Robin

Batman und der künstliche Mensch

DC Comics

Titel: The Synthetic Crime King

Autor/Zeichner: unbekannt/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #87), Hardcover 2023 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 10)


Der Wissenschaftler Professor Vilmer hat es vollbracht: Er hat einen synthetischen Menschen erschaffen. Nicht ganz so einfallsreich ist seine Namenswahl: Adam Newman. Er steckt ihn in ein grünes, hautenges Ganzkörperkostüm und erklärt ihm, Adam müsse regelmäßig eine gewisse Chemikalie trinken, um zu überleben. Dann schickt er ihn los, um eine Lieferung Iridium zu stehlen. Kein Problem, denn Adam hat übermenschliche Kräfte, keine Erinnerung und kein Gewissen. Batman erwischt ihn zufällig beim Diebstahl in einem fahrenden Zug, doch Adam entkommt.

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Die große Batman-Lüge

Im Jahr 1946 startete DC eine Serie mit dem Titel Real Fact Comics. Darin versuchte der Verlag, etwas für die Bildung seiner jungen Leser zu tun und stellte einige berühmte Persönlichkeiten vor, wie etwa den Entfesselungskünstler Harry Houdini und den Science-Fiction-Autor H.G. Wells, sowie Sportler und Wissenschaftler, erzählte aber auch andere „wahre Geschichten“.

In Ausgabe 5 (1946) brachte man auf fünf Seiten „The True Story of Batman and Robin“, in der erzählt wird, wie der Held entstanden sein soll. Gleich im ersten Panel sehen wir einen jungen Bob Kane am Schreibtisch sitzen, der selbstbewusst die Leser anschaut, Bob Kane allein wohlgemerkt – und das ist bereits die erste, aber bei weitem nicht die einzige Lüge. (mehr …)

Doppelter Batman gegen doppelten Teufel

Cover von Dave Gibbons (DC Comics)

Titel: Batman & Batman: Smell of Brimstone, Stench of Death

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Dave Gibbons

Erschienen: 1983 (The Brave and the Bold #200), Hardcover 2021 (Batman: The Brave and the Bold – The Bronze Age Omnibus Vol. 3)


Wir sind mit The Brave and the Bold noch lange nicht durch, aber als DC entschied, die Serie 1983 einzustellen, hat man sich für die 200. Ausgabe etwas Besonderes einfallen lassen: Kein Team-up, sondern eine Geschichte, die auf zwei Parallelwelten spielt.

Auf der einen ist Nicholas Lucien ein teuflischer Schurke mit dem Namen Brimstone (Schwefel), der gegen Batman und Robin im Stil des Golden/Silver Age kämpft. Das ist zwar schon einmal schief gegangen, aber diesmal soll es wirklich klappen. Doch wie die meisten Schurken dieser Zeit begeht er den Fehler, seine Verbrechen mit Hinweisen anzukündigen, die er der Polizei schickt. Mal sind es neun Ringe aus Dantes Inferno, die eine Sportarena als Tatort meinen, dann ein Stück angebranntes Papier auf eine Müllverbrennungsanlage, schließlich wird eine Fabrik für Fischköder zur Todesfalle, in die sich Batman nur zu gern locken lässt, damit es für uns spannend wird.

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Batwoman mit Superkräften

DC Comics

Titel: The Super-Batwoman/Super-Batwoman and the Super-Creature

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton, Jerry Coleman/Dick Sprang, Curt Swan

Erschienen: 1957/1961 (World’s Finest #90/117), Hardcover 2016/2019 (Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 1/2)


Was ist gefährlicher, als eine renitente Frau, die sich ständig in Männerangelegenheiten einmischt? Eine Frau mit Superkräften! Kathy Kane hört im Fernsehen, dass ein Verbrecher aus dem Knast ausgebrochen ist und nach einer versteckten Kapsel sucht, die ihm für 24 Stunden Superkräfte verleiht. (Diese stammt von Krypton, Jor-El hat sie für den Notfall erfunden, nach der Explosion des Planeten sind die Kapseln zufällig auf der Erde gelandet.) Kathy will helfen – trotz des Berufsverbots, das Batman ihr erteilt hat – und sieht auch die Gelegenheit, Batman endlich zu zeigen, was sie drauf hat. Als Batwoman rast sie auf ihrem Motorrad zum ehemaligen Versteck des Gauners, wo sie bereits Batman, Robin und Superman antrifft.

Chauvi Batman kommt wieder mit der alten Leier, das Unternehmen sei zu riskant für eine Frau. Nicht wegen der Gefahr für Leib oder Leben, sondern für ihre Geheimidentität. Wenn er diese herausgefunden habe, könnten das auch andere tun. Doch Batwoman gibt nur scheinbar auf, in Wahrheit findet sie den flüchtigen Verbrecher, und zwar zufällig genau in dem Moment, da er in einem verlassenen Chemiewerk die Wunderkapsel nehmen will, und schluckt das Zeug selbst, bevor das Schlimmste passieren kann.

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Batwomans Emanzipation im Silver Age

Batman #105/Detective Comics #286 (DC Comics)

Kathy Kanes erster Auftritt als Batwoman war nicht gern gesehen, jedenfalls nicht von Batman und Robin. Kaum tauchte sie auf, musste sie ihr Kostüm wieder einmotten. Doch Kathy ließ sich nicht lange unterdrücken, bald darauf kam sie wieder, denn sie bedauerte, zum Aufgeben gezwungen worden zu sein. Sie umgeht ihr Versprechen, indem sie ihr Kostüm zu einem Maskenball anzieht (The Challenge of Batwoman, Batman #105, 1957). Auf dem Weg dahin, auf dem Motorrad, sieht sie zufällig, wie Batman und Robin gerade Gauner jagen. Batman verstaucht sich den Fuß, ein maskierter Gauner (Curt Briggs) fällt von einem fahrenden Zug und verliert sein Gedächtnis. Batwoman erkennt Briggs als ehemaligen Athleten und geht davon aus, dass er in Wahrheit Batman sein müsse.

An ihren Detektiv-Skills muss Kathy noch arbeiten, aber durch die Verwechslung wird die Story in Gang gesetzt, in der Kathy versucht, der Selbstvergessenen zu Batman  zu machen. Sie steckt ihn in einem Kostüm und frischt mit Turnübungen sein Gedächtnis auf, dass er nie hatte. Dem echten Batman kommt das sogar entgegen, denn durch den falschen Batman scheint es nach außen so, als wäre der wahre Dunkle Ritter noch dienstfähig. Bruce kann derweil seinen Fuß auskurieren.

Unbewusst gibt Briggs den Verbrechensbekämpfern Hinweise auf die nächsten krummen Dinger, die die Bande plant, zuerst in einem Kunstmuseum, wo sich die Gauner (wo sonst?) in einem Modell des Trojanischen Pferdes verstecken. Nach dem verpatzten Einsatz fällt Briggs wieder alles ein, er spielt das falsche Spiel jedoch weiter mit. Im Chinatown Museum kommt es zum Showdown und es ist der wahre Batman, der Briggs durchschaut und ihn einfängt. Enttäuscht mottet Kathy ihr Batwoman-Kostüm wieder ein. Aber wie konnt er Batmans Fuß so schnell heilen? Konnte er nicht: Batman hat Kathy mit einer Prothese getäuscht.

Doch Kathy Kane gibt nicht so schnell auf.

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Bruce Waynes Tante Agatha

DC Comics

Titel: Bruce Wayne’s Aunt Agatha

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1955 (Batman #89), Hardcover 2023 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 10)


Einige von euch kennen sicher Dick Graysons Tante Harriet Cooper, besonders bekannt durch die TV-Serie mit Adam West. Doch auch Bruce Wayne hat eine Tante, wie die Leser bereits 1955 erfahren durften. Bruce und Dick kommen gerade von einem Einsatz als Batman und Robin heim, da klingelt es an der Tür und sie steht vor ihnen: eine hagere alte Frau mit Brille und weißen Haaren. Jahre nicht gesehen, nun will sie eine Woche oder zwei bleiben.

Bruce kommt das ungelegen, er will die Verwandte wieder loswerden, erzählt ihr, Butler Alfred sei im Urlaub und sie hätten niemanden, der sie versorgt. Kein Problem, Tante Agatha bekocht sie halt. Als die Frau im Schaukelstuhl einschläft, wie das alte Frauen so machen, versuchen sich die beiden Jungs als Batman und Robin rauszuschleichen, da werden sie erwischt. Agatha denkt, sie wollen zu einem Kostümball, aber nicht ohne Gummistiefel und Schirm, es soll doch regnen.

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Wenn Computerspiele Realität werden

Detective Domics #635-637 (DC Comics)

Titel: Mind Games/Mind Control/Control Freak

Autorin/Zeichner: Louise Simonson/Jim Fern

Erschienen: 1991 (Detective Comics #635-637), Paperback 2023 (Batman: The Dark Knight Detective Vol. 7)


„He who defines reality defines sanity and madness as well.“

In Arkham wird ein junger Mann eingeliefert, der fixiert ist und einen sonderbaren Helm trägt. Bald darauf dreht ein gewisser Professor Powder durch, bricht aus und bedroht James Gordon und Sarah Essen mit einer Waffe, aber nur um ihn vor einer noch größeren Gefahr zu warnen. Batman ist sofort zur Stelle, doch dann bekommen alle Halluzinationen, der Schurke sieht einen Roboter, Batman ein Monster, doch die Verletzung, die es ihm zufügt, ist echt.

In der Batcave stellt sich heraus, dass das Monster aus einem Computerspiel stammt. Tim Drake kennt sie alle, der alte Computercrack und Zocker. Später verwandeln sich immer mehr Maschinen in Unwesen: Das Batmobil wird zum Hai, ein Bagger zu einem Dinosaurier, und auch der Dino der Batcave erwacht zum Leben. Batman und Robin finden heraus, dass sie dem nur entkommen können, wenn sie einer Spiellogik folgen. Dann tauchen je nach Bedarf irgendwelche Waffen oder Hilfsgegenstände aus dem Nichts auf.

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Batman verliebt sich

Titel: Batman Falls In Love

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1954 (Batman #87), Hardcover 2023 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 10)


Das Wort Liebe taucht in Batman-Titeln nur äußerst selten auf, in den ersten vier Jahrzehnten sogar nur zweimal, beide Male in den 50ern. Und irgendwie auch klar: Batman und Liebe haben miteinander nichts zu tun. Das gehört sich einfach nicht für einen einsamen Rächer, einen ewigen Junggesellen und vor allem in einer Bromance mit Robin. Man musste auch Rücksicht auf die Zielgruppe nehmen: Jungs wollen nichts von Mädchen lesen. Daher bekommen Frauen stets eine Abfuhr, auch wenn hin und wieder – zumindest bis 1954 – auch mal kurz mit Catwoman die Funken schlagen.

Nun aber verliebt sich Batman, und das kommt so: Die international bekannte Schönheit Magda Luvescu kommt nach Gotham (anscheinend so was wie ein Model) und eröffnet eine Ausstellung für nichts Geringeres als – Haushaltsgeräte. Nicht gerade ein ruhmreicher Auftritt, zeigt aber wo sich die Emanzipation in den USA der 50ern gerade befindet. Ein Wunder, dass sich Magda für so etwas hergibt, aber da sitzt sie dann tatsächlich zwischen einem Riesenmixer und einem Riesenrührgerät und gibt Auskünfte über ihr Liebesleben …

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Batman und der Zocker

Titel: Roulette’s Greatest Gamble

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Dick Sprang

Erschienen: 1953 (Batman #75), Hardcover 2020 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 8)


Reporterin Vicki Vale bekommt Besuch von einem Privatdetektiv, der ihr im Auftrag eines ominösen Mr. Roulette zwei gleich aussehende Pakete und einen Brief übergibt. Darin heißt es: In einem Paket bekommt sie 1000 Dollar, im anderen nicht. Vicki muss wählen. Sie wählt das richtige, doch als sie auch das andere öffnet, lösen sich weitere 1000 Dollar vor ihr auf. In einem zweiten Brief bekennt sich Mr. Roulette als leidenschaftlicher Zocker. Er spielt sogar um sein Leben. Vicki soll über ihn schreiben.

Die Reporterin will sich den Scoop nicht entgehen lassen und folgt der Einladung. In einem Anwesen trifft sie einen Mann in schwarzer Maske und roter Robe, der ihr erklärt, dass er sein gesamtes Haus zu einem Spiel auf Leben und Tod hat umbauen lassen. Überall könnten Fallen lauern, er selbst weiß nicht, welche Entscheidung ihn tötet. Warum? Weil das alte Glücksspiel es nicht mehr bringt und nur noch dieses ihm seinen Kick gibt.

Da tauchen Batman und Robin auf, um Vicki zu beschützen. Mr. Roulette kriegt einen Anruf, er greift zu einem von zwei Telefonen, das andere hätte ihn erschossen. Dann heißt es: Bloß weg von diesem Irren! Die Helden bringen die Journalistin in Sicherheit.

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Batman als Feuerwehrmann

Titel: The Third Alarm for Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1955 (Batman #96), Hardcover 2023 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 10)


Einmal wird das Batmobil sogar zum Feuerwehrauto: Batman und Robin spielen „Fire-Detectives“, um für Brandverhütung zu werben und um die Ursache hinter einer Reihe von Bränden zu finden. Seltsam ist nur der Grund dafür: Die Brände, sagt Batman, kosteten die Versicherungsunternehmen Millionen. Es geht also nicht primär um Schäden für die Besitzer oder gar die Gefahr für Leib und Leben, nein, es geht darum, die Kosten für Versicherer zu minimieren. Batman ist hier leider mal wieder kein Held des kleinen Mannes, sondern ein Beschützer der Reichen. (Daher geht es auch so oft um Juwelenraub – auch das kein Problem der Unterschicht.)

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