Superman

Zeitverschwendung in der Zukunft

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond Vol. 2 – City of Yesterday

Autor/Zeichner: Dan Jurgens/Bernard Chang

Erschienen: 2015-2016 (Batman Beyond #7-11), Paperback 2016; dt. Panini 2016 (Paperback)


„Batman is dead.“

Während Flüchtlinge von außerhalb nach Gotham strömen, aber nicht reingelassen werden, zieht Matt McGinnis mit Green Lanterns Arm in das zerstörte Metropolis. Batman (Tim Drake) fliegt hinterher, kämpft gegen Splicer (Halb-Mensch-Halb-Tier-Mutanten) und eine fremdgesteuerte Justice League, die wider Erwarten doch lebt.

End of story.

Nach einem vielversprechenden Auftakt im ersten Band (Brave New Worlds) bleibt die Fortsetzung banal und belanglos. Batman Beyond fühlt sich an wie eine Party, zu der man so sehr zu spät kommt, dass schon aufgeräumt wird. Acht Bände dieser Comics habe ich bereits gelesen und besprochen – oder vielmehr habe ich mich durchgekämpft. Und nachdem ich auch dem Neustart zwei Chancen gegeben habe, ist es beschlossen: Batman Beyond ist für mich erledigt. Auch wenn nächstes Mal Terry McGinnis zurückkehrt – es könnte mir nichts egaler sein. Genug Zeit in der Zukunft verschwendet.

Justice League Action: Drei neue Videos

Am 27. November startet die neue Zeichentrickserie Justice League Action auf Cartoon Network. Die ersten Trailer zeigten bereits, dass es sich um eine sehr kindgerechte Serie handeln wird. Die drei neuen Clips bestätigen den Eindruck. Batman und Joker werden erneut von Kevin Conroy und Mark Hamill gesprochen, den Veteranen von Batman: The Animated Series.

Mann aus Stahl, Comic aus Blei

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman – American Alien

Autor/Zeichner: Max Landis/Ryan Sook, Jae Lee, Jock, Francis Manapul u.a.

Erschienen: 2016 (Mini-Serie #1-7), Hardcover 2016; dt. Panini 2016 (Paperback)


„… whatever happened to the man of tomorrow?“ (Lex Luthor)

Superman ist lahm. Als Figur ist er eine Ikone, aber kein interessanter Charakter. Auch seine Entstehungsgeschichte war noch nie besonders spannend. Zwar hat er, wie Batman, seine Eltern verloren – aber es war kein traumatisches Erlebnis. Superman ist zwar die Geschichte eines Außenseiters, aber keines Normalos, sondern eines Überfliegers in jeglicher Hinsicht. Es ist nicht leicht, sich in jemanden hineinzuversetzen, der in allem super ist und dessen einziges Problem ist, zu gut für diese Welt zu sein.

Und trotzdem wird immer wieder versucht, Supermans Origin neu zu erzählen. Nach John Byrnes Man of Steel von 1986, der den modernen Superman definierte, aber heute lachhaft erscheint, kam Ende der 90er die Idylle Superman for All Seasons, im neuen Jahrtausend Birthright, Secret Origin, Earth One und Grant Morrisons Reboot von The New 52 – ganz zu schweigen von der TV-Serie Smallville, die zehn Staffeln lang die Vorgeschichte als Teenager-Seifenoper ausbreitete. Superheldengeschichten sind Geschichten einer Entwicklung – die Anfänge, das Entdecken der Kräfte, waren schon immer die reizvollsten Aspekte dieser modernen Mythen.

Clark Kent als Bruce Wayne

Und jetzt noch einmal: American Alien. Erzählt wird wieder alles von vorn. Als gäbe es da noch etwas Neues zu erzählen. Max Landis erzählt es eben ein bisschen anders, aber doch in alter Gewohnheit. In sieben Episoden, von der Kindheit bis Supermans Anfängen, jedes Kapitel hat einen anderen Zeichner. Clark Kent lernt fliegen. Clark Kent überwältigt einen Geiselnehmer. Und es wird viel geredet. Nach sehr viel Nabelschau beginnt ein wenig Handlung: Clark Kent kommt durch Zufall auf Bruce Waynes Yacht, gibt sich als Wayne aus, macht Party und hat Sex.

Doch die Handlung kommt nicht in Gang. Eigentlich wird nur geredet, was meist schwafeln bedeutet. Auch als Clark in Metropolis ankommt, landet er in einer Bleiwüste aus Sprechblasen. Lange Dialoge mit Lois Lane, ein ewiger, selbstgefälliger Monolog von Lex Luthor, ein altkluges Gespräch mit Dick Grayson, der ihm die Idee dazu gibt, dass Batman einen Gegenpol brauche (wtf?), schließlich ein Treffen mit Batman. Zugegeben: das ist stark, wie Batman zum Gruß Clarks Gesicht auf den Schreibtisch knallt und dann von ihm selbst gegen die Wand gedrückt wird. Da helfen auch weder Elektroschocker noch Pfeffersprays. Eine Sequenz zum Schmunzeln. Aber das war’s auch schon mit dem Spaß.

Superman: American Alien #4 (Jae Lee Variant)

DC Comics

Am Ende des Kampfes trägt Clark Batmans zerfetzten Umhang. Wie schon zuvor, als ihm als Kind ein zerfetztes T-Shirt zum Cape wurde. Lex Luthor bringt ihn auf die Idee, sein S-Symbol auf der Brust zu tragen. Das Buch ist voll von solchen Andeutungen mit dem Holzhammer. Dieser Fanservice nervt, denn er trägt mehr zur Mythenbildung als zum Charakter Clark Kent bei – obwohl das Buch doch eigentlich genau letzteres will.

Superman beginnt seine Karriere also mit Batmans Cape, Fliegermütze und einem selbstbemaltem schwarzen T-Shirt. (Denn die Variante mit T-Shirt und Arbeiterstiefeln hatten wir schon bei Morrison.) Doch kaum kommt mal mit dem Parasiten ein wenig Action in diese lahme Angelegenheit, endet der Kampf ganz schnell wieder, um mal wieder ein paar Leute Vorträge halten zu lassen: Lois Lanes pathetisch, Lex Luthor arrogant – der Leser gelangweilt. Und so geht das immer weiter, auch Pete Ross darf lang und breit seinen Senf abgeben. Nebenbei erfahren wir, dass Supermans das S-Symbol auch auf der Brust trägt, weil er hofft, dadurch von seinesgleichen gefunden zu werden.

Zwischendrin schauen auch mal ein paar Promis vorbei: Oliver Queen (Green Arrow) zum Beispiel, oder zwei Green Lanterns als Deus ex machina, die Clark den Arsch retten, als er zum ersten Mal ins Weltall fliegt. Die Lanterns teilen ihm mit, dass er von Krypton komme, und später sagt Lobo Superman, dass dieser der letzte seiner Art sei. Mit anderen Worten: wieder ein Vortrag. Wie ermüdend.

Ein wenig entschädigt wird man durch die Zeichnungen von Jae Lee (Batman/Superman), Francis Manapul (Detective Comics) und auch Jock (The Black Mirror), die anderen Zeichner können, was Ausdruck angeht, da nicht mithalten – das zieht die Qualität insgesamt stark runter. Herrlich anzusehen sind auch die einfallsreichen Cover von Ryan Sook, von denen leider die ersten beiden falsche Erwartungen wecken: Auf dem ersten sehen wir einen jungen Clark mit rotglühenden Augen im Maisfeld stehen – das wirkt bedrohlich, hat aber nichts mit der Handlung zu tun. Gleiches gilt für das zweite, das einen Mugshot von Clark zeigt, das ihn als jugendlichen Delinquenten darstellt – obwohl er in dem Kapitel kein Verbrechen begeht, sondern eines verhindert.

Aber auch die besten Zeichner können American Alien nicht vor der Belanglosigkeit bewahren. Wer sich tiefer mit dem Wesen von Superman beschäftigen will, sollte lieber den Comic-Essay It’s a Bird … lesen – das ist immer noch das Eichmaß der Superman-Kritik. Von American Alien ist jedoch jedem abzuraten, der nicht vor Langeweile sterben will.

Superman: Olle Kamellen auf neuer Erde

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman Earth One Vol. 1

Autor/Zeichner: J. Michael Straczynski/Shane Davis

Erschienen: 2010 (One-shot), dt. Panini 2012


„That you can do it doesn’t mean it’s right for you.“ (Martha Kent)

Nach Birthright und Secret Origin kommt mit Earth One der dritte Versuch innerhalb weniger Jahre, Supermans Ursprungsgeschichte neu zu erzählen (Grant Morrison machte ein Jahr später einen vierten). J. Michael Straczynski beginnt mit der Ankunft des jungen Clark Kent in Metropolis. Ein nachdenklicher junger Mann, der lieber mit dem Zug fährt obwohl er fliegen könnte und der nicht weiß, was er mit seinem Leben und vor allem mit seinen Fähigkeiten machen soll. Also probiert er vieles aus und erweist sich als Wunderkind in allen Disziplinen: vom Sport zur Wissenschaft. Doch er schlägt alle Angebote, reich und berühmt zu werden, aus. Schließlich wird er Reporter – und das obwohl er gerade da nur Durchschnitt zu sein scheint.

So viel zum Menschlichen. Den größten Teil des ersten Bandes macht jedoch eine Invasion aus: Böse Aliens von Kryptons verfeindetem Nachbarplaneten fallen über Erde eins her, um den letzten Kryptonier zu vernichten. Inspiriert vom Reporter-Mut von Jimmy Olson und Lois Lane steigt Clark in das Kostüm, das ihm seine Ziehmutter aus kryptonischem Stoff genäht hat, und rettet als Superman erstmals die Welt.

Viel mehr zu erzählen gibt es nicht, denn so simpel ist die Geschichte. Und leider bietet sie auch nicht viel mehr. So grüblerisch sie das Sensibelchen Clark Kent einführt, so oberflächlich handelt sie den Action-Teil ab. Der noch unerfahrene Superman tut sich nicht allzuschwer mit der riesigen Übermacht. Vor diesem Hintergrund erscheint alle Mühe, Clark Kent menschlich darzustellen, vergeblich, wenn er schließlich doch nur der Übermensch ist. Dazu passen dann auch die sauberen und sehr glatten Zeichnungen von Shane Davis. Der größere Reiz des Bandes mag im Visuellen liegen, einen tieferen Eindruck hinterlässt es jedoch auch nicht.

Einzige nennenswerte Neuerung im Origin: Krypton wurde nicht durch eine Naturkatastrophe vernichtet, sondern von Feinden mutwillig zerstört. Und hinter den Feinden stecken noch ganz andere, unbekannte Schurken … Supermans Aufgabe ist fortan also nicht nur, das Gute auf Erden zu tun, sondern auch seine alte Heimat zu rächen. Fortsetzung folgt. Zur Verteidigung kann man sagen: das ist bloß der Auftakt gewesen. Steigerungsfähig.

Superman Earth One erinnert zuweilen sehr an den zwei Jahre später erschienenen Film Man of Steel. Und es hinterlässt auch ein ähnlich zwiespältiges Gefühl.

>> Zu Batman: Earth One

Robins Rückkehr mit Superkräften

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman and Robin Vol. 7 – Robin Rises

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Patrick Gleason

Erschienen: 2014-2015 (Batman and Robin #35-40, Robin Rises: Alpha #1, Batman and Robin Annual #3, Secret Origins #4), Paperback 2016; dt. Panini 2015 (Sonderband)


„… he’s an al Ghul. Dying is hard.“

Als Hellbat gerüstet kommt Batman nach Apokolips, um die Leiche seines Sohnes Damian wiederzuholen und wiederzubeleben. Der Rest der Bat-Familie (Red Hood, Red Robin, Batgirl) folgt ihm nach – allesamt im Robin-Kostüm. Das Weitere ist schnell erzählt: Batman vermöbelt alles, was sich ihm in den Weg stellt: Paradämonen, Kalibak, schließlich auch Darkseid selbst. Er schnappt sich Damians Sarkophag, rammt den mächtigen Chaos-Kristall rein – und Damian erlebt seine wundersame Auferstehung. Allerdings ist der Junge danach stärker als zuvor: er hat Kräfte wie Superman.

DC Comics

DC Comics

In der zweiten Hälfte geht es ruhiger zu. Batman muss dabei zusehen, wie Damian – ungestüm wie immer – mit seinen Superkräften überheblicher wird und mit den Gegnern rabiat umgeht. Batman versucht, ihn zu zähmen. Man geht sogar fischen, aber vergeblich. Damian verliert seine neuen Fähigkeit erst mit einem inszenierten Einsatz mit der Justice League. Etwas enttäuschend: Statt Auftakt für ein neues Dynamisches Duo zu sein, werden Robins Superkräfte nur zu einem kurzen Zwischenspiel.

Am Ende des Bandes findet sich nichts mehr von Wert: Batman und Robin erleben ein kleines und belangloses Abenteuer auf dem Mond – in der Kapsel der ersten Mondlandung. Schließlich bekommen wir alles, was wir über Damians Robin-Werdung längst wussten, noch einmal in Kurzfassung erzählt. Entbehrlich.

Die Serie Batman and Robin endet knallbunt und actionreich, kurzweilig und grafisch herausragend, aber ohne Überraschungen. Als Abschluss kann man auch den letzten Band mit Spaß lesen.

Mehr zum Thema:

Christopher Reeve zurück im Comic

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman – Secret Origin

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2009-2010 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2010), dt. Panini 2012 (Paperback)


„I don’t want to be different. I want to be Clark Kent.“

Wie fühlt es sich an, wenn man beim Heranwachsen entdeckt, dass man Superkräfte hat? Dass man damit nicht nur Menschen helfen, sondern ihnen auch wehtun kann? Dass man auf Sport mit Freunden verzichten muss, um keine Gefahr für sie darzustellen? Es muss ein schreckliches Gefühl sein. Dieser Konflikt ist der Ausgangspunkt für Supermans Secret Origin, einer Neuinterpretation der Entstehungsgeschichte von Geoff Johns. Und mit Zeichner Gary Frank findet die Story auch auf visueller Ebene die nötige Sensibilität: mit feinem Strich und lebensnah-dynamischen Figuren wird der Comic geradezu veredelt.

Inspirieren lässt sich Johns von der TV-Serie Smallville, in der Clark Kent bereits seit der Jugend Lex Luthor kennt (was aber streng genommen keine große Rolle spielt), Frank wiederum lässt mit seiner Superman-Interpretation den Schauspieler Christopher Reeve auferstehen, der 2004 gestorben ist. Im zweiten Kapitel bricht das Niveau jedoch gegenüber dem starken Auftakt ein: Clark Kent wird von seiner Mutter in das spätere blau-rote Kostüm gesteckt und agiert zunächst als Superboy, bis er kurz darauf Besuch von der Legion of the Superheroes aus der Zukunft bekommt. Sie nehmen ihn mit in ihre Zeit und zeigen ihm, wie toll es ist, ein Superheld zu sein, aber die Episode wirkt wie ein Fremdkörper in dieser sonst linear verlaufenden Geschichte. Zu allem Überfluss kommt noch der Superhund Krypto hinzu, was aber nur angedeutet wird, er ist nie im Bild zu sehen.

In Kapitel drei gibt es einen Zeitsprung: Clark fängt beim Daily Planet an und darf sich schon am ersten Tag mit Lois Lane auf eine Lex Luthor-Pressekonferenz einschleichen. Es kommt zu einem Unfall, Lois stürzt in die Tiefe, Superman rettet sie – und hat ein paar Freunde und mit Lex einen Feind gewonnen. Es folgen Begegnungen mit dem Parasiten und Metallo. Das ist alles nichts Neues, aber sehr frisch erzählt, sodass man auch kein Superman-Fan sein muss, um sich davon unterhalten zu lassen.

Dark Knight III: Wieder kein Sechser im Lotto

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III: The Master Race – Book 6

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Frank Miller

Erschienen: 2016


„Let them know how fear tastes.“ (Batman)

Erinnert sich noch jemand an diese Mini-Serie, die es einmal gab: Dark Knight III? Ja, da war mal etwas – aber das letzte Heft ist schon ewig … drei Monate her. Also für eine Serie fast nicht mehr wahr. Worum ging es nochmal? Ach ja, Batman und Superman kämpfen gegen böse Kryptonier/Kandorianer. Und genau darum geht es immer noch.

Dank eines Kryptonit-Regens geben Batman und Superman den bösen Aliens Saures. Der Anführer Quar und seine Handlanger kriegen von den World’s Finest und ihren Alliierten ordentlich aufs Maul. Und auch der böse Baal, ein Freund von Super-Wonder-Girl Lara, der gerne Köpfe zermatscht, kriegt von Batgirl Carrie Kelley mit der Zwille ein Kryptonitsteinchen ins Gesicht geschossen, was daraufhin auch zu Matsch wird.

Völlig unklar bleibt aber, warum Batman Superman nicht einfach die Bande endgültig ausschalten lässt. Stattdessen lässt er sie abziehen, um ihre Wunden zu lecken und damit sie wissen, wie Furcht schmeckt. Der Grund liegt natürlich auf der Meta-Ebene: Es müssen noch drei Ausgaben erscheinen. (Ursprünglich sollten es insgesamt acht sein, dann haben die Autoren auf neun aufgestockt.)

Superhelden-Seifenoper

Der eigentliche Höhepunkt liegt dieses Mal im beigefügten Mini-Comic: Wonder Woman kämpft gegen ihre missratene Tochter Lara, nachdem Lara bereits ihren Vater um die Welt geprügelt hat. Der Kampf verläuft wie erwartet ohne größere Blessuren und Resultate, außer dass das goldene Lasso reißt, aber nicht das Band zwischen Mutter und Tochter. Das Drama bleibt oberflächlich wie eine Seifenoper.

Doch das lange Warten hat sich wenigstens für die Optik gelohnt: Wie immer zeichnet uns Andy Kubert spektakuläre Panels im Frank Miller-Stil, wir sehen, wie der Bat-Panzer aufgerissen wird (auch wenn wir das schon aus The Dark Knight Returns kennen) und wie am Ende Batman sterbend in Supermans Armen liegt – alles sehr prächtig. Und auch Frank Miller hat die Zeit gut getan: Plötzlich wirken seine Zeichnungen im Mini-Comic nicht mehr dahingeschludert, wie etwa in Teil 5, sondern in guter alter Qualität und mit einem besonderen Augenmerk auf runde Frauenhintern. Immerhin.

Ansonsten fragt man sich, warum man diese Serie noch liest, wenn einem schon lange die Lust darauf vergangen ist und es nicht mehr besser werden kann. Warum nicht einfach abbrechen und sich das Geld sparen, statt jedes Mal wieder sechs Euro pro Heft zu verschwenden? Ganz einfach: Der Sammler will Vollständigkeit und der Leser will wissen, wie es ausgeht – auch wenn vom Finale nicht mehr viel zu erwarten ist. Comics sind eine seltsame Leidenschaft.

Die Dark Knight-Saga:

Stand By Me meets Superheroes

Der Film Batman v Superman hinterlässt seine Spuren in den Comics: Nachdem die (schwache) Serie Batman/Superman eingestellt wurde, tritt nun Trinity an ihre Stelle, ein Dreigespann mit Wonder Woman. Autor und Zeichner Francis Manapul verspricht eine Story, die sich auf die Charaktere und ihre Beziehung untereinander konzentriert. Es soll eine Mischung aus Stand By Me und Superhelden werden. Die ersten Bilder sind spektakulär – aber das kennt man bereits von Manapuls Detective Comics (Icarus, Anarky, Blood of Heroes). Leider haben sich seine Schreibkünste aber als bescheiden erwiesen.

Im zweiten Video fasst DC die fünf besten Momente zwischen Batman, Superman und Wonder Woman zusammen. Zwei davon habe ich bereits vorgestellt: The New Frontier von Darwyn Cooke und Trinity von Matt Wagner.

Justice League’s Greatest Hits

Wenn die Kinofilme enttäuschen, sollte man sich wieder auf die Geschichten besinnen, auf die es ankommt: die der Comics. DC hat die zehn besten Höhepunkte in der Comic-Geschichte der Justice League/JLA in einem Video zusammengefasst. „Ihr werdet nie glauben, was auf Nummer eins ist …“ Das heißt: vielleicht ja doch. Denn es ist ein Klassiker von Grant Morrison. Von ihm sind übrigens gleich drei Storys in der Liste vertreten. Zu Recht. Denn es sind drei großartige Momente seines legendären JLA-Epos (Ende der 90er erschienen im Dino-Verlag). Da bekommt man gleich Lust, alles wieder von vorn zu lesen.

Bullock und Bat-Robocop

DC Comics

DC Comics

Titel: Blood of Heroes (Detective Comics Vol. 8)

Autor/Zeichner: Brian Buccellato, Ray Fawkes, Francis Manapul, Peter J. Tomasi/Fernando Blanco, Francis Manapul, Steve Pugh, Marcio Takara

Erschienen: 2015-2016 (Detective Comics #41-47), Hardcover 2016


„You’ve got to be kidding me … a Joker robot?!“

„Subtlety is not what we do.“

Während Batman (James Gordon) sich mit drei Attentätern in Skelett-Kostümen („La Morte“) herumschlagen muss, die ihm den Reaktor aus seinem Robocop-Anzug klauen. Dann muss er gegen einen viel größeren Joker-Roboter antreten, in dem Jokers Daughter mal wieder das tut, was sie am besten kann: total abnerven. Schließlich gilt es, ein Attentat abzuwenden …

Doch eigentlich geht es weniger um Batman. Die Serie sollte eigentlich „Detective Bullock Comics“ heißen, weil hier noch mehr als in den zwei Bänden zuvor ist Good Ol‘ Harvey der Held der Geschichte. Sensation: Wir sehen ihn zum ersten Mal beim Sex! Ja, der grobschlächtige Harvey Bullock bandelt mit seiner ziemlich ansehnlichen Kollegin Nancy Yip an. Doch die ist leider korrupt. Und steckt in Schwierigkeiten mit der Mafia. Also muss sich Harvey etwas einfallen lassen …

Mehr Polizei- als Batman-Comic

Anders als in den Bänden Icarus und Anarky stammen die meisten Zeichnungen nicht von Francis Manapul. Das ist ein großer Verlust, denn seine kraftvollen Panels haben die Bände stets vor dem Abdriften in die völlige Belanglosigkeit gerettet. Die weitaus weniger filigraneren Zeichnungen von Fernando Blanco erinnern stark an den Stil der Polizei-Serie Gotham Central – und das passt natürlich zu der Story, die sich mehr um die Polizisten dreht als um Batman. (Bruce Wayne spielt gar keine Rolle.) Aber auch wenn es löblich ist, einmal einen Randcharakter zu seinem Recht kommen zu lassen, es ist nicht der richtige Ort dafür. Und es ändert nichts daran, dass die Story fade Durchschnittskost ist und ebenso vergessenswert wie ihre Vorgänger.

In der zweiten Geschichte des Bandes trifft Bat-Gordon auf die Justice League. Die holen ihn extra in Gotham ab, damit er ihnen bei einer dringenden Untersuchung (warum eigentlich dringend?) eines Riesenskeletts im Himalaya hilft. Gordons Fähigkeiten als Detektiv sind gefragt. Aha! Hat die Serie doch ihren Titel verdient? Naja, nicht ganz. Was Gordon entdeckt, hätten auch die anderen finden können. Und was für einen Tathergang er daraus ableitet, ist – gelinde gesagt – ziemlich weit hergeholte Spekulation. Aber hey, der alte Hase behält Recht und darf am Ende sogar ein Schlaflied singen …

Das Schluss-Kapitel ist eine Episode aus dem Crossover Robin War, die keinen Mehrwert hat, wenn man nicht den Rest der Geschichte kennt. Höhepunkt: Gordon kämpft gegen Grayson. Sei’s drum.

Eigentlich wollen wir nur wissen, wie die Haupt-Gordon-Story, Superheavy, weitergeht. Bis zur Fortsetzung müssen wir uns aber noch etwas gedulden.

>> Batman 2011-2019