Mike Mignola

Batman trifft Hellboy und Starman

Titel: Batman/Hellboy/Starman

Autor/Zeichner: James Robinson/Mike Mignola

Erschienen: 1999 (Zweiteiler); dt. Cross Kult 2011 (Hardcover)


Während der Joker sein Unwesen in Gotham treibt, wird Ted Knight, der erste Starman von Nazis entführt. Bruce Wayne ist Zeuge. Als Batman sich auf die Suche nach ihm machen will, steht plötzlich Hellboy auf dem Dach der Polizei von Gotham und bietet seine Hilfe an. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Informanten und die Spur führt nach Südamerika. Doch als der Joker wieder zuschlägt, muss Batman in Gotham bleiben – da kommt Jack Knight, der neue Starman, um Hellboy zu begleiten.

Wie die drei Helden zusammenkommen und wie Batman von Starman abgelöst wird, wirkt etwas bemüht. Es ist vor allem schade, dass die drei nicht am Ende zusammen kämpfen. Wie sie mit ihrem Problem fertig werden, geht all zu leicht und auch zu schnell. Aber das ist ein typisches Problem dieser Crossover, denen nur zwei Hefte gegeben werden: Da kann sich keine Story entfalten.

Es mag wohl an den sperrig-kantigen Zeichnungen von Mike Mignola liegen, der seine Panels in viele harte Schatten taucht, dass sich die Geschichte trotzdem nicht ganz so banal liest, wie sie zunächst klingt. Ja, das Ganze macht sogar Spaß, auch wenn das Gefühl zurückbleibt: Man hätte mehr draus machen können …

>> Liste der Batman-Crossover

In Gotham ist die Hölle los

DC Comics

DC Comics

Titel: The Doom that Came to Gotham (dt. Schatten über Gotham)

Autor/Zeichner: Mike Mignola, Richard Pace/Troy Nixey

Erschienen: 2000-2001 (Mini-Serie #1-3, Paperback 2015), dt. Panini 2001 (DC Premium, Bd. 1), Batman Collection: Mike Mignola (Panini 2012), DC Comics Graphic Novel Collection (Eaglemoss 2015)


„To save Gotham City … you must cut out its heart.“ (Harvey Dent)

„To prevail in this, Bruce Wayne must die … and through death become himself.“ (Etrigan)

Im Jahr 1928 entdeckt der Forscher Bruce Wayne auf einer Antaktis-Expedition ein verlorenes Schiff und einen Überlebenden, der ein Monster hütet. Wayne bringt den Mann aus dem Eis nach Gotham City – aber damit auch einen Vorläufer des Fluchs, der in der Stadt darauf wartet, befreit zu werden.

Was folgt, ist ein Mash-up aus H.P. Lovecraft, Hellboy und der Welt von Batman: Schlangenmenschen, Werwölfe und Tentakelriesen treffen auf Variationen von Mr. Freeze, Poison Ivy, Two-Face und Ra’s al Ghul. Eine Reptilienplage überzieht Gotham City. Eine Art Killer Croc tötet Menschen für den bösen Zweck. Und das alles nur, weil Gothams Gründerväter mal an ein paar satanischen Ritualen teilgenommen haben – unter anderem auch Thomas Wayne, der zwar lange leben darf, aber schließlich für den Fluch ermordet wird. Batman muss also Papas Fehler wiedergutmachen.

Batmans altmodisches Kostüm wird zwar in Mitleidenschaft gezogen, aber sonst hat er gegen seine Gegner am Ende leichtes Spiel. Zuvor scheut er nicht davor zurück, eine Pistole zu benutzen – seine Eltern wurden nämlich mit einem Messer abgestochen. Im Finale darf der Dämon Etrigan, der in höllenverwandten Storys obligatorisch ist, als Deus ex machina herhalten, um dieser Geschichte ein jähes Ende zu bereiten. Das alles wirkt nicht nur, wie schon mal gesehen: ganz ähnlich ist auch das unsägliche Haunted Gotham gemacht.

Leider ist The Doom that Came to Gotham nicht viel inspirierter oder gar spannender geraten. Immerhin die Zeichnungen sind passabel, wobei die Monster überzeugender gelingen als die Menschen. Man wird den Verdacht nicht los, dass es auch den Autoren darum ging. Batman wird am Ende nämlich buchstäblich zum Fledermausmann, was übrigens auch schon in Batman & Dracula und Bloodstorm vorgekommen ist.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Batman bei Panini: September und Oktober 2015

Panini Comics

Panini Comics

Endlich ist eines der größten Batman-Meisterwerke wieder auf deutsch erschienen: Mad Love. In der Geschichte, die zum DC Animated Universe gehört, erzählen Paul Dini und Bruce Timm die Entstehung der Joker-Gehilfin Harley Quinn und ist – im Gegensatz zu späteren Auftritten der Figur – ein großer Spaß. Zuletzt war die Story im Dino Verlag veröffentlicht worden. Angereichert ist der Band von Panini mit den Storys Batman: Harley and Ivy #1-3, Batman Adventures #12.

Am 15. September bringt der Verlag zum ersten Mal die Mini-Serie Gordon aus Gotham (Gordon of Gotham) heraus. Ich habe bereits den englischen Sammelband besprochen, der zwei weitere Mini-Serien rund um Gordon und die Polizei von Gotham enthält. Letzterer ist auch die Serie Gotham Central gewidmet. Deren erster Band (US-Ausgaben #1-5) soll am 22. September auf deutsch erscheinen. Batman spielt darin nur eine marginale Rolle. Neues von Batman gibt es mit dem Sonderband zu Arkham Manor (27.10.), eine Story, die an die Serie Batman Eternal anknüpft.

In der Eaglemoss DC Graphic Novel-Reihe ist zuletzt von Batman die Elseworlds-Geschichte Schrecken über Gotham (The Doom That Came to Gotham) von Mike Mignola erschienen (12.8.), es folgt demnächst Catwoman: Selinas großer Coup (26.8.) und im September die Alex Ross-Saga JLA: Justice in zwei Bänden (2./9.9.). Der Maler Ross hat bereits in den 90ern mit Kingdom Come und Marvels Heldenstatus erreicht.

Neue Batman-Comics: September bis Dezember 2015

DC Comics

Batman #40 (DC Comics)

Hier kommt eine neue Checkliste für alle Batman-Junkies, die heiß auf neuen Stoff aus den Staaten sind. Dies sind die Neuerscheinungen bis Ende 2015:

September:

  • Hush Noir Edition (Schwarz-weiß-Fassung des Klassikers von Jeph Loeb und Jim Lee)
  • Batman Beyond 2.0 Vol. 3: Mark of the Phantasm
  • Batman Year One Book & DVD Set (Comic und Animationsfilm in einem)
  • Batman Black and White Vol. 1 Book & DVD Set (Zum Comic wird der Anthologie-Film Gotham Knight beigelegt)

Oktober:

  • Batman Vol. 7: Endgame (Teil zwei des Joker-Epos von Scott Snyder und Greg Capullo!)
  • Batman Eternal Vol. 3
  • The Dark Knight Returns 30th Anniversary Deluxe Edition (beide Teile in einem Band, Teil 3 kommt im Herbst)
  • Year 100: Deluxe Edition (Elseworlds-Mini-Serie von Paul Pope)
  • Road to No Man’s Land (Prequel zum Niemandsland)
  • Showcase Presents: Batman Vol. 6 (Batman #229-244, Storys aus Detective Comics #408-426).

November:

  • Legends of the Dark Knight Vol. 5 (Anthologie mit Kurzgeschichten)
  • Absolute Batman The Court of Owls (enthält das gesamte Eulen-Epos, Batman #1-11)
  • Batman Arkham: Two-Face (Anthologie)
  • The Batman Adventures Vol. 3
  • Batman and Robin Vol. 7: Robin Rises
  • War Games Vol. 1 (Neuauflage, Prolog War Drums und Act One von War Games, 464 Seiten)

Dezember:

  • Batman vs Superman (160 Seiten, „some of the most incredible and memorable clashes“)
  • Batman/Superman Vol. 4
  • The Doom That Came to Gotham (Reprint der Elseworlds-Story von Mike Mignola)
  • Batman ’66 Vol. 4

„Bruce Wayne Is Jack the Ripper!“

Titel: Gotham By Gaslight/Master of the Future (dt. Schatten über Gothams Vergangenheit)

Autor/Zeichner: Brian Augustyn/Mike Mignola, Eduardo Barreto

Erschienen: 1989/1991 (One-shots, beide im Paperback 2006), dt. Carlsen 1990, Panini 2012 (Batman Collection: Mike Mignola, Bd. 1; nur Gotham by Gaslight)


„Gotham City is an overripe fruit … Fat, fetid, and fit to burst. Like London, it is a teeming, sweating, gibbering, monstrosity. A corrupt and decaying miasma fills the air. It is everything I could want.“ (Jack the Ripper)

„We need someone who is prepared for a mean tomorrow … and we need a champion for today.“ (Julie)

Im Jahr 1889 kommt Bruce Wayne von seiner Ausbildung aus Europa nach Gotham City zurück und beginnt sein Doppelleben als Vigilant Batman – samt Cape und Pelerine. Gleichzeitig ist ein Frauenmörder in der Stadt unterwegs, der der berüchtigte Jack the Ripper aus London zu sein scheint. Die Polizei verdächtigt zunächst Batman, dann Bruce Wayne. Weil James Gordon bei ihm, seinem Freund, die Tatwaffe findet, kommt Wayne vor Gericht und wird zum Tode verurteilt. Während er auf seine Strafe wartet, ermittelt er in seiner Zelle den wahren Mörder – und entlarvt, dass der Fall viel mit seiner eigenen Geschichte zu tun hat.

Gotham By Gaslight ist ein kurzweiliges Werk mit einem gelungenen Gothic-Setting, leider sind 48 Seiten jedoch nicht genug, um Charaktere, Stimmung oder Spannung entfalten zu können. Mignola erschafft einen düsteren Batman, der leider etwas zu kurz kommt. Aber der Ansatz ist interessant realisiert, weil der Autor das Motiv des Outlaws weiterdenkt und zu der Konsequenz führt, dass Wayne unschuldig im Knast landet (die Idee wird in der Storyline Murderer/Fugitive erneut aufgegriffen). Gotham By Gaslight gilt als die erste Elseworlds-Story, auch wenn sie noch nicht so genannt wurde (das Logo kam erst später mit Holy Terror). Die Geschichte machte Schule: Batman in anderen Epochen und anderen Rollen, häufig Mashups mit anderen literarischen Stoffen, bot viele Möglichkeiten für interessante Storys.

Leider gehört die Fortsetzung, Master of the Future, nicht unbedingt dazu. Nachdem Wayne Rache am Mörder seiner Eltern genommen hat, verstaubt das Batman-Kostüm in der Höhle. Doch sowohl James Gordon als auch Waynes Flamme finden, dass der Held nötig sei. Als bei einer Ausstellung ein Verrückter in französischer Parade-Uniform, Alexandre LeRoi, auftaucht, ist Batman wieder gefragt. Der Schurke prophezeit dem technischen Fortschritt der Menschheit eine Umweltkatastrophe, erklärt sich zum „Master of your future“ und zum „Man of Tomorrow“ und fordert auch so genannt zu werden – andernfalls werden alle sterben. Und weil ihn die Stadtoberen ignorieren, geht der Irre mit einem Luftschiff auf alle los. Batman rettet den Tag etc.

Die Grundidee dieser Steampunk-Story entbehrt leider zu sehr der Logik: Was will dieser LeRoi? Warum richtet er sich gegen den Fortschritt, wenn er selbst hochentwickelte Maschinen benutzt, wie etwa Roboter? Der Sinn dahinter besteht lediglich darin, dass Batman mit der Ankunft des neuen Jahrhunderts eine Bestimmung bekommt: nämlich Superschurken zu bekämpfen. „Our innocent days are over, Bruce“, sagt Waynes Geliebte Julie. „There are more maniacs like LeRoi out there, just waiting to prey on us.“ Deshalb gibt es auch eine Anspielung auf den Joker (eine Kanone mit Clownsfigur). Aber das alles wirkt zu bemüht. Ansonsten erinnert die Story an Detective Comics #33 (1939), wo nicht nur Batmans Ursprung zum ersten Mal erzählt wird, sondern wo er auch gegen den wahnsinnigen Carl Kruger kämpft, der die Menschen mit einem Luftschiff terrorisiert, weil er die Welt beherrschen will. Nicht zufällig sieht der Kerl so aus wie sein Vorbild Napoleon. Während man diese Story noch dem Zeitgeist geschuldet verzeihen kann, wirkt die modernere Adaption unmotiviert. Immerhin ist Master of the Future von Eduardo Barreto hübsch und anständig gezeichnet, wenn auch etwas zu gefällig – im Vergleich zu Mike Mignolas sperrigem Stil.

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