Green Lantern

Die Rückkehr der Silver Ager

Titel: Green Lantern Rebirth/Flash Rebirth

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Ethan Van Sciver

Erschienen: 2004-2005/2009-2010 (Miniserien #1-6)


„I suppose this universe needs a little more light anyway.“ (Batman)

Bevor DC Comics sein Rebirth-Event startet, eine neue Heftzählung einführt und inhaltlich zu seinen Ursprüngen zurückkehrt, wollen wir die beiden Storys rekapitulieren, die bereits den Titel „Rebirth“ trugen: Green Lantern und Flash. Im Gegensatz zu Superman, Batman und Wonder Woman, die schon immer Clark Kent, Bruce Wayne und Diana Prince waren, hat es mit Green Lantern und Flash nicht beim ersten Versuch geklappt. Nicht die Golden Age-Helden Alan Scott und Jay Garrick haben sich durchgesetzt, sondern erst ihre Nachfolger im Silver Age: Hal Jordan und Barry Allen. Doch dieser Flash starb 30 Jahre nach seinem ersten Auftritt während der Crisis on Infinite Earths (1985), sein Nachfolger wurde sein ehemaliger Sidekick Wally West, und Green Lantern Jordan drehte in den 90ern durch, wurde zum mörderischen Schurken Parallax, ermordete die Green Lanterns und Wächter, vernichtete die Zentralbatterie und starb schließlich bekehrt – während der Final Night (1996) – doch den Heldentod. Kyle Rayner wurde die neue Green Lantern, Hal Jordan bekam eine neue Karriere als Rachegott Spectre.

Weil die Fans aber ihre alten Helden vermissten, holte DC in den Nullerjahren wieder zurück. Davon erzählen die beiden Rebirth-Miniserien. Beide stammen von Geoff Johns und Ethan Van Sciver, beide ähneln sich auch inhaltlich stark. Green Lantern Rebirth ist ein Musterbeispiel für Retroactive Continuity, auch Retcon genannt. Das Prinzip ist seit Sherlock Holmes Auferstehung von den Toten beliebt bei Serien, um vergangenes Geschehen rückgängig zu machen. Eigentlich ist es schummeln: man ändert im Nachhinein die Regeln, um plausible Erklärungen zu finden. So erweckt man Superhelden zum Leben, auch wenn man ihre bis auf die Knochen verbrannten Leichen gesehen hat.

Gelbe Schurken & Familienfeiern

Doch bei Green Lantern hat sich Geoff Johns etwas Geschicktes einfallen lassen: er erklärt nicht nur, dass Hal Jordan niemals ein irrer Mörder war, sondern von dem bösen Wesen Parallax besessen war, er gibt dem scheinbar weit hergeholten Schurken auch seine Daseinsberechtigung, weil er ihn untrennbar mit der Green Lantern-Mythologie verbindet. Parallax ist nämlich ein Urwesen, das für die Macht der Furcht steht – und damit im Gegensatz zu der Macht der Willenskraft, aus der sich die grünen Funzeln speisen. Parallax wurde in der Großen Lantern eingeschlossen, und weil er gelb ist, hatten die alten Ringe eine Gelbschwäche. So ist auch die älteste Frage nach der wohl dümmsten aller Schwächen geklärt.

Ähnlich ist es bei Flash: Dort wird erklärt, dass es auch eine negative Speed Force gibt. Und in beiden Storys ist der Schurke gelb. Bei Flash ist es der Reverse Flash, bei Green Lantern kommt zu Parallax noch Sinestro hinzu. Beide Helden müssen eine großangelegte Racheaktion an ihresgleichen verhindern, denn beide Wiedergeburten werden begleitet von einer kleinen Family Reunion: hier das halbe Green Lantern Corps und alte Weggefährten wie Green Arrow, dort alle Speedster auf Erden (und es sind verdammt viele) und ein kleines Rennen gegen Superman. Kurz gesagt, es wird viel Fan Service geboten, die Rückkehr der alten Helden wird gebührlich zelebriert – und dabei auch die lange Comictradition. Wie so oft bei solchen überambitionierten Storys bleiben die Neueinsteiger etwas auf der Strecke. Man sollte sich etwas mit GL und Flash auskennen, wenn man hier durchblicken will. Und wer so viel grün und gelb, bzw. gelb und rot nicht gewöhnt ist, dem könnte das detailliert gezeichnete Getöse bei den Endkämpfen zu viel werden.

Green Lanterns Kampf gegen Batman

Der Hauptunterschied: In Green Lantern Rebirth geht es darum, wie Hal Jordan vom Spectre wieder zu Green Lantern wird. Barry Allen ist am Anfang seiner Story bereits aus der Speed Force zurückgekehrt und Central City bereitet eine Willkommensfeier für ihn vor, mit Parade und allem drum und dran. Im Gegensatz zu Hal Jordan kommt er sich überflüssig vor. Jordan wiederum ist, sobald er seine lästigen Pflichten als Spectre losgeworden ist, die Zuversicht in Person. Oder, wie Batman es sagt, arrogant wie immer. Der Dunkle Ritter hat in Green Lantern Rebirth einen glorreichen Gastauftritt, bei dem er Zweifel an Jordans Rehabilitierung äußert: „Do you expect me to believe this?“ Hal revanchiert sich (schon zuvor) mit einen Kinnhaken. Eigentlich spricht Batman damit bloß vielen Lesern aus der Seele. Aber so läuft das nun mal in Superhelden-Geschichten. Es muss immer weitergehen. Deshalb stirbt hier auch niemand für immer.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Dark Knight III: Das dritte Buch Batman

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III – The Master Race: Book 3

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, John Romita Jr.

Erschienen: 2016


„Go to hell.“ (Batman)

Lange habe ich darüber nachgedacht, welchen Satz man als Motto voranstellen könnte. Es gibt einige gute im dritten Kapitel von DK III – prägnant, tief, ausschlaggebend. Innere Einsichten von Bruce Wayne darüber, wie sehr sein Alter ihn daran hindert, Batman zu sein, wie sein Körper verfällt, wie er sich für eine Bürde hält, aber das Feuer in ihm noch brennt. Äußerungen von dem Kandorianer Quar, der mit seiner Horde über die Menschheit herfällt, um sie zu unterwerfen und Supergirl einredet, etwas Besseres zu sein. Selbst Superman sagt endlich etwas. Und so langsam nimmt die Handlung Fahrt auf.

Aber der Reihe nach. Was bisher geschah: Batman ist wieder im Ruhestand. Carrie Kelley schlüpft selbst ins Kostüm, wird von der Polizei gefangengenommen und wieder befreit. Superman hat aufgegeben und sitzt vereist in seiner Festung der Einsamkeit. Seine Tochter Supergirl befreit die Kandorianer mit Hilfe von Atom – und die Anhänger einer Sekte hinterlassen eine Spur von Tod und Verwüstung.

Was jetzt geschieht: Die Invasion der Kryptonier und die Vernichtung Moskaus lässt Batman mit Carrie zum Nordpol reisen, wo er Superman aus dem Eis holt und reaktiviert. Die Kryptonier stellen der Welt ein Ultimatum, sich binnen drei Tagen zu unterwerfen. Als das abläuft, machen Batman und Superman klar, dass die Unterdrücker zur Hölle fahren können. Doch dann kommt ihnen Supergirl in die Quere. Kara, beeinflusst von Quar, beschuldigt ihren Vater, sein Volk verraten zu haben. Cliffhanger! Ach, noch etwas: Im Mini-Comic bekommt Green Lantern Hal Jordan von drei Kandorianerinnen seinen Ring samt Hand abgenommen. Aber kurz vor einem tödlichen Sturz wird er von ihnen unerklärlicherweise aufgefangen.

Was uns freut: Endlich sehen wir wieder Bruce Wayne im Batman-Kostüm. Endlich tritt Superman in Aktion. Endlich passiert etwas Relevantes. Wenn man bedenkt, dass wir mit dem nächsten Heft die Halbzeit erreichen, wird es höchste Zeit. Aber man muss den Autoren auch lassen, dass sie die Erzählzeit nicht unbedingt vertrödeln, weil immerhin Bruce Wayne zu seinem Recht als Charakter kommt. Aber da ist noch mehr.

Die Meta-Ebene: Traditionsgemäß betreibt Frank Miller wieder seine Medienkritik. Schwachsinnige Debatten in TV-Talk-Shows wechseln sich mit unqualifizierten Internetkommentaren ab, Styling-Videos wirken umso absurder im Angesicht eines nuklearen Genozids. Und trotzdem fragen sich manche, ob die Kryptonier gar nicht die Bösen sind, sondern bloß so wie die üblichen Herrscher – nicht von ungefähr sieht einer der Fernseh-Kommentatoren aus wie Donald Trump. Charakterecht erklärt er Diplomatie zu einer Sache für Feiglinge. (Wie schon in The Dark Knight Returns sieht auch der Präsident aus wie der tatsächlich amtierende: damals war’s Ronald Reagan, heute ist’s Barack Obama.) Miller und Azzarello erlauben sich auch einen Kommentar zur Waffenfrage: angesichts der Übermenschen sind sie zwar nutzlos, aber sie werden angepriesen, um immerhin ein Zeichen des Widerstands zu setzen.

Die Kryptonier wiederum wollen nicht einfach nur herrschen, sondern die Menschen vom Konsum befreien. Diese Kapitalismuskritik wirkt etwas unmotiviert und aufgesetzt. Man versucht wohl, den Eroberern mehr als nur den üblichen Willen zur Macht abzuringen, aber das gelingt nur holprig. Das breite Volk hingegen ist bloß eine schweigende Masse, das auf seine Smartphones starrt und sich die Ohren mit Kopfhörern zustöpselt. Wieder einmal ist Zukunft gleich Gegenwart.

Wie gesagt: Hier wird sehr viel aufgefahren …

Big Brother Superman

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman: Red Son (dt. Genosse Superman)

Autor/Zeichner: Mark Millar/Dave Johnson, Kilian Plunkett

Erschienen: 2003 (Mini-Serie #1-3), dt. Panini 2014


„I offered them utopia, but they fought for the right to live in hell.“ (Superman)

Was wäre wenn Supermans Rakete in der Sowjetunion gelandet wäre? Dann stünde er nicht für jedenfalls nicht mehr für den American Way. Autor Mark Millar hat die wohl kühnste Vision von Superman geschaffen: der ur-amerikanischte Held (neben Captain America) als Kommunist. Der Blaue als Roter. Eine Provokation. Aber nicht bloß eine weitere Dystopie, die irgendwann hätte geschrieben werden müssen, sondern auch eine Story, die wunderbar funktioniert.

Millar hat nicht nur eine Elseworlds-Geschichte geschrieben, sondern auch eine alternative Geschichte. Superman dient zunächst Josef Stalin und übernimmt nach dessen Tod die Führung der Sowjetunion. Obwohl der Bauernsohn sich zunächst gegen Politik sträubt, wird er zum totalitären Despoten. Die Welt wird nach und nach kommunistisch, die USA sind gegen Superman machtlos, bleiben isoliert, spalten sich, leiden unter Armut und Bürgerkrieg. 1963 wird Präsident Richard Nixon erschossen, John F. Kennedy wird sein Nachfolger und treibt das Land weiter in den Ruin, weil er sich mehr für seine Liebschaft zu Norma Jean interessiert.

Der einzige, der den Durchblick hat, ist Lex Luthor. Der geniale Wissenschaftler, der gleichzeitig mehrere Schachturniere spielt und Urdu lernt, um sein Gehirn bei Laune zu halten, hasst Superman auch in dieser alternativen Welt und arbeitet sich jahrzehntelang daran ab, den Diktator auszuschalten – aber gegen die Übermacht ist er erfolglos. Schließlich verbündet er sich mit Wonder Woman und Green Lantern. Parallel regt sich Widerstand in Russland: Batman bekämpft das System als Guerilla mit Pelzmütze und tritt schließlich auch direkt gegen Superman an.

Batman mit Pelzmütze vermöbelt Superman. (DC Comics)

Batman mit Pelzmütze vermöbelt Superman. (DC Comics)

Big Brother Superman ist alles andere als böse. Auch wenn er für eine andere Ideologie eintritt, bleibt er doch seinen Idealen treu, eine bessere Welt zu schaffen. Allerdings mit zweifelhaften Mitteln, wie etwa totaler Überwachung und der Verwandlung von Aufsässigen in gehorsame Halbroboter. Der Wohlstand der Welt scheint ihm recht zu geben, aber mit den Jahren zweifelt er immer mehr daran, ob seine Herrschaft moralisch tragbar ist. Dieser Konflikt gibt ihm die nötige Komplexität und hält das Interesse an der Figur bis zum Schluss aufrecht.

Red Son ist ein Comic, das alles aufbietet, was man sich wünschen kann: Starke Charaktere, viel Fantasie und Zitate der Superman-Mythologie. Obwohl die Zeichner gängige Motive der Superman-Ikonografie bedienen (z. B. die üblichen Cover von Action Comics #1 und Superman #1), werden die Zeichnungen dem hohen Niveau der Story leider nicht ganz gerecht.

Dafür ist das Ende der Story so grandios, dass man diesem runden Meisterwerk nur applaudieren kann.

Mehr zum Thema:

Infinite Crisis: Die beste aller möglichen Welten

DC Comics

DC Comics

Titel: Infinite Crisis

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Phil Jimenez

Erschienen: 2005-2006 (Mini-Serie #1-7, Paperback 2006), dt. Panini 2007 (Paperback)


„This corrupted and darkened earth must be forgotten as ours was … so that the right earth can return.“ (Superman von Erde zwei)

„I still can’t tell the heroes from the villains.“ (Superboy Prime)

Der Wachturm der Justice League ist zerstört, Wonder Woman hat den Schurken Maxwell Lord vor laufenden Kameras hingerichtet, Batmans Überwachungssatellit Brother Eye läuft aus dem Ruder, Scharen böser OMAC-Roboter greifen an, Superschurken vereinigen sich und stiften Chaos, im Universum tobt ein Krieg zwischen Rann und Thanagar, bei dem auch das Green Lantern Corps mitmischt. Und dann kommen auch noch fast vergessene Helden zurück: der alte Superman von Erde zwei, Superboy Prime und Alexander Luthor – die drei Relikte der Crisis on Infinite Earths. Sie wollen das Multiversum wiederherstellen, um eine bessere Erde zu erschaffen. Und dafür sind sie bereit, große Opfer zu bringen.

Infinite Crisis ist die Fortsetzung der ersten Crisis und macht genau da weiter, wo die Story 1985 endet. Einerseits. Andererseits ist auch unmittelbar davor viel passiert: Insgesamt ein One-Shot und fünf Mini-Serien muss man lesen, um hier ganz durchzusteigen (Countdown to Infinite Crisis, The OMAC Project, Rann–Thanagar War, Day of Vengeance, Villains United, DC Special: The Return of Donna Troy), ganz zu schweigen von den unzähligen Tie-ins (die Omnibus-Edition umfasst über 1100 Seiten). Wer die Mühe scheut, könnte beim Lesen des Haupt-Events schnell frustriert sein. Man wird als naiver Leser zu sehr ins kalte Wasser geworfen, manche wichtigen Ereignisse aus der ersten Crisis werden nacherzählt, anderes wird nur angedeutet, vieles muss man sich zusammenreimen und auch sonst ist das Problem, wie typisch bei solchen Mega-Events, dass auf den Seiten einfach zu viel los ist. Zu viele Figuren, zu viele Wimmelbilder voller Schlachten, zuweilen versteht man nicht mal, wo sich die Story befindet oder was in den jeweiligen Panels passiert. (Allerdings werden immerhin ein paar Ereignisse aus Under the Hood klarer.)

Aber trotz des typischen Mangels des Zu-viel-gewollt liest sich Infinite Crisis unterhaltsamer als ihr Vorgänger – und das nicht nur, weil die Fortsetzung viel kürzer ist. Abgesehen von dem Quatsch drumherum konzentriert sich die Story auf die drei Superman-Gestalten, Batman und Wonder Woman – und das ist der rote Faden, an dem man sich beim Lesen gut festhalten kann. Der alte Superman will seine Lois vor dem Tod retten, Superboy Prime hat ein Ego-Problem und trägt es mit dem Superboy Conner Kent aus und unser Superman steckt in einer Schaffenskrise: „… let’s face it, ‚Superman'“, sagt Batman am Anfang, „the last time you really inspired anyone was when you were dead.“ Doch auch der Dunkle Ritter hat mit persönlichen Problemen zu kämpfen, weil ihm das Instrument seines Kontrollwahns entgleitet und ihm alles zu viel wird: „I can’t breathe. Can’t do this anymore. God … I wish … I wish I could start over.“

Schließlich ist auch der Grundgedanke interessant, der Alexander Luthor und seine Anhänger umtreibt: dass die neu geschaffene Erde nach der Crisis keine bessere geworden ist. Zu viele Helden und Unschuldige sind seitdem gestorben (z.B. Superman, Sue Dibny, Blue Beetle oder Maxwell Lord). Die Unbeschwertheit des alten DC-Universums ist dahin. Luthor ist besessen davon, aus vielen neuen Erden die beste aller möglichen Welten zu machen (Leibniz hätte seine Freude), dazu täuscht er seine Verbündeten, Helden werden zu Schurken. Das reicht für ein großes, weltbewegendes Epos – und dieser Kern der Story macht auch Spaß. Wer das viele Drumherum ignorieren kann, wird auf seine Kosten kommen.

Mehr zum Thema:

Die Mutter aller Krisen

DC Comics

DC Comics

Titel: Crisis on Infinite Earths

Autor/Zeichner: Marv Wolfman/George Pérez

Erschienen: 1985 (Mini-Serie #1-12), dt. Dino 1999 (JLA Sonderband #12-13)


„Worlds lived, worlds died. Nothing will ever be the same.“

Einmal alle Helden in einer Geschichte. Das war Marv Wolfmans Kindheitstraum. 1985 bekam er von DC endlich die Gelegenheit dazu: mit Crisis on Infinite Earths. Und dabei hat er auch gleich die Funktion eines Hausmeisters übernommen und einmal das Multiversum entrümpelt von zu vielen Parallelwelten, Helden und auch Continuity-Problemen. Mit der neuen Ordnung sollten die Comics wieder zugänglicher für neue Leser sein. Nach diesem Hausputz begann DC von vorn, Superman und Batman bekamen neue Origins, und die Krise wurde zum Muster für viele weitere Crossover/Events, die darauf folgten und immer wieder aufs Neue das Universum erschütterten, bis nach Jahren wieder mal keiner durchblickte. Alles ist auf Zyklen ausgelegt.

Worum geht es in Crisis? Es gibt zwei Ober-Gurus: Der böse Anti-Monitor aus dem Antimaterie-Universum vernichtet ein Materie-Universum nach dem anderen. Warum? Weil er böse ist und Macht will – das Übliche eben. Der andere Oberguru, der Monitor, versucht seinen bösen Bruder davon abzuhalten und schickt eine hübsche Helferin aus, die ein paar Helden und Schurken versammeln soll, um wenigstens ein paar Welten zu retten. Helden vereinigen sich, Welten überlappen sich, man kämpft gegen Schattendämonen, man kämpft gegen den Anti-Monitor, man kämpft gegen Superschurken, viele Helden und Schurken sterben und auch viele Welten. Die fünf verbliebenen Welten fusionieren zu einer. Ende. Und der Anfang von etwas Neuem.

Im Wesentlichen war’s das. Aber das alles ist auf 350 Seiten so breitgetreten und zäh, dass es abwechselnd furchtbar ermüdet, nervt und langweilt. Eine halbe Ewigkeit braucht es, bis die Handlung richtig in Gang kommt. Zu Beginn sehen wir immer dasselbe: Welten, die von Antimaterie-Wolken vernichtet werden und eine Heulsuse mit lila Haaren, die sich selbst bemitleidet. Später sehen wir unzählige Kämpfe unzähliger Figuren, die alle austauschbar sind. Man hat das Gefühl, in jedem zweiten Panel tummeln sich neue Figuren, die alle mal was sagen müssen, ohne wirklich zur Geschichte beizutragen. Hauptsache scheint zu sein, dass sie da sind. Der größte Makel ist, dass die Story zu viel will und zu wenig bietet: viel Lärm um nichts.

Vor allem fehlt ihr ein emotionaler Anhaltspunkt: Es gibt keine Hauptfigur und die handlungstragenden Figuren haben keine Tiefe. Einzig die Tode von Supergirl und Flash (Barry Allen) könnten als Höhepunkte durchgehen, den Rest nimmt man gleichgültig hin. Die gefühlt ein Dutzend Tode und Auferstehungen des Anti-Monitors hätte man sich sparen können. Diese Story scheint einfach kein Ende zu nehmen. Zu allem Überfluss ufert sie auch noch in eine Reihe von Binnenhandlungen aus, die bloß angerissen, aber dann in anderen Serien fortgesetzt werden. (Immerhin weist der Autor auf die Hefte hin, die man dafür lesen muss.)

Am Ende bringt es Superman auf den Punkt: „I was expecting more … satisfaction.“ Crisis mag seinen Platz in der Geschichte der Superheldencomics haben. Es hat dem DC-Universum gut getan, dass es von unnötigem und zum Teil lächerlichem Beiwerk befreit wurde (auch wenn mit den Jahren leider vieles wieder aus der Mottenkiste geholt wurde). Aber die Story, die darum gestrickt wurde, liest sich wie eine Pflichtübung, ein reines Mittel zum Zweck. Daher ist Crisis ein Werk, dass man kennen, aber nicht unbedingt lesen muss. Schon gar nicht ein zweites Mal. Ich habe mich damit eine Woche lang rumgequält und bin froh, dass ich es hinter mir habe. Wahrscheinlich hätte ich sonst selbst die Krise gekriegt …

Mehr zum Thema:

Identity Crisis: Ein Universum sucht einen Mörder

Identity Crisis

DC Comics

Titel: Identity Crisis

Autor/Zeichner: Brad Meltzer/Rags Morales

Erschienen: 2004-2005 (Mini-Serie #1-7, Paperback 2005), dt. Panini 2006 (Paperback)


„It’s the first rule of solving a crime. If you want to know who did it, you need to find out who benefits.“ (Batman)

Ein ungewöhnliches DC-Event. In Identity Crisis geht es nicht um das große Ganze, nicht um böse Mächte aus den Tiefen des Universums, nicht um das Heil der Welt. Nein, der Ansatz ist viel bescheidener: Hier findet das DC-Universum zusammen, um den Mörder einer Frau zu finden. Mehr nicht. Und trotzdem ist es diese Besinnung aufs Wesentliche, die die Stärke dieses Comics ausmacht.

Das Opfer ist Sue Dibny, geliebte Ehefrau von Ralph Dibny, dem Dehnungskünstler Elongated Man (eine Art Plastic Man). Sie wird zu Hause von einem Unbekannten umgebracht und halb verbrannt. Die Erschütterung unter den Helden ist groß: Sue war bei allen beliebt. Doch es geht um mehr: Jemand scheint Jagd auf die Angehörigen der Helden zu machen. Die Kostümträger fürchten, dass ihre Geheimidentitäten aufgedeckt sein könnten und dass ihre Liebsten als nächstes dran sind. Nur wer könnte dahinterstecken? Am Tatort findet sich keine Spur. Da können selbst Superkräfte nur wenig ausrichten.

Doch Identity Crisis ist auch kein gewöhnlicher Krimi. Vielmehr ein Drama um die Kehrseite des Heldentums. Immer mehr Abgründe tun sich auf, wenn man erfährt, was einige Mitglieder getan haben, um ihre wahren Identitäten zu schützen. Es geht um edle Motive, niedere Beweggründe, um das Wegsehen und Weghören, eine Vergewaltigung und kaltblütigen Mord, sowie um Wahnsinn und perfides Kalkül. Am deutlichsten wird aber, dass es unter der Oberfläche nicht um Gerechtigkeit und Solidarität geht, sondern um reinen Eigennutz und Verlustangst. Noch mehr zu verraten, wäre zu viel, denn in jedem Teil passieren neue unerhörte Begebenheiten, die es in sich haben.

Es wird zwar vergleichsweise wenig Action geboten, aber dafür ist die Story so voll von Konflikten und sie werden so wunderbar eindringlich erzählt, die Charaktere sind so plastisch und die Superhelden so menschlich, dass es ein wahrer Genuss ist. Meisterhaft ist die Dramaturgie der Panels, hier wird weniger auf Sensationen und Splash Pages gesetzt als auf das Einfangen zwischenmenschlicher Momente – und sei es auf kleinstem Raum. Autor Brad Meltzer merkt man an, dass er in der Kunst des Thrillers geübt ist – und dieser wortlastige Stil tut der Story sehr gut. Und Zeichner Rags Morales ist mit seinen filigranen Zeichnungen der richtige Mann für die Bilder.

Da kann man auch darüber hinwegsehen, falls die Auflösung am Ende enttäuschen sollte.

Mehr zum Thema:

Aushilfe bei der Justice League

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Titel: The Call (Part 1 & 2)

Story/Drehbuch: Alan Burnett, Paul Dini/Hilary J. Bader & Rich Fogel, Stan Berkowitz

Erschienen: 2000 (Batman Beyond S03E10-11)


 „Do whatever it takes. But make sure you stop him.“ (Bruce Wayne)

In der TV-Serie Batman Beyond gibt es nur eine Begegnung zwischen Batman und Superman – und die ist grün wie Kryptonit. Zunächst beginnt es friedlich: Superman sucht Terry McGinnis auf, weil er dessen Hilfe braucht. In der Justice League soll es einen Verräter geben, der es auf den Rest abgesehen hat. Die Liga besteht einem glatzköpfigen Green Lantern-Kind, Warhawk (einer Art Hawkman mit Stahlflügeln), Barda und Aquagirl (Aquamans Tochter). Die sind zunächst nicht gut auf die neue Aushilfe zu sprechen. Am Ende der ersten Folge wird klar, dass Superman selbst sich gegen die Liga verschworen hat – also holt der alte Bruce Wayne das Kryptonit aus dem Giftschrank. In der Festung der Einsamkeit kommt es dann zu einem Wiedersehen mit einem (historisch) sehr alten Feind der Justice League und am Ende heißt es Batman gegen alle …

Im Gegensatz zu den meisten Folgen der dritten Staffel ist diese Doppelfolge (übrigens nur eine von zweien in der gesamten Serie) überdurchschnittlich fesselnd und unterhaltsam geraten. Es war längst überfällig zu erfahren, was die übrigen Helden des Animated-Universums in der Zukunft machen. Superman hat ein neues Kostüm in schwarz-weiß, aber sonst bleibt alles mehr oder weniger beim Alten – vor allem der Konflikt zwischen Superman und Bruce Wayne. Nicht nur, dass Wayne seinem alten Mitstreiter nicht mal die Hand reicht, er hat auch keine Skrupel, ihn mit der drastischsten Maßnahme auszuschalten. Leider kommt es aber nicht zu einem Kampf zwischen dem neuen Batman und Superman; der Kryptonier knickt einfach nur ein, als Terry einen grünen Splitter hervorholt. Später kämpfen sie gemeinsam gegen den Rest der Liga. Das ist spannend genug.

Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass The Call nicht ganz losgelöst von der Vergangenheit funktioniert, sondern sich auch auf die Superman-Doppelfolge The Main Man (S01E09-10, 1996) bezieht. Damit schlägt die Folge eine Brücke zwischen der Batman- und der Superman-Serie.

Heldennostalgie

Titel: DC – The New Frontier (dt. Neue Horizonte)

Autor/Zeichner: Darwyn Cooke

Erschienen: 2004 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2004-2005, Absolute Edition 2006, Deluxe Edition 2015), dt. Panini 2005-2006 (DC Premium Bd. 40-41)


„Mankind needs a new road to travel, carved by the heroes of tomorrow.“ (Phantom Stranger)

Die USA der 50er Jahre stecken außenpolitisch im Kalten Krieg, innenpolitisch betreiben sie eine Hexenjagd gegen Kommunisten, Superhelden sind per Gesetz verboten – es sei denn sie arbeiten für den Staat. Wie Superman und Wonder Woman, die beim Konflikt in Indochina aufräumen. Doch die meisten anderen sind im Ruhestand – außer natürlich Batman, der als Outlaw weitermacht und sich dabei auch nicht von Superman stoppen lässt. Und dann ist da noch Barry Allen, der zum Flash wird. Und der Marsianer J’onn J’onzz, der in Gotham als Polizist John Jones arbeitet. Und vor allem der Pilot Hal Jordan, der nach einem traumatischen Kriegseinsatz in Korea in ein Raumfahrtprojekt zum Mars eingespannt wird und nebenbei zur Green Lantern wird. Und was hat eigentlich eine Insel voller Dinosaurier damit zu tun?

Autor und Zeichner Darwyn Cooke (Batman: Ego) wollte mit DC: The New Frontier gleich mehreres erreichen: Superhelden in der Realität verorten, eine Brücke zwischen Golden Age und Silver Age schlagen und den Zeitgeist der 50er Jahre heraufbeschwören. Immerhin letzteres ist ihm gelungen. Wenn das Buch etwas geworden ist, dann konzentrierte Nostalgie. Auch die Zeichnungen des ehemaligen Storyboard-Zeichners für die Batman- und Superman-Animated-Serien sind voller Ausdruckskraft und Dynamik und vereinen das Beste von Bruce Timm und Jack Kirby. Cooke hat ein gutes Gespür für das Erzählen mit Bildern, auch wagt er einige kleine Experimente. Aber seine Geschichte, die sich über 400 Seiten erstreckt, scheitert an ihrer Ambition. Cooke will einfach zu viel. Dass er sich bei Werken wie Watchmen und The Dark Knight Returns bedient, ist dabei nur das geringste Problem.

Patriotismus und Heldenverehrung

Die vielen Schauplätze und Figuren führen dazu, dass in der ersten Hälfte kein roter Faden erkennbar ist und es auch lange Zeit keinen Helden der Geschichte gibt, sondern bloß viele, zu viele Helden, die sprunghaft in kurzen Episoden behandelt werden. Selbst Hal Jordan, der eigentliche Protagonist, geht in der Fülle unter. Klassische Helden wie Superman und Wonder Woman spielen keine große Rolle, selbst Batman nicht, auch wenn er zwei verschiedene Kostüme und sogar einen Robin zur Seite gestellt bekommt. Im Grunde ist The New Frontier nur am Rande eine Superhelden-Story. Vielmehr geht es um die Menschen, also die Wissenschaftler, Soldaten und Reporter. Cooke will in seiner Geschichte darauf hinaus, dass sich Menschen und Superhelden auf Augenhöhe begegnen: die tapferen Soldaten in ihren Uniformen und die Superhelden in ihren Kostümen und Masken. Jeder dient seinem Land auf seine Weise usw. Aber diese Botschaft, die von viel amerikanischem Pathos aufgetragen wird, erdrückt die Handlung erst recht. Auf dem Höhepunkt darf Superman seitenlang eine Ansprache im Independence Day-Stil halten, am Ende hat John F. Kennedy das letzte Wort mit einer weiteren ermüdenden Rede. Und dann gibt es noch die unsägliche Heldenverehrung, die auf den Splash Pages zum Teil an Propaganda-Plakate erinnert.

Um auch noch das Thema Rassismus mitzunehmen, wird die Figur des maskierten, hammerschwingenden Rächers John Henry eingeführt, allerdings ohne dass der Held relevant für die Handlung wäre. Diese Binnenerzählung funktioniert in etwa wie Tales of the Black Freighter in Watchmen, allerdings wirkt sie wie zu viel des Guten. Genauso wie die obligatorische Sequenz mit Spectre, Dr. Fate und Phantom Stranger, die wie üblich von oben herab über das Schicksal der Menschheit räsonnieren.

Superhelden in der Realität?

Auch das Konzept, den Helden einen Platz in der Zeitgeschichte zu geben, geht nicht auf. Die Botschaft „neue Zeiten brauchen neue Helden“ sagt weder etwas über die Realität aus, noch bereichert sie das Superheldencomic. Wenn am Ende alle zusammen gegen eine abstrakte Mega-Gefahr kämpfen, die aussieht wie ein riesiger Kuhfladen und die einem Spacetrips mit Selbsterkenntnis beschert wie in 2001: Odyssee im Weltraum, ist der Erkenntnisgewinn mager – sowohl für das Verständnis der Historie als auch der Gegenwart. Es rechtfertigt nicht die Paranoia des Kalten Krieges gegenüber dem Fremden und es erklärt nicht die Rolle von Superhelden. Wie jeder Versuch, Superhelden und Realismus miteinander zu verbinden, scheitert dieser Ansatz. Und er funktioniert nicht annähernd so gut wie seine Vorbilder.

The New Frontier ist zwar mit Lob und Preisen überschüttet worden, für mich (einem großen Darwyn Cooke-Fan) war es eine bittere Enttäuschung. Immerhin ist die aufwendige Deluxe Edition sehr schön aufgemacht und bietet viele hübsch anzusehende und informative Extra-Seiten. In einem gesonderten Special – ebenfalls in der Ausgabe enthalten – wird der Kampf zwischen Batman und Superman nachgetragen. Die Episode gehört noch zu den besten, auch wenn sie zu stark bei The Dark Knight Retuns abgeguckt ist. Denn immerhin nimmt sie eine überraschende Wendung. Und vielleicht nimmt sie vorweg, welche Rolle Wonder Woman im Film Batman v Superman spielen könnte …

Mehr zum Thema:

Vom Killing Joke zum Robin-Overkill

Ein neuer Batman-v-Superman-Trailer, The Dark Knight III und noch haufenweise mehr. Zur laufenden San Diego Comic-Con überschlagen sich die Nachrichten  zu Batman und Co. – und es sind einige interessante dabei, die Comics und Film betreffen. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten News:

  • The Killing Joke wird verfilmtlaut DC soll der Klassiker von Alan Moore und Brian Bolland 2016 als Direct-to-Video-Animationsfilm erscheinen. Damit setzt Warner den Trend fort, der mit Year One und The Dark Knight Returns begonnen wurde – solide, aber ohne großen Mehrwert. Daher ist vielleicht die folgende News interessanter:
  • Es wurden zwei weitere Animationsfilme angekündigt: Bad Blood soll eine Original-Story sein, mit der Batwoman ins DC Animated Universe eingeführt werden soll. Beim zweiten Film, Justice League vs. Titans, spricht der Titel für sich.
  • Im Oktober beginnt eine neue wöchentliche Comicserie: Batman & Robin Eternal. Nach dem Ende von Batman Eternal soll die Serie im Oktober starten und ein halbes Jahr lang laufen. Als Autoren beteiligt werden wieder Scott Snyder und James Tynion IV sein. Wie auf dem ersten Cover zu sehen ist, werden alle bisherigen Robins eine Rolle spielen. Bis auf Damian, so scheint es. Der ist anderweitig beschäftigt.
  • Im Dezember startet Robin War, ein Crossover aus Robin: Son of Batman, We Are Robin und Gotham Academy. In der ersten Serie geht es um Damian Wayne, in der zweiten um Jugendliche, die im Geiste des Wunderknaben auf eigene Faust Verbrechen bekämpfen, in der dritten ebenfalls um Jugendliche, die Abenteuer in Gotham erleben.
  • Grant Morrison hat eine neue Batman: Black and White-Serie angekündigt. Die soll etwas mit seiner Multiversity zu tun haben. Klingt sehr verwirrend – ob der Meister da selbst noch durchsteigt? Jedenfalls sagte Morrison, diese Serie sei „my final word on Batman, probably„. Nächstes Jahr wird er erst einmal seine Earth One-Version von Wonder Woman herausbringen.
  • Apropos Earth One: J. Michael Straczynski, der bereits drei Bände Superman auf Erde eins geschrieben hat, wird auch den Flash alias Barry Allen in dem alternativen Universum neu erfinden. Francis Manapul wird für Aquaman: Earth One verantwortlich sein.
  • Das Green Lantern Corps bekommt im Jahr 2020 einen eigenen Live-Action-Kinofilm. Das passiert anstelle eines Green Lantern Solo-Film-Reboots nachdem der erste ein Flop war.
  • Tiefpunkt der Woche: Batman trifft auf die Teenage Mutant Ninja Turtles. Im November beginnt eine sechsteilige Mini-Serie. Damit fehlt nur noch ein Crossover mit Micky Maus, Barbie und Ken sowie den Teletubbies.
  • Vielversprechender ist ein neuer Zugang zu Batmans Kumpel: Die Mini-Serie Superman: Alien American  erzählt in sieben Teilen Episoden aus Clark Kents Jugend. Und es sieht aus, als wäre er ein Angry Young Man gewesen. Die Cover machen neugierig.
  • Apropos Superman: Nach dem Gipfeltreffen, dem Spielfilm Batman v Superman im März (den neuen Trailer gibt’s hier, den Teaser hier), soll ein neuer Batman-Kinofilm kommen. Das Gerücht, dass Hauptdarsteller Ben Affleck Regie führen soll, hat sich offenbar bestätigt. Am Drehbuch wird er wohl auch beteiligt sein – zusammen mit DC-Autor Geoff Johns, der unter vielem anderen Batman: Earth One geschrieben hat. Ein Starttermin ist noch unklar, ebenso wenig der Titel. Bisher kursierte The Batman. Nicht gerade einfallsreich, aber okay für einen Neubeginn.

Bat Lantern

Batman: In Darkest Knight

Titel: In Darkest Knight

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jerry Bingham

Erschienen: 1994 (One-shot)


Was wäre wenn … Bruce Wayne Green Lantern wäre?

Die Elseworlds-Story In Darkest Knight ist ein Beispiel dafür, dass auf eine interessante Frage noch längst keine interessante Antwort folgen muss. Die Geschichte beginnt an der berühmten Stelle aus Year One, da Bruce vor der Büste seines Vaters sitzt und sich fragt, wie er es hinbekommt, dass Verbrecher Angst vor ihm haben. Doch kurz bevor die Fledermaus durchs Fenster krachen kann, erscheint ihm ein außerirdischer Green Lantern und übergibt ihm den grünen Ring.

Was folgt, ist eine unfassbar abgehetzte Story, die sich weder für Charaktere noch für Dramaturgie geschweige denn Stimmung interessiert. Im Eilverfahren akzeptiert Bruce seine neue Aufgabe, legt sich ein fledermausartiges Kostüm zu, hält Red Hood und seine Bande im Chemiewerk auf bevor der Anführer zum Joker werden kann (kleine Anspielung auf The Killing Joke) Dann wird der Held auch schon dazu verdonnert, Sinestro zu stürzen, was auch sogleich passiert – ohne groß Fragen zu stellen. Es kommt zu einem persönlichen Rachefeldzug des lila Schurken gegen Wayne, bei dem Sinestro seinen Geist – warum auch immer – mit dem von Joe Chill vereint und fortan dämliche und bemüht witzige Selbstgespräche führt. Und weil Wayne auch noch gegen die Wächter und seine Corps-Kumpels rebelliert, werden kurzerhand Superman, Wonder Woman und Flash zu Green Lantern-Reservisten gemacht. Genauso lieblos übers Knie gebrochen wirken auch ihre auf Lantern getrimmten Kostüme.

Nach 46 ermüdenden Seiten bricht „Bat Lantern“ zum letzten Kampf gegen Sinestro auf, aber da endet auch schon die Geschichte, ohne uns das Finale zu erzählen. Nicht, dass es uns interessiert hätte oder noch eine Überraschung zu erwarten wäre, aber man fühlt sich schon betrogen. Doch es passt zum Gesamteindruck einer verschenkten Chance.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics