Autor: Lukas

Journalist, Blogger, Batman-Fan

Batmobil jagt Catmobil

Catwoman im Golden Age (Teil 8)

DC Comics

Titel: The Black Cat Crimes

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1947 (Detective Comics #122)


„I bragged too soon!“ (Batman)

Catwoman bricht mal wieder aus dem Knast aus (obwohl sie zuletzt dort nicht gelandet ist). Da hat sie auch schon eine Idee für einen neuen Coup: Sie erpresst drei Unternehmer, ihr 50.000 Dollar zu zahlen, sonst lasse sie eine schwarze Katze ihren Weg kreuzen. Als die sich nicht davon beeindrucken lassen, lässt Catwoman selbst Unglücke geschehen.

Catwoman in ihrem Versteck

Dem Pelzmagnaten lässt sie ein Frachtflugzeug in einen Zeppelin krachen, dem Zirkusbesitzer lässt sie einen Panther frei, zum Schluss kapert sie mit ihrer Bande ein Schiff. Batman und Robin sind jedes Mal zur Stelle, sie vollführen sogar einen Zirkustrick (Dick ist in seinem Element), aber Catwoman haut zwei Mal in ihrem Catmobil, dem Kitty Car ab.

Batmobile und Kittycar

Das Auto ist bemerkenswert: Es sieht einer Katze sehr ähnlich. Neben dem Katzenkopf hat es vier ausgestreckte Pfoten und einen Schwaz. Dank Raketenantrieb kann sie damit richtige Katzensprünge vollführen. Das ist ein echtes Spektakel. Am Ende wird ihr das Auto leider zum Verhängnis.

Catwoman und Robin auf der Freiheitsstatue

Das zweite Highlight ist der Schauplatz des Finales: Catwoman flieht – sehr symbolträchtig – auf die Freiheitsstatue, Robin verfolgt sie bis in die Fackel, bis er gekidnappt wird. Ja, Gotham hat eine Freiheitsstatue. Es ist DIE Freiheitsstatue. Ein weiterer Beleg dafür, dass mit „Gotham“ keine andere Stadt als New York City gemeint ist.

Und was ist mit der Beziehung zwischen Batman und Catwoman? Da geht gerade nicht viel. Als Robin ihr gegenüber andeutet, dass sie ihn irgendwie möge, streitet Catwoman ab: „Of course not! We’re sworn enemies!“

>> Liste der Catwoman Comics

Der Wrestler mit der Fledermausmaske

Just Imagine Stan Lee's Batman

DC Comics

Titel: Just Imagine Stan Lee’s Batman

Autor/Zeichner: Stan Lee, Michael J. Uslan/Joe Kubert

Erschienen: 2001 (One-shot), Paperback 2002 (Just Imagine Stan Lee Creating the DC Universe Vol. 1), Omnibus 2013


In den 60er Jahren hat Stan Lee so ziemlich jeden großen Marvel-Charakter miterfunden. Mit der Konkurrenz hatte er nix am Hut. Jedoch Anfang des 21. Jahrhunderts hat er doch einmal die Seiten gewechselt und für DC mit einem Team 13 One-shots geschrieben, in denen er die größten Helden einmal ganz anders dachte: Just Imagine.

Bei Batman wird Bruce Wayne zu Wayne Williams, einem jungen schwarzen Mann, der soeben seinen Vater verloren hat – einen Polizisten, im Dienst umgekommen. Jetzt, da er allein mit seiner Mutter ist, muss er sich auch noch gegen Gangster zur Wehr setzen. Als Wayne die Freundin eines Verbrechers vor dem Kugelhagel endet, dankt dieser es ihm, indem er ihm einen Raubüberfall und Mord anhängt. Wayne landet im Knast, schließt Freundschaft mit einer Fledermaus und pumpt seine Muskeln auf.

Nachdem er draußen ist, wird er zum Wrestler, um Geld zu verdienen. Zu diesem Zweck näht er sich ein Fledermauskostüm. Nein, kein stilisiertes Batman-Kostüm, sondern so wie eine Fledermaus wirklich aussieht. Trotz fehlender Erfahrung im Ring macht er als Batman alle Gegner platt und wird reich und berühmt. Inklusive Haus in Hollywood Hills. Dann lässt er von einem Wissenschaftler sein Kostüm aufmöbeln und zieht seinen Racheplan durch …

So reizvoll das neue Setting für Batman auch erscheinen mag, leider macht Stan Lee nichts Interessantes draus. Auf 43 Seiten rast er im Eilverfahren durch den Plot, um alles zu erzählen, und gerade da, wo man denkt, jetzt geht es endlich los, ist es schon vorbei. Die Charaktere sind oberflächlich, der Schurke ein eindimensionaler Haudrauf und Tyrann, der seine Angebetete umbringen lassen will, wenn sie ihn nicht heiratet. Die Tatsache, dass der Held schwarz ist, spielt kaum eine Rolle. Hier geht es nicht um Rassenfragen oder Milieustudien. Hier geht es nur darum, dass Batman mal etwas anders ist. Was das angeht, wird das Heft seinem Anspruch gerecht. Wayne weist hier auffallend viele Parallelen zu Peter Parker alias Spider-Man auf. Aber leider bleibt die Fantasie sonst auf der Strecke.

Immerhin überzeugen hier die starken Zeichnungen von Altmeister Joe Kubert. Hier sieht man eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen er Batman gezeichnet hat – auch wenn es hier nicht der „wahre“ Batman ist.


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Umsonst ist nur der Tod

Batman und Robin auf elektrischen Stühlen.

Titel: The Joker Goes to School/He Meets His Match, the Grisly Ghoul

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.

Erschienen: 1966 (S01E15-16)


Ein Milchautomat spuckt Dollarmünzen statt Milch, ein Süßigkeitenautomat Wertpapiere. Für Commissioner Gordon kann das nur eins bedeuten: der Joker hat wieder zugeschlagen. Denn der Joker ist nicht nur gerade erst aus dem Knast entlassen worden (wahrscheinlich wieder so eine missglückte Blitz-Rehabilitation), sondern er hat auch einen Automaten-Hersteller übernommen. Aber was ist das Problem, wenn der Joker ein Unternehmen führt, das mehr Geld ausgibt als es einnimmt? Es untergräbt die Moral der Schüler. Die Jungs und Mädels fragen sich: Wozu lernen, wenn man aus Automaten mehr rauskriegt, als man reingesteckt hat? Und so rekrutiert der Clown Prince of Crime seine Komplizen …

Jokers Milchmaschine spuckt Geld.

Dick Grayson wird direkt involviert, als der Joker an seiner Schule auftaucht. Batman versucht zwar per Bat-Megafon den Schülern klarzumachen, dass sie nicht ihr Leben wegschmeißen sollen („Believe me, nothing in life is free!“), aber kurz darauf bringt er Dick dazu, die Schule zu schwänzen, um Robin sein zu können. Für einen höheren Zweck ist es also in Ordnung, die Regeln zu brechen – und vor allem, wenn man einen Millionär zum Ziehvater hat.

Unüberzeugend: Dick in Lederjacke

Bruce Wayne hat aber auch andere Hobbys: Alle zwei Jahre bietet man ihn an, als Bürgermeister zu kandidieren. Er soll einer Stadt helfen, die mit Verkehrschaos, Wasserknappheit und Stromausfällen zu kämpfen hat. Aber Bruce will wegen seiner Stiftung lieber politisch unabhängig bleiben. Und nachdem ihn ein Stromausfall zum rechten Zeitpunkt aus einer Todesfalle befreit, dürfte er wohl kaum Interesse haben, an den Missständen etwas zu ändern.

Jokers Jukebox

Weitere Highlights: Dick Grayson ermittelt undercover in Lederjacke, wobei er schon daran scheitert, einen Raucher zu simulieren. Weil Dick anderweitig beschäftigt ist, muss Alfred den Schalter in der Shakespeare-Büste betätigen und Bruce rutscht erstmals allein die Stange in die Batcave hinab. Der Joker lässt mit einer Jukebox, in der ein Gewehr steckt, eine Bar überfallen. Zweimal. Denn niemand kommt nach dem ersten Mal auf die Idee, der Maschine den Stecker zu ziehen. Aber zum Glück haben Batman und Robin einen ausklappbaren Bat-Schild dabei …

Gut gerüstet in den Kampf

Selbst ist die Frau

Barbara wird Batgirl.

Titel: Shadow of the Bat I-II (dt. In Batmans Schatten)

Drehbuch: Brynne Stephens

Erschienen: 1993 (Batman: The Animated Series S01E57-58)


„Für einen mehr ist immer noch Platz.“ (Bruce Wayne)

Commissioner Gordon wird wegen Verdachts auf Bestechlichkeit verhaftet. Seine Tochter Barbara will Batman dafür gewinnen, sich für ihn öffentlich einzusetzen. Als der nicht bei einer Kundgebung auftauchen will, steigt sie ins Kostüm und gibt sich (mit Schulterpolstern) als Batman aus. Sie verhindert einen Anschlag. Nachdem Batman in Gefangenschaft gerät, wird Barbara zu Batgirl.

Batgirl und Robin.

Der Schurke, der hinter allem steckt, ist Two-Face. Er arbeitet mit Gil Mason zusammen, dem stellvertretenden Commissioner – er will Gordon aus dem Weg schaffen, um Karriere zu machen. Mit vereinten Kräften kann das Dynamische Trio alles wieder richten.

Batgirls erster Auftritt.

Barbara Gordon bekommt einen starken Auftritt. Nachdem sie bereits in Heart of Steel in der Serie eingeführt wurde, darf sie hier richtig aufblühen. Sie ist eine Frau, die sich nicht unterkriegen lässt, selbst mitanpackt und Courage zeigt. Dass ihr anfangs nicht alles gelingt, dass sie sich noch ziemlich ungeschickt anstellt, macht sie nur noch sympathischer. Denn schließlich hat sie da Erfolg, wo Batman scheitert.

Matches Malone und Two-Face.

Weitere Höhepunkte: Batman tritt als Matches Malone auf und am Ende wird Two-Face von einer riesigen Silberdollar erdrückt. Und dann ist da noch die fantastische Batgirl-Theme, die diesen Charakter perfekt einfängt – und im Ohr bleibt. Das alles macht Shadow of the Bat zu einer der besten Episoden.

Barbara als Batman.

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Superman ist einer von uns

DC Comics

Titel: A Hero’s Journey

Autor/Zeichner: Joe Kelly/Pascual Ferry, Duncan Rouleau u.a.

Erschienen: 2003 (Action Comics #800), Hardcover 2018 (Action Comics: 80 Years of Superman)


Als Superman 65 wurde, erschien Action Comics #800. Wieder ein Anlass, um in die Geschichte zu schauen, wieder ein Anlass, um dessen Vorgeschichte zu erzählen, wieder ein Anlass, um nostalgisch und sentimental zu werden.

Wir sehen erneut das Altbekannte: Vom Kind aus der Rakete bis zum ersten Auftritt im Cape. Wie die Kents diskutieren, ob sie das Kind adoptieren sollen, wie Jonathan Kent seinem Sohn mit bestem Beispiel vorangeht, wie Clark fliegen lernt und sich in Metropolis zunächst verloren fühlt und es dann in Paris und Venedig versucht, wo er sich erstmals als Held beweisen kann. Später lernt er das Journalisten-Handwerk von Ed Wilson, rettet das Flugzeug Constitution (Superman rettet als guter Amerikaner sozusagen die Verfassung) und wird zu Superman im bekannten Kostüm.

Es sind Momente der Introspektion und Selbstreflexion, es sind Momente des großen Zweifels eines Heranwachsenden, der seinen Platz in der Welt sucht – vor allem vor dem Hintergrund, dass er besondere Fähigkeiten hat. Und wir kennen es bereits zum Erbrechen. Hier nochmal dargestellt in bonbonbunten Farben.

Was diese Jubiläumsausgabe interessant macht, sind die Zwischenspiele: Mehrere Zeichner, darunter Tim Sale, Jim Lee, Lee Bermejo und Klaus Janson, schildern entweder eine sehr persönliche Sicht auf Superman oder aber erzählen kurze Geschichten, wie Superman „einfache Menschen“ inspiriert. Das kranke Kind will wieder gesund werden, die gelähmte Frau lernt wieder gehen, ein Polizist zieht zur Arbeit ein Superman-T-Shirt als Glücksbringer an, wird von seinen Kollegen verspottet und nach einer Heldentat respektiert. Doch da sind auch nostalgische Momente: Alex Ross reinszeniert das Cover von Action Comics #1, wir sehen den Superman aus den Fleischer-Cartoons der 40er und Jerry Siegel mit Joe Shuster, wie sie Superman erfinden.

Wir sehen also Supermans Geschichte zum einen durch seine und zum anderen durch unsere Augen, aus der Sicht des Helden und aus der Sicht der Leser. Zwischen den Panels steht also Supermans Rechtfertigung im 21. Jahrhundert. Nein, er ist nicht nur eine kindische Fantasie, er ist einer von uns – und deshalb kann er auch Menschen in der realen Welt dazu bringen, über sich selbst hinauszuwachsen. Pathetisch? Ja, natürlich. Aber wenn ich nach all der Superman-Lektüre eines verstanden habe, dann dass Superman ohne Pathos nicht geht. Das ist die Garantie von Superman-Comics: dass sie eine optimistische, menschenfreundliche Haltung haben. Man kann sich darauf verlassen, dass sie Trost spenden, motivieren und ein gutes Ende finden. Ob das einem gefällt, ist eine andere Frage.

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Catwomans neuer Look

Catwoman im Golden Age (Teil 7)

Catwoman im neuen Look – und mit neun Leben.

Titel: Nine Lives Has The Catwoman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1946 (Batman #35)


Catwoman bricht aus dem Knast aus. Sie will neu durchstarten. Sie legt sich ein neues Kostüm zu. Weg mit der alten Katzen-Maske, jetzt sieht man endlich ihr Gesicht. Es ist der klassische lila Look mit grünem Cape, der sich im Golden Age weitgehend so halten wird. Allerdings ist Catwoman hier plötzlich blond … (Aber sie ändert ihre Haarfarbe wie ihren Namen.)

DC Comics

Ihre alte Gang ist weniger begeistert. Sie glauben nicht mehr an ihre Chefin. Also lässt sie ihre Leute glauben, sie hätte neun Leben. Bei einem Diamantenraub in einem Zeppelin kommt es zum Kampf mit Batman, sie stürzt in die Tiefe – und überlebt. Schließlich führt die Spur in Catwomans neues Geheimversteck: ein Labyrinth. Batman und Robin spielen Theseus mit ihrem Batseil. Und als das nicht mehr reicht, zerreißen sie ihre Capes (wobei danach noch viel davon übrig ist).

Batman schlägt Catwoman mit ihrer eigenen Waffe, einer Neunschwänzigen Katze (Peitsche), dann versucht sie mit einem Traktor abzuhauen, aber stürzt in die Tiefe. Wie sich herausstellen wird, hat sie tatsächlich noch ein paar Leben übrig.

>> Liste der Catwoman Comics

Alfred wird Batman, liebt Catwoman – und verhaut sie

Catwoman im Golden Age (Teil 6)

DC Comics

Titel: The Duped Domestics

Autor/Zeichner: Alvin Schwartz/Bob Kane

Erschienen: 1944 (Batman #22)


„A little spanking will do the trick. And, believe me, it will hurt you more than it will me!“ (Alfred)

Alfred ist nicht mehr ganz bei sich. Zuerst muss Bruce Wayne seinen rechten Schlappen suchen, dann verschüttet sein Butler auch noch den Kaffee – was ist da los? Ganz einfach: Alfred ist verliebt. Er trifft sich mit der jungen und schönen Belinda. Um sie zu beeindrucken, prahlt er damit, Batman zu kennen. Sie glaubt ihm nicht. Also steigt er selbst ins Kostüm. Doch dann wird er von ihr entführt. Denn pretty Belinda ist in Wirklichkeit Catwoman, die sich mit Butlern einlässt, um die Häuser der Reichen auszuräumen.

Alfred als Batman mit Catwoman.

Als Bruce und Dick nach ihm suchen, geraten sie ebenfalls in ihre Fänge und werden zu Alfred in eine Kühlkammer gesperrt. Dabei kommt es zu einer herrlichen Szene: Um sich von ihren Fesseln zu befreien, versucht das Trio, einen Haken an der Wand zu erreichen. Weil er zu hoch ist, stapeln sie sich aufeinander, wobei Alfred unten sich am meisten verrenkt und die größte Last tragen muss.

Das Dynamische Trio: Alfred, Bruce und Dick.

Zum Schluss fängt der Aushilfs-Batman Catwoman bei der Flucht ab. Und es kommt zu einem bedenklichen Höhepunkt: Alfred rächt sich an der Frau, indem er ihr den Hintern versohlt. Gezeigt wird es nicht, der Erzähler bleibt „diskret“, aber selbst Bruce findet sein Vorgehen zu drastisch. Alfred rechtfertigt sich: Catwoman habe seine Gefühle verletzt. Im Übrigen wäre er ein guter Batman. Zu gut, findet Bruce Wayne, der Catwoman schon bei ihrer ersten Begegnung Prügel angedroht hat …

Alfred-Batman und Catwoman: Strafe muss sein.

Catwoman verliebt sich in Bruce Wayne

Catwoman im Golden Age (Teil 5)

DC Comics

Titel: Your Face Is Your Fortune

Autor/Zeichner: Jack Schiff/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Batman #15)


Nein, Catwoman reitet hier nicht wirklich auf einer Riesenkatze. Sie stolpert nur über eine kleine. Aber der Reihe nach. Catwoman, so erfahren wir zum ersten Mal, heißt oder nennt sich Elva Barr. Sie steht jeden Morgen früh auf, um in einem Schönheitssalon zu arbeiten. Am Ende des Tages ist sie völlig fertig. Eines Tages macht sie bei einem Schönheitswettbewerb mit, gewinnt und verliebt sich in einen der Juroren: Bruce Wayne.

Doch Bruce erkennt, dass es sich um Catwoman handelt. Batman und Robin verfolgen sie. Elva schleicht sich unter falschem Namen und Gesicht bei einer Hochzeit ein, um dort Beute zu machen, Batman nimmt sie hoch. Doch dann kommt eine unerwartete Wendung: Catwoman gesteht ihm, in Bruce Wayne verliebt zu sein und darüber nachzudenken, das Verbrechen sein zu lassen. Batman gibt ihr eine Chance, lässt sie davonkommen.

Als Bruce Wayne nimmt er sich ihrer an: Trinkt mit ihr, tanzt mit ihr, reitet mit ihr aus. Aber alle wissen, dass Bruce mit Linda Page ausgeht. Linda verzweifelt, als sie in den Klatschspalten liest, dass er mit Elva verlobt ist. Aber Elva zweifelt, ob Bruce es ernst meint. Sie verkleidet sich als Linda und erfährt von Bruce, dass das alles nur ein Trick ist. Jetzt hat er zwei Herzen gebrochen.

Catwoman wird wieder rückfällig, schlägt immer wieder zu, am Ende bei einer Ausstellung von Haustieren. Auf der Flucht stolpert sie über eine Katze. Batman schnappt sie sich diesmal – und Catwoman geht in den Knast.

Mehr zum Thema:

Catwoman klaut sich ein Brautkleid

DC Comics

Titel: Bride or Burglar

Autor/Zeichner: Tom King/Mikel Janin, Joelle Jones

Erschienen: 2018 (Batman #38-44), Paperback 2018 (Batman Vol. 6)


„I have a Batcave, I drive a Batmobile, I throw a Batarang. Some people break their patterns. Some don’t.“ (Batman)

Erinnern wir uns: In Ausgabe #24 hat Bruce Selina einen Heiratsantrag gemacht. Sie hat ja gesagt. 20 Ausgaben später sind wir immer noch nicht weiter. Denn die Hochzeit soll erst in der Jubiläumsausgabe #50 stattfinden – so will es die Verkaufsstrategie. Autor Tom King hat deswegen das Event The War of Jokes and Riddles als Rückblende dazwischen gelegt. Aber was sollte er mit den Ausgaben danach machen?

Wenn man sich durch die Hefte Rules of Engagement und Bride or Burglar liest, entsteht der Eindruck, dass er bloß Zeit totschlägt. Gab es im letzten Heft ein Wiedersehen mit Talia al Ghul sowie ein kurioses Doppeldate mit Lois und Clark, gibt es hier Wiedersehen mit Wonder Woman und Poison Ivy. Batman lässt vor seiner Ehe noch einmal die Frauen in seinem Leben Revue passieren.

Auf die Handlung muss man gar nicht groß eingehen, sie spielt kaum eine Rolle. Batman und Wonder Woman kämpfen sich in einer anderen Welt 37 Jahre (!) lang durch Monsterhorden und geraten dabei nur einmal in Versuchung – allerdings ohne ihren Geliebten untreu zu werden. (So eine Geschichte Geschichte gab es schon einmal mit Superman und Wonder Woman.) Selbst das bisschen Action dient nur dazu, wortkarge Dialoge über Beziehung und Ehe zu führen. Poison Ivy will mal wieder die Welt retten, indem sie sich alle Menschen zugleich untertan macht. Und zum Schluss klaut sich Catwoman ein Brautkleid. Dazu benutzt sie – gar nicht catlike – eine Bombe …

Am Anfang steht eine Geschichte über einen reichen Jungen, der seine Eltern verliert und wie Bruce Wayne sein will. Das ist immerhin stark erzählt, wenn auch die Handlung stark übertrieben wirkt. Aber ebenfalls nur Füllmaterial.

Keine Frage: Es darf auch mal ein paar Ausgaben zum Durchatmen geben. Aber was ich beim letzten Mal dem Autor habe durchgehen lassen, weil er immerhin gut schreibt, fällt hier durch als belangloses Geplänkel. Tom King erscheint mal wieder wie ein Autor, der sich selbst ziemlich toll findet und das geschickt inszeniert (z.B. in Alan Moore’schen 9-Panel-Seiten), aber es steckt nicht mehr dahinter als Banalität.

Die Zeichnungen von Joelle Jones und Mikel Janin sind wie immer hervorragend und ergänzen sich im letzten Kapitel auch sehr gut. Damit ist Bride or Burglar eher was zum Überblättern als zum Lesen. Im nächsten Band findet dann endlich die Hochzeit statt. Aber worauf ich hoffe, ist endlich mal eine lesenswerte Batman-Story.

>> Batman 2011-2019

Der totale Hush

In vergangenen Jahr ist die Storyline Hush 15 Jahre alt geworden. Dazu hat DC eine Deluxe Edition herausgebracht. Im März 2019 erscheint Batman: The Hush Saga Omnibus. Der 800-Seiten-Band enthält alle Hush-Storys von 2002 bis 2011. Im Klartext sind das:

  1. Hush (Batman #608-619)
  2. Hush Returns (Batman: Gotham Knights #50-74)
  3. Heart of Hush (Detective Comics #846-852)
  4. Hush Money (Batman: Streets of Gotham #1-4)
  5. House of Hush (Batman: Streets of Gotham #14, #16-21)

Darüber hinaus sind drei weitere Storys enthalten: Batman #685, Batman Villains Secret Files and Origins 2005 #1 und eine aus Wizard #0. Etwas irritierend ist, dass so viel aus Gotham Knights enthalten sein soll. Die Ausgaben, die Hush betreffen, sind nur die Nummern 50-55 sowie 60-74 (bis Joker vs. Hush). Die Hefte dazwischen sind Teil von War Games bzw. eines handelt von Mister Freeze. Aber vielleicht handelt es sich bloß um einen Fehler in der Ankündigung.

Abgesehen davon, dass das Meiste davon als Paperback erhältlich ist (außer der Gotham Knights-Storys), ist erstaunlich, dass es noch eine Hush-Ausgabe geben soll. Insgesamt wird es nämlich, wenn ich mich nicht verzählt habe, die achte Hush-Edition sein. Bisher gibt es folgende:

  • Batman Hush Vol. 1-2 (Paperbacks 2004)
  • Batman Hush (Paperback, 2009)
  • Absolute Batman: Hush (Hardcover 2011)
  • Batman: Hush Unwrapped Deluxe (Hardcover 2011)
  • Batman Noir: Hush (Hardcover 2015)
  • Coloring DC: Batman-Hush Vol. 1 (2016)
  • Batman Hush: The 15th Anniversary Deluxe Edition (Hardcover 2017)
  • Batman: Hush Unwrapped Deluxe Edition (New Edition, Hardcover 2018)

Hush gibt es in jeder erdenklichen Fassung: Hardcover und Softcover, in Farbe, in Schwarzweiß, mit Bleistift gezeichnet und zum Ausmalen. Keine Frage: Die Story ist gut. Aber wer braucht das alles? Vielleicht ist „brauchen“ der falsche Ausdruck. Das Angebot schafft ja die Nachfrage …

Allerdings fällt dabei unter den Tisch, dass der angekündigte Omnibus bei weitem nicht alles versammelt. Denn Hush spielt auch in der Serie Batman Eternal eine zentrale Rolle – diese Kapitel kommen im Omnibus nicht vor. Wäre auch sinnlos, wenn man sie aus dem Zusammenhang reißen würde. Außerdem gibt es noch Hush Beyond (2010), was ebenfalls nicht enthalten ist. Andererseits kann man einwenden, dass diese beiden in anderen Continuitys stattfinden …