Robin

Batman in „Zero Hour“

DC Comics

In der DC-Geschichte gilt die Crisis on Infinite Earths (1985-1986) als die große Bereinigung, eine Befreiung vom Ballast einer fast fünf Jahrzehnte langen Tradition: Figuren starben den Heldentod, alle Parallelwelten wurden vernichtet und zu einer zusammengeführt. Doch schon kurz danach kehrte all das, was man über Bord geworfen hatte, wieder zurück – was den Verdacht aufkommen lässt, dass die Crisis vielleicht doch keine so gute Idee gewesen ist. Nicht mal zehn Jahre später (1994) gab es wieder ein Event, das alles neu ordnete: die Zero Hour. Dan Jurgens wollte damit einige Ungereimtheiten beseitigen, die durch die Crisis entstanden sind.

Das fünfteilige Crossover an sich muss uns hier nicht groß interessieren. Die Story ist genretypisch überladen mit Charakteren, von denen man die Hälfte nicht kennt, und ebenso wenig versteht man auch nur, wenn man kein absoluter DC-Nerd ist. Die meisten dieser Figuren haben nicht viel zu tun, außer im Bild zu sein und dürfen als Ehrenstatisten höchstens mal etwas sagen. In aller Kürze: Ex-Green-Lantern Hal Jordan dreht durch und will als Parallax das Universum zerstören und nach eigenem Bilde wieder aufbauen, um damit auch die vielen Toten wieder zum Leben zu erwecken. Die Helden verhindern das zwar, aber erschaffen dann doch ein neues Universum, das im Grunde gleich ist und dann doch etwas anders.

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Red Claw entführt Alfred

Titel: The Lion and the Unicorn (dt. Der Löwe und das Einhorn)

Drehbuch: Diane Duane, Peter Morwood, Steve Perry

Erschienen: 1995 (Batman: The Animated Series S02E12)


Alfred Pennyworth bekommt einen Anruf von seinem Cousin Frederic, der ihn nach England bestellt. Der Butler fliegt hin, doch kaum ist er da, wird er auch schon von zwei Gaunern entführt. Die beiden waren einst gemeinsam Geheimagenten im Dienst Ihrer Majestät, nun will die Schurkin Red Claw den Geheimcode für den Abschuss einer Rakete von ihnen. Damit will sie die Regierung um fünf Milliarden Pfund erpressen – sonst ist London Geschichte. Natürlich weigern sich die patriotischen Briten, aber es gibt auch andere Methoden, sie zum Reden zu bringen. Weil wir uns hier in einer Kinderserie befinden, werden die beiden nicht gefoltert, sondern mit einem Wahrheitsserum traktiert.

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Batman und Robin als Ninjas im alten Japan

DC Comics

Titel: The Narrow Path

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Enrique Villagrán

Erschienen: 1994 (Robin Annual #3, 1994)


Auch das hat es mal gegeben: Batman und Robin als Krieger im alten Japan. Gleich zu Beginn muss sich Batman, der schwarze Ninja im Zeichen der Fledermaus, gegen eine Horde von Angreifern zur Wehr setzen. Mit dem Tötungsverbot ist es da nicht weit her, hier metzelt er einen nach dem anderen mit dem Schwert dahin. Doch als schon fast alle besiegt sind, trifft ihn ein Pfeil und schließlich bringt man ihn mit Gewehrschüssen zu Fall.

Warum nicht gleich so? Weil es so dramatischer ist und sein Schüler Tengu (Robin) es hören und herbeieilen kann. Sein Sensei gibt ihm den Auftrag, eine geheime Schriftrolle zu ihrem Herrn, den Daimyo Toyotomi Hideyori zu bringen. Außerdem ringt er ihm das Versprechen ab, niemanden zu töten, um ihn zu rächen.

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Das Ende des Golden Age: Batman #100 (1956)

DC Comics

Titel: Batmantown, U.S.A./The Hunters of Gotham City/The Great Batman Contest

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Batman #100)


Die erste Batman-Jubiläumsausgabe schaut auf dem Cover nicht nur auf ihr 16-jähriges Bestehen zurück, indem sie sechs historische Ausgaben zeigt, mit ihr endet auch das Golden Age. Natürlich ist es eine willkürliche Festlegung, orientiert am Auftritt von Batwoman in Detective Comics #233, aber es steht auch als Symptom dafür, dass Batman sich allmählich selbst historisch zu werden beginnt.

Auf dem Cover ist das Titelbild von Batman #1 reproduziert, die Neuerzählung des Origins in (Batman #47), als einziger Schurke ist der Joker repräsentiert, ansonsten sind drei wichtige Aspekte zu sehen: die Batcave (Batman #48), Batman als Tüftler am Batplane II (Batman #61) und Batman und Robin als Abenteurer bzw. Zirkusartisten, die mit einem Motorrad durch einen brennenden Ring springen. Vieles davon findet sich auch in den Storys des 100. Heftes wieder.

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Neue Batman-Comics: „Robin Lives“ und „Joker: The World“

DC Comics

Was wäre, wenn Jason Todd den Anschlag des Jokers überlebt hätte? Dann hätte es keinen Death in the Family gegeben, oder jedenfalls eins mit etwas anderem Ausgang. Nachlesen konnte man das im vergangenen Jahr in der „Faux-Simile Edition“ von Batman #428 (1988), als die bislang unveröffentlichen Alternativ-Seiten von Jim Starlin und Jim Aparo herausgegeben wurden. Nun hat DC eine vierteilige Miniserie angekündigt, die diese Story weitererzählt: From the DC Vault: Death in the Family: Robin Lives ist ein Vierteiler, geschrieben von J.M. DeMatteis und gezeichnet von Rick Leonardi. Das erste Variant Cover stammt von Mike Mignola, der auch die Cover der ursprünglichen Story gezeichnet hat. Hier vereint er die vier Motive zu einem. Die Miniserie startet am 10. Juli 2024. Eine Vorschau auf die ersten Seiten gibt es bei The Beat.

J.M. DeMatteis ist ein Veteran, der Batman-Storys wie Going Sane und Absolution geschrieben hat, aber auch die Crossover Spider-Man and Batman und Batman/Spider-Man sowie die Elseworlds-Story Speeding Bulletts. Mit Rick Leonardi wirkte er an Justice League: Gods and Monsters – Wonder Woman mit. Leonardi zeichnete auch einige Ausgaben von Batman Beyond.

DC Comics/Panini

Und da wir schon bei neuen Comics sind: Für den 17. September hat DC auch eine neue Anthologie angekündigt – Joker: The World. Wie schon bei Batman: The World (2021) werden Autoren und Künstler aus der ganzen Welt Kurzgeschichten beitragen. Diesmal ist mit Kamerun sogar der afrikanische Kontinent vertreten. Ansonsten gibt es Beiträge aus Argentinien, Brasilien, Italien, Japan, Korea, Mexiko, Polen, Spanien, Tschechien, der Türkei – und aus Deutschland. Aus letzterem schreibt Comedian Torsten Sträter eine Story, Ingo Römling zeichnet sie. Weitere Beteiligte sind Geoff Johns, Satoshi Miyagawa, David Rubin, German Peralta, Alvaro Fong Varela und Jason Fabok, der auch das Cover zeichnet. Der Band wird 184 Seiten umfassen.

>> Joker-Comics

Batman und der künstliche Mensch

DC Comics

Titel: The Synthetic Crime King

Autor/Zeichner: unbekannt/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #87), Hardcover 2023 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 10)


Der Wissenschaftler Professor Vilmer hat es vollbracht: Er hat einen synthetischen Menschen erschaffen. Nicht ganz so einfallsreich ist seine Namenswahl: Adam Newman. Er steckt ihn in ein grünes, hautenges Ganzkörperkostüm und erklärt ihm, Adam müsse regelmäßig eine gewisse Chemikalie trinken, um zu überleben. Dann schickt er ihn los, um eine Lieferung Iridium zu stehlen. Kein Problem, denn Adam hat übermenschliche Kräfte, keine Erinnerung und kein Gewissen. Batman erwischt ihn zufällig beim Diebstahl in einem fahrenden Zug, doch Adam entkommt.

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Die große Batman-Lüge

Im Jahr 1946 startete DC eine Serie mit dem Titel Real Fact Comics. Darin versuchte der Verlag, etwas für die Bildung seiner jungen Leser zu tun und stellte einige berühmte Persönlichkeiten vor, wie etwa den Entfesselungskünstler Harry Houdini und den Science-Fiction-Autor H.G. Wells, sowie Sportler und Wissenschaftler, erzählte aber auch andere „wahre Geschichten“.

In Ausgabe 5 (1946) brachte man auf fünf Seiten „The True Story of Batman and Robin“, in der erzählt wird, wie der Held entstanden sein soll. Gleich im ersten Panel sehen wir einen jungen Bob Kane am Schreibtisch sitzen, der selbstbewusst die Leser anschaut, Bob Kane allein wohlgemerkt – und das ist bereits die erste, aber bei weitem nicht die einzige Lüge. (mehr …)

Doppelter Batman gegen doppelten Teufel

Cover von Dave Gibbons (DC Comics)

Titel: Batman & Batman: Smell of Brimstone, Stench of Death

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Dave Gibbons

Erschienen: 1983 (The Brave and the Bold #200), Hardcover 2021 (Batman: The Brave and the Bold – The Bronze Age Omnibus Vol. 3)


Wir sind mit The Brave and the Bold noch lange nicht durch, aber als DC entschied, die Serie 1983 einzustellen, hat man sich für die 200. Ausgabe etwas Besonderes einfallen lassen: Kein Team-up, sondern eine Geschichte, die auf zwei Parallelwelten spielt.

Auf der einen ist Nicholas Lucien ein teuflischer Schurke mit dem Namen Brimstone (Schwefel), der gegen Batman und Robin im Stil des Golden/Silver Age kämpft. Das ist zwar schon einmal schief gegangen, aber diesmal soll es wirklich klappen. Doch wie die meisten Schurken dieser Zeit begeht er den Fehler, seine Verbrechen mit Hinweisen anzukündigen, die er der Polizei schickt. Mal sind es neun Ringe aus Dantes Inferno, die eine Sportarena als Tatort meinen, dann ein Stück angebranntes Papier auf eine Müllverbrennungsanlage, schließlich wird eine Fabrik für Fischköder zur Todesfalle, in die sich Batman nur zu gern locken lässt, damit es für uns spannend wird.

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Batwoman mit Superkräften

DC Comics

Titel: The Super-Batwoman/Super-Batwoman and the Super-Creature

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton, Jerry Coleman/Dick Sprang, Curt Swan

Erschienen: 1957/1961 (World’s Finest #90/117), Hardcover 2016/2019 (Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 1/2)


Was ist gefährlicher, als eine renitente Frau, die sich ständig in Männerangelegenheiten einmischt? Eine Frau mit Superkräften! Kathy Kane hört im Fernsehen, dass ein Verbrecher aus dem Knast ausgebrochen ist und nach einer versteckten Kapsel sucht, die ihm für 24 Stunden Superkräfte verleiht. (Diese stammt von Krypton, Jor-El hat sie für den Notfall erfunden, nach der Explosion des Planeten sind die Kapseln zufällig auf der Erde gelandet.) Kathy will helfen – trotz des Berufsverbots, das Batman ihr erteilt hat – und sieht auch die Gelegenheit, Batman endlich zu zeigen, was sie drauf hat. Als Batwoman rast sie auf ihrem Motorrad zum ehemaligen Versteck des Gauners, wo sie bereits Batman, Robin und Superman antrifft.

Chauvi Batman kommt wieder mit der alten Leier, das Unternehmen sei zu riskant für eine Frau. Nicht wegen der Gefahr für Leib oder Leben, sondern für ihre Geheimidentität. Wenn er diese herausgefunden habe, könnten das auch andere tun. Doch Batwoman gibt nur scheinbar auf, in Wahrheit findet sie den flüchtigen Verbrecher, und zwar zufällig genau in dem Moment, da er in einem verlassenen Chemiewerk die Wunderkapsel nehmen will, und schluckt das Zeug selbst, bevor das Schlimmste passieren kann.

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Batwomans Emanzipation im Silver Age

Batman #105/Detective Comics #286 (DC Comics)

Kathy Kanes erster Auftritt als Batwoman war nicht gern gesehen, jedenfalls nicht von Batman und Robin. Kaum tauchte sie auf, musste sie ihr Kostüm wieder einmotten. Doch Kathy ließ sich nicht lange unterdrücken, bald darauf kam sie wieder, denn sie bedauerte, zum Aufgeben gezwungen worden zu sein. Sie umgeht ihr Versprechen, indem sie ihr Kostüm zu einem Maskenball anzieht (The Challenge of Batwoman, Batman #105, 1957). Auf dem Weg dahin, auf dem Motorrad, sieht sie zufällig, wie Batman und Robin gerade Gauner jagen. Batman verstaucht sich den Fuß, ein maskierter Gauner (Curt Briggs) fällt von einem fahrenden Zug und verliert sein Gedächtnis. Batwoman erkennt Briggs als ehemaligen Athleten und geht davon aus, dass er in Wahrheit Batman sein müsse.

An ihren Detektiv-Skills muss Kathy noch arbeiten, aber durch die Verwechslung wird die Story in Gang gesetzt, in der Kathy versucht, der Selbstvergessenen zu Batman  zu machen. Sie steckt ihn in einem Kostüm und frischt mit Turnübungen sein Gedächtnis auf, dass er nie hatte. Dem echten Batman kommt das sogar entgegen, denn durch den falschen Batman scheint es nach außen so, als wäre der wahre Dunkle Ritter noch dienstfähig. Bruce kann derweil seinen Fuß auskurieren.

Unbewusst gibt Briggs den Verbrechensbekämpfern Hinweise auf die nächsten krummen Dinger, die die Bande plant, zuerst in einem Kunstmuseum, wo sich die Gauner (wo sonst?) in einem Modell des Trojanischen Pferdes verstecken. Nach dem verpatzten Einsatz fällt Briggs wieder alles ein, er spielt das falsche Spiel jedoch weiter mit. Im Chinatown Museum kommt es zum Showdown und es ist der wahre Batman, der Briggs durchschaut und ihn einfängt. Enttäuscht mottet Kathy ihr Batwoman-Kostüm wieder ein. Aber wie konnt er Batmans Fuß so schnell heilen? Konnte er nicht: Batman hat Kathy mit einer Prothese getäuscht.

Doch Kathy Kane gibt nicht so schnell auf.

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