Batmans böses Omen

DC Comics

Titel: Resurrection Night

Autor/Zeichner: Doug Moench/George Perez, Joe Kubert, Bill Sienkiewicz, Brian Bolland, John Byrne u.a.

Erschienen: 1986 (Batman #400)


Zur 400. Ausgabe von Batman hat DC ein 60-seitiges Jubiläumsheft mit einem All-Star-Aufgebot herausgebracht. Nicht nur eine Reihe bekannter Zeichner, sondern auch alle klassischen Schurken tauchen in der Story von Doug Moench auf.

Zeitgleich werden die Insassen von Arkham und Blackgate befreit. Batmans Erzfeinde schlüpfen in ihre Kostüme und entführen Vicky Vale, Harvey Bullock sowie Julia und Alfred Pennyworth. Dann übernimmt der Joker zusammen mit Pinguin und Mad Hatter das Polizeipräsidium und erklärt Commissioner Gordon zur Geisel.

Hinter der Aktion steckt Ra’s al Ghul. Er will – mal wieder – Batman auf seine Seite ziehen. Ra’s bietet ihm an, ihm zu helfen, alle Schurken auf einmal zu fassen oder auch zu töten. Auch wenn Batman das Angebot ausschlägt, gerät er doch in Selbstzweifel, seine Mühe könnte vergeblich sein. Selbst Alfred interpretiert Batmans Feldzug als Scheitern, denn es sei ihm nicht gelungen, seine Gegner zu resozialisieren. Am besten wäre eine Welt, die keine Gefängnisse nötig hat – aber damit setzt er die Messlatte ins Unerreichbare.

Robin und Catwoman unterstützen Batman als Sidekicks. Wie immer taucht Talia als Helferin in der Not auf, verschwört sich gegen ihren Vater und erklärt: Ra’s will Batman nicht wirklich bekehren, sondern ihn als Mann zerstören, er will seinen Geist brechen.

Und hier wird es interessant. Denn in gewisser Weise nimmt die Story (wissentlich oder nicht) viele weitere wichtige Ereignisse der späteren Jahre vorweg. Eine ähnliche Agenda wird Bane in Knightfall (1993) haben und sogar ähnlich vorgehen. Auch er wird die Arkham-Insassen befreien, was sich später auch durch das Beben wiederholen wird. Und Killer Croc spricht in Batman #400 sogar davon, Batmans Rückgrat brechen zu wollen.

Mehr noch: Ra’s Geheimversteck unter einer Windmühle wird von einem Erdbeben zerstört. Und als kurz darauf Batman mit seinen befreiten Freunden in der Bathöhle sein Jubiläum feiert (nicht gesagt wird, wie viele Jahre Batman im Dienst ist), setzt ein Nachbeben ein, das einen Stalaktiten von der Höhlendecke abbrechen und in die Torte fallen lässt. „An omen?“, fragt Robin, wie damals Bruce, als die Fledermaus in sein Fenster geflogen kam. „Yes“, sagt Batman. „A single ‚candle‘ … to mark the first night of a new beginning … an nothing, my friends — to laugh about.“ Es wirkt, als würde Batman bereits voraussehen, dass die Höhle ein Jahrzehnt später zusammen mit Gotham City bei einem Beben zerstört werden wird.

Man kann einwenden, dass Batman nur meint, es gehe eine Ära zu Ende, weil das DC-Universum nach der Crisis on Infinite Earths neu geordnet wird. Aber selbst dann drückte Batman den Pessimismus aus, dass alles noch schlimmer werden würde. Man kann auch einwenden, es sei unwahrscheinlich, dass ein Autor die Doug Moench so weit vorausgeplant hat. Aber darum geht es nicht: Im Rückblick erscheint diese Story prophetisch – und sei es nur durch schieren Zufall.

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics
>> Detective Comics #500

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