Superman, der gefürchtete Übermensch, das unerwünschte Alien, das sich für seine Zerstörungsorgie verantworten muss. Bruce Wayne, der ziemlich angepisste Milliardär, dem Superman ein Hochhaus kaputtgemacht hat. Und Wayne Manor – eine Bruchbude? Batman kehrt aus dem Ruhestand zurück? Clark Kent wird von Perry White auf den Vigilanten angesetzt? Das alles und noch viel mehr hat der brandneue Batman v Superman Comic-Con-Trailer zu bieten. Epische dreieinhalb Minuten, die zusammen mit dem ersten Teaser den Eindruck erwecken, man hätte bereits den halben Film gesehen.
Endlich lässt sich auch mal Wonder Woman blicken, in zivil und im Kostüm. Und auch Lex Luthor – mit Haaren. Und in der Bathöhle wird doch tatsächlich ein Robin-Kostüm gezeigt (so dunkel, das man es kaum erkennt), verziert mit der gelben Aufschrift: „Ha Ha Joke’s on You Batman“ – der Joker lässt grüßen und er hat offenbar schon ein Rotkehlchen auf dem Gewissen. (Wir werden ihn aber wohl erst in Suicide Squad sehen.) Schließlich sehen wir Batman im Krieg gegen irgendwelche Superman-Soldaten kämpfen – ein Alptraum, eine alternative Realität, eine Zukunftsvision oder ein Outtake aus Sucker Punch?
Man weiß es nicht. Nur eins ist klar: Allmählich wird der Film interessant. Er wirkt ambitioniert, vielleicht am Ende auch überladen. Aber die Konflikte, die hier aufgetan werden, die sich aus dem ersten Teil ergeben, und die Tatsache, dass hier kein neuer, sondern ein reifer Batman mit einer langen Vergangenheit als Korrektiv gegen Superman auftritt, wirkt auf den ersten Blick schlüssig und einnehmend. Mehr denn je haben wir Grund zur Vorfreude.
Titel: Justice League Gods and Monsters Chronicles
Regie/Drehbuch: Bruce Timm/Alan Burnett
Erschienen: 2015 (Machinima/YouTube)
„Am I gonna need a save word?“ (Steve Trevor)
Ein blutbeflecktes Schlachthaus mit Beilen, Sägen und Hämmern, menschliche Leichenteile im Kühlschrank. Harley Quinn, die mit ihrer Schminke selbst an Frankensteins Monster erinnert, hat sich eine Familie mit ausgestopften Leichen gebastelt, die Gesichter mit Klammern zum Grinsen gebracht, Fliegen schwirren um die Toten herum. Batman, ein Vampir mit roter Brille, rächt sich auf seine Weise …
Twisted, das erste Video, das einen Vorgeschmack auf den Langfilm Justice League Gods and Monsters gibt, verstärkt den Eindruck des Trailers, dass diese alternativen Versionen der bekannten Superhelden keine Unterhaltung für Kinder ist. Die Batman-Szene ist düsterer als für Zeichentrickfilme üblich und überschreitet die Grenze zum Horrorfilm. Aber auch die anderen beiden Kurzfilme der Chronicles sind sehenswert.
Drehbuch: Brian Azzarello, Alan Burnett, Jordan Goldberg, David Goyer, Josh Olson, Greg Rucka
Erschienen: 2008 (Direct-to-Video)
„I’m making it more colorful, yo …“
Wer oder was ist Batman? Eine mannsgroße Fledermaus? Ein lebender Schatten? Oder ein Roboter? Vier Jugendliche erzählen sich die unglaublichsten Geschichten davon, wie sie ihren Helden erlebt oder ihn sich vorgestellt haben – bis er ihnen persönlich begegnet. Kommt uns das bekannt vor? Ja, die Batman-Serien-Episode Legends of the Dark Knight hatte das gleiche Konzept, hier wie da wird Batman als Urban Legend inszeniert, aber während die Serie auf historische Epochen referierte, funktionierte sie als Hommage besser als diese reine Heraufbeschwörung des Mythos.
„Have I Got A Story For You“, heißt die Story, mit der Gotham Knight beginnt, ein Episodenfilm mit sechs Kurzgeschichten, die lose miteinander verknüpft sind und ebenso lose sich auf die Spielfilme Batman Begins und The Dark Knight beziehen. Bekannte Autoren haben ihren Beitrag geleistet – leider mit mäßigem Erfolg. Begegnungen mit klassischen Schurken gibt es wenige: Batman kämpft gegen Killer Croc, der Scarecrows Angstgas ausgesetzt ist, und gegen den Scharfschützen Deadshot. Ansonsten sehen wir ihm dabei zu, wie er zwei Cops aus einer Schießerei zwischen zwei Mafia-Gangs rettet und ein Kraftfeld ausprobiert, das Kugeln von ihm abprallen lässt – und Querschläger verursacht, die den Falschen treffen.
Das mag alles sehr düster inszeniert sein – und ist daher nichts für Kinder – aber es wirkt ziemlich lahm. Batman wird zu sehr aus der Ferne betrachtet und kommt als Charakter zu kurz. Die einzige Story, die halbwegs Interesse weckt, ist „Working Through Pain“. Wir sehen Batman in der Kanalisation bluten, während er sich an seine Ausbildung in Asien erinnert, als er gelernt hat, den Schmerz auszuhalten. Dass er am Ende verzweifelt, weil er im Müll einen Haufen Schusswaffen findet, hat nicht unbedingt etwas mit der Geschichte zu tun. Das soll von seinem wahren, seelischen Schmerz zeugen, aber diese Andeutung bleibt wie so vieles in diesen Episoden im leeren Raum hängen. Da hilft es auch nicht, dass in der letzten Story der Elternmord nachgereicht wird und kurz darauf Batman Schusswaffen gegenüber doch nicht ganz abgeneigt zu sein scheint. Das passt auch nicht zur Continuity der Nolan-Filme. Gotham Knight ist ein seltsam unentschlossenes und uninspiriertes Werk, das einen gleichgültig zurücklässt.
„Man-Bat hat Langstrom die Hosen geklaut.“ (Flash)
Batman, das vergisst man leicht, bezieht sich auf eine Fledermaus. Und es gibt auch einige Schurken, die sich auch auf Tiere beziehen: Pinguin, Killer Croc, Cheetah, Gorilla Grodd und eben Man-Bat, womit wir wieder bei der Fledermaus wären. Was wäre also, wenn man einen Film rund um Tiere machen würde? Das hat man sich bei DC und Warner so gedacht und einfach mal drauflos gelegt – so ist Animal Instincts entstanden. Damit war der Ideenvorrat allerdings erschöpft.
In einem futuristischen Gotham kämpft Batman mit Nightwing, Red Robin, Green Arrow und Flash (wie auch immer diese Gruppe entstanden ist) gegen den Pinguin, der Man-Bat, Killer Croc, Cheetah und die Gorilla Grodd-Sparversion Silverback versammelt hat. Als hätte man damit nicht schon einen ganzen Zoo beisammen, gibt es noch ein paar Roboter-Raubkatzen und eine Robo-Fledermaus, die aussieht wie ein Flaschenöffner für Bacardi (aber der kommt dummerweise meistens mit Schraubverschluss). Und wozu der ganze Aufwand? Der Pinguin, der Batman noch nicht als Schurke bekannt ist, will mit einem Traktorstrahl einen Meteoriten auf Gotham stürzen lassen, um sich an allen Menschen zu rächen, die ihn wegen seines Äußeren verspottet haben …
Das Batman-Video der Woche ist wohl der Trailer zum Arkham Knight-Game. Das Besondere daran ist nicht nur, dass es mit echten Darstellern gedreht ist, sondern auch eine ernsthafte Botschaft hat. Ein Mann wird in einer dunklen Gasse von Schlägern bedroht, ein anderer sieht in der U-Bahn dabei zu, wie ein Mann bedrängt wird, ein Feuerwehrmann sieht einen Menschen in einem brennenden Haus. „Be selfless“, heißt es dann, „be determined“, „be courageous“, „be feared“ und dann – „be the Batman“. Die Macher beweisen damit nicht nur Einfallsreichtum, indem sie anpreisen, die Rolle eines coolen Comichelden einnehmen zu können, sondern auch mit der doppelten Lesart, denn genauso gut könnte der Clip auch als Aufruf zur Zivilcourage verstanden werden. Von wegen Computerspiele sind nur Eskapismus für Stubenhocker. Jeder kann Batman sein – auch im echten Leben.
(Kleiner Wermutstropfen: Wie der Basketballspieler, der trotz seiner Handverletzung spielt, in diese Reihe der Alltagshelden passt, erschließt sich mir nicht. Gamer, die es mit dem Zocken übertreiben, sollten vielleicht lieber zum Arzt gehen, bevor es noch schlimmer wird. Batman ist da vielleicht ein schlechtes Vorbild.)
Batman ist ein Vampir. Superman hat einen Bart und ist der Sohn von General Zod. Und Wonder Woman … trägt ein weißes Kostüm mit ganz tiefem Ausschnitt. „Justice is redefined“, lautet die Devise im neuen Zeichentrick-Film, der in den USA am 28. Juli erscheinen soll: Justice League: Gods and Monsters wird er heißen, geschrieben vom Animated-Dreamteam Alan Burnett und Bruce Timm. Der Trailer verheißt ein düsteres Spektakel, in der die Welt und die Helden anders dargestellt werden, als man es sonst aus den Filmen kennt. Es beginnt mit einem Massaker, verbrannten Leichen, man schiebt die Schuld Superman zu, Helden werden gefürchtet und gejagt, Lex Luthor betreibt seine Hetze: „Man kann der Justice League nicht trauen.“ Die klassische Dreifaltigkeit aus Superman, Batman und Wonder Woman muss sich gegen die Menschen wehren, die sie beschützen wollen. Ob man den Planeten rettet oder ihn beherrscht, ist nicht mehr klar zu unterscheiden. Batman hat wie immer die beste Lösung parat: „We can get a lawyer – or we can beat the hell out of them.“
Dem Trailer nach zu urteilen erwartet uns ein vielversprechendes Werk. Wochen vor dem Erscheinen sollen in einer dreiteiligen Web-Serie die Hauptcharaktere eingeführt werden: Justice League: Gods and Monsters Chronicles. Sie soll über die Online-Plattform Machinima verbreitet werden. Außerdem sollen mit dem Film auch Prequel-Comics erscheinen, die zuerst digital herauskommen. Von den Sammlerfiguren ganz zu schweigen …
Die Promo-Maschine für Batman v Superman: Dawn of Justice läuft. Wir freuen uns natürlich trotzdem, dass uns die Wartezeit verkürzt wird.
Das ist er: Der neue Joker. Gut gehalten hat er sich für seine 75 Jahre. Aber ein bisschen schräger ist er geworden. Tätowiert, silberne Zähne, kurze Haare. Der Mund? Nun, er wirkt immer noch übergroß, aber nicht mehr entstellt. So sieht jedenfalls Regisseur David Ayer Batmans größten Widersacher, so stellt ihn Jared Leto im kommenden Suicide Squad-Film (2016) dar. Es war klar, dass sich eine Performance wie sie Heath Ledger in The Dark Knight gebracht hat, nicht wiederholen ließe, ohne es wie einen bemühten Abklatsch wirken zu lassen. Daher versucht Ayer einen anderen Ansatz. Mit den vielen Tattoos hat er allerdings den Bogen überspannt: Lauter „Hahahas“ auf dem Körper und „damaged“ auf der Stirn sind nicht gerade Ausdruck von Subtilität. Auch erschließt sich der Mehrwert nicht, dem Joker ein breites Grinsen und einen Totenkopf-Narren auf den Köprer zu zeichnen …
Einen tätowierten Joker hat die Comicgemeinde bereits in Frank Millers umstrittenen All-Star Batman gesehen. Die kurzen Haare gab es schon mal in Batman Beyond: Return of the Joker und in Endgame, der jüngsten Snyder-Capullo-Story trägt er sie wieder. Dieser Joker wirkt trotzdem anders, gewöhnungsbedürftig und verstörend – aber das ist schon immer Programm bei dieser Figur. Insofern reiht sich diese Inkarnation gut in die Tradition ein. Dass Jared Leto ein fähiger Darsteller ist, der seine Sache gut machen wird, steht zweifellos fest. Hoffentlich wird er nur nicht zu überdreht, denn man kann es mit dem Irrsinn auch übertreiben. Dieser Marilyn-Manson-Joker wirkt jedenfalls comichafter als Ledgers dunkler Clown mit entstelltem Gesicht. Ich habe meine Zweifel, ob ein Schurkenfilm funktioniert, wenn es zuvor keine Helden gegeben hat. Vor allem aber muss dieser Joker ein würdiger Gegner für den kommenden Batman sein. Der Erwartungsdruck ist hoch.
Der Joker ist 75 Jahre alt geworden – und wie Batman hat er nichts von seiner Faszination eingebüßt. DC hat schon im vergangenen Jahr eine 400-Seiten-Anthologie seiner besten Storys herausgegeben: A Celebration of 75 Years. In einem kleinen Film wurden die angeblich besten Momente der Joker-Comicgeschichte zusammengetragen:
Hier ist meine Bestenliste:
1. Mad Love: Keine Story ist dynamischer, witziger und pfiffiger als diese. Joker ist besessen vom perfekten Mord an Batman, doch Harley Quinn gelingt die Tat. Ein Meisterwerk im Animated-Stil.
2. The Dark Knight Returns: Ein alter Batman tut, was er schon längst hätte tun sollen: Er tötet den Joker. Im Liebestunnel. Wie romantisch. Wie passend.
3. Arkham Asylum: Der Joker führt Batman durch das Arkham Asylum. Nie hat der Schurke drastischer und schrecklicher ausgesehen als hier.
4. Joker: Der Joker wird aus Arkham entlassen und zieht eine blutige Spur hinter sich her. Furchtbar, grausam, sinnlos. Der Joker ist eine Krankheit – dagegen hilft nur Batman. Großartig auf seine eigene Weise.
5. Arkham Asylum: Madness: In gewisser Weise die Fortsetzung von Arkham Asylum. Der Joker wird in vielen Stilen dargestellt, wodurch er noch irrer und ungreifbarer als sonst wirkt. Und er ist mal wieder der Hofnarr, der die Wahrheit spricht und den Menschen den Spiegel vorhält. Achtung: Batman-Story ohne Batman.
7. The Killing Joke: Der totzitierte Klassiker. Tolle Zeichnungen, kunstvoll erzählt, einige drastische Momente – aber die tragische Vorgeschichte ist nach Heath Ledgers anonymen Joker nicht mehr zeitgemäß. Manchmal ist es besser, nicht alles zu wissen.
8. Death of the Family: Nachdem sich der Joker das Gesicht hat abschneiden lassen, holt er es sich zurück, tackert es sich wieder an und beginnt seine große Rache an Batman und dessen Familie. Sehr drastisch und düster. Leider verliert sich die ambitionierte und spannend erzählte Story in zu vielen Zitaten.
9. Joker – Devil’s Advocate: Der Joker will sein Porträt auf einer Briefmarke haben. Dann sterben Leute, die an Briefmarken lecken. Joker wird angeklagt – aber er beteuert seine Unschuld. Sehr unterhaltsam.
10. Going Sane: Nach dem Tod von Batman wird Joker wieder normal und fängt ein bürgerliches Leben an. Doch sobald Batman wieder zurück ist, wird der Schurke rückfällig.
FLOP: A Death In the Family: Noch so ein totzitierter Klassiker. Aber zu Unrecht. Der Joker erschlägt Robin II (Jason Todd) mit einer Brechstange. Sehr schlimm. Große Trauer. Doch darüber hinaus ist die Geschichte hanebüchener Mist.
>> Weitere Beiträge zum Thema Joker findet ihr hier.
„Is it really surprising that the most powerful men in the world should be a figure of controversy?“
Endlich ist er raus: der erste Teaser Trailer zu Batman v Superman: Dawn of Justice. Wir haben lange genung gewartet. Zu lange. Und schließlich rächte sich diese Hinhaltestrategie von Warner Bros. Ein Jahr vor dem Kinostart (26. März) gab es nichts als ein paar Promobilder der wichtigsten Charaktere. Da war Disney mit Star Wars schon besser, als bereits im vergangenen Dezember die ersten Ausschnitte gezeigt wurden. Dann, vor ein paar Tagen, brachte Warner einen 20-Sekunden-Teaser heraus, der den eigentlichen Teaser Trailer ankündigen sollte – für den 15. Mai. Denn dann sollte er zusammen mit Mad Max starten. Eine erbärmliche Werbekampagne, die keinem der beiden Filme nützt. Doch zuvor sollten einige Auserwählte den Trailer in IMAX-Kinos sehen dürfen. Die Rechnung ging nicht auf: Gestern wurde der Teaser geleakt, eine abgefilmte Version. Kurz darauf zog Warner nach und brachte das Ding endlich offiziell und in HD heraus.
Und wie ist der Trailer geworden? Düster. Sehr düster. Wie ein Batman-Film sein sollte. Allerdings liegt der Schwerpunkt auf Superman: Er wird als Gott verehrt, aber auch gefürchtet und als „falscher Gott“ in Frage gestellt. Der Eindruck, den der Held hinterlassen hat, bewegt die Welt. Und offenbar dient Batman dazu, dem Treiben des Kryptoniers Einhalt zu gebieten. Mit schwerem Geschütz und in Stahlrüstung wird der Man of Steel by Nature bekämpft. „Tell me, do you bleed?“, fragt der Dunkle Ritter Superman. „You will.“ Toller Satz. Aber: Überzeugt uns das? Einerseits ist es klar: Darum geht es in diesem Film, der Titel sagt es und es ist ein gängiger Topos, dass die beiden größten Superhelden aufeinander losgehen. Dazu muss Superman geschwächt werden (mit Kryptonit) oder Batman gestärkt (mit Technik oder temporären Superkräften). Aber Batmans primäre Aufgabe ist es nicht, Superman zu vermöbeln, sondern sich von Haus zu Haus zu schwingen und im Dunkeln Verbrecher aufzumischen. Leider scheint aber der Ben Affleck-Batman bei seinem ersten Auftritt in die Rolle gedrängt zu werden, außer Kontrolle geratene Superwesen zur Ordnung zu rufen. Und Wonder Woman und Aquaman könnten sich in den Streit einmischen, was auch bedeutet, dass sie Partei ergreifen … Kurz: Es wird ein halber Justice League-Film.
Am 15. Mai soll er endlich kommen: der langersehnte erste offizielle Trailer zu Batman v Superman: Dawn of Justice. Im vergangenen Jahr war das Privileg, einen ersten Teaser zu sehen, nur einer kleinen Schar auserwählter auf der Comic-Con San Diego vorbehalten. Jetzt sollen endlich alle Fans in den Genuss erster bewegter Bilder kommen, und zwar zum Kinostart des neuen Mad Max-Films. Bislang wurden wir bloß mit Promo-Bildern von Batman, Superman, Wonder Woman, Aquaman und Lex Luthor abgespeist. Aber so macht man heute eben Marketing: Kleckern statt Klotzen. Deshalb werden jetzt schon Trailer-Premieren angekündigt …
Außerdem wurde bekannt gegeben, dass ein neuer Batman-Animationsfilm geplant sei. In welchem Stil und worum soll es gehen? Die Besetzung sagt bereits alles: Adam West und Burt Ward. Zum 50-jährigen Jubiläum der trashigen Batman-TV-Serie der 60er soll der Film herauskommen. Vor kurzem erst ist die gesamte Serie auf DVD und Blu-ray erschienen, seit 2013 gibt es sogar eine Comic-Adaption namens Batman ’66, die es bisher auf 20 Ausgaben gebracht hat (weitere sind geplant). Die Hefte sollen gar nicht übel sein. Ob ein Zeichentrickfilm den Charme der Serie einfängt, ist zu bezweifeln. Nötig ist das jedenfalls nicht.
Bereits am 12. Mai erscheint in den USA der Direct-to-Video-Animationsfilm Batman Unlimited: Animal Instincts. In dem Streifen soll Batman unter anderem mit Flash und Green Arrow gegen Schurken kämpfen, die Tieren nahestehen: Pinguin, Killer Croc, Man-Bat, Cheetah etc. Besprechung folgt.
Zum Abschluss noch ein amüsantes Netzfilmchen: Was wäre, wenn Superman von den Waynes adoptiert worden wäre? Viel Spaß.
Titel: Batman Beyond – Return of the Joker (dt. Batman of the Future – Der Joker kommt zurück)
Regie/Drehbuch: Curt Geda/Paul Dini
Erschienen: 2000 (Direct-to-Video)
„It’s funny. I know about all your other major enemies, but you never mentioned him.“ (Terry McGinnis)
„I thought the Joker always wanted to make Batman laugh!“ (Terry McGinnis)
Batman ohne Joker? Das geht gar nicht. Auch wenn die Geschichten von Batman Beyondin ferner Zukunft spielen, auch wenn Bruce Wayne nur noch die graue Eminenz ist, auch wenn ein Jungspund im Kostüm steckt. In der Serie hat es bisher nur die Jokers, eine nichtsnutzige Bande von Chaoten gegeben. Im Batman Beyond-Spielfilm machen Paul Dini und Co. endlich wahr, was niemand für wahrscheinlich gehalten hat: sie bringen den Joker zurück. Während für Fans ein Traum wahr wird, macht die Batman-Familie einen Albtraum durch.
[ACHTUNG SPOILER!]
Denn die Macher fahren für einen angeblichen Kinderfilm schwere Geschütze auf. Der Joker wurde animiert noch nie so skrupellos und gruselig inszeniert, es fließt Blut, es sterben Menschen. Gleich zu Beginn knallt der Joker einen seiner Schergen ab, in einer Rückblende muss er selbst dran glauben. Weil die Szenen für das junge Publikum zu krass waren, wurden sie zunächst zensiert und durch eine mildere Version ersetzt. Die Urfassung findet sich auf der Blu-ray.
Es geht also doch: Bruce Wayne lernt das Lachen.
Es geht hart zur Sache: Der Joker foltert Robin (Tim Drake), erfährt dadurch Batmans Geheimidentität, er führt bei Robin eine Gehirnwäsche durch und formt ihn nach seinem Bilde, daraufhin erschießt ihn Robin. Tim Drake ist traumatisiert fürs Leben, zieht sich zurück – und wird dann wieder für die Zwecke des zurückgekehrten Schurken instrumentalisiert. Abgesehen von der schwachen Erklärung für die Wiederkehr des Jokers hat die Story all das Drama, das eine gute Batman-Geschichte ausmacht. Damit reiht sich der Film ein in die großen Batman-Traumata: als der Joker Jason Todd (Robin II) ermordete und Barbara Gordon (Batgirl) verkrüppelte. Bislang waren der (Kinder-)Serie solche grausigen Momente erspart geblieben oder wurden als Illusionen aufgelöst.
Der Joker foltert Robin.
Doch es bleibt nicht nur beim Sensationsgeheische, es wird auch dem Joker-Mythos eine neue Komponente hinzugefügt: „The real reason you kept coming back was you never got a laugh out of the old man“, sagt Terry McGinnis zum Joker. „Get a clue, clowny! He’s got no sense of humor! He wouldn’t know a good joke if it bit him in the cape… not that you ever had a good joke.“ Der Joker erscheint als lächerliche Figur, deren Tragik darin besteht, sich vergeblich an seinem renitentesten Zuschauer abzuarbeiten. Batman ist sein Fluch. Und so wird der Joker zu seinem.
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