Batman-Killer wider Willen

Titel: The Man Who Killed Batman (dt. Der Mann, der Batman getötet hat)

Drehbuch: Paul Dini

Erschienen: 1993 (Batman: The Animated Series S01E51)


Der Kleinganove Sidney Debris will in Rupert Thornes Gang aufsteigen. Seine Mitstreiter halten nicht so viel von ihm, sie nehmen ihn bloß als Beute für Batman mit, damit sie ungestört ihr Ding drehen können. Doch als es zur Konfrontation mit dem Dunklen Ritter kommt, stürzt dieser durch Zufall vom Dach, ein Gastank explodiert – es sieht als, als wäre Batman tot. Daraufhin bekommt er unter dem Beinamen „The Squid“ den Ruf, der Mann zu sein, der die Fledermaus erledigt hat.

Jokers Sarg für Batman

Kurz darauf nimmt sich der Joker seiner an. Denn wenn Batman tot ist, dann ist nicht nur das Verbrechen keinen Spaß mehr, dann wurde er auch um das Vergnügen gebracht, seinen Erzfeind selbst zu erledigen. Bei einer Trauerfeier im ACE-Chemiewerk wird Sidney Debris im Säuretank versenkt …

Der Joker zeigt, wo es langgeht.

Wie immer bewahrheitet sich die alte Weisheit: Keine Leiche, keine Toten. Klar, Batman kann nicht sterben. Muss er auch nicht. Zwar fehlt er die meiste Zeit in dieser Folge, aber man vermisst ihn nicht. Seine Präsenz ist ständig spürbar, ob in der Betroffenheit der Polizei oder in dem Verhalten der Verbrecher. Allen voran der Joker, der ständig zwischen aufrichtiger Trauer um seinen Kontrahenten, Albernheit und Ärger changiert. Batman fehlt allen. Und ist dadurch ständig präsent.

Der eigentliche Held aber ist der kleine Sidney Debris, der tollpatschig von einer Klemme in die nächste gerät, nur weil er sich nach Anerkennung sehnt. Batman rettet ihn und macht ihn auf ungewöhnliche Weise glücklich. Eine rundum spaßige Folge.

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Knightfall #1: Vengeance of Bane

Die Knightfall-Saga beginnt mit Vengeance of Bane, der Vorgeschichte des Schurken, der Batman das Rückgrat bricht. Erschienen ist sie 1993 als 64-seitiges Special, geschrieben von Chuck Dixon und gezeichnet Graham Nolan.

Bane ist das Kind eines unbekannten Revolutionärs von dem Inselstaat Santa Prisca. In der Diktatur herrscht ein grausames Gesetz: Weil der Mann sich seiner Strafe entzogen hat, wird dessen schwangere Frau an seiner statt ins Gefängnis gesteckt. Nachdem das Kind zur Welt kommt, wächst es im Knast auf, nachdem die Mutter stirbt, wird er aus der Schutzhaft zu den anderen Verbrechern überstellt. Dort plagt ihm nach einem Sturz ein Alptraum von einer ungeheuren Fledermaus.

Der Junge wird zum Mörder. Er wird in eine Einzelzelle gesteckt, die regelmäßig mit Wasser geflutet wird. Zehn Jahre lang lebt er in völliger Isolation, ernährt sich von Fischen und meditiert. Nach dem Prinzip „Was mich nicht umbringt, härtet mich ab“ stählt Bane seinen Körper und schult seinen Geist, liest drei Bücher am Tag, lernt sechs Sprachen. Das Töten wird Alltag für ihn, er stumpft er emotional ab, findet aber drei Gefährten: Zombie, Trogg und Bird. Letzterer erzählt ihm von Gotham und Batman, der die Stadt beherrscht. Bane, der sich an seinen Dämon erinnert, findet seine Bestimmung darin, Batman zu brechen.

Bane wird zum Versuchskaninchen für die Droge Venom, die ihm Superkräfte verleiht und sie gegen Schmerz immun macht. Durch das Experiment wird er zum Junkie, der sich das Zeug ins Hirn einspeisen lassen muss. Indem er sich nach einem Versuch totstellt, bricht er aus dem Knast aus und fliegt mit seinen drei Spießgesellen nach Gotham, wo er mit gezielten Morden beginnt, die Unterwelt aufzumischen. In einer ersten Konfrontation mit Batman verschont er ihn: „You will know my name one day. And on that day you will beg for mercy.“ Bane will ihn beobachten, studieren und ihn erst dann besiegen, wenn der richtige Moment gekommen ist.

Die Entstehungsgeschichte von Bane ist so sehr auf Abhärtung getrimmt, dass sie in ihrer Übertreibung fast schon komisch wirkt. Seine Motivation, es mit Batman aufzunehmen, wird nicht ganz schlüssig. Zu weit hergeholt ist es, dass der Schurke den ganzen Aufwand betreibt, nur weil er mal als Kind schlecht geträumt hat. Mit Batman verbindet ihn nichts, außer einer willkürlichen Assoziation zwischen einer eingebildeten Fledermaus und einem Kerl, der sich wie eine anzieht.

Bane tut einem zunächst leid, dann wird er zu einem perfekten Widersacher. Seine Fähigkeiten machen ihn zu einer Art Anti-Batman. Furchterregend wirkt er durch hünenhafte Erscheinung und seine Maske mit ihren roten Augen, die ihm jegliche Menschlichkeit nimmt. Das Einzige, was die Geschichte nicht erklärt, ist, warum er sie trägt und sich wie ein mexikanischer Wrestler anzieht. Aber die wahre Erklärung lautet, wie so oft in Comics: weil es cool aussieht. Und darum geht es ja schließlich auch …

(Vengeance of Bane ist zweimal auf Deutsch erschienen: 1998 als Batman-Sonderband im Dino-Verlag und 2013 als „Batman gegen Bane“ im Panini-Verlag.)

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Knightfall #0: Einführung

DC Comics

Knightfall – das sind drei dicke Bände, fast 2000 Seiten (als Omibus sogar fast 2800) über den Fall von Batman, die Zeit ohne ihn und seine Rückkehr: Knightfall, Knightquest, Knightsend.

Die Story ist so dramatisch wie ereignisreich: Batman wird von Bane das Rückgrat gebrochen, er wird von Jean-Paul Valley (ehemals Azrael) ersetzt, wird geheilt und kehrt zurück, vorübergehend wird Dick Grayson Batman, bis Bruce Wayne wieder übernimmt.

Lange war Knightfall nicht vollständig verfügbar. Die ersten US-Paperbacks (1993-1995) waren lückenhaft, 1998 wurde noch das Nachspiel Prodigal gesammelt veröffentlicht. Seit 2012 gibt es drei Paperbacks von DC, die den größten Teil der Story erzählen, allerdings auch einiges weglassen. Im ersten Band fehlen die Ausgaben zur Vorgeschichte, im zweiten fehlt der Erzählstrang The Search, der von Bruce Waynes Heilung erzählt, im dritten die Nachspiele Troika, Nightwing: Alfred’s Return und Vengeance of Bane II: The Redemption (alle 1995).

DC Comics

Seit 2017 gibt es zwei Omnibus-Editions, die wirklich ALLES versammeln, was bisher gefehlt hat (außer der Mini-Serie Sword of Azrael), der dritte Band enthält auch Troika, Nightwing: Alfred’s Return und Vengeance of Bane II: The Redemption.

Zum 25-jährigen Jubiläum (2018-2019) sind neun neue Paperback-Editionen erschienen, in denen das gesamte Omnibus-Material enthalten ist, zuerst das Prelude to Knightfall (Vengeance of Bane, Batman #484-491, Detective Comics #654-658), zuletzt Troika (enthält auch Nightwing: Alfred’s Return und Vengeance of Bane II – The Redemption).

DC Comics

Wer sich das Geld und den Platz im Regal sparen will, kann sich auch alle Bände auch digital kaufen.

Knightfall deutsch in vier Bänden. (Panini)

Die erste deutsche Ausgabe vom Carlsen-Verlag (ab 1995) brachte es auf zehn Bände, aber auch hier fehlten einige Kapitel. Zuletzt hat der Panini-Verlag die Saga in vier Bänden herausgebracht (2012-2015), wobei der gesamte Mittelteil (Knightquest: The Crusade/The Search) ausgespart wird, dafür im vierten Teil („Der verlorene Sohn“) Prodigal enthält. Ergänzend dazu erschien 2013 Batman gegen Bane, in dem auch die Vorgeschichte des Schurken, Vengeance of Bane, nachgedruckt ist (diese hatte bereits der Dino-Verlag 1998 in einem Sonderband herausgebracht).

Von 2021 bis 2022 sind bei Panini die drei Omnibus-Ausgaben als Deluxe Editions erschienen.

Die Besprechungen der einzelnen Storylines:

  1. Vengeance of Bane
  2. Sword of Azrael
  3. Prelude I
  4. Prelude II
  5. Knightfall: Broken Bat
  6. Knightfall: Who Rules the Night
  7. Knightquest: The Crusade
  8. Knightquest: The Search
  9. KnightsEnd
  10. Prodigal
  11. Troika
  12. Nightwing: Alfred’s Return
  13. Vengeance of Bane II – The Redemption

>> Bane in Batman TAS (dt. Kampf der Giganten)

>> Batman-Knightfall (Liste aller Comic-Ausgaben)

>> Batman 1990-1999

(Der Artikel wurde zuletzt am 27.8.2022 aktualisiert.)


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Lois Lane hat einen Verdacht

DC Comics

Titel: Man or Superman?

Autor/Zeichner: Jerry Siegel/Joe Shuster

Erschienen: 1942 (Superman #17), Hardcover 2013 (Superman: A Celebration of 75 Years)


„A work of art.“ (Superman)

Lois Lane mag zwar eine smarte Reporterin sein, aber was Superman angeht, ist sie nicht gerade die Hellste. Vielleicht liegt es daran, dass ihr beim Anblick des Mannes der Verstand aussetzt. Vielleicht ist das Supermans geheime Superkraft: So auf Lois Lane zu wirken, dass sie nicht erkennt, wen sie vor sich hat, nämlich Clark Kent.

Nach vier Jahren dämmert es ihr plötzlich: Könnte es sein, dass …? Da steht sie gerade noch mit Clark in der U-Bahn, plötzlich ist er weg, Superman hält den Zug vorm Entgleisen ab, Clark ist an der nächsten Station wieder da und telefoniert die Geschichte beim Daily Planet rein. Klar, dass Lois skeptisch wird. Clark redet sich raus. Lois bleibt skeptisch. Clark gerät ins Schwitzen. (Im Gegensatz zu Superman, der nie zu schwitzen scheint.)

Allein lässt Lois ihre Erinnerungen Revue passieren: Nie sind Clark und Superman zugleich zu sehen, denkt sie sich, und es gibt auch eine gewisse Ähnlichkeit der Gesichtszüge … Aber als sie sich klarmacht, was für ein geiler Typ Superman ist und was für eine mickrige Erscheinung ihr Kollege, da erscheint das Naheliegende plötzlich wieder absurd.

Es kommt zu einem dramatischen Höhepunkt: Der Schurke Talon entführt Clark Kent und Lois Lane und lässt sie – aufgepasst – in einem Glaskasten an einem Pendel über Clark schaukeln. Wenn es Mittag wird, soll sie auf ihn krachen und beide sind tot – so jedenfalls die graue Theorie, die sich natürlich nicht bewahrheitet, wenn der Schurke sich davonmacht, statt nach dem Rechten zu sehen. (Warum ausgeklügelte sadistische Todesfallen, wenn man nicht dabei sein kann, wenn sie töten sollen?!)

Clark hat aber eine viel dringendere Frage: Wie kann er Lois retten, ohne sich die Blöße zu geben? Denn das scheint fast noch wichtiger als das Retten von Leben. Die Lösung: Mit Supergeschwindigkeit und alten Lumpen. Er zieht sich schnell um, stopft Clarks Anzug aus, rettet Lois und während sie sich umsieht, wird er wieder zu Clark. Nach der atemberaubenden Performance sind alle Zweifel vergessen. Dann nimmt er noch den Schurken fest, absorbiert die Explosion einer Bombe und schreibt die Story runter bevor Lois es kann.

Hat eigentlich schon mal jemand hinterfragt, wie Clark als Reporter arbeitet? Indem er ständig über sich selbst schreibt, verstößt er gegen einen Grundsatz des Journalismus! Ganz abgesehen davon, dass er ein Betrüger ist. Und was ist Perry White eigentlich für Chefredakteur, dass seine Reporter ständig unnötige Doppelarbeit leisten? Offenbar hat man beim Daily Planet Geld und Zeit zu viel. Das waren noch Zeiten, als sich die Zeitungen solche Späße leisten konnten …

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Brian Michael Bendis schreibt Superman

Man of Steel: Zwei Cover in einem (DC Comics)

Der langjährige Marvel-Autor Brian Michael Bendis ist zu DC Comics gewechselt, wie bereits im vergangenen Jahr bekannt wurde. Vor kurzem habe ich noch geschrieben, dass er eine Kurzgeschichte zu Action Comics #1000 beitragen wird, jetzt wurde bekannt, dass er zunächst bei Superman bleiben wird. Wie Forbes berichtet, wird er die Serien Superman und Action Comics schreiben, darüber hinaus hat Bendis eine sechsteilige Mini-Serie angekündigt: Man of Steel, die wöchentlich erscheinen soll. Als Zeichner werden Kevin Macguire, Ivan Reis, Doc Shaner und Jason Fabok genannt.

Bereits sein Beitrag zu Action Comics #1000 (gezeichnet von Jim Lee) soll mehr sein als eine beliebige Geschichte, sondern der Auftakt zu etwas Größerem: „It is a major chapter in what we’re doing, with some really big bombs we’re dropping in Superman’s life — and two of them happen right there in Action Comics #1000″, sagt Bendis. „So it’s a huge tease of what we’re doing and what’s coming up in Superman’s life.

Bei der Mini-Serie Man of Steel kommt ein Déjà-vu-Effekt auf: So hieß bereits das Reboot, das John Byrne 1986 nach der Crisis für Superman schrieb und zeichnete. (Ganz zu schweigen von dem Film von Zack Snyder von 2012.) Bendis‘ Man of Steel verspricht einen neuen großen Schurken, der tief mit Supermans Ursprung verwurzelt ist. „We’re going to dig in very hard, this is one of my goals, to be a additive to Superman as possible. The characters we debut right away, including this new villain, will send ripples of horror across the entire Superman family and beyond!“ Bendis verspricht, dass sein Superman-Ansatz – trotz neuer Wege – kein Reboot sein wird. Die erste Ausgabe soll am 30. Mai erscheinen.

Danach Bendis die beiden monatlichen Serien Superman und Action Comics übernehmen. Superman wird (schon zum fünften Mal!) neu gestartet; Ausgabe #1 erscheint am 11. Juli, Action Comics #1001 am 25 Juli. Während Superman den Schwerpunkt auf Abenteuer legt, soll es in Action Comics um Clark Kents Alltag gehen. (Wäre es andersrum nicht naheliegender?) Zwischen Action Comics #1000 und Man of Steel #1 soll am 2. Mai noch ein weiteres Kapitel erscheinen: DC Nation #0, gezeichnet von José Luis García-López. Darin sollen neue Figuren und Schurken eingeführt werden. Außerdem wird das Heft eine Batman-Story enthalten, in der der Joker von den Heiratsplänen mit Catwoman erfärt. 

 

Der Tag, an dem Robin starb (und Batman durchdrehte)

DC Comics

Titel: Robin Dies At Dawn

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #156), Paperback 2009 (The Black Casebook), Hardcover 2015 (Robin, the Boy-Wonder: A Celebration of 75 Years)


„I’ve never felt so alone in all my life …“ (Batman)

„Why are you watching me?“ (Batman)

Als Batman für einen Geheimauftrag verschwindet, trifft Robin auf Ant-Man. Nein, natürlich nicht auf Marvels Ant-Man, der ein Jahr zuvor seinen ersten Auftritt hatte, aber auf einen anderen kleinen Helden, der dem von Marvel ziemlich ähnlich ist. Zweimal springt ihm das rote Kerlchen mit der Kraft eines ausgewachsenen Mannes zur Seite, als er es mit Räubern und Dieben zu tun hat. Doch dann macht sich Ant-Man mit dem Diebesgut davon. Robin findet den Wissenschaftler, der für das Schrumpfen verantwortlich ist und überlistet im Labor den kleinen Gauner, indem Robin sich selbst als Marionette spielt und sich seinen Gegner in den Fäden verheddern lässt.

Aber „The Secret of the Ant-Man“ ist nur der Prolog. Denn was Batman in der Zwischenzeit treibt, erfahren wir im zweiten Teil: „Robin Dies at Dawn“. Batman wird auf mysteriöse Weise ins Weltall gezogen und landet auf einem fremden Planeten. Die Stimmung mutet surreal an, wie in einem Traum: Eine gelb-grüne Wüste mit großen violetten Kratern und seltsamen anhänglichen Pflanzen, darüber schweben zwei Monde. Als sich eine der Pflanzen Batman schnappt, wünscht der sich seinen Partner herbei und kaum hat er ihn in seiner Verzweiflung gerufen, rettet er ihn.

Doch dann kommt es zum dramatischen Höhepunkt: Das Dynamische Duo wird von einem Steinriesen verfolgt, Robin wird übermütig und wird von einem Felsen erschlagen. Batman begräb ihn. Danach fühlt er sich beobachtet von Menschen, aber er kann niemanden sehen. An dieser Stelle fühlt man sich als Leser ertappt: den natürlich ist man es selbst, der Batman zuschaut, ohne dass er zurückschauen könnte. Nachdem er von einem roten Monster angegriffen wird, erfahren wir, was wirklich los ist: Batman hat sich einem Experiment ausgesetzt, bei dem er so isoliert war wie ein Astronaut im Weltall.

Batman halluziniert Monster

Diese Idee erinnert stark an die Pilotfolge der TV-Serie The Twilight Zone („Where is Everybody?“), die 1959 erschien. Darin findet sich ein Mann in einer verlassenen Welt wieder und die Auflösung ist die gleiche. Bei Batman werden die Halluzinationen mit der Angst vor der Einsamkeit erklärt. Batman bildete sich den Tod von Robin nur ein, weil er ohnehin in ständiger Sorge um ihn lebt.

Im dritten Akt zeigen sich die Spätfolgen dieses Experiments: Während Batman und Robin eine Bande in Affenkostümen jagen, wird Batman von Halluzinationen heimgesucht, die ihn an die eingebildete Alien-Welt erinnern. Batman schmeißt hin, Robin weint. Aber der Ruhestand dauert nur eine Seite. Als Robin gefangen genommen wird, eilt Batman mit Ace, dem Bat-Hound, zu Hilfe, verkleidet sich als Affe, überwindet seine Angst, rettet Robin, alles gut. Und doch: das letzte Panel wirkt mit seiner orangen Sonne und den dunkelvioletten Wolken irgendwie seltsam, als wären wir immer noch in der surrealen, verstörenden Traumwelt …

Was diese Story so spannend macht, ist nicht nur, dass sie eine gewisse psychologische Tiefe offenbart und Batman als psychisch kranken Mann zeigt, sie nimmt auch viele spätere Entwicklungen vorweg, vor allem den 23 Jahre später erschienenen The Dark Knight Returns: Robins Tod, Bruce Wayne gibt als Batman auf, Batman als Selbstzweifler, seine Rückkehr, um das Verbrechen zu bekämpfen. (Die Vorgeschichte ist nachzulesen in Last Crusade.) Grant Morrison bedient noch später sich bei seinem Epos Batman R.I.P. sehr stark bei dieser Story.

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Verlangen nach Vergeltung

Robin und Zucco

Titel: Robin’s Reckoning: Part I-II (dt. Robins Rache)

Drehbuch: Randy Rogel

Erschienen: 1993 (Batman: The Animated Series S01E32-33)


„I’m sure revenge can be deliciously sweet.“ (Alfred)

Die Flying Graysons

Robin war ab der zweiten Folge (Christmas With the Joker) ein Teil von Batman The Animated Series. Der Unterschied zu den Comics: Er war kein Kind, sondern ein junger Erwachsener. Erst in Folge 32 bekam er eine Vorgeschichte, wo erklärt wurde, wie er als Kind zu Batman fand. Die Story ist bekannt: Dick Grayson war mit seinen Eltern Trapezkünstler im Zirkus, als ein Schutzgelderpresser namens Zucco ihren Auftritt sabotierte und die Eltern starben. Bruce Wayne sieht den Sturz, als er im Publikum sitzt. So ist es auch hier. Der Tod wird nur angedeutet: durch ein reißendes Seil und die Reaktion des Publikums.

Bruce sieht den Tod der Graysons.

Die Geschichte steigt hier aber ein, als Robin nach neun Jahren eine Spur zu Zucco hat und endlich den Mörder seiner Eltern finden will. Batman verheimlicht ihm das zunächst und hält ihn zurück. Robin ist das egal und er macht sich trotzdem auf, um Zucco zu schnappen. Batman hat zwar Erfolg als Detektiv und Einschüchterer, aber beim Einsatz bricht er sich das Bein und tut sich folglich schwer damit, seine Zielperson zu fassen. Da kommt Robin gerade recht. Aber als der Zucco hat, droht Robin selbst zum Mörder zu werden.

Begrüßung von einer Fledermaus: Dick erreicht Wayne Manor.

„Lass dich nicht von deinen Gefühlen überwältigen“, sagt Batman. Robin kontert: „Spar dir die guten Ratschläge, Batman. Du und dein kaltes Herz. Du weißt ja nicht, was ich empfinde. Wie könntest du auch?“ Aber dann erkennt er, was für einen Unsinn er redet und besinnt sich eines Besseren.

Großes Kinderzimmer mit Robin Hood-Fresko.

Die Doppelfolge gehört zum Stärksten, was die Serie zu bieten hat: Sie nimmt sich viel Zeit, Robins Motivation einzuführen, sie lässt Raum für die Gefühle des verlorenen Jungen, der seine Eltern verloren hat, und der bei Bruce Wayne ein neues Zuhause zu finden versucht. Bruce ist aber abends oft weg, weil er Zucco sucht, aber dadurch vernachlässigt er seine Beziehung zu Dick. Wir sehen Batman undercover und als finstere Nachtgestalt in früherer Form, mit schwarzer Fledermaus auf der Brust, ohne das gelbe Oval.

Am Ende gibt es noch eine überraschende Wendung: Batman wollte nicht, dass Robin nach Zucco sucht, weil er nicht den Gedanken hätte ertragen können, dass Zucco auch Dick tötet.

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Year 3: Robins Vorgeschichte

Batman #436-437 (DC Comics)

Titel: Year 3

Autor/Zeichner: Marv Wolfman/Pat Broderick

Erschienen: 1989 (Batman #436-439), Paperback 2019 (Batman: The Caped Crusader Vol. 2)


„I don’t need any partners. Not ever again.“ (Batman)

Nach dem Erfolg von Year One gab es nicht nur ein Year Two, sondern auch ein Year Three. Das ist weniger bekannt, weil es lange nicht als Paperback nachgedruckt wurde (erst 2019). Aber die Geschichte, die hier erzählt wird, ist von einiger Relevanz, denn es geht um die Vorgeschichte des ersten Robin, Dick Grayson.

Anlass zur Rückblende gibt die Gegenwart, in der die Vergangenheit wieder hochkommt und alte Wunden aufreißt. Im Klartext: Tony Zucco, Mörder der Graysons, soll aus dem Knast rauskommen, frühzeitig, auf Bewährung. Gleichzeitig machen Unbekannte Jagd auf die Bosse von Gothams Unterwelt. Batman, der immer noch um Jason Todd trauert, versucht herauszufinden, wer dahintersteckt – dabei zieht er eine Spur der Gewalt hinter sich her. Erst schlagen, dann fragen, heißt das Motto. Nightwing geht einen sanfteren Weg – und schwelgt in Erinnerungen.

Die bekannte Vorgeschichte aus Detective Comics #38 (1940) wird erweitert: Zucco ist nicht nur ein Schutzgelderpresser, der den Zirkus mit dem Mord an den Graysons abstrafen will, sondern auch ein tragischer Fall: Ein ehemaliges Waisenkind, dessen Eltern von Schutzgelderpressern ermordet wurden. Um sie zu rächen, wurde er eben selbst einer … Und er wird sogar zum größten Erpresser der Stadt, denn er hat ein Buch, in dem er alle Schandtaten von Gothams Gangstern festgehalten hat. Zucco hat große Pläne, die Stadt zu beherrschen, alle fürchten sich vor ihm. Dann wird er selbst zur Zielscheibe.

Batman #438-439 (DC Comics)

Wie Dick zu Robin wird, mutet seltsam an: Kaum hat Bruce das Sorgerecht für ihn erwirkt, weiht er ihn auch schon in sein Geheimnis ein und macht ihn zu Robin. Alfred hat starke Bedenken: „Wearing that costume … risking your life every night — that is irrational. And now this. It is wrong, Sir.“ Aber Bruce, der zugibt, einsam zu sein, tut das ab mit der Begründung: „Perhaps I need a reminder what I’m fighting for.“

Man muss es sich vor Augen halten: Bruce übernimmt die Verantwortung für ein Kind, das gerade erst seine Eltern verloren hat. (Nur, weil er zufällig bei der Vorstellung war und sich an sein Trauma erinnert fühlte.) Und dann setzt er den Jungen der Gefahr aus, gegen Gewaltverbrecher zu kämpfen. Er trainiert ihn dazu, er indokriniert ihn, er zieht ihn in seine persönliche Vendetta hinein. Weil er einsam ist. Als Erinnerung. Aber im Grunde setzt er damit nur die Fahrlässigkeit von Dicks Eltern fort. Denn alles begann nicht damit, dass ihre Seile durchgeschnitten waren, sondern dass sie ihre Kunststücke ohne Netz gemacht haben. Allein das war unverantwortlich ihrem Sohn gegenüber.

Wenn man darüber hinwegsieht, dass das Konzept von Robin ein Skandal ist, ist Year 3 eine solide Story, die ihren Spannungsbogen durch die Rahmenhandlung in der Gegenwart erhält. Die Motivationen der Figuren werden gut ausgearbeitet, was man aber nicht von ihrer Mimik behaupten kann – die Zeichnungen werten den Vierteiler sehr herab. Batmans Verhalten wirkt irrational und schwer nachvollziehbar. Und letztlich auch tragisch: Denn obwoh Robin ein Fehler ist, begeht er ihn immer wieder. Danach mit Jason Todd. Und kaum ist Jason gestorben, folgt Tim Drake sogleich …

(Die Geschichte von Dick Grayson wird in Dark Victory neu erzählt.)

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Batman-Splitter #8: Das gelbe Logo

Batman #164 (DC Comics)

Batmans Kostüm kennt vier Farben: schwarz, blau und grau – und dann ist da noch ein Klecks Gelb. Der Gürtel war es schon von Beginn an. Und später auch das Logo auf der Brust. Ursprünglich war da nur eine schwarze Fledermaussilhouette auf grauem Grund – das ist das klassische Batman-Symbol. 25 Jahre lang ist es so gewesen, mit kleineren Abwandlungen.

Adam West tanzt den Batusi.

Erst 1964 wurde die Fledermaus umrahmt von einer gelben Ellipse (zuerst in World’s Finest #141, Detective Comics #327, auf dem Cover erstmal bei Batman #164). Damit wurde aus dem Symbol ein Logo, ähnlich dem von Superman. Und mit einem Logo wurde Batman auch zu einer wirkmächtigen Marke. Zwei Jahre später trug sie Adam West in der Fernsehserie. Michael Keaton trug sie in den Tim Burton-Filmen, wo sie aus dem total schwarzen Kostüm herausstach. Interessanterweise kam sie aber in den bunteren Filmen von Joel Schumacher (Batman Forever, Batman & Robin) nicht vor.

In Batman: The Animated Series prangte ebenfalls die gelbe Ellipse auf der grauen Brust, wenn auch in Rückblenden gezeigt wurde, dass Batman in seinen Anfangstagen nur die schwarze Fledermaus trug. In der dritten Staffel – The New Batman Adventures – kehrte man jedoch wieder zu einer großen schwarzen Fledermaus zurück.

Wieder schwarzes Logo in „Rätsel um Batwoman“.

Auch in den Comics war (spätestens seit Frank Millers Year One) es üblich, in Geschichten über Batmans Anfänge auf das gelbe Oval zu verzichten. In der Gegenwart der Mainstream-Continuity blieb es aber bestehen bis zum Jahr 2000.

Batman: Year One

Erst im neuen Jahrtausend, als es nach der No Man’s Land-Storyline auch ein neues Gotham gab, verschwand das gelbe Oval wieder. Ein Jahrzehnt später kramte es Grant Morrison wieder hervor, als Batman von den Toten (bzw. von seiner Odyssee durch die Zeit) zurückkehrte (siehe Batman: The Return) – dieses Logo enthielt sogar noch ein Oval im Inneren und leuchtete zudem. So blieb es auch in seiner Batman Incorporated-Storyline.

Batman: The Return

Aber das war nur von kurzer Dauer. Mit dem Reboot des DC-Universums nach Flashpoint (The New 52), als Batman wieder ein neues Kostüm bekam, war da nur noch schwarz auf grau. Mit DC Rebirth (2016) bekam die schwarze Fledermaus einen gelben Rand verpasst. Und in Doomsday Clock, dem Crossover mit Watchmen, zeichnet Gary Frank wieder eine Variation der gelben Ellipse. Da die Geschichte ein Jahr später spielt, als die Continuity derzeit ist, heißt es, es wird bald wieder der Normalfall werden.

In gewisser Weise ist das schwarz-gelbe Symbol das Pendant zum Bat-Signal, das 1942 zum ersten Mal in Detective Comics #60 auftauchte, damals noch als gelber Kreis im Nachthimmel mit schwarzer Fledermaus. Manche Zeichner spielen mit dieser Analogie, wie zuletzt etwa Tony S. Daniel mit seinem Cover für Batman #45.

Ein Grund gegen das gelbe Ei ist jedoch, dass es Batmans Brust zu einer Zielscheibe macht. Während das für Superman kein Problem ist, stellt es für Batman ein Risiko dar. Praktisch ist das nicht, aber vielleicht auch egal bei dem Panzer, den Batman mittlerweile trägt. Wie dem auch sei: Eine 36-jährige Tradition hat in fast 80 Jahren Batman-Geschichte so deutliche Spuren hinterlassen. Sie ist so wirkmächtig, dass sie immer wieder zurückkehrt. Und je nachdem, mit welchem Batman man aufgewachsen ist, will man ihn entweder in schwarz-gelb oder schwarz-grau. Ein Fan will, dass alles so bleibt, wie er es am liebsten hat. Aber wer sich die Geschichte ansieht, weiß, dass auch bei Batman alles im Wandel ist. Gelb oder nicht gelb – das bleibt Geschmacksfrage.


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Nach „DC Metal“ kommt „No Justice“

DC Comics

Nach dem Event Dark Nights: Metal soll ein weiteres folgen: Justice League: No Justice. Die vierteilige Miniserie soll laut DC Comics wöchentlich vom 9. Mai an erscheinen. Als Autoren dienen neben Scott Snyder auch James Tynion IV und Joshua Williamson, gezeichnet werden die Comics von Francis Manapul (Trinity).

Batman-Cover zu „No Justice“ (DC Comics)

Die Story klingt wie eine Fortsetzung von Forever EvilBrainiac kommt wieder und warnt die Helden vor einer riesigen Bedrohung für die Erde. Helden und Schurken müssen sich zusammenschließen, um sie aufzuhalten. Es geht also mal wieder um alles und noch mehr, um die allergrößte Gefahr und die allerschwierigste Herausforderung … Das Übliche also.

Batman und das Team Entropy (DC Comics)

No Justice soll den Auftakt bilden für eine „Familie“ an Justice League-Titeln. Scott Snyder soll ab Juni die gleichnamige Serie übernehmen.

Der letzte Teil von Metal erscheint am 14. März.

Das parallel laufende Crossover mit den Watchmen, Doomsday Clock, wird sich verzögern, weil DC die Hefte der Serie nur noch alle zwei Monate erscheinen lässt.

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