Blonder Superman mit Schulterpolstern

DC Comics

Titel: Just Imagine Stan Lee’s Superman

Autor/Zeichner: Stan Lee u.a./John Buscema

Erschienen: 2001 (One-shot)


Anfang des 21. Jahrhunderts ist Marvel-Legende Stan Lee mit DC fremdgegangen. Die größten Helden hat er einmal neu gedacht, nach Batman und Wonder Woman kam auch Superman.

Bei Superman ist vieles anders: Er stammt zwar von einem anderen Planeten und kommt zur Erde, aber der Planet heißt nicht Krypton, er hat einen so komplizierten Namen, dass Stan Lee sich nichtmal die Mühe macht, ihn aufzuschreiben. Der Held der Geschichte ist hier kein Kind, das von seinen Eltern zur Erde geschickt wird, sondern ein Erwachsener, der als Polizist arbeitet. Er heißt Salden, er ist blond und humorbefreit, er hat eine Frau namens Lyella, und er kann fliegen dank seiner Schulterpolster. Unter seinen Kollegen ist er der schwächste, weil er als Einziger nicht genetisch optimiert ist. Zur Erde kommt er, weil er den Verbrecher Gundor Gorrock in dessen Fluchtraumschiff verfolgt. An dem Schurken ist übrigens nichts bemerkenswert.

Auf der Erde stellt Salden fest, dass er wegen der geringeren Gravitation Superkräfte hat, er lernt in Windeseile Englisch, um Geld zu verdienen, tritt er im Zirkus auf, da wird die Öffentlichkeit auf ihn aufmerksam – darunter auch Lois Lane. Sie ist keine Reporterin, sondern eine Agentin, und sie will Salden unter Vertrag nehmen. Salden ist aber damit beschäftigt, Gundor Gorrock zu fassen, der auf der anderen Seite der Welt damit beginnt, sich die Menschen untertan zu machen. Ziel: Weltherrschaft. Es kommt alles, wie es kommen muss.

Salden wird Superman. Zwar ohne großes Symbol auf der Brust, aber trotzdem zur Marke und damit auch zum Geschäft. Der Epilog greift das selbstironisch in einer cartoonhaft gezeichneter Sequenz auf: Ein Comicverlag macht Superman zum Comichelden, da taucht Lois auf und macht ihnen die Hölle heiß.

Bemerkenswert ist, dass dieser Superman zurück zu seinem Heimatplaneten will, aber nicht kann, weil die Raumfahrt der Erde noch unterentwickelt ist. Es frustriert ihn, dass die Menschen lieber ihr Geld in Krieg und Massenvernichtungswaffen investieren als in die Erforschung des Weltalls. Das macht diese Version von Superman zwar nicht viel spannender, aber es gibt ihm eine sozialkritische Komponente.

Ansonsten ist es okay, mal in diese Welt hineinzuschauen, aber dann ist es auch wieder gut, dass es nur für eine Heftlänge ist.

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