Schon lange nichts mehr vom Joker gehört. Etwa einen Monat lang. Was macht der eigentlich? Der bekommt bald einen Dreiteiler bei DC Black Label. In Suicide Squad: Get Joker geht es um … na ja, der Titel dürfte sich von selbst erklären. Diesmal ist das Team des Selbstmordkommandos zusammengesetzt aus Red Hood, Harley Quinn, Firefly und ein paar anderen Schurken.
Geschrieben wird die Miniserie von Brian Azzarello (Broken City), der sich bereits an Joker (2008) versucht hat, gezeichnet wird sie von Alex Maleev (Daredevil), der bereits Ende der 90ern Batman zeichnen durfte (No Man’s Land) sowie einige Ausgaben in The New 52.
Eine Ausgabe im Prestige-Format wird 48 Seiten umfassen und 6,99 US-Dollar kosten. Teil eins soll am 3. August erscheinen – passend zum (erhofften Kinostart) von James Gunns The Suicide Squad am 5. August 2021.
Ich habe schon viel über den Joker geschrieben und auch über die Bathöhle und wo alles herkommt, der Dino, der Penny, nur eins fehlt noch: die große Joker-Karte. Sie bildet das dritte untrügliche Erkennungszeichen der Bathöhle. Viele andere Trophäen sind variabel, doch die Joker-Karte muss sein. Doch wo kommt sie her? Begeben wir uns auf Spurensuche.
Joker mit Karten in Batman #1 (1940) (DC Comics)
Die Joker-Karte ist bereits im allerersten Bild zu sehen, das den Joker zeigt, nämlich in Batman #1 (1940): Der Joker selbst hält sie zwischen zwei anderen Karten, die Batman und Robin zeigen. Damit wird sofort klar, was der Figur als Inspirationsquelle diente, auch wenn der grünhaarige Mann mit dem Grinsen nicht viel mit dem Harlekin mit der Narrenkappe zu tun hat – bis auf die weiße Farbe im Gesicht.
Joker im Dunkeln mit Maske (Batman #1, 1940)
Die Karte hinterlässt der Mörder stets am Tatort, als Markenzeichen. Bei ihm im Versteck hängt allerdings eine Maske über seinem Sessel, die eher an die griechische Komödie erinnert. Die Spielkarte bleibt aber Jokers Markenzeichen – und das in einigen Geschichten. 1950 (in Detective Comics #168) wird dann erklärt, warum: Denn der Joker hat sein Aussehen der Monarch Playing Card Company zu verdanken. In der Fabrik ist er in einen Tank voller Chemikalien gefallen. Und da er danach aussah wie ein Joker, wurde er eben selbst einer.
Vorbild Joker-Karte (Detective Comics #168, 1950)
Wann aber taucht zum ersten Mal die überdimensionale Joker-Karte zum ersten Mal auf? Das passiert – korrigiert mich, wenn ich falsch liege – in der Story Rackety-Rax Racket (Batman #32, 1945). In seinem Geheimversteck ist sie im Hintergrund zu sehen, größer als er selbst. Daneben gibt es aber auch die Komödienmaske und eine Joker-Büste. Der selbstverliebte Joker ist also gerahmt von drei Abbildern oder Vorbildern. Außerdem tauchen Kartensymbole auf den Möbeln auf.
Die erste Riesen-Joker-Karte in Batman #32, 1945. (DC Comics)
Die Kartenspielästhetik kehrt immer wieder – genauso wie die große Karte, zum Beispiel in Acrostic of Crime (Detective Comics #114, 1946) und in Gamble With Doom (Batman #44, 1947).
Joker mit Karte in Detective #114, 1946 (DC Comics)
Batman und Robin bekommen es mit der Joker-Karte erst in The Happy Victims (Batman #52, 1949) zu tun. Gefangen vom Joker, finden sie sich in einem überlebensgroßen Kartenhaus wieder. Sie lösen ein Rätsel, lassen die Karten zusammenfallen und entkommen aus der Falle. Batman hält eine Joker-Karte fest, die größer ist als er selbst.
Eine Ausgabe später (Batman #53, 1949) führt der Joker sie in seinem Versteck zu zwei riesigen Masken – eine für die Tragödie, eine für die Komödie. Es handelt sich um Türen, nur eine von beiden kann ihr Leben retten. Am Ende stürzt zwar die Komödienmaske auf den Joker, doch Batman und Robin nehmen ein anderes Utensil als Andenken mit: eine Haarnadel.
Komödie oder Tragödie? Nur eine Maske rettet Leben. (Batman #53, 1949)
Wie die Joker-Karte in die Bathöhle kam, wurde bisher nicht explizit erzählt. Man kann nur feststellen, wann sie dort erschien. Schon im ersten Trophäenraum hing die Joker-Maske (Batman #12, 1942), allerdings noch keine riesige.
Der erste Trophäenraum in Batman #12 (1942)
In The 1,001 Trophies of Batman (Detective Comics #158, 1950) sieht man sie noch einmal deutlicher, diesmal ist sie eindeutig als Joker zu identifizieren: einmal mit offenen Augen und glatt zurückgekämmten Haaren, einmal mit halbgeschlossenen Augen und wilderer Frisur.
The Thousand and one Trophies of Batman (DC Comics)
Ein Joker-Bild findet sich in Batman #99 (1956). Aber wie eine Spielkarte sieht es nicht aus. In Batman #108 erscheint die Joker-Maske erneut, doch von Karte immer noch keine Spur. Laut CBR taucht die große Joker-Karte erst 1969 in der Batcave auf, und zwar in Superman’s Girl Friend, Lois Lane #89 (The Bride of Batman). Das Problem daran: Es handelt sich um eine Imaginary Story, also keine, die innerhalb der Continuity spielt.
1969: Batman zeigt Lois seine Höhle. (DC Comics)
Tatsächlich habe ich die Joker-Karte in der Bathöhle – nach langer Suche – in einem viel früheren Comic entdeckt: bereits 1948 in The 1000 Secrets of the Batcave (Batman #48). Da finden sich neben Dino und Penny gleich mehrere Joker-Utensilien: ein Jack-in-the-Box (Springteufel), ein Joker-Porträt und eine Joker-Karte!
Joker-Karte und Joker-Porträt in der Bathöhle (Batman #48, 1948)
Diese Ausgabe erschien zwar ein Jahr vor der Geschichte mit der Riesen-Joker-Karte, aber wenn man es mit der Chronologie nicht zu genau nimmt, dann fallen die Ereignisse nah genug zusammen.
Jack in the Box (Batman #48, 1948)
Am Ende ist die Suche aber müßig, denn wenn der Fall eins gezeigt hat, dann die Tatsache, dass die Bathöhle keine feste Größe ist. Genauso wie sie sich entwickelt hat von einer Garage, einem Labor und Trophäenraum zu dem, was wir heute kennen, so sieht auch die Dekoration jedes Mal anders aus. Der Dino verändert sich genauso oft wie der Joker-Kopf – egal, ob Maske, Bild oder Karte. Klar ist nur: Der Joker in der Höhle bleibt seitdem eine Konstante, in welcher Form auch immer. Damit es sein Gesicht die einzige der drei Trophäen, die auf einen Erzfeind verweisen. Der Joker ist für Batman auch in seinem Refugium omnipräsent.
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„What really worries me, Master Bruce, is that you work in a war zone, and you’re the only one who doesn’t bloody know it.“ (Alfred)
Batman rettet einen Polizisten und seine Familie vor einer Verbrecherbande. Dann findet er eine verweste Leiche ohne Gesicht. Schließlich wird ein korruper Staatsanwalt ermordet aufgefunden – scheinbar Suizid. Und jedes Mal, wenn Batman am Tatort auftaucht, versucht jemand, ihn umbringen. Die Spur führt zu Dr. Karl Helffern (einst bekannt als Dr. Death). Doch das ist nur der Auftakt in einer großen Verschwörung gegen die Polizei und die Justiz von Gotham.
Warren Ellis und Bryan Hitch präsentieren in The Batman’s Grave einen Titelhelden, der einerseits als Detektiv sich in die Opfer, aber nicht die Täter hineinversetzen kann, dann aber muss, weil er mit einem Gegner konfrontiert wird, der ihm sehr ähnlich ist: Täter und Opfer zugleich.
Brutaler, aber verletztlicher Held
Batman geht sehr brutal vor. Wir sehen einige Gliedmaßen brechen. Und er foltert mit Stromschlägen. Darüber hinaus ist er sehr von Technik abhängig, die am Ende aber nutzlos bleibt: Den Großteil der Zeit sitzt er am Computer, er verfügt über ein hochgerüstetes Batmobil, einen ferngesteuerten Panzer, Drohnen (Bat-Hounds) und einen Anzug, der jedes Mal mehr wie eine Rüstung aussieht. Kein Wunder, denn wie Alfred sagt, herrscht Krieg in den Straßen von Gotham und Batman muss erkennen, dass das keine Übertreibung, sondern durchaus wörtlich zu verstehen ist.
Alfred ist hier mehr denn je die Stimme der Vernunft, sondern ein Zyniker, der gerne mal eine Flasche Schnaps am Abend leert und keine Gelegenheit auslässt, hart gegen seinen Arbeitgeber auszuteilen. Batman muss sich Fragen gefallen lassen wie, warum er als reicher Mann arme Menschen zusammenschlägt, warum er der Polizei nicht die Arbeit überlässt, die sie auch selbst tun kann. Gordon wiederum fragt ihn, warum er jedes Mal das Batsignal einschalten muss, anstatt dass er eine Telefonnummer von Batman bekommt, unter der er ihn erreichen kann.
Diese zum Teil sehr witzigen Spitzen und Dialoge bilden das eigentliche Herzstück der Geschichte. Bruce Wayne ist hier nicht nur der Getriebene, sondern auch der Verletztliche, der viel einstecken muss und den die Ereignisse nicht kalt lassen. In einer langen Sequenz sieht man, wie ihn die jüngsten Erinnerungen zusammenbrechen lassen. So etwas sieht man selten in einem Batman-Comic.
Kommentar zu The Dark Knight Returns
Trotz aller Introspektion kommt die Action nicht zu kurz. Auch wenn die üblichen Verdächtigen aus der Schurkenriege fehlen, sorgen überraschende Schockmomente für viel Abwechslung, spektakuläre Kampfszenen können sich auch mal über ein Dutzend Seiten erstrecken. Hier kommen Bryan Hitchs detailreicher und dynamischer Zeichenstil voll zur Geltung. Allerdings fällt ein Ungleichgewicht auf. Nach einer ausführlichen Einleitung hetzt das Geschehen seinem Finale entgegen, das aber abrupt und etwas einfallslos endet. Und der Gegner bleibt bis zum Schluss leider uninteressant.
In gewisser Weise ist The Batman’s Grave auch ein Kommentar zuThe Dark Knight Returns. Bis auf den Panzer, der gegen einen Mob eingesetzt wird, finden sich auch indirekte Zitate wie: „Think of me as the surgeon.“ Und Alfred malt sich ein Szenario aus, in dem Batman als alter Mann immer noch Batman aktiv ist und eine Armee von Helfern befehligt. Doch so weit kommt es nicht, denn von Anfang an ist klar, dass es hier um eine Grablegung geht. Damit wird die Geschichte zu einem Abgesang auf Batman. Nicht revolutionär, nicht perfekt, aber viel interessanter und unterhaltsamer als das, was man derzeit in den regulären Serien zu lesen bekommt.
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Nach dem Reboot von Batman: The Animated Series mit dem Titel The New Batman Adventures kam das jähe Ende. Eine erfolgreiche Staffel, dann war Schluss. Der Sender WB Kids wollte etwas anderes: einen jungen Batman, einen Teenager. Produzent Bruce Timm war da nicht wirklich scharf drauf, wie er erzählt. Wie soll das auch gehen, wenn Bruce Wayne erst als Erwachsener Batman wurde?
Aus der Not wurde eine Tugend: Ein neuer Batman musste her, nicht Bruce Wayne, sondern ein Teenager, der in dessen Fußstapfen tritt. Ein Batman der Zukunft. Eine Kurz-Doku von IGN erzählt, wie die Zeichentrickserie Batman Beyond zum Klassiker wurde, den niemand wollte. Bemerkenswert ist, dass das Konzept innerhalb weniger Monate fertiggestellt werden musste – samt Design und neuer Schurkenriege. Die Schurken wurden aus Zeitnot heraus zuerst gezeichnet und dann mit einer Story versehen.
Batman Beyond wurde zum Erfolg: drei Staffeln und ein Joker-Film, der es in sich hat, wurden produziert. Es gab auch Pläne für eine Live-Action-Adaption. Daraus ist zwar nichts geworden, aber dafür gibt es zahlreiche Comics, die die Geschichte von Terry McGinnis weitererzählen.
Zuerst eine Scarecrow-Story wie ein Teenie-Horror: Drei junge hübsche Freundinnen laden das Mauerblümchen Lindsay zu einer kleinen Party ein, dessen Sinn es ist, sie bloßzustellen. Obwohl Lindsay weiß, was läuft, geht sie trotzdem hin – auf Anraten ihres Psychiaters, Jonathan Crane, der aus irgendeinem Grund wieder praktizieren darf.
Doch der Plan der drei geht nach hinten los: Nach und nach konfrontiert Scarecrow sie mit ihren Ängsten, Furch vor Hässlichkeit, Höhenangst, Klaustrophobie etc. Dann trifft Batman ein und rettet den Tag. Doch für eine ist es zu spät: Lindsay selbst ist zur Nacheifererin der Vogelscheuche geworden.
Bemerkenswert ist an dieser Kurzgeschichte allein der Zeichenstil: ohne Tusche, stark abstrahiert und glatt, wie ein Cartoon, der am Computer generiert wurde. Eine ästhetische Ausnahmeerscheinung, gewöhnungsbedürftig, aber dafür zu schnell vorbei.
Stippvisite bei Schurken
Ganz anders, aber spektakulär gezeichnet ist hingegen das Forever-Evil-Tie-in zu Scarecrow. Doch das lässt mich noch ratloser zurück. Eine Story im Sinne von Handlung ist hier kaum vorhanden, aber auch in keinem anderen Sinne. Gotham City wird beherrscht von Schurken, sie haben die Stadt unter sich aufgeteilt. Scarecrow geht von Schurken zu Schurken und redet dabei mit Mr. Freeze, Riddler, Poison Ivy … Man tauscht ein paar Worte und geht weiter … Was soll das?
Ein wenig Introspektion, Selbstreflexion, Analysen und Diagnosen – doch all diese Nachdenkereien haben wenig Erkenntnismehrwert. Eine vielleicht ist erwähnenswert. Scarecrow fragt sich, was für einen Stellenwert er als Angstmacher noch in einer Welt hat, die ständig aus den Fugen gerät:
„My fear is that in a world where people are moving the moon around … well … I certainly don’t have to work too hard to get them terrified. My gifts are better suited for a world whre fear is the contrast … not where it’s the status quo.“
Man könnte auch argumentieren, gerade in einer solchen Welt ist es schwer, Menschen noch zu beeindrucken. Aber Scarecrow gibt sich eher gelangweilt von seinem Tun. Und die Leser dürften es hier auch sein.
The Flying Batman: Detective Comics #257, Batman #120, Detective Comics #153 (DC Comics)
Wir haben uns alle daran gewöhnt, dass Batman so ist, wie er ist: ein Mann im Fledermauskostüm. Aber stimmt das? Nicht, wenn man genau hinsieht: Die kleinen spitzen Ohren erinnern mehr an Teufelshörner als an große Fledermauslauscher. Sein Kostüm hat mehr etwas von einem Strongman oder Ringer als von einer Fledermaus. Sein Cape soll an Flügel erinnern, aber fliegen kann er damit nicht. Es ist seltsam, dass ein Mann, der sich an einem fliegenden Tier orientiert, selbst nicht fliegen kann. Zumindest nicht aus eigener Kraft.
Mit Batman Beyond wurde das anders: Da fliegt der Held dank eines High-Tech-Anzugs mit Düsen in den Absätzen. Und in Filmen wie etwa Batman Begins kann Christian Bale das Cape zu einem Paraglider ausbreiten, sodass er sich zumindest vom Wind tragen lassen kann. Damit entspricht er einem seiner Ursprünge: Bob Kane hat sich bei Batman auch von einem Entwurf für ein Fluggerät von Leonardo da Vinci inspirieren lassen, daher wirkte Batmans Cape anfangs noch etwas steif. Aber meistens beschränkt sich Batmans „Flug“ darauf, sich mit einem Seil von Haus zu Haus zu schwingen. Manchmal sieht man ihn auch waghalsige Sprünge machen, die ihn zumindest für den Moment des Panels fliegen zu lassen scheinen.
Batgyro und Baterang (Detective Comics #31, 1939)
Doch auch in den Comics gab es schon früh Versuche, Batman tatsächlich fliegen zu lassen. Das Batgyro von 1939 war sein erstes Fluggerät, das sogar einen Fledermauskopf hatte, bereits 1940 wurde daraus das Batplane und 1950 kam das Upgrade Batplane II (Batman #61). 1949 aber gab es erstmals einen richtigen „Flying Batman“.
Batman bekommt Fledermausflügel
In Detective Comics #153 besuchen Bruce Wayne und Dick Grayson einen Vortrag von Professor Carl Wilde. Der ist nicht nur Experte für Fledermäuse, er hat auch Fledermausflügel gebaut, mit denen Menschen fliegen können. Im Publikum sitzt auch der Gauner Slits Danton, der aus dem Knast ausgebrochen ist, um sich an Batman zu rächen. Kaum haben ihn Bruce und Dick vom Balkon aus im Saal erkannt, schlüpfen sie in ihre Kostüme und schwingen sich auf ihn zu. Da zerschießt Danton Batmans Seil, sodass dieser in die Tiefe stürzt. (Auf Batman zu zielen, wäre einfacher gewesen, aber egal.)
Batman fliegt als Fledermaus aus der Bathöhle. (DC Comics)
Nachdem der Held sich erholt hat, lässt er sich vom Professor die Flügel geben, damit ihm das nicht mehr passieren und er sich Danton schnappen kann. Doch er hätte das neue Gadget nicht in der Presse verkünden sollen, denn so kann sich der Schurke darauf einstellen: Er lässt drei Kondore auf ihn los, Batman muss sich mit ihnen in der Luft herumschlagen. Dann entführt Danton Robin und fesselt ihn in einer Scheune. Batman muss – wie eine echte Fledermaus – im Dunkeln durch ein Labyrinth aus Seilen navigieren, um Robin zu befreien, bevor eine Bombe hochgeht. Zum Glück hat er ein Ultraschallgerät am Gürtel. Wie er die Frequenzen hören kann, bzw. wann er gelernt hat, damit zu navigieren, bleibt ein Rätsel. Und erst recht muss man nicht verstehen, warum Danton nicht einfach die Bombe hochgehen lässt, als seine beiden Erzfeinde in der Scheune stecken – immerhin hatte er doch Rache geschworen …
Beim dritten Versuch geht Danton dann auch weniger subtil vor und versucht Batman mit schweren Geschützen vom Himmel zu ballern. Das gelingt auch, Batman stürzt vom Himmel – scheinbar. Denn es ist nur eine Puppe. Der echte Batman fliegt ins Bild, kreist Danton ein und wirft ihn ins Wasser. Doch dann erwacht Batman wieder im Saal beim Professor und es stellt sich heraus: Es war alles nur ein Traum! Die Flügel sind noch gar nicht betriebsbereit. Was für eine Enttäuschung, denkt sich Batman. Aber wer weiß, eines Tages vielleicht lernt er doch noch fliegen …
Flügel als Implantate
Und dieser Tag kommt fünf Jahre später tatsächlich. Wieder heißt die Story The Flying Batman (Batman #82, 1954). Ein engelgleich geflügelter Mann entführt das Dynamische Duo ins Lost Valley of the Bird-Men, einen Ort, in dem die Menschen dank des Alpha-Serums Flügel bekommen haben. Jedenfalls bis der böse Baron Gravio das Serum an sich gerissen hat, um für seine Familie ein Monopol und eine Schreckensherrschaft aufzubauen. Nun wurden Batman und Robin hergeholt, um die Bande aufzuhalten.
The Flying Batman (Batman #82, DC Comics)
Batman muss sich einer Operation unterziehen, um Fledermausflügel zu erhalten. Ohne zu zögern lässt er sich darauf ein und schwingt sich in die Schlacht. Mit Robin fängt er zwei geflügelte Gangster ein, dann schlägt er zweien die Köpfe zusammen, die versuchen, ihn mit einer Kanone vom Himmel zu schießen, und schließlich wirft er eine Rauchbombe in ein Haus. Hätte es dafür Flügel gebraucht? Oder einen Batman? Nein, nicht wirklich, aber dann gäbe es ja diese Geschichte nicht. Und zwischendrin auch keinen Batman und Robin im Riesenkäfig. Zum Schluss sind die beiden wieder in Gotham und fragen sich, ob nicht auch diese Episode nur ein Traum gewesen sei …
DC Comics
In „The 1001 Inventions of Batman“ (Batman #109, 1957) bauen Batman und Robin sich Jet-Packs mit Fledermausflügeln. Die brauchen sie, um Tauben zu fangen, die Juwelen schmuggeln. Batman verkündet, die „Human Jet-Power Units“ von nun an immer auf Patrouille zu verwenden, doch sie kommen nur in dieser Geschichte zum Einsatz – später, um ein selbstgebautes „Fliegendes Auge“ zu verfolgen. Erst viele Jahre später wird die Idee wieder aufgegriffen (siehe unten).
Die Erfindung der Whirly-Bats
In Batman’s Invincible Foe (Detective Comics #257, 1958), denkt sich Batman eine neue Flugmethode aus. Als Gotham vom zeitreisenden Dieb Karko aus der Zukunft heimgesucht wird und dieser das Batmobil mit seinem Ufo verschrottet, steigen Batman und Robin auf Whirly-Bats um, kleine Einsitz-Helikopter mit Rückenflosse. Karko folgt ihnen in einer fliegenden Blase in die Lüfte, sie wollen ihn mit einer Riesennadel pieksen, doch der Dieb verwandelt die Blase in Eisen und die Wirly-Bats zerschellen schon nach zwei Seiten.
Einige Monate später, als Batman sich die Beine bricht, steigt er wieder auf Whirly-Bats um und wird mit diesem fliegenden Rollstuhl zu The Airborne Batman (Batman #120, 1958). Diesmal hängen Vakuumschläuche daran, mit denen Batman Gauner ansaugen und durch die Luft ziehen kann.Die Whirly-Bats bleiben noch bis in die 80er im Einsatz.
Batman fliegt mit dem Bat-Wing – oder versucht es wenigstens. (DC Comics)
In derselben Ausgabe, in der Story The Curse of the Bat-Ring, unternimmt Batman beim „Batman Day“, der ihm zu Ehren veranstaltet wird, im Zirkus einen Gleitflug mit einem „Bat-Wing“, das geht aber leider schief: der Flügel bricht.
Fliegen mit Jetpack
Batman fliegt später auch mal einen Drachen oder Paraglider gegen Kite-Man. Ansonsten gibt es meist das Batplane und den Batwing aus dem Film von 1989, der auch in Batman: The Animated Series zum Einsatz kommt. Dieses Flugzeug kann auch ohne Propeller wie ein Helikopter in in der Luft stehen, damit vereint es die Eigenschaften des Bat-Gyro (nicht Gyros!).
Batman mit Jetpack
In der schönsten Flugfolge (und der frivolsten Episode überhaupt), The Ultimate Thrill, verfolgt Batman Roxy Rocket im Batwing, bis dieser in Brand gerät. Mit knapper Not schafft er es in die Bathöhle zurück, wo der Batwing aufgefangen wird von einer Reihe von Seilen. Beim zweiten Mal jagt dann Batman mit einem Jetpack hinter der Raketendame hinterher. Die Fledermausform ist nur angedeutet, Batman fliegt aber extrem schnell und agil. Am Ende, als alle Batwings nichts nützen, steigt Batman dann sogar selbst auf eine Rakete – aber das sollte man selbst gesehen haben. So schön hat man Batman wohl nie fliegen sehen …
Batman jagt Roxy Rocket.
Übrigens: Batman hat auch Leonardo Da Vinci selbst fliegen lassen. In Batman #46 (1948) reist er mit Robin ins Mailand des Jahres 1499 und hilft dem (angeblichen) Erfinder dabei, sein Fluggerät zu optimieren. Dann düst der alte Leonardo damit selbst durch die Lüfte und wird zum ersten Batman der Weltgeschichte. Im Jahr 1994 erzählte dann Doug Moench in Black Masterpiece eine Elseworlds-Story um Leonardos „Bat-Wing“, die mindestens genauso albern ist.
Batman und Robin bauen Leonardos Gleitflieger. (DC Comics)
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„So tell me, Professor Crane — Are you experienced?“ (Robin)
Scarecrow ist auf Teenagerjagd. Diesmal bekommt er es dabei mit Robin als Gegner zu tun. Tim Drake geht mit zwei Freundinnen in einem Club tanzen, in dem der „ambient engineer“ Bliss eine Art holografische Show abzieht. Es geht dabei sehr bunt, sehr psychedelisch zu – und dazu passt es ganz wunderbar, dass der Comic einen 3D-Effekt hat, der natürlich nur mit der dazu gelieferten Brille funktioniert. Doch leider erschöpft sich darin auch schon der Reiz dieses Heftes, denn die Story ist etwa so berauschend wie ein Kaffekränzchen.
Scarecrow entführt den Künstler Bliss und will ihn auf einem stillgelegten Rummelplatz köpfen, da kommt Robin dazwischen. Scarecrow selbst benutzt dann die Technik im Club, um Teenager in Angst zu versetzen. Aber wozu überhaupt, wenn sein Angstgas wie ein Halluzinogen wirkt? Wie dem auch sei: Einen tieferen Sinn hat die Geschichte nicht. Auch bekommt der Schurke keine neue Facette. Der Held muss, um zu triumphieren, seine Ängste überwinden und – Spoiler-Alarm! – er schafft es sehr schnell, denn das Heft hat nur 38 Seiten. Am Ende erfährt Scarecrow eine Art von „poetic justice“ …
Man könnte sich mit dem billigen 3D-Effekt trösten, aber nur die wenigsten Seiten sind überhaupt in 3D gehalten. Und leider sind diese cartoonhaften, einfallslos gezeichneten und kunterbunten Zeichnungen alles andere als Hingucker.
The Long Halloween ist eine der wichtigsten und besten Batman-Storylines der 90er-Jahre. Jeph Loeb und Tim Sale erzählen in 13 Kapiteln vom mysteriösen Killer Holiday, der an Feiertagen Mobster umbringt. Batman trifft bei der Ermittlung auf seine gesamte Schurkenriege – vom Joker über Catwoman bis zum Riddler. Dabei sehen wir, wie Harvey Dent zu Two-Face wird. Ein Krimi in bester Noir-Manier, wunderbar erzählt und einzigartig gezeichnet.
Die Story diente bereits als Inspirationsquelle für Christopher Nolans The Dark Knight. Nun wird der Comic in animierter Form verfilmt. Im Sommer 2021 soll der erste Teil erscheinen, der zweite im Herbst. Im Trailer wird deutlich, dass man sich zwar nicht an Tim Sales eigenwilligem Stil orientiert hat, aber trotzdem versucht, einen eigenen, comichafteren Stil zu etablieren. Der Joker scheint eine prominentere Rolle einzunehmen als in der Vorlage, offenbar weil es ohne ihn nicht mehr zu gehen scheint. Hoffen wir, dass die Story nicht allzusehr vom Original abweicht.
Man sollte aber nicht zu viel erwarten. Die Zeichentrick-Adaptionen der vergangenen Jahre wie etwa The Killing Joke, Gotham by Gaslight und Hushwaren eher Enttäuschungen.
Darf ich vorstellen: Matatoa. Ein Verfluchter mit Maori-Tattoos, der nicht sterben kann, dafür aber ständig „reine Seelen“ umbringen muss – und darunter leidet. Auf die Idee, sich von seinem Fluch zu erlösen, indem er einfach vom Leben ablässt, kommt er nicht. Er hat eine andere. Weil er jeweils die Eigenschaften der Getöteten übernimmt, bietet er Batman an, ihn zu töten und dafür bis in alle Ewigkeit dessen Mission fortzusetzen. Die Hand am Kinn lässt Batman zumindest so aussehen, als würde er das dämliche Angebot tatsächlich kurz in Erwägung ziehen.
Und dann will Bruce Wayne endlich Dick Grayson adoptieren. Ganz offiziell. Dick (Nightwing) ist zwar schon erwachsen, aber um ihn – im Falle seines Todes – zum Alleinerben zu erklären, ist das wohl die sichere Vorgehensweise. Dann taucht aber ein alter Mann auf, der behauptet, Dicks Großvater zu sein. Das Dumme ist nur: Weder Bruce noch Dick wussten je etwas von ihm.
Die Erklärung ernüchtert: Es stimmt nicht, dahinter steckt Ra’s al Ghul. Aber warum? Das habe ich nicht verstanden. Nicht, weil es so kompliziert ist, sondern so sinnlos bzw. weit hergeholt. Klingt alles sehr nach: Wir überlegen uns eine interessante Prämisse und beenden das Ganze mit einer unerwarteten Wendung, egal wie … Dass anfangs Superman in der Geschichte vorkommt, scheint bloß eine Rechtfertigung für das Cover zu sein, das den Kaufanreiz bieten soll.
Bruce Wayne kauft eine Waffe
Und so ist auch der zweite Band von Gotham Knights eine weitgehend verzichtbare Sammlung von Anekdoten und Anekdötchen von Batman und seiner Familie: Poison Ivy rächt sich an den Reichen, die Spenden zum Erhalt des Regenwaldes sammeln (gähn), der Joker lässt einen Mann aus Kakerlaken sein Unwesen treiben (ein Tie-in zu Last Laugh), dazu noch ein paar Gestalten, die wir nie wiedersehen. Eine Story zeigt einen ganzen Tag im Leben von Bruce Wayne und Batman, doch statt Handlung und Drama sehen wir bloß, wie sich alle Probleme in Wohlgefallen auflösen und Gotham wie bei R. Kelly als „city of justice, love & peace“ erscheint – kann man mal machen, ist aber stinklangweilig.
Doch auch in diesem Band gibt es kleine Perlen: In einer Kurzgeschichte erweisen sich ein paar Ganoven als feige und abergläubisch, indem sie vor einem Phantom davonrennen, das sie für Batman halten. Manches davon ist zwar etwas bemüht und der Gag verbraucht sich schnell, aber als Idee ganz amüsant umgesetzt. In einer anderen Story bekommt Batman mal wieder mit Scarecrows Angstgas zu tun (das Wie ist ziemlich unglaubwürdig), aber dann werden seine Ängste durchgespielt, indem ein und dieselbe Dialog-Sequenz in verschiedenen Varianten gezeigt wird. Das aber bietet nur die Vorlage für die nächste Episode, in der Bruce Wayne eine Waffe kauft, ohne es zu wissen, weil Batman sie für ihn bestellt hat. Warum?, fragt Bruce sein Alter Ego im Selbstgespräch. Damit er seine Angst vor ihnen bekämpft. Auch wenn die Prämisse etwas an Darwyn Cookes Ego erinnert, überzeugt sie vor allem visuell.
Mein persönliches Highlight bildet die Geschichte mit Aquaman. Batman bittet Arthur, den Riesenpenny aus dem Wasser zu holen, der ihm beim Beben aus der Höhle gepurzelt ist – doch in Wahrheit ist Batman nur einsam und braucht ein bisschen Gesellschaft. Eine weitgehend wortlose und sensibel erzählte Story, von denen man sich mehr wünscht.
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Nachdem Zack Snyder’s Justice League endlich in der Welt ist und alle Snyder-Fans sich an der angeblichen Offenbarung laben, scheint dieses Kapitel noch lange nicht geschlossen zu sein. Denn es sind weitere Begehrlichkeiten geweckt. Jetzt heißt es: #RestoreTheSnyderVerse. Zack Snyder soll seine ursprünglichen Pläne in Fortsetzungen wahr machen, also mehr Batfleck und Superman in schwarz, mehr Darkseid und die Auflösung all der Cliffhanger aus dem überlangen Epilog …
Was mich angeht: Ich kann darauf gern verzichten und schaue mir lieber den Honest Trailer zum Snyder Cut an, das heißt, den richtigen, denn es hat schon mal einen gegeben, als der Snyder Cut noch ein Mythos war. Die Bilanz der Screen Junkies: Joss Whedons Justice League mag schlecht gewesen sein, aber Zack Snyders Film ist eben nur Mittelmaß.
Die Kritikpunkte kann man sich denken: Im Wesentlichen ist es dieselbe Geschichte, Superman macht alle anderen überflüssig, es gibt zu viele langatmige Erklärszenen mit Steppenwolf, zu viel Slow Motion und überhaupt ist der Film viel zu lang – sodass der eigentliche Titel lauten könnte Justice League: Longer, Bigger and Uncut. Der Trailer wirft auch interessante Fragen auf, etwa warum Martian Manhunter sich zwar die Mühe macht, als Martha Kent Lois Lane aufzubauen, sichaber nicht in der Schlacht mit den anderen nützlich macht. Aber seht selbst.
Hier noch einmal der Honest Trailer zum Snyder Cut vor der Veröffentlichung: