Superman

Neue Zeichentrickserie: Justice League Action

Neues von der San Diego Comic-Con (SDCC) 2016:

Batman kommt wieder gezeichnet ins Fernsehen – und er ist nicht allein: Justice League Action, wird die Serie heißen. Mit dabei sein werden Superman, Wonder Woman, Booster Gold, Firestorm und noch zig weitere Helden. Klassische Schurken wie Lex Luthor, Joker und Mongul werden zu den Gegnern gehören. Als Sprecher wurden unter anderem Kevin Conroy (Batman) und Mark Hamill (Joker) verpflichtet, die schon bei Batman The Animated Series dabei waren. Die Serie wird, wie das im gleichen Stil gezeichnete Teen Titans Go, bei Cartoon Network laufen. Ein Starttermin steht noch nicht fest.

DC Comics

DC Comics

Nachtrag am 23. Juli: Hier noch ein Video zu den Hintergründen.

Batman The Animated Series: Endlich digital auf Deutsch

Warner Bros.

Warner Bros.

Von Batman gibt es so gut wie alles auf DVD oder sogar Blu-ray, zuletzt sogar die 66er-Serie mit Adam West. Aber eine Komplett-Box von Batman: The Animated Series wurde bisher noch nicht veröffentlicht. Die Staffeln kann man nur einzeln als Import mit englischer Tonspur kaufen, eine deutsche Fassung fehlt.

Nun hat Amazon alle Folgen der legendären Zeichentrickserie der 90er digital verfügbar gemacht – nicht nur Batman, sondern auch das Superman-Pendant. Für die üblichen 2,49 Euro pro Folge oder 24,99 Euro pro Staffel. Bei vier Staffeln kommt man da auf stolze 100 Euro – ohne Originalversion wohlgemerkt. Auch wenn jetzt manche in Jubel ausbrechen – das ist dreist teuer für eine mehr als 20 Jahre alte Serie.

Sparfüchse werden noch warten müssen, bis die Serien im Prime-Abo enthalten sind, wie es für Justice League Unlimited bereits der Fall ist. Und wer sich lieber Silberscheibchen ins Regal steht, der wird sich ohnehin noch eine Weile gedulden müssen.

Batman v Superman: Man kann es nicht allen recht machen

Was wurde nicht alles gelästert, gelobt und diskutiert über den kontroversesten Film des Jahres: Batman v Superman. Jetzt gibt es endlich auch einen Honest Trailer, der nochmal das Dümmste, Langweiligste und Unausgegorenste an diesem Schinken in wenigen Minuten zusammenfasst. (Siehe auch: How Batman v Superman Should Have Ended.) Dabei kommen ein paar neue Fragen auf: Warum ist Superman so miesepetrig? Warum macht Clark Kent so einen miesen Job als Reporter? Warum stellt er überhaupt so dumme Fragen? Dabei bringen die Screen Junkies die Kritik auf den Punkt: In diesem Film stecken Ideen für sechs Filme. Und daher bricht er am eigenen Gewicht zusammen. DC/Warner wollten mit diesem zu Marvel aufschließen und haben dadurch den Abstand noch vergrößert. Die Konkurrenz macht tolle Filme, die die Massen begeistern, während DC spaltet. Moral: Man kann es nicht allen recht machen.

Jetzt heißt es nur noch: „Batfleck forever!“

Batman v Superman: Ultimatives Desaster

Eine halbe Stunde mehr bekommen die Fans in der „Ultimate Edition“ von Batman v Superman. Dadurch schwillt der Film auf eine Gesamtlänge von drei Stunden an. Lohnt sich das? Da ich keine Lust habe, mich noch einmal und länger durch diese cineastische Wüste bzw. Verwüstung zu quälen, habe ich bei Profis Hilfe gesucht und gefunden. Die Screen Junkies, die auch für die Honest Trailer verantwortlich sind, haben in einem Zehn-Minuten-Interview zusammengefasst, was neu ist am „Ultimate Cut“ und ob die zusätzlichen Szenen den Film besser machen.

Die Antwort: nein. Die neuen Szenen klären einige offene Fragen, aber die Hauptkritikpunkte bleiben erhalten. Wer den Film nicht mochte, wird ihn wahrscheinlich immer noch nicht mögen. (Wie zum Beispiel Spider-Man und Deadpool.)

Dark Knight III: Bei Fünf wird’s auch nicht mehr gerade

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III – The Master Race: Book 5

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert

Erschienen: 2016


„Fear is why I get out of bed. Fear is what I dream about. Fear is why I don’t kill.“ (Batman)

Sehen wir uns zunächst das Cover an: Unten Batman, oben Superman. Unten der schwarze Umhang, der das halbe Bild füllt, oben der rote. Superman rast mit seinen Fäusten auf Batman zu, der ihn mit offenen Armen (und geballten Fäusten) erwartet. Superman sieht sauer aus, Batmans Gesicht sehen wir nicht, er dreht uns den Rücken zu. Ein tolles Cover. Reduziert, ausdrucksstark, das beste seit Heft eins. Doch leider hat es mit dem Inhalt nichts zu tun. Es weckt sogar falsche Erwartungen.

Denn in Teil fünf von Dark Knight III kämpfen Batman und Superman nicht gegeneinander. Im Gegenteil: sie kooperieren, wie sie es schon früher getan haben. Und man muss sich fragen, ob uns das erste Promo-Bild zu dieser Mini-Serie (Batman neben dem blutigen Superman-Symbol) nicht auf eine falsche Fährte geführt hat – oder schlichtweg Verarsche war, so wie dieses gelungene, aber doch unpassende Cover.

Wie dem auch sei: Im neuen Heft wird so viel an Figuren und Schauwerten geboten, dass man fast vergisst, darüber nachzudenken. Superman wird von Aquaman und Batgirl von seinem Gefängnis auf dem Meeresgrund befreit. Batman lässt einen Regen aus künstlichem Kryptonit auf die bösen Kadorianer herab und schwächt sie damit. Die Master Race kommt dahinter, dass Supergirl Lara noch einen kleinen Bruder hat (das Kind auf Wonder Womans Rücken in Teil 1), was den Schurken überhaupt nicht gefällt. Und Lara bandelt mit dem bösen Baal an, was eine ziemlich sadistische Liebschaft ist, aber kein Interesse weckt.

Schmückendes Beiwerk und Füllmaterial

Wir sehen Batman wieder in Rüstung und Panzer, wir sehen Aquaman auf einem Riesen-Hammerhai reiten, Flash mit gebrochenen Beinen kopfüber (!) das Wetter programmieren, und Superman bekommt gleich zwei Splash-Pages: für seine triumphale Befreiung und seinen Auftritt am Ende, wenn er in Bleirüstung neben Batman steht. Und weil das alles wieder nur ein sehr kurzes Vergnügen ist, werden die Fans am Ende des Heftes mit Bonus-Füllmaterial vertröstet: vier Schwarz-weiß-Seiten und einem – immerhin gelungenem – Pin-up.

Bis auf Batmans kurze, aber lyrische Ode an die Furcht bleibt auch dieser Teil von DK III flach. Keiner der vielen Nebencharaktere kommt zu seinem Recht. Immer noch bleibt Lara ein Rätsel, die restlichen Figuren (wie Commissioner Yindel) sind bloß Staffage. Anlass für Dialoge, die über das Nötigste hinausgehen, gibt es nicht – die Autoren haben nichts zu sagen. Auch die Spannung fehlt, weil Batman eigentlich immer einen Schritt voraus ist, aber auch Überraschung lässt die Geschichte vermissen. Wieder fragt man sich, warum es unbedingt nötig war, diese Story zu erzählen, die weniger mit Batman als mit Superman zu tun hat. Es fehlt der konzentrierte Stil des Originals (The Dark Knight Returns), eher ähnelt das Ganze der furchtbaren Fortsetzung (The Dark Knight Strikes Again), der kaum den Namen „Dark Knight“ verdiente.

Wenden wir daher den Blick ab und werfen lieber einen Blick auf diese Variant Cover, die zwar auch nicht viel Neues zeigen, aber das immerhin ganz imposant.

Besprechungen früherer Teile von Dark Knight III: Book 1, Book 2, Book 3, Book 4. Prequel: The Last Crusade.

Batman v Superman: Marvel tritt nach

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Spider-Man/Deadpool #6

Wer am Boden liegt, den soll man nicht treten. So will es der Anstand. Aber bei einem Film wie Batman v Superman, einem Kapitalverbrechen der Superhelden-Filmgeschichte, schadet das Nachtreten dem Opfer nicht. Weil die wahren Opfer ohnehin die enttäuschten Fans sind, dient die ständige Kritik der Traumabewältigung. Auch die Konkurrenz von Marvel konnte sich nicht verkneifen, seinen Spott abzulassen. In Spider-Man/Deadpool #6 sehen sich die Helden den Film „Nighthawk v. Hyperion – Yawn of Boredom“ (Gähnende Langeweile) an und ziehen anschließend darüber her. Bereits die Tagline verspottet einen Hauptkritikpunkt des Films: „You won’t believe their mothers share a first name.“

Anschließend stellt Deadpool fest, dass der Film keinen Sinn ergibt, weil die Helden von einem Augenblick auf den anderen von Feinden zu Freunden werden, und Spider-Man lästert über all die unnötigen Szenen, die die Fortsetzungen ankündigen, statt sich auf diesen Film zu konzentrieren, um wenigstens den richtig zu machen. Schließlich tröstet Spider-Man Deadpool mit dem Hinweis, dass Hollywood gerne seine Stoffe so oft rebootet, bis es sie ordentlich hinkriegt – ein Seitenhieb auf Deadpool, der auch zwei Anläufe gebraucht hat, um sich als Kinoheld durchzusetzen. Marvel kann also auch Selbstironie. Das sollte sich DC/Warner von der Konkurrenz abgucken.

Mittlerweile ist der dreistündige Extended Cut von Batman v Superman digital erschienen, am 4. August kommt die Blu-ray in Deutschland heraus. Es ist zu bezweifeln, dass noch mehr Szenen einen Film retten, der schon mit zweieinhalb Stunden quälend langweilig war. Für alle, die es interessiert: Hier gibt es schon mal eine zehnminütige Vorschau.

Zurück in die Zukunft

DC Comics

DC Comics

Titel: The Return of Bruce Wayne (dt. Die Rückkehr von Bruce Wayne)

Autor/Zeichner: Grant Morrison/Chris Sprouse, Frazer Irving, Yanick Paquette, Georges Jeanty, Ryan Sook, Pere Pérez, Lee Garbett

Erschienen: 2010 (Mini-Serie #1-6), Paperback 2011; dt. Panini 2011 (Paperback)


„He can survive anywhere. Anytime. Surviving is what he does.“ (Superman)

Was macht eigentlich Bruce Wayne? Erinnern wir uns: Seit dem Angriff auf Darkseid (Final Crisis) ist er verschwunden, Dick Grayson ist der neue Batman, Damian der neue Robin. Batman gilt als tot, aber wissen längst, dass er es nicht ist. Nicht sein kann. Batman ist verschollen, verloren in der Zeit. In der Steinzeit, um genau zu sein. Dorthin hat ihn Darkseid (bzw. Grant Morrison) zurückgeschickt, um von dort aus durch die Zeit zu irren. Das Problem ist: Wenn Bruce Wayne ins 21. Jahrhundert zurückkehrt , zerstört er die Welt, weil Darkseid ihn zu einer Waffe gemacht hat. Die Justice League weiß das, deshalb versuchen, sie Bruce in der Vergangenheit aufzuspüren, aber der entwischt ihnen ständig: Von der Steinzeit geht es zu den Pilgervätern Amerikas, zu Piraten, zu Cowboys im Wilden Osten, zu Gotham in den 1940ern. Bruce Wayne hat sein Gedächtnis verloren (und verliert es immer wieder), aber gewisse Angewohnheiten sind schwer abzuschütteln, etwa sich wie eine Fledermaus zu kleiden und für das Gute zu kämpfen. So wirft er sich einen Umhang aus den Überresten einer Riesenfledermaus über und nimmt es mit Vandal Savage auf, später geht es gegen Hexenjäger und Riesenmonster, Captain Blackbeard und den Kopfgeldjäger Jonah Hex. Kaum ist ein Abenteuer überstanden, springt er wieder um ein paar Jahrzehnte bis Jahrhunderte in die Zukunft.

Es wirkt wie eine Reise durch die Elseworlds-Welten der 90er, in denen bereits Szenarien wie Batman als Pirat oder Batman als Cowboy durchgespielt wurden – mal mehr, mal weniger gelungen. Grant Morrison macht zwar vieles besser als seine Vorgänger, aber er lässt mit seinem erinnerungslosen Bruce Wayne den Helden seltsam blass durch die Zeit irren, ohne dass er Gelegenheit zum Innehalten und Nachdenken bekäme. Das ist das Problem an dieser Story: Batman wird durch die Epochen gejagt, der Ablauf ist stets gleich und damit vorhersehbar. Die jeweiligen Gefahren zwischendrin sind beliebig und spielen für das große Ganze keine Rolle, daher fehlt auch jegliche Spannung.

Der Nebenplot mit Superman und Co. verliert sich zwischendrin, bis er in einem wirren Finale endet, in dem zu viel über Zeitreisemurks gesprochen wird, Batman zum Zeitwächter (Hyper-Adapter) wird und die Titans vermöbelt, bis Bruce Wayne dank Wonder Womans Lasso endlich alle Lasten abwirft und wieder zu sich kommt.

Inszeniert wird das Spektakel mit mal interessanten, mal sehr uninspirierten Zeichnungen, so dass die schwankende Qualität dem Lesevergnügen zusätzlich Abbruch tut. Von Andy Kubert stammen lediglich die Cover.

So quält man sich durch diese einerseits simple und andererseits unnötig verkomplizierte Story, während man versucht, wenigstens den ganzen Hinweisen zu folgen, die der große Morrison darin verstreut hat und die auf sein bisheriges Werk verweisen (The Black Glove, Batman RIP und Time and the Batman). Die einen nennen es anspruchsvolle Superhelden-Story, die anderen selbstgefälliges Nerdtum.

>> Batman 2000-2011

Die besten Action Comics

DC kehrt nach Rebirth mit seinen Traditionsserien Detective Comics und Action Comics zurück zur ursprünglichen Nummerierung. Das nimmt der Verlag zum Anlass, die zehn besten Ausgaben von Action Comics zusammen zu stellen. So viel sei verraten: das legendäre Heft Nummer eins (Supermans erster Auftritt von 1938) ist nicht auf Platz eins.

Eine Zusammenstellung der 25 wichtigsten Detective Comics hat Comicbookresources.com gepostet.

A Monster in the Night

Die Fortsetzung des ultimativen Superhelden-Kampfspiels, Injustice 2, soll 2017 für PlayStation 4 und Xbox One erscheinen. Der Trailer dazu verspricht coole Rüstungen für Batman, Superman und Co. Und Supergirl. Selbst wer sich für das Game nicht interessiert, könnte an dem schön inszenierten Jeder-gegen-jeden-Video seine Freude haben.

DC Rebirth: Wiedergeburt eines Universums

DC Comics

DC Comics

Titel: DC Universe Rebirth #1

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank, Ethan Van Sciver, Ivan Reis, Phil Jimenez

Erschienen: 2016 (One-shot)


„I love this world, but there’s something missing.“ (Flash/Wally West)

Es ist wohl das meisterwartete DC-Heft des Jahres: DC Universe Rebirth #1. Es soll der Anfang einer neuen Ära sein, kein Reboot, sondern ein sanfter Neustart, mit ein paar Änderungen des Status quo und einer neuen Heftzählung. Aber so ganz für sich allein steht der One-shot nicht, er setzt die letzten Ereignisse des The New 52-Universums voraus und ist bloß der Auftakt zu mehr. In einem Satz: Das DC-Universum verschmilzt mit dem der Watchmen.

Was muss man zuvor wissen? (Spoiler!)

Gleich auf der ersten Seite steht, dass man zuvor Justice League #50 und Superman #52 gelesen haben sollte. Aber das ist nur die Minimalanforderung, denn die beiden letzten Nummern der Serien enthalten bloß die Schlusskapitel der Storylines Darkseid War und The Final Days of Superman – und da ist einiges los. In Kürze: Darkseid stirbt im Kampf mit dem Antimonitor und wird wiedergeboren, Jessica Cruz wird zu Green Lantern, der New-52-Superman stirbt und wird durch den klassischen Superman ersetzt, der mit Lois Lane verheiratet ist. Und was die große Enthüllung von Jokers wahrer Identität angeht, kommen mehr Rätsel als Antworten auf: es gibt drei Joker! Aber was das bedeutet, weiß Batman selbst nicht. (Und offenbar hat er vergessen, den Möbius-Stuhl danach zu fragen.)

Justice League 50: Batman und die drei Joker (DC Comics)

Justice League 50: Batman und die drei Joker (DC Comics)

Was passiert in DC Universe Rebirth? (Mehr SPOILER!)

Flash Wally West, der in der Speed Force festhängt, versucht, verschiedenen Helden mitzuteilen, dass mit dem Universum, wie sie es kennen, etwas nicht stimmt. Offenbar sind während des Flashpoint-Events, bei dem Flash (Barry Allen) die Vergangenheit geändert hat, zehn Jahre verloren gegangen. Zunächst sucht Wally Batman auf und erklärt ihm, dass alles mit dem Brief angefangen habe, den sein Vater (Thomas Wayne) ihm geschrieben hat. Flash Barry Allen hat Batman diesen Brief am Ende von Flashpoint überreicht. Doch niemand erinnert sich an Wally, immer wieder verschwindet er in der Speed Force, bevor er etwas erreichen kann. Schließlich wird er von Barry Allen aus seiner Lage befreit. Barry erinnert sich wieder an seinen vergessenen Sidekick. Dann sagt Wally, dass jemand die Jahre aus dem Universum gestohlen habe, um die Helden zu schwächen, dass ein neuer Krieg mit dem oder den Unbekannten anstehe – und dass sie beobachtet würden. Am Ende sieht man endlich, um wen es sich handelt: Batman entdeckt in der Bathöhle den blutbefleckten Smiley-Anstecker des Comedian aus Watchmen.

Im Epilog sieht man, wie auf dem Mars die (am Anfang des Hefts erwähnte) kaputte Armbanduhr von Wally West wie durch Geisterhand repariert wird, dazu erscheint ein kurzer Dialog zwischen Dr. Manhattan und Adrian Veidt (Ozymandias), ohne dass man sie sieht: „I did the right thing, didn’t I? It all worked out in the end“, sagt Adrian. – „In the end?“, sagt Dr. Manhattan. „Nothing ends, Adrian. Nothing ever ends.“ Das letzte Bild zeigt eine gelbe, blutbefleckte Uhr, die auf viertel vor zwölf steht. Darunter der Satz: „The Clock is ticking across the DC Universe!“ Und damit endet Rebirth #1.

Was erfahren wir über die drei Joker?

Nichts. Batman ist gerade beim Herumrätseln, als er von Flash gestört wird. Auf dem Monitor des Batcomputers sieht man drei Joker: den aus dem Golden Age, den aus The Killing Joke und dem aus Endgame. Batman hat noch immer keine Ahnung. Allerdings könnte das Ende einen ersten Hinweis darauf geben: Eine gewisse Nähe zwischen den Namen Joker und Comedian ist nicht zu leugnen (auch wenn die Körper und Gesichter ganz anders aussehen.)

Rebirth 1: Drei Joker. (DC Comics)

Rebirth 1: Drei Joker. (DC Comics)

Was ist aus Rebirth zu schließen?

Offenbar spielt der allmächtige Dr. Manhattan eine große Rolle bei der Schöpfung des DC-Universums von The New 52. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Ebenso wie über die Joker-Frage. Oder man wartet einfach geduldig auf die Fortsetzungen. Eines wird aber ganz deutlich: das Dilemma von DC. Einerseits blickt stolz man auf eine lange Tradition zurück, andererseits blicken nur wenige völlig durch bei den ganzen Helden, Storys und Welten. Einerseits will man neue Leser gewinnen, andererseits will man die alten nicht verlieren. Einerseits will man sich immer wieder neu erfinden, die Leser überraschen und ihnen etwas bieten, was sie noch nicht kennen. Andererseits läuft man dabei Gefahr, sich zu weit weg vom Vertrauten zu entfernen. Ob der Untergang des Multiversums in Crisis oder seine Neu-Entstehung in Infinite Crisis, ob der Radikal-Reboot von The New 52 oder der sanfte von Rebirth – es wird immer bei diesem Dilemma bleiben. Und mit jeder Neu-Ordnung stiftet man eigentlich bloß mehr Verwirrung.

Was taugt Rebirth #1?

Geoff Johns erzählt mal wieder so eine typische nostalgische Flash-Geschichte, die sehr an sein Flash Rebirth erinnert und noch einmal die gesamte Flash-Geschichte aus Wally Wests Sicht rekapituliert. Das ist alles fein gemacht, sensibel ausgeführt, in gewohnter hoher Qualität gezeichnet. Das Uhrenmotiv leitet sauber zu dem Thema Watchmen über. Über dieses Heft kann man viel sagen, vor allem über die Bezüge zur Vor-Flashpoint-Ära und die Wiederkehr einiger Nebencharaktere, aber eigentlich auch nur sehr wenig, denn die Story ist nichts als ein Übergang zwischen The New 52, das implizit als Fehler benannt wird, und etwas Neuem, von dem wir noch nicht genau wissen, worauf es hinausläuft. Außer natürlich auf eine Konfrontation mit Alan Moores Watchmen.

Eine gute Idee? Nach der Lektüre von Before Watchmen: Dr. Manhattan dachte ich mir: Warum erzählt DC diese sinnlosen Prequels, die nichts anderes tun, als Altbekanntes breitzutreten, statt (wenn man die Kuh schon weiter melken muss) eine Fortsetzung zu machen? Und wäre es nicht cool, wenn man die Watchmen auf die DC-Helden treffen ließe? Genau das wird demnächst wohl passieren. Unabhängig von den Gründen für den Einfluss auf das Universum (die eigentlich willkürlich sind) könnte darin das Potenzial für eine interessante Geschichte stecken, wenn man die Themen der Watchmen auf Superman, Batman und Co. überträgt.

Eine Warnung: Rebirth #1 taugt nicht als Startpunkt für neue Leser. Es wird zu viel vorausgesetzt. Zwar wird viel erklärt (vor allem die Ereignisse aus Flashpoint), aber um alles zu durchdringen muss man nicht nur die beiden oben genannten letzten Superman- und Justice League-Storys lesen, sondern eigentlich auch alles, was dazu geführt hat. Also die gesamte New 52-Reihe. Und natürlich Watchmen. Wer diesen Klassiker noch nicht kennt (oder nur den Film), sollte das spätestens jetzt dringend nachholen. Watchmen ist nicht nur eine herausragend erzählte Geschichte, sie setzt (neben The Dark Knight Returns) auch Maßstäbe für alle künftigen Superhelden-Geschichten. Das gilt vor allem für Rebirth und seine Folgen.

Eine Ermunterung: Das Heft kostet nur drei Dollar und bietet 80 Seiten, davon 66 Seiten Story. Ein fairer Deal.

(UPDATE: Laut Panini Verlag soll DC Rebirth Anfang 2017 auf Deutsch erscheinen.)

>> Batman 2011-2019


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