Batman (Comic-Serie)

Die erste Comic-Serie, die allein Batman gewidmet ist, erscheint seit 1940.

Joker verkleidet sich als Clown

DC Comics

DC Comics

Titel: The Case of the Joker’s Crime Circus

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Batman #4)


„Odd, how that clown reminds me of someone.“ (Bruce Wayne)

Diese Idee liegt nahe: Der Joker veranstaltet ein paar Zirkusvorstellungen in den Häusern der Reichen und verkleidet sich selbst  – wer hätte das gedacht – als Clown. Kurz darauf sind die Reichen etwas ärmer. So geht das ein paar Mal – und keiner kommt auf die Idee, dass das etwas mit diesem seltsamen Zirkus zu tun hat, der durch die Häuser zieht.

Da muss erst Batman in seiner zivilen Verkleidung als Bruce Wayne kommen, um der Sache nachzugehen. Dieser Clown der Truppe kommt unserem Helden auch sehr bekannt vor, aber beim besten Willen: Er kommt einfach nicht drauf, wer das sein könnte. Es mag wohl daran liegen, dass der Joker, der ohnehin so ein Allerweltsgesicht hat, seine lange Nase rot gefärbt hat. Sie wirkt anscheinend so täuschend und ablenkend wie Clark Kents Brille. Man ändert nur eine Sache an seinem Gesicht – und schon wird man nicht mehr erkannt.

Okay, der beste Detektiv der Welt ist hier nicht in Höchstform. Aber am Ende reicht es trotzdem, um die Bande zu erwischen. Zugegeben: Batman ist davon ausgegangen, dass der Joker tot ist. Der Schurke spielt damit, indem er als falsches Gespenst Verwirrung stiftet. Letztendlich stürzt er doch wieder in einen Abgrund, in dem ihn das Wasser auffängt bis zur nächsten Geschichte. War wohl doch keine so gute Idee mit dem Zirkus …

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Affenzirkus mit Joker

DC Comics

DC Comics

Titel: Time to Monkey Shine

Autor/Zeichner: Andy Kubert/Andy Clarke

Erschienen: 2013 (Batman #23.1: The Joker)


Zum Event Forever Evil brachte DC den Villain’s Month: einige Sonderausgaben der regulären Serien wurden jeweils einem Schurken gewidmet. Batman #23.1 gehörte dem Joker. Erzählt werden zwei Geschichten. Die eine ist eine rührselige Vorgeschichte, die andere eine schräge Story um einen Affen. Welche soll ich zuerst erzählen? Die erste erzählt von Jokers schwieriger Kindheit. Großgezogen von einer tyrannischen Tante wurde der kleine Junge mit Bleiche gebürstet. In der zweiten Story erinnert der Joker sich an damals und beschließt es besser zu machen. Weil er kein Kind hat, entführt er ein Gorillajunges aus dem Zoo und zieht es groß … Muss ich noch mehr sagen?

Andy Kubert ist ein toller Zeichner, aber seine Schreibkunst taugt hier nichts. Jokers Vorgeschichte ist ein Klischee, das er nicht braucht, die Affen-Story ist so bescheuert, dass wir sie nicht brauchen. Immerhin die Zeichnungen von Andy Clarke sind stark, vor allem in den Rückblenden, wenn er seinen nüchternen, klaren Stil gegen einen expressionistischen eintauscht.

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Oden an den Dunklen Ritter

DC Comics

DC Comics

Titel: Epilogue (Batman Vol. 10)

Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV, Tom King/Greg Capullo, Roge Antonio, ACO

Erschienen: 2016 (Batman #51-52, Batman Annual #4, Batman: Futures End #1, Batman Rebirth #1), Hardcover 2016


„Gotham must always have a Batman. No matter what happens to me. Always.“ (Bruce Wayne)

Eigentlich war mit dem letzten Batman-Band alles gesagt: die Story war auserzählt, als Bruce Wayne wieder zu Batman wurde (siehe Batman Vol. 9: Bloom). Ein perfekter Abschluss von The New 52, danach hätte man zu Rebirth übergehen können. Aber weil DC unbedingt 52 Hefte seiner Hauptserien vollkriegen wollte, musste man auch die letzten beiden Batman-Ausgaben irgendwie füllen.

Entstanden sind zwei Abschiedsgeschichten: Scott Snyder verabschiedet sich von der Serie mit einer Hommage an den Dunklen Ritter, indem er ihn durch die Stadt ziehen lässt, um nach der Ursache für einen Stromausfall zu suchen. Er trifft auf alte Weggefährten und Schurken, fährt ein neues schnittiges Batmobil und begegnet einem Mann, der sein Leben wieder in den Griff bekommen hat, nachdem er vom rechten Weg abgekommen ist. Es ist weniger eine Story als eine Meditation mit prächtigen Zeichnungen von Greg Capullo und viel Nachdenklichkeit.

Die letzte Story, von James Tynion IV, springt zurück in die Anfangsjahre von Bruce Wayne, der in sein Tagebuch eine Reihe von Regeln eintrug, wie er nach dem Tod seiner Eltern weiterleben kann. Ein neuer Schurke versucht, das Buch zu stehlen, um es auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Aber daraus wird nichts. – Eine nette Anekdote mit einer netten Pointe.

Die dritte Story, Annual #4, springt zurück in die Zeit als Bruce Wayne sein Gedächtnis verloren hatte (Batman Vol. 8: Superheavy) und Arkham bereits wieder aus Wayne Manor ausgezogen war (siehe Arkham Manor). Bruce, Alfred und Julie Madison werden von Mr. Freeze, Riddler und Clayface heimgesucht. Bruce muss sich dafür verantworten, Batman gesponsert zu haben. – Noch so eine Anekdote, die schnell erzählt und schnell verdaut ist.

Weil diese drei Geschichten ziemlich dünn ausfallen, hat DC noch Füllmaterial hinzugefügt: Eine Episode aus Futures End, die man sich sparen kann, wenn man das Event nicht verfolgt, und das Special Batman Rebirth #1. DC versucht damit, für seine nächste Phase zu werben, aber angesichts dessen, dass das Heft bereits in Detective Comics Vol. 9 (Gordon at War) abgedruckt war und in Batman Vol. 1 (Rebirth) wieder abgedruckt sein wird, ist das eine ärgerliche Doppelung.

Insgesamt wirkt der Abschlussband der Serie ziemlich mager – sowohl an Seiten als auch inhatlich. Kein Lesemuss, eher eine Ergänzung wie auch bereits der Resterampe-Band Graveyard Shift.

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Weihnachten mit Batman: Trost für die Einsamen

DC Comics

DC Comics

Titel: The Loneliest Men in the World

Autor/Zeichner: Don Cameron/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Batman #15)


„It was a stroke of genius, throwing that chicken! Your salary is doubled!“

Das Cover irriert: Batman bedient ein Maschinengewehr? Und Robin hilft beim Nachladen? Das Bild hat nichts mit dem Inhalt des Heftes zu tun, Batman erschießt schon lange niemanden mehr. Aber in der Realität des Erscheinungsjahres 1943 herrscht Krieg – und das Cover fordert die Leser dazu auf, Kriegsanleihen zu kaufen, um die Kugeln (gegen die Nazis und Japaner) weiter fliegen zu lassen.

Auch im Heft geht es um Nazis – aber das soll hier erstmal nicht interessieren. Denn es geht auch um Weihnachten. Und da zeigt sich Batman als selbstloser Wohltäter. Batman und Robin wollen an Heiligabend die Einsamsten glücklich machen: einen alten Portier, einen Komiker, einen Leuchtturmwärter. Das Batplane wird zum Batschlitten umgerüstet.

Batmans Weihnachtsschlitten

Batmans Weihnachtsschlitten

Für Aufregung sorgt der Gangster Dirk Dagner, der Batman töten – und dabei auch noch Reibach machen will. Zuerst versucht er mit seiner Bande, ein paar Bonzen bei einer Party auszurauben, dann stehlen sie das wertvolle Witze-Archiv des Komikers – ja, sie lassen sich nicht einmal davon abhalten, dass das Ding in einem riesigen Schrank steckt. (Wie bekommen sie den nur weg?) Und schließlich wollen sie ein Schiff mit Kriegsgütern ausrauben. Das Wie muss niemanden interessieren, denn dazu kommt es nicht. Dank Batman. Aber sie hätten sich bestimmt etwas einfallen lassen, denn auch sonst ist Dirk Dagner ziemlich ausgebufft: Die obligatorische Todesfalle für Batman ist besonders tricky – ebenso wie Batmans Lösung dafür …

Am Ende, wenn die Schurken mit Schleife bei der Polizei abgeliefert sind und Weihnachten gefeiert wird, kommt die Moral: Der einsamste Mensch der Welt sei Dirk Dagner, weil er voller Gier und Hass sei und daher wie ein wildes Tier weggesperrt gehöre, sagt Batman. Er verdiene kein frohes Weihnachten.

Bei Verbrechern hört also das Mitgefühl auf. Wie gesagt: Es sind raue Zeiten, es herrscht Krieg …

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Weihnachten mit Batman: Ein Vater als Geschenk

DC Comics

DC Comics

Titel: Christmas

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1942 (Batman #9)


„The Batman is going to play Santa Claus!“ (Bruce Wayne)

Heiligabend. Bei einem Besuch im Waisenhaus trifft Bruce Wayne den kleinen Timmy Cratchit, der sich vom Weihnachtsmann wünscht, er möge ihm seinen Vater wiederbringen. Doch der Vater steckt im Knast – lebenslänglich wegen Mordes. Batman macht sich daraufhin auf zum Gefängnis, wo er sich von dem Insassen Bob Cratchit erzählen lässt, er säße zu Unrecht ein. Batman und Robin glauben ihm und nehmen sich den Gauner Hal Fink vor, der schuldig sein soll. Obwohl sich das Dynamische Duo mit Fäusten, Tintenfässern und Kleiderhaken gegen seine Bande wehrt, wird es überwältigt.

Aber weil Gangster einen im Comic nicht einfach abknallen können, sondern das Töten meist dramatisch inszenieren müssen, bekommen die Helden noch eine Überlebenschance. Die Gauner schleppen die bewusstlosen Körper von Batman und Robin aufs Dach und werfen sie in einen Wassertank. Sie entkommen, werden von einem falschen Weihnachtsmann verraten, wehren sich mit Schneebällen.

Batman #9: Christmas

DC Comics

Am Ende holt Batman ein Geständnis von Fink heraus, indem er sich als Geist des Mordopfers verkleidet. Dickens lässt grüßen. Und nachdem der falsche Santa Claus gezwungen wird, im Waisenhaus aufzutreten, wird er zum Guten bekehrt – und kommt auf Bewährung frei.

Trotzdem kommt bei Robin keine Weihnachtsstimmung auf. Er beneidet die Waisenkinder um ihre Weihnachtsfeier. Batman gibt sich zunächst hartherzig: „Sorry, Robin! But we crimefighters don’t have time for that sort of thing! That’s our penalty, I guess!“ Doch dann führt Batman ihn zu Commissioner Gordons Haus, wo er mit Linda Page schon auf sie wartet. Moral: Santa Claus gibt es wirklich, wenn wir das, wofür er steht, in unser Herz lassen. Nein, gemeint sind nicht Kapitalismus und Coca-Cola, sondern Selbstlosigkeit und Nächstenliebe.

So endet die erste Batman-Weihnachtsgeschichte.

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Batmans Ritt auf dem Hai

DC Comics

DC Comics

Titel: The Joker’s Five-Way Revenge

Autor/Zeichner: Denny O’Neil/Neal Adams

Erschienen: 1973 (Batman #251), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Without the game that the Batman and I have played for so many years, winning is nothing! He shall live… until I can destroy him properly!“ (Joker)

Für vier Jahre war der Joker erledigt. Nach den albernen Comics und der TV-Serie der 60er, in denen er bloß ein nerviger Clown war, hat DC Batmans Erzfeind eingemottet. 1973 kehrte er wieder zurück – auch zurück zu seinen Wurzeln. Denn der Joker ist hier, was er schon zu Beginn seiner Verbrecherkarriere war: ein Serienmörder. Er beseitigt fünf seiner ehemaligen Gangmitglieder. Mit Joker-Gas, mit explodierenden Zigarren und auch einem Hai (wegen der Ähnlichkeit des Lächelns).

Höhepunkt ist das Finale, in dem Batman auf dem Hai reitet und ihn mit einer Kette bezwingt. Diese Sequenz wurde in die Batman: The Animated Series-Episode The Laughing Fish verwendet, die wiederum auf einer späteren 70er-Comic-Story beruht. Aber wie es zu diesem Finale kommt, ist alles andere als spektakulär. Batman läuft herum wie ein blutiger Anfänger und lässt sich zunächst von einem beliebigen Gauner von hinten niederschlagen, kurz darauf nochmal vom Joker. Da ist es selbst dem Joker zu blöd, Batman zu töten, weil es zu einfach wäre.

Aber es wird nicht besser: am Ende kommt Batman in das Aquarium zum Hai, weil er sich fesseln lässt, um eine Geisel zu retten. Der Batman, den wir kennen und lieben, hätte dem Joker einfach eine reingehauen und im gleichen Atemzug die Geisel befreit. Aber nein, der Batman der 70er geht lieber baden – und vertraut darauf, dass der Joker sein Versprechen hält und die Geisel freilässt. So naiv war Batman nicht einmal im Silver Age. Zum Schluss kriegt der Held den Schurken nur, weil der Joker auf der Flucht ausrutscht. Schwache Leistung.

Trotz allem gilt The Joker’s Five-Way Revenge als Klassiker – auch weil darin zum ersten Mal erwähnt wird, dass der Joker aus einem Irrenhaus ausgebrochen ist. Das heißt hier noch „State Hospital for the Criminally Insane“. In Batman #258 wird es Arkham heißen.

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Der Tod und die Rache von Matches Malone

DC Comics

DC Comics

Titel: False Faces (Batman by Brian K. Vaughan)

Autor/Zeichner: Brian K. Vaughan/Scott McDaniel, Rick Burchett

Erschienen: 2000, 2001, 2004 (Batman #588-590, Detective Comics #787, Wonder Woman #160-161, Gotham City Secret Files #1), Paperback 2008/2017


„Possessing more than one distinct identity allows a man to do things most people could never imagine.“ (Batman)

Bruce Wayne ist nicht nur Batman, er ist auch Matches Malone. Ein Alter Ego als Kleinganove. Mit Sonnenbrille, Schnurrbart und Streichholz zwischen den Zähnen stellt Batman verdeckt Nachforschungen in der Unterwelt an. Matches Malone, der zum ersten Mal in Batman #242 (1972) erschien, ist bislang nichts als eine Nebenerscheinung gewesen, ein Running Gag für Fans. In False Faces kommt er erstmals zu seinem vollen Recht.

Batman fingiert ein Verhör mit Matches Malone, um ihn in einen illegalen Waffendeal hineinzuschmuggeln. Kurz darauf heuert ihn Scarface (Bauchredner) für die Aktion an. Als Batman den Deal platzen lässt, rächt sich Scarface an Matches – und legt ihn um. Wie kann das sein? Matches Malone ist nicht nur ein Alter Ego – es gibt ihn wirklich! Batman erzählt, wie er einst die Identität von einem Erpresser übernahm, nachdem dieser vermeintlich Suizid begangen hatte. Tatsächlich war es nur ein Täuschungsmanöver. Nun fühlt Batman sich mitschuldig an dessen wirklichem Tod und will ihn rächen.

Abgesehen von Albernheiten, dass man erst einmal einen Sterbenden seine Lebensgeschichte erzählen lässt, bevor man ihn ins Krankenhaus bringt, ist die Matches Malone-Story sehr stark: Voller Drama, interessanter Situationen und Batman in Versuchung, mit seinen Idealen zu brechen. Die ursprüngliche Vorgeschichte von Malone wird hier stark verändert. In der ’72er-Story stirbt Matches an einem Querschläger aus der eigenen Pistole, als Batman ihn verfolgt. Abgesehen von dem tragischen Zwischenfall fehlt der Figur aber jegliches Drama einer Vorgeschichte.

Der Rest des Bandes ist eher minderwertiges Füllmaterial: eine alberne Kurzgeschichte im Animated-Stil (gezeichnet von Rick Burchett) um den Mad Hatter, Wonder Woman gegen Clayface und ein Auftakt zu einer Geschichte mit einem neuen Schurken (Skeleton), die nie weiter erzählt wurde. Aber die drei Kapitel Malone lohnen sich allemal.

Batman und der Mann ohne Augenlider

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman by Ed Brubaker Vol. 1

Autor/Zeichner: Ed Brubaker/Scott McDaniel

Erschienen: 2000-2002 (Batman #582-586, #591-597, Batman: Our Worlds at War #1), Paperback 2016


„… the bat will always surprise you. That’s just his nature. He’s a nature of determination.“

Die Story dieses Comics zusammenzufassen, ist gar nicht so leicht. Ich versuche es mal so: Ein neuer Schurke erscheint in Gotham: Zeiss, ein Killer mit technisch verbessertem Gehirn. Weil er Batmans Kampftechnik gespeichert hat, kann er dessen Bewegungen vorhersehen und abwehren. Sein Markenzeichen ist eine Brille mit Kamerablenden, die ihm die Augenlider ersetzen. Das ist natürlich noch keine Story. Aber das Problem ist, dass Zeiss zwar der rote Faden ist, aber der Band episodenhaft erzählt ist und dadurch mal mehr und mal weniger mit ihm zu tun hat.

Auf den ersten Blick ist der erste Ed Brubaker-Band eine lose Story-Sammlung: mal geht es um einen ehemaligen Wayne-Mitarbeiter auf Abwegen, mal um zwei Leute, die eine Batman-Doku drehen. Mal geht es um einen Rechtsstreit zwischen Pinguin und Bruce Wayne, mal um eine Fehde zwischen verfeindeten Gangsterfamilien, der Auftragskiller Deadshot tritt auf. Von der Batman-Family haben Robin, Nightwing, Batgirl und Huntress kleine Gastauftritte.

Erst nach und nach kristallisiert sich Zeiss als zentrales Element heraus, aber als Antagonist taugt er nur wenig, weil er nur Handlanger von Gangstern ist – mit Batman verbindet ihn nichts. Überhaupt mäandert die Handlung zu sehr und franst in unnötige Nebenhandlungen aus, wie etwa das Erscheinen eines gestrandeten Aliens, das Batman kurz beschäftigt, aber nichts mit der eigentlichen Story zu tun hat.

Unnötiger Einschub

Nichts hat auch der One-shot Batman: Our Worlds at War mit dem Rest zu tun, der ebenfalls in den Band integriert wurde, da er auch von Brubaker geschrieben wurde. Wer nicht vor hat, dieses Crossover weiterzulesen, sollte auch diese Episode lassen. Überflüssigerweise wurde sie mitten in den Band geschoben, wo sie die Leser von der Haupt-Story ablenkt.

Die meisten Zeichnungen stammen von Scott McDaniel – ein Künstler, der viel zu lange an Batman herangelassen wurde. Er hat einen furchtbar übertriebenen und unübersichtlichen Stil, der die Panels überfrachtet und die Gesichter wie Grimassen erscheinen lässt. Ein zu oft verwendetes Stilmittel: Wenn Batman durch die Luft fliegt, folgt ihm stets ein Schwarm von Fledermäusen.

Insgesamt ist Batman by Ed Brubaker zwar solide geschrieben, aber zu wenig einnehmend erzählt. Durchschnittsware, die bloß deshalb als Paperback neu aufgelegt wurde, damit sich Hardcore-Fans ein weiteres Buch ins Regal stellen können. Lesen muss man es nicht.

>> Batman 2000-2011

Die grinsenden Geschworenen

DC Comics

DC Comics

Titel: The Joker Jury!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1964 (Batman #163), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„This is insane! It’s like a scene out of ‚Alice in Wonderland‘!“ (Batman)

Es wird nicht ganz klar, warum sich Batman und Robin vor drei überdimensionalen Springteufeln mit Joker-Köpfen fürchten, aber diese Story basiert ohnehin nicht auf dem gesunden Menschenverstand. Jedenfalls lockt der Joker unsere Helden in eine Falle und stellt Batman vor Gericht: der Richter ist der Joker selbst, Ankläger und Geschworene sehen aus wie er. Die Anklage: Batman beschneidet das Recht von Individuen, Verbrechen zu begehen. Das klingt zunächst absurd, aber trifft einen wahren Kern. Denn der Joker spricht von der menschlichen Freiheit, sich entscheiden zu dürfen, ob er gegen das Gesetz verstößt oder nicht. Aber so tief gehen weder Anklage noch Plädoyers, Batman kommt nicht zu Wort und wird sofort verurteilt und verknackt. (Zusammen mit Robin, der eigentlich nicht angeklagt wurde, aber sei’s drum.)

Das groteske Schauspiel dauert nur zwei Seiten lang, die übrigen elf sind einer nicht minder absurden Verbrechensreihe gewidmet. Der Joker richtet sich thematisch nach der Zuständigkeit von Behörden aus. Zunächst kippt er einen Laster des Bau-Amtes aus, dann bedient er sich eines riesigen Staubsaugers, um Juwelen zu stehlen, dann geht es um Straßenbau, Grünflächen und am Ende um Gesundheit. Man könnte sagen: der Joker unterwandert das System und stiftet Chaos mit den Mitteln der Gemeinde.

Interessant dabei ist, dass das Finale auf einer Batman-Wohltätigkeits-Messe stattfindet, bei der die Helden aus Pappmaché ausgestellt sind, zusammen mit einer Reihe von Batmobil- und Batplane-Modellen. Am Ende lässt Batman die Modelle per Schalter auf die Joker-Bande los. So hat der ganze Batman-Kult auch einen praktischen Nutzen.

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Kampf der Formwandler

DC Comics

DC Comics

Titel: The Great Clayface–Joker Feud

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #159)


„Clayface will rue the day he tried to compete with the Joker!“

Eigentlich war Clayface erledigt, nachdem Batman ihm den Zugang zu seinem Wundermittel versperrt hat. Jetzt ist wieder da, mit selbstgebrautem Formwandler-Serum. Das beeindruckt die Unterwelt so sehr, dass es heißt, er sei der größte Kriminelle des Landes. Als der Joker das hört, kann er es nicht auf sich beruhen lassen.

Es beginnt ein Wettstreit der Schurken: Zunächst fordert Clayface Joker heraus, indem er ihn imitiert, dann revanchiert sich der Joker, indem er bei einem Kunstraub mehrere Kostüme übereinander legt und vor Batman und Robin eins nach dem anderen ablegt. So wird aus dem Clown ein afrikanischer Krieger, dann ein Igel oder vielmehr ein Stachelschwein, schließlich eine Libelle – er entkommt auf Flügeln.

Clayface hat es satt: er entführt Batman und Joker. Letzterer schlägt eine Allianz vor, man einigt sich. Doch als Clayface versucht, Batman zu demaskieren, nimmt die Story eine unerwartete Wendung. Mal wieder hat sich Batman als Joker verkleidet … (das scheint zur Gewohnheit zu werden)

Unterstützt werden Batman und Robin nicht nur von einem täuschend echten Batman-Roboter, sondern auch von der Presse, die freiwillig Falschmeldungen in die Welt setzt, damit Batman seinen genialen Plan umsetzen kann. Glaubwürdigkeit der Medien spielte damals wohl noch keine große Rolle. Auch Batwoman und Batgirl mischen mit, zunächst nur als Jungfern in Nöten, aber dann erweisen sie sich auf Fluggeräten namens Whirly-Bats als ziemlich nützlich – wenigstens hinter den Kulissen. Am Ende dürfen sie das Dynamische Duo nach dem aufregenden Abenteuer beruhigen. Als Batwoman mit Batman flirtet, bleibt dem sonst so souveränen Dunklen Ritter die Luft weg.

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