Poison Ivy und der Weltfrieden durch Hanf

DC Comics

Im Jahr 1996 hatte Poison Ivy gleich zwei größere Auftritte in Batman-Comics. In „Systemic Shock/Violent Reactions“ (Detective Comics #693-694, von Chuck Dixon und Staz Johnson) versprüht ein Pollenallergiker Entlaubungs- und Pflanzenvernichtungsmittel in Gotham. Naturgemäß hat Poison Ivy etwas dagegen, denn sie mag nur natürliche Gifte, die von Pflanzen produziert werden. Also bereitet sie für die Arkham-Ärzte einen Salat mit Tollkirschen, die sind naiv genug, den zu essen, und so bricht sie aus, um den Pflanzenfeind aufzuhalten.

Muss ich darüber noch mehr sagen? Ich denke nicht, daher gehen wir mal zur zweiten Geschichte aus dem Jahr 1996 über – die ist auch viel interessanter.

DC Comics

In „Leaves of Grass“ (Shadow of the Bat #56-58) wird Batman zunächst auf eine neue Sorte Marihuana aufmerksam, die auf den Straßen Gothams vertickt wird. Hochdosiert und spottbillig. Auch die Jugendlichen sind auf den Geschmack gekommen, was Tim Drake im Schulalltag erfahren muss. Er sagt natürlich Nein zu Drogen und hält seinen Mitschülern Vorträge darüber.

Hinter dem Zeug steckt Jason Woodrue, der als Floronic Man selbst zum Mensch-Pflanzen-Hybrid mutiert ist. Anders als andere Superschurken will er die Welt nicht vernichten oder unterwerfen, sondern sie befrieden, indem er alle high macht. Ich muss zugeben, das ist mal erfrischend und gar nicht mal so abwegig. Wären wir etwas entspannter, würden wir vielleicht viele Konflikte aus der Welt schaffen. Außerdem, so lernen wir nebenbei, ist Hanf auch jenseits von THC eine echte Superpflanze, die alles kann.

Wahrscheinlich muss ich euch das alles nicht erklären. Der aufgeklärte Mensch des 21. Jahrhunderts weiß so etwas, aber Mitte der 90er trug Autor Alan Grant mit diesem Dreiteiler ein wenig dazu bei, dass auch die US-Leser viel Interessantes darüber erfuhren. Der kleine Grundkurs geschieht nicht gerade subtil, aber differenziert, denn es werden auch die Gefahren der Droge vorgeführt. Daher hat Batman auch was dagegen und ruiniert das Vorhaben, der alte Spielverderber.

Und was hat Poison Ivy damit zu tun? Ach ja, stimmt, die gibt’s auch noch. Woodrue befreit sie aus Arkham und entführt sie, um ihr seinen Masterplan zu erklären und ihr zehn Millionen Dollar zu geben. Einfach so? Fast: Er nimmt ihr Blut ab, um mit ihr ein Kind zu zeugen. Obwohl sie Woodrue hasst, weil er einst an ihr fiese Experimente durchgeführt hat, die sie erst zu dem gemacht haben, was sie heute ist, lässt sie sich ohne Murren darauf ein.

Ivys Liebe zu Pflanzen scheint eher der grünen Farbe geschuldet zu sein – und die teilt sie sich bekanntlich mit den US-Banknoten.

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2 Kommentare

  1. Danke für den Artikel Lukas. Diese Ausgaben befinden sich natürlich in meiner Sammlung, auch wenn ich „Shadow of the Bat“ nur sporadisch gesammelt habe, die Ivy Ausgaben waren natürlich ein Muss! Da fällt mir ein: Hast du eigentlich vor, dir hier irgendwann auch noch das „Shadow of the Bat Annual No5“ vorzunehmen?
    Zum Thema THC kann ich nur sagen ich persönlich bevorzuge einen guten Single Malt, das entspannt auch und man spart isch die Fressattacken. Und wenn ich Woodrue gewesen wäre, für zehn Mille hätte ich definitiv einen anderen Weg bevorzugt, um mit Ivy ein Kind zu zeugen, aber das bin eben wieder einmal ich. Einfach unverbesserlich…

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