Batman

The Killing Joke als Gallery Edition

Graphitti Designs/IDW

2024 ist ein teures Jahr. Nicht nur wegen der Wirtschaftslage, sondern auch weil Batman-Fans viel abverlangt wird. Es ist ein Jahr, in dem man schon früh weiß, was auf dem Weihnachtswunschzettel stehen wird.

Nachdem im Sommer Batman: Year One eine Artist’s Edition bekommt, soll im September auch ein weiterer Klassiker in dem Format folgen: Brian Bolland Batman The Killing Joke And Other Stories & Art Gallery Edition. Neben der kompletten Titelstory und der Kurzgeschichte „An Innocent Guy“ aus Batman: Black and White #4, werden auch über 100 Cover (in Schwarzweiß und Farbe) sowie weitere Bolland-Werke enthalten sein:

  • Neun Seiten aus Batman #400 (1986)
  • Certified Safe ais MYSTERY IN SPACE #115 (7 Seiten)
  • Freeway of Fun Fear! aus THE OUTSIDERS #18 (8 Seiten)
  • The Princess & the Frog aus HEART THROBS #1 (5 Seiten)
  • The Prince & the Witch aus HEART THROBS #1 (eine Seite)
  • Fünf Seiten aus JUSTICE LEAGUE OF AMERICA #200

Hinzu kommen noch weitere Pin-ups und andere Zeichnungen, ein Nachwort von Bolland und eine Einführung von Letterer Richard Starkings. Insgesamt umfasst der Riesenband (ca. 50 mal 33 Zentimenter) von Graphitti Designs 280 Seiten und hat einen Coverpreis von 225 US-Dollar. (Wer bei WALT’S COMIC SHOP vorbestellt, bekommt ihn für 189,99 Euro.)

Außerdem bringt IDW im September die Neal Adams’ Classic DC Artist’s Edition heraus, die auf 232 Seiten Werke des Batman-Veteranen enthalten wird, darunter fünf komplette Comicausgaben wie Batman #232 (1971), den ersten Auftritt von Ra’s al Ghul. Coverpreis: 150 Euro. (Bei WALT’S COMIC SHOP nur 114,99 Euro für Vorbesteller.)

Bei Gallery bzw. Artist’s Editions handelt es sich um hochwertige Reproduktionen von farbigen Scans der Originalseiten. Dabei kann man den Schaffensprozess der Künstler nachverfolgen: Man sieht Bleistift, Tusche, Deckweiß und wo etwas korrigiert, aufgeklebt oder an den Rand geschrieben wurde. Zu Batman gibt es bereits Gallery Editions von The Dark Knight Returns, von Secrets von Sam Kieth sowie von Kelley Jones.

Von The Killing Joke sind neben der Deluxe Edition (mit neuer Kolorierung von Brian Bolland) auch eine Noir-Edition (in Schwarzweiß) sowie eine Absolute Edition erschienen, die beide Kolorierungen (die erste von John Higgins) und das Typoskript von Alan Moore enthält.

The Winning Card: Tod mit Ansage

DC Comics

Titel: The Winning Card

Autor/Zeichner: Tom King/Mitch Gerads

Erschienen: 2023 (Batman: The Brave and the Bold #1-2, 5, 9), Paperback 2024


„This is a damn waste of everyone’s time.“ (James Gordon)

Die Geschichte ist über 80 Jahre alt, ein echter Klassiker: Bei seinem ersten Auftritt (Batman #1, 1940) kündigt der Joker vier Morde an: Henry Claridge, Jay Wilde, Brute Nelson und Judge Drake. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sterben alle von ihnen. Selbst Batman kann nichts dagegen ausrichten. Im Jahr 2005 erzählten Ed Brubaker und Doug Mahnke die erste Begegnung von Batman und Joker neu (The Man Who Laughs) und zeitgemäß. Doch weil das Ganze fast 20 Jahre her ist und DC nichts Besseres einfällt, als uns dasselbe immer wieder zu verkaufen, machen es Tom King und Mitch Gerads noch einmal, nur leicht variiert.

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Legends of the Dark Knight: Sleeping

DC Comics

Deutscher Titel: Der große Schlaf

Autor/Zeichner: Scott Hampton

Erschienen: 1995 (Legends of the Dark Knight #76-78), Paperback 1998 (Other Realms); dt. Panini 2002 (DC Legends 4)


Ein Betrunkener kracht mit seinem Auto gegen Bruce Waynes Limousine. Bruces Körper landet im Koma und sein Geist im Land des namenlosen Schlafes, einer Art Geisterwelt, die explizit keine Traumwelt ist, aber durchaus an das Reich von Sandman erinnert. Der Herr dieser Welt erklärt ihm, er müsse dort etliche Aufgaben bestehen und in einen Feuersee tauchen, bevor er wieder zurückkehren könne. Und es besteht Lebensgefahr: Wenn er hier stirbt, ist es auch in der Realität für ihn aus.

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Batmans erste Liebe

DC Comics

Titel: Got a Date With an Angel/The Penny Plunderers

Autor/Zeichner: Steve Englehart/Javier Pulido, Graham Nolan

Erschienen: 1999 (The Batman Chronicles #19), Hardcover 2020 (Tales of the Batman: Steve Englehart); dt. Eaglemoss 2021 (Batman Graphic Novel Collection 53)


Es müssen nicht immer die großen Storys sein, die den größten Effekt haben. Im Gegenteil: Zu den besten Batman-Comics zählen oft die, die sich kurz fassen, denn Perfektion erzielt man am ehesten durch Reduktion, wenn man nichts mehr weglassen kann. Und so bleiben uns nicht die 100 Kapitel Knightfall in Erinnerung, sondern eher die kleinen Storys, die in einer Heftlänge oder weniger erzählt werden. So ist es auch hier, in der 18-seitigen Kurzgeschichte „Got a Date With an Angel“, die in Batmans Year One spielt, genauer gesagt an seinem vierten Tag als Batman.

Bruce Wayne hat vor vier Tagen eine Frau namens Viveca kennengelernt und mit ihr die Nacht durchgetanzt. Sie hat keine Ahnung, was er seitdem getrieben hat, und er will es ihr auch nicht verraten. Nun verabredet er sich mit ihr für die nächste Mitternacht, doch dann kommt ihm das Vigilantentum in die Quere, er meldet sich erst 15 Minuten zu spät, sie will nicht auf ihn warten und gibt ihm noch eine Chance für morgen.

Eine Nacht später muss er absagen, beim dritten Mal schafft er es rechtzeitig zum Date, es wird wieder getanzt. Doch kaum ist Bruce wieder zu Hause, findet er heraus, dass seine halbherzigen Taten als Batman verheerende Konsequenzen hatten. Schwer getroffen ruft er Viveca an und macht Schluss mit ihr. Seine Ausrede ist eine Notlüge von tieferer Wahrheit: „There is someone else.“

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Batman und Robin als Ninjas im alten Japan

DC Comics

Titel: The Narrow Path

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Enrique Villagrán

Erschienen: 1994 (Robin Annual #3, 1994)


Auch das hat es mal gegeben: Batman und Robin als Krieger im alten Japan. Gleich zu Beginn muss sich Batman, der schwarze Ninja im Zeichen der Fledermaus, gegen eine Horde von Angreifern zur Wehr setzen. Mit dem Tötungsverbot ist es da nicht weit her, hier metzelt er einen nach dem anderen mit dem Schwert dahin. Doch als schon fast alle besiegt sind, trifft ihn ein Pfeil und schließlich bringt man ihn mit Gewehrschüssen zu Fall.

Warum nicht gleich so? Weil es so dramatischer ist und sein Schüler Tengu (Robin) es hören und herbeieilen kann. Sein Sensei gibt ihm den Auftrag, eine geheime Schriftrolle zu ihrem Herrn, den Daimyo Toyotomi Hideyori zu bringen. Außerdem ringt er ihm das Versprechen ab, niemanden zu töten, um ihn zu rächen.

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Legends of the Dark Knight: Engines

DC Comics

Deutscher Titel: Maschinen

Autor/Zeichner: Ted McKeever

Erschienen: 1995 (Legends of the Dark Knight #74-75); dt. Carlsen 1998


Ein Mann im Schlachthaus. Ein selbsternannter Niemand, ohne Leidenschaft, Freunde oder Anteilnahme, arbeitet an seiner eigenen Selbstauflösung. Er stellt sich vor, wie all das vergossene Blut der Opfer, zusammen mit Alkohol und Chemikalien in der Kanalisation zusammenlaufen und eine Maschine nähren, wodurch die Toten wiederauferstehen. Er kauft sich Waffen und bringt Leute um, die es seiner Meinung nach verdienen, weil sie andere am natürlichen Verfall stören.

Batman ist ihm auf der Spur, rettet ihn vor einem Zug und es kommt zum Duell. Dem Mann erscheint er mal wie ein Dämon des Mondes, dann wie ein weißer Ritter der Sonne, der am Ende in der Kanalisation gegen ein Maschinenmonster kämpft …

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Das Ende des Golden Age: Batman #100 (1956)

DC Comics

Titel: Batmantown, U.S.A./The Hunters of Gotham City/The Great Batman Contest

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Batman #100)


Die erste Batman-Jubiläumsausgabe schaut auf dem Cover nicht nur auf ihr 16-jähriges Bestehen zurück, indem sie sechs historische Ausgaben zeigt, mit ihr endet auch das Golden Age. Natürlich ist es eine willkürliche Festlegung, orientiert am Auftritt von Batwoman in Detective Comics #233, aber es steht auch als Symptom dafür, dass Batman sich allmählich selbst historisch zu werden beginnt.

Auf dem Cover ist das Titelbild von Batman #1 reproduziert, die Neuerzählung des Origins in (Batman #47), als einziger Schurke ist der Joker repräsentiert, ansonsten sind drei wichtige Aspekte zu sehen: die Batcave (Batman #48), Batman als Tüftler am Batplane II (Batman #61) und Batman und Robin als Abenteurer bzw. Zirkusartisten, die mit einem Motorrad durch einen brennenden Ring springen. Vieles davon findet sich auch in den Storys des 100. Heftes wieder.

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Batwoman gegen Batman

Titel: Batwoman Vol. 4: This Blood is Thick

Autor/Zeichner: J.H. Williams, W. Haden Blackman/Trevor McCarthy u.a.

Erschienen: 2013 (Batwoman #18-24), Hardcover 2014, Omnibus 2021


Director Bones, der Chef des Department of Extranormal Operations (D.E.O.), hat Kate Kanes Schwester Elizabeth (die Schurkin Alice aus Elegy) wiederbelebt und hält sie gefangen. Nun zwingt er Kate dazu, als Batwoman Batmans Identität aufzudecken, da er ihn für eine nationale Bedrohung hält. Dann bekommt sie unerwartet Hilfe von ihrer Familie, ihrem Vater, ihrer Cousine Bette (Flamebird/Hawkfire) und ihrer Verlobten Maggie Sawyer. Dann rekrutiert Batwoman Bane und andere Schurken, um Batman eine Falle zu stellen – es kommt zum großen Showdown mit dem Verrat am Vorbild.

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Neuauflage für „Batman: The Cult“

DC Comics

Wenn vom Batman der späten 80er die Rede ist, dem Beginn von Batmans Moderne, dann ist immer wieder nur von vier Klassikern die Rede: The Dark Knight Returns, Year One, Arkham Asylum und A Death in the Family. Doch ein fünfter Comic wird dabei meist vergessen: The Cult von Jim Starlin und Bernie Wrightson (1988). Darin geht es um den Prediger Deacon Blackfire, der eine Armee von Obdachlosen um sich schart und eine Schreckensherrschaft in Gotham errichtet. Batman wird an die Grenzen seiner Psyche getrieben.

Diese Story ist in vielerlei Hinsicht so viel stärker und interessanter als die von Jason Todds Tod, dass man sich wundern muss, warum sie seit einem Paperback von 1991 nicht erneut aufgelegt worden ist. Eine erste deutsche Ausgabe erschien 1989 im Norbert-Hethke-Verlag, 2022 brachte Panini eine Deluxe Edition heraus, aber während DC all seine anderen Klassiker immer wieder neu auflegt und auch viel minderwertiges Material nachdruckt, ignorierte der Verlag The Cult mehr als 30 Jahre lang völlig. Nun aber die frohe Botschaft: Im Oktober soll endlich das Original in einer Deluxe Edition erscheinen. Preis: 39,99 US-Dollar. Jauchzet und frohlocket! Jeder Batman-Fan sollte dieses Buch gelesen haben.

Leider wird aber anscheinend nur die vierteilige Miniserie enthalten sein. Dabei könnte man bei der Gelegenheit auch zwei weitere Batman-Comics von Bernie Wrightson einfügen: Swamp Thing #7 (1973) und die Solomon-Grundy-Story „Splash“ aus Hidden Treasures (2010). Vielleicht mal in 30 Jahren. Wer sich nicht gedulden mag, Geld und Platz sparen will, kann sich die vier Cult-Ausgaben auch günstig digital kaufen.

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Generation Joker: Künstliche Intelligenz als Vaterersatz

DC Comics/Panini

Titel: Batman White Knight Presents Generation Joker

Autoren/Zeichnerin: Sean Murphy, Katana Collins, Clay McCormack/Mirka Andolfo

Erschienen: 2023 (Miniserie #1-6), Hardcover 2024; dt. Panini 2024


Was bisher geschah, könnt ihr in White Knight, Curse of the White Knight und Beyond the White Knight nachlesen – ich setze hier mal voraus, dass ihr eure Hausaufgaben gemacht habt, also bitte keine Spoiler-Panik.

In Generation Joker geht es mal wieder um Harley Quinn und ihre beiden Kinder, Bryce und Jackie, die sie einst mit dem Joker bzw. Jack Napier gezeugt hat. Jack ist tot, die Kinder vermissen ihren Vater, würden ihn gern kennenlernen. Da kriegen sie ein Gerät in die Finger, das ihn wiederauferstehen lässt, als künstliche Intelligenz in Hologrammform. Der Vater löst sich allerdings langsam auf, daher büxt er mit ihnen und dem Batmobil aus, um ihnen die Orte seiner Vergangenheit zu zeigen und eine Lösung für das Problem zu finden. Harley versucht daraufhin, sie wieder einzufangen.

Doch dann taucht das FBI auf, vertreten durch Agent Prince (Wonder Woman) und John Stewart (Green Lantern, aber ohne Ring) und sie wollen an das Gerät. Dann kommt noch die andere (Ex-)Harley Quinn dazu, Marian Drews alias Neo Joker, alias „Nenn-mich-nicht-so“, also bekommt sie hier den Namen Riot verpasst (was im Deutschen so unnötig wie schief mit „Krawall“ übersetzt wird). Es gibt auch Wiedersehen mit Batman Bruce und einigen anderen Schurken wie Poison Ivy, Mister Freeze und Two-Face …

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