Comic

Neuer Comic: „Batman – The World“

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DC Comics/Panini

Schon immer war Batman ein Globetrotter. Gleich im ersten Jahr führte ihn die Reise nach Europa (Paris), auch später ging es immer wieder in aller Herren (und Damen!) Länder, sodass Grant Morrison in Batman Incorporated ihn sogar zu einer global operierenden Unternehmen ausbaute.

Am 14. September erscheint nun Batman: The World, ein 184-seitiger Band als Hardcover, in dem Autoren und Zeichner aus 14 Ländern auf ihre Weise interpretieren: Nordamerika, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland, Tschechien, Russland, Polen, Türkei, Mexiko, Brasilien, China, Korea und Japan.

Damit soll gezeigt werden, dass Batman mehr sei als eine Figur, sondern ein Phänomen, das Sprachen und Grenzen überschreitet, lässt Jim Lee von DC mitteilen. Die Anthologie erscheint kurz vor dem offiziellen Batman Day am 18. September 2021.

Jede internationale Ausgabe soll ein eigenes Cover des jeweiligen Teams haben. Eine Story wird von Brian Azzarello und Lee Bermejo stammen (Batman: Damned, Joker, Lex Luthor: Man of Steel, Batman/Deathblow). Hier die komplette Liste der Teams:

  • Mathieu Gabella (Autor)/Thierry Martin (Zeichner) – Frankreich
  • Paco Roca (Autor/Zeichner) – Spanien
  • Alessandro Bilotta (Autor)/Nicola Mari (Zeichner) – Italien
  • Benjamin von Eckartsberg (Autor)/Thomas von Kummant (Zeichner) – Deutschland
  • Stepan Kopriva (Autor)/Michal Suchánek (Zeichner) – Tschechien
  • Tomasz Kolodziejczak (Autor)/Piotr Kowalski, Brad Simpson (Zeichner) – Polen
  • Ertan Ergil (Autor)/Ethem Onur Bilgiç (Zeichner) – Türkei
  • Alberto Chimal (Autor)/Rulo Valdés (Zeichner) – Mexiko
  • Carlos Estefan (Autor)/Pedro Mauro (Zeichner) – Brasilien
  • Inpyo Jeon (Autor)/Jae-kwang Park, Kim Jung Gi (Zeichner) – Korea)
  • Xu Xiaodong, Lu Xiaotong (Autoren)/Qiu Kun, Yi Nan (Zeichner) – China
  • Kirill Kutuzov, Egor Prutov (Autoren)/Natalia Zaidova (Zeichner) – Russland
  • Okadaya Yuichi (Autor/Zeichner) – Japan

Batman trifft Joker in Deutschland

Das deutsche Team Benjamin von Eckartsberg und Thomas von Kummant (bekannt für Gung-Ho) erzählt eine elfseitige Geschichte Rauhnacht (A Better Tomorrow). Die Beschreibung liest sich bei Panini so:

„Die Inmitten der verschneiten bayerischen Alpen schart der Joker eine Gruppe fanatischer Klimaaktivisten um sich und will diese so radikalisieren, dass sie selbst vor Mord nicht zurückschrecken. Obwohl Fledermäuse hierzulande eine geschützte Art sind, steht Batman natürlich auf der Abschussliste des irren Clowns und seiner Gefolgsleute und es kommt zu einem actiongeladenen Duell im Tiefschnee.“

Ein Preis für Batman: The World steht noch nicht fest.


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Neue Miniserie: „The Joker Presents: A Puzzlebox“

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DC Comics

Und schon wieder was Neues zum Joker: Am 3. August 2021 startet eine siebenteilige Miniserie mit dem Titel The Joker Presents: A Puzzlebox. Die Polizei von Gotham findet eine geheimnisvolle Leiche, eine magische Kiste und eine Zelle voller Mörder. Nun versucht sie herauszufinden, was geschehen ist. Niemand will reden, außer der Joker. Dieser erzählt scheinbar unzusammenhängende Geschichten seiner Mitinsassen. Im Laufe der Serie wird klar, dass jede Geschichte ein Teil von Jokers Plan ist.

Die Serie wird geschrieben von Matthew Rosenberg mit Zeichnungen von Jesús Merino in der ersten Ausgabe, das Hauptcover stammt von Chip Zdarsky (Sex Criminals, Daredevil, Spider-Man: Life Story). Spätere Hefte weren illustriert von Keron Grant, Dani, Domo Stanton, Juni Ba, Vanesa Del Rey, Ricardo Ortiz, Christopher Mooneyham und anderen. Jede Ausgabe soll 40 Seiten umfassen.

Außerdem startet bereits am 7. Juni die digitale Ausgabe, die zusätzliche Hinweise zum Miträtseln enthalten soll. DC nennt es die „Director’s Cut Bonus Box“. Allerdings nur für Abonennten von DC Universe Infinite, was in Deutschland nicht verfügbar ist. Die späteren Druckusgaben sollen dasselbe Zusatzmaterial enthalten.

Außerdem erscheint bereits Jokers eigene fortlaufende Serie, darüber hinaus ist für August Suicide Squad: Get Joker angekündigt. Ich finde: Es reicht längst, aber der Markt scheint was anderes zu sagen.

>> Liste der Joker-Comics

Robin in der Todesfalle

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DC Comics

Titel: Batman Adventures – Robin, The Boy Wonder

Autor/Zeichner: Ty Templeton, Scott Peterson, Chuck Dixon/Rick Burchett, Joe Staton u.a.

Erschienen: 1998-2004 (Gotham Adventures #7, 19, 29, 42, 54; Batman Adventures #9), Paperback 2020


Batman und Robin hängen mal wieder in einem Schlamassel fest, einer Todesfalle. Aber nur die Ruhe, Batman hat schon Schlimmeres erlebt. Alligatorenwrestling mit Killer Croc, Maschinengewehrfeuer von Pinguin aus einem Flugzeug heraus, mit Jokergas aufgeblasene Clowns in einem Jokermobil, einen tödlichen Hut des verrückten Hutmachers – und Scarecrows Spukhaus fand Batman sogar ganz unterhaltsam. So kreativ …

Doch dann stellt Robin die alles entscheidende Frage, die jedem vernünftigen Leser aus der Seele sprechen dürfte: Wie kommen die Schurken zu den ganzen Todesfallen? Zuerst müssen sie das Geld heranschaffen, das klauen sie meistens, dann müssen sie die Kosten planen, die Falle bauen (lassen) und schließlich Batman hineinlocken, nur um dann wieder nach Arkham zurückgebracht zu werden. Ist das nicht ziemlich verrückt? – Klar, sagt Batman, es sind ja auch mental unausgeglichene Kriminelle. Und dann erzählt er noch ein paar Anekdoten.

Robin als Retter und Bedrohung

Diese schöne Grundsatzdebatte ist das Highlight des Robin-Sammelbandes der Gotham– und Batman Adventures. Wieder im Kleinformat für Kinder (wie schon Nightwing und Batgirl) und nur mit sechs Kurzgeschichten, nicht immer steht Robin (Tim Drake) im Mittelpunkt. In einer Story muss sich Batman allein mit einer Krimiautorin herumschlagen, in einer anderen rettet das Dynamische Duo Menschen aus brennenden Häusern, in einer dritten muss Robin einen vergifteten Batman retten und wendet sich dabei an Poison Ivy und Harley Quinn.

Das alles ist bestenfalls nett, schwächelt aber an der schwankenden Qualität der Zeichnungen. Da lobt man sich einen Veteranen wie Rick Burchett, der den Animated-Stil perfekt beherrscht: Bei einem Wiedersehen Dagger Dixon (siehe Dagger’s Tale) wird Robin zur Bedrohung, denn seinetweg fliegt beinahe Batmans Geheimidenität auf – der Pinguin wird hellhörig.

Und Tim Levins zeichnet sehr dynamisch eine weitere schräge Story: Robin ist frustriert von seiner Aufgabe und würde lieber kostümierte Schurken statt Waffennarren bekämpfen. Nightwing und Batgirl tun ihm dann den Gefallen, indem sie selbst in absurde Schurkenkostüme steigen. Doch Robin ist nicht so kindlich-naiv, wie er aussieht …

Das alles bietet keine Sensationen, ist aber als schöne Gutenachtlektüre für Junggebliebene zu empfehlen.

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Neues Batman-Event: „Fear State“

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DC Comics

Kein Jahr ohne Weltuntergang. Zumindest einmal pro Jahr muss Gotham zur Hölle fahren – jedenfalls beinahe, denn zum Glück kann Batman stets das Schlimmste verhindern oder zumindest rückgängig machen. Wie halten das nur die Bewohner von Gotham aus?

Das nächste dicke Ding heißt Fear State. Darin versucht Scarecrow (im 80. Jahr seines Bestehens) in Gotham buchstäblich seine Schreckensherrschaft zu errichten.

Das Event wird sich von Batman #112 bis 117 hinziehen und im September 2021 beginnen. Aber ein Event wäre kein Event, wenn es nicht einen langen Vorlauf hätte. Begonnen hat alles bereits in DC Future State und Infinite Frontier (Rezensionen folgen im Juni), im August geht es weiter in I Am Batman #0, Catwoman #34, Harley Quinn #6 und Batman: Fear State Alpha #1.

Scarecrows neues Design mit Gasmaske und Spritzen an den Händen sieht nicht nur furchterregend aus, es wirkt auch wie die Personifikation der Pandemie. Außerdem erwarten uns Auftritte von Schurken wie Peacekeeper-01, anti-Oracle und die Rückkehr von Poison Ivy. Als Autoren dienen unter anderen John Ridley und James Tynion IV, als Zeichner Travel Foreman, Riccardo Federici und Jorge Molina.

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Neue Animationsserie: „Batman – Caped Crusader“

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DC Comics

DC hat eine neue Batman-Animationsserie angekündigt: Batman – Caped Crusader soll auf HBO Max erscheinen. Produziert wird sie von Bruce Timm (Batman: The Animated Series), J.J. Abrams (Lost, Star Trek, Star Wars VII & IX) und Matt Reeves (The Batman).

Ein Startdatum ist nicht angegeben, aber dafür das Versprechen, dass die Serie im Geiste von Batman TAS inszeniert sein soll: Batman und seine Schurken sollen neu erfunden werden mit anspruchsvollem Storytelling, ausgefeilten Charakteren und intensiver Action in einer visuell beeindruckenden Welt.

Detective Comics #31

DC Comics

Bilder aus der Serie oder Filmmaterial gibt es leider noch nicht zu sehen, lediglich ein Promobild, das einen Batman mit langen, teufelsgleichen Ohren über Gotham zeigt – ganz wie auf dem Cover zu Detective Comics #31. Dieser Retrostil könnte eine Rückkehr zu den Wurzeln andeuten, und tatsächlich ist der offiziellen Ankündigung von „noir roots“ die Rede.

Außerdem wurde zeitgleich eine neue Superman-Serie angekündigt: My Adventures With Superman, eine Coming-of-Age-Story im Anime-Stil.

Und da wir schon von Animation sprechen: Der zweite Trailer zum Zweiteiler The Long Halloween ist raus. Viel Spaß dabei.

Kein Herz für Outsider

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DC Comics

Titel: Batman and the Outsiders Vol. 3: The Demon’s Fire

Autor/Zeichner: Bryan Hill/Dexter Soy u.a.

Erschienen: 2020 (Batman and the Outsiders #13-17), Paperback 2021


„The failed experiment of ‚The Outsiders‘ is over.“ (Shiva)

In Superheldencomics, die kein Ende haben, kehrt notgedrungen alles wieder. So auch Batman & the Outsiders. 1983, 2008 und 2019 war dies der Fall. Und Jedes Mal war schnell wieder Schluss. Jedenfalls mit Batmans Beteiligung. Der neueste Versuch endet nach 17 Ausgaben.

Ra’s al Ghul will noch immer die Welt von allem Übel reinigen. Ohne neue Argumente, dafür mit neuer Waffe. Ein Teil der Outsiders will ihn sofort ausschalten, Batman hält sie zurück, er hat angeblich einen Plan, den er mit Black Lightning ausführt. Die anderen lassen sich natürlich nicht in ihre Schranken weisen, was aber keine große Rolle spielt. Denn so ausgeklügelt ist der Plan ohnehin nicht. Am Ende, nach vielem Gerede, geht alles sehr schnell: Während Orphan sich stumm mit Handlangern prügelt, beendet Black Lightning alles mit einem einzigen Blitz.

Das fünfte und letzte Kapitel des Bandes dient als Epilog, mit Betonung auf das Wort. Es wird viel geredet, ausdiskutiert und am Ende löst sich die Truppe auf. Warum? Weil offenbar zu wenig Leser das Heft gekauft haben. Verständlich. Auch ich werde die Outsiders nicht vermissen. Bis in zehn Jahren mal wieder …

>> Batman and the Outsiders

Batman/Superman: Zu zweit gegen alle

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DC Comics

Titel: Batman/Superman Vol. 2: World’s Deadliest

Autor/Zeichner: Joshua Williamson/Nick Derington u.a.

Erschienen: 2020 (Batman/Superman #7-15, Annual #1), Hardcover 2021


„Hm. Not what I was expecting.“ (Batman)

Die Flaschenstadt Kandor ist zerstört, die Einwohner sind tot. Zod will sie mit einer Lazarusgrube wiederauferstehen lassen. Ra’s al Ghul will das verhindern, denn die Welt hat schon genug größenwahnsinnige Supermenschen. Also bastelt er sich ein Schwert aus Kryptonit und zieht mit Batman und Superman los. Doch da ist es schon zu spät: Ein Schwarm winziger Kryptonier greift an …

Was vielversprechend anfängt, ist leider nach zwei Ausgaben beendet. Das ist doppelt schade, weil diese Geschichte von dem genialen Nick Derington (Batman Universe) gezeichnet wird. Aber Autor Joshua Williamson erzählt uns dafür lieber drei Hefte lang vom Atomic Skull und dem Ultra Humanite, einem Riesenaffen mit freiliegendem Gehirn, der ebenfalls Tote wiederauferstehen lässt, um … Hab ich schon vergessen. Scheint nicht so wichtig gewesen zu sein.  Jedenfalls wird Batman dann selbst kurz zum Strahlenmann …

Brainiac als Composite-Superman

In der dritten Geschichte, ebenfalls ganze drei Kapitel lang, werden Batwoman und Steel  auf die dunkle Seite des Mondes gerufen, wo Batman mit Superman gegen Brainiacs Killerroboter kämpft. Das heißt: Nicht wirklich Brainiac, sondern nur ein Computervirus von ihm, das sich mit dem Batcomputer gepaart hat und nun als Schurke ganz groß rauskommen will – als neuer Composite-Superman!

Also prügeln sich unsere vier Helden durch lauter Robos, die aussehen wie ihre größten Schurken, aber eben nur so aussehen. So kann man nach Belieben alle bekannten Gegner auftreten lassen, um sie zu zerstören, aber ohne dass irgendetwas davon Konsequenzen hätte. Diese Verschrottungsaktion kränkelt aber am Sinn: Warum das Ganze? Weil das Computervirus gerne wüsste, wie es ist, ein Schurke zu sein. Fragt sich nur, warum das uns Leser interessieren sollte. (Die klischeehaften bis dämlichen Dialoge machen es nicht besser.)

Somon Grundy im Schnee

Nach dem Sinn darf man auch nicht fragen, wenn die World’s Finest Solomon Grundy aus Arkham in seinen Heimatsumpf transportieren, um ihn vor der Explosion zu bewahren. Zuerst heißt es: Ganz vorsichtig, dann, als ein Haufen Schurken sie angreift, schmeißt ihn Batman einfach aus dem Flugzeug. Dass das irre ist, fällt dann auch Superman selbst auf. Aber eigentlich geht es in dieser Wintergeschichte nur darum, dass Bruce Wayne erschöpft ist von all der Action und außerdem nie eine Schneeballschlacht hatte … So sad.

Im Batman/Superman Annual #1 lassen dann Mr. Mxyzptlk und Bat-Mite ihre Lieblingshelden gegeneinander antreten – laut Cover jedenfalls, denn die Story habe ich mir gespart. Sagt mir Bescheid, falls ich etwas verpasst haben sollte …

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Death Metal: Alle sind Batman

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Dark Knights: Death Metal #1, 4, 7 (DC Comics)

Titel: Dark Nights: Death Metal

Autor/Zeichner: Scott Snyder/Greg Capullo

Erschienen: 2020-2021 (Miniserie #1-7), Hardcover 2021


„It all matters.“

Eigentlich wollte ich keine DC-Events mehr lesen. Das sage ich mir jedes Mal, ignoriere sie und dann kaufe ich mir doch wieder eins. Das letzte war Dark Knights: Metal. Ich war überfordert, frustriert und ich dachte mir: Nein, ich bleibe bei Batman. Das Multiversum kann mich mal. Aber als ich dann die Fortsetzung, Dark Nights: Death Metal, sah, als Hardcover in der Deluxe Edition, kaufte ich es dann doch. Weil das Cover so schön glänzte. Aber auch weil ich eine Schwäche für Greg Capullos Kunst habe. Und weil ich fürchtete, ich könnte was Tolles verpassen.

Und dann bestätigte sich gleich zu Beginn meine schlimmste Befürchtung: Wieder war ich überfordert. Was zur Hölle ist hier los? Eins ist klar: Die Hölle ist los! The Batman Who Laughs hat die Welt besiegt und unterjocht, alles dient seiner Schreckensherrschaft. Die Schurken sind weggesperrt, über sie wachen die vertrauten Helden als Zerrbilder ihrer selbst. Alle tragen Fantasy-Kostüme im Gothic- oder Heavy-/Death-Metal-Stil. Wonder Woman schwingt eine wundersame Kettensäge, Batman läuft als Untoter im Ledermantel rum, Superman trägt wieder lange Haare und wird gefangen gehalten von einer Mischung aus Batman und Darkseid, weil hier alle Schurken irgendwie eine Form von Batman sind.

Der dunkelste aller Ritter

Warum? Ja, wenn ich das wüsste … Das liegt wohl an dem Phänomen des Dunklen Multiversums, dass Batmans schlimmste Befürchtungen wahr werden lässt. Aber wenn ich alles erklären müsste, dann würde das den Rahmen des Artikels sprengen. Es reicht jedenfalls nicht, nur alle Krisen davor, Dark Knights: Metal und alle anderen Batman-Who-Laughs-Titel gelesen zu haben, die in den vergangenen Jahren herausgekommen sind, auch Doomsday Clock, die Serie Justice League und das Event Year of the Villain müssen präsent sein, denn sonst ist man auf die vielen Erklärungen angewiesen – und die könnten zu kurz kommen.

Um’s kurz zu machen: Es geht um Energie. Positive und Crisis-Energie. Und es geht um Perpetua, die Schöpferin des Multiversums, Mutter von Monitor und Anti-Monitor. Nachdem Wonder Woman den Batman, der lacht, tötet, wird dieser dank Dr. Manhattans Körper zum Darkest Knight und noch viel mächtiger. Er will Perpetua töten, weil sie das Multiversum zerstören will. Und eigentlich ist es noch viel komplizierter, aber dieser Artikel ist jetzt schon viel zu lang und eigentlich ist es auch gar nicht so wichtig, denn wer will es schon so genau wissen?

Wonder Woman wird zur Hauptheldin

Dann passiert eine Menge gleichzeitig: Drei Flashes rennen vor dem Darkest Knight davon, Lobo sammelt Alfred-Boxen, Lex Luthor taucht auf, um der Handlung eine neue Richtung zu geben und schließlich steht nicht irgendeine Energie im Mittelpunkt, sondern die Wahrheit selbst – und das ist Wonder Womans Domäne, sodass Diana zur Hauptheldin der Story wird. Sie legt sich mit Superboy Prime an und kämpft (in vergoldeter Form) das letzte Duell gegen den Oberfiesling, während die anderen, Helden und Schurken vereint, sich in die obligatorische Megamassenschlacht stürzen.

Am Ende ist wieder alles eine einzige Prügelei. Durch Zeit und Raum und Weltraum und Parallelwelten und Multiversen, aber eben nur eine große Prügelei. Was dieser Geschichte im Gegensatz zum Vorgänger fehlt, sind ein paar interessante Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Hier tauchen bloß immer nur neue Gestalten und Schurken in Batmangestalt auf, aber es kommt kein Mehrwert bei rum. Scott Snyders heillos überfrachtete Story hebt das Multiversum bloß in immer weitere Höhen, bis ein Omniversum entsteht, ein Infinite Frontier und am Ende (mal wieder) alles neu geordnet wird und eine „Elseworld“ neue Geschichten verspricht … Man sehnt sich nach Post-Crisis-Zeiten zurück.

Die Welt ist im Wandel

Was haften bleibt, ist höchstens dieser lebensanschauliche Gedanke: Alles ist im Wandel. Die beste aller möglichen Welten ist keine perfekte Wunschwelt, sondern eine, in der wir lernen, mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen. Kommt uns das bekannt vor? Ja, es erinnert an Herr der Ringe, und auch an Infinite Crisis … Aber immerhin ein kluger Gedanke.

Und so beschließe ich nach dieser anstregenden und wenig entlohnenden Lektüre ein für alle mal, diese verfluchten Krisenevents sein zu lassen, mich nie wieder von irgendeinem Metall oder metallisch glänzendem Cover zum Kauf, ja nicht einmal zum Lesen verführen zu lassen. Denn Lebenszeit, liebe Leute, ist etwas, das man niemals wiederkriegt. Deshalb: Seid gewarnt!

Hinweis: Zu Death Metal erscheinen drei Begleitbände: The Darkest Knight, The Multiverse Who Laughs und War of the Multiverses.

>> Liste der DC-Events

Neue Miniserie: „Suicide Squad: Get Joker“

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DC Comics

Schon lange nichts mehr vom Joker gehört. Etwa einen Monat lang. Was macht der eigentlich? Der bekommt bald einen Dreiteiler bei DC Black Label. In Suicide Squad: Get Joker geht es um … na ja, der Titel dürfte sich von selbst erklären. Diesmal ist das Team des Selbstmordkommandos zusammengesetzt aus Red Hood, Harley Quinn, Firefly und ein paar anderen Schurken.

Geschrieben wird die Miniserie von Brian Azzarello (Broken City), der sich bereits an Joker (2008) versucht hat, gezeichnet wird sie von Alex Maleev (Daredevil), der bereits Ende der 90ern Batman zeichnen durfte (No Man’s Land) sowie einige Ausgaben in The New 52.

Eine Ausgabe im Prestige-Format wird 48 Seiten umfassen und 6,99 US-Dollar kosten. Teil eins soll am 3. August erscheinen – passend zum (erhofften Kinostart) von James Gunns The Suicide Squad am 5. August 2021.

>> Batman bei DC Black Label

Auf der Suche nach der Joker-Karte

Ich habe schon viel über den Joker geschrieben und auch über die Bathöhle und wo alles herkommt, der Dino, der Penny, nur eins fehlt noch: die große Joker-Karte. Sie bildet das dritte untrügliche Erkennungszeichen der Bathöhle. Viele andere Trophäen sind variabel, doch die Joker-Karte muss sein. Doch wo kommt sie her? Begeben wir uns auf Spurensuche.

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Joker mit Karten in Batman #1 (1940) (DC Comics)

Die Joker-Karte ist bereits im allerersten Bild zu sehen, das den Joker zeigt, nämlich in Batman #1 (1940): Der Joker selbst hält sie zwischen zwei anderen Karten, die Batman und Robin zeigen. Damit wird sofort klar, was der Figur als Inspirationsquelle diente, auch wenn der grünhaarige Mann mit dem Grinsen nicht viel mit dem Harlekin mit der Narrenkappe zu tun hat – bis auf die weiße Farbe im Gesicht.

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Joker im Dunkeln mit Maske (Batman #1, 1940)

Die Karte hinterlässt der Mörder stets am Tatort, als Markenzeichen. Bei ihm im Versteck hängt allerdings eine Maske über seinem Sessel, die eher an die griechische Komödie erinnert. Die Spielkarte bleibt aber Jokers Markenzeichen – und das in einigen Geschichten. 1950 (in Detective Comics #168) wird dann erklärt, warum: Denn der Joker hat sein Aussehen der Monarch Playing Card Company zu verdanken. In der Fabrik ist er in einen Tank voller Chemikalien gefallen. Und da er danach aussah wie ein Joker, wurde er eben selbst einer.

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Vorbild Joker-Karte (Detective Comics #168, 1950)

Wann aber taucht zum ersten Mal die überdimensionale Joker-Karte zum ersten Mal auf? Das passiert – korrigiert mich, wenn ich falsch liege – in der Story Rackety-Rax Racket (Batman #32, 1945). In seinem Geheimversteck ist sie im Hintergrund zu sehen, größer als er selbst. Daneben gibt es aber auch die Komödienmaske und eine Joker-Büste. Der selbstverliebte Joker ist also gerahmt von drei Abbildern oder Vorbildern. Außerdem tauchen Kartensymbole  auf den Möbeln auf.

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Die erste Riesen-Joker-Karte in Batman #32, 1945. (DC Comics)

Die Kartenspielästhetik kehrt immer wieder – genauso wie die große Karte, zum Beispiel in Acrostic of Crime (Detective Comics #114, 1946) und in Gamble With Doom (Batman #44, 1947).

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Joker mit Karte in Detective #114, 1946 (DC Comics)

Batman und Robin bekommen es mit der Joker-Karte erst in The Happy Victims (Batman #52, 1949) zu tun. Gefangen vom Joker, finden sie sich in einem überlebensgroßen Kartenhaus wieder. Sie lösen ein Rätsel, lassen die Karten zusammenfallen und entkommen aus der Falle. Batman hält eine Joker-Karte fest, die größer ist als er selbst.

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Eine Ausgabe später (Batman #53, 1949) führt der Joker sie in seinem Versteck zu zwei riesigen Masken – eine für die Tragödie, eine für die Komödie. Es handelt sich um Türen, nur eine von beiden kann ihr Leben retten. Am Ende stürzt zwar die Komödienmaske auf den Joker, doch Batman und Robin nehmen ein anderes Utensil als Andenken mit: eine Haarnadel.

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Komödie oder Tragödie? Nur eine Maske rettet Leben. (Batman #53, 1949)

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Wie die Joker-Karte in die Bathöhle kam, wurde bisher nicht explizit erzählt. Man kann nur feststellen, wann sie dort erschien. Schon im ersten Trophäenraum hing die Joker-Maske (Batman #12, 1942), allerdings noch keine riesige.

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Der erste Trophäenraum in Batman #12 (1942)

In The 1,001 Trophies of Batman (Detective Comics #158, 1950) sieht man sie noch einmal deutlicher, diesmal ist sie eindeutig als Joker zu identifizieren: einmal mit offenen Augen und glatt zurückgekämmten Haaren, einmal mit halbgeschlossenen Augen und wilderer Frisur.

Detective Comics #158 (1950)

The Thousand and one Trophies of Batman (DC Comics)

Ein Joker-Bild findet sich in Batman #99 (1956). Aber wie eine Spielkarte sieht es nicht aus. In Batman #108 erscheint die Joker-Maske erneut, doch von Karte immer noch keine Spur. Laut CBR taucht die große Joker-Karte erst 1969 in der Batcave auf, und zwar in Superman’s Girl Friend, Lois Lane #89 (The Bride of Batman). Das Problem daran: Es handelt sich um eine Imaginary Story, also keine, die innerhalb der Continuity spielt.

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1969: Batman zeigt Lois seine Höhle. (DC Comics)

Tatsächlich habe ich die Joker-Karte in der Bathöhle – nach langer Suche – in einem viel früheren Comic entdeckt: bereits 1948 in The 1000 Secrets of the Batcave (Batman #48). Da finden sich neben Dino und Penny gleich mehrere Joker-Utensilien: ein Jack-in-the-Box (Springteufel), ein Joker-Porträt und eine Joker-Karte!

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Joker-Karte und Joker-Porträt in der Bathöhle (Batman #48, 1948)

Diese Ausgabe erschien zwar ein Jahr vor der Geschichte mit der Riesen-Joker-Karte, aber wenn man es mit der Chronologie nicht zu genau nimmt, dann fallen die Ereignisse nah genug zusammen.

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Jack in the Box (Batman #48, 1948)

Am Ende ist die Suche aber müßig, denn wenn der Fall eins gezeigt hat, dann die Tatsache, dass die Bathöhle keine feste Größe ist. Genauso wie sie sich entwickelt hat von einer Garage, einem Labor und Trophäenraum zu dem, was wir heute kennen, so sieht auch die Dekoration jedes Mal anders aus. Der Dino verändert sich genauso oft wie der Joker-Kopf – egal, ob Maske, Bild oder Karte. Klar ist nur: Der Joker in der Höhle bleibt seitdem eine Konstante, in welcher Form auch immer. Damit es sein Gesicht die einzige der drei Trophäen, die auf einen Erzfeind verweisen. Der Joker ist für Batman auch in seinem Refugium omnipräsent.

>> Joker-Comics


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