John van Fleet

Jokers Metamorphose

DC Comics

DC Comics

Titel: The Clown at Midnight

Autor/Zeichner: Grant Morrison/John Van Fleet

Erschienen: 2007 (Batman #663, Paperback Batman and Son)


„Both of us trying to find meaning in a meaningless world! Why be a disfigured outcast when I can be a notorious Crime God? Why be an orphaned boy when you can be a superhero? You can’t kill me without becoming like me. I can’t kill you without losing the only human being who can keep up with me. Isn’t it ironic?!“

Ein paar als Clowns kostümierte Handlanger des Jokers sterben bei einer Beerdigung durch Giftgas. Nachdem ein verwirrter, als Batman verkleideter Polizist dem Joker ins Gesicht geschossen hat, hat der Schurke eine Gesichtsoperation bekommen. Nachdem der Joker in Arkham den Verband entfernt hat, will er selbst das Messer an sein Gesicht setzen, doch als er sieht, dass bereits seine Narben ein neues, dauerhaftes Lächeln bilden, gibt er sich damit zufrieden. Als er sich auch noch Harley Quinn entledigen will, kommt Batman dazwischen. Joker will ihr zunächst auch ein Lächeln in die Wangen schlitzen, aber das wird verhindert. Schließlich schießt Harley Joker an.

The Clown at Midnight ist in mehrfacher Hinsicht eine ungewöhnliche Batman-Story: Zum einen, weil sie im strengen Sinne kein Comic ist, sondern eine illustrierte Prosa-Erzählung, zum zweiten, weil die Bilder computergeneriert sind. Vor allem aber handelt es sich um eine (pschologische) Studie zum Joker. Autor Grant Morrison führt damit seine Gedanken aus Arkham Asylum fort: Auch hier ist die Rede davon, dass der Joker keine Persönlichkeit hat, aber darüber hinaus noch mehr: „Maybe he is the model for 21st-century big-time multiplex man, shuffling selves like a croupier deals cards“, heißt es. Die Story handelt von Jokers nächster Metamorphose: „He’s changed again“, sagt Batman zu Harley Quinn. „You know how he changes every few years. (…) He hast no real personality, remember, only a series of ’superpersonas.'“ Zugleich wird auch erklärt, dass daher auch Jokers Amoralität kommt: „His new personality eats him alive from the inside out and he is gone, absolved of all blame for what he will do, now and forever more.“ Am Ende macht der Joker Batman deutlich, dass die beiden Antagonisten abhängig voneinander sind und daher einander nicht töten können (siehe Zitat oben).

Die Story fungiert als Übergangsstück zwischen Batman and Son, The Black Glove und Batman R.I.P. Hier werden des Jokers neue Kleider (eine Art weißer Kittel), die tödlichen Rosenblätter und die Rot-Schwarz-Metaphorik eingeführt. Auch wenn man die Experimentierfreudigkeit in der Form anerkennen muss, leidet The Clown at Midnight an Morrisons allzu blumigem Stil, der zuweilen seltsame Blüten treibt, und den unsäglichen Bildern von John Van Fleet. Die 3D-Bilder wirken wie aus einem älteren Computerspiel mit mieser Grafik: glatt, steif, leblos. Dadurch entfalten die Illustrationen nicht annähernd den Horror, den die Story eigentlich schaffen will, sondern untergraben ihn.

>> 75 Jahre Joker

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Totengott leistet Sterbehilfe

Batman: The Ankh

Titel: The Ankh (dt. Das Ankh)

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/John van Fleet

Erschienen: 2001 (Mini-Serie #1-2, dt. 2003, Panini, DC Premium)


„Bitte verzeihen Sie mir, Sir … aber ich finde es beunruhigend, wie Sie von Bruce Wayne in der dritten Person sprechen.“ (Alfred)

Zwei Probleme auf einmal treiben die Polizei von Gotham um: Mehrere Milliardäre wurden entführt und ägyptische Antiquitäten entwendet. Batman kümmert sich um beides – und wie der Zufall es will, sind beide Fälle ein Fall. Denn für beides ist eine Frau verantwortlich, die wegen eines Zaubers seit der Zeit der Pharaonen lebt und nicht altert. Wie man spätestens seit Ra’s al Ghul weiß, ist Unterblichkeit nicht gerade ein anstrebenswerter Zustand. Und so sieht Batman ein, dass seine Kontrahentin eigentlich nur ihr Leben beenden will. Batman – verwechselt mit dem altägyptischen Totengott Amun Anubis – wird zum Sterbehelfer.

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Der Becher und Verbrecher

Batman: The Chalice

Titel: The Chalice (dt. Der heilige Gral)

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/John Van Fleet

Erschienen: 1999 (One-shot) (dt. 2002, Panini, DC Premium)


„Denk nur, wieviel Gutes ich damit tun könnte. Ich könnte ganz Gotham retten. Ich wäre mehr als ein Mensch. Mehr als Fleisch und Blut.“ (Batman)

Bruce Wayne bekommt eine schwere Bürde auferlegt: er soll auf den Heiligen Gral aufpassen, also den legendären Becher Jesu. Batman weiß um seine Macht, will sie aber nicht einsetzen. Er tut es dann doch, um eine Beinwunde heilen zu lassen. Leider denkt er dabei nicht daran, dass er auch Orakel einen Gefallen damit erweisen könnte. Egal: Denn kaum hat das Ding seinen Besitzer gewechselt, gibt es Ärger. Eine Geheimgesellschaft bekommt Wind davon, dann auch Ra’s al Ghul  – wie auch immer – und beide versuchen, an das Ding ranzukommen. Wozu aber braucht ein Unsterblicher ein Gefäß, das unsterblich macht?

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