Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Verbrecher Batman

Batman ist der Gute, denn er bekämpft Verbrecher – klar. Oder? In den ersten 40 Jahren (abgesehen vom ersten) war es zumindest so. In den letzten 40 wurde das immer mehr und wieder in Frage gestellt. Batman arbeitet außerhalb des Gesetzes, er ist ein Vigilant und daher per se illegal, was weitere Vergehen und Verbrechen nach sich zieht.

Wenn man sich die Filme anschaut, stellt sich eher die Frage, ob Batman wirklich mehr Gutes tut als dass er Schaden anrichtet. Dieses Fandom-Video geht der Sache nach, von Michael Keaton bis Batfleck, und findet eine ganze Reihe von Straftaten: unbefugtes Betreten, Vandalismus, Stalking, illegales Abhören, Fahrerflucht, Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, Körperverletzung, Folter und natürlich Mord.

Welcher Film-Batman begeht wohl die meisten Verbrechen? Die spannendere Frage ist aber: Sind sie gerechtfertigt im Hinsicht auf die Verbrechen, die er verhindert?

Die Antwort überlasse ich euch. Aber ein fragwürdiger Charakter bleibt dieser Fledermausmann …

>> Liste der Batman-Filme

Abrechnung mit dem DC Extended Universe

Nein, ich bin wahrlich kein Fan des „DC Extended Universe“ (DCEU), wie das derzeitige Filmuniversum von Superman, Batman und Wonder Woman genannt wird. Es hatte einen mehr als holprigen Start mit Man of Steel, wurde dann furchtbar mit Batman v Superman und Suicide Squad, bevor es sich dann mit Wonder Woman und Shazam berappelte, aber dann wieder abstürzte (Aquaman, Wonder Woman 1984) und immer noch wenige echte Highlights zu bieten hat.

Die Screen Junkies haben in einem Honest Trailer (dem 400.) zusammengefasst, was alles schief gelaufen ist, vor und hinter den Kulissen, und analysieren auf amüsante Art die wiederkehrenden Muster dieser Filme. Einen Anteil an der Unausgereiftheit der Filme dürften die chaotischen Produktionsbedingungen haben, wie man sie bei Zack Snyder’s Justice League erlebt hat. Doch da bleiben immer noch die deprimierenen Storys, unsympathischen Helden, nervigen Schurken und fragwürdigen Wortbeiträge. Und es scheint immer noch keinen vernünftigen Plan zu geben, wie man dieses Kinofranchise auf einen ordentlichen Kurs bringt wie bei Marvel. Mit eigenständigen Filmen wie Joker und dem kommenden The Batman hat man sich vom Snyderverse verabschiedet.

Bedenklich ist das Trollverhalten sogenannter Fans, die Soziale Medien für ihre aggressiven Snyder-Kampagnen missbrauchen. Dass sie mit Justice League Erfolg hatten, ist leider auch ein falsches Signal, das zeigt, dass man alles kriegt, wenn man nur laut genug schreit. Wenn es nur halb so viel Engagement für die wahren Probleme auf der Welt gäbe, bräuchte es keine Superhelden mehr …

>> Liste der Batman-Filme

Neuer Comic: „Batman – The World“

Batman-the-world-rauhnacht.jpg

DC Comics/Panini

Schon immer war Batman ein Globetrotter. Gleich im ersten Jahr führte ihn die Reise nach Europa (Paris), auch später ging es immer wieder in aller Herren (und Damen!) Länder, sodass Grant Morrison in Batman Incorporated ihn sogar zu einer global operierenden Unternehmen ausbaute.

Am 14. September erscheint nun Batman: The World, ein 184-seitiger Band als Hardcover, in dem Autoren und Zeichner aus 14 Ländern auf ihre Weise interpretieren: Nordamerika, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland, Tschechien, Russland, Polen, Türkei, Mexiko, Brasilien, China, Korea und Japan.

Damit soll gezeigt werden, dass Batman mehr sei als eine Figur, sondern ein Phänomen, das Sprachen und Grenzen überschreitet, lässt Jim Lee von DC mitteilen. Die Anthologie erscheint kurz vor dem offiziellen Batman Day am 18. September 2021.

Jede internationale Ausgabe soll ein eigenes Cover des jeweiligen Teams haben. Eine Story wird von Brian Azzarello und Lee Bermejo stammen (Batman: Damned, Joker, Lex Luthor: Man of Steel, Batman/Deathblow). Hier die komplette Liste der Teams:

  • Mathieu Gabella (Autor)/Thierry Martin (Zeichner) – Frankreich
  • Paco Roca (Autor/Zeichner) – Spanien
  • Alessandro Bilotta (Autor)/Nicola Mari (Zeichner) – Italien
  • Benjamin von Eckartsberg (Autor)/Thomas von Kummant (Zeichner) – Deutschland
  • Stepan Kopriva (Autor)/Michal Suchánek (Zeichner) – Tschechien
  • Tomasz Kolodziejczak (Autor)/Piotr Kowalski, Brad Simpson (Zeichner) – Polen
  • Ertan Ergil (Autor)/Ethem Onur Bilgiç (Zeichner) – Türkei
  • Alberto Chimal (Autor)/Rulo Valdés (Zeichner) – Mexiko
  • Carlos Estefan (Autor)/Pedro Mauro (Zeichner) – Brasilien
  • Inpyo Jeon (Autor)/Jae-kwang Park, Kim Jung Gi (Zeichner) – Korea)
  • Xu Xiaodong, Lu Xiaotong (Autoren)/Qiu Kun, Yi Nan (Zeichner) – China
  • Kirill Kutuzov, Egor Prutov (Autoren)/Natalia Zaidova (Zeichner) – Russland
  • Okadaya Yuichi (Autor/Zeichner) – Japan

Batman trifft Joker in Deutschland

Das deutsche Team Benjamin von Eckartsberg und Thomas von Kummant (bekannt für Gung-Ho) erzählt eine elfseitige Geschichte Rauhnacht (A Better Tomorrow). Die Beschreibung liest sich bei Panini so:

„Die Inmitten der verschneiten bayerischen Alpen schart der Joker eine Gruppe fanatischer Klimaaktivisten um sich und will diese so radikalisieren, dass sie selbst vor Mord nicht zurückschrecken. Obwohl Fledermäuse hierzulande eine geschützte Art sind, steht Batman natürlich auf der Abschussliste des irren Clowns und seiner Gefolgsleute und es kommt zu einem actiongeladenen Duell im Tiefschnee.“

Ein Preis für Batman: The World steht noch nicht fest.


Unterstütze das Batman-Projekt

Dieses werbefreie Blog ist für dich kostenlos - doch leider nicht für mich. Wenn du gut findest, was ich hier mache, würde ich mich über eine Hilfe freuen, um die Kosten für diese Seite zu decken. Vielen Dank.

€1,00

Neue Miniserie: „The Joker Presents: A Puzzlebox“

joker-puzzlebox1.jpg

DC Comics

Und schon wieder was Neues zum Joker: Am 3. August 2021 startet eine siebenteilige Miniserie mit dem Titel The Joker Presents: A Puzzlebox. Die Polizei von Gotham findet eine geheimnisvolle Leiche, eine magische Kiste und eine Zelle voller Mörder. Nun versucht sie herauszufinden, was geschehen ist. Niemand will reden, außer der Joker. Dieser erzählt scheinbar unzusammenhängende Geschichten seiner Mitinsassen. Im Laufe der Serie wird klar, dass jede Geschichte ein Teil von Jokers Plan ist.

Die Serie wird geschrieben von Matthew Rosenberg mit Zeichnungen von Jesús Merino in der ersten Ausgabe, das Hauptcover stammt von Chip Zdarsky (Sex Criminals, Daredevil, Spider-Man: Life Story). Spätere Hefte weren illustriert von Keron Grant, Dani, Domo Stanton, Juni Ba, Vanesa Del Rey, Ricardo Ortiz, Christopher Mooneyham und anderen. Jede Ausgabe soll 40 Seiten umfassen.

Außerdem startet bereits am 7. Juni die digitale Ausgabe, die zusätzliche Hinweise zum Miträtseln enthalten soll. DC nennt es die „Director’s Cut Bonus Box“. Allerdings nur für Abonennten von DC Universe Infinite, was in Deutschland nicht verfügbar ist. Die späteren Druckusgaben sollen dasselbe Zusatzmaterial enthalten.

Außerdem erscheint bereits Jokers eigene fortlaufende Serie, darüber hinaus ist für August Suicide Squad: Get Joker angekündigt. Ich finde: Es reicht längst, aber der Markt scheint was anderes zu sagen.

>> Liste der Joker-Comics

Robin in der Todesfalle

batman-adv-robin

DC Comics

Titel: Batman Adventures – Robin, The Boy Wonder

Autor/Zeichner: Ty Templeton, Scott Peterson, Chuck Dixon/Rick Burchett, Joe Staton u.a.

Erschienen: 1998-2004 (Gotham Adventures #7, 19, 29, 42, 54; Batman Adventures #9), Paperback 2020


Batman und Robin hängen mal wieder in einem Schlamassel fest, einer Todesfalle. Aber nur die Ruhe, Batman hat schon Schlimmeres erlebt. Alligatorenwrestling mit Killer Croc, Maschinengewehrfeuer von Pinguin aus einem Flugzeug heraus, mit Jokergas aufgeblasene Clowns in einem Jokermobil, einen tödlichen Hut des verrückten Hutmachers – und Scarecrows Spukhaus fand Batman sogar ganz unterhaltsam. So kreativ …

Doch dann stellt Robin die alles entscheidende Frage, die jedem vernünftigen Leser aus der Seele sprechen dürfte: Wie kommen die Schurken zu den ganzen Todesfallen? Zuerst müssen sie das Geld heranschaffen, das klauen sie meistens, dann müssen sie die Kosten planen, die Falle bauen (lassen) und schließlich Batman hineinlocken, nur um dann wieder nach Arkham zurückgebracht zu werden. Ist das nicht ziemlich verrückt? – Klar, sagt Batman, es sind ja auch mental unausgeglichene Kriminelle. Und dann erzählt er noch ein paar Anekdoten.

Robin als Retter und Bedrohung

Diese schöne Grundsatzdebatte ist das Highlight des Robin-Sammelbandes der Gotham– und Batman Adventures. Wieder im Kleinformat für Kinder (wie schon Nightwing und Batgirl) und nur mit sechs Kurzgeschichten, nicht immer steht Robin (Tim Drake) im Mittelpunkt. In einer Story muss sich Batman allein mit einer Krimiautorin herumschlagen, in einer anderen rettet das Dynamische Duo Menschen aus brennenden Häusern, in einer dritten muss Robin einen vergifteten Batman retten und wendet sich dabei an Poison Ivy und Harley Quinn.

Das alles ist bestenfalls nett, schwächelt aber an der schwankenden Qualität der Zeichnungen. Da lobt man sich einen Veteranen wie Rick Burchett, der den Animated-Stil perfekt beherrscht: Bei einem Wiedersehen Dagger Dixon (siehe Dagger’s Tale) wird Robin zur Bedrohung, denn seinetweg fliegt beinahe Batmans Geheimidenität auf – der Pinguin wird hellhörig.

Und Tim Levins zeichnet sehr dynamisch eine weitere schräge Story: Robin ist frustriert von seiner Aufgabe und würde lieber kostümierte Schurken statt Waffennarren bekämpfen. Nightwing und Batgirl tun ihm dann den Gefallen, indem sie selbst in absurde Schurkenkostüme steigen. Doch Robin ist nicht so kindlich-naiv, wie er aussieht …

Das alles bietet keine Sensationen, ist aber als schöne Gutenachtlektüre für Junggebliebene zu empfehlen.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

Seit 2014 bietet dieses Blog Orientierung rund um Batman. Mittlerweile sind über 1300 Beiträge und Seiten mit Übersichtslisten erschienen. Wenn du meine Arbeit unterstützen möchtest, würde ich mich über einen kleinen Beitrag freuen, der mir hilft, die Kosten für diese Seite zu decken. Vielen Dank.

€1,00

Neues Batman-Event: „Fear State“

batman-fear-state

DC Comics

Kein Jahr ohne Weltuntergang. Zumindest einmal pro Jahr muss Gotham zur Hölle fahren – jedenfalls beinahe, denn zum Glück kann Batman stets das Schlimmste verhindern oder zumindest rückgängig machen. Wie halten das nur die Bewohner von Gotham aus?

Das nächste dicke Ding heißt Fear State. Darin versucht Scarecrow (im 80. Jahr seines Bestehens) in Gotham buchstäblich seine Schreckensherrschaft zu errichten.

Das Event wird sich von Batman #112 bis 117 hinziehen und im September 2021 beginnen. Aber ein Event wäre kein Event, wenn es nicht einen langen Vorlauf hätte. Begonnen hat alles bereits in DC Future State und Infinite Frontier (Rezensionen folgen im Juni), im August geht es weiter in I Am Batman #0, Catwoman #34, Harley Quinn #6 und Batman: Fear State Alpha #1.

Scarecrows neues Design mit Gasmaske und Spritzen an den Händen sieht nicht nur furchterregend aus, es wirkt auch wie die Personifikation der Pandemie. Außerdem erwarten uns Auftritte von Schurken wie Peacekeeper-01, anti-Oracle und die Rückkehr von Poison Ivy. Als Autoren dienen unter anderen John Ridley und James Tynion IV, als Zeichner Travel Foreman, Riccardo Federici und Jorge Molina.

Mehr zum Thema:

Neue Animationsserie: „Batman – Caped Crusader“

batman-caped-crusader.jpg

DC Comics

DC hat eine neue Batman-Animationsserie angekündigt: Batman – Caped Crusader soll auf HBO Max erscheinen. Produziert wird sie von Bruce Timm (Batman: The Animated Series), J.J. Abrams (LostStar Trek, Star Wars VII & IX) und Matt Reeves (The Batman).

Ein Startdatum ist nicht angegeben, aber dafür das Versprechen, dass die Serie im Geiste von Batman TAS inszeniert sein soll: Batman und seine Schurken sollen neu erfunden werden mit anspruchsvollem Storytelling, ausgefeilten Charakteren und intensiver Action in einer visuell beeindruckenden Welt.

Detective Comics #31

DC Comics

Bilder aus der Serie oder Filmmaterial gibt es leider noch nicht zu sehen, lediglich ein Promobild, das einen Batman mit langen, teufelsgleichen Ohren über Gotham zeigt – ganz wie auf dem Cover zu Detective Comics #31. Dieser Retrostil könnte eine Rückkehr zu den Wurzeln andeuten, und tatsächlich ist der offiziellen Ankündigung von „noir roots“ die Rede.

Außerdem wurde zeitgleich eine neue Superman-Serie angekündigt: My Adventures With Superman, eine Coming-of-Age-Story im Anime-Stil.

Und da wir schon von Animation sprechen: Der zweite Trailer zum Zweiteiler The Long Halloween ist raus. Viel Spaß dabei.

Kein Herz für Outsider

batman-outsiders-vol3

DC Comics

Titel: Batman and the Outsiders Vol. 3: The Demon’s Fire

Autor/Zeichner: Bryan Hill/Dexter Soy u.a.

Erschienen: 2020 (Batman and the Outsiders #13-17), Paperback 2021


„The failed experiment of ‚The Outsiders‘ is over.“ (Shiva)

In Superheldencomics, die kein Ende haben, kehrt notgedrungen alles wieder. So auch Batman & the Outsiders. 1983, 2008 und 2019 war dies der Fall. Und Jedes Mal war schnell wieder Schluss. Jedenfalls mit Batmans Beteiligung. Der neueste Versuch endet nach 17 Ausgaben.

Ra’s al Ghul will noch immer die Welt von allem Übel reinigen. Ohne neue Argumente, dafür mit neuer Waffe. Ein Teil der Outsiders will ihn sofort ausschalten, Batman hält sie zurück, er hat angeblich einen Plan, den er mit Black Lightning ausführt. Die anderen lassen sich natürlich nicht in ihre Schranken weisen, was aber keine große Rolle spielt. Denn so ausgeklügelt ist der Plan ohnehin nicht. Am Ende, nach vielem Gerede, geht alles sehr schnell: Während Orphan sich stumm mit Handlangern prügelt, beendet Black Lightning alles mit einem einzigen Blitz.

Das fünfte und letzte Kapitel des Bandes dient als Epilog, mit Betonung auf das Wort. Es wird viel geredet, ausdiskutiert und am Ende löst sich die Truppe auf. Warum? Weil offenbar zu wenig Leser das Heft gekauft haben. Verständlich. Auch ich werde die Outsiders nicht vermissen. Bis in zehn Jahren mal wieder …

>> Batman and the Outsiders

Batman/Superman: Zu zweit gegen alle

batman-superman-worlds-dead

DC Comics

Titel: Batman/Superman Vol. 2: World’s Deadliest

Autor/Zeichner: Joshua Williamson/Nick Derington u.a.

Erschienen: 2020 (Batman/Superman #7-15, Annual #1), Hardcover 2021


„Hm. Not what I was expecting.“ (Batman)

Die Flaschenstadt Kandor ist zerstört, die Einwohner sind tot. Zod will sie mit einer Lazarusgrube wiederauferstehen lassen. Ra’s al Ghul will das verhindern, denn die Welt hat schon genug größenwahnsinnige Supermenschen. Also bastelt er sich ein Schwert aus Kryptonit und zieht mit Batman und Superman los. Doch da ist es schon zu spät: Ein Schwarm winziger Kryptonier greift an …

Was vielversprechend anfängt, ist leider nach zwei Ausgaben beendet. Das ist doppelt schade, weil diese Geschichte von dem genialen Nick Derington (Batman Universe) gezeichnet wird. Aber Autor Joshua Williamson erzählt uns dafür lieber drei Hefte lang vom Atomic Skull und dem Ultra Humanite, einem Riesenaffen mit freiliegendem Gehirn, der ebenfalls Tote wiederauferstehen lässt, um … Hab ich schon vergessen. Scheint nicht so wichtig gewesen zu sein.  Jedenfalls wird Batman dann selbst kurz zum Strahlenmann …

Brainiac als Composite-Superman

In der dritten Geschichte, ebenfalls ganze drei Kapitel lang, werden Batwoman und Steel  auf die dunkle Seite des Mondes gerufen, wo Batman mit Superman gegen Brainiacs Killerroboter kämpft. Das heißt: Nicht wirklich Brainiac, sondern nur ein Computervirus von ihm, das sich mit dem Batcomputer gepaart hat und nun als Schurke ganz groß rauskommen will – als neuer Composite-Superman!

Also prügeln sich unsere vier Helden durch lauter Robos, die aussehen wie ihre größten Schurken, aber eben nur so aussehen. So kann man nach Belieben alle bekannten Gegner auftreten lassen, um sie zu zerstören, aber ohne dass irgendetwas davon Konsequenzen hätte. Diese Verschrottungsaktion kränkelt aber am Sinn: Warum das Ganze? Weil das Computervirus gerne wüsste, wie es ist, ein Schurke zu sein. Fragt sich nur, warum das uns Leser interessieren sollte. (Die klischeehaften bis dämlichen Dialoge machen es nicht besser.)

Somon Grundy im Schnee

Nach dem Sinn darf man auch nicht fragen, wenn die World’s Finest Solomon Grundy aus Arkham in seinen Heimatsumpf transportieren, um ihn vor der Explosion zu bewahren. Zuerst heißt es: Ganz vorsichtig, dann, als ein Haufen Schurken sie angreift, schmeißt ihn Batman einfach aus dem Flugzeug. Dass das irre ist, fällt dann auch Superman selbst auf. Aber eigentlich geht es in dieser Wintergeschichte nur darum, dass Bruce Wayne erschöpft ist von all der Action und außerdem nie eine Schneeballschlacht hatte … So sad.

Im Batman/Superman Annual #1 lassen dann Mr. Mxyzptlk und Bat-Mite ihre Lieblingshelden gegeneinander antreten – laut Cover jedenfalls, denn die Story habe ich mir gespart. Sagt mir Bescheid, falls ich etwas verpasst haben sollte …

Mehr zum Thema:

Death Metal: Alle sind Batman

dark-knights-death-metal-co

Dark Knights: Death Metal #1, 4, 7 (DC Comics)

Titel: Dark Nights: Death Metal

Autor/Zeichner: Scott Snyder/Greg Capullo

Erschienen: 2020-2021 (Miniserie #1-7), Hardcover 2021


„It all matters.“

Eigentlich wollte ich keine DC-Events mehr lesen. Das sage ich mir jedes Mal, ignoriere sie und dann kaufe ich mir doch wieder eins. Das letzte war Dark Knights: Metal. Ich war überfordert, frustriert und ich dachte mir: Nein, ich bleibe bei Batman. Das Multiversum kann mich mal. Aber als ich dann die Fortsetzung, Dark Nights: Death Metal, sah, als Hardcover in der Deluxe Edition, kaufte ich es dann doch. Weil das Cover so schön glänzte. Aber auch weil ich eine Schwäche für Greg Capullos Kunst habe. Und weil ich fürchtete, ich könnte was Tolles verpassen.

Und dann bestätigte sich gleich zu Beginn meine schlimmste Befürchtung: Wieder war ich überfordert. Was zur Hölle ist hier los? Eins ist klar: Die Hölle ist los! The Batman Who Laughs hat die Welt besiegt und unterjocht, alles dient seiner Schreckensherrschaft. Die Schurken sind weggesperrt, über sie wachen die vertrauten Helden als Zerrbilder ihrer selbst. Alle tragen Fantasy-Kostüme im Gothic- oder Heavy-/Death-Metal-Stil. Wonder Woman schwingt eine wundersame Kettensäge, Batman läuft als Untoter im Ledermantel rum, Superman trägt wieder lange Haare und wird gefangen gehalten von einer Mischung aus Batman und Darkseid, weil hier alle Schurken irgendwie eine Form von Batman sind.

Der dunkelste aller Ritter

Warum? Ja, wenn ich das wüsste … Das liegt wohl an dem Phänomen des Dunklen Multiversums, dass Batmans schlimmste Befürchtungen wahr werden lässt. Aber wenn ich alles erklären müsste, dann würde das den Rahmen des Artikels sprengen. Es reicht jedenfalls nicht, nur alle Krisen davor, Dark Knights: Metal und alle anderen Batman-Who-Laughs-Titel gelesen zu haben, die in den vergangenen Jahren herausgekommen sind, auch Doomsday Clock, die Serie Justice League und das Event Year of the Villain müssen präsent sein, denn sonst ist man auf die vielen Erklärungen angewiesen – und die könnten zu kurz kommen.

Um’s kurz zu machen: Es geht um Energie. Positive und Crisis-Energie. Und es geht um Perpetua, die Schöpferin des Multiversums, Mutter von Monitor und Anti-Monitor. Nachdem Wonder Woman den Batman, der lacht, tötet, wird dieser dank Dr. Manhattans Körper zum Darkest Knight und noch viel mächtiger. Er will Perpetua töten, weil sie das Multiversum zerstören will. Und eigentlich ist es noch viel komplizierter, aber dieser Artikel ist jetzt schon viel zu lang und eigentlich ist es auch gar nicht so wichtig, denn wer will es schon so genau wissen?

Wonder Woman wird zur Hauptheldin

Dann passiert eine Menge gleichzeitig: Drei Flashes rennen vor dem Darkest Knight davon, Lobo sammelt Alfred-Boxen, Lex Luthor taucht auf, um der Handlung eine neue Richtung zu geben und schließlich steht nicht irgendeine Energie im Mittelpunkt, sondern die Wahrheit selbst – und das ist Wonder Womans Domäne, sodass Diana zur Hauptheldin der Story wird. Sie legt sich mit Superboy Prime an und kämpft (in vergoldeter Form) das letzte Duell gegen den Oberfiesling, während die anderen, Helden und Schurken vereint, sich in die obligatorische Megamassenschlacht stürzen.

Am Ende ist wieder alles eine einzige Prügelei. Durch Zeit und Raum und Weltraum und Parallelwelten und Multiversen, aber eben nur eine große Prügelei. Was dieser Geschichte im Gegensatz zum Vorgänger fehlt, sind ein paar interessante Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Hier tauchen bloß immer nur neue Gestalten und Schurken in Batmangestalt auf, aber es kommt kein Mehrwert bei rum. Scott Snyders heillos überfrachtete Story hebt das Multiversum bloß in immer weitere Höhen, bis ein Omniversum entsteht, ein Infinite Frontier und am Ende (mal wieder) alles neu geordnet wird und eine „Elseworld“ neue Geschichten verspricht … Man sehnt sich nach Post-Crisis-Zeiten zurück.

Die Welt ist im Wandel

Was haften bleibt, ist höchstens dieser lebensanschauliche Gedanke: Alles ist im Wandel. Die beste aller möglichen Welten ist keine perfekte Wunschwelt, sondern eine, in der wir lernen, mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen. Kommt uns das bekannt vor? Ja, es erinnert an Herr der Ringe, und auch an Infinite Crisis … Aber immerhin ein kluger Gedanke.

Und so beschließe ich nach dieser anstregenden und wenig entlohnenden Lektüre ein für alle mal, diese verfluchten Krisenevents sein zu lassen, mich nie wieder von irgendeinem Metall oder metallisch glänzendem Cover zum Kauf, ja nicht einmal zum Lesen verführen zu lassen. Denn Lebenszeit, liebe Leute, ist etwas, das man niemals wiederkriegt. Deshalb: Seid gewarnt!

Hinweis: Zu Death Metal erscheinen drei Begleitbände: The Darkest Knight, The Multiverse Who Laughs und War of the Multiverses.

>> Liste der DC-Events