Autor: Lukas

Journalist, Blogger, Batman-Fan

Joker im Batman-Kostüm

DC Comics

Titel: The Joker: Year of the Villain

Autor/Zeichner: John Carpenter, Anthony Burch/Phillip Tan

Erschienen: 2019 (One-shot)


Viele Joker-Geschichten sind nur darauf aus, den Joker als Psychopathen darzustellen: völlig durchgedreht, chaotisch, unberechenbar. Diese Geschichten sind meist sehr albern und von schwarzem Humor durchzogen. Und sie können auch anstrengend sein, denn diese Eindimensionalität verbraucht sich schnell.

Nun hat Horror-Guru John Carpenter höchstselbst eine solche Geschichte verfasst. Einen Joker-Tie-in zum DC-Event Year of the Villain. Die Schurken haben die Macht an sich gerissen. Der Joker zieht mit Six of Hearts, einem jungem Arkham-Insassen, durch Gotham, sie ziehen sich Batman- und Robin-Kostüme an und begehen Verbrechen.

Joker: Year of the Villain

Joker als Batman in Year of the Villain (DC Comics)

Der Joker kippt Angstgas ins Trinkwasser, tötet einen Hundehalter. Es gibt eine Begegnung mit dem Condiment King und Enchantress, aber das sind nur Episoden ohne echten Spannungsbogen. Auf 34 Seiten kann man nicht zu viel erwarten.

Am Ende steht die Erkenntnis: der Joker ist gar nicht verrückt, sondern einfach nur abgrundtief böse. Aber eigentlich geht es hier gar nicht um den Joker, der Held der Geschichte ist eben der junge Mann, der sich mit seiner eigenen düsteren Vorgeschichte konfrontiert und erkennt, dass wahnsinnige Menschen gefährlich sind. Der Joker bedroht zum Schluss die Mutter des Helden und schlägt ihn am Ende mit einem Brecheisen zusammen – was der Joker eben mit Robins macht.

Das ist grandios gezeichnet und stimmungsvoll koloriert, aber – wie so viele Tie-ins – nichts, was man unbedingt gelesen haben muss. Eben eine weitere, abgedrehte Joker-Story ohne neue Erkenntnisse. Da hilft auch ein Name wie John Carpenter nicht viel.

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Joker hebt die Einschaltquote

Titel: It’s Joker Time

Autor/Zeichner: Bob Hall

Erschienen: 2000 (Mini-Serie #1-3)


„The world is crazy. Everyone in it is crazy. So you’re just one more little crazy swimming in an ocean of …“

Ein Psychiater behandelt den Joker mit einer Extremtherapie: tagelanges Fernsehen. Und nicht irgendein Fernsehen, sondern die Krawall-Talk-Show des Moderators Barry Dancer. Der Joker wird wahnsinnig. Noch mehr als sonst. Eigentlich schon nicht mehr irre, sondern völlig weggetreten. Er verliert sein Gedächtnis. Diese Sendung ist selbst dem größten Psycho zu krass.

Als es ihm zu viel wird, bricht der Joker aus und landet als Obdachloser auf der Straße. Dort findet ihn Barry Dancer und nimmt ihn mit ins Studio, um mit ihm seine Quoten explodieren zu lassen. Batman interveniert, Gordon geht vor Gericht – aber da es hier um eine Entscheidung zwischen Pressefreiheit und Gefahr für die Öffentlichkeit geht, lässt sich die Justiz Zeit. Der Joker wird in der Sendung hypnotisiert, er fantasiert sich Erinnerungen zusammen, die sogar ins alte Ägypten reichen. Schließlich wird er sogar freigelassen, übernimmt die Sendung und kündigt seinen Selbstmord an …

It’s Joker Time ist eine böse Satire auf die Medien. Die TV-Macher der USA werden als völlig skrupellos dargestellt. Sie sind die wahren Kriminellen, die sogar noch den Joker toppen. Aber sogar Alfred gibt zu, dass er sich die Sendung gern ansieht. Batman begreift das nicht – aber er muss ja auch keine Hausarbeit verrichten. Gegen das Fernsehen ist Batman zunächst machtlos: Er kann bloß zusehen, wie der Wahnsinn um sich greift. Zumindest fürs Erste. Dann verkleidet er sich als einer von Jokers Gang, als miesester Komiker aller Zeiten.

In gewisser Weise nimmt It’s Joker Time auch den Film Joker (2019) vorweg. Auch dort soll Arthur Fleck aus kalter Berechnung vorgeführt werden, auch dort plant der Joker einen Suizid, aber die Gewalt wendet sich am Ende gegen die Medienmacher selbst. Wenn der Joker sein Verhältnis zu Batman als Widerstreit zwischen Anarchie und Ordnung schildert, erinnert das auch an den Film The Dark Knight (2008).

Autor Bob Hall (I, Joker) übertreibt maßlos, auch in seinen Zeichnungen. Sein Dreiteiler ist nicht gerade ein Maßstab für Subtilität, vieles davon ist äußerst abgedreht, aber als Mediensatire funktioniert die Geschichte gut, auch wenn sich der Witz irgendwann verbraucht.

Der Joker, der seine Geschichte selbst erzählt, hat eine klare Botschaft: Weg mit dem Fernseher! Was zunächst als sinnvolle Maßnahme erscheint, um sein Leben weniger leer wirken zu lassen, ist auf den zweiten Blick auch eine Kampagne eines Mediums gegen das andere. Denn wer weniger fernsieht, ist offener für andere Medien, wie etwa Comics. Gut für DC …

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Joker: Ansichten eines Clowns

And the Oscar goes to: Joaquin Phoenix als Joker (hoffentlich).

Titel: Joker

Regie/Drehbuch: Todd Phillips/Todd Phillips, Scott Silver

Erschienen: 2019


ACHTUNG: SPOILER!!!

Vor elf Jahren hat der Joker aus The Dark Knight Maßstäbe gesetzt. Nicht nur wegen Heath Ledgers genialer Darstellung und seines tragischen Todes, der die Sympathie befeuert haben dürfte. Auch weil der Charakter so überzeugend radikal geschrieben war: als ungreifbarer Nihilist ohne Vorgeschichte, und damit der ultimativer Gegner für Batman. Dagegen kam Jared Letos Version aus Suicide Squad nicht an – sie wird höchstens als Obskurität in Erinnerung bleiben.

Regisseur und Autor Todd Phillips hat es nun gewagt, einen neuen Joker ins Kino zu bringen. Ohne Batman, aber mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle. Und er erzählt dessen Vorgeschichte. Das, was Christopher Nolans Version so interessant gemacht hat, dass er aus dem Nichts kam, läuft damit Gefahr, durch einen rührselige, psychologisierenden Origin kaputterklärt zu werden.

Der Ansatz ist nicht neu. Bereits 1988 hat Alan Moore in The Killing Joke erzählt, dass der Joker früher ein Chemielaborant und Möchtegern-Komiker war und nur wegen eines schlechten Tages von der schiefen Bahn in den Wahnsinn gerutscht ist. Batman war unfreiwillig an der Entstehung mitbeteiligt. Der Joker blieb allerdings anonym.

Warner Bros.

Der neue Film greift die Grundidee des Stand-up-Comedians auf, macht aber etwas ganz Eigenes damit. Der Held heißt Arthur Fleck und hat nicht nur einen, sondern nichts als schlechte Tage. Er lebt allein mit seiner kranken Mutter, die er pflegt. Er hat eine Störung, bei der er in unkontrolliertes Lachen ausbricht, wenn er nervös ist. In seinem Job als Clown wird er von Jugendlichen verprügelt.

Es ist eine feindliche Umgebung. Gotham ist ein Ort des Prekariats und der Verzweiflung, die Müllabfuhr streikt, der Müll zieht die Ratten an. Ein Kollege gibt Arthur eine Pistole, um sich zu wehren. Als auch noch drei reiche Schnösel in der U-Bahn über ihn herfallen, wird Arthur zum Mörder. Doch damit startet er unfreiwillig eine Massenbewegung von Sympathisanten in Clownsmasken, bei der sich die Armen gegen die Reichen auflehnen.

Nichts als negative Gedanken

Als ihm die bei einem Auftritt vor Kindern im Krankenhaus aus der Tasche fällt, wird Arthur gefeuert. Und als Comedian ist er nur unfreiwillig komisch. „All I have are negative thoughts“, sagt er zu seiner Therapeutin, aber auch die scheint ihm nicht wirklich zu helfen, hört ihm nicht zu und schließlich endet die Therapie abrupt, weil die öffentlichen Mittel für Sozialarbeit gekürzt werden. Seine Medikamente kriegt er nicht mehr.

Doch es gibt Hoffnung: Arthur lernt eine Nachbarin kennen und verliebt sich in sie, er erfährt, dass Bürgermeisterkandidat Bruce Wayne sein Vater sein könnte und er wird von seinem Comedy-Idol Murray Franklin (Robert De Niro) in dessen TV-Show eingeladen. Nach und nach zerplatzen auch diese Träume. Und so verwandelt sich Arthur mit Clownsschminke in den Joker, der für seinen letzten Auftritt seinen Selbstmord plant …

Zynische Antwort auf feindliche Welt

Der Film entwirft ein äußerst düsteres Szenario. Er erzählt, wie jemand, der nur vom Pech verfolgt ist, sein tragisches Leben zur Komödie wendet, indem er selbst zur zynischen Antwort darauf wird: Ein Mann, der alles verloren hat, an nichts mehr glaubt und damit zum größten Feind dieser Gesellschaft wird, die ihn durch ihre Feindseligkeit geschaffen hat.

Man kann das eindimensional finden. Ist es aber nicht. Denn Arthur Fleck ist eine Hiobsfigur, die zunächst alles versucht, um im Leben zurecht zu kommen. Ein Clown aus Leidenschaft, der all seine Widrigkeiten mit Optimismus zu meistern versucht, aber nicht nur an den Umständen scheitert, sondern auch an seiner eigenen Psyche zerbricht. Humor wird zur Waffe, mit dem Leben fertig zu werden. Auch wenn diese Waffe ins Tödliche pervertiert wird.

Stadt ohne Helden

In dieser Welt ohne Hoffnung gibt es keine Helden. Superhelden schon gar nicht. Anders als in Tim Burtons ersten Batman-Film ist es nicht der Joker, der Batman erschafft, sondern der Mord an den Waynes wird zum Kollateralschaden des neu entfachten Klassenkampfs. Die Stadt brennt – „The End“. Bis Batman kommt, dauert es noch Jahre. Falls er je den Weg in dieses Gotham findet. Aus konzeptueller Sicht ist es nicht zu wünschen. Am Ende reicht es, dass im Chaos ein Kind seine Eltern verliert.

Todd Phillips schafft es, dem fast 80 Jahre alten Joker-Mythos zwar eine psychologische Komponente hinzufügen, aber ohne auf den Nihilismus zu verzichten, der die Figur so stark macht. Für seine Charakterstudie findet der Regisseur einnehmende, beklemmende Bilder, die von einem bedrückenden Soundtrack untermalt werden. Dabei zitiert er Klassiker wie Taxi Driver und The King of Comedy von Martin Scorsese, (insofern ist die Besetzung von Robert De Niro nur konsequent) er verneigt sich aber auch vor dem gesellschaftskritischen Modern Times von Charlie Chaplin. Joker ist ein Film, der sich in der Spannung dazwischen bewegt.

Joaquin Phoenix verleiht seinem Joker eine ebenso erschreckende wie mitleiderregende, aber auch tragikomische Präsenz. Selten dürfte ein Lachen so verzweifelt geklungen haben wie bei ihm. Das wird noch lange im (kollektiven) Gedächtnis bleiben. Damit ist Phoenix ein ebenbürtiger Ledger-Nachfolger – wahrscheinlich auch bei den nächsten Filmpreisen.

Gespaltene Meinungen

Auf den Plattformen IMDb und Rotten Tomatoes kann man sehen: Joker begeistert die meisten Zuschauer, aber spaltet die Kritiker. Das ist kein Wunder, denn so stark dieser Film ästhetisch gemacht ist, so will er inhaltlich nicht gefallen. Er ist von einem Pessimismus und einer Radikalität, für deren Mut man die Autoren und Produzenten nur bewundern kann. Selten sieht man bei einem Mainstream-Hollywood-Film, und einer (Superhelden-)Comic-Verfilmung noch dazu, eine solche Kompromisslosigkeit in der Weltsicht.

Wer sich danach abgestoßen fühlt und denkt „So schlimm ist die Welt nicht“, bei dem hat der Film vielleicht sogar die gewünschte Wirkung ausgelöst. Aber hier geht es nicht um Realismus, sondern nur um Plausibilität. Hier wird nicht die Welt erklärt, sondern wie sie zum Joker kam. Und diese Herausforderung ist beeindruckend gemeistert.

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Jokers kurze Solo-Karriere

DC Comics

Titel: The Joker – The Clown Prince of Crime

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil, Elliot S. Maggin, Martin Pasko/Irv Novick, Ernie Chan, José Luis García-López u.a.

Erschienen: 1975-1976 (Joker #1-9), Paperback 2013


Nach 35 Jahren war es so weit: Der Joker bekam seine eigene Serie. Damit war er der allererste Batman-Schurke, dem diese Ehre zuteil wurde. (Der zweite war Man-Bat, aber das hielt nicht lange.) Batman tritt hier nicht auf, der Joker ist der Held, oder besser gesagt: Anti-Held, denn natürlich ist er – wie Charlie Brown – zum Misserfolg verdammt.

Im ersten Abenteuer nimmt der Joker es mit Two-Face auf. Ein anderer Gauner bricht aus Arkham aus und nimmt statt den Joker Two-Face mit. Zusammen wollen sie wertvolle Dublonen stehlen. Der Joker ist sauer und will sich an beiden rächen. Es fliegen Säure-Torten. Doch Two-Face kommt davon und revanchiert sich später mit einer Todesfalle: Er will den Joker mit einer Kreissäge halbieren. Aber der Clown hat sich von seinem Erzfeind Batman einiges abgeschaut, um auch in einer aussichtslosen Lage zu triumphieren.

So geht es immer weiter. Im zweiten Teil verbündet er sich mit einem gewissen Willie the Weeper, der jeden seiner Coups versaut, indem er in Tränen ausbricht, weil ihn sein schlechtes Gewissen einholt. Im dritten legt sich der Joker mit dem Creeper an. Es folgen Begegnungen mit Green Arrow und Dinah Lance (die hier nicht als Black Canary agiert), der Royal Flush Gang und mit Catwoman. Einmal tauscht er die Persönlichkeit mit Lex Luthor, ein anderes Mal konkurriert er mit Scarecrow.

Es geht dabei sehr albern zu – und meistens völlig sinnfrei. Der Joker wird als total Verrückter dargestellt, der mehr am Spaß interessiert ist, als an der Bereicherung, weshalb man sich fragen muss, wie er seine Handlanger finanziert, die ihm trotz allem die Treue halten. Er hockt in einem Hauptquartier, das er „Ha-Hacienda“ nennt, fährt mit einem Wohnmobil namens „Ho-Home-on-Wheels“ oder mit dem Jokermobil, mit dem er im Grunde „verhaftet mich“ in die Welt hinausposaunt, was aber keinen zu kümmern scheint. Das Hauptproblem: Ein Joker ohne Batman macht nicht viel her. Vor allem taugt er weder als Held noch als Antiheld, wenn er kein klares Ziel hat.

Die dämlichste Geschichte handelt von Sherlock Holmes. Natürlich begegnet der Joker nicht wirklich dem Meisterdetektiv, sondern nur einem Schauspieler, der sich nach einem Kopfstoß dafür hält. Der Joker verübt Gaunereien, die irgendwie thematisch zu Holmes-Storys passen, aber nichts bringen, während Holmes immer wieder zufällig auf ihn trifft und ihn schließlich zur Strecke bringt. Das ist so bemüht und weit hergeholt, dass man sich als Leser für dumm verkauft fühlen kann – es sei denn man kann über dieses Gaga-Niveau lachen.

Von daher ist es kein Verlust, dass die Serie nach neun Ausgaben eingestellt wurde. Eigentlich ist es sogar ein Wunder, dass sie so lange durchhielt. Die geplante, aber damals nicht veröffentlichte zehnte Ausgabe ist 2019 im Sammelband The Joker: The Bronze Age Omnibus erschienen.

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Vom Ikonoklasten zum Künstler

Death of a Mauve Bat

Jokers Meisterwerk: „Death of a Mauve Bat“.

Titel: Pop Goes the Joker/Flop Goes the Joker (Meister Joker)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1967 (Batman S02E57-58)


Nein, Jack Nicholsons Joker war nicht der erste, der sich als Künstler betätigt hat, indem er andere Kunstwerke zerstörte. Lange vor ihm hat es Cesar Romero vorgemacht. Bereits in seiner ersten Episode hat er eine Büste und sogar eine Statue von sich angefertigt (The Joker is Wild). Jetzt aber betätigt er sich zunächst als Kunstkritiker. Oder vielmehr als Kritikaster. Empört stürmt er eine Ausstellung und zieht erst mit wüsten Beschimpfungen über die Werke her, dann mit zwei Farbpistolen.

Ikonoklasmus bei Batman

Clown-Ikonoklasmus: Joker beschmiert Kunstwerke.

Weil gerade zufällig Alfred in der Nähe ist, treffen bald darauf auch Batman und Robin ein. Doch zu ihrer Überraschung müssen sie feststellen, dass der Ikonoklasmus des Jokers das Wohlwollen eines Künstlers findet: Er sieht erst jetzt seine Werke zur wahren Kunst aufgewertet. Wider Willen hat der Joker einen großen Wurf gelandet – also schlägt er eine neue Karriere ein. Batman bekommt einen roten Fleck auf die Brust geschmiert, inklusive Signatur. Leider kann sich Alfred nicht um die Wäsche kümmern, weil er gerade die Batpoles neu streicht.

Signed, the Joker.

Bei einem Malwettbewerb treten die größten Künstler der Welt gegeneinander an, um innerhalb von drei Minuten ein Meisterwerk zu pinseln. Ihre Namen erinnern an Picasso, Pollock, Leonardo und Van Gogh, ihre Werke zaubern sie mit Füßen und Affen, die Farbbomben werfen. Nur der Joker malt gar nichts. Die leere Leinwand nennt er „Death of a Mauve Bat“. Das einzige weibliche Jurymitglied, Baby Jane, sieht darin ein Symbol für die Leere des modernen Lebens und ruft den Joker zum Sieger aus.

Joker gibt Bruce Wayne Kunstunterricht.

Joker gibt Bruce Wayne Kunstunterricht.

Der Joker gründet seine eigene Kunstschule, in der er Millionären Unterricht gibt. Baby Jane darf mitmachen, aber auch Bruce Wayne. Natürlich wird da nur herumgestümpert. Der Joker geht hart mit Bruces Werk ins Gericht und erteilt ihm Nachhilfe in Wichtigtuerei. Dann offenbart der Schurke sein wahres Gesicht. Obwohl er einen leichten und legalen Weg gefunden hat, wie man Bonzen um ihr Geld erleichtern kann, kidnappt er alle TeilnerInnen und verlangt Reinaissance-Kunst als Lösegeld. Steckt doch ein Liebhaber und Kenner hinter der Clowns-Maske?

Jokers Mobile des Todes.

Jokers Mobile des Todes.

Robin kommt Bruce zur Hilfe, wird aber gefangen genommen und auf ein tödliches Mobile geschnallt. Hier stellt sich die Frage: Hatte der Joker das Ding bereits vorbereitet, für den Fall, dass Robin kommt, oder hat er es erst danach schnell zusammengezimmert? Wie auch immer, es ist ein immenser Aufwand, dafür, dass er nicht einmal zusehen will, wie Robin zum Hamburger verarbeitet wird.

Joker mit Muse Baby Jane.

Künstler kommen bei Frauen stets gut an: Joker mit Muse Baby Jane.

Aber halten wir uns nicht mit Dingen auf, die wir einfach gestrickten Köpfe nicht verstehen. Der Joker kommt auch mit seiner Entführung davon, weil seine Muse, völlig verblendet vom Charisma ihres Lieblingskünstlers, keine Anklage erhebt. Trotzdem versucht er noch einmal den illegalen Weg, indem er die Kunstwerke aus dem Museum gegen seine eigenen Farbschmierereien eintauscht.

Alfred beim Fechten mit dem Joker.

Alfred beim Fechten mit dem Joker.

Doch da ist ihm Batman zuvorgekommen: Er hat Alfred schnell ein paar Bilder pinseln lassen und die gegen die echte Kunst ausgetauscht. Als der Joker in Wayne Manor einfällt, kann Alfred ihn mit Leichtigkeit beim Fechten besiegen und sogar davon abhalten, die Bathöhle zu finden. Am Ende landen die kindischen Werke des Butlers sogar in der Galerie. Da soll mal einer den Kunstbetrieb verstehen – der ist sogar noch verrückter als der Joker selbst.

Alfred schenkt Chief O'Hara ein Gemälde.

Alfred schenkt Chief O’Hara ein Gemälde.

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Joker reitet ein Riesenhuhn

Titel: The Joker’s Last Laugh

Autor/Zeichner: John Broome/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1964 (Detective Comics #332), Paperback 2008 (Joker: The Greatest Stories Ever Told)


Vor einem Rubingeschäft fährt ein Auto mit Lautstprechern vor: „Why does a chicken cross the road?“, tönt es daraus. „To get to the other side.“ Der Witz ist ein alter Hut. Und trotzdem brechen alle Passanten, die ihn hören, in schallendes Gelächter aus. Dann springt der Joker aus dem Auto aus, das plötzlich zu einem Lieferwagen gewachsen zu sein scheint, er reitet ein Riesenhuhn, schnappt sich die Rubine und haut wieder ab.

The Joker's Last Laugh

Joker reitet das Riesenhuhn.

Als nächstes verkleidet er sich als Feuerwehrmann, um Gemälde aus einer Kunstgallerie zu stehlen, diesmal bringt er auch Batman und Robin mit einem faden Gag zum Lachen. Die beiden finden später heraus, dass der Joker mit einem bestimmten Staub die Leute erheitert hat. Batman und Robin nehmen ein Gegenmittel ein, aber dann überrascht der Joker sie mit einem Heulmittel.

The Joker's Last Laugh

Batman und Robin lachen über Jokers schlechten Witz.

Das Dynamische Duo folgt dem Clown, sie schnappen ihn vor einer Polizeiwache, aber kaum ist er eingebuchtet, dreht sich plötzlich die Zellentür und Batman und Robin sitzen in der Falle. Ihre einzige Chance ist der Schlüssel, den nur der Joker bei sich hat. Wenn sie einen anderen Weg versuchen, fliegt alles in die Luft.

Aber wie gut, dass Batman so ein gutes Gedächtnis hat: Er hat sich gemerkt, wie der Schlüssel des Jokers aussieht und schnitzt sich aus einem Stuhlbein ein Duplikat – schon sind die beiden wieder frei. Als der Schurke versucht, einen wertvollen Globus bei einer Fernsehübertragung zu rauben, kommen sie ihm zuvor. Zurück im Knast lachen die Insassen dann über ihn.

„This proves one thing about the Joker, Batman!“, sagt Robin. „He has no sense of humor when the joke is on him.“ Tatsächlich ist die Vorstellung, die er hier abgibt, ein Armutszeugnis. Hier zeigt sich, dass der Joker alles andere als witzig ist.

Warum kann er keine besseren Witze erzählen? Und wie wurde aus dem Auto ein Lieferwagen? Und woher hatte der Joker das Riesenhuhn? War es eine Superrasse oder ein Roboter? Das alles wird für immer ein Rätsel bleiben.

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Honest Trailer zu Batman: The Movie (1966)

Kurz vor dem Kinostart des Joker-Films rekapitulieren die Screen Junkies noch einmal den ersten Leinwandauftritt des Schurken in Batman: The Movie von 1966, der bei uns unter dem klangvollen Titel Batman hält die Welt in Atem bekannt ist.

Es ist kein Geheimnis, dass Cesar Romero der erste Darsteller eines DC-Charakters war, der versuchte, einen Schnurrbart zu kaschieren. Auch Batmans Wampe ist deutlich zu erkennen. Aber der Honest Trailer offenbart diesen allseits gutbekannten und viel zitierten Film von einigen neuen Seiten, die ihn noch merkwürdiger erscheinen lassen, als er ohnehin schon ist.

Zum Beispiel wie aggressiv Bruce Wayne reagiert, als man scheinbar seine Freundin entführt. Geradezu blutrünstig droht er mit Mord. Und Robin äußert sich sehr bedenklich, als er den Tod dem Trinken vorzieht und und sich als Befürworter der Eugenik outet. Überhaupt kann Robin mit seinem ständigen „Holy …“ auf die Nerven gehen.

Oder könnte – wenn das alles denn ernst gemeint wäre. Aber an diesem Video zeigt sich, wie schwer es ist, sich über klamaukige Komödie lustig zu machen. Einem Witz kann man eben nur wenig hinzufügen.

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Der Sohn des Jokers

The Son of the Joker

DC Comics

Titel: The Son of the Joker

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1962 (Batman #145), Paperback 2019 (The Joker: His Greatest Jokes)


Was macht Alfred eigentlich in seiner Freizeit? Er schreibt Geschichten. Am liebsten denkt er sich Zukunftsszenarien für Batman und Robin aus. Eine davon ist, dass Bruce Wayne Kathy Kane (Batwoman) heiratet und mit ihr einen Sohn hat. Der wird zum neuen Robin, neben Dick Grayson als neuem Batman II.

In der neuen Geschichte fragt sich Alfred: Was wäre, wenn auch der Joker einen Sohn hätte? Das neue Dynamische Duo trifft auf ihn, als sie zum Wasserski zu wohltätigen Zwecken wollen. Da schnappt sich ein durchtrainierter junger Mann mit Joker-Gesicht das Preisgeld. Batman verfolgt ihn, knockt ihn aus, der Joker-Epigone fällt ins Wasser – und taucht ab.

Papa Bruce geht der Sache nach: Er sucht seinen ehemaligen Erzrivalen auf, der mit ergrautem Haar seinen Lebensabend mit Gärtnern verbringt – seine Zeit im Knast hat er abgesessen und scheint jetzt ein umgänglicher alter Kauz geworden zu sein. Der Joker bestreitet, einen Sohn zu haben.

Bald darauf verkleidet sich der vermeintliche Joker-Sohn als römischer Legionär, um auf dem Filmset eines Historienschinkens eine unbezahlbare Halskette abzugreifen. Er liefert sich ein Wagenrennen mit Batman und Robin, aber wieder entkommt der Gauner. Sie folgen ihm zum Haus des Jokers, wo sie herausfinden, dass die beiden doch unter einer Decke stecken – wenn auch ohne miteinander verwandt zu sein.

Als der alte Bruce von dem Vorfall mit der Kutsche liest, erinnert er sich an einen alten Fall mit dem Joker und bricht auf, um Dick und seinem Sohn aus der Klemme zu helfen. Und tatsächlich: Die beiden sind bereits Gefangene der beiden Joker. Als der alte Schurke Batman II seine Maske abnehmen will, kommt Batman I hereingeplatzt und kann das Schlimmste verhindern. (Leider kann Batwoman nicht mitkommen, weil sie krank im Bett liegt, aber die Männer kommen auch allein gut klar.)

Dabei wird klar: Der „Sohn des Jokers“ trägt noch nicht mal Make-up, sondern bloß eine plumpe Maske. Und am Ende sagt auch der Joker, dass dieser Epigone seines Namens nicht würdig sei. Aber auch das neue Dynamische Duo bringt es immer noch nicht ohne die Hilfe des Originals …

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Der erste Trailer zu „Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“

Acht Monate ist es her, seit der erste Teaser zum Film Birds of Prey herausgekommen ist, gerade mal 20 Sekunden, die mehr nach einem Werbespot für Klamotten aussahen als für einen Spielfilm. Jetzt hat Warner endlich einen anständigen Trailer herausgebracht. Aber hat sich der Eindruck verändert? Kein bisschen. Das Ganze wirkt wie eine knallbunte, überdrehte Harley-Quinn-Show, bei der die anderen Teammitglieder wie Huntress, Black Canary und Renée Montoya nur blasse Sidekicks sind. Wir haben uns wohl auf eine Art „Pyjamaparty“ einzustellen, um es mit Quinns Worten zu sagen.

Ewan McGregor scheint als Schurke Black Mask auch nur auf Spaß und Harley Quinn selbst aus zu sein. Es wirkt nicht so, als ob wir einen ernstzunehmenden Gegner bekämen, der sich an den Comics orientiert. Natürlich kann man von einem Trailer nur schwer über einen Film urteilen. Aber es ist schon seltsam: Ein echtes Highlight, einen wirklich zündenden Gag zeigen diese ersten zwei Minuten nicht.

„Birds of Prey: And the Fantabulous Emancipation of One Harley Quinn“ wird auf Deutsch einfach nur den Untertitel „The Emancipation of Harley Quinn“ tragen und erscheint am 6. Februar 2020 im Kino.

Joker wird zum Dienstleister

batman #37 1946

DC Comics

Titel: The Joker Follows Suit

Autor/Zeichner: unbekannt/Jerry Robinson

Erschienen: 1946 (Batman #37), Paperback 2004 (Batman in the Forties)


Plötzlich erscheint ein Licht am Himmel über Gotham – doch statt einer Fledermaus ist das Gesicht des Jokers zu sehen. Was steckt dahinter? Der Joker hat ein Serviceunternehmen für Gauner gegründet und dafür Batmans Masche adaptiert: mit dem Jokersignal können Gauner um Hilfe rufen, wenn sie in der Klemme stecken und der Joker kommt dann mit dem Jokermobile oder dem Jokergyro vorbei, um ihnen zu helfen.

Als Batman und Robin einmal den Ganoven per Batplane folgen, hat der Joker einen fiesen Trick auf Lager: Er wirft Pakete ab, die sich um die Tragflächen schlingen und Fallschirme aufspannen, um das Flugzeug zu bremsen.

Später folgt das Dynamische Duo dem Joker in sein Geheimversteck. Er überwältigt sie mit einem starken Wasserstrahl, sperrt sie in einen Käfig und haut mit dem Batmobil ab. Batman und Robin befreien sich auf ziemlich geschickte Weise und folgen dem Schurken im Jokermobil.

Im Finale kommt es zur Verfolgungsjagd. Der Joker versucht, auf einer Straßenbahn abzuhauen, aber Batman kann seine eigene Waffe gegen ihn verwenden. Der Joker fällt zu Boden – und macht sich zum Clown. Batman und Robin lachen ihn aus. Am Ende leuchtet das Joker-Signal durch Oberleitungen und das Bild wirkt, als säße der Joker bereits hinter Gittern.

Eine wirklich fantasievolle Geschichte, herausragend inszeniert vom Joker-(Mit-)Erfinder Jerry Robinson, nur wissen wir nicht, wer sie geschrieben hat. Leider ist diese Story bisher in keiner Joker-Anthologie erschienen.

Später wird der Joker noch einmal versuchen, Batman nachzuahmen: zuerst seine Kostüme, dann seinen Gürtel.

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