrehen lässt. Ist aber keine gute Idee, denn Ivy sucht das Weite.

(mehr …)

Harley und Ivy gehen nach Hollywood

DC Comics

Titel: Harley & Ivy

Autor/Zeichner: Paul Dini/Bruce Timm

Erschienen: 2004 (#1-3), Hardcover 2016 (Deluxe Edition); dt. Panini 2015 (Mad Love)


Seit 1993, ein Jahr nach der Einführung von Harley Quinn in Batman TAS, sind Harley und Poison Ivy ein Team. In den Comics der Batman Adventures traten sie ebenfalls zusammen auf, zuerst im Holiday Special, dann in Batman and Robin Adventures #8, wo sie den Wunderknaben zu ihrem unfreiwilligen Helfer machten. 2001 gab es den One-Shot Love on the Lam, drei Jahre später fanden sich Paul Dini und Bruce Timm (Mad Love) wieder zusammen für einen Dreiteiler: Harley and Ivy.

Der Plot: Harley und Ivy wollen eine seltene Pflanze klauen, mit der man ganz Gotham in willenlose Sklaven verwandeln kann. Ivy hat nämlich keine Lust, alle zu küssen (außerdem funktioniert ihr Gift nur bei Männern). Der Plan geht gründlich schief, was vor allem Harleys Tollpatschigkeit zu verdanken ist. Batman bringt sie nach Arkham zurück, Ivy hasst Harley abgrundtief. Doch als Ivy ausbricht, folgt ihr Harley nach und es beginnen zwei weitere Abenteuer. Zuerst fahren die zwei nach Lateinamerika, um sich die begehrte Pflanze zu besorgen, wo sie gegen die Abholzung des Regenwaldes kämpfen, dann übernehmen sie die Produktion eines Batman-Films, um das Geld für sich abzuschöpfen. Das Resultat: Wahnsinn.

Harley & Ivy als „Pinky & Brain“

Anders als bei Mad Love geht es hier nicht um eine Vertiefung von Charakteren oder Beziehungen. Harley und Ivy bilden bloß ein Chaos-Duo á la Pinky & Brain, wobei Harley natürlich den Pinky-Part übernimmt. Man hat das Gefühl, man schaut einen albernen (wenn auch toll gezeichneten) Slapstick-Cartoon, in dem Gewalt nie tödlich endet. Das ist auch gar nicht schlimm, wenn man kurzweilige Unterhaltung und Schmunzler erwartet, aber es bleibt das Gefühl zurück, dass die Miniserie hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Harley war in Mad Love alles andere als ein Dummchen. Und was die dauergenervte Ivy an ihr findet, bleibt auch offen.

Wer ein Fan ist und das trotzdem lesen möchte, der sei gewarnt: Harley & Ivy gibt es auf Englisch derzeit nur als teure Deluxe Edition, angereichert mit Kurzgeschichten, die zum Teil auch in der Deluxe Edition von Mad Love enthalten sind. Deutlich ökonomischer ist daher die deutsche Ausgabe von Mad Love, die auch die Miniserie enthält. Ein Schritt, den auch DC endlich mal gehen sollte.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

Dieses werbefreie Blog ist für dich kostenlos - doch leider nicht für mich. Wenn du gut findest, was ich hier mache, würde ich mich über eine Hilfe freuen, um die Kosten für diese Seite zu decken. Vielen Dank.

€1,00

Harley und Ivy hecken was aus

DC Comics

Titel: Harley and Ivy: Love on the Lam (dt. Liebe macht Diebe)

Autor/Zeichner: Judd Winick/Joe Chiodo

Erschienen: 2001 (One-shot)


Harley Quinn wird mal wieder vom Joker rausgeworfen, nachdem sie sich ungefragt in einen Streit mit Two-Face eingemischt hat. Daraufhin beschließt sie, sich selbständig zu machen und eigene Beute zu machen: Sie will sich bei Branaco, der größten Telekommunikationsfirma, einhacken und ihr Vermögen stehlen. Dafür holt sie sich Poison Ivy als Helferin. Die weigert sich zunächst, wenn es nur darum gehen sollte, den Joker zu beeindrucken. Harley soll sich von ihm lossagen. Da fällt Harley ein, dass Branaco die Umwelt zerstört – und schon ist Ivy überzeugt.

Die Hälfte der Story ist damit rum, der Rest ist nicht weiter der Rede wert. Der Plan wird stümperhaft ausgeführt, geht schief, Batman und Robin kommen dazwischen. Batman kämpft gegen ein grünes Pflanzenwesen, am Ende wird alles in die Luft gejagt, ohne dass auch nur ein Mensch zu schaden kommt. Harley und Ivy kriegen alles, was sie wollen, nur nicht, was sie brauchen. Harley kehrt zum Joker zurück – und bekommt wieder einen Tritt in den Hintern verpasst …

Banal, mäßig witzig und cartoonhaft, aber ausdrucksarm gezeichnet.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

Seit 2014 bietet dieses Blog Orientierung rund um Batman. Mittlerweile sind über 1300 Beiträge und Seiten mit Übersichtslisten erschienen. Wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest, würde ich mich über einen kleinen Beitrag freuen, der mir hilft, die Kosten für diese Seite zu decken. Vielen Dank.

€1,00

Batman mutiert zum Monster

DC Comics

Titel: Detective Comics Vol. 2 Fear State

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Dan Mora u.a.

Erschienen: 2021 (Detective Comics #1040-1046, Batman Secret Files: Huntress #1), Hardcover 2022


Fear State? Ach ja, da war noch was … Das Hauptevent mag vorbei sein, aber es gibt noch diese Ergänzung in Detective Comics, die man – wie die meisten Tie-ins – nicht braucht.

Doch zuvor beendet Autorin Mariko Tamaki ihre Story rund um Roland Worth (Detective Comics Vol. 1: The Neighborhood). Zur Erinnerung: Dieser Millionär bezichtigt immer noch Bruce Wayne für den Mord an seiner Tochter. Ganz ohne Beweise will er ihn töten (lassen). Dafür hat er auch eine Polizeiwache in die Luft gejagt. Bruce hat’s überlebt, meldet sich nun wieder bei der Polizei (wie ein guter Bürger), lässt sich erneut festnehmen, kommt aber nach einer Nacht frei, weil sein Alibi überzeugt. Dafür steht jetzt sein Haus in Flammen.

Mr. Worth verbündet sich mit dem Pinguin und fordert Batmans Anwesenheit. Dann bekommt er das Vile-Serum verabreicht, das ihn vorübergehend zum Monster mutieren lässt, das Worths Tochter umgebracht hat. (Interessante Logik.) Dank Huntress kann er aus dem Schlamassel rauskommen, ohne selbst zum Mörder zu werden.

(mehr …)

Poison Ivys Paradies im Niemandsland

DC Comics

„Some things are worth dying for, Batman.“ (Poison Ivy)

Nach dem großen Beben von Gotham (und nach langem Hickhack) wird die Stadt vom Rest der USA abgeschottet und zum Niemandsland erklärt. Die meisten Bewohner verlassen die Stadt. Zurück bleiben nur die Helden und Hilflosen und natürlich auch die Schurken, die das Territorium unter sich aufteilen. Poison Ivy nimmt natürlich Robinson Park für sich in Anspruch und macht daraus ihren persönlichen Garten Eden, in dem sie auch die Waisenkinder der Stadt aufnimmt („Fruit of the Earth“; Shadow of the Bat #88/Batman #568/Detective Comics #735, 1999).

Da kommt Clayface um die Ecke und bietet ihr einen Deal an: Ivy lässt Obst und Gemüse im Park wachsen, die Kinder ernten es und Clayface verkauft es an die Stadtbewohner, damit sie nicht an Skorbut erkranken. Es könnte so schön sein, doch dann nimmt Clayface Ivy gefangen und macht sie und die Kinder zu seinen Sklaven.

(mehr …)

Ist Batman ein Superheld?

Neulich habe ich mal wieder ein Nicht-Batman-Comic gelesen, das sehr gelungene Freaks von Frank Schmolke (basierend auf dem Drehbuch von Marc O. Seng zum Netflix-Film). Doch auch da wurde ich mit Batman konfrontiert. Ein kleiner Junge trägt sein Kostüm. Und dann sagt eine andere Figur zu ihm: „Batman? Das ist aber kein Superheld, sondern nur ein reicher Schnösel. Superkräfte hat der keine.“

Das Argument habe ich schon oft gehört und gelesen: Batman ist eigentlich kein (echter) Superheld, da er keine Superkräfte hat. – Aber stimmt das?

(mehr …)

Poison Ivy und der Weltfrieden durch Hanf

DC Comics

Im Jahr 1996 hatte Poison Ivy gleich zwei größere Auftritte in Batman-Comics. In „Systemic Shock/Violent Reactions“ (Detective Comics #693-694, von Chuck Dixon und Staz Johnson) versprüht ein Pollenallergiker Entlaubungs- und Pflanzenvernichtungsmittel in Gotham. Naturgemäß hat Poison Ivy etwas dagegen, denn sie mag nur natürliche Gifte, die von Pflanzen produziert werden. Also bereitet sie für die Arkham-Ärzte einen Salat mit Tollkirschen, die sind naiv genug, den zu essen, und so bricht sie aus, um den Pflanzenfeind aufzuhalten.

Muss ich darüber noch mehr sagen? Ich denke nicht, daher gehen wir mal zur zweiten Geschichte aus dem Jahr 1996 über – die ist auch viel interessanter.

(mehr …)

Batman und das Reptil

DC Comics

Titel: Batman Reptilian (dt. Das Reptil)

Autor/Zeichner:  Garth Ennis/Liam Sharp

Erschienen: 2021 (Miniserie #1-6), Hardcover 2022


Ein Monster läuft in Gotham frei herum. Ein Schwergewichtsboxer, der beschuldigt wird, eine Frau geschlagen und vergewaltigt zu haben, wurde freigesprochen. Batman taucht vor dem Gerichtsgebäude auf und nennt ihn einen Feigling. Der Boxer langt zu, Batman nimmt das zum Anlass für Notwehr. Dann aber werden Tote aufgewunden, bestialisch abgeschlachtet von einer ganz anderen Bestie. Nach und nach müssen auch Batman’s Erzschurken dran glauben. Als letztes bleiben Joker und Killer Croc übrig. Doch Croc selbst ist nicht das Monster – er hat es aber selbst hervorgebracht …

(mehr …)

The Killing Joke: Seiten 34-46 – Finale

Batmans Ankunft mit dem Batmobil. (DC Comics)

Batman trifft mit dem Batmobil auf dem Rummelplatz ein. Zum ersten Mal sehen wir das Auto in voller Größe und ein Splash Panel räumt ihm den gebührenden Platz ein. Die Freaks – ob dünn oder dick – fliehen ängstlich, während im Hintergrund weiter der tote Makler auf dem rosa Elefanten schaukelt. Batman springt, theatralisch das Cape hebend, aus dem Auto und baut sich vor dem Joker auf. Eine wort- und geräuschlose Sequenz – doch dann, im letzten Panel, das Batmans Kopf als schwarze Silhouette mit weißen Augenschlitzen zeigt, wird sein Eingangsmonolog zitiert: „Hello. I came to talk …“

Während vom Todeskampf die Rede ist, stürzt sich Batman auf den Joker. Die schlimmste Befürchtung scheint einzutreffen. Zwischen den beiden Kämpfenden hockt James Gordon nackt im Käfig, was bereits in der Eingangssequenz in Arkham angedeutet wurde, als Gordon ebenfalls hinter Gittern zu sehen war. Auch dass sich Batman auf den Joker stürzt, erinnert an die erste Szene. Hier werden die ersten fünf Seiten auf zwei Seiten zusammengefasst.

(mehr …)

Batman-Zeichner Tim Sale ist tot

Batman: Haunted Knight, The Long Halloween, Dark Victory (DC Comics)

Der Zeichner Tim Sale ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Das teilt seine Familie auf Twitter mit. Sale ist einer der bedeutendsten und prägendsten Batman-Zeichner, am bekanntesten für seine Zusammenarbeit mit Jeph Loeb an den Klassikern Haunted Knight, The Long Halloween, Dark Victory sowie Catwoman: When in Rome. Sein letztes Batman-Werk war eine kurze Fortsetzung dieser Saga: The Long Halloween Special (2021).

Sale hatte einen sehr düsteren Stil, der von vielen harten Schatten und starken Hell-Dunkel-Kontrasten geprägt war. Zugleich hatten seine Figuren, vor allem die Schurken, etwas surreal Überzeichnetes: hagere lange Gliedmaßen, riesige Zähne (Joker), extravagante Hüte (Scarecrow). Sein Batman hatte lange spitze Ohren und einen riesigen wallenden Umhang – eine wahrhafte Kreatur der Nacht.

Superman For All Seasons & Kryptonite (DC Comics)

Mit Loeb arbeitete er auch an dem Vierteiler Superman For All Seasons (1998) zusammen, der das genaue Gegenteil seiner Baman-Comics war: ruhig, nachdenklich und in viel Licht und malerische Farben getaucht. Später illustrierte er Kryptonite (2007-2008) von Darwyn Cooke.

Seine Zusammenarbeit mit Loeb begann er 1991 mit der Miniserie Challengers of the Unknown, in der er Jack Kirbys Heldenteam aus den 50ern neu interpretierte. Für Marvel machten Loeb und Sale die Miniserie Wolverine & Gambit (1995) sowie die grandiose „Farben-Reihe“ Daredevil: Yellow (2001-2002), Spider-Man: Blue (2003-2004), Hulk: Gray (2003-2004) und Captain America: White (2008-2015). Diese vier Miniserien gehören neben seinen Batman-Comics zu seinem Hauptwerk.

Außerdem zeichnete Tim Sale auch Grendel und Deathblow.

Batman-Variants von Tim Sale (DC Comics)

Batman blieb Sale aber über die Jahre treu – mit Kurzgeschichten, aber auch als Cover-Zeichner für die Serien Detective Comics und Batman. Einige Storys sind im Band Tales of the Batman: Tim Sale (2007) versammelt. Mit Sale stirbt nach Neal Adams in diesem Jahr eine weitere Legende des Dunklen Ritters.

Mehr von Tim Sale: