Tödliches Joker-Revival

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond: 10,000 Clowns

Autor/Zeichner: Adam Beechen/Norm Breyfogle

Erschienen: 2012-2013 (Batman Beyond Unlimited #1-13), Paperback 2013, dt. Panini 2014


„I bet crap like this doesn’t happen in St. Louis.“ (Terry McGinnis)

Batmans Dasein ist eine tragische Tretmühle. Nicht nur, dass das alte Trauma immer wieder durchlebt wird, auch die Gegner kommen immer wieder – und zwar auch über Generationen hinweg. In Batman Beyond gibt es zunächst keinen Joker mehr, dafür aber macht die Chaotenbande Jokerz Gothams Straßen unsicher. Dann kommt der Joker doch wieder zurück, stirbt einen zweiten Tod. In 10,000 Clowns schließlich mischen die Jokerz die Stadt richtig auf – angeführt von einem selbsternannten Joker King. Und der ist auch noch Doug Tan – der Bruder von Terrys Ex-Freundin Dana. Als wäre das nicht genug, wird die Geschichte vom Mörder von Terrys Vater nachgeliefert: Jake Chill, verwandt mit Joe Chill …

Alles wiederholt sich, aber immer ein bisschen anders, stets wird noch eins draufgelegt. Hier werden die Jokerz zu einem Selbstmordkommando, das in der Stadt verteilt Sprengstoffgürtel zündet. Der Sinn? Es gibt keinen. Denn der Joker King hat erkannt, dass das Leben auch keinen hat und darin der ultimative Witz besteht. Also führt er alle ins Verderben. Trotzdem macht er sich aber die Mühe, sich vorher aufwendig zu schminken und als Punk zu verkleiden, samt LOL-Tattoo auf der Brust. So viel Show muss sein. Terry wird bei dem Versuch Doug aufzuhalten unterstützt von einer wachsenden Batman-Familie: Catwoman und Dick Grayson (siehe Hush Beyond), Tim Drake und Jake Chill, der sich wegen seiner Schuldgefühle zum Vigilanten namens „Vigilante“ erklärt.

Etwa genauso kreativ und subtil ist auch der Rest der Geschichte. Autor Adam Beechen bedient sich bei seinem Joker King ziemlich schamlos beim Film The Dark Knight bietet kaum etwas darüber hinaus: weder Tiefgang noch eigene Ideen. Bruce Wayne erkrankt an Leberversagen, Terry plagen mal wieder Selbstzweifel, dazwischen wird eine Familiengeschichte und die Binnenstory mit Max und ihren Hackerfreunden gequetscht. Zeichner Norm Breyfogles Versuch, den Stil der Animated-Serie zu imitieren, geht nur leidlich auf. Entstanden ist ein seltsamer Hybrid, der sich zwischen Cartoon und Realismus nicht entscheiden kann. Das passt zur Story, die einerseits drastischer ist als von Batman Beyond gewohnt, aber andererseits unreif wirkt. Naja, für Teenager mag das genau die richtige Lektüre sein.

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