Die letzte Batman-Geschichte

batman 300

DC Comics

Titel: The Last Batman Story–?

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Walt Simonson

Erschienen: 1978 (Batman #300)


Als DC 1978, ein Jahr vor dem 40-jährigen Jubiläum, auf die 300. Ausgabe von Batman kam, tat man so, als würde man die „letzte Batman-Geschichte“ erzählen. Also erfand man ein Zukunfts-Szenario im Stil der Imaginary Stories der 50er: Die Menschheit hat sich weiterentwickelt, man hat Krankenhäuser im Weltall und eine Viertage-Woche, aber bei den Helden ist fast alles gleich geblieben: Batman zwar ist gealtert, aber immer noch im Dienst, sein Kostüm ist dasselbe, Dick Grayson ist erwachsen, führt Waynes Firma, aber hängt immer noch in seiner Rolle als Robin fest.

Als er einem zwielichtigen Typen versagt, seinen Oldtimer zu verkaufen, rächt er sich mit Sabotage-Akten. Eine Ermittlerin, die Dick schickt, wird schwer verletzt. Dann kommt es zu einem Attentat auf sie. Batman und Robin ermitteln nach alter Detektiv-Manier und stoßen auf eine kunterbunte Geheimgesellschaft …

Wenn das die letzte Batman-Story sein soll, dann fehlt es ihr deutlich an Nostalgie, Wehmut und Abschiedscharakter. Im Grunde ist es nur eine beliebige Detektiv-Geschichte – und das nicht mal eine besonders aufregende. Dass sie in der Zukunft spielt, trägt nichts Essenzielles bei. Nur kurz befriedigt Batman die Neugier der Leser, indem er sagt, dass der Joker und Two-Face lange nicht mehr ausgebrochen und auf dem besten Weg der Rehabilitation seien, Catwoman wurde zuletzt in Katmandu gesichtet (Kalauer ahoi!) und was aus dem Riddler geworden ist, bleibt ein – Rätsel … Oje!

Am Ende beendet Batman seine Karriere und beginnt eine neue in der Politik: Er will Gouverneur werden. Und er will heiraten, aber wen, das erfahren wir aus unerklärlichen Gründen leider nicht. Man kann sich daher zurecht veralbert vorkommen von dieser „letzten Batman-Story“, die nicht mal gut genug für eine Jubiläumsgeschichte ist. 34 Seiten mäßig interessante Schnitzeljagd und ein paar Brosamen Fanservice – darauf kann man getrost verzichten. Um nicht zu sagen: Das ist das Letzte.

Deutlich gelungener, bis hin zum Genialitätsverdacht ist Neil Gaimans „letzte Batman-Geschichte“ von 2009: „Whatever Happened to the Caped Crusader?

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