Die Irre, das Kind und der Roboter

Titel: Justice League Gods and Monsters Chronicles

Regie/Drehbuch: Bruce Timm/Alan Burnett

Erschienen: 2015 (Machinima/YouTube)


 „Am I gonna need a save word?“ (Steve Trevor)

Ein blutbeflecktes Schlachthaus mit Beilen, Sägen und Hämmern, menschliche Leichenteile im Kühlschrank. Harley Quinn, die mit ihrer Schminke selbst an Frankensteins Monster erinnert, hat sich eine Familie mit ausgestopften Leichen gebastelt, die Gesichter mit Klammern zum Grinsen gebracht, Fliegen schwirren um die Toten herum. Batman, ein Vampir mit roter Brille, rächt sich auf seine Weise …

Twisted, das erste Video, das einen Vorgeschmack auf den Langfilm Justice League Gods and Monsters gibt, verstärkt den Eindruck des Trailers, dass diese alternativen Versionen der bekannten Superhelden keine Unterhaltung für Kinder ist. Die Batman-Szene ist düsterer als für Zeichentrickfilme üblich und überschreitet die Grenze zum Horrorfilm. Aber auch die anderen beiden Kurzfilme der Chronicles sind sehenswert.

Das Superman-Video Bomb handelt von Brainiac, einer außer Kontrolle geratenen Waffe, die geschaffen wurde, um Superman in Schach zu halten. Da diese Waffe nun dabei ist, Metropolis zu zerstören, schlägt Doctor Sivana der US-Präsidentin Amanda Waller vor, eine „kleine“ Atombombe auf die Stadt zu werfen, um immerhin den Rest der Ostküste zu retten. Doch dann kommt Superman: Ein Mann in reiferen Jahren, mit Bart, ohne Symbol auf der Brust und einem schwarzen Mantel statt eines roten Capes. Er dringt zur Quelle der Zerstörung vor und findet etwas, das hier nicht verraten werden soll und tut etwas, das sich eigentlich nicht gehört. — Ach egal, ich spoilere es einfach: Er tötet ein Kind. Aber das ist ebenso verständlich wie tragisch. Ganz großes Kino in wenigen Minuten.

Die beste Vorstellung gibt Wonder Woman in Big: Während Steve Trevor versucht, die Organisation Kobra davon abzuhalten, den Riesenroboter Giganta loszulassen, wird er gefangen genommen. Wonder Woman erscheint als Göttin aus der Maschine, oder besser gesagt: aus der Schallröhre, was auf eine Herkunft aus Apokolips schließen lässt, und hilft ihrem Geliebten aus. Doch der beteuert, keine Hilfe zu brauchen. Schließlich geht es aber nicht ohne Frauenpower – und auf eine so pfiffige und sympathische Heldin will man auch als Zuschauer nicht verzichten. Die Episode endet mit etwas, das bei Superhelden noch seltener vorkommt, als das Töten … Wie gesagt: das ist Unterhaltung für Erwachsene.

Man merkt, dass die beiden Macher, die Animations-Veteranen Bruce Timm und Alan Burnett, sich alle Mühe gegeben haben, die größten Helden neu zu erfinden und für sie überraschende Akzente zu setzen. Und es ist ihnen mit diesen drei Kurzfilmen hervorragend gelungen: mit guten Ideen und Witz. Auch die Animation besticht durch einen an die alten Serien angelehnten Stil und eine mitreißende Dynamik. Die Chronicles steigern die Vorfreude auf den Hauptfilm, der am 28. Juli 2015 erscheint.

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