Coverwahn

Jetzt geht es mit DC Comics völlig durch: Zum ersten internationalen Batman-Tag am 26. September 2015 bringt der US-Verlag von seinem Gratis-Comic ganze 14 Variant-Cover. Es wird sich um eine Special Edition von Endgame handeln (wahrscheinlich den ersten Teil, wie auch in Deutschland), interessanter dürfte aber die achtseitige Vorschau auf die neue wöchentliche Serie Batman and Robin Eternal werden. Leider sind die meisten Variants bereits bekannte Cover von anderen Heften.

Noch ausschweifender wird der Variant-Wahn am 25. November, wenn der erste Teil von Frank Millers und Brian Azzarellos Dark Knigh III – The Master Race erscheint. DC hat hierfür 37 (!) verschiedene Cover angekündigt  – vorläufig! So ziemlich jeder, der in den vergangenen Jahrzehnten Batman gezeichnet hat und noch einen Bleistift halten kann, darf einmal ran: Neal Adams, Lee Bermejo, Brian Bolland, Greg Capullo, David Finch, Gary Frank, Kelley Jones, Francis Manapul, Eduardo Risso, Tim Sale – um nur einige der Größten zu nennen. (Hier die ganze Liste.) Jedes Variant wird jeweils bei einem anderen Händler verfügbar sein.

Die ersten beiden Cover, die DC veröffentlicht hat, stammen von Jae Lee und Sean Murphy. Das eine zitiert das berühmte Blitz-Cover von Frank Miller zu The Dark Knight Returns, das andere zeigt einen gepanzerten Batman, der einen blutenden Superman zu Boden drückt. Eindrucksvoll sind solche Hommagen immer wieder, wie schon beim ersten Variant und dem ersten Promo-Bild. Aber man kann es mit der Fülle auch übertreiben. Die Hardcore-Sammler werden müssen dieses Mal besonders tief in die Tasche greifen, wenn sie alles haben wollen. (Ja, solche gibt es.) Ein kalkulierter Bestseller ist nicht genug. So erzeugt man Megaseller. Und die Marketingmaschine läuft so heiß, dass die Erwartungen nicht größer sein könnten.

Ehrlich währt am längsten

Oft ist es so: Man schaut sich einen Film an, findet ihn schlecht, verdrängt ihn, aber nach einer gewissen Zeit lässt das Trauma nach und man gerät wieder in Versuchung, sich den Film in Erinnerung zu rufen oder ihm „noch eine Chance“ zu geben – als ob er mit der Zeit besser würde. Wird er aber nicht. Wer sich Filme ansieht, die er als Kind mochte, wird meistens enttäuscht. Und so ist es auch mit anderen Kinosünden. Wie etwa Joel Schumachers Batman & Robin (1997). Es gibt eine Alternative dazu, seine Lebenszeit damit zu verschwenden, um einzusehen, wie missraten, lächerlich und unnötig dieses Machwerk ist: man schaut den Honest Trailer. In vier Minuten wird man an dieses Verbrechen erinnert und dabei köstlich unterhalten. Anders als im Original zünden die Pointen. Erneut bestätigt sich: manchmal sind Trailer die besseren Filme. Besonders die ehrlichen.

Batman-Splitter #3: Batmobile

Die große Auswahl. (Hush)

Die große Auswahl: Hush. (DC Comics)

„Let’s take the car“, sagt Batman zu Nightwing in Hush. Und dann kommt die großartige Doppelseite, auf der Nightwing antwortet: „Great. Which one?“ Die Halle in der Bathöhle ist voll davon. Zehn Batmobile aus über 60 Seiten Comic- und Filmgeschichte. Fanherzen schlagen höher, Nerds können ihr unnützes Wissen beweisen, indem sie jedes Autos einordnen und das Jahr nennen. Später, in Frank Millers All-Star Batman, zeichnet Jim Lee eine noch größere Bathöhle samt Garage.

Das erste Batmobil: eine rote Limousine.

Das Batmobil ist das Traumauto schlechthin. Es hat alles, was man sich von einem Auto wünschen kann und mehr – und es hat sich wahrscheinlich öfter verändert als der Batmans Anzug. Unzählige Versionen gab es in Comics, Filmen und Serien. Jeder Zeichner hat seine eigene gemacht, manche sogar mehrere, sogar innerhalb des gleichen Comics. Mal ist es eine Limousine, mal ein Sportwagen, mal ein klobiger Panzer, mal ein Fluggerät.

Verfahren: Batmans schwarzes Cabrio (Detective Comics #37, 1940)

Von Anfang an (Detective Comics #27) gehörte es zu Batman dazu. Allerdings war es nicht immer schwarz. In den ersten Abenteuern war es mal eine rote Limousine, mal ein schwarzs Cabrio (das aber sehr blau wirkte).

Erstmals wird Batmans Auto Batmobil genannt: Detective Comics #48.

Erst 1941, in Detective Comics #48, wird es allerdings „Batmobile“ genannt. Da ist es rot und hat eine gelbe oder goldene Fledermaus als Kühlerfigur. Im gleichen Jahr wird es wieder schwarz und bekommt seinen „Kopf“ und seine Heckflosse verpasst.

Batmobil mit „Bat-Head“ (Batman #5, 1941)

Im Jahr 1950 (Detective Comics #156) wird es bei einem Einsatz zerstört und durch ein High-Tech-Batmobil ersetzt: mit Raketenantrieb, Radar, Rauchkanone und integriertem Labor. Das Batmobil ist leichter und schneller. Es ist allen anderen Autos auch angeblich um zehn Jahre voraus.

Das neue Batmobil: Detective Comics #156 (1950)

Seitdem variieren die Komponenten, aber meist bleibt es bei schwarz – selbst in der bunten wie albernen 60er-Jahre-Serie und dem Film mit Adam West. Dieses Batmobil basiert auf dem Lincoln Futura, einem Konzeptauto aus dem Jahren 1954/1955. Es nicht nur einen Raketenantrieb, sondern auch einen Fallschirm, um eine Vollbremsung hinzulegen, einen Rammbock und etliche andere Gadgets wie eine Diebstahlsicherung.

Batmobil aus dem 66er-Film.

In den Comics der 70er, 80er und 90er ist das Batmobil meist ein Sportwagen, was allein vom praktischen Nutzen her am meisten Sinn ergeben dürfte.

Die wohl elegantesten und schnittigsten Wagen sind (meiner Meinung nach) die aus dem Burton-Filmen und aus den 90er-Jahre Zeichentrickserien. Es sind hochgerüstete High-Tech-Maschinen, die nahezu unzerstörbar sind. Natürlich gilt auch da: Ohne Raketenantrieb geht nichts.

1986 lässt Frank Miller seinen The Dark Knight Returns einen gewaltigen Panzer fahren, der Gummigeschosse gegen die Mutantenbande schießt.

Zwei Jahrzehnte später setzt Christopher Nolan in seinen Filmen (Batman Begins, The Dark Knight) einen ähnlichen Kampfwagen ein, der fürs Militär gebaut wurde und kaum noch Ähnlichkeit mit den klassischen Batmobilen hat. Als der zerstört wird, löst Batman ein Motorrad aus ihm heraus: den Batpod. Und Zack Snyder geht in Batman v Superman: Dawn of Justice noch einen Schritt weiter Richtung Miller. Sein Batmobil ist ein Ungetüm von einem Gefährt, das einzig für den Krieg gemacht zu sein scheint – für den Krieg gegen Superman.

Batmobil in Batman and the Monster Men (2006)

Jeder Zeichner hat seine eigene Version. In jüngerer Zeit entwickelt sich das Batmobil zu einem wahren Alleskönner. Es lernt sogar fliegen, wie man bei Frank Millers All-Star Batman und später in Grant Morrison Batman & Robin von sehen kann.

Fliegendes Batmobil (All-Star Batman)

Bei Scott Snyder und Greg Capullo nimmt das Batmobil futuristische Formen an, aber im Zero Year lassen sie es ganz nostalgisch zu einer Art blauem Oldtimer-Rennwagen werden.

Im Film The Batman von Matt Reeves wird das Batmobil zu einem sehr schlichten Sportwagen – ganz in alter Comictradition, aber mit einem großen Unterschied: ohne jegliche Fledermaussymbolik.

Das neue Batmobil (Quelle: Matt Reeves/Twitter)

Einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Batmobile gibt es unter batmobilehistory.com. Einen sehr gelungenen Dokumentarfilm findet man auf der Blu-ray zu The Dark Knight Rises. Der Eaglemoss-Verlag bietet nun eine Sammelreihe von Batmobil-Modellautos an.

(Hinweis: Dieser Artikel wurde am 6.3.2020 aktualisiert.)


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Leonardos Dämon

DC Comics

DC Comics

Titel: Black Masterpiece

Autor/Zeichner: Doug Moench/Frederico Cueva

Erschienen: 1994 (Batman Annual #18)


„Man, I have learned, is not inspired by the divine alone. Man is guided, as well, by a darker force.“ (Leonardo da Vinci)

Leonardo da Vinci hat nicht nur die Mona Lisa gemalt, sondern auch ein paar Geräte entworfen, zum Beispiel Fluggeräte, auf der Basis von Vogelstudien. Beim Selbstversuch brach sich sein Assistent Tommaso Masini ein Bein (oder auch einige Rippen). Der Entwurf für das Fluggerät ähnelt jedoch nicht den Schwingen eines Vogels, sondern denen einer Fledermaus. Das brachte Autor Doug Moench auf die Idee für eine Batman-Elseworlds-Story.

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In Black Masterpiece werden all diese Versatzstücke zusammengeworfen: Parallel werden zwei Geschichten erzählt. Die eine, die in der Gegenwart spielt, handelt von einem Raub der Mona Lisa in Gotham (als ob der Louvre sein wertvollstes Stück jemals verleihen würde), die andere handelt vom Making of des Bildes. Leonardo malt die Frau eines anderen, mit der er eine Affäre hat, während sein Schüler Tomas daran verzweifelt, nie das Genie seines Meisters zu erreichen. Tomas stammt aus dem Haus der Medici und hat seine Eltern bei einem Mordanschlag verloren. Als Mona Lisa von ihrem eifersüchtigen Mann in einem Turm gefangen gehalten wird, benutzt Tomaso das von Leonardo erfundene Fluggerät – und zieht sich passend dazu ein Fledermauskostüm an. So wird er zu „Leonardos Dämon“. Parallel macht der Batman der Gegenwart etwas ganz Ähnliches … Am Ende wissen wir, warum Mona Lisa lächelt, wer früher noch auf dem Bild zu sehen war und was ein Pentimento ist.

Batman von Leonardo Da Vinci in Rom (Foto: Lukas Gedziorowski)

Batman von Leonardo Da Vinci in Rom (Foto: Lukas Gedziorowski)

Das Ganze liest sich so banal wie es klingt. Die Story mag sich als Hommage, Gedankenspiel und Ausflug in die Kunstgeschichte und Philosophie verstehen, wird aber mit dem Holzhammer erzählt. Vielleicht hätte sie besser funktioniert ohne die Analogie zur Gegenwart und diesen lächerlichen Kunstraub, bei dem ein Kunstliebhaber zum Ikonoklasten wird. Die Zeichnungen sind ebenso fade, allein der in Leder gekleidete Batman des 16. Jahrhunderts macht eine gute Figur. Um nicht zu sagen: Sein Anblick ist das einzige, was an dieser weit hergeholten und albernen Story Freude macht.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Batman tappt im Dunkeln

DC Comics

DC Comics

Titel: Broken City (dt. Kaputte Stadt)

Autor/Zeichner: Brian Azzarello/Eduardo Risso

Erschienen: 2003-2004 (Batman #620-625, Paperback 2004), dt. Panini 2012


„I wouldn’t fret over it too much, detective. After all, what makes four a better story than the one that got away?“ (Little Boy)

Batman sucht Angel Lupo, einen kleinen Fisch, der Autos geklaut hat. Er soll seine Schwester hat umbringen lassen. Von Killer Croc. Als Batman Lupo nahe kommt, haut dieser ab – und hinterlässt zwei weitere Leichen, nämlich die Eltern eines Jungen – auf offener Straße. Das kann Batman erst recht nicht auf sich beruhen lassen. Also mischt er die ganze Stadt auf, um den Täter zu kriegen. Schließlich ist auch die ganze Stadt – Unterwelt wie Polizei – hinter Lupo her.

Brian Azzarello und Eduardo Risso (100 Bullets) erzählen eine Batman-Story in bester, klassischer Noir-Manier. Die Nähe zu Frank Miller ist vor allem grafisch unverkennbar, zuweilen erinnert das Setting sehr an seinen Dark Knight oder Sin City. In gewisser Weise ist es das Gegenstück zu dem überbordenden Hush von Loeb und Lee: Auch hier trifft Batman auf eine Reihe der üblichen Verdächtigen (Croc, Pinguin, Scarface, Joker) sowie einige neue (Fatman und Little Boy), die er nach dem Verdächtigen befragt, aber anders als bei Hush ist hier alles düster und in gedeckten Farben gehalten und es geht auch nicht um das große Ganze, ein Riesenkomplott oder ähnliches.

Darin liegt der Reiz der Story: Batman kümmert sich um einen kleinen Fall, aber begeht dabei große Fehler – er tappt auch buchstäblich im Dunkeln, weil er sich von persönlichen Gefühlen in die Irre leiten lässt. Azzarello konzentriert sich ganz auf die Hauptfigur, es gibt keine Batman-Familie, nicht einmal einen Alfred. Bruce Wayne brät sich sein Steak sogar alleine – zur Entspannung. Wir erfahren, dass er Angst vor dem Träumen hat, weil er darin sein Kindheitstrauma immer wieder erleben muss, und wir sehen einige interessante Variationen des altbekannten Motivs.

Broken City mag optisch vielleicht zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber auf langer Strecke entfalten die Zeichnungen ihren Reiz. Azzarellos Worte hingegen machen es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Das ist hardboiled Batman, wie ihn die Fans von Frank Miller und Alan Moore lieben.

(Im Band Batman Noir: Eduardo Risso ist Broken City auch in einer Schwarz-Weiß-Fassung erschienen.)

>> Batman 2000-2011

Batman TAS: Verloren im Virtuellen

„It’s all part of the game.“ (Poison Ivy)

Lange bevor es die Batman: Arkham-Spiele gab, waren die Anfänge der Games bescheiden: Mitte der 90er wurde ein Konsolenspiel herausgebracht, das auf der meisterhaften und bis heute maßgeblichen Batman Zeichentrick-Serie basierte. In der Sega-CD-Version waren die Spielsequenzen eingebettet in eine Handlung, die in animierten Szenen erzählt wurde. Batman trifft zunächst auf Poison Ivy, Riddler und Joker, bevor er im Finale mit Robin gegen Rupert Thorne bzw. Clayface antritt. Diese Szenen ergeben insgesamt 16 Minuten Film, weshalb sie auch als „Lost Episode“, die verlorene Episode der Serie gelten. Allerdings sind die Handlungslücken so eklatant, dass man nur schwerlich in den Genuss einer flüssigen Dramaturgie kommt. Leider ist auch die Musik nicht mit einem Orchester eingespielt, sondern klingt nach kaltem 90er-Computer-Sound.

Dennoch sind die Szenen in bewährter Qualität der Serie animiert. Bemerkenswert ist die Sequenz, in der Batman mit einer Axt auf Poison Ivys Pflanzenmonster mit einer Axt losgeht und das Ding äußerst brutal nach Holzfällermanier niedermetzelt. Über die Riddler-Szene kann man schmunzeln: darin ist von der Zukunft der Virtual Reality die Rede. Die Prophezeiung der 90er hat sich bis heute nicht bewahrheitet. (Diese Idee wurde bereits in der Folge „What Is Reality?“, S01E48, von 1992 verwendet.) Aber für die Pixel-Welt dieses Konsolenspiels spricht daraus wohl die Sehnsucht nach besserer Grafik. Heute dürfte diese Oldschool-Ästhetik im Zuge der Retro-Welle wieder ihren Reiz haben.

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden

Dark Knight III: Das erste Cover!

DC Comics

DC Comics

Am 25. November ist es soweit: Frank Millers dritter und letzter Teil seiner Dark Knight-Saga startet – The Master Race. Nun hat DC das erste offizielle Cover der ersten Ausgabe veröffentlicht. Es zeigt ein Bild, das an eine Szene aus Teil eins erinnert: Batman mit der grinsenden Leiche des Joker, die in einer Blutlache liegt, während es regnet. Gezeichnet ist das dramatische Bild von Dave Johnson – und er macht seine Sache ziemlich eindrucksvoll. Über die Handlung sagt das nicht unbedingt viel, denn es handelt sich um ein sogenanntes Store Logo Variant, das heißt dass Comicläden ihr eigenes Logo darauf drucken lassen können. Wir das Standard-Cover aussehen wird, darauf lässt uns DC noch warten. Ich hätte nichts dagegen, wenn es das schwarz-weiße Promo-Bild auf die Titelseite schaffte – es gehört zu den mit Abstand großartigsten Batman-Darstellungen der vergangenen Jahre.

DK3 wird Frank Miller zusammen mit Brian Azzarello schreiben, die Hauptstory zeichnet Andy Kubert. Die erste Ausgabe wird 32 Seiten umfassen und ein 16-seitiges Mini-Comic enthalten, in dem es um eine Nebenfigur des DK-Universums geht. Insgesamt sind acht Ausgaben geplant.

Aushilfe bei der Justice League

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Titel: The Call (Part 1 & 2)

Story/Drehbuch: Alan Burnett, Paul Dini/Hilary J. Bader & Rich Fogel, Stan Berkowitz

Erschienen: 2000 (Batman Beyond S03E10-11)


 „Do whatever it takes. But make sure you stop him.“ (Bruce Wayne)

In der TV-Serie Batman Beyond gibt es nur eine Begegnung zwischen Batman und Superman – und die ist grün wie Kryptonit. Zunächst beginnt es friedlich: Superman sucht Terry McGinnis auf, weil er dessen Hilfe braucht. In der Justice League soll es einen Verräter geben, der es auf den Rest abgesehen hat. Die Liga besteht einem glatzköpfigen Green Lantern-Kind, Warhawk (einer Art Hawkman mit Stahlflügeln), Barda und Aquagirl (Aquamans Tochter). Die sind zunächst nicht gut auf die neue Aushilfe zu sprechen. Am Ende der ersten Folge wird klar, dass Superman selbst sich gegen die Liga verschworen hat – also holt der alte Bruce Wayne das Kryptonit aus dem Giftschrank. In der Festung der Einsamkeit kommt es dann zu einem Wiedersehen mit einem (historisch) sehr alten Feind der Justice League und am Ende heißt es Batman gegen alle …

Im Gegensatz zu den meisten Folgen der dritten Staffel ist diese Doppelfolge (übrigens nur eine von zweien in der gesamten Serie) überdurchschnittlich fesselnd und unterhaltsam geraten. Es war längst überfällig zu erfahren, was die übrigen Helden des Animated-Universums in der Zukunft machen. Superman hat ein neues Kostüm in schwarz-weiß, aber sonst bleibt alles mehr oder weniger beim Alten – vor allem der Konflikt zwischen Superman und Bruce Wayne. Nicht nur, dass Wayne seinem alten Mitstreiter nicht mal die Hand reicht, er hat auch keine Skrupel, ihn mit der drastischsten Maßnahme auszuschalten. Leider kommt es aber nicht zu einem Kampf zwischen dem neuen Batman und Superman; der Kryptonier knickt einfach nur ein, als Terry einen grünen Splitter hervorholt. Später kämpfen sie gemeinsam gegen den Rest der Liga. Das ist spannend genug.

Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass The Call nicht ganz losgelöst von der Vergangenheit funktioniert, sondern sich auch auf die Superman-Doppelfolge The Main Man (S01E09-10, 1996) bezieht. Damit schlägt die Folge eine Brücke zwischen der Batman- und der Superman-Serie.

Am 26. September ist Batman-Tag

Panini Verlag

Panini Verlag

Im vergangenen Batman-Jubiläums-Jahr gab es zwei Aktionstage: einen in den USA, bei dem die Sonderausgabe von Detective Comics #27 gratis verteilt wurde, und einen in Deutschland, bei dem es ein etwas bescheideneres Geschenk für Fans gab – sowie ein paar Papiermasken. Am 26. September soll der erste internationale Batman-Tag stattfinden. Und zur Feier des Tages wird Panini einen 32-seitigen Batman-Gratis-Comic verteilen. Enthalten soll sein eine Leseprobe der Story Endgame, die im Deutschen Todesspiel heißen wird, außerdem eine Story aus dem Batman-Megaband 1 (Gothams Legenden), also aus den US-Bänden Legends of the Dark Knight Vol. 1 oder Vol. 2. Als Bonus gibt es wieder Papiermasken, dieses Mal von Batman, Batman of the Future, Joker und Harley Quinn. Was DC Comics seinem US-Publikum bieten wird, steht bislang noch nicht fest.

Braucht man als Fan einen solchen Tag? Nein. Die Aktion dient eher der Werbung für neue Fans, außerdem dürften sich Hardcore-Sammler über ein weiteres Heft freuen, das sie eintüten können. Einen echten Mehrwert hat der deutsche Gratis-Comic nicht.

Wiederauferstehung einer Mumie

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Beyond – Hush Beyond (dt. Batman of the Future: Die Rückkehr von Hush)

Autor/Zeichner: Adam Beechen/Ryan Benjamin

Erschienen: 2010-2011 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2011), dt. Panini 2013 (Paperback)


„The costumed lunatics give Batman his meaning … they’re the only family he ever truly loved …“ (Hush)

„Gotham. Nothing ever changes.“ (Dick Grayson)

Im Gotham der Zukunft ist mal wieder ein Irrer mit Bandagenmaske unterwegs, der Leute umbringt. Um genau zu sein: Der Mumientyp hat es auf Batmans ehemalige Widersacher abgesehen – und auch auf den amtierenden Batman, den er für einen Betrüger hält. Wieder nennen die Medien den Schurken „Hush“, wieder scheint er über Bruce Wayne Bescheid zu wissen, aber der alte Hush (Thomas Elliot) sollte eigentlich längst tot sein. Wer verbirgt sich dieses Mal hinter der Maske?

Für Terry McGinnis ist das nur ein Problem. Wie schon in der Zeichentrickserie leidet er unter dem Stress, den ihn sein Arbeitgeber, der alte Bruce Wayne aussetzt. Terry hat wegen seiner Batman-Rolle kaum noch Schlaf oder Privatleben. Doch der Alte treibt ihn bloß immer weiter, damit der Junge dessen Kampf gegen das Verbrechen weiterkämpft. Wayne droht ihm sogar, den Anzug abzuschalten und untergräbt dessen Moral. Schließlich setzt er zwischenzeitlich sogar Bat-Roboter (Bat-Wraiths genannt) ein, um Terry zu ersetzen. Das geht nach hinten los.

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