Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Die verhinderte Fledermaus

Detective No 27

DC Comics

Titel: Batman: Detective No. 27 (Detective #27)

Autor/Zeichner: Michael Uslan/Peter Snejbjerg

Erschienen: 2003 (One-shot)


 „Did you ever dance with the devil in the pale moonlight?“

Eine Batman-Story ohne Batman. Bruce Wayne sitzt am offenen Fenster und überlegt gerade, wie er am besten das Verbrechen bekämpfen kann, das seine Eltern das Leben kostete, da klopft es an der Tür. Wayne schließt das Fenster, eine Fledermaus fliegt dagegen. „Stupid bird!“, sagt Wayne genervt ohne richtig hinzusehen. Kurz darauf wird er zum „Detective No. 27“, Mitglied einer Geheimgesellschaft, die gegen eine Verschwörung von Südstaatlern kämpft. Einige von denen haben es nicht verkraftet, den Bürgerkrieg verloren zu haben, also ermordeten sie Abraham Lincoln und planen jetzt, den Norden mit einem tödlichen Gift zu vergasen.

Der Reiz dieser etwas weit hergeholten Geschichte besteht darin, dass sie zwar in der Welt von Batman spielt, aber alles, was man von ihr kennt, lediglich tangiert. Es gibt einen Elternmord, einen Verbrechensbekämpfer, der inkognito unterwegs ist, einen Alfred und sogar einen Robin, aber ohne dass Bruce Wayne sich je als Batman kostümieren würde. Stattdessen begnügt sich die Story mit Anspielungen und (zuweilen kalauerhaften) Wortwitzen. Der platteste fällt, nachdem Wayne eine Horde von Schurken mit einem Baseballschläger (engl. „bat“) zusammengeschlagen hat: „You swing a helluva stick for a civilian, my friend!“, sagt ein Mitstreiter. „Gonna have to start calling you ‚the Bat-Man‘!“ Ansonsten haben wir einen grinsenden Joker (der jedoch nicht blasshäutig ist), einen Mad Scientist namens Hugo Strange, einen Professor Crane und eine Selina Kyle, genannt „the Cat“. Selbst Superman schaut am Ende vorbei – allein dieser trägt sein typisches Kostüm.

Es wird also viel geboten. Das alles geschieht in einem historischen Kontext (die Haupthandlung spielt – natürlich – im Batman-Geburtsjahr 1939), Autor Michael Uslan hat ans Ende des Bandes sogar ein paar Fußnoten gesetzt, in denen er Bezüge zur Geschichte erklärt. Es ist diese Liebe zur Ausschmückung, die diesen Band so sympathisch macht. Peter Snejbjergs schlichte Zeichnungen, die zuweilen an den Animated-Stil erinnern, sind ebenso detailreich und voller Leben. Es ist ein gewagtes Experiment, Batman aufs Cover zu schreiben und dann keinen zu bieten. Aber auch konsequent. Und allein dafür gebührt den Machern Respekt.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Mit Herzblut bei der Sache

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman and the Mad Monk (Dark Moon Rising, Part 2) (dt. Batman und der Rote Mönch)

Autor/Zeichner: Matt Wagner

Erschienen: 2006-2007 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2007), dt. Panini 2007 (100% DC)


„Have I inspired this? … Have I inadvertently given license to every crook with a flair for the dramatic?“ (Batman)

„I don’t care if that hurts. I am a master of pain and suffering and you’re my latest guinea pig.“ (Batman)

„What kind of monster instills such fear in his followers? Something far more frightening than the ‚Bat-man‘.“ (Batman)

Nachdem Batman den verrückten Wissenschaftler Hugo Strange und seine genmanipulierten Monster besiegt hat, bekommt er es mit einem anderen übernatürlichen Fall zu tun: Ein Vampir treibt sein Unwesen in Gotham und macht bei der Entsorgung seiner blutleeren Opfer den gleichen Fehler wie Strange. James Gordon fragt sich mal wieder, was mit seiner Stadt los ist und muss sich buchstäblich wieder mit Kollegen rumschlagen, weil er einigen Polizisten immer noch lästig ist – vor allem wegen seiner Allianz mit Batman. Auch der private Kram geht weiter: Julie Madison spioniert ihrem Liebhaber Bruce Wayne hinterher und fällt dem Vampirkult in die Fänge, während ihr Vater Norman Madison verrückt wird, weil ihn das schlechte Gewissen ob seiner Schulden plagt und er sich von Batman verfolgt fühlt.

Matt Wagners Zweiteiler (oder auch Zwölfteiler) Dark Moon Rising nimmt erst hier richtig Fahrt auf. Wie schon bei Monster Men hat der Autor und Zeichner nur die Grundidee der Ur-Geschichte von 1939 (Detective Comics #31-32) übernommen und lässt sich viele Freiheiten bei seiner Gestaltung, damit sie auch in sein Konzept passt. Die Story ist im besten Sinne klassisch: Wagner bedient sich bei der Pulp- und Schauerroman-Tradition (vor allem bei Bram Stokers Dracula), fährt ein mustergültiges schauriges Schloss auf, das Dracula alle Ehre gemacht hätte, bietet Wölfe, tödliche Fallen, Särge als Betten, eine eiserne Jungfrau, Batarangs aus Silber, einen finsteren Geheimbund und schöne Frauen als Opfer. Batman wird auf sehr drastische Weise zum Tiermörder und kommt mal wieder nur sehr knapp und mit vielen Wunden davon – um nicht zu sagen: er ist ziemlich im Arsch. Wie es sich für die Storys aus Batmans Frühzeit gehört, wird der Held sehr menschlich, also irrend und verletzlich dargestellt, aber auch – dank Alfred – mit einem Schuss Selbstironie. Batman fragt sich bei einer kurzen Begegnung mit Catwoman, ob er selbst nicht für all die kostümierten Spinner die Inspiration bietet. In einer der besten Szenen verpasst Batman den Bullen, die James Gordon vermöbeln wollen, eine ordentliche Abreibung – und sieht dabei auch noch cool aus.

Überhaupt ist Matt Wagners Batman trotz seiner Klobigkeit eine ziemlich dynamische Erscheinung und macht sowohl bei Licht als auch im Schatten eine gute Figur. Die restlichen Figuren, besonders die Frauen, überzeugen nicht immer. Das Batmobil macht im ersten Teil ohne die lächerlichen Flossen und die pflugartige Bat-Maske an der Spitze mehr her. Dafür ist Wagner ein begnadeter Cover-Artist, mit einem Instinkt fürs Wesentliche – und im Gegensatz zum ersten Teil bekommt man im Paperback von Mad Monk auch alle sechs Cover in voller Größe präsentiert.

Der rot gewandete Vampirmönch ist leider kein so ausgeprägter und interessanter Charakter wie Dr. Strange, die einzige Frage, die sich bei ihm stellt ist, ob er ein wahrer Vampir oder nur ein Scharlatan ist. Sein Abgang am Ende ist einer der dreistesten Deus ex machina, der je eingesetzt wurde, aber kommt so unerwartet, dass es schon fast wieder witzig ist. (Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber die Szene spielt auch mit einem Batman-Klischee.) Auch das Ende von Norman Madison kommt etwas plötzlich und bleibt unbefriedigend. Und dass Batman erst wie Bruce Wayne klingen kann, wenn er seine Maske dazu abnimmt, ist wohl das Unplausibelste an der ganzen Geschichte, aber sei’s drum.

Dennoch macht Batman and the Mad Monk viel Spaß, es setzt Monster Men nicht nur würdig fort, sondern überbietet den ersten Teil sogar. Direkt daran schließt sich chronologisch The Man Who Laughs an – die erste Begegnung mit dem Joker.

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Großes Gangster-Gemetzel

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman and the Monster Men (Dark Moon Rising, Pt. 1) (dt. Batman und die Monster-Männer)

Autor/Zeichner: Matt Wagner

Erschienen: 2006 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2006) dt. Panini 2006 (100% DC)


„It’s like something out of a tawdry crime novel!“ (Norman Madison)

Für einen Bankraub ist es wohl eine der genialsten Ideen aller Zeiten: Man entführt einfach ein paar Irre, erfindet ein Mittel, mit denen man sie zu Riesen-Monstern mutieren lässt und lässt sie auf die Straße los. Die Öffentlichkeit und die Polizei werden so damit beschäftigt sein, die Bestien einzufangen, dass man in der Zeit leicht in ein paar Banken ein- und ausspazieren kann. „Clever, isn’t it?“, fragt Hugo Strange Batman. „You know, at times I am amazed at my own genius!“ Aber da hat Strange nicht mit Batman gerechnet. Der macht die Monster im Alleingang fertig, mixt sich schnell ein Mittelchen gegen das Mutantenserum und dann zerschlägt den Plan wie ein Monster sich selbst, das vom Wolkenkratzer stürzt.

So war das damals, in Batman #1 von 1940. Matt Wagner hat die Geschichte von Hugo Strange und den Monstern noch mal erzählt. Ohne den Bankraub. In dieser Fassung strebt der Mad Scientist nicht nach dem schnöden Mammon, sondern nach höheren Zielen: dem Übermenschen, ganz klassisch also. Weil er selbst kleinwüchsig, kahlköpfig und kurzsichtig ist, will er damit eigentlich nur ein besseres Abbild seiner selbst erschaffen – aber das geht gründlich schief. Heraus kommen bloß Freaks mit Hang zum Kannibalismus. Strange füttert sie mit Menschen. Und weil er die Überreste nur schlampig entsorgt, werden Polizei und Batman auf ihn aufmerksam. Außerdem leiht er sich die Kohle für die Forschung bei der Mafia, was ihm zusätzlich Ärger einbringt.

Für Batman ist es der erste übernatürliche Fall seiner Karriere. Er ist seit ein paar Monaten aktiv, hat sich James Gordons Vertrauen erworben, aber der Polizist steht unter Druck, weil er mit einem Vigilanten kooperiert. Parallel hat Bruce Wayne was mit Julie Madison laufen, der Tochter des Industriellen Norman Madison, der wiederum hochverschuldet bei der Mafia ist. Am Ende laufen die Fäden in einem großen Gemetzel zusammen.

Zweifelsfrei hat Matt Wagners Version der Geschichte mehr erzählerische Qualitäten als das Original, an das er sich nur lose hält. Das fängt schon damit an, dass er die Monster erst im zweiten Akt zeigt und somit mehr Spannung aufbaut. Er hat ein paar gute Ansätze, wie etwa die Engführung von Strange und Batman, ja eigentlich ist alles da, was eine Batman-Story braucht: Action, Romance, Gore, ein bisschen Zwischenmenschliches. Höhepunkt ist die Szene, in der Batman bei den Monstern eingesperrt ist und nicht nur gegen sie kämpfen, sondern sich auch befreien muss. Im Finale mündet die Story leider in einer plumpen Ballerei, in der sich zu viele Lösungen von selbst ergeben. Aber immerhin bekommen wir (im Sinne der Continuity) erstmals das Batmobil zu sehen – und es ist ein wahrer Hingucker geworden. In einer der besten Szenen fragt Alfred ironisch, ob Batman nicht noch ein paar Heckflossen dranbauen will … Batman schweigt nur betreten. Bei Frank Miller hätte er nur gesagt: „Shut up.“

Die Story gilt IGN als eine der 25 besten aller Zeiten, aber an sein Frühwerk Faces kommt Matt Wagner damit leider nicht heran. Während der Ereignisse in Monster Men entwickelt Hugo Strange seine Faszination für Batman, am Ende wird er zum TV-Experten, der Ferndiagnosen für den Vigilanten erstellt; wie es weitergeht, kann man in Prey und Terror nachlesen.

>> Batman 2000-2011

Düstere Dreifaltigkeit

Batman ist ein Vampir. Superman hat einen Bart und ist der Sohn von General Zod. Und Wonder Woman … trägt ein weißes Kostüm mit ganz tiefem Ausschnitt. „Justice is redefined“, lautet die Devise im neuen Zeichentrick-Film, der in den USA am 28. Juli erscheinen soll: Justice League: Gods and Monsters wird er heißen, geschrieben vom Animated-Dreamteam Alan Burnett und Bruce Timm. Der Trailer verheißt ein düsteres Spektakel, in der die Welt und die Helden anders dargestellt werden, als man es sonst aus den Filmen kennt. Es beginnt mit einem Massaker, verbrannten Leichen, man schiebt die Schuld Superman zu, Helden werden gefürchtet und gejagt, Lex Luthor betreibt seine Hetze: „Man kann der Justice League nicht trauen.“ Die klassische Dreifaltigkeit aus Superman, Batman und Wonder Woman muss sich gegen die Menschen wehren, die sie beschützen wollen. Ob man den Planeten rettet oder ihn beherrscht, ist nicht mehr klar zu unterscheiden. Batman hat wie immer die beste Lösung parat: „We can get a lawyer – or we can beat the hell out of them.“

Dem Trailer nach zu urteilen erwartet uns ein vielversprechendes Werk. Wochen vor dem Erscheinen sollen in einer dreiteiligen Web-Serie die Hauptcharaktere eingeführt werden: Justice League: Gods and Monsters Chronicles. Sie soll über die Online-Plattform Machinima verbreitet werden. Außerdem sollen mit dem Film auch Prequel-Comics erscheinen, die zuerst digital herauskommen. Von den Sammlerfiguren ganz zu schweigen …

Die Promo-Maschine für Batman v Superman: Dawn of Justice läuft. Wir freuen uns natürlich trotzdem, dass uns die Wartezeit verkürzt wird.

Hardboiled Robin

batman-ninelives

Titel: Nine Lives (dt. Neun Leben)

Autor/Zeichner: Dean Motter/Michael Lark

Erschienen: 2002 (One-shot), dt. Panini 2002


„Maybe being Batman made perfect sense in his world.“ (Dick Grayson)

Für gewöhnlich kann man Elseworlds-Szenarien auf eine Was-wäre-wenn-Formel bringen. Bei Nine Lives könnte man fragen: Was wäre, wenn Zirkuskind Dick Grayson nach dem Tod seiner Eltern Privatdetektiv geworden wäre? Doch damit allein würde man der Story nicht gerecht werden. Denn Dean Motter imaginiert hier ein typisches Noir-Szenario im Stil der 40er: Altmodische Gangster machen die Stadt unsicher, wenige ehrliche Menschen wehren sich dagegen, eine zwielichtige Frau mit Beziehungen zu allen Seiten wird ermordet in der Kanalisation gefunden. Diese Frau heißt Selina Kyle, ist zur Abwechslung eine Farbige und Catwoman ist nicht mehr als ein Spitzname. Ähnlich verfährt Motter mit dem Rest der bekannten Batman-Figuren: Die typischen Schurken wie Joker, Pinguin, Riddler, Mr. Freeze, Two-Face und Clayface sind gewöhnliche Menschen, haben weder besondere Fähigkeiten noch Kostüme. Es sind einfache Gangster und Handlanger, Edward Nygma ist sogar nichts als ein Buchhalter. Die zentrale Frage ist: Wer von ihnen hat Selina Kyle umgebracht?

Privatdetektiv Dick Grayson – ein typisch gebrochener Anti-Held – geht der Sache nach, kommt Batman in die Quere und verbündet sich schließlich mit ihm, um den Fall zu lösen. Die Handlung an sich ist nicht der Rede wert. Nine Lives funktioniert am besten als das, was es sein will, als Hommage an die gute alte Zeit des Detektiv-Romans und Noir-Films. Batman spielt nur eine untergeordnete Rolle, man könnte sagen, er sei hier nur der Sidekick von Grayson – ohne dass dieser hier jemals eine Art Robin wäre. Und gerade diese Eigenschaft zeichnet ihn am meisten aus. Zeichner Michael Lark und Kolorist Matt Hollingsworth sorgen mit ihren an David Mazzuchelli orientierten Panels (eine Reminiszenz ist sogar im Buch versteckt) für eine sinistre Stimmung – ohne jedoch alles übertrieben in Schatten tauchen zu müssen. Die Figuren werden mit wenigen Strichen schlicht und dennoch lebhaft dargestellt.

Die größte Besonderheit: Das Buch ist im Querformat angelegt. Das allein regt dazu an, einen anderen Blick auf bekannte Charaktere zu werfen. Insgesamt ist Nine Lives eine willkommene Abwechslung – formal wie inhaltlich.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Prügel für den Wunderbengel

DC Comics

DC Comics

Titel: Robin: Year One (dt. Robin – Das erste Jahr)

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Scott Beatty

Erschienen: 2000-2001 (Mini-Serie #1-4, Paperback 2002, mit Batgirl Year One 2013) dt. Panini 2002


„Du schwörst, Unschuldige zu beschützen — und trotzdem hast du einen Jungen bei dir?“ (James Gordon)

Der Police Captain bringt das Problem auf den Punkt: Indem Batman ein Kind an seinem Kampf teilnehmen lässt, handelt er fahrlässig. Trotzdem schlägt sich Robin alias Dick Grayson in seinem ersten Jahr zu Beginn noch ganz gut, ganz allein bekämpft er den Mad Hatter. Doch dann wird er von Two-Face mit einem Baseballschläger fast totgeschlagen. Batman macht sich Vorwürfe, nie wieder etc., doch der Wunderknabe will nach seiner Genesung weitermachen. Weil er als Robin nicht darf, besiegt er zunächst Mr. Freeze in zivil, dann schließt er sich einer Racheakademie an, in der Kinder zu Killern ausgebildet werden. Als er den Auftrag bekommt, Two-Face umzulegen, bekommt er die Chance, sich zu rächen …

Robin: Year One ist eine Geschichte, die in der Tradition von Batman: Year One steht. Der Erzählstil ist ähnlich, wir verfolgen die Aufzeichnungen von Alfred, der in der Story die Rolle eines Mittlers einnimmt. Robin wird dargestellt als lebenslustiger, ungestümer und souveräner Verbrechensbekämpfer. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis zu Bruce Wayne. Minuspunkte gibt es für die anfangs eingesetzte, aber nicht ausgeführte Liebesgeschichte. Die Zeichnungen erinnern in ihrer Schlichtheit ein wenig an den Animated-Stil, kommen aber nicht an die Klasse eines David Mazzucchelli heran.

Wer die Figur Robin hasst, könnte hier mit ihm versöhnt werden. Aber der Grundkonflikt, dass jemand, der so vorausschauend wie Batman ist, den gleichen Fehler mit Robin wiederholt, bleibt ein unaufgelöster Widerspruch. Doch darüber muss man zugunsten der Tradition hinwegsehen – genauso wie darüber, dass Batmans Seil nicht immer einen Ankerpunkt finden kann oder dass niemand auf den Trichter kommt, dass er Bruce Wayne ist. Comics haben ihre eigenen Regeln. Sie gelten auch für Robin.

>> Robin-Comics

Robins erste Nachtschicht

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Chronicles: The Gauntlet (dt. Die Reifeprüfung)

Autor/Zeichner: Bruce Canwell/Lee Weeks

Erschienen: 1997 (One-shot), dt. Dino 2000 (als „Batman Präsentiert: Robin“)


„What would Batman do? Too bad he’s not around to ask …“

Nachdem Dick Grayson in Dark Victory seine Rache am Mörder seiner Eltern genommen und beschlossen hat, als Robin das Verbrechen zu bekämpfen, zieht er in The Gauntlet erstmals das Kostüm an. In der Nacht vor dem 4. Juli, nicht zufällig der Unabhängigkeitstag, darf sich Robin allein bewähren. Eigentlich will ihn Batman nur auf die Probe stellen, doch Dick gerät mit Gangstern aneinander, die ihn daraufhin jagen, weil er von einem Polizeispitzel wertvolle Informationen zugesteckt bekommt, von denen der Wunderknabe nichts ahnt.

Und muss er nicht nur Batmans Test bestehen, sondern auch vor den bösen Buben abhauen – und natürlich läuft beides auf das Gleiche raus. Die Geschichte gleicht einer Schnitzeljagd: Robin stellt Batman riddlerhafte Rätsel, die der Detektiv spielend meistert und ihn schnell einholt. Doch als er Robin helfen will, stellt er fest, dass der Junge ganz gut allein zurecht kommt – und sogar die Erwartungen übertrifft. „Robin is going to be a very good soldier.“

Was das Ganze soll, ein Kind mit in seine persönliche Vendetta zu involvieren und damit zu gefährden, erklärt Bruce Wayne seinem Butler Alfred so:

„The whole concept of Robin is important to Dick, old friend — and it’s important for Dick. While I lost my parents I had no way to release my anger, my — grief. Though he hides it well, those same emotions are churning away inside Dick. Robin will be his release valve, a way to exorcise that darkness before it can corrupt his soul. Nobody else can give him this, Alfred. Only I can. And I will.“

Bei aller Raffinesse wirkt Robin etwas begriffsstutzig, was das Ziehen richtiger Schlüsse angeht (Stichwort: Spielkarten), dafür bekommt Batman plötzlich Superkräfte, dank derer er mit seiner Faust das Dach eines Autos durchschlägt. Abgesehen von solchen Kleinigkeiten ist The Gauntlet eine kurzweilige und schön gezeichnete Episode in der Geschichte des Dynamischen Duos, sozusagen der „Missing Link“ zu Robin: Year One.

Dino Verlag

Dino Verlag

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Wunderknabe wird 75

DC Comics

Detective Comics #38 (DC Comics)

Nachdem Jeph Loeb und Tim Sale mit The Long Halloween einen Klassiker der Batman-Comics geschaffen haben, rief eines Tages der Autor beim Zeichner an und erzählte ihm von seiner Idee einer Fortsetzung – mit Robin. Tim Sale maulte: „But I hate Robin, he doesn’t make any sense, he’s so colorful, Batman’s a loner, he can’t escape the tragedy hat shaped his life …“ Jeph Loeb wandte ein: „That’s the point. You wait and see.“ Der Rest ist Geschichte. Dark Victory ist fast ebenso gut geworden wie sein Vorgänger – trotz Robin. Oder vielleicht auch seinetwegen. Er spielt nur eine untergeordnete Rolle als Held, er hat noch kein Kostüm und kein Alter Ego. Wichtiger ist die menschliche Tragödie und das Verhältnis zu Bruce Wayne, der am Ende sagen kann, als er Robin seinen Schwur abnimmt: „I am no longer alone.“

75 Jahre alt wird der Sidekick in diesem Frühling. Er ist nicht nur comichistorisch wichtig, weil er der erste Sidekick eines Superhelden überhaupt ist. Er ist trotz seiner Unterschiedlichkeit vom düsteren Batman, trotz seines gelben Mäntelchens, seiner grüngeschuppten Unterhose, seiner nackten Beine und elfenhaften Schuhe, ein fester Bestandteil der Mythologie und Bat-Family. Sei es in einer der fünf bis gefühlten 1000 Inkarnationen in den Comics oder als Kalauerschleuder Burt Ward an der Seite von Adam West in der 60er-TV-Serie. Robin spaltet die Fans: man kann ihn lieben, wie die Kinder seit den 40ern es tun, weil sie sich mit ihm identifizieren, oder hassen, weil man – wie Tim Sale – einsieht, dass er keinen Sinn ergibt und er Batman schwächer und weniger düster wirken lässt.

Pendant zum Joker

Auch wenn ihm zuvor schon hin und wieder ein grimmiges Grinsen übers Gesicht gehuscht ist, man kann sagen, dass Batman erst mit Robin das Lachen lernte. Auf dem Cover von Detective Comics #38 strahlt der Held seine Leser an, als er ihnen erstmals The Boy Wonder präsentiert: „a laughing, fighting, young daredevil“ – in der Tradition von Robin Hood, daher der Name. Am Anfang geht alles ganz schnell: Kaum hat das Zirkuskind seine Eltern verloren, erkennt Batman seine Gemeinsamkeit mit ihm und hilft ihm nicht nur, die Täter zu fassen, sondern macht ihn sofort zu seinem Helfer – samt Ausbildung und Kostüm.

Schon in der nächsten Ausgabe (Batman #1, 1940) trifft das Dynamische Duo erstmals auf den Joker. Diese Nähe ist kein Zufall. Das falsche Dauergrinsen des Jokers ist etwas wie die pervertierte Kehrseite des humorvollen, lebensbejahenden Lachens, das Robin in die Hefte gebracht und mit dem er Batman angesteckt hat. Der Joker ist ein skrupelloser Mörder, der nicht nur unpassender Weise lächelt, sondern auch seine Opfer sich zu Tode lachen lässt. Es fällt auf, dass Batman und Robin, während sie ihn gleich zwei Mal in dieser Ausgabe bekämpfen müssen, nichts zu lachen haben. Der Joker stiehlt ihnen nicht nur die Show, sondern auch die Leichtigkeit.

DC Comics

DC Comics

In dieser Tradition steht der Erzschurke. Er hasst nicht nur Batman. Noch viel mehr hasst er Robin. Man könnte sagen, aus Eifersucht, weil der Junge seinen größten Gegner zum Lachen bringt – und damit etwas schafft, was dem Joker nicht (oder nur selten) gelingt. Robin ist zugleich Batmans wunder Punkt, hier kann man ihn leicht treffen. Und so kommt es in den 80ern, dass der Joker immerhin Robin II (Jason Todd) mit einer Brechstange erschlagen darf – das Urteil haben zuvor die Leser gefällt. Aber weil im Superheldenuniversum niemand für immer stirbt, kommt Jason später als Red Hood von den Toten zurück und schließt sich der wachsenden Bat-Familie an.

Auch wenn die Figur Robin immer Kind geblieben ist, sind die Charaktere hinter der Maske gealtert. Dick Grayson wurde irgendwann im Laufe seiner Emanzipation von Batman zu Nightwing. Tim Drake (Robin III) gelang das mit Red Robin (so ein dämlicher Name) nur leidlich. In der alten Continuity gab es noch ein Mädchen (wie schon bei Frank Millers The Dark Knight Returns), danach folgte Damian, Bruce Waynes brutaler Sohn – und auch der musste mittlerweile dran glauben … Im Grunde ist Robin der Fehler, den Batman ständig wiederholt, indem er trotz der schlechten Erfahrungen und Gefahren immer wieder einen neuen Wunderknaben rekrutiert. Es ist der Fluch der Tradition: die Leser wollen es so, also handelt Batman unlogisch – und fällt damit aus der Rolle. Wer Robin will, muss diesen Makel in Kauf nehmen. Vielleicht ist es aber auch diese Schwäche, die den Helden menschlicher und damit greifbarer erscheinen lässt.

DC Comics

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So beliebt die Konstellation Batman und Robin bei den jungen Lesern schon immer war, so sehr wurde sie auch kritisiert. Der Psychologe Fredric Wertham, der 1954 mit seinem Buch Seduction of the Innocent indirekt die Comics einem strengen Moralkodex unterwarf, verdächtigte die beiden Verbrechensbekämpfer, mit Alfred in einer Schwulen-WG zu leben. Um dem Verdacht vorzubeugen, wurde kurz darauf Batwoman als eine Art Anstandsdame eingeführt. Rund 50 Jahre später hat Frank Miller das Verhältnis zwischen den beiden in seiner Parodie All-Star Batman ad absurdum geführt und zugleich demonstriert, wie zweifelhaft das Selbstverständliche ist, dass ein Fanatiker im Fledermauskostüm ein Kind so unverantwortlich behandelt. Bei Miller ist es Batman, der Dick Grayson die Rolle des Robin aufzwingt. Der Junge hält nicht viel von Batman, bezeichnet ihn als irre (was Batman hier auch ist). Batman misshandelt ihn mit Schlägen, lässt ihn allein in der Bathöhle hungern und fordert ihn auf, Ratten zu essen. Die Dekonstruktion einer Jungsfantasie. Die dunkle Kehrseite von Adam West und Burt Ward. Man kann beides hassen. Aber das wechselvolle Verhältnis zwischen Batman und Robin ist allein historisch interessant.

Wer sich näher damit beschäftigen will, für den veröffentlicht DC im Mai eine Anthologie mit einigen der besten Storys: Robin The Boy Wonder: A Celebration of 75 Years. Hier eine Liste mit einigen essenziellen Robin-Comics, von denen einige bereits hier besprochen wurden, weitere werden folgen:

>> Liste der Robin-Comics

Fast ohne Schwächen

DC Comics

DC Comics

Titel: Legends of the Dark Knight Vol. 1 (dt. Megaband 1: Gothams Legenden)

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2012-2013 (Legends of the Dark Knight #1-5, Paperback 2013), dt. Panini 2015 (enthält Legends of the Dark Knight #1-9)


„You know what my weakness is? I don’t have one. That’s what makes me better than them. That’s why I’ll always win. No vulnerability.“

„You’re wasting your time looking for rules to this game.“ (Joker)

„I have no effect. I just throw them in one end and the system spits them out the other.“ (Batman)

Ursprünglich war die Serie Legends of the Dark Knight, gestartet 1989, eine Plattform für hochwertige Geschichten aus der Frühzeit von Batman, dann kamen auch vereinzelt Elseworlds-Storys dazu. Darunter sind einige Klassiker wie Gothic, Prey, Venom und Faces. Nach einer fünfjährigen Pause (die gefüllt wurde von Batman Confidential) wurde die Serie 2012 wiederbelebt: als Anthologie von Kurzgeschichten unterschiedlicher Autoren und Zeichner. Das Beste daran ist, dass die Serie nicht an irgendwelche Continuitys gebunden ist, das heißt, die Macher können tun, was sie wollen. Und liest man die ersten Storys, spürt man nicht nur den Vorteil dieser Freiheit, man merkt  ihnen auch die Lust am Erzählen an.

Wie schon bei Black and White können sich die Autoren kreativ austoben und dabei kleine, aber feine Meisterwerke schaffen, die sich überwiegend auf die Hauptfigur konzentrieren und so intime Einblicke in sein Seelenleben ermöglichen. Wir sehen Batman saufen und großkotzig reden, wir sehen ihn an dem Sinn seines Kreuzzugs zweifeln, aber wir erleben ihn auch in Momenten absoluter Souveränität, in denen er Herr der Lage ist.

Der Band profitiert von seiner Vielfalt der Stoffe und der Form. Es tut gut, neben etablierten Zeichnern wie J.G. Jones (Wanted) auch extravagante Künstler wie Ben Templesmith zu sehen, dessen Stil an Sam Kieth erinnert. Schade ist jedoch, dass die Geschichten etwas jokerlastig geworden sind. Der Reiz der Autoren, eine Batman-Story mit dem größten Schurken zu erzählen, ist nachvollziehbar, aber es wirkt auf Dauer etwas einseitig. Die besten Geschichten kommen ohne den Joker aus.

Hier die Storys in der Einzelkritik:

1. The Butler Did It: Batman behauptet keine Schwächen zu haben, doch wird eines besseren belehrt. Damon Lindelofs Story (Lost, Star Trek: Into Darkness, The Leftovers) ist wegen seines Spoiler-Titels vorhersehbar, aber profitiert von den selbstgefälligen Äußerungen von Batman.

2. All of the Above: Batman bekämpft Amazo, der in den JLA-Satelliten eindringt. Sehr cool und supersmart. Bei allem guten Willen zur Fantastik erscheint nur unglaubwürdig, dass Batman schutzlos im Weltall überleben könnte. Aber hey: Batman würde sogar Chuck Norris umhauen.

3. The Crime Never Committed: Batman und Robin vereiteln einen Einbruch noch bevor er passieren kann, indem sie dem Täter seine Optionen offenlegen. Etwas zynisch ist Robins Rat am Ende: „Work it out.“ Der Junge hat leicht reden … Die Wayne Foundation scheint dieses Mal nicht einzuspringen, um einen armen Mann von seinem Elend zu befreien.

4. Crisis In Identity: Batman muss den Joker aufhalten, der mit dem Mad Hatter Menschen dazu bringt, sich als Batman verkleiden und bei ihren Einsätzen draufgehen. Sinnlos, aber der Joker sagt es auch selbst, dass sein Spiel keine Regeln hat. Hier sind die oben erwähnten Zeichnungen von Ben Templesmith einen Blick wert.

5. Letters to Batman: Auf der Suche nach dem Joker macht Batman mal eine Pause, um mal all seine Fanpost zu lesen. Dabei sieht er ein, dass seine Mühe nicht vergeblich ist, auch wenn der Joker immer wieder ausbricht, hilft Batman doch immer wieder Menschen, ein besseres Leben zu führen.

6. A Game to Die For: Ein neuer Vigilant namens Praetorian hält den Joker gefangen und muss sich dessen Psycho-Spielchen gefallen lassen. Gewagt ist an dieser Story vor allem der zittrige Zeichenstil, der mit seinen groben, kantigen Linien an den späten Frank Miller erinnert.

7. Batman: The Movie: Ein Schauspieler, der einen Batman-Film drehen soll,  hat Schwierigkeiten, sich in die Rolle hineinzuversetzen. Da kommt der Joker ans Set – und Batman himself. Doch letzterer hat auch keine hilfreichen Tipps zu bieten, wie man ihn am besten spielt. Einzig der Joker reflektiert ein wenig über das Wesen der Story: „The bad guy gets all the best lines.“

8. Together: Two-Face unterzieht sich einer Gehirnoperation, um sich einer Seite zu entledigen. Die typische Schizo-Nummer ist etwas durch.

9. A Slam Bradley Mystery …: Privatdetektiv Slam Bradley (eine Figur, die noch vor Superman von Jerry Siegel und Joe Shuster geschaffen wurde) wird Zeuge eines Mordes, dessen er zu Unrecht beschuldigt wird. Batman geht mit ihm vorschnell und hart ins Gericht, später prügeln sie sich gemeinsam durch. Eine schöne Hommage an die gute alte Zeit der Hardboiled-Helden im kantigen Noir-Stil.

>> Batman 2011-2019

Batman auf acht Seiten

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Black and White Volume 1 (dt. Schwarz auf Weiß)

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 1996 (Mini-Serie #1-4, Hardcover 1999, Paperback 2000, Neuauflage 2007), dt. Carlsen 1997


 „Anyway, Batman. He’s not real. He’s just someone people imagine is real. Though why anyone would want to imagine a weirdo in a Bat suit is beyond me.“ (Phillip Benning)

Es war ein gewagtes Experiment: Eine vierteilige Miniserie mit insgesamt 20 Kurzgeschichten á acht Seiten – und das auch noch in Schwarz-weiß. Aber DC-Redakteur Mark Chiarello hat die besten Leute angeheuert und das Ergebnis konnte sich nicht nur sehen lassen, es war auch ein kommerzieller Erfolg. Black and White gehört heute zum Kanon der besten Batman-Bände – und zwar zu recht.

Wieder einmal zeigt sich, dass die reduzierte Form einem Werk förderlich sein kann. Wenn man nur acht Seiten hat, muss die Geschichte dicht sein. Wenn man nur Bleistift und Tusche hat, kann man nicht mit Bonbonfarben tricksen. Und so sind die Storys Miniaturen, Nahaufnahmen, Augenblicke des Dunklen Ritters. In einer Story bemüht sich Batman einer „Jane Doe“, also einer unbekannte Tote, eine Identität zu geben, in einer anderen versucht er einer von ihm traumatisierten Frau die Furcht zu nehmen und in einer dritten diskutiert er mit einem Vater, der aus Verzweiflung zu drastischen Mitteln greift, über die richtige Erziehung. Manchmal fügen sich die Storys in das kanonische Bild, manchmal brechen sie ins Experimentelle aus.

Wie etwa Neil Gaimans „A Black and White World“. In dieser Meta-Story sind Batman und Joker sich ihrer Rollen als Comic-Charaktere bewusst und sinnieren über ihr Darsteller-Dasein. Zunächst plaudern sie ein bisschen im Warteraum, erkundigen sich nach den Kindern, gehen den Text der nächsten Szene durch. Der Joker lästert über die blöden Dialoge und dass er nur viel labern darf, während Batman die großen Splash Panels bekommt. Getragen wird diese schräge Story von Simon Bisleys schrägen Zeichnungen.

In „Good Evening, Midnight“ erzählt Klaus Janson geschickt, wie Alfred einen Brief von Bruces Vater liest, während er auf Batman wartet, der einen Schulbus voller Kinder rettet. Der Vater bescheinigt darin dem Sohn, ihn mit seiner Furchtlosigkeit inspiriert zu haben. Beunruhigend und zugleich beeindruckend inszeniert Brian Bolland (The Killing Joke) seine ruhige Erzählung „An Innocent Guy“: Wir sehen einen Durchschnittstypen, der zu einer Kamera darüber spricht, ein guter Mensch zu sein, aber Lust hätte, einfach so Batman eine Kugel in den Kopf zu jagen. Das perfekte Verbrechen, so die Moral, ist das sinnlose.

Eine der dramatischsten Geschichten bringt Bruce Timm (Mad Love, The Animated Series) mit „Two of a Kind“ über die Rehabilitierung und den Rückfall von Harvey Dent/Two-Face. Eine Tragödie im wahrsten Sinne des Wortes. Timms Zeichnungen beeindrucken durch Ausdruck und Dynamik und gehören zum Besten in dem Band. Matt Wagners Story „Heist“ ist vielleicht eine der schwächsten, hat aber einen sehr coolen Stil zwischen Pop Art und Noir.

„Heroes“ (von Archie Goodwin und Gary Gianni) zeigt Batman im Kampf gegen Nazis, die einen Ingenieur entführen und seine Pläne stehlen wollen. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Sohnes, der sich in Abenteuer hineinträumt und für den das Abenteuer plötzlich lebensgefährlicher Ernst wird. Leser werden mit einem überraschenden Ende belohnt. Dafür gab’s den Eisner-Award.

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