Poison Ivys Schattendasein

DC Comics

Titel: Batman & Poison Ivy: Cast Shadows

Autor/Zeichner: Ann Nocenti/John Van Fleet

Erschienen: 2004 (One-Shot)


„Ivy’s mind is as twisted as these vines. She’s got the logic of a pretzel.“ (Batman)

In Gotham baut sich ein reicher Schnösel ein Hochhaus, das alle überragt. Es ist so groß, dass sein Schatten sogar bis nach Arkham reicht (obwohl das bekanntlich außerhalb oder am Rand der Stadt liegt) und ausgerechnet auf das Zellenfenster von Poison Ivy fällt und so angeblich ihrer Pflanzenkultivierung abträglich ist. Auch wenn die Sonne bekanntlich die Eigenschaft hat, zu wandern und die Beeinträchtigung nur kurz dauern dürfte, ist Ivy stinksauer. Es braucht eben ein Motiv, um die Geschichte in Gang zu setzen – und sei es auch noch so banal.

Kurz darauf drehen ein paar Männer durch und bringen sich im Wahn in Gefahr. Batman greift ein, kommt nach Arkham und sieht Ivy im Gewahrsam Pflanzen züchten – angeblich ist sie fast geheilt. Batman holt sie raus, um mit ihr zu ermitteln, was es mit dem Gift auf sich hat, das die Männer durchdrehen lässt. Ist aber keine gute Idee, denn Ivy sucht das Weite.

Es erübrigt sich, eine Spoiler-Warnung vorauszuschicken, denn man kann sich denken, dass Ivy dafür verantwortlich ist. Zumindest indirekt. Denn sie hat einen Arzt so beeinflusst, dass er dafür sorgen will, das unerwünschte Hochhaus abzureißen. Dazu entwickelt er ein Gift, das er mit Blumen an alle verschickt, die für das Gebäude mitverantwortlich sind. (Auch Bruce Wayne!) Dann lässt er von einer schnell wachsenden Pflanze das Hochhaus abreißen. Das allein hätte natürlich genügt, aber dann gäbe es keinen Anlass für Ivy, Küsschen zu verteilen.

Ivy könnte die Welt retten

Weit hergeholt ist noch milde ausgedrückt. Autorin Ann Nocenti versucht zwar wortreich, das Ganze mit Bedeutung aufzuladen, aber driftet auch nur in Gemeinplätze ab. Wahrscheinlich um von der Banalität abzulenken, hat man John Van Fleet diese Story illustrieren lassen (The Chalice, The Ankh, The Clown at Midnight). Der benutzt eine Mischung aus tuschelastigen Zeichnungen, klecksender Malerei und CGI, um eine surreale Atmosphäre zu schaffen, die irgendwo zwischen Fiebertraum und LSD-Rausch pendelt. Kurz gesagt: zu viel des Guten und auf Dauer anstrengend anzuschauen. (3D-CGI ist im Comic einfach keine gute Idee.)

Drei Seiten aus „Cast Shadows“. (DC Comics)

Das Interessanteste an diesem Comic: Poison Ivy züchtet einige Pflanzen heran, die die Welt verändern könnten: Hybride, die Licht spenden (und damit elektrisches Licht überflüssig machen), ein natürliches Insektizid, ein Hanf, aus dem man günstig Papier herstellen könnte, eine Pflanze, die Stahl ersetzen könnte, sowie ein Gewächs, das Brandwunden heilt. Doch all das scheint seltsamerweise niemanden zu beeindrucken. Dabei wäre es Anlass für eine spannendere Story: Wie Ivy versucht, die Welt zu retten. Leider wird sie hier nicht erzählt. Vielleicht ein andermal …

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Ein Kommentar

  1. John van Fleet und 3D-CGI? Wie grausig, allein schon das Cover turnt mich ab. Und die story ist auch nicht der Burner. Manchmal denke ich mir: „Was die können, das kann ich schon lange…und besser.“ Stichwort: „Verschenktes Potential“: Vielleicht wird ja tatsächlich irgendwann mal das Potential von Ivy erkannt, die Welt zu verändern mit ihren Pflanzenhybriden…wäre mal was anderes und würde Pam am Ende nicht immer nur so eindimensional dastehen lassen.

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