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Das dynamische Trio

Batman versus Superman, Teil 23: The Batman/Superman-Story (2007)

Das dynamische Trio: Batman, Superman und Robin. (Warner Bros.)

Das dynamische Trio: Batman, Superman und Robin. (Warner Bros.)

Titel: The Batman/Superman-Story

Drehbuch: Alan Burnett, Steve Cuden

Erschienen: 2007 (The Batman S05E01-02 (E53-54))


No man in a tin can is going to beat the Man of Steel.“ (Lex Luthor)

Als Superman zu Besuch in Gotham City ist, hetzt ihm Lex Luthor Metallo auf dem Leib. Glücklicherweise sind Batman und Robin in der Nähe, um dem Stählernen den Maschinenmann mit dem Kryptonitherz vom Leib zu halten. Superman zeigt seine Dankbarkeit, indem er einen Röntgenblick unter Batmans Maske wirft (vgl. World’s Finest, 1997). Batman ist nicht erfreut. Doch das war nur der Auftakt von Lex‘ Racheplan: Danach beauftragt er Batmans halbe Rogues Gallery, um Superman auszuschalten – Black Mask, Bane, Mr. Freeze und Clayface. Weil auch hier wieder das dynamische Trio triumphiert, kommt Plan C zum Einsatz. Lex bringt Superman dank einer Mischung aus Kryptonitstaub und Poison Ivys Gift in seine Kontrolle. Daraufhin müssen Batman und Robin gegen Superman kämpfen. Batman behilft sich mit Kryptonit, das er Superman fieserweise in den Pyjama steckt, später steigt der Dunkle Ritter in seine Panzerrüstung, unterstützt wird von Robin, der mit Raketenantrieb durch die Gegend fliegt – und schließlich ist es auch dieser „Rockin‘ Robin“, der mit Raketen dem Kampf der Titanen ein Ende bereitet. Als Superman wieder zur Besinnung kommt, verbünden sich die drei gegen Lex, der mit einer Roboter-Armee die Weltherrschaft anstrebt …

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Die Animationsserie The Batman hat im Vergleich zu der klassischen Serie aus den 90ern keinen Stil: ein grauenhafter Vorspann, völlig überzeichnete Charaktere, ein kindliches Szenario, Anbiederung an die Tradition ohne nennenswerte eigene Akzente zu setzen. Aber die Doppelfolge The Batman/Superman-Story hat durchaus Unterhaltungswert. Wenn man davon absieht, dass hier bloß abgestandene Motive wiederaufgewärmt, möglichst viele Figuren zusammengepfercht werden und die ganze Handlung unvermittelt und unmotiviert einsetzt, kann man sich wenigstens an der Action berauschen. Denn wen interessieren Plot und Charaktere, wenn man die beiden größten Superhelden von DC endlich dabei sieht, wie sie sich gehörig vermöbeln? In den bisherigen Episoden der Superman Animated-Serie hat es das nicht gegeben. Bemerkenswert ist auch der ungewöhnliche Rollentausch: Nicht Batman, sondern Superman ist hier der einsame Wolf, der keine Lust auf Teamwork hat. So muss ihn Batman erst dazu überreden, der Justice League beizutreten. Am Ende wird „Big Blue“ etwas geselliger und vertraut sogar Batman ein Stück Kryptonit an. Ende gut, alles gut: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

In diesem Sinne beenden wir (vorerst) unsere Serie und freuen uns auf kindliche Erwachsenenunterhaltung beim Kinofilm Batman v Superman.

Alle Teile der Serie Batman versus Superman zum Nachlesen:

Weitere Begegnungen und Kämpfe zwischen Batman und Superman:

Verjüngt dank Superman

Batman versus Superman, Teil 22: The Demon Reborn (1999)

Superman und Batman: Ein gutes Team.

Superman und Batman: Ein gutes Team.

Titel: The Demon Reborn (dt. Verbündet gegen den Dämon)

Regie/Drehbuch: Dan Riba/Rich Fogel

Erschienen: 1999 (Superman: The Animated Series S03E11)


„There might be something to this partnership business after all.“ (Superman zu Batman)

Ein drittes Mal kommen Superman und Batman in der Animations-Serie zusammen, als es um Ra’s al Ghul geht. Dieser überfällt einen Zug, um an einen indianischen Zauberstab zu kommen. Damit will er Superman seiner Kräfte berauben, um so wieder verjüngt zu werden. Der Rest der Story ist simpel: Batman greift ein, um seinen Kumpel zu retten. Von den drei Begegnungen der beiden Helden in der Superman-Serie ist dies zwar die schwächste, da es an bemerkenswerten Situationen oder Dialogen fehlt, aber immer noch handelt es sich um eine sehenswerte Folge.

Am Ende können die beiden Helden endlich ein wenig Sympathie füreinander aufbringen.

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Der Batman, der lächelt

Batman versus Superman, Teil 21: Knight Time (1998)

Heiteres Gemüt: Superman als Batman

Heiteres Gemüt: Superman als Batman

Titel: Knight Time (dt. Wo ist Batman?)

Regie/Drehbuch: Curt Geda/Robert Goodman

Erschienen: 1998 (Superman: The Animated Series S03E02)


„See what I mean about him acting strange? He’s smiling!“ (Robin)

Roxy Rocket in Metropolis? Ja, was soll man auch machen, wenn Batman verschwunden ist? Superman fliegt nach Gotham City, wo Robin allein gegen Verbrecher kämpfen muss. Also wechselt Superman kurzerhand das Kostüm und wird zu Batman. Gemeinsam kommen sie einer Verschwörung von Bane, Riddler und dem Mad Hatter auf die Spur. Am Ende geht es gegen Brainiac.

Super-Batman und Robin

Super-Batman und Robin

Der Rollenwechsel geht zunächst nicht ganz glatt. Superman muss erst lernen, wie sich ein Dunkler Ritter benimmt und Robin hilft ihm dabei, wie man etwa bei einem Verhör seinen Fragen Nachdruck verleiht. Es sind diese Fish-out-of-Water-Momente, die die Episode so unterhaltsam machen. Sie machen deutlich, wie unterschiedlich die beiden Helden arbeiten und dass eine Konfrontation dieser beiden Welten immer großen Spaß macht – auch wenn in diesem Fall der wahre Batman eher durch Abwesenheit glänzt.

Die Pflicht ruft: Superman, Robin und das Batsignal

Die Pflicht ruft: Superman, Robin und das Batsignal

Fortsetzung folgt.

Bisher erschienen:

Kooperation zwischen Konkurrenten

Batman versus Superman, Teil 20: Animated World’s Finest (1997)

Prise Kryptonit gefällig?

Prise Kryptonit gefällig?

Titel: World’s Finest (The Batman Superman Movie), dt. Batman in Metropolis

Story: Alan Burnett/Paul Dini

Erschienen: 1997 (Superman: The Animated Series S02E16-18)


„Two for the price of one – I love it!“ (Joker)

Batman lässt sich nicht reinquatschen. Vor allem nicht bei seinen Methoden. Wenn er in Metropolis Ganoven verhört, muss er damit rechnen, dass Superman mitzureden hat. Doch kaum hat der Stählerne Batman zurechtgewiesen, pariert ihn Batman mit einem Überwurf. Nach Kindergartenmanier schubst Superman zurück, nennt ihn verrückt und dämlich und lässt es sich auch nicht nehmen, mit Röntgenblick unter Batmans Maske zu schauen. Batman revanchiert sich, indem er eine Tüte mit Kryptonit rausholt. (Kurz darauf findet Batman raus, dass Clark Kent Superman ist.)

Gruß an Clark.

Hallo Clark, ich weiß, wer du bist!

In der Superman-Animationsserie der 90er treffen die World’s Finest dreimal aufeinander, zu Beginn mit in einer Dreifachfolge, die für den Heimvideomarkt auch zu einem einstündigen Film zusammengeschnitten wurde. Der Plot vereint, nach alter Tradition, auch die wichtigsten Schurken: Der Joker stiehlt eine Statue aus Kryptonit und bietet Lex Luthor an, Superman für eine Milliarde Dollar zu töten (vgl. Batman und das Phantom). Batman reist nach Metropolis, um das zu verhindern und verbündet sich notgedrungen mit Superman.

Joker und Lex: Ein verlockendes Angebot.

Joker und Lex: Ein verlockendes Angebot.

Doch nicht nur im Dienst sind die beiden Konkurrenten, auch in der Liebe: Bruce Wayne spannt Clark Lois Lane aus – und aus dem Flirt wird Ernst. Allerdings nur, bis sie hinter sein Geheimnis kommt. (Symbolisch schwerwiegend: durch eine Druckerpresse!) Bruce bringt es auf den Punkt: Lois mag Bruce Wayne und Superman, aber nicht die beiden anderen Typen – Batman und Clark Kent. Diese komplexe Dreierbeziehung, die überkreuz zur Fünferbeziehung wird, ist ein typisches Motiv der World’s Finest-Storys. Hier aber wird die Affäre bis zur Eifersucht durchgezogen.

Bruce und Lois kommen sich näher.

Bruce und Lois kommen sich näher.

Natürlich läuft es darauf hinaus, dass keiner die Frau kriegt. Lois spielt die typische Jungfer in Nöten, die von beiden Helden gerettet werden muss. Im Laufe der Handlung merken die beiden, die nichts miteinander zu tun haben wollen, dass sie sich prima ergänzen. Batman kann das Kryptonit unschädlich machen, Superman mit dem Kopf voran durch Wände brechen. Am Ende geht es gegen ein paar bösartige Kampfroboter.

Jetzt seid ihr dran!

Jetzt seid ihr dran!

Trotz der Erkenntnis, dass man ein gutes Team bildet, gerät auch der Abschied nicht gerade freundschaftlich. Man sollte bloß keine regelmäßige Sache daraus machen, sagt Clark. Bruce droht Clark, gut zu Lois zu sein, denn er wisse, wo er wohne. Wie schon bei der ersten Begegnung verzichten sie auf einen Handschlag. Damit ist die „Kinderserie“ deutlich konsequenter als manch Comic.

"Ich weiß, wo du wohnst." Auch zum Abschied kein Händeschütteln.

„Ich weiß, wo du wohnst.“ Auch zum Abschied kein Händeschütteln.

Der Dreiteiler wurde parallel als Comic adaptiert. Dafür gab es 1998 den Eisner Award in der Kategorie Best Graphic Album. An den Charme der TV-Episoden kommt das Heft aber nicht heran. Hier wird eine Story voller Konflikte, zündender Pointen und Action geboten, die sowohl alte Fans als auch Kinder glücklich machen dürfte. Herrlich: Batman und Superman zum Preis von einem.

Fortsetzung folgt.

Bisher erschienen:

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Aufstand von ganz unten

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond: Batgirl Beyond

Autor/Zeichner: Adam Beechen, Scott Peterson/Adam Archer, Annie Wu, Norm Breyfogle u.a.

Erschienen: 2013/1999 (Batman Beyond Unlimited #14-18, Batman Beyond (Vol. 2) #1-2), Paperback 2014


„Do I look like a detective to you?“ (Batgirl)

Kaum, dass der Joker King und seine Anhänger Neo-Gotham in Schutt und Asche gelegt haben, setzt ein Riesenroboter aus wandelbarem Metall die Verwüstung fort. In Gang gesetzt wurde er von „Rebel“, der Anführerin des Hacker-Kollektivs Undercloud. Sie hat auch Terrys Freundin Max rekrutiert und hält sie nun fest. Das Ziel ist die Zerstörung der ungerechten Gesellschaft (Armut unten, Wohlstand oben), um sie danach besser wieder aufzubauen. Was es mit dem Roboter auf sich hat, kann man sich leicht denken: es handelt sich um Alloy, die Summe der reanimierten Metal-Men – eine der lahmsten Superheldengruppen von DC. Und sobald sie sich ihrer selbst wieder bewusst werden, werden sie zu Batmans Verbündeten …

Und was hat das mit dem titelgebenden Batgirl Beyond zu tun? Nichts. Obwohl sie auf dem Cover zu sehen ist, spielt sie nur in einer kleineren Zweit-Story eine Rolle. Zusammen mit Commissioner Barbara Gordon, dem ersten Batgirl, bringt sie Ordnung in einen Aufstand der Unterschicht und macht einen ultrazynischen Konzernboss dingfest, der es nicht nur auf Geld abgesehen hat, sondern auch auf die Armen. Er will dafür sorgen, dass sich die Unterschicht, die er für Ungeziefer hält, selbst ausrottet. Die beiden Batgirls leisten ganz klassische Polizei- und Vigilanten-Arbeit, ohne Science-Fiction-Schnickschnack – und ohne Hilfe der Batmen.

Trotz dieser Sozialkritik bleibt der vierte Batman Beyond-Band von Adam Beechen etwa so oberflächlich und belanglos wie die beiden davor und auch visuell von durchwachsener Qualität. Die einzige nennenswerte Entwicklung: Dana kommt endlich darauf, dass ihr Ex-Freund Terry McGinnis Batman ist. Nicht, dass es wichtig wäre, aber immerhin. Zum Schluss werden noch die beiden ersten Hefte der zweiten Batman Beyond-Comicserie von 1999 mitabgedruckt. In einer der beiden Storys steigt der alte Bruce Wayne wieder in sein Batman-Kostüm, um den neuen Batman zu bekämpfen. Reizvoll ist neben dieser Konstellation auch der Zeichenstil, der sich stärker an der Animationsserie orientiert. Aber leider macht auch diese Zugabe den Band nicht weniger entbehrlich.

Mir ist fürs Erste die Lust an Batman Beyond vergangen. Hoffentlich taugt das neu angelaufene Reboot von Dan Jurgens mehr. Im März erscheint das Paperback.

Tödliches Joker-Revival

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond: 10,000 Clowns

Autor/Zeichner: Adam Beechen/Norm Breyfogle

Erschienen: 2012-2013 (Batman Beyond Unlimited #1-13), Paperback 2013, dt. Panini 2014


„I bet crap like this doesn’t happen in St. Louis.“ (Terry McGinnis)

Batmans Dasein ist eine tragische Tretmühle. Nicht nur, dass das alte Trauma immer wieder durchlebt wird, auch die Gegner kommen immer wieder – und zwar auch über Generationen hinweg. In Batman Beyond gibt es zunächst keinen Joker mehr, dafür aber macht die Chaotenbande Jokerz Gothams Straßen unsicher. Dann kommt der Joker doch wieder zurück, stirbt einen zweiten Tod. In 10,000 Clowns schließlich mischen die Jokerz die Stadt richtig auf – angeführt von einem selbsternannten Joker King. Und der ist auch noch Doug Tan – der Bruder von Terrys Ex-Freundin Dana. Als wäre das nicht genug, wird die Geschichte vom Mörder von Terrys Vater nachgeliefert: Jake Chill, verwandt mit Joe Chill …

Alles wiederholt sich, aber immer ein bisschen anders, stets wird noch eins draufgelegt. Hier werden die Jokerz zu einem Selbstmordkommando, das in der Stadt verteilt Sprengstoffgürtel zündet. Der Sinn? Es gibt keinen. Denn der Joker King hat erkannt, dass das Leben auch keinen hat und darin der ultimative Witz besteht. Also führt er alle ins Verderben. Trotzdem macht er sich aber die Mühe, sich vorher aufwendig zu schminken und als Punk zu verkleiden, samt LOL-Tattoo auf der Brust. So viel Show muss sein. Terry wird bei dem Versuch Doug aufzuhalten unterstützt von einer wachsenden Batman-Familie: Catwoman und Dick Grayson (siehe Hush Beyond), Tim Drake und Jake Chill, der sich wegen seiner Schuldgefühle zum Vigilanten namens „Vigilante“ erklärt.

Etwa genauso kreativ und subtil ist auch der Rest der Geschichte. Autor Adam Beechen bedient sich bei seinem Joker King ziemlich schamlos beim Film The Dark Knight bietet kaum etwas darüber hinaus: weder Tiefgang noch eigene Ideen. Bruce Wayne erkrankt an Leberversagen, Terry plagen mal wieder Selbstzweifel, dazwischen wird eine Familiengeschichte und die Binnenstory mit Max und ihren Hackerfreunden gequetscht. Zeichner Norm Breyfogles Versuch, den Stil der Animated-Serie zu imitieren, geht nur leidlich auf. Entstanden ist ein seltsamer Hybrid, der sich zwischen Cartoon und Realismus nicht entscheiden kann. Das passt zur Story, die einerseits drastischer ist als von Batman Beyond gewohnt, aber andererseits unreif wirkt. Naja, für Teenager mag das genau die richtige Lektüre sein.

Immer Ärger mit den Grünen

Titel: Batman Beyond: Industrial Revolution (dt. Batman of the Future: Industrielle Revolution)

Autor/Zeichner: Adam Beechen/Ryan Benjamin u.a.

Erschienen: 2011 (Mini-Serie #1-8, Paperback 2012), dt. Panini 2013 (Batman of the Future Bd. 2)


„After many, many years, it’s time for Bruce Wayne to come out of the shadows. A little.“

Eigentlich gilt grün als die Farbe der Natur, des Umweltschutzes und der Gesundheit. Außer bei Batman: da ist das Grüne meistens das Verseuchte, Kranke und Böse. Von den grünen Haaren des Jokers über den Riddler bis Poison Ivy – grün, das ist die Farbe der Schurken, die in Chemietanks fallen und mit Gift arbeiten (oder einfach nur verrückt sind). Bei Batman Beyond ist Blight der grünstrahlende Erzfeind. In Industrial Revolution, der Fortsetzung von Hush Beyond, kehrt der totgeglaubte Derek Powers buchstäblich aus der Versenkung zurück. Zuvor aber muss Terry McGinnis gegen einen neuen Matter Master antreten – einen weiteren grünen Unhold, der Materie beliebig verändern kann.

Der zweite Band ist deutlich schwächer als der erste. Die beiden Abenteuer sind lediglich von durchschnittlicher Qualität und arm an neuen Ideen. Eine Backstory für die Gestaltwandlerin Inque dient als Betroffenheitsfüllsel. Höhepunkt ist ein Kampf zwischen Batman und der Justice League – aber dass dieser Kampf sinnlos ist, sehen die Figuren leider später ein als der Leser. Parallel zur Action muss Bruce Wayne um die Existenz seiner Firma kämpfen, Max wird in einen ominösen Hackerkreis aufgenommen, Dana macht mit Terry Schluss nachdem sie zum hundertstenmal sitzengelassen wurde, und dann hat sie plötzlich einen Bruder, der aus dem Knast rauskommt. Fortsetzung folgt. Hoffentlich stecken in diesen Ansätzen bessere Geschichten als diese.

Bruce auf Badekur

Warner Bros.

Warner Bros.

Titel: Out of the Past

Drehbuch: Paul Dini

Erschienen: 2000 (Batman Beyond S03E04)


„There’s no way I’m wearing the Robin suit.“ (Terry McGinnis)

„Whatever was in there died years ago.“ (Bruce Wayne)

Der alte Bruce Wayne bekommt von seiner ehemaligen Geliebten Talia al Ghul ein Angebot, das er nicht ablehnen kann: ein Bad in der Lazarus-Grube. Da er darunter leidet, nicht mehr wie früher bei Kräften zu sein, willigt er ein. Terry kommt mit. Die erste Prozedur verläuft wie erwünscht, Bruce wird verjüngt, doch als er es sich anders überlegt, will ihn Talia nicht gehen lassen. Dann stellt sich heraus, dass ihr totgeglaubter Vater Ra’s in ihr präsenter ist als gedacht. Bruce und Terry kämpfen gemeinsam gegen die finsteren Machenschaften.

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Die Episode gehört zu den stärksten der Serie Batman Beyond – nicht von ungefähr hat sie Paul Dini geschrieben. Schon allein der Anfang ist brillant: Zu Bruce’s Geburtstag geht Terry mit ihm in die Vorstellung eines Batman-Musicals. Bruce ist alles andere als erfreut von dem albernen Singsang auf der Bühne. Als dann auch noch Batman und ein James Gordon-Verschnitt ein gemeinsames Lied trällern, verdrückt sich der alte Griesgram in seine Höhle, wo er in der guten alten Zeit schwelgt, indem er sich die Fotos von Frauen aus der Vergangenheit ansieht. Großes Kino.

Bemerkenswert ist eine Marginalie: In der Episode taucht eine Idee wieder auf, die bereits in dem Comic Son of the Demon erstmals durchgespielt wurde: ein vergessener Sohn von Bruce Wayne und Talia. Grant Morrison hat den Sohn später in Batman and Son Damian genannt und als neuen Robin in der Continuity etabliert.

Batman TAS: Verloren im Virtuellen

„It’s all part of the game.“ (Poison Ivy)

Lange bevor es die Batman: Arkham-Spiele gab, waren die Anfänge der Games bescheiden: Mitte der 90er wurde ein Konsolenspiel herausgebracht, das auf der meisterhaften und bis heute maßgeblichen Batman Zeichentrick-Serie basierte. In der Sega-CD-Version waren die Spielsequenzen eingebettet in eine Handlung, die in animierten Szenen erzählt wurde. Batman trifft zunächst auf Poison Ivy, Riddler und Joker, bevor er im Finale mit Robin gegen Rupert Thorne bzw. Clayface antritt. Diese Szenen ergeben insgesamt 16 Minuten Film, weshalb sie auch als „Lost Episode“, die verlorene Episode der Serie gelten. Allerdings sind die Handlungslücken so eklatant, dass man nur schwerlich in den Genuss einer flüssigen Dramaturgie kommt. Leider ist auch die Musik nicht mit einem Orchester eingespielt, sondern klingt nach kaltem 90er-Computer-Sound.

Dennoch sind die Szenen in bewährter Qualität der Serie animiert. Bemerkenswert ist die Sequenz, in der Batman mit einer Axt auf Poison Ivys Pflanzenmonster mit einer Axt losgeht und das Ding äußerst brutal nach Holzfällermanier niedermetzelt. Über die Riddler-Szene kann man schmunzeln: darin ist von der Zukunft der Virtual Reality die Rede. Die Prophezeiung der 90er hat sich bis heute nicht bewahrheitet. (Diese Idee wurde bereits in der Folge „What Is Reality?“, S01E48, von 1992 verwendet.) Aber für die Pixel-Welt dieses Konsolenspiels spricht daraus wohl die Sehnsucht nach besserer Grafik. Heute dürfte diese Oldschool-Ästhetik im Zuge der Retro-Welle wieder ihren Reiz haben.

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden

Aushilfe bei der Justice League

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Titel: The Call (Part 1 & 2)

Story/Drehbuch: Alan Burnett, Paul Dini/Hilary J. Bader & Rich Fogel, Stan Berkowitz

Erschienen: 2000 (Batman Beyond S03E10-11)


 „Do whatever it takes. But make sure you stop him.“ (Bruce Wayne)

In der TV-Serie Batman Beyond gibt es nur eine Begegnung zwischen Batman und Superman – und die ist grün wie Kryptonit. Zunächst beginnt es friedlich: Superman sucht Terry McGinnis auf, weil er dessen Hilfe braucht. In der Justice League soll es einen Verräter geben, der es auf den Rest abgesehen hat. Die Liga besteht einem glatzköpfigen Green Lantern-Kind, Warhawk (einer Art Hawkman mit Stahlflügeln), Barda und Aquagirl (Aquamans Tochter). Die sind zunächst nicht gut auf die neue Aushilfe zu sprechen. Am Ende der ersten Folge wird klar, dass Superman selbst sich gegen die Liga verschworen hat – also holt der alte Bruce Wayne das Kryptonit aus dem Giftschrank. In der Festung der Einsamkeit kommt es dann zu einem Wiedersehen mit einem (historisch) sehr alten Feind der Justice League und am Ende heißt es Batman gegen alle …

Im Gegensatz zu den meisten Folgen der dritten Staffel ist diese Doppelfolge (übrigens nur eine von zweien in der gesamten Serie) überdurchschnittlich fesselnd und unterhaltsam geraten. Es war längst überfällig zu erfahren, was die übrigen Helden des Animated-Universums in der Zukunft machen. Superman hat ein neues Kostüm in schwarz-weiß, aber sonst bleibt alles mehr oder weniger beim Alten – vor allem der Konflikt zwischen Superman und Bruce Wayne. Nicht nur, dass Wayne seinem alten Mitstreiter nicht mal die Hand reicht, er hat auch keine Skrupel, ihn mit der drastischsten Maßnahme auszuschalten. Leider kommt es aber nicht zu einem Kampf zwischen dem neuen Batman und Superman; der Kryptonier knickt einfach nur ein, als Terry einen grünen Splitter hervorholt. Später kämpfen sie gemeinsam gegen den Rest der Liga. Das ist spannend genug.

Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass The Call nicht ganz losgelöst von der Vergangenheit funktioniert, sondern sich auch auf die Superman-Doppelfolge The Main Man (S01E09-10, 1996) bezieht. Damit schlägt die Folge eine Brücke zwischen der Batman- und der Superman-Serie.