Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Knightfall #2: Sword of Azrael

DC Comics

Knightfall dreht sich um drei zentrale Figuren: Den Helden Batman (Bruce Wayne), den Schurken Bane und Batmans Nachfolger, Jean-Paul Valley. Die Figur wird noch vor Bane eingeführt: in der vierteiligen Mini-Serie Sword of Azrael (1992-1993).

Azrael ist zunächst ein Typ in einer aufgemotzten Ritterrüstung, der mit brennendem Schwert das Werk eines Racheengels auszuführen versucht. Als Anhänger eines mysteriösen Geheimbundes ehemaliger Kreuzritter (St. Dumas) will er den Verräter Carlton LeHah bestrafen, doch stirbt selbst dabei. Er kann sich gerade noch zu seinem Sohn schleppen, Jean-Paul Valley, und ihm noch genug sagen, um sein Erbe anzutreten. Jean-Paul fliegt in die Schweiz und erfährt, dass er schon als Kind indoktriniert wurde, um ein neuer Racheengel zu werden. Batman reist hinterher, Carlton LeHah hat dreht durch, hält sich für einen Diener des Dämons Biis und beginnt damit, ein Ordensmitglied nach dem anderen zu töten.

Der neue Azrael kämpft zwar zunächst gegen Batman, dann aber verbünden sie sich, um LeHah aufzuhalten – bis Batman vom Schurken entführt wird, um Bruce Wayne von seinem Vermögen zu erleichtern. Er wird gefoltert und unter Drogen gesetzt, aber Batman bleibt bis zuletzt hart. Schon vorher tritt Batman großkotzig auf, haut einen markigen Spruch nach dem anderen raus. Damit fällt er zwar etwas aus der Rolle, aber immerhin sorgt er für ein paar Schmunzler.

Jean-Paul Valley ist ein verwirrter junger Mann, der zunächst nicht weiß, wie ihm geschieht, dann eine wundersame Wandlung zum willenlosen Racheengel macht, sobald er seine Maske überzieht, und sich rücksichtslos nur um Rache kümmert. Am Ende aber gewinnt doch seine menschliche Seite und er rettet Batman.

Dennis O’Neil erzählt eine rasante, actionreiche und spannende Geschichte, Zeichner Joe Quesada inszeniert die Story mit einem präzisen Stil und ausdrucksstarken Figuren. Um die Figur Azrael/Jean-Paul Valley besser zu verstehen, sollte man dieses Vorspiel zu Knightfall nicht auslassen. Nach der Lektüre bleiben nur zwei Fragen offen: Wozu braucht Azrael ein Feuerschwert und was sind das für seltsame Streifen, die von seinen Schultern abstehen? Wahrscheinlich gibt es dafür nur eine Antwort: Weil es cool aussieht.

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Superman und der Krieg

Als Superman in die Welt kommt, hat sie ihn nötig: In Spanien tobt der Bürgerkrieg, über China fallen die Japaner her, die Briten bekämpfen den Arabischen Aufstand in Palästina – und in Europa erwartet man den Ausbruch eines weiteren Kriegs. Mit dieser Realität haben die Comics zwar nichts zu tun, aber sie hinterlässt dennoch Spuren in ihnen.

Kurz nachdem im September 1939 der Zweite Weltkrieg in Europa ausbricht, sieht man auf den Covern von Action Comics (#17, 19, 21), wie Superman Panzer und Kanonen zerlegt. Eine Aussage über konkrete politische Ereignisse steckt dahinter noch nicht. Schweres Kriegsgerät ist zunächst hervorragend geeignet, um die ungeheure Kraft des Helden darzustellen. Aber auch seinen Pazifismus.

Superman ist von Anfang an der Retter der Unterdrückten, ein Symbol für Gerechtigkeit – und ein klarer Kriegsgegner. Schon in seinem zweiten Abenteuer (Action Comics #2, 1938) reist er in das fiktive südamerikanische Land San Monte und beendet dort den Bürgerkrieg. Zunächst geht es nur darum, einen Waffenhersteller zu bekehren, indem Superman ihm das Grauen des Krieges zeigt. Superman rettet aber auch Lois vor einer standrechtlichen Erschießung, nachdem sie fälschlicherweise wegen Spionage verurteilt worden ist, er befreit Soldaten vor der Folter und bringt ein Kampfflugzeug mit bloßen Händen zu Fall. Schließlich zwingt er die beiden verfeindeten Generäle, ihren Konflikt zu zweit auszutragen, aber als ihnen klar wird, dass sie gar nicht mehr wissen, warum sie sich bekämpfen, beschließen sie, Frieden zu schließen.

Superman bekehrt einen Waffenhersteller (Action Comics #2)

Aber das ist nur eine Seite der Geschichte. Denn Superman mag vielleicht Pazifismus als Ziel anstreben, ein Mittel ist er für ihn nicht. Er wendet zum Teil drastische Gewalt an, bei der Menschen zumindest verletzt werden. Den Folterer wirft er so weit, dass er zumindest schwere Verletzungen davontragen muss, der Pilot des abgestürzten Flugzeugs dürfte auf jeden Fall sterben. Für Superman offenbar kein Problem, er verliert kein Wort darüber.

Krieg in Europa

Eisernes Kreuz? Lois und Clark bei General Lupo

Ein Jahr später greift Superman im Zweiteiler „War in Europe“ (Action Comics #22-23, 1940) in einen bewaffneten Konflikt zwischen den fiktiven Staaten Toran und Galonia ein. Clark Kent und Lois Lane werden als Reporter hingeschickt, nachdem Toran über Galonia hergefallen ist. Lois sagt naiv, sie hätte sich schon lange auf Urlaub gefreut, doch schon bald fallen – wie Clark es voraussagt – Bomben auf sie.

Superman sorgt für Kollateralschäden

Superman beweist seine ganze Kraft, indem er den Bomber vom Himmel holt, er wirft einen Torpedo zu seinem U-Boot zurück und eine Kanonenkugel zurück zu seinem Geschoss. Wieder fliegen die Soldaten durch die Gegend – ob verletzt oder tot, man erfährt es nicht. Später schießt Superman zwei Flugzeuge mit einem Maschinengewehr ab, weitere bringt er wieder mit bloßen Händen zum Absturz. Man sieht zwar einmal einen Fallschirm, aber die meisten Soldaten dürften dabei draufgegangen sein. Wieder kein Wort des Bedauerns.

Herrsche und teile: Luthor schießt grüne Strahlen

Superman findet heraus, dass einer der Generäle (Lupo) beeinflusst wird von einem Schurken namens Luthor – es ist der erste Auftritt des späteren Erzfeindes. Der erscheint zunächst als ein riesiges Gesicht in einer Felswand. Superman droht Lupo zunächst an, ihm seinen Kopf einzuschlagen, wenn er ihm nicht sagt, wer Luthor ist, aber dann schießt Luthor grüne Strahlen aus seinen Augen, die den General zerteilen. Gegen Superman können sie jedoch nichts ausrichten.

Luthor mit Reichsadler?

Als Clark Kent später die Kriegsparteien darüber informiert, dass Luthor hinter dem Krieg steckt, glauben sie ihm nicht. Luthor versucht, Kent zu elimieren, nimmt aber dann mit Lois Lane vorlieb. Luthor entführt sie in sein schwebendes Versteck, das an einem riesigen Luftschiff hängt. Der rothaarige Schurke in der roten Robe schürt den Krieg, um die Nationen zu schwächen und die Weltherrschaft zu erlangen. Er beschießt Superman wieder mit den grünen Strahlen, die ihn zwar nicht verletzen, aber schwächen – ein Vorläufer von Kryptonit. Superman bringt schließlich den Zeppelin zu Fall. Auch hier müssen wieder etliche Menschen sterben, ohne dass das thematisiert wird. Schließlich aber kann Superman erneut einen Krieg beenden.

Superman gegen Hitler

Superman greift sich Hitler

Im Februar 1940, zehn Monate vor dem Angriff auf Pearl Harbor, erschien eine zweiseitige Geschichte im Look Magazine: „How Superman Would End the War“. Zwei Seiten reichen, denn Superman macht kurzen Prozess: Zuerst verbiegt er die Kanonen der Nazis, dann schnappt er sich Hitler und Stalin und stellt sie vor Gericht. Der Zweite Weltkrieg, der erst im wahren Leben vor einigen Monaten begonnen hat, wäre auf einen Schlag vorbei.

Stalin und Hitler werden für Kriegsverbrechen verurteilt

Aber das ist nur ein Was-wäre-wenn-Szenario. Denn in Wahrheit fängt der Krieg erst an und ihn Superman tatsächlich beenden zu lassen, das wäre eine vermessene Fantasterei. Aber Superman im Zweiten Weltkrieg kämpfen zu lassen, wäre auch deshalb ungünstig, weil er ihn einfach zu schnell beenden könnte. Die US-Soldaten wären ziemlich überflüssig – und so konnte Superman sie als wahrer Patriot nicht dastehen lassen.

Superman machte sich dennoch im echten Krieg nützlich, indem er für die Propaganda eingesetzt wurde. Auf den Covern warb er (so wie Batman und andere Helden) für den Kauf von Kriegsanleihen, um die eigenen Streitkräfte zu unterstützen. Superman schwenkte die US-Flagge, zeigte sich Seit‘ an Seit‘ mit Soldaten, nannte sie die „true Supermen“, Superman erschreckte Nazis, zerlegte feindliche Panzer, Kampfflugzeuge und U-Boote mit bloßen Händen.

Auf dem Cover von Superman #17 (1942) ging es Hitler und dem japanischen Kaiser Hirohito an den Kragen, später auch Goebbels.

Im Golden Age war Superman noch eindeutig der Gute. Auch wenn er sich über etwaige Kollateralschäden keine Sorgen machte. Das änderte sich im Laufe der Zeit: Superman tötete nicht. Und wenn doch, dann nur mit größten Skrupeln. Vier Jahrzehnte später war seine Rolle nicht mehr so eindeutig, jedenfalls abseits der Continuity. In The Dark Knight Returns (1986) diente er tatsächlich als Kriegswaffe für die USA, er wendete einen nuklearen Erstschlag ab und danach kämpfte er auf Geheiß des Präsidenten gegen Batman.

Dass Superman seine Kräfte genauso gut auch zum Nachteil der Menschheit einsetzen könnte, wurde 2003 in der Elseworlds-Story Red Son durchgespielt. Superman wird darin zu einem totalitaristischen Herrscher der Sowjetunion – und Luthor sein Widersacher für die Freiheit. Zum Weltdiktator wurde Superman schließlich in der Comic-Adaption des Games Injustice. Frieden wird zum Zwang – und das führt wieder zum Krieg.

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Mord ohne Stil

Batman mit Haken

Titel: Gotham by Gaslight

Drehbuch: Jim Krieg

Erschienen: 2018 (Direct-to-Video)


„Make something else. Something better.“ (Batman)

Der Comic Gotham by Gaslight ist ein Klassiker. Nicht nur, weil Batman gegen Jack the Ripper kämpfte, nicht nur, weil es die erste Elseworlds-Story war (wenn auch noch nicht unter diesem Label), sie war auch stilistisch einzigartig, dank Mike Mignolas noiresken, sperrigen Zeichnungen. 30 Jahre später ist ein Film daraus geworden und – na ja … ein Klassiker wird der definitiv nicht.

Die Produzenten geben sich Mühe, der Vorlage gerecht zu werden, auch wenn sich die Story nur grob daran orientiert: Jack the Ripper tötet Frauen in Gotham, Batman jagt ihn, wird selbst verdächtigt, schließlich wird Bruce Wayne verhaftet.

Wie schon beim Film The Killing Joke wird die Vorlage um einige Figuren und Plot-Elemente erweitert, was hier aber besser gelingt. In Gotham findet eine Weltausstellung statt, das ist aus der Fortsetzung Master of the Future entlehnt. Es gibt einen großen Showdown auf einem Riesenrad. Selina Kyle wird zu einer wichtigen Nebenfigur, die zwar mit Peitsche kämpft (Zirkusfrau), aber nie in ein Katzenkostüm schlüpft. Poison Ivy hat nur einen kurzen Auftritt – als erstes Mordopfer. Hugo Strange ist ein Verdächtiger, bis er von Arkham-Insassen zerrissen wird (so buchstäblich wie unnötig). Harvey Dent bleibt eingesichtig, auch wenn ihm eine Nähe zu Jekyll und Hyde nachgesagt wird, schließlich wendet er sich gegen seinen einstigen Freund.

Die Auflösung überrascht und funktioniert sogar ganz gut, auch wenn sie keinen so starken persönlichen Bezug zu Bruce Waynes Biografie mehr hat wie in der Vorlage. Der Mörder offenbart sich als fanatischer Frauenhasser, der sogar seine eigene Frau auf seiner Seite hat. Das ist aber auch schon das im besten Sinne Gruseligste an dem Film.

Jack und Selina im Schlachthaus

Der Film ist ziemlich brutal geworden – so brutal so ein Mainstream-Animationsfilm in den USA eben werden kann. Es wird viel gemetzelt, es fließt reichlich Blut, es gibt etwas Erotik und das alles in einer schaurigen Kulisse. (Eine Schlachthaus-Szene erinnert an Guy Ritchies Film Sherlock Holmes.) Und trotzdem wirkt dieses Gotham des späten 19. Jahrhunderts zu sauber und steril. Ich werde einfach nicht warm mit dem glatten Animationsstil, der stilistisch kaum eigene Akzente setzt. Nur in den Kampfszenen kommt Tempo und Dynamik auf, aber das Ganze wirkt trotzdem zu routiniert.

 

Wer steckt hinter der Maske?

Batman sieht zwar aus wie im Comic (man sieht seine Augen), aber er wird nicht gerade elegant eingeführt. Als er zum ersten Mal aus Schatten und Nebel tritt, kämpft er gegen drei Jungs. Kinder. Zwar kommt danach ein großer Typ mit Schlagringen, aber ein Batman, der es zunächst mit Kindern aufnehmen muss, das wird der Figur einfach nicht gerecht. (Auch wenn sie für drei Robins stehen.)

Es gibt ein paar gute Einfälle in dieser Verfilmung, auch ein bisschen Humor, aber im Großen und Ganzen verpasst man nichts, wenn man es nicht sieht. Wieder hat DC eine Chance verschenkt, aus einem seiner Klassiker eine Adaption zu machen, die selbst Maßstäbe setzt. Das ist offenbar auch nicht gewollt. Man geht lieber keine Risiken ein – aber so entsteht keine Kunst, sondern nur Durchschnittsware am Fließband.

Warner Bros.

Auf der Blu-ray sind noch zwei ältere Cartoons zu finden: Die BTAS-Folge „Showdown“, die Jonah Hex im Wilden Westen zeigt, und die Batman: The Brave and the Bold-Episode „Trials of the Demon“, in der Batman zu Jason Blood/Etrigan in das victorianische England reist und das Kostüm aus Gotham by Gaslight anzieht.

Außerdem kann man sich einen ersten Eindruck vom nächsten Animationsfilm machen: Suicide Squad – Hell to Pay.

>> Liste der Batman-Filme

Superman endeckt Kryptonit – und Krypton

DC Comics

Titel: Superman Returns to Krypton

Autor/Zeichner: Bill Finger/Al Plastino

Erschienen: 1949 (Superman #61), Hardcover 2013 (Superman: A Celebration of 75 Years)


Im Jahr 1949 wussten zwar die Leser, dass Superman von Krypton stammte – aber er selbst wusste es nicht. Bis zu dieser Ausgabe, in der er selbst nach Krypton zurückkehrte. Wie das kam? Indem er das Kryptonit entdeckte. (Bisher war es nur im Radio-Hörspiel vorgekommen.) Eine selbst für Superman-Maßstäbe hanebüchene Geschichte.

Sie beginnt mit einem Tag aus dem Leben eines Lokalreporters. Perry White setzt Lois Lane darauf an, eine Story über einen falschen Wahrsager zu schreiben. Es muss wohl gerade Sommerloch sein oder der Daily Planet ist nichts weiter als ein Käseblatt, denn keinem ernsthaften Journalisten wäre eine solche Gestalt auch nur eine Zeile wert. Als gäbe es einen Wahrsager, der tatsächlich die Wahrheit sagt … Wie dem auch sei: Lois stürzt sich enthusiastisch hinein, trifft diesen turbantragenden Swami Riva, fliegt jedoch als Reporterin auf. Superman ist wie immer zur Stelle, um sie zu retten, doch als Swami Zeit schindet, indem er so tut, als würde er ihn verhexen, wird Superman plötzlich schwach. Swami haut ab.

Superman erzählt es Perry. Der aber zeigt immerhin Verantwortungsbewusstsein: Wenn das rauskommt, nutzen Gauner ihre Chance, um Verbrechen zu begehen. Daher bringt er die Story nicht. Aber Swami, der plötzlich an Zauberkräfte glaubt, anderen Räubern davon erzählt, kommt es zu einem Überfall, bei dem Superman einschreitet und wieder zusammenbricht. Superman geht der Sache nach und findet heraus, dass es mit dem Stein zusammenhängt, den Swami in seinem Turban trägt. Er stammt aus einem Meteoriten.

In der Rakete ist Platz für zwei …

Jetzt wird’s wild: Superman folgt dem Meteoriten ins All. Das geht ganz einfach. Indem er so schnell fliegt, dass er die Zeitbarriere durchbricht (analog zur Schallmauer), so reist er (unsichtbar) dem Brocken hinterher, bis er nach Krypton kommt. Dort sieht er, wie sein Vater Jor-El ihn in eine Rakete steckt, weil der Planet zu explodieren droht. Und er sieht, dass seine Mutter ihn als Kind hätte begleiten können, aber lieber bei ihrem Mann gestorben ist. Superman fragt sich aber nicht, welche Mutter so etwas tun würde, sondern folgt der Rakete zur Erde, wo die Kents ihn finden und adoptieren. Jetzt erst begreift er, dass er selbst von Krypton stammt.

Der Rest ist einfach: Superman kehrt in seine Zeit zurück und bläst Swami den Turban vom Kopf, sodass dieser ins Wasser fällt. Ein anderes Kryptonit-Fragment beseitigt er ebenfalls. Superman weiß jetzt, wo er herkommt – und was seine Schwäche ist. Dass die mit seiner Vergangenheit zusammenhängt, verbindet ihn wohl mit den Menschen.

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Batman-Killer wider Willen

Titel: The Man Who Killed Batman (dt. Der Mann, der Batman getötet hat)

Drehbuch: Paul Dini

Erschienen: 1993 (Batman: The Animated Series S01E51)


Der Kleinganove Sidney Debris will in Rupert Thornes Gang aufsteigen. Seine Mitstreiter halten nicht so viel von ihm, sie nehmen ihn bloß als Beute für Batman mit, damit sie ungestört ihr Ding drehen können. Doch als es zur Konfrontation mit dem Dunklen Ritter kommt, stürzt dieser durch Zufall vom Dach, ein Gastank explodiert – es sieht als, als wäre Batman tot. Daraufhin bekommt er unter dem Beinamen „The Squid“ den Ruf, der Mann zu sein, der die Fledermaus erledigt hat.

Jokers Sarg für Batman

Kurz darauf nimmt sich der Joker seiner an. Denn wenn Batman tot ist, dann ist nicht nur das Verbrechen keinen Spaß mehr, dann wurde er auch um das Vergnügen gebracht, seinen Erzfeind selbst zu erledigen. Bei einer Trauerfeier im ACE-Chemiewerk wird Sidney Debris im Säuretank versenkt …

Der Joker zeigt, wo es langgeht.

Wie immer bewahrheitet sich die alte Weisheit: Keine Leiche, keine Toten. Klar, Batman kann nicht sterben. Muss er auch nicht. Zwar fehlt er die meiste Zeit in dieser Folge, aber man vermisst ihn nicht. Seine Präsenz ist ständig spürbar, ob in der Betroffenheit der Polizei oder in dem Verhalten der Verbrecher. Allen voran der Joker, der ständig zwischen aufrichtiger Trauer um seinen Kontrahenten, Albernheit und Ärger changiert. Batman fehlt allen. Und ist dadurch ständig präsent.

Der eigentliche Held aber ist der kleine Sidney Debris, der tollpatschig von einer Klemme in die nächste gerät, nur weil er sich nach Anerkennung sehnt. Batman rettet ihn und macht ihn auf ungewöhnliche Weise glücklich. Eine rundum spaßige Folge.

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Knightfall #1: Vengeance of Bane

Die Knightfall-Saga beginnt mit Vengeance of Bane, der Vorgeschichte des Schurken, der Batman das Rückgrat bricht. Erschienen ist sie 1993 als 64-seitiges Special, geschrieben von Chuck Dixon und gezeichnet Graham Nolan.

Bane ist das Kind eines unbekannten Revolutionärs von dem Inselstaat Santa Prisca. In der Diktatur herrscht ein grausames Gesetz: Weil der Mann sich seiner Strafe entzogen hat, wird dessen schwangere Frau an seiner statt ins Gefängnis gesteckt. Nachdem das Kind zur Welt kommt, wächst es im Knast auf, nachdem die Mutter stirbt, wird er aus der Schutzhaft zu den anderen Verbrechern überstellt. Dort plagt ihm nach einem Sturz ein Alptraum von einer ungeheuren Fledermaus.

Der Junge wird zum Mörder. Er wird in eine Einzelzelle gesteckt, die regelmäßig mit Wasser geflutet wird. Zehn Jahre lang lebt er in völliger Isolation, ernährt sich von Fischen und meditiert. Nach dem Prinzip „Was mich nicht umbringt, härtet mich ab“ stählt Bane seinen Körper und schult seinen Geist, liest drei Bücher am Tag, lernt sechs Sprachen. Das Töten wird Alltag für ihn, er stumpft er emotional ab, findet aber drei Gefährten: Zombie, Trogg und Bird. Letzterer erzählt ihm von Gotham und Batman, der die Stadt beherrscht. Bane, der sich an seinen Dämon erinnert, findet seine Bestimmung darin, Batman zu brechen.

Bane wird zum Versuchskaninchen für die Droge Venom, die ihm Superkräfte verleiht und sie gegen Schmerz immun macht. Durch das Experiment wird er zum Junkie, der sich das Zeug ins Hirn einspeisen lassen muss. Indem er sich nach einem Versuch totstellt, bricht er aus dem Knast aus und fliegt mit seinen drei Spießgesellen nach Gotham, wo er mit gezielten Morden beginnt, die Unterwelt aufzumischen. In einer ersten Konfrontation mit Batman verschont er ihn: „You will know my name one day. And on that day you will beg for mercy.“ Bane will ihn beobachten, studieren und ihn erst dann besiegen, wenn der richtige Moment gekommen ist.

Die Entstehungsgeschichte von Bane ist so sehr auf Abhärtung getrimmt, dass sie in ihrer Übertreibung fast schon komisch wirkt. Seine Motivation, es mit Batman aufzunehmen, wird nicht ganz schlüssig. Zu weit hergeholt ist es, dass der Schurke den ganzen Aufwand betreibt, nur weil er mal als Kind schlecht geträumt hat. Mit Batman verbindet ihn nichts, außer einer willkürlichen Assoziation zwischen einer eingebildeten Fledermaus und einem Kerl, der sich wie eine anzieht.

Bane tut einem zunächst leid, dann wird er zu einem perfekten Widersacher. Seine Fähigkeiten machen ihn zu einer Art Anti-Batman. Furchterregend wirkt er durch hünenhafte Erscheinung und seine Maske mit ihren roten Augen, die ihm jegliche Menschlichkeit nimmt. Das Einzige, was die Geschichte nicht erklärt, ist, warum er sie trägt und sich wie ein mexikanischer Wrestler anzieht. Aber die wahre Erklärung lautet, wie so oft in Comics: weil es cool aussieht. Und darum geht es ja schließlich auch …

(Vengeance of Bane ist zweimal auf Deutsch erschienen: 1998 als Batman-Sonderband im Dino-Verlag und 2013 als „Batman gegen Bane“ im Panini-Verlag.)

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Knightfall #0: Einführung

DC Comics

Knightfall – das sind drei dicke Bände, fast 2000 Seiten (als Omibus sogar fast 2800) über den Fall von Batman, die Zeit ohne ihn und seine Rückkehr: Knightfall, Knightquest, Knightsend.

Die Story ist so dramatisch wie ereignisreich: Batman wird von Bane das Rückgrat gebrochen, er wird von Jean-Paul Valley (ehemals Azrael) ersetzt, wird geheilt und kehrt zurück, vorübergehend wird Dick Grayson Batman, bis Bruce Wayne wieder übernimmt.

Lange war Knightfall nicht vollständig verfügbar. Die ersten US-Paperbacks (1993-1995) waren lückenhaft, 1998 wurde noch das Nachspiel Prodigal gesammelt veröffentlicht. Seit 2012 gibt es drei Paperbacks von DC, die den größten Teil der Story erzählen, allerdings auch einiges weglassen. Im ersten Band fehlen die Ausgaben zur Vorgeschichte, im zweiten fehlt der Erzählstrang The Search, der von Bruce Waynes Heilung erzählt, im dritten die Nachspiele Troika, Nightwing: Alfred’s Return und Vengeance of Bane II: The Redemption (alle 1995).

DC Comics

Seit 2017 gibt es zwei Omnibus-Editions, die wirklich ALLES versammeln, was bisher gefehlt hat (außer der Mini-Serie Sword of Azrael), der dritte Band enthält auch Troika, Nightwing: Alfred’s Return und Vengeance of Bane II: The Redemption.

Zum 25-jährigen Jubiläum (2018-2019) sind neun neue Paperback-Editionen erschienen, in denen das gesamte Omnibus-Material enthalten ist, zuerst das Prelude to Knightfall (Vengeance of Bane, Batman #484-491, Detective Comics #654-658), zuletzt Troika (enthält auch Nightwing: Alfred’s Return und Vengeance of Bane II – The Redemption).

DC Comics

Wer sich das Geld und den Platz im Regal sparen will, kann sich auch alle Bände auch digital kaufen.

Knightfall deutsch in vier Bänden. (Panini)

Die erste deutsche Ausgabe vom Carlsen-Verlag (ab 1995) brachte es auf zehn Bände, aber auch hier fehlten einige Kapitel. Zuletzt hat der Panini-Verlag die Saga in vier Bänden herausgebracht (2012-2015), wobei der gesamte Mittelteil (Knightquest: The Crusade/The Search) ausgespart wird, dafür im vierten Teil („Der verlorene Sohn“) Prodigal enthält. Ergänzend dazu erschien 2013 Batman gegen Bane, in dem auch die Vorgeschichte des Schurken, Vengeance of Bane, nachgedruckt ist (diese hatte bereits der Dino-Verlag 1998 in einem Sonderband herausgebracht).

Von 2021 bis 2022 sind bei Panini die drei Omnibus-Ausgaben als Deluxe Editions erschienen.

Die Besprechungen der einzelnen Storylines:

  1. Vengeance of Bane
  2. Sword of Azrael
  3. Prelude I
  4. Prelude II
  5. Knightfall: Broken Bat
  6. Knightfall: Who Rules the Night
  7. Knightquest: The Crusade
  8. Knightquest: The Search
  9. KnightsEnd
  10. Prodigal
  11. Troika
  12. Nightwing: Alfred’s Return
  13. Vengeance of Bane II – The Redemption

>> Bane in Batman TAS (dt. Kampf der Giganten)

>> Batman-Knightfall (Liste aller Comic-Ausgaben)

>> Batman 1990-1999

(Der Artikel wurde zuletzt am 27.8.2022 aktualisiert.)


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Lois Lane hat einen Verdacht

DC Comics

Titel: Man or Superman?

Autor/Zeichner: Jerry Siegel/Joe Shuster

Erschienen: 1942 (Superman #17), Hardcover 2013 (Superman: A Celebration of 75 Years)


„A work of art.“ (Superman)

Lois Lane mag zwar eine smarte Reporterin sein, aber was Superman angeht, ist sie nicht gerade die Hellste. Vielleicht liegt es daran, dass ihr beim Anblick des Mannes der Verstand aussetzt. Vielleicht ist das Supermans geheime Superkraft: So auf Lois Lane zu wirken, dass sie nicht erkennt, wen sie vor sich hat, nämlich Clark Kent.

Nach vier Jahren dämmert es ihr plötzlich: Könnte es sein, dass …? Da steht sie gerade noch mit Clark in der U-Bahn, plötzlich ist er weg, Superman hält den Zug vorm Entgleisen ab, Clark ist an der nächsten Station wieder da und telefoniert die Geschichte beim Daily Planet rein. Klar, dass Lois skeptisch wird. Clark redet sich raus. Lois bleibt skeptisch. Clark gerät ins Schwitzen. (Im Gegensatz zu Superman, der nie zu schwitzen scheint.)

Allein lässt Lois ihre Erinnerungen Revue passieren: Nie sind Clark und Superman zugleich zu sehen, denkt sie sich, und es gibt auch eine gewisse Ähnlichkeit der Gesichtszüge … Aber als sie sich klarmacht, was für ein geiler Typ Superman ist und was für eine mickrige Erscheinung ihr Kollege, da erscheint das Naheliegende plötzlich wieder absurd.

Es kommt zu einem dramatischen Höhepunkt: Der Schurke Talon entführt Clark Kent und Lois Lane und lässt sie – aufgepasst – in einem Glaskasten an einem Pendel über Clark schaukeln. Wenn es Mittag wird, soll sie auf ihn krachen und beide sind tot – so jedenfalls die graue Theorie, die sich natürlich nicht bewahrheitet, wenn der Schurke sich davonmacht, statt nach dem Rechten zu sehen. (Warum ausgeklügelte sadistische Todesfallen, wenn man nicht dabei sein kann, wenn sie töten sollen?!)

Clark hat aber eine viel dringendere Frage: Wie kann er Lois retten, ohne sich die Blöße zu geben? Denn das scheint fast noch wichtiger als das Retten von Leben. Die Lösung: Mit Supergeschwindigkeit und alten Lumpen. Er zieht sich schnell um, stopft Clarks Anzug aus, rettet Lois und während sie sich umsieht, wird er wieder zu Clark. Nach der atemberaubenden Performance sind alle Zweifel vergessen. Dann nimmt er noch den Schurken fest, absorbiert die Explosion einer Bombe und schreibt die Story runter bevor Lois es kann.

Hat eigentlich schon mal jemand hinterfragt, wie Clark als Reporter arbeitet? Indem er ständig über sich selbst schreibt, verstößt er gegen einen Grundsatz des Journalismus! Ganz abgesehen davon, dass er ein Betrüger ist. Und was ist Perry White eigentlich für Chefredakteur, dass seine Reporter ständig unnötige Doppelarbeit leisten? Offenbar hat man beim Daily Planet Geld und Zeit zu viel. Das waren noch Zeiten, als sich die Zeitungen solche Späße leisten konnten …

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Brian Michael Bendis schreibt Superman

Man of Steel: Zwei Cover in einem (DC Comics)

Der langjährige Marvel-Autor Brian Michael Bendis ist zu DC Comics gewechselt, wie bereits im vergangenen Jahr bekannt wurde. Vor kurzem habe ich noch geschrieben, dass er eine Kurzgeschichte zu Action Comics #1000 beitragen wird, jetzt wurde bekannt, dass er zunächst bei Superman bleiben wird. Wie Forbes berichtet, wird er die Serien Superman und Action Comics schreiben, darüber hinaus hat Bendis eine sechsteilige Mini-Serie angekündigt: Man of Steel, die wöchentlich erscheinen soll. Als Zeichner werden Kevin Macguire, Ivan Reis, Doc Shaner und Jason Fabok genannt.

Bereits sein Beitrag zu Action Comics #1000 (gezeichnet von Jim Lee) soll mehr sein als eine beliebige Geschichte, sondern der Auftakt zu etwas Größerem: „It is a major chapter in what we’re doing, with some really big bombs we’re dropping in Superman’s life — and two of them happen right there in Action Comics #1000″, sagt Bendis. „So it’s a huge tease of what we’re doing and what’s coming up in Superman’s life.“

Bei der Mini-Serie Man of Steel kommt ein Déjà-vu-Effekt auf: So hieß bereits das Reboot, das John Byrne 1986 nach der Crisis für Superman schrieb und zeichnete. (Ganz zu schweigen von dem Film von Zack Snyder von 2012.) Bendis‘ Man of Steel verspricht einen neuen großen Schurken, der tief mit Supermans Ursprung verwurzelt ist. „We’re going to dig in very hard, this is one of my goals, to be a additive to Superman as possible. The characters we debut right away, including this new villain, will send ripples of horror across the entire Superman family and beyond!“ Bendis verspricht, dass sein Superman-Ansatz – trotz neuer Wege – kein Reboot sein wird. Die erste Ausgabe soll am 30. Mai erscheinen.

Danach Bendis die beiden monatlichen Serien Superman und Action Comics übernehmen. Superman wird (schon zum fünften Mal!) neu gestartet; Ausgabe #1 erscheint am 11. Juli, Action Comics #1001 am 25 Juli. Während Superman den Schwerpunkt auf Abenteuer legt, soll es in Action Comics um Clark Kents Alltag gehen. (Wäre es andersrum nicht naheliegender?) Zwischen Action Comics #1000 und Man of Steel #1 soll am 2. Mai noch ein weiteres Kapitel erscheinen: DC Nation #0, gezeichnet von José Luis García-López. Darin sollen neue Figuren und Schurken eingeführt werden. Außerdem wird das Heft eine Batman-Story enthalten, in der der Joker von den Heiratsplänen mit Catwoman erfärt. 

 

Der Tag, an dem Robin starb (und Batman durchdrehte)

DC Comics

Titel: Robin Dies At Dawn

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #156), Paperback 2009 (The Black Casebook), Hardcover 2015 (Robin, the Boy-Wonder: A Celebration of 75 Years)


„I’ve never felt so alone in all my life …“ (Batman)

„Why are you watching me?“ (Batman)

Als Batman für einen Geheimauftrag verschwindet, trifft Robin auf Ant-Man. Nein, natürlich nicht auf Marvels Ant-Man, der ein Jahr zuvor seinen ersten Auftritt hatte, aber auf einen anderen kleinen Helden, der dem von Marvel ziemlich ähnlich ist. Zweimal springt ihm das rote Kerlchen mit der Kraft eines ausgewachsenen Mannes zur Seite, als er es mit Räubern und Dieben zu tun hat. Doch dann macht sich Ant-Man mit dem Diebesgut davon. Robin findet den Wissenschaftler, der für das Schrumpfen verantwortlich ist und überlistet im Labor den kleinen Gauner, indem Robin sich selbst als Marionette spielt und sich seinen Gegner in den Fäden verheddern lässt.

Aber „The Secret of the Ant-Man“ ist nur der Prolog. Denn was Batman in der Zwischenzeit treibt, erfahren wir im zweiten Teil: „Robin Dies at Dawn“. Batman wird auf mysteriöse Weise ins Weltall gezogen und landet auf einem fremden Planeten. Die Stimmung mutet surreal an, wie in einem Traum: Eine gelb-grüne Wüste mit großen violetten Kratern und seltsamen anhänglichen Pflanzen, darüber schweben zwei Monde. Als sich eine der Pflanzen Batman schnappt, wünscht der sich seinen Partner herbei und kaum hat er ihn in seiner Verzweiflung gerufen, rettet er ihn.

Doch dann kommt es zum dramatischen Höhepunkt: Das Dynamische Duo wird von einem Steinriesen verfolgt, Robin wird übermütig und wird von einem Felsen erschlagen. Batman begräb ihn. Danach fühlt er sich beobachtet von Menschen, aber er kann niemanden sehen. An dieser Stelle fühlt man sich als Leser ertappt: den natürlich ist man es selbst, der Batman zuschaut, ohne dass er zurückschauen könnte. Nachdem er von einem roten Monster angegriffen wird, erfahren wir, was wirklich los ist: Batman hat sich einem Experiment ausgesetzt, bei dem er so isoliert war wie ein Astronaut im Weltall.

Batman halluziniert Monster

Diese Idee erinnert stark an die Pilotfolge der TV-Serie The Twilight Zone („Where is Everybody?“), die 1959 erschien. Darin findet sich ein Mann in einer verlassenen Welt wieder und die Auflösung ist die gleiche. Bei Batman werden die Halluzinationen mit der Angst vor der Einsamkeit erklärt. Batman bildete sich den Tod von Robin nur ein, weil er ohnehin in ständiger Sorge um ihn lebt.

Im dritten Akt zeigen sich die Spätfolgen dieses Experiments: Während Batman und Robin eine Bande in Affenkostümen jagen, wird Batman von Halluzinationen heimgesucht, die ihn an die eingebildete Alien-Welt erinnern. Batman schmeißt hin, Robin weint. Aber der Ruhestand dauert nur eine Seite. Als Robin gefangen genommen wird, eilt Batman mit Ace, dem Bat-Hound, zu Hilfe, verkleidet sich als Affe, überwindet seine Angst, rettet Robin, alles gut. Und doch: das letzte Panel wirkt mit seiner orangen Sonne und den dunkelvioletten Wolken irgendwie seltsam, als wären wir immer noch in der surrealen, verstörenden Traumwelt …

Was diese Story so spannend macht, ist nicht nur, dass sie eine gewisse psychologische Tiefe offenbart und Batman als psychisch kranken Mann zeigt, sie nimmt auch viele spätere Entwicklungen vorweg, vor allem den 23 Jahre später erschienenen The Dark Knight Returns: Robins Tod, Bruce Wayne gibt als Batman auf, Batman als Selbstzweifler, seine Rückkehr, um das Verbrechen zu bekämpfen. (Die Vorgeschichte ist nachzulesen in Last Crusade.) Grant Morrison bedient noch später sich bei seinem Epos Batman R.I.P. sehr stark bei dieser Story.

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