Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Neue Trailer zu Justice League und Doom Patrol

Der nächste DC-Animationsfilm, Justice League vs. The Fatal Five, erscheint am 30. März 2019 digital und am 16. April 2019 auf Blu-ray (zumindest in den USA). Der Trailer zeigt ein Team aus Superman, Batman, Wonder Woman, Green Lantern (Jessica Cruz), das auf die Legion of the Superheroes aus der Zukunft trifft. Es wird der insgesamt achte Justice League-Zeichentrickfilm sein.

Batman wird wieder gesprochen von Kevin Conroy. Er hat bereits Batman in The Animated Series und anderen Zeichentrickfilmen seine Stimme geliehen und ist mit mittlerweile 27 Jahren der dienstälteste Batman-Darsteller.

Und da wir gerade bei Trailern sind: Hier ist noch eine ausführliche Vorschau zur Live-Action-Serie Doom Patrol, die in den USA gerade beim Streamingdienst DC Universe angelaufen ist und bereits viel Lob bekommen hat. Ob die Serie in Deutschland, wie auch Titans, auf Netflix erscheint, ist noch unklar. Der Trailer ist allerdings vielversprechend.

Abschied von Batfleck

Es ist offiziell: Ben Affleck ist nicht mehr Batman. In der Late-Night-Talk-Show Jimmy Kimmel Live! wurde er jetzt von der Rolle verabschiedet. In einer Zeremonie mit Robin wurde sein Cape an den Nachfolger übergeben – wer auch immer das sein mag. Mach’s gut, Batfleck!

Der Video-Podcast Full Fat Videos widmete Batfleck jüngst einen interessanten Rückblick und erklärte ihn zum „Best Batman That Never Was“ (das ganze Video unten). Es stellt heraus, dass Ben Affleck in Batman v Superman eine gute Figur gemacht hat, aber sein Potenzial für drei schlechte Filme (BvS, Suicide Squad und Justice League) verschwendet wurde. Da mag einiges dran sein. Affleck war sicher nicht der Grund für das Scheitern von Zack Snyders Vision.

Affleck sollte ursprünglich Regie beim nächsten Batman-Solo-Film führen, Deathstroke war bereits als Gegner angekündigt, aber da er mit dem Drehbuch mit überzeugen konnte (so seine eigene Version), hat Matt Reeves diese Doppelrolle übernommen. Sein The Batman soll am 25. Juni 2021 in die Kinos kommen. Reeves will die Hauptfigur stärker als Detektiv herausstellen. Alles andere ist noch nicht bekannt.

Zurück bleibt nur ein Sad Affleck.

Batman im Dschungel

DC Comics

Titel: The Jungle Batman

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1952 (Batman #72)


Batman und Robin nehmen die „Sinister 8“ fest, eine international besetzte Verbrecherbande. Nun müssen sie sie per Schiff auf eine Insel bringen. Kurz darauf werden sie von Verbrecherfreunden torpediert und das Dynamische Duo erleidet Schiffbruch. Sie ziehen sich bis auf das Nötigste aus (also bis auf die Unterhosen und Masken) und schwimmen zu einer verlassenen Insel.

Es beginnen die Abenteuer des Dschungel-Batman: Kaum da, muss er Robin vor einem Panther retten. Das kommt günstig, denn kurz darauf kann er sich aus dem Fell des Tieres eine schicke Dschungelkluft machen, Robin bekommt eine Leoparden-Unterhose – so viel Stilbewusstsein muss sein. Erst dann kann sich das Duo um die bösen Buben kümmern, die mit ihnen auf der Insel gestrandet sind. (Die Schurken kriegen natürlich keine Dschungelkleidung. Sie konnten offenbar auch mit Keidung gut schwimmen.)

Obwohl Batman und Robin keine Standard-Ausrüstung haben, wissen sie sich immer zu helfen, mit dem, was gerade zur Hand ist: Sie schwingen sich mit Lianen durch den Urwald, reiten auf Elefanten, essen Kokosnüsse und machen Rauchbomben daraus, am Ende bekämpft Batman einen Riesen-Kraken mit einer Flasche. Wer so gut mit dem Nötigsten klarkommt, für den ist Verbrechensbekämpfung ein Kinderspiel, das fast nebenbei erledigt wird.

Zum Schluss passiert das Unglaubliche: Kaum haben Batman und Robin ein Schiff übernommen, mit dem sie nach Hause fahren können, treibt das Meer ihre Kostüme wieder an – frisch gewaschen trieben sie die ganze Zeit umher. Die Elemente meinen es gut mit den Guten.

Zwei Jahre später wird Batman erneut zum Dschungel-Helden wider Willen: In The Jungle Cat Queen (Detective Comics #211, 1954) – Catwomans letztem Auftritt im Golden Age.

>> Batman in den 50ern

(Fast) Gratis Comic Tag: DC verkündet sein Jahr der Schurken

Am 1. Mai 2019 will DC sein „Year of the Villain“ einläuten. Drei Tage vor dem Free Comic Book Day erscheint ein 32-seitiges Heft, das den Grundstein für weitere Storys legt. Es soll nur 25 Cent kosten. Mit dabei sind Lex Luthor, Cheetah, Bane und The Batman Who Laughs (Dark Nights: Metal). Verfasst wird das Comic von Scott Snyder, James Tynion IV und Brian Michael Bendis, gezeichnet von Maleev, Jim Cheung und Francis Manapul, das Cover stammt von Greg Capullo.

In dem Heft werden die Ereignisse mehrerer Serien zusammenlaufen: Aus Action Comics, Justice League, aber auch aus der The Batman Who Laughs-Miniserie, die derzeit erscheint. Im Sommer soll dieser Anti-Batman eine eigene fortlaufende Comicserie bekommen. Und ebenfalls im Sommer soll Bane erneut (nach I Am Bane) gegen Batman antreten, in der Storyline City of Bane. Das Heft erscheint mit drei Variant Covern (siehe oben).

Am eigentlichen Free Comic Book Day, am 4. Mai, will DC seine neuen Reihen für junge Leser vorstellen: DC Ink und DC Zoom. Darin werden erste Einblicke in Under the Moon: A Catwoman Tale und Dear Justice League gewährt.

Panini Comics

Zum deutschen Gratis Comic Tag, am 11. Mai, bringt Panini ein Comic-Heft heraus, das auf das Event Heroes in Crisis (von Tom King und Clay Mann) und dem Watchmen-DC-Crossover Doomsday Clock (von Geoff Johns und Gary Frank) einstimmt, sowie eine abgeschlossene Batman-Story bietet – welche das sein wird, ist noch unklar.

Doomsday Clock erscheint bei Panini als vierteilige Miniserie und beginnt am 2. April 2019. Das erste Heft wird die ersten drei US-Ausgaben enthalten (108 Seiten). Bis die Serie komplett ist, kann es sich hinziehen. In den USA erscheinen die Hefte mit zwei Monaten Abstand und Ausgabe 9 von 12 kommt erst am 6. März 2019 heraus. Das bedeutet: Das Finale wird erst zum Jahresende eintreffen.

Die Zeit im Würgegriff

Titel: The Clock King/Time Out of Joint

Drehbuch: David Wise/Alan Burnett, Steve Perry

Erschienen: 1992/1994 (Batman: The Animated Series S01E25, S02E08)


Der Clock King erlebt in Batman TAS ein Comeback als Temple Fugate, einen steifen Spießer, der sein Leben nach einem strengen Zeitplan lebt, aber deshalb auch furchtbar angespannt ist, wenn mal etwas nicht nach Plan läuft. Im Zug gibt ihm der spätere Bürgermeister Hamilton Hill den Rat, sich mal locker zu machen und zur Abwechslung seine Kaffeepause 15 Minuten später zu machen – und rauszugehen statt im Büro zu hocken. Fugate tut, wie geraten, aber durch eine Reihe unglücklicher Zufälle kommt er zu spät zu einer wichtigen Gerichtsverhandlung und sein Unternehmen geht pleite.

Temple Fugate alias Clock King

Sieben Jahre später nimmt er Rache an Bürgermeister Hill. Als „Clock King“ (Uhrenkönig) trägt Fugate eine Brille mit Uhrenzeigern und einen Gehstock, der wie ein Zeiger geformt ist. Hill soll von den Zeigern einer Uhr zerquetscht werden. In der spannendsten Szene geht Batman fast drauf, als er von Fugate in einem Safe eingeschlossen wird. Während Batman der Sauerstoff ausgeht, muss er eine Bombe wegschaffen …

Time Out of Joint

Um eine Sprengladung geht es auch in der zweiten Episode mit dem Clock King: Um seine Rache an Hill zu vollenden, stiehlt er von einem Wissenschaftler ein Gerät, mit der er die Zeit selbst manipulieren kann. Damit kann er das Geschehen um sich herum anhalten und sich unbemerkt an den Bürgermeister ranschleichen.

Batman und Robin kriegen die Maschine zu spüren, als Fugate sie am Batmobil befestigt – dann rast die Zeit um sie herum. Die Szene ist skurril: Einerseits klopft Batman schlaue Sprüche in Sachen Physik, andererseits denkt niemand daran, das Batmobil abzuschleppen, das zwei Tage lang auf der Straße den Verkehr blockiert.

Der Erfinder der Zeitmaschine

Wie dem auch sei: Im Finale muss Batman eine Bombe beseitigen. Schlau wie er ist, befestigt er das Zeit-Gerät daran und verlangsamt die Explosion, so kann er damit wegrennen. Die Szene erinnert natürlich an den Kinofilm Batman hält die Welt in Atem, in der Batman versucht, eine Bombe loszuwerden. Allerdings ist hier die Lage etwas ernster …

Batman rennt mit der Bombe

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Anarky: Idealist in der Krise

DC Comics

Titel: Anarky – The Complete Series

Autor/Zeichner: Alan Grant/Norm Breyfogle

Erschienen: 1999 (Anarky #1-8), Paperback 2018


Nach dem großen Beben von Gotham jagt Batman Anarky (Lonnie Machin) aus der Stadt. Sechs Monate später hat er sich in Washington D.C., direkt unter dem Washington Monument, eine neue Zentrale aufgebaut und nebenher entdeckt, dass die Naturgesetze in Gefahr sind. Anarky trommelt die JLA zusammen, die ist skeptisch. Nachdem er einen Green Lantern-Ring findet, nimmt er den Kampf gegen das Wesen, das die Existenz bedroht, selbst auf. Der echte Green Lantern (Kyle Rayner) hilft ihm dabei.

So beginnt die Serie Anarky, die es im Jahr 1999 auf nur acht Ausgaben gebracht hat und erst nach zwei Jahrzehnten als Paperback erschienen ist. Die erste Anarky-Miniserie ist eine der interessantesten Batman-Storylines der 90er Jahre. Leider hält ihre Nachfolgerin dieses Niveau nicht. Das liegt auch daran, dass der einst radikale Lonnie Machin aus seinen Fehlern gelernt hat, die Menschen ändern zu wollen. Das nimmt der Figur viel von ihrer Brisanz. Allerdings bleibt er ein Idealist in der Krise, der am Zustand der Welt verzweifelt.

Nach der Raum-Zeit-Krise zu Beginn, die in psychedelische Willkür ausartet, will Anarky die Korruption bekämpfen. Doch dann bekommt er es mit Ra’s al Ghul zu tun, der einen Dritten Weltkrieg beginnen will, um die Menschheit auszumerzen. Sozialkritik klingt zwar an, aber bleibt nur Beiwerk, ein Dialog mit Ra’s al Ghul über die Motive und Vorgehen endet nach einem kurzen und oberflächlichen Austausch. Anarkys Triumph stellt sich allzu abrupt ein.

In Heft 7 wird es mit einem Tie-in zum Crossover „Judgement Day“ ziemlich verrückt: US-Soldaten aller Epochen steigen aus ihren Gräbern, zusammen mit den Gründervätern der USA und führen Krieg. Das Ganze läuft auf Nichts hinaus. Und zum Schluss kommt Anarky nach Arkham, um herauszufinden, ob der Joker sein Vater ist, aber auch das bleibt ohne Antwort oder Konsequenzen. Stattdessen sehen wir einem planlosen Fluchtversuch von Joker, Two-Face, Killer Croc und dem Bauchredner beim Scheitern zu.

Was Anarky bietet, ist kurzweilige Unterhaltung mit reichlich Action – und das auch noch stark gezeichnet. Norm Breyfogle liefert eine seiner besten Arbeiten ab. Seine Figuren bestechen durch klaren Strich, starken Ausdruck und Dynamik. Knallige Farben machen die Seiten zu einem bunten Hingucker. Aber nach acht Kapiteln bleibt nur das Gefühl von Leere. Auch wenn hin und wieder ein interessanter Gedanke in den Captions zu finden ist, wird die Serie nicht ihrem Potenzial gerecht. Eine entbehrliche Lektüre.

Leider waren auch jüngere Versuche, Anarky wiederaufleben zu lassen, nicht geglückt, wie man hier nachlesen kann:

80 Jahre Batman: Neue Chroniken angekündigt

Für das Batman-Jubiläumsjahr sind zwei neue Geschichtsbücher angekündigt: Batman: The Ultimate Visual History (Insight Editions) und eine neue Ausgabe von DC Comics Year By Year: A Visual Chronicle (DK), beide sollen im Oktober 2019 erscheinen.

Die Dc Chronik ist bereits 2001 und 2014 erschienen, die New Edition mit einem Umfang von 376 Seiten wirbt damit, „the most comprehensive, chronological history of DC Comics ever published“ zu sein. Enthalten sein sollen auch Einträge zu Events wie Rebirth, Dark Nights: Metal, Doomsday Clock und Heroes in Crisis. Neben Comics geht es auch um Film und Fernsehen, sowie darum, wie die Realität von den DC-Helden beeinflusst wurde. Der Preis ist derzeit mit 50 US-Dollar veranschlagt.

Vor fünf Jahren hat bereits Matthew K. Manning sein Buch Batman: A Visual History (DK) vorgelegt. Darin hat er 75 Jahre Batman-Geschichte auf 352 Seiten zusammengefasst. Das Buch hat damals weitgehend gute Besprechungen bekommen. Allerdings beschränkte sich die Chronik „nur“ auf die Comics. Das neue Buch, verfasst von Andrew Farago, soll zwar nur 246 Seiten umfassen, aber auch auf Cartoons, Live-Action TV-Serien und Kinofilme eingehen. In der Verlagsankündigung heißt es:

„Featuring exciting never-before-seen imagery and commentary from key writers, artists, filmmakers, and more, this book also includes a variety of removable insert items, providing a unique, immersive experience for fans. Comprehensive, compelling, and filled with previously unseen treasures.“

Das neue Buch soll 75 US-Dollar kosten, während das ältere zu Beginn 50 Dollar kostete.

Es gibt eine Reihe von Büchern, die die Geschichte von Batman erzählen. Eines der älteren, aber bewährten ist Batman: The Complete History von Les Daniels (1999). Das Buch ist zwar 20 Jahre alt, aber dafür relativ kompakt und fundiert. Wer sich ohnehin gut selbst mit der jüngeren Comic-Geschichte auskennt und sich eher tiefer über frühere Epochen informieren will, ist damit immer noch gut bedient.

Del Rey

Neun Jahre später erschien The Essential Batman Encyclopedia von Robert Greenberg. Wie der Titel schon sagt, wird hier keine chronologische Geschichte erzählt, es handelt sich um alphabetisch geordnete Biografien von Figuren und um Beschreibungen von Orten und Dingen rund um Batman. Dieses Buch gilt zwar als verlässliches Standardwerk, aber mittlerweile ist es veraltet. Im vergangenen Jahrzehnt ist viel Wichtiges mit Batman passiert: Die gesamte Grant-Morrison-Ära, die The New 52-Ära von Scott Snyder sowie die Rebirth-Zeit von Tom King – diese Entwicklungen sind nicht mehr enthalten. Es bräuchte eine aktualisierte Ausgabe.

Allerdings ist auch klar, dass ein solches Buch immer schon veraltet ist, sobald es gedruckt wird. In Comics tut sich ständig so viel, dass nur das Internet schnell genug ist, um da mitzukommen. Datenbanken wie die DC Comics Database sind häufig aktueller. Zwar haben gut recherchierte Bücher den Vorteil, verlässlicher zu sein – jedenfalls in der Theorie. Aber was die Fans in den Datenbanken leisten, kann sich durchaus sehen lassen.

Immer die passende Garderobe

DC Comics

Titel: The Strange Costumes of Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1950 (Detective Comics #165)


Batman ist nicht Superman – er hat keine Superkräfte. Und trotzdem kann er alles. Seine Superkraft ist, reich zu sein, also über die Mittel zu verfügen, seine menschliche Unzulänglichkeit zu kompensieren. Also hat er nicht nur allerlei Gerätschaften und Zubehör, sondern auch einen passenden Anzug. Doch eigentlich nicht nur einen, sondern viele verschiedene Anzüge – für jeden Anlass einen.

Ein weißes Kostüm, um im Schnee unsichtbar zu werden, ein goldfarbenes, ein zusammenfaltbares aus Zellophan, einen Weltraumanzug und einen, der im Dunkeln leuchtet (um einen besonders abergläubigen Schurken zu ängstigen, das Gegenteil vom ursprünglichen Gedanken, sich wie eine Fledermaus zu kleiden, aber mit dem selben Zweck).

Diese Story ist all den Anzügen gewidmet – und es kommen noch mehr zum Einsatz. Eine Räuberbande um Dr. Robert Darcy beschäftigt das Dynamische Duo. Dabei erweist sich zunächst der feuerfeste Standard-Anzug als nützlich, dann der Wingsuit und ein Taucheranzug (ein ähnlicher kam schon mal gegen Two-Face vor). Batman zeigt dabei auch seine besondere Fähigkeit, immer den passenden Anzug für den jeweiligen Anlass zu tragen – ein bemerkenswerter Instinkt. Der verlässt ihn leider, als er in den Kofferraum der Gangster steigt. Die entdecken seine Spuren und schießen ein paar Löcher ins Heck des Wagens. Batman überlebt schwerverletzt, schuss-sicher war der Anzug wohl nicht …

Da der Held sich ausruhen muss, steigt Robin in den mysteriösesten aller Batsuits, den absoluten Notfallplan: einen Anzug, der ihn wie Batman aussehen lässt. Überzeugt sind die Diebe nicht: Sie halten ihn für Fake. Am Ende kann der falsche Batman ihnen mit einem Laster genug Angst einjagen, dass sie sich ergeben. Warum aber sind die Gauner misstrauisch geworden? Vielleicht weil auf dem Anzug statt einer Fledermaus ein schwarzer Vogel mit roter Brust zu sehen ist? An der Tarnung muss Batman noch arbeiten …

Aber diese Kostüm-Story ist nur die erste von vielen. In den nächsten Wochen werde ich einige der kuriosesten Outfits vorstellen, die Batman in den 50ern und 60ern getragen hat. Manche davon sind auch keine Anzüge, sondern ganz neue Batman-Inkarnationen.

>> Batman in den 50ern

Der König der Uhren

Clock King

Titel: The Clock King’s Crazy Crimes/The Clock King Gets Crowned (dt. Fünf vor zwölf)

Drehbuch: Bill Finger, Charles Sinclair

Erschienen: 1966 (Batman S02E11-12)


Es gibt nur eine Doppelfolge der Batman ’66-Serie, für die der Batman-Schöpfer Bill Finger das Drehbuch mitverfasst hat. Und es ist auch sonst eine besondere Folge: voller Witz und grandioser Einfälle.

Clock King mit Uhren

Der Schurke ist der Clock King. Der Name ist Programm. Der dickliche Herr hat allein drei am Handgelenk und in seinem Hauptquartier erfreut er sich am Schlag seiner Uhren zur vollen Stunde, die Pink Floyd zum Intro ihres Stücks „Time“ inspiert haben könnte, während seine Handlanger unter der Kakofonie leiden.

Clock Kings Handlanger

Nachdem er einen Juwelier ausgeraubt hat, fahren Batman und Robin nicht mal mehr den Umweg zum Polizeihauptquartier – es gilt, keine Zeit zu verlieren. Also direkt zum Tatort! Erst jetzt kann man sich fragen: Warum fahren sie sonst dort überhaupt hin? Wenn die Polizei ohnehin keine Ahnung hat und sich keine Mühe gibt, zu ermitteln, kann man auch gleich ohne den Anstandsbesuch auskommen.

Wie dem auch sei. Was das Dynamische Duo hier leistet, ist Höchstform. In einer Kunstgallerie brillieren sie mit knallharter Detektivarbeit. Als der Galerist von einem Mr. Chronos spricht, der unter falschem Namen Kunde war, bringt das Robin auf eine geniale Idee: „Chronos? The greek word for time!“, schreit der Wunderknabe. Batman lobt ihn: Dank seiner Fremdsprachenkenntnisse könne man schließen, dass Mr. Chronos kein Geringerer als der Clock King sei. Der Galerist ist baff: „Amazing! The way you two figured that out! I could have never done it.“ Batman winkt ab: „Don’t feel bad, Mr. Parkers. You haven’t been trained in deduction as we have.“

Time Out of Joint: Clock King als Künstler

Wunderbar. Solche Szenen machen Fingers Folge zu einem wahren Kunstwerk. Apropos Kunst. Clock King taucht bei einer Pop-Art-Ausstellung auf, um ein Gemälde zu stehlen. Dazu gibt er sich als Künstler aus, der seine Installation „Time Out of Joint“ präsentiert. Ein Dali-mäßiges Batman-Bild verschmäht er als minderwertig. Es ist nicht das erste Mal, dass Batman in der Serie in der Kunst verewigt wird, es gab bereits andere Gemälde und Skulpturen.

Batman, Dali-Style

Aber Kunst ist nicht so wichtig wie es scheint. Anders kann man sich nicht die ikonoklastische Prügelei erklären, bei der die halbe Ausstellung verwüstet wird. Danach machen Batman und Robin erstmal Mittagspause in einem Drive-In-Diner – so viel Zeit muss sein, denn selbst Verbrechensbekämpfer brauchen schließlich Nahrung. Die Kellnerin serviert ihnen „Batburgers„. Es mag wohl am Mittagstief liegen, dass die Deduktion dann etwas schwerfälliger funktioniert.

Während Batman und Robin im Batmobil essen und fernsehen und sich einen Bericht über die Pop-Art-Ausstellung ansehen, fällt der Name „Time Out of Joint“. Robin wird skeptisch. Doch die Verkleidung des Clock Kings wirft Zweifel auf. Batman lässt sich vom Batphotoscope ein Foto von Clock King ausdrucken und erst nachdem er es mit Sonnenbrille, falschem Bart und Baskenmütze bemalt und Robin das Werk genau betrachtet hat, ist der Fall klar: „Holy mascerade! It’s Clock King!“

Sammy Davis Jr.

Beim Fassadenklettern (die Robin übrigens eine gute Übung für den Mount Everest bezeichnet) taucht ein Überraschungsgast auf: Sammy Davis Jr. Der lädt die beiden zur Probe ein, aber die pflichtbewussten Spießer haben für solch weltliche Freuden keine Zeit. Aber hätten sie lieber mal das Angebot angenommen. Denn dann geht das Dynamische Duo in eine Todesfalle: eine Sanduhr mit pinkem Sand.

Die zweite Hälfte des Abenteuers kann da leider nicht ganz mithalten. Aber es gibt noch eine herrliche Szene: Der Clock King bricht in Wayne Manor ein, um Taschenuhren zu stehlen. Alles soll sehr schnell gehen, aber der Schurke lässt sich trotzdem viel Zeit dabei, sich an jeder einzelnen Uhr zu erfreuen, bevor er sie einsackt. Aber er kann sich Zeit lassen: Denn obwohl Batman und Robin gleich darunter in der Bathöhle sind, warten sie noch auf den Bat-Computer, dass er irgendwelche sinnlosen Prognosen ausspuckt. Der Wechsel zwischen beiden Szenarien ist zum Schreien komisch.

Batman und Robin – gefesselt

Schließlich darf auch Bruce Wayne als Held tätig werden, um Tante Harriet zu retten. Aber den Tätern, die gerade erst abgehauen sind, zu folgen, das ist immer noch nicht Batman-Style. Wozu auch? Es klappt am Ende ja auch so …

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Grundkurs Batman

DC Comics

Titel: The Untold Legend of the Batman (dt. Die Legende von Batman)

Autor/Zeichner: Len Wein/Jim Aparo, John Byrne

Erschienen: 1980 (Mini-Serie #1-3), Paperback 1992, Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Len Wein); dt. Egmont Ehapa 1981 (Die großen Superhelden 2)


Vor Year One und Zero Year, gab es bereits eine Mini-Serie über Batmans Origin, die 40 Jahre Batman-Geschichte in drei Ausgaben zusammenfasste: The Untold Legend of the Batman.

Batman bekommt Post: ein zerrissenes Fledermauskostüm, dazu eine Drohung. Das Kostüm hat einst Bruce Waynes Vater, Thomas Wayne, bei einem Ball getragen – und war so der erste Batman. Während des Balls wurde er vom Gangster Lew Moxon enführt, der ihn daraufhin zwingen wollte, ihm eine Kugel aus dem Körper zu holen. Doch Thomas leistete Widerstand, entkam und brachte mit seiner Aussage Moxon in den Knast. Kurz darauf wurde er mit seiner Frau vom Auftragskiller Joe Chill erschossen. Der junge Bruce Wayne versuchte zunächst als Robin sein Glück als Verbrechensbekämpfer, bevor er sich zum Detektiv ausbilden lässt und zu Batman wurde. Später fliegt das Batmobil in die Luft. Batman hat keine Ahnung, wer dahinterstecken könnte, bis er darauf kommt, dass es jemand aus seiner Nähe sein muss …

Die Geschichte, die in The Untold Legend of the Batman erzählt wird, ist zum größten Teil nicht neu. Vielmehr versammelt Autor Len Wein verschiedene, darunter auch zum Teil wenig bekannte Aspekte von Batmans Vor- und Frühgeschichte, die vor allem in den 50ern näher beleuchtet wurde. Für Neuleser wird die Mini-Serie zu einer Art Grundkurs: Neben den Ursprüngen von Batman bekommt der Leser einen Abriss von Robin, Alfred, Joker, Two-Face, Commissioner Gordon und Batgirl. Und man erfährt, wer das Batmobil gebaut hat. Da einiges davon durch die Crisis annulliert worden ist, dürfte einiges davon heutigen Lesern nicht mehr präsent sein. Aber das Meiste davon ist es schon und das alles (wieder) zu lesen, ist auf Dauer etwas ermüdend, da die Handlung ständig durch Rückblenden unterbrochen wird.

Interessant ist aber vor allem die Rahmenhandlung, besonders am Ende. Die Auflösung – ACHTUNG SPOILER: Bruce Wayne selbst will Batman auslöschen, weil dieser ihn um sein bürgerliches Leben gebracht hat. Durch einen Kopfstoß bei einer Explosion wurde Batman vorübergehend in zwei Persönlichkeiten gespalten und paranoid, jetzt kämpft sein Alter Ego gegen ihn an.

Nacherzählt werden unter anderem diese Geschichten aus dem Golden und Silver Age:

>> Batman 1980-1989


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