Superman ist in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden. Eine Erfolgsgeschichte, denn er war nur der erste, auf ihn folgten unzählige andere. Die Geschichte seiner Schöpfer ist weniger glorreich: Während der Verlag DC Comics (früher National) viel Geld mit dem Superhelden und seiner Gefolgschaft verdiente, verarmten der Autor Jerry Siegel und der Zeichner Joe Shuster, gerieten in Vergessenheit.
Während jeder weiß, wie Superman auf die Erde kam und wer er wirklich ist, blieben seine wahren Schöpfer vier Jahrzehnte lang im Schatten, sie wurden von anderen, wechselnden Autoren und Künstlern abgelöst. Aber Superman stammt nicht von Krypton, sondern aus Cleveland. Nun erzählen Julian Voloj und Thomas Campi diese Geschichte als Comic, aus der Perspektive des Künstlers: Joe Shuster: Vater der Superhelden (engl. The Artist behind Superman: The Joe Shuster Story).
Die Story beginnt im Jahr 1975 auf einer Parkbank. Da liegt Joe Shuster, er ist obdachlos, als er von…
In dieser Elseworld haben Außerirdische die Pyramiden gebaut und die ägyptische Hochkultur begründet. Ja, mehr noch: Sie haben die Menschen überhaupt erst zu „zivilisierten“ Wesen gemacht. Die „Götter“ sind eigentlich nur humanoide Aliens mit Masken gewesen. Einer davon war der Fledermausgott Nekhrun. Doch der wurde aus der Geschichte getilgt. Jahrtausende später wird das Archäologenpaar Wayne ermordet, weil es dem Gott und seinem Geheimnis auf der Spur ist. Nochmal 20 Jahre später macht sich Bruce Wayne mit einer Archäologin auf, um das große Geheimnis zu entschlüsseln. Denn eigentlich geht es um die Rettung der Welt …
In Book of the Dead kommt viel zusammen: Prä-Astronautik, ein Komplott unter Götter-Aliens, die Umpolung des Erdmagnetfelds, klassischer Batman und viele ägyptologische Theorien. Mit einem Wort: Es wird zusammengeschmissen, was nicht zusammengehört. Und was nicht passt, wird passend gemacht. Bis auf drei Sequenzen hat die Geschichte nur wenig Batman-Action zu bieten. Ansonsten liest man viel Götterquark mit pathetischem Geschwätz im Wechsel mit viel theorielastigem Dialog. Immerhin bewahren Barry Kitsons solide Zeichnungen das Heft vor einem Totalschaden.
Die Elseworlds-Mode der 90er trieb mitunter wilde Blüten. Das ist mit Abstand eine der bemühtesten und langweiligsten. Wäre sie mal lieber im Wüstensand begraben geblieben.
Erschienen: 1958 (Action Comics #241), Hardcover 2018 (Action Comics: 80 Years of Superman – Deluxe Edition)
„It was all a jest to amuse you.“
Jeder Junge braucht ein Klubhaus. Und jeder Mann ein Hobbyzimmer. Superman hat seins am Nordpol, in einem Berg: die Festung der Einsamkeit. Hier ist Superman Mensch, hier darf er’s sein. In dieser Festung sammelt er Trophäen und Souvenirs, hütet er seinen interplanetarischen Zoo, erforscht Kryptonit, bastelt Geschenke für Lois, Jimmy und Batman, aber er malt auch und führt Tagebuch.
Wenn Superman schreibt, dann natürlich nicht auf Papier, sondern auf riesige Metallplatten, in die er mit seinem Finger kryptonische Schriftzeichen eingraviert, damit sie niemand lesen kann. Wenn Superman malt, dann sind es surreal anmutende Gestalten, aber sie entspringen nicht seiner Vorstellungskraft, sondern geben ein realitätsgetreues Abbild der Marsoberfläche wieder. Superman, die fantastischste Figur überhaupt, ist ein bodenständiger, konservativer Realist.
Das Einzige, was Supermans Festung nicht hat, sind Gäste und Besucher. Die Festung ist ein Rückzugsort, der nur für Superman erreichbar ist. Er schließt sie mit einem überdimensionalen Schlüssel auf, den niemand heben kann. Doch eines Tages stellt er fest, dass jemand eingedrungen ist – und der Unbekannte droht damit, Supermans Geheimidentität zu enthüllen. Superman versucht herauszufinden, wer dahintersteckt …
Achtung: SPOILER!
Die Auflösung überrascht: Es ist Batman. Und wieso? Einfach so, aus Spaß. Und weil Superman sozusagen Geburtstag hat. Und auch sonst alles. Aber schenkt man so jemandem? Batman schenkt Superman daher ein Rätsel. Superman findet das aber erst lustig, als er ihn selbst reinlegen darf. Am Ende gibt es eine Riesentorte in der Bathöhle, die Batman selbst gebacken hat. Wie er das geschafft hat und wer das alles aufessen soll, wird leider nicht erzählt.
Damit ist The Super-Key to Fort Superman eine Art Vorläufer von Alan Moores For the Man Who Has Everything (1985) – nur dass später das Geschenk weniger harmlos ist.
Titel: Darkseid War I-II (Justice League Vol. 7-8)
Autor/Zeichner: Geoff Johns/Jason Fabok, Francis Manapul u.a.
Erschienen: 2015-2016 (Justice League #40-50), Paperbacks 2016
„With the Mobius chair, I can finally be the Batman that Gotham needs.“ (Batman)
Der Anti-Monitor ist wieder da! Nachdem er die Erde des Crime Syndicates zerstört hat, ist nun die Erde unserer Helden dran. Es kommt zum Kampf mit Darkseid, der ein ähnliches Ziel hat. Einer von beiden geht drauf. Und einige der Helden werden – wie der Zufall es will gleichzeitig – zu Göttern. Zum Beispiel wird Superman zu einem Schwarz-weißen Choleriker. Und Flash wird zum neuen Black Racer, dem Todesbringer. Batman übernimmt den Möbius-Stuhl von Metron. (Fun Fact: Der Stuhl gehörte früher dem Anti-Monitor, der einst Möbius hieß.) Dadurch hat er den totalen Durchblick. Als er fragt, wie der echte Name des Jokers lautet, ist er über die Antwort erstaunt: es sollen drei sein. (Welche, fragt er offenbar nicht mehr.)
Darkseid War ist ein Epos, mit dem Geoff Johns seine Justice League-Serie abschließt. Er greift damit Darkseids Angriff im ersten Band (Origin) auf, bei dem sich die JL formierte, er holt das Crime Syndicate aus Forever Evil wieder hervor und schlägt bestimmt auch ein paar Bögen, die ich verpasst habe. Er holt weit aus, rekapituliert die vergangenen drei Jahrzehnte DC-Geschichte, dichtet eine Darkseid-Tochter herbei, die von einer Amazone geboren wurde etc. Am Ende können all die Figuren, Nebenfiguren und Plot-Fäden nicht über die alte Formel hinwegtäuschen, dass alle mit vereinten Kräften gegen einen übermächtigen Schurken kämpfen. Und ziemlich einfach gewinnen.
So bleibt auch der Abschluss dieser Justice League-Serie eine solide Story, die man nicht unbedingt lesen muss. Es reicht auch, sich die atemberaubenden Zeichnungen von Jason Fabok und Francis Manapul anzusehen.
DC Comics
Ergänzt wird der Darkseid-Krieg durch mehrere One-shots, in denen die zu Götter verwandelten Helden einzelne Auftritte bekommen. In „God Only Knows“ (Justice League: Darkseid War: Batman #1) reist Batman als „God of Knowledge“ im Möbius-Stuhl durch Gotham und nimmt Pre-Crime-mäßig Schurken hoch, noch bevor sie Straftaten begehen. Eine Bande schickt er in die Antarktis, einen Mann, der seine Frau umbringen will, auf die Amazonen-Insel Themyscira. Und er sucht im Gefängnis Joe Chill heim. Da der Mörder seiner Eltern sich nicht reumütig zeigt, offenbart Batman ihm, dass er Bruce Wayne ist. Erst da bekommt er es mit der Angst zu tun.
Immerhin ist diese kleine Episode interessant, um Batman einmal von einer anderen Seite zu sehen: Zum einen abgeklärt und noch skrupelloser, zum anderen auch noch besessener, da er sich vom Stuhl der Erkenntnis beeinflussen lässt und nicht mehr von ihm loskommt.
Regie/Drehbuch:Junpei Mizusaki/ Kazuki Nakashima, Leo Chu
Erschienen: 2018 (Direct-to-Video)
Kaum stört Batman Gorilla Grodd bei einem Experiment in Arkham, landet er zusammen mit seinen Erzfeinden und Verbündeten im alten Japan. Zusammen mit Catwoman, Nightwing, Red Robin, Robin und Alfred geht es gegen Grodd, Joker, Harley Quinn, Two-Face, Pinguin, Poison Ivy, Bane und Deathstroke. Die Schurken haben – trotz Sprachbarriere – innerhalb von zwei Jahren Japan unter sich aufgeteilt, der Joker will das Reich beherrschen und hat ihm dafür einen technologischen Sprung nach vorne beschert.
Berittener Batman mit Gefolgschaft (Warner Bros.)
Zum Glück hat Batman nicht nur Alfred bei sich, der ihm schwarzen Tee zubereitet, sondern auch das Batmobil. Als das im Einsatz gegen Jokers Riesenroboter geschrottet wird, wird ein Batplane daraus, als das geschrottet wird, wird ein Batpod daraus und dann verwandelt es sich in eine Bat-Rüstung … Doch das ist nur ein Vorgeschmack darauf, was am Ende kommt, denn es fährt nicht nur jeder Schurke einen Transformer auf (der vom Palast zum Roboter wird), sie vereinen sich sogar zu einem Mega-Roboter. Und der kämpft dann gegen einen Riesen-Affen, der sich aus Millionen (!) von kleinen Affen zusammensetzt. Und wenn man meint, dass es bescheuerter nicht mehr geht, kommt eine Schar von Fledermäusen, die einen Riesen-Batman bilden …
Riesen-Roboter vs. Riesen-Affe
Nein, das ist kein Witz. Das passiert wirklich im Anime Batman Ninja. Zwischendrin fragt man sich, worin eigentlich der Sinn besteht, die Handlung im alten Japan spielen zu lassen, wenn man es auf hanebüchene Science Fiction anlegt. Aber sei’s drum. Vielleicht entspricht das ja dem japanischen Publikumsgeschmack. Genauso wie das kleine süße Äffchen, das Robin begleitet …
Riesen-Roboter gegen Riesen-Batman
Abgesehen von diesem peinlichen Quatsch macht Batman Ninja in großen Teilen Spaß. Die Story ist zwar nicht gerade innovativ oder überraschend, aber kurzweilig, die Charaktere erfüllen ihren Zweck, aber sind ohne Tiefe. Allein Batman bekommt Gelenheit, sich mal wieder selbst in Frage zu stellen und sich unabhängig von seinen Gadgets zu machen (dafür umso abhängiger von Affen und Fledermäusen). Der Joker ist so überdreht, dass sein Gelächter einem auf die Nerven fallen kann. Dafür gibt es atemberaubende Action-Szenen und ein paar Lacher, wie etwa Bruce Waynes Verkleidung als Mönch – mit Fledermaus-Tonsur.
Batman mit Familie.
Was aber wirklich beeindruckt ist die Animation. Die ist so aufwendig und detailreich, so vielfältig und künstlerisch ambitioniert, dass allein das Anschauen viel Freude bereitet – wenn man der flotten Action überhaupt folgen kann. Besonders eindrucksvoll gemacht ist eine Szene im Mittelteil, in der Red Hood (der einen sehr hohen roten Hut trägt) einen Bauern mit seiner Frau verdächtigt, Joker und Harley zu sein. Die Szene unterscheidet sich im Zeichenstil ganz vom Rest und verursacht nicht nur bei Batman ein Gefühl der Verunsicherung, wenn Red Hood auf die Unschuldigen losgeht. Solche Experimente, so viel Mut würde man auch manchen US-Produktionen wünschen.
Erschienen: 2008 (Action Comics #866-870, Superman: New Krypton Special #1), Paperback 2009, 2013 (als Last Son of Krypton)
„They call you Superman. Why would they call you that — when you are not a ‚man‘ at all? And ’super‘? There is nothing super about you.“ (Brainiac)
Die Story ist simpel: Brainiac kommt zurück und stiehlt Metropolis für seine Flaschenstadtsammlung, dann entführt er Superman und will die Erde vernichten. Superman verhindert das zusammen mit Supergirl. Wenn uns die Handlung bekannt vorkommt, dann liegt es daran, dass sie bereits ähnlich 1958 in Action Comics #242 erzählt wurde. Diese Story ist eine Art modernisiertes Update mit einigen starken Änderungen.
Brainiac geht es um reine Informationen. Wissen ist Macht, ist seine Devise. Das Leben interessiert ihn nicht, die Erde und ihre Bewohner sind für ihn minderwertig – und auch an Superman ist für ihn nichts super. Das wird ihm zum Verhängnis. Brainiac wird besiegt wie in Krieg der Welten, indem er mit dem Leben selbst konfrontiert wird.
Dank der Zeichnungen von Gary Frank (Superman: Secret Origin, Batman: Earth One) wird der Comic zum Genuss. Kaum einer zeichnet so klar und zugleich so lebensnah, dass jedes Gesicht und jeder Körper wirken, als könnten sie sich gleich in Bewegung setzen. Brainiac bekommt eine Aura verliehen, die an H.R. Gigers Alien erinnert. Das macht den Schurken zu einem unheimlichen Gegner.
ACHTUNG: SPOILER!
Am Ende wird auch Kandor befreit. Nicht nur aus Brainiacs Sammlung, sondern auch vergrößert. (Allerdings am Nordpol, neben der Festung der Einsamkeit.) Und Jonathan Kent stirbt. Superman hegt einen so großen Hass gegen Brainiac, dass er davon träumt, ihn zu Brei zu schlagen. Eine ungewohnte Seite, den friedfertigen Helden so aggressiv zu sehen.
Am 22. August 2018 erscheint die erste Ausgabe einer neuen Batman-Miniserie: Batman – Kings of Fear. In sechs Teilen soll es um Scarecrow gehen, der einen Aufstand in Arkham anzettelt, dabei wird Batman mit seiner größten Furcht konfrontiert. Nein, es soll diesmal nicht um Fledermäuse und andere bekannte Kindheitstraumata gehen, wie Autor Scott Peterson sagt. Peterson war einst als Redakteur für Batman in den 90ern verantwortlich. Wie das Cover zeigt, wird wieder die ganze Schurkenriege vertreten sein.
Gezeichnet wird die Serie von Kelley Jones, der vor allem in den 90ern zu den wichtigsten Batman-Zeichnern gehörte. Begonnen hat er mit dem Elseworlds-Vampir-Comic Red Rain: Batman vs. Dracula, danach zeichnete er einige Batman-Cover der Knightfall-Saga, in der zweiten Hälfte der 90er war er Hauptzeichner der Serie. Darüber wirkte er – mit Autor Doug Moench – an einigen Elseworlds-Comics mit.
Jones zeichnet sich durch einen düsteren Stil aus, der jede Geschichte wie einen Horrorfilm erscheinen lässt: Seine Figuren haben oft verzerrte Gesichter, seine Monster sind besonders furchterregend und sein Batman hat überlange Ohren und Capes. Zuletzt durfte Jones Batman in Gotham After Midnight (2008) und Batman Unseen (2009) inszenieren.
Erschienen: 1990 (One-shot), Paperback 2017 (DC Universe by John Byrne); dt. Carlsen 1997
Batman in 3D zu sehen, ist heute im Kino Standard. In den Comics gab es das schon 1953, als ein erstes 3D-Special erschien, zusammen mit einer passenden zweifarbigen Brille. Darin wurden drei bereits erschienene Batman-Storys wieder aufbereitet. Nachgedruckt wurde es 1966 – und eine Geschichte daraus auch 1990, in einem neuen 3D-Special.
John Byrne erzählt darin eine klassische Batman-Story mit Joker, Pinguin, Riddler und Two-Face. Darin verneigt er sich vor den Comics des Golden Age, insbesondere vor seinem Vorbild Dick Sprang. Batman geht einem Mordfall nach. Ein reicher Antiquitätensammler soll Suizid begangen haben, aber der Pinguin deutet in einem Video darauf hin, dass es Mord war.
Doch Batman wird zunächst abgelenkt vom Riddler, der ihm drei Rätsel aufgibt und ihn in eine Todesfalle lockt. Batman entkommt und lässt sich daraufhin von Two-Face (viel zu leicht: mit einem Netz) gefangen nehmen – und der steckt ihn wieder in eine Todesfalle. Und schließlich gerät er an den Joker, der sich (wer hätte das gedacht?) in einem stillgelegten Vergnügungspark versteckt. Statt einer Todesfalle gibt es einen Kampf gegen Two-Faces Zwillingsschergen und wilde Verfolgungsjagd mit Joker über Riesen-Requisiten wie eine Schreibmaschine (Dick Sprang lässt grüßen). Ehrlich gesagt eine schwache Vorstellung, die der Joker da abliefert.
Am Ende kommen wir endlich da aus, worauf es schon am Anfang hinausgelaufen ist: ein Showdown mit dem Pinguin (Todesfalle #3). Er ist der Mörder. Die Erklärung wird im Epilog nachgereicht. Überhaupt wird hier viel erklärt. Ständig liest man die Gedanken von Batman mit, der Selbstgespräche führt, damit man immer weiß, was in ihm vorgeht und klar wird, dass er immer Herr der Lage ist. Für Batman ist das alles Routine wie in einem altbekannten Spiel.
Ego Trip ist spannungsarm und vorhersehbar, funktioniert als Hommage aber ganz gut. Doch da gibt es auch noch Elemente, die sehr modern erscheinen: Der Joker flößt Riddler sein Gift intravenös ein, damit dieser einen langsamen Tod stirbt, und dann ist da noch ein Hinweis darauf, dass der Joker Robin getötet hat. Um welchen Robin es sich handelt, wird nicht erklärt. Damit wirkt der Comic wie ein unentschlossener Hybrid zwischen dem naiven Charme der Vergangenheit und abgeklärter Moderne.
Die Story bleibt flach – trotz 3D.
Hinweis:Ego Trip wurde ohne 3D-Effekt in schwarz-weiß nachgedruckt in DC Universe by John Byrne (siehe oben).
„You’ve taught humanity to rely on you and not fight for themselves.“ (Lex Luthor)
Superman gilt als der letzte Kryptonier. Eine traurige Figur. Doch das blieb nicht lange so: Da gab es Cousine Supergirl, General Zod und seine Mitstreiter und es gab die ganze Stadt Kandor. Der letzte Kryptonier ist also keineswegs allein mit sich.
In Last Son geht es genau darum: Es kommt ein Kind zur Erde, das offenbar von Krypton stammt. Das Militär nimmt ihn in Obhut, Superman befreit es, dann will sich Lex Luthor den Jungen holen und bringt Bizarro ins Spiel. Letzten Endes ist der Junge nur die Vorhut von Zod, dem Vater des Kindes, der mit den anderen Gefangenen aus der Phantomzone die Weltherrschaft übernimmt. Selbst die Justice League kommt dagegen nicht an.
Superman landet selbst in der Phantomzone, er verbündet sich mit Lex Luthor und anderen klassischen Schurken. Hier beginnt der wahre Spaß. Geoff Johns und Richard Donner (Regisseur der ersten beiden Superman-Filme) entwerfen eine typische All-Star-Story, die alles bietet, was Superman-Fans kennen und lieben: die größten Schurken, Krypton-Backstory, eine vernichtende Alien-Invasion – und das alles dargestellt in vielen großen, atemberaubenden Splash Pages. (Allerdings bin ich kein großer Fan von Adam Kubert, die Zeichnungen seines Bruders Andy sprechen mich persönlich eher an.)
Dabei wird das Rad leider nicht gerade neu erfunden: Lex Luthor geht wieder in seiner Rolle als xenophobes Genie auf, das sich in seinem Kryptonier-Hass bestätigt sieht und Superman die Schuld dafür gibt, nicht den Krebs besiegt zu haben. Superman, so Luthor, sei auch verantwortlich dafür, dass die Menschen sich zu sehr auf ihn verlassen, statt selbst nach Höherem zu streben. Das alles hat man schon oft gelesen.
Leider bleibt die Story auch hinter der Erwartung zurück, dem kryptonischen Jungen, der später Christopher Kent getauft wird, so etwas wie einen Charakter zu geben. Dafür aber bekommt Zod eine ungeahnte Tiefe, als er sich als Mann mit einst noblen Motiven entlarvt.
Anmerkung: Die 2013er Ausgabe enthält auch die Storyline Brainiac von Geoff Johns und Gary Frank.
„We’ve found we can get along better without servants of any kind!“ (Robin)
Der treue Butler Alfred kam erst vergleichsweise spät zu Bruce Wayne. Zu spät, um genau zu sein. Denn der Brite hatte seinem Vater Jarvis schon vor zwei Jahren am Sterbebett versprochen, in den Dienst der Familie Wayne zu treten – sein Vater hatte einst Bruce Waynes Vater gedient. Doch der Krieg erschwerte die Reise in die USA. Als er dann endlich ankommt, wird er von drei Männern überfallen, Batman und Robin retten ihn.
Kurz darauf staunen Bruce und Dick, als Alfred bei ihnen vor der Tür steht: Alfred tritt seinen Dienst als Butler an. Doch Bruce kam in den letzten Jahren auch sehr gut ohne zurecht, er will gar keinen Butler, aber Alfred ist das egal – und Bruce lässt ihn gewähren. Ganz ohne Gehaltsverhandlung, Arbeitsvertrag oder Sozialversicherungsnummer. Alfred nennt nicht einmal seinen Nachnamen (der erst Jahre später Beagle lauten wird).
Batman #16 (1943): Alfred entdeckt die Bathöhle
Bruce hat andere Sorgen: Sein Problem ist nämlich, dass Alfred sich als Amateur-Detektiv betätigt, was natürlich eine Gefahr für das Alter Ego seines Herren darstellt. Und so kommt es auch: Als die drei Gauner vom Anfang in Wayne Manor einbrechen, hauen zwei ab, Batman und Robin verfolgen sie, einer bleibt zurück. Und als sich Alfred gegen ihn wehrt, fällt der Gauner gegen einen geheimen Schalter, der den Zugang zur Bathöhle öffnet. Es ist noch nicht die Trophäenhalle, sondern nur ein unterirdischer Hangar fürs Batplane. Aber Alfred schließt sehr scharf auf die wahre Identität von Batman und Robin.
Später rettet er die beiden aus einer misslichen Lage in einem Theater, er outet sich als passionierter Schauspieler und er eröffnet den beiden Herren, dass er um ihr geheimes Hobby weiß. Allerdings lässt er sie denken, er hätte es durch einen Scharfsinn herausgefunden und nicht durch bloßen Zufall.
Alfred wird zu einem wiederkehrenden Charakter, der immer mehr in den Vordergrund rückt und schließlich auch eigene Abenteuer bekommt. Anfangs ist er noch pummelig, aber auch das ändert sich bald, so dass er schnell die Form annimmt, die man heute am besten kennt.