Verloren in der Rückblende

DC Comics

DC Comics

Titel: Streets of Gotham Vol. 3 – The House of Hush (dt. Familiengeschichten)

Autor/Zeichner: Paul Dini/Dustin Nguyen

Erschienen: 2010-2011 (Streets of Gotham #12-14, 16-21), Paperback 2011; dt. Panini 2011 (Paperback, #14-21)


„You Waynes are hard to kill. I’ll say that much for you.“

Bruce Wayne ist zurück, Batman wird globalisiert – aber Moment mal, da ist noch eine Rechnung offen! Ja, stimmt: Was ist eigentlich mit Hush, der sich während der Streets of Gotham-Storyline als Bruce Wayne ausgegeben hat? Die Angelegenheit wird hier zu Ende gebracht. Aber allzu einfach macht es sich Autor Paul Dini damit nicht. Und deshalb wird der Abschluss seiner Story auch sehr schwerfällig.

Den Auftakt macht noch eine kurzweilige Episode um die Schurken The Carpenter und The Director (in der deutschen Ausgabe ausgespart), die eine Todesfalle für Batman aufbauen, um einen perversen Film damit zu drehen. Leichtes Spiel für Bats. Dann kommt der Hush-Teil. Aber statt einfach zu erzählen, wie der echte Bruce Wayne den falschen überführt oder ihn ausschaltet, greift Dini erstmal in tief in die Kiste der Vergangenheit, d.h. er macht ausgiebig vom Retcon-Trick Gebrauch, indem er die (überstrapazierte) Familiengeschichte von Thomas Elliot und Bruce Wayne ausschmückt. So wird den Eltern der beiden eine Affäre mit italienischen Mafiosi angedichtet, neue Nebenfiguren werden eingeführt werden, außerdem hat der Joker einen Gastauftritt. Das Problem daran: Es gibt so viele Rückblenden, dass die eigentliche Story daran erstickt. Man muss sagen: Die eigentliche Story spielt in ferner Vergangenheit. (Damit wird der deutsche Titel sehr passend: es geht um Familiengeschichten.)

Wanzen im Bett

Dadurch verliert sich jede Spannung, die für die Gegenwart hätte aufkommen können. Hush versucht zunächst, die Killerin Jane Doe aus Arkham freizulassen, die kommt schließlich ganz von selbst frei. Dann versucht ein alter Mafiosi, den falschen Bruce Wayne kaltzumachen, weil er sich an dessen Familie rächen will. (Seltsame Logik: Wenn du nicht mehr die Eltern töten kannst, töte den Sohn.) Nachdem Hush ihn überzeugt hat, dass er den falschen hat, verbünden sich die beiden, um den Wayne Tower zu vergasen. Dabei soll Doctor Death helfen. Doch das Finale endet abrupt: Jane Doe schneidet Hush sein Gesicht ab und als sie ihn töten will, greift Batman ein.

Zwischendurch wird noch eine völlig zusammenhanglose Handlung um einen neuen Schurken eingeführt: Bedbug, der mittels Bettwanzen Menschen zum Diebstahl anstiftet. Ziemlich ekelhaft, aber sinnlos. Die Sache verpufft so schnell und unvermittelt wie sie angefangen hat. Ein offenes Ende bleibt.

Insgesamt ist The House of Hush ein enttäuschender Abschluss einer eigentlich soliden Serie, die den Fokus nicht auf Batman, sondern auf die Schurken und andere Gotham-Bewohner gelegt hat. Das Finale wirkt überzogen lang und ohne klaren Fokus. Altmeister Paul Dini (The Animated Series) hat das schon mal besser hingekriegt. Mit Mad Love, oder zuletzt mit Dark Night – A True Batman Story.

Zum Schluss ein wenig Musik über das Schwelgen in Erinnerungen (man beachte das Label):

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