Der Mann mit der Bandagenmaske ist wieder da: Jeph Loeb und Jim Lee setzen ihren modernen Klassiker Hush (2003) fort. Die sechsteilige Storyline beginnt am 26. März 2025 mit Batman #158 und endet im August mit Batman #163. Der Titel „Hush 2“ mutet seltsam an, denn in den letzten 20 Jahren ist viel mit Thomas Elliot passiert. Es ist also schwerlich der zweite Teil der langen Saga, die ehrlicherweise seitdem kaum Highlights hatte. Noch seltsamer erscheint der offizielle Titel „H2SH“, was fast nach der chemischen Formel für Schwefelwasserstoff klingt. Doch wer weiß, ob darin nicht eine Bedeutung liegt – immerhin handelt es sich um ein giftiges Gas …
News
Neue Batman-Comics 2025
Mit DC Finest bringt DC eine Reihe von Sammelbänden heraus, die wie Marvels Epic Collection alle Batman-Storys seit der Crisis (1986) in günstigen Paperbacks bündeln. Man bekommt etwa 600 Seiten für rund 40 US-Dollar. Der Vorteil: Man muss sich nicht mehr durch eine verwirrenden Haufen von Sammelbänden wühlen, in dem einiges fehlt oder zum Teil doppelt enthalten ist (wie bei den mittlerweile vergiffenen Reihen The Dark Knight Detective und The Caped Crusader, die sich mit anderen Paperbacks überschneiden).
Der erste Band, Batman: Year One & Two, umfasst – zum Glück anders als angekündigt! – die Ausgaben Batman #401-412, Batman Annual #11, und Detective Comics #568–579 (1986-1987). Also alles von „A Bird in the Hand …“ (Batman #401) bis „The Crime Doctor’s Crimson Clinic“ (Detective Comics #579). Die Kolorierung von Year One orientiert sich an den Originalausgaben der Hefte, ist also wesentlich bunter als die bekannte Paperbackausgabe, und durch das beschichtete Papier auch greller – das dürfte für manche gewöhnungsbedürftig sein.
Für Mai 2025 ist der zweite Band angekündigt: The Killing Joke (in welcher Kolorierung, ist noch offen) noch Batman #413-422, Detective Comics #580-589 und Batman: Son of the Demon. Darin befindet sich also auch „Ten Nights of the Beast“ (Batman #417-420) sowie die ersten Auftritte des Bauchredners und Ratcatcher.
Weitere Bände der Reihe sind Catwoman, Batgirl und Harley Quinn gewidmet, bei letzterer wird Mad Love mit weiteren frühen Abenteuern angereichert. Sollte die Reihe fortgesetzt werden, ist in Band 3 mit A Death in the Family zu rechnen, und in Band 4 mit Year 3 und A Lonely Place of Dying sowie Blind Justice. Was aber weiterhin fehlt, ist eine Fortsetzung der Silver Age Omnibusse für Batman und World’s Finest. Vom Bronze Age ganz zu schweigen. Aber eins nach dem anderen. Dem Normalverdiener fällt es schon schwer genug, all die Neuerscheinungen zu kaufen.
Die bisher angekündigten neuen US-Sammelbände für 2025 versprechen einige spannende Titel unter DCs Black Label sowie die Rückkehr von Elseworlds-Comics:
Neue Batman-Comics im Herbst 2024
In diesem Herbst erwarten uns einige interessante Neuerscheinungen von bekannten und neuen Autoren und Künstlern.
Am 9. Oktober beginnt mit Batman: Full Moon eine vierteilige Miniserie bei DC Black Label. Rodney Barnes und Stevan Subic (The Riddler: Year One) erzählen eine Werwolf-Horrorstory. Mit dabei: Zatanna.
Am gleichen Tag erscheint auch Absolute Batman #1 von Scott Snyder (Last Knight on Earth) und Nick Dragotta mit einem frischen Ansatz: Der Dunkle Ritter hat hier weder Reichtum noch ein Anwesen noch einen Butler. Analog dazu erscheinen „Absolute“-Versionen von Wonder Woman (von Kelly Thompson und Hayden Sherman) sowie Superman (Jason Aaron und Rafa Sandoval).
Alex Ross zeichnet Batman wie Jack Kirby
Jack Kirbys Liste seiner Verdienste ist lang, für DC zeichnete er nicht nur die New Gods, sondern auch Superman. Nur Batman hat er kaum gezeichnet, jedenfalls in keiner Hauptserie, allein die Boy Commandos, die in den 40ern in Detective Comics erschienen, stammten von ihm. Erst in den 80ern versuchte sich der King an Batman, in der Serie Super Powers, zusammen mit anderen Justice-League-Mitgliedern. Doch was wäre, wenn Jack Kirby Batman bereits in den 70ern einmal ganz neu für sich interpretiert hätte?
Alex Ross (Kingdom Come, Justice) hat es sich vorgestellt und mit Bleistift und Tusche simuliert. Das Ergebnis kann man bald in dem Buch Alex Ross: Unseen (2024) betrachten, in dem viele bislang unveröffentlichte Werke enthalten sind. In diesem Video gibt der Künstler einen Einblick in sein Figurendesign im Stil von Kirby, wir sehen neue Versionen von Joker, Clayface, Poison Ivy, Two-Face, Pinguin und Death-Man sowie ganz neue Kreationen. Das Ergebnis ist verblüffend: Der sonst auf Hyperrealismus spezialisierte Ross erweist sich als Meister der Stiladaption. Es wirkt, als hätte das Vorbild tatsächlich Hand angelegt.
Dabei erinnert Ross daran, dass es einen Batman à la Kirby bereits längst gibt: Bruce Timms Animated-Version ist stark beeinflusst vom King of Comics.
Erster Trailer zu „Batman: Caped Crusader“
Die Zeichentrickserie Batman: Caped Crusader startet am 1. August auf Prime Video. Sie handelt von Batman in seinem ersten Jahr und ist auch in der Epoche des Golden Age angesiedelt, sodass es nicht nur weniger Technik gibt, sondern auch Batman und Schurken wie Catwoman und Clayface in ihrer alten Form auftauchen. Mit dabei sind auch Harley Quinn, Two-Face und Firefly.
Die erste Staffel mit zehn Episoden soll auf einmal herauskommen. Produziert wird die Serie von J.J. Abrams, Matt Reeves und Bruce Timm (Batman: The Animated Series). Zu den Autoren gehört Ed Brubaker (Gotham Noir, The Man Who Laughs).
„Batman: The Long Halloween“ bekommt ein „Last Halloween“
DC kann’s nicht lassen. Was einmal gut lief, muss weiterlaufen. Daher bekommt der Klassiker Batman: The Long Halloween (1996-1997) ein weiteres Kapitel – auch wenn Tim Sale tot ist. Sein letztes Werk war bereits das Sequel The Long Halloween Special (2021), nun setzt Autor Jeph Loeb dieses mit einer zehnteiligen Serie fort. Sales Verlust versucht man mit mehreren Zeichnern zu kompensieren wie Eduardo Risso (Broken City, Dark Night: A True Batman Story), Klaus Janson (Death and the Maidens) und Mark Chiarello. Dave Stewart (Catwoman: When In Rome) dient als Kolorist und Richard Starkings als Letterer, der auch schon bei The Long Halloween und Dark Victory mitgewirkt hat.
„Batman: Caped Crusader“ startet im August
Die langerwartete Zeichentrickserie Batman: Caped Crusader soll am 1. August auf Prime Video starten – mit allen zehn Episoden auf einmal. Die Serie handelt von Batman in seinem ersten Jahr und wird Charaktere wie Catwoman, Harley Quinn und Clayface auftreten lassen. Die ersten Bilder zeigen, dass sich der Stil am Golden Age orientiert: Batman trägt hier noch kurze Handschuhe, Catwoman trägt ein lila Kleid mit Cape, Clayface ist hier wieder der Schauspieler Basil Karlo mit einem entstellten Gesicht. (mehr …)
The Killing Joke als Gallery Edition
2024 ist ein teures Jahr. Nicht nur wegen der Wirtschaftslage, sondern auch weil Batman-Fans viel abverlangt wird. Es ist ein Jahr, in dem man schon früh weiß, was auf dem Weihnachtswunschzettel stehen wird.
Nachdem im Sommer Batman: Year One eine Artist’s Edition bekommt, soll im September auch ein weiterer Klassiker in dem Format folgen: Brian Bolland Batman The Killing Joke And Other Stories & Art Gallery Edition. Neben der kompletten Titelstory und der Kurzgeschichte „An Innocent Guy“ aus Batman: Black and White #4, werden auch über 100 Cover (in Schwarzweiß und Farbe) sowie weitere Bolland-Werke enthalten sein:
- Neun Seiten aus Batman #400 (1986)
- Certified Safe ais MYSTERY IN SPACE #115 (7 Seiten)
- Freeway of Fun Fear! aus THE OUTSIDERS #18 (8 Seiten)
- The Princess & the Frog aus HEART THROBS #1 (5 Seiten)
- The Prince & the Witch aus HEART THROBS #1 (eine Seite)
- Fünf Seiten aus JUSTICE LEAGUE OF AMERICA #200
Hinzu kommen noch weitere Pin-ups und andere Zeichnungen, ein Nachwort von Bolland und eine Einführung von Letterer Richard Starkings. Insgesamt umfasst der Riesenband (ca. 50 mal 33 Zentimenter) von Graphitti Designs 280 Seiten und hat einen Coverpreis von 225 US-Dollar. (Wer bei WALT’S COMIC SHOP vorbestellt, bekommt ihn für 189,99 Euro.)
Außerdem bringt IDW im September die Neal Adams’ Classic DC Artist’s Edition heraus, die auf 232 Seiten Werke des Batman-Veteranen enthalten wird, darunter fünf komplette Comicausgaben wie Batman #232 (1971), den ersten Auftritt von Ra’s al Ghul. Coverpreis: 150 Euro. (Bei WALT’S COMIC SHOP nur 114,99 Euro für Vorbesteller.)
Bei Gallery bzw. Artist’s Editions handelt es sich um hochwertige Reproduktionen von farbigen Scans der Originalseiten. Dabei kann man den Schaffensprozess der Künstler nachverfolgen: Man sieht Bleistift, Tusche, Deckweiß und wo etwas korrigiert, aufgeklebt oder an den Rand geschrieben wurde. Zu Batman gibt es bereits Gallery Editions von The Dark Knight Returns, von Secrets von Sam Kieth sowie von Kelley Jones.
Von The Killing Joke sind neben der Deluxe Edition (mit neuer Kolorierung von Brian Bolland) auch eine Noir-Edition (in Schwarzweiß) sowie eine Absolute Edition erschienen, die beide Kolorierungen (die erste von John Higgins) und das Typoskript von Alan Moore enthält.
„Joker: Folie à Deux“: Der erste Trailer
Eigentlich sollte der Joker-Film mit von 2019 ein Einzelfilm werden. Aber wenn man mit etwas über eine Milliarde US-Dollar verdienen kann, dann besagt ein ungeschriebenes Hollywood-Gesetz, dass man versuchen muss, den Erfolg zu wiederholen. Also gibt es am 4. Oktober 2024 eine Fortsetzung: Joker: Folie à Deux, ein Musical mit Lady Gaga als Harley Quinn. Der erste Trailer zeigt die beiden Protagonisten als Patienten in Arkham, Harleen bezeichnet sich als nobody, der nichts im Leben erreicht hat. Musik dient hier als verbindendes Mittel, um Vollkommenheit zu erreichen.
Der Stil orientiert sich stark am ersten Film, was sich auch in einigen Anspielungen zeigt. Regie führt wieder Todd Phillips, der erneut zusammen mit Scott Silver das Drehbuch verfasst hat. Die Musik hat wieder Oscar-Preisträgerin Hildur Guðnadóttir geschrieben. Neben Zazie Beetz, die als Nachbarin Sophie Dumond zurückkehrt, sehen wir Brendan Gleeson und Catherine Keener in weiteren Nebenrollen.
„Folie à Deux“ ist ein Fachbegriff aus der Psychiatrie und meint eine induzierte wahnhafte Störung, also die „ganze oder teilweise Übernahme einer Wahnsymptomatik durch einen nahestehenden, primär nicht wahnkranken Partner“ (Wikipedia).
Der erste Joker-Film war für elf Oscars nominiert (Joaquin Phoenix erhielt ihn als bester Hauptdarsteller) und gewann die Goldene Palme in Cannes.

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Neuauflage für „Batman: The Cult“
Wenn vom Batman der späten 80er die Rede ist, dem Beginn von Batmans Moderne, dann ist immer wieder nur von vier Klassikern die Rede: The Dark Knight Returns, Year One, Arkham Asylum und A Death in the Family. Doch ein fünfter Comic wird dabei meist vergessen: The Cult von Jim Starlin und Bernie Wrightson (1988). Darin geht es um den Prediger Deacon Blackfire, der eine Armee von Obdachlosen um sich schart und eine Schreckensherrschaft in Gotham errichtet. Batman wird an die Grenzen seiner Psyche getrieben.
Diese Story ist in vielerlei Hinsicht so viel stärker und interessanter als die von Jason Todds Tod, dass man sich wundern muss, warum sie seit einem Paperback von 1991 nicht erneut aufgelegt worden ist. Eine erste deutsche Ausgabe erschien 1989 im Norbert-Hethke-Verlag, 2022 brachte Panini eine Deluxe Edition heraus, aber während DC all seine anderen Klassiker immer wieder neu auflegt und auch viel minderwertiges Material nachdruckt, ignorierte der Verlag The Cult mehr als 30 Jahre lang völlig. Nun aber die frohe Botschaft: Im Oktober soll endlich das Original in einer Deluxe Edition erscheinen. Preis: 39,99 US-Dollar. Jauchzet und frohlocket! Jeder Batman-Fan sollte dieses Buch gelesen haben.
Leider wird aber anscheinend nur die vierteilige Miniserie enthalten sein. Dabei könnte man bei der Gelegenheit auch zwei weitere Batman-Comics von Bernie Wrightson einfügen: Swamp Thing #7 (1973) und die Solomon-Grundy-Story „Splash“ aus Hidden Treasures (2010). Vielleicht mal in 30 Jahren. Wer sich nicht gedulden mag, Geld und Platz sparen will, kann sich die vier Cult-Ausgaben auch günstig digital kaufen.







