Batman

Dunkler Ritter als Märchenprinz

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DC Comics

Im Herbst kommt mal wieder ein grafisch ambitioniertes Batman-Comic auf den Markt: DC hat den Zweiteiler Batman: The Dark Prince Charming von Enrico Marini angekündigt. Marini hat bereits französische Historiencomics wie Der Skorpion, Die Adler Roms und Der Stern der Wüste (auf deutsch bei Carlsen erschienen) umgesetzt. Jetzt wird er erstmals eine Batman-Story schreiben und illustrieren. In The Dark Prince Charming entführt der Joker ein Mädchen und Batman muss unter Zeitdruck herausfinden, wo sie ist – für Batman eine persönlich Angelegenheit … (Auch Catwoman soll eine Rolle spielen.)

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DC Comics

Der erste Teil soll soll am 1. November 2017, Teil zwei im Frühling 2018 erscheinen. Die ersten Bilder sind schon mal sehr beeindruckend. Da kann man nur hoffen, dass sich nicht wiederholt, was bereits bei Batman: Europa passiert ist. Auch das war eine Joker-Story, die (unter europäischem Einfluss) toll aussah, aber ansonsten enttäuschte.

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DC Comics

Gotham by Gaslight wird animiert

DC Comics

Gotham by Gaslight, die Geschichte über Batman und Jack the Ripper, wird als Animationsfilm adaptiert. Das geht aus der Blu-ray-Hülle des Zeichentrickfilms Batman and Harley Quinn hervor, der im August bzw. September veröffentlicht wird. Dort ist unter den Extras ein „Sneak Peek“ aufgeführt, also eine Vorschau auf den nächsten DC Animationsfilm. Gotham by Gaslight von Mike Mignola (1989) gilt als erste Elseworlds-Story, auch wenn das Label dafür zunächst noch nicht verwendet worden ist, sondern erst zwei Jahre später für Holy Terror. Ebenfalls 1991 kam die Fortsetzung, Master of the Future, heraus, die allerdings mit dem ersten Teil nicht mithalten kann. Auf nerdist.com wird spekuliert, ob für den Film beide Comics als Vorlage dienen werden, um auf die nötige Länge zu kommen.

Batman: Gotham by Gaslight wird damit die erste Elseworlds-Verfilmung sein, wenn man davon absieht, dass The Dark Knight Returns auch nicht im regulären DC-Universum spielt. Ein Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest, aber wahrscheinlich sind Ende 2017 oder Anfang 2018.

Aus Mister Zero wird Mister Freeze

DC Comics

Titel: Mr. Freeze’s Chilling Deathtrap!

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Chic Stone

Erschienen: 1968 (Detective Comics #373), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


„Mr. Freeze! That sounds like a campy name dreamed up for a villain in a television program!“ (Robin)

Bruce Waynes Tante, aunt Harriet, wird ins Krankenhaus eingeliefert. Nur eine Notoperation kann sie retten, bei der Kryochirurgie angewandt wird, also eine Technik bei der starke Kälte angewandt wird. Doch mitten in der OP fällt das Gerät aus. Wie der Zufall es will, hat just an diesem Tag Mister Zero sein Comeback. Er nennt sich jetzt Mister Freeze und erweist sich als wahrer Kunstliebhaber, denn er raubt ein Gemälde, das ein Winter Wonderland zeigt – und zwar nur, weil es ihm gefällt. Wie er die Aktion finanziert und warum er wieder seinen Kälteanzug trägt, obwohl er zuletzt dank einer Dampfkur von seinem Leiden geheilt war, das bleibt ein Rätsel.

Jedenfalls lassen Bruce und Dick die geliebte Tante schweren Herzens im Krankenhaus zurück, um sich um Freeze zu kümmern und ihm für die OP seine Eiskanone zu klauen. Und obwohl das alles sehr sporadisch passiert, sind sie bestens vorbereitet: Gegen Eisglätte streuen sie sich schnell Sand vor die Füße, gegen die Kälte tragen sie beheizte Anzüge. Und kaum haben sie dem Schurken die Eiskanone abgenommen, ist Robin auch schon verschwunden. „Run for aunt Harriet’s life!“, ruft Batman selbstvergessen Robin zu, ungeachtet der Preisgabe seiner Geheimidentität.

Doch zum Glück hören die Schurken nicht hin, als sie sich auf ihn stürzen. Batman wird (schon wieder) in einem Eisklotz gefangen genommen. Um ihn diesmal wirklich zu beseitigen, schleppen Freeze’s Handlanger den Klotz auf das Dach eines Wolkenkratzers und der Schurke stößt ihn in die Tiefe. (Umständlicher geht es wirklich nicht.) Innerhalb von Sekunden kann sich der Entfesselungskünstler mittels einer hanebüchenen Methode befreien und eiskalt mit Freeze abrechnen …

Verzeiht diesen miesen Kalauer. Das muss dem Einfluss der Lektüre geschuldet sein, denn die Sprechblasen sind voll davon: „What a chill!“, „real cool action“, „N-ice work, Robin!“,  „I hate cold feet“, „you give me the chills“, „be prepared for chills and fever“ usw. Bei dieser Vorlage muss man sich über die platten Gags im Film Batman & Robin (1997) nicht wundern – sie stehen in einer langen Batman-Tradition.

>> Liste der Mister Freeze-Comics

Ein Prequel und Sequel zu „Batman and Harley Quinn“

DC Comics

Zum Animationsfilm Batman and Harley Quinn, der am 15. August in den USA erscheint (am 7. September in Deutschland) wird es zwei begleitende Comic-Serien geben. DC hat ein fünfteiliges Prequel angekündigt, Harley Quinn and Batman, in dem erzählt wird, wie Quinn vom Sidekick des Jokers zur eigenständigen Heldin wird. Für die Mini-Serie werden Autor Ty Templeton und Zeichner Rick Burchett wieder zusammenkommen, die bereits die Batman Adventures gemacht haben, die Comics zu Batman: The Animated Series. Die neue Comic-Serie wird am 31. Juli beginnen und zweiwöchentlich erscheinen, zunächst nur in digitaler Form.

Im Oktober werden wöchentlich unter dem Titel Batman and Harley Quinn sieben Ausgaben hinzukommen, die sich an den Film anschließen. Dafür werden verschiedene Autoren und Zeichner verantwortlich sein. Im Sommer 2018 sollen alle zwölf Comics als Paperback gedruckt erscheinen.

Joker wird zum Weißen Ritter

DC Comics

Vor einem Jahr hat Zeichner Sean Gordon Murphy ein neues Batman-Comic-Projekt angekündigt. Seitdem hat er seinen Schaffensprozess daran in seinem Twitterkanal dokumentiert, ohne konkrete Details über den Plot zu nennen. Jetzt ist klar: Es wird eine siebenteilige Mini-Serie mit dem Titel Batman: White Knight, der erste Teil erscheint am 4. Oktober in den USA. Ein deutscher Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest.

https://twitter.com/Sean_G_Murphy/status/883411953351364608

Darin wird es um vertauschte Rollen gehen: Der Joker wird zum Politiker Jack, der Batman ganz legal vom Vigilantentum abhalten will, weil der Dunkle Ritter auf seinem Kreuzzug gegen das Verbrechen gescheitert ist. Auch Harley Quinn wird dabei eine Rolle haben. „In a world where Batman has gone too far, the Joker must save Gotham City“, schreibt DC Comics in seiner Ankündigung. Die Geschichte spielt sich außerhalb des regulären DC-Universums ab.

https://twitter.com/Sean_G_Murphy/status/883407122440093696

An den ersten Seiten kann man bereits erkennen, dass Batman: White Knight zumindest visuell ein Meisterwerk werden wird. Es wird höchste Zeit für eine herausragende Batman-Story außerhalb der Continuity, denn so eine hat es seit Paul Dinis Dark Night nicht mehr gegeben.

https://twitter.com/Sean_G_Murphy/status/883429172684697600

Batman Adam West bei den Simpsons

Nach dem Tod von Adam West, dem Hauptdarsteller der Batman-Serie und des Spielfilms aus den 60ern, greift die Nostalgie um sich. Bei den Simpsons hatte West schon früh: Zum ersten Mal in „Mr. Plow“ (Staffel 4, Episode 9, 1992), als Homer und Bart ihn auf einer Automobilmesse treffen, doch auch danach gab es Referenzen auf die alte Batman-Serie.

In „Large Marge“ (Staffel 14, 2002) treten Batman und Robin in einer Szene gegen Krusty den Clown an. In „Radioactive Man“ (Staffel 7, 1995) wird eine Szene aus einer 70er-Jahre-TV-Serie gezeigt, in der der Superheld gegen eine Truppe Pfadfinder kämpft – eine Parodie auf die 60er-Serie.

Mister Freeze fängt bei Null an

DC Comics

Titel: The Ice Crimes of Mr. Zero

Autor/Zeichner: Dave Wood/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1959 (Batman #121), Paperback 2017 (Batman Arkham: Mister Freeze)


„Got to keep rocking! … It’s … our only chance …“ (Batman)

Bevor Mister Freeze der gefühlskalte Griesgram und kriminelle Dauermelancholiker war, den wir aus The Animated Series kennen und lieben, hat er als lächelnder Mr. Zero angefangen. Zunächst ist er bloß ein Wissenschaftler, der bei der Entwicklung einer Eiskanone mit einem Gas kontaminiert wurde, sodass er nur noch Temperaturen unter Null erträgt. Seitdem muss er einen seinen Anzug tragen, der zwar noch grün-rot ist, aber schon den charakteristischen Glashelm hat. Allerdings erklärt der tragische Unfall nicht seine Vorliebe fürs Verbrechen.

Mr. Zero zieht nämlich getarnt im Eiswagen umher, um Raubüberfälle zu begehen. Batman und Robin kommen ihm sofort auf die Spur, weil kurz nach dem Raub nicht die Polizei kommt, sondern zunächst das Batsignal leuchtet und das Dynamische Duo wie durch ein Wunder sofort am Tatort ist. Naja, egal: die beiden erleben jedenfalls ihr kaltes Wunder, als ihre Verfolgungsjagd von einem Eisstrahl unterbrochen wird.

Beim zweiten Mal werden sie von Zero in Eisklötzen gefangen genommen. Batman befreit sich und Robin, indem er von innen heraus den Klotz bewegt. Mr. Zero muss beim Vereisen zu viel Bewegungsraum gelassen haben. Die Blöcke brechen, dann gibt’s nach althergebrachter Art für den Schurken was aufs Maul. Aber statt Schmerzen spürt er große Freude: Dank der Dämpfe, das Batman aus Leitungen gelassen hat, ist Mr. Zero von seiner Kältesucht geheilt. Eine einfache Dampfkur hätte also alle Verbrechen verhindern können. Batmans Kommentar: „That steam treatment must have changed you back to normal! Now we’ll see if the law can straighten out your distorted mind!“ Wie wir wissen, wird das nicht so gut klappen. Aber immerhin wird erstmal für die nächsten neun Jahre Ruhe sein – bis Mr. Zero als Mr. Freeze zurückkehrt.

Und nun zum Abschluss ein wenig Musik, passend zum Thema Rocken bei Kälte:

>> Liste der Mister Freeze-Comics

JLA: Heilsbringer aus dem All

Titel: Justice League of America – Power and Glory

Autor/Zeichner: Bryan Hitch (u.a)

Erschienen: 2015-2016 (Justice League of America #1-4, 6-10), Hardcover 2017, dt. Panini 2016-2017 (Justice League of America #1-5)


Früher war die Justice League (JLA) für mich das Maß aller Dinge. Die größten Superhelden in einer Geschichte – mehr konnte man für sein Geld nicht bekommen. Aber mit der Zeit ließ die Begeisterung nach. Und als ich mich durch all die Krisen der Mega-Events kämpfte, bei denen es immer um alles ging und jeder mitmischte, verlor ich jegliche Lust daran. Auch die Justice League-Serie von The New 52 konnte mich nicht packen. Und obwohl ich die JL aufgegeben hatte, hat mich die Neugier doch dazu gebracht, die neue JLA-Serie zu lesen. Wegen der guten Kritiken – und wegen des Zeichners Bryan Hitch, den ich spätestens mit seiner Arbeit an Marvels The Ultimates schätzen gelernt habe.

Hitch zeichnet hier nicht nur, er schreibt auch die Geschichte. Die Erde bekommt Besuch von Rao, dem kryptonischen Gott. Er will die Welt von Leid befreien – und macht die Menschheit zu Gläubigen. Superman ist sofort von Rao begeistert und legt ein gutes Wort vor der Menschheit für ihn ein. Natürlich steckt dahinter ein fauler Zauber. Denn Rao ist einfach nur ein Despot, der die Menschheit unterjochen will, indem er sie zu friedfertigen und unterwürfigen Wesen umprogrammiert.

Was folgt, ist der typische Kampf an vielen Fronten: Superman kloppt sich bis zum Tod, Batman und Cyborg kümmern sich um die Kopfarbeit und Technik, Wonder Woman treibt sich im verlassenen Olymp herum, Green Lantern landet auf einem Krypton der frühen Vergangenheit. Es geht also auch um Zeitreisen, um mysteriöse Steine, eine nervige Gruppe von Geheimniskrämern und auch der Parasit hat einen großen Auftritt, dessen Sinn ich aber nicht ganz verstanden habe. Ebenso wenig wie den Prolog …

Naja, am Ende geht jedenfalls alles sehr schnell, sodass nicht einmal für einen anständigen Epilog Zeit ist. Das Schlusskapitel ist das einzige, das von Bryan Hitch weder gezeichnet noch geschrieben ist. Letzteres fällt nicht besonders auf, weil Hitch keinen besonderen Schreibstil hat, aber dass die Zeichnungen nicht von ihm sind, lässt die Qualität und Stimmung schon stark nachlassen. Der Grund dafür ist einfach: der Mann hat sich mit seiner Serie übernommen, kam nicht hinterher, die Erscheinungstermine wurden mehrfach verschoben, selbst eine Lückenbüßer-Ausgabe musste gedruckt werden (#5), die im Sammelband aber nicht aufgenommen wurde.

Ist Power and Glory unterhaltsam? Ja, aber darüber hinaus nicht viel. Das alles ist so vollgepackt mit Figuren und Plot, das nicht viel Raum bleibt für Aspekte, die eine Geschichte wirklich leben lassen, wie etwa Ruhe und Humor. Im Grunde bekommt man, was auf den heillos überladenen Covern zu sehen ist: knallbunte Action ohne Atempause. Bryan Hitch liefert solide Arbeit ab, ein Heilsbringer ist er nicht.

Drei Jahre Batman-Projekt – wie geht’s weiter?

Foto: Lukas Gedziorowski

Drei Jahre Batman-Lektüre. Jede Woche ein Beitrag über ein Comic, einen Film oder eine Serienepisode, oft auch mehr. Über 550 Blogposts habe ich in dieser Zeit geschrieben. In diesen drei Jahren habe ich vor allem die letzten 30 Jahrzehnte Comicgeschichte abgedeckt, die wichtigsten und größten Storylines besprochen, allein das Riesen-Epos Knightfall fehlt noch, aber das soll bei Gelegenheit nachgeholt werden.

Natürlich ist noch längst nicht alles gelesen und damit auch noch längst nicht alles über Batman gesagt. Wird es auch nie. Aber wie lang will ich noch weitermachen? Bis Jahresende? Noch ein Jahr? Oder bis zum Jubiläumsjahr 2019, wenn Batman 80 wird? Es wäre ein runder Abschluss.

Auf jeden Fall wird es nicht immer so weitergehen können, zumindest nicht in der Häufigkeit. Daher werde ich demnächst etwas kürzer treten, den Rhythmus ändern und nur noch unregelmäßig etwas posten. Das nimmt mir den Druck und verringert die Wahrscheinlichkeit, dass ich des Themas überdrüssig werde.

Ich danke allen Lesern, die mein Batman-Projekt bis hierhin begleitet haben. Ich hoffe, ich konnte viele von euch mit meinen Texten und Listen bereichern. Ich wünsche euch auch weiterhin viel Spaß beim Lesen und Entdecken.

Ein weißer Ritter in Los Angeles

Jaden Smith, der Sohn von Schauspieler und Teilzeitrapper Will Smith, macht es gerne wie der Papa. Neben seiner Schauspielerei (die, wie man in After Earth sehen konnte, noch ausbaufähig ist) ist er auch als Musiker tätig. In seinem neuesten Musikvideo „Batman“ verbindet er beides – und dazu noch seine Leidenschaft für Superhelden. Als weißer Batman gekleidet läuft er durch Los Angeles, rappt „Batman, Batman, Batman“ und liefert sich unmotivierte Schaukämpfe mit dem Dunklen Ritter und Superman, auch Spider-Man springt durchs Bild. Leider sind alle bis auf Jaden Smith verpixelt, was wahrscheinlich rechtliche Gründe hat. Was ist von diesem irritierenden Schauspiel zu halten, das sich irgendwo zwischen nachdenklicher Kunst und billig produziertem Trash bewegt? Wir nehmen es einfach mal kommentarlos zur Kenntnis. Die Beurteilung der Rapkünste überlasse ich lieber den Experten.