Comic

Fünf Robins in zehn Geschichten

DC Comics

Titel: Robin 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2020 (One-Shot)


Vor 80 Jahren ist Detective Comics #38 erschienen. Ein Jahr nach Batman wurde damit Robin eingeführt. Der grimmige dunkle Ritter bekam ein bunt gekleidetes, gut gelauntes Kind zur Seite gestellt, das ein ähnliches Schicksal teilte. Batman gewöhnte sich das Töten ab und das Lächeln an. Im Grunde war damit für lange Zeit Schluss mit dem Dunklen Ritter, wie ihn Bob Kane und Bill Finger ursprünglich geschaffen hatten. (Bemerkenswert an Robin: Mit seinem roten Anzug und der schwarzen Domino-Maske sah er Kanes erstem Entwurf für Batman sogar sehr ähnlich.)

DC Comics

Zum Jubiläum hat DC – wie bei Action Comics #1000 und Detective Comics #1000 – ein 100-seitiges Special herausgebracht, das in zehn Kurzgeschichten alle bisherigen Wunderknaben (und -mädchen) würdigt. Alle noch lebenden Robin-Veteranen durften daran mitwirken: von Marv Wolfman über Chuck Dixon bis hin zu Peter J. Tomasi, James Tynion IV und Tom King.

Vier Storys sind Dick Grayson gewidmet, eine Jason Todd (Red Hood), zwei Tim Drake, eine Stephanie Brown und zwei Damian Wayne, alles schön brav in chronologischer Reihenfolge. (Eine Preview mit Variant Covern gibt es bei CBR.)

Nightwing und Geheimagent

Von Dick Grayson sehen wir keine Reminiszenzen an die gute alte Anfangszeit – zum Glück, denn die wurde schon eine Millionen Mal rauf und runter erzählt. Stattdessen zeigt Marv Wolfman, wie der 18-Jährige den Schritt von Robin zu Nightwing macht. Eine altbackene Story mit einem militanten Batman, wäre da nicht die überraschende Wendung. Dabei wird auch klar, dass Robin ursprünglich dafür geschaffen wurde, um eine Identitifikationsfigur für Kinder zu sein.

Die Nightwing-Story von Chuck Dixon und Scott McDaniel bedient die 90er-Nostalgie mit einer Anekdote aus der Zeit nach dem Erdbeben. Nightwing rettet ein paar Zivilisten, ach ja, wie schön, weiter im Text: Nightwing kämpft mit den Titans gegen H.I.V.E – die wohl witzigste Geschichte im ganzen Heft. Dick wird hier als Superstratege dargestellt, der seinen Gegnern jederzeit voraus ist, aber leider ist von ihm nicht viel zu sehen.

Von seiner Zeit als Geheimagent 37 (nachzulesen in der Serie Grayson) erzählen Tim Seeley und Tom King. Hier gibt er seine Lektionen, die er bei Batman gelernt hat, an eine Kollegin weiter, während die Story von Schauplatz zu Schauplatz hetzt und eigentlich keine große Rolle spielt. Aber zum Glück illustriert Mikel Janin das alles ganz ordentlich.

Robin I-V von Andy Kubert und Brad Anderson (DC Comics)

Die wohl gelungenste Geschichte erzählt Judd Winick (Under the Red Hood) von Jason Todd, der Batman eine Uhr zum Geburtstag schenkt. Es handelt sich um die Uhr von Thomas Wayne, die kaputt war und die Jason aufwendig repariert hat. Die Uhr wird zum Symbol für Robin: Man muss sie immer bei sich tragen, damit sie nicht stehen bleibt. Und selbst wenn man sie nicht dabei hat, muss man daran denken, sie aufzuziehen.

Wenn man bösartig sein möchte, könnte man sagen: Batman ist also bisher auch gut ohne Uhr zurechtgekommen und braucht deshalb auch keine. Wir wollen aber nicht bösartig sein, Robin hat immerhin Geburtstag, also sagen wir: Gut gemacht.

Die unglückselige Nummer 3

Tim Drake hat eigentlich nie so richtig den Absprung geschafft. Während Dick und Jason aus sich eigene Marken wie Nightwing und Red Hood gemacht haben, wurde aus Tims Robin bloß „Red Robin“ – dabei ist er heute nicht mal richtig rot, sondern sieht mit dem vielen Grün aus wie seine Vorgänger. Das ist ärgerlich einfallslos. Wie lange soll dieser Mann noch in einem Kinderkostüm herumrennen? Aber richtig cool war Tim auch nie. Eher ein Streber und Computer-Nerd, der niemals als Robin berufen wurde, sondern sich in die Rolle gedrängt hat. (Außer in Batman: The New Adventures, als die Figur mit Elementen von Jason Todd kombiniert wurde.)

DC Comics

Im Special handelt eine Geschichte davon, wie ein Vertrauenslehrer ihn darauf anspricht, er betätige sich zu wenig außerhalb der Schule, was darauf hinausläuft, dass sich Tim und Leser sagen: Höhö, wenn der nur wüsste … In einer anderen stellt ihn James Tynion IV den Vorgängern gegenüber, aber ohne dass es ihm gelingt, Tim ein eigenes Profil zu geben. Am Ende führt alles bloß dazu, dass er Batman das Gotham Knights Protocol vorstellt, also das Team, das einige Zeit in Detective Comics operiert. Aber weil es nur von kurzer Dauer und bescheidenem Erfolg ist, wirkt diese Hinführung ziemlich forciert und unüberzeugend.

Dann wird es banal: Stephanie Brown bekommt ein Kostüm geschneidert, das für ein Mädchen angemessen ist, und Jonathan Kent schreibt einen Aufsatz darüber, warum Damian sein bester Freund ist (Super-Sons lassen grüßen – gähn). Das letzte Kapitel spielt wieder in der jetzigen Continuity und handelt vom schwierigen Verhältnis zwischen Damian und seinem Vater, was wieder stark gemacht ist, aber aufhört, als es interessant wird.

Gemischte Bilanz

Insgesamt ist das Robin-Special weder „super“ noch „spectacular“. Das wäre auch zu viel erwartet. In der Regel sind solche Kurzgeschichten meist Gemischtwarenläden, in denen man nur ein paar Perlen findet. Es gibt sie auch hier. Es sind eher die kleinen Momente, auf die es ankommt. Leider versäumen es die Autoren, nach 80 Jahren Robin eine (kritische) Zwischenbilanz zu ziehen oder einen Ausblick auf die Zukunft zu geben. Vielleicht weil ersteres schon sehr oft gemacht wurde, vielleicht weil es sich nicht wirklich lohnt, tiefer über Robin nachzudenken, weil sich dann herausstellt, dass die Figur höchst fragwürdig und vielleicht sogar unzeitgemäß ist.

Batman wird längst nicht mehr von Kindern gelesen – wozu also noch Robin? Aus Nostalgie. Aus Tradition. Das ist nicht wirklich ein Argument, aber bei Comics durchaus ein Grund, sonst rennen einem die Fans die Bude ein. Es ist damit wie mit langen Ehen: Nach 80 Jahren hört man nicht mehr auf.

>> Liste der Robin-Comics


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Wiedersehen mit Retro-Alfred

DC Comics

Titel: The Battling Butler!

Autor/Zeichner: Alan Grant/Bret Blevins

Erschienen: 1994 (Batman: Shadow of the Bat #31), Paperback 2017, (Batman: Zero Hour), 2018 (Batman: Shadow of the Bat Vol. 3), 2020 (Batman Allies: Alfred Pennyworth)


Während des Knightfall-Events hat es Bruce Wayne übertrieben, deshalb hat Alfred seinen Dienst quittiert und musste dann später von Nightwing zurückgeholt werden. Aber zwischendrin passiert noch die Zero Hour, ein Event, bei dem die Zeit durcheinander gerät. Und plötzlich taucht der alte Alfred Beagle aus den 40ern wieder auf: dick, tollpatschig und voller Eifer, ein Detektiv zu werden.

Der stürzt sich auch gleich auf Tim Drake, den er für einen Robin-Hochstapler hält, sobald der zusammen mit Batman die Bathöhle betritt. Später zerbricht er ein Bild seines Nachfolgers und schüttet Kaffee über den Batcomputer. Dafür gibt’s Hausarrest – dem Dynamischen Duo darf er nicht bei seinem neuesten Fall helfen. Alfred widersetzt sich natürlich und das ist auch gut so, denn als Batman und Robin von den Schurken mit einem Halluzinogen benebelt werden, rettet er ihnen mit seiner Tollpatschigkeit das Leben.

Kaum hat Alfred seinen Zweck erfüllt, löst er sich auch schon in Luft auf. Allerdings verkündet er vorher noch seinen Beschluss, nicht mehr Detektiv werden zu wollen, sondern nur noch Butler zu sein – und zwar ein treuer, der seinen „Mawster“ nicht im Stich lässt. Dem haben Batman und Robin nichts mehr hinzuzufügen. Sie dürften einfach nur froh sein, dass dieses Wiedersehen zu Ende ist.

Mehr zum Thema:

Batman-Specials als Hardcover

Cover zu Batman Family 80 Years, Batman by Tom King & Lee Weeks, Batman: Knight Out (DC Comics)

Wer Robins 80. Geburtstag feiern und sich das dazugehörige Comicspecial besorgen will, der sollte noch etwas warten – denn Geduld zahlt sich aus. DC hat angekündigt, nicht nur die Jubiläums-Specials dieses Jahres (Catwoman, Joker), sondern auch die Storys aus Detective Comics #1000 (auch der Deluxe Edition) sowie aus Detective Comics: 80th Anniversary Giant #1 in einem Paperback zu versammeln: Batman Family 80th Anniversary Collection soll der Band (etwas irreführend) heißen und laut Amazon am 20. Oktober herauskommen und 396 Seiten umfassen. Der Inhalt als Liste:

  • Detective Comics #1000
  • Detective Comics #1000: The Deluxe Edition #1
  • Detective Comics: 80th Anniversary Giant #1
  • Robin 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1
  • Catwoman 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1
  • The Joker 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1

Diese Publikation bietet eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen. Sonst müsste man nämlich mindestens zehn US-Dollar, bzw. Euro für jedes einzelne Special bezahlen.

Weitere Batman-Bände im Herbst 2020

Viel weniger Sinn ergibt der für den 17. November angekündigte Band Batman by Tom King & Lee Weeks Deluxe Edition. Hier werden einzelne Storys bzw. Storylines aus der Batman-Serie extrahiert, obwohl die gesamte Serie bereits in Paperbacks und Deluxe-Editions herauskommt. Darüber hinaus soll das Batman/Elmer Fudd Special darin enthalten sein. Keine Frage: Lee Weeks ist ein toller Zeichner, aber warum er einen eigenen Band verdient, ist schwer nachvollziehbar, zumal die Geschichten meist in einem größeren Zusammenhang stehen. Ich behaupte mal: Dieses Buch braucht kein Mensch.

Für Nostalgiker der 90er erschein am 29. September Batman: Knight Out, eine Sammlung von Storys von Chuck Dixon und Graham Nolan aus den Jahren 1996 bis 1998 (Detective Comics #703-715, #717, #718). Batman trifft in diesen Kurzgeschichten auf Riddler, Firefly, Deathstroke, Gearhead und den Martian Manhunter. Deutschen Lesern der Dino-Hefte aus den 90ern dürften diese Storys noch bekannt sein – das Highlight ist die Riddler-Story. Warum es aber ausgerechnet diese sind, warum nicht schon frühere Dixon-Nolan-Storys gesammelt werden, das erscheint etwas willkürlich und rätselhaft.

>> Batman-Comics 2020

Batman und die Viren

DC ComicsDenken wir uns einen tödlichen Gegner, den man nicht verprügeln, nicht bestrafen und nicht einsperren kann. Den müssen wir uns nicht denken, den kennen wir schon, seit die Corona-Krise zur Pandemie geworden ist. Aber für Batman wurde ein Virus im Jahr 1996 zur großen Herausforderung. In Contagion (dt. Die Seuche) kämpfte er gegen ein Killer-Virus nach Ebola-Vorbild. Aber wie besiegt man einen unsichtbaren und unberechenbaren Gegner? Damit wird Batman an seine Grenzen gebracht. Wie gut, dass die Gegner danach ein Gesicht bekommen, denn dann wollen Ra’s al Ghul und Bane den Virus entfesseln, um die Weltbevölkerung zu dezimieren (Legacy, dt. Der Fluch).

Die Seuche bildet nur den Auftakt in einer Reihe von Katastrophen: danach wird Gotham von einem Erdbebeben zerstört und von der Außenwelt abgeriegelt – die Stadt wird zum Niemandsland. Aber Killer-Viren stellten auch danach Bedrohungen für Batmans Welt dar.

DC Comics

In Batman: DOA wird der Held sogar selbst infiziert mit einem Erreger, den sich seine größten Feinde – Joker, Pinguin und Two-Face – für ihn ausgedacht haben. Und 20 Jahre später mutiert Batman in DCeased sogar zu einem blutrünstigen Zombie, während die Welt in Chaos versinkt.

In Batman: Europa (2015) reist der Dunkle Ritter mit dem Joker durch die Welt, um ein Virus aufzuhalten, im selben Jahr lässt der Schurke in der Haupt-Continuity sogar ein Joker-Virus in Gotham los, das alle Infizierten zum Joker macht (Endgame).

Wer jetzt ein mulmiges Gefühl bekommt: Keine Panik, denn meistens gehen die Geschichten gut aus. Batman hält die Viren auf, dämmt sie ein, findet ein Gegenmittel. In unserer Welt, die leider auf einen „realen“ Batman verzichten muss, geht das leider nicht so einfach. Hier kann aber jeder selbst zum Helden werden – und zwar supereinfach.

 

Batman würde uns wahrscheinlich empfehlen, was man nicht oft genug wiederholen kann:

  1. Häufig und gründlich Hände waschen (mindestens 20 Sekunden lang einseifen),
  2. Finger vom Gesicht fernhalten,
  3. Niesen in Taschentücher oder Armbeuge,
  4. von Menschen fernhalten,
  5. anderen nicht das Klopapier wegkaufen,
  6. nicht jeden Mist glauben, den ihr im Netz lest, informiert euch gründlich aus zuverlässigen Quellen (z.B. beim Robert-Koch-Institut).

Und ich empfehle darüber hinaus: Ruhe bewahren, zuhause bleiben und Comics lesen.

https://twitter.com/JackSto85195056/status/1239581907425398789

Die Geschichte wiederholt sich

DC Comics

Titel: Batman: Two-Face Strikes Twice!

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Joe Staton, Daerick Gross

Erschienen: 1993 (Zweiteiler)


„I guess there really are two sides to every story!“ (Robin)

Anfang der 90er kam eine Two-Face-Story heraus, die es mit dem Doppelten auf die Spitze trieb: Two-Face Strikes Twice erschien nicht nur als Zweiteiler, sondern auch als Doppelausgabe mit Wendecover und jeweils zwei Hälften zweier Geschichten, die aufeinander aufbauen.

Die erste Hälfte (gezeichnet von Joe Staton) ist im Stil des Golden Age gehalten. Harvey Dents Ex-Frau Gilda heiratet wieder: den Unternehmer/Wissenschaftler Paul Janus. Und als wäre der Name nicht schon genug, reibt sie es auch noch ihrem Ex unter die Nase. Klar, dass er aus dem Knast ausbricht und die Hochzeit vereitelt.

Two-Face verkleidet sich als Pfarrer und wirft dem Bräutigam Säure ins Gesicht. Kurz darauf trägt Janus eine Doppelmaske und begeht mit Two-Face Verbrechen. Sehr glaubwürdig ist das nicht, aber auch Batman und Robin haben ihren Verdacht, dass hier irgendwas faul ist. Das Dynamische Duo landet in einer Todesfalle, in der der Schurke eine riesige Münze über sie rollen lassen will. Später tritt Two-Face in Ritterrüstung auf einer Van-Gogh-Ausstellung auf und Robin wird – wie symbolträchtig – von einem Pinsel gerettet.

Fortsetzung mit Zwillingen

Die zweite Story (gemalt von Daerick Gross) erzählt die Fortsetzung in einem (für die 90er) zeitgemäßeren Stil. Familie Janus hat Zwillinge bekommen. Gilda ahnt, dass das wieder nur Ärger bedeutet – und damit liegt sie richtig, denn ihr Ex lässt nicht lange auf sich warten und entführt die beiden Babys. Ein zwielichtiger Wissenschaftler will aus ihnen das Fruchtbarkeitsmittel extrahieren, das Janus entwickelt hat. Allerdings stellt sich heraus, dass die Zwillinge ohne das Mittel entstanden sind. Also erpresst Two-Face Janus. Die Frage ist: Ist Harvey fähig, Kinder zu töten?

Für Batman wiederholt sich die Geschichte: Wieder landet er in einem Graben und soll von einer riesigen rollenden Scheibe zerdrückt werden, mit dem Unterschied, dass er diesmal allein ist und es sich um eine große Linse aus Glas handelt. Dann wird Robin entführt …

Brücke zwischen Continuitys

Interessant an dieser Doppel-Struktur ist, dass Autor Mike W. Barr stets den Epochen treu bleibt: Im ersten Teil kämpft Batman an der Seite von Dick Grayson, im zweiten ist es Tim Drake. Im ersten sitzt Two-Face im Knast, im zweiten in Arkham Asylum. Trotzdem schlägt die Story eine Brücke über die beiden Continuitys vor und nach der Crisis.

Ansonsten handelt es sich um eine wendungsreiche Story, die von viel Nostalgie und Albernheit geprägt ist. Die zweite Hälfte wirkt zwar ernsthafter, aber ist ebenso plakativ gemacht und nicht ernst zu nehmen. Superdämliche Handlanger und eine übertriebene Neigung zur Zahl Zwei heben die Qualität nicht wirklich. Harvey Dent bleibt in der Falle seiner Zweidimensionalität stecken, mehr eine Karikatur seiner selbst. Daran ändert auch die Wendung am Ende nicht viel. In den 90ern war man eigentlich schon weiter, daher wirkt der zweite Teil merkwürdig anachronistisch.

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Alfred bekommt eine Tochter

DC Comics

Titel: The Man Who Killed Mlle. Marie/Who Shot Mlle. Marie?

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1981 (Detective Comics #501-502), Hardcover 2017 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 1), Paperback 2020 (Batman Allies: Alfred Pennyworth)


Alfred Pennyworth und Lucius Fox bekommen jeweils ein Telegramm aus Paris und brechen plötzlich dorthin auf. Bruce Wayne ist skeptisch und reist hinterher. Dort erklärt ihm der Geheimdienst, dass die beiden einst im Zweiten Weltkrieg den französischen Widerstand unterstützt haben, Alfred für den britischen, Lucius für den amerikanischen Geheimdienst. Unabhängig voneinander haben sie mit der berühmten Widerstandskämpferin Mademoiselle Marie gekämpft. Aber die wurde eines Tages von einem Unbekannten ermordet. Alfred und Lucius werden nach Frankreich geholt, um den Mord aufzuklären. Doch als Batman die beiden aufsucht, werden sie von einigen Resistance-Kämpfern überfallen, angeführt von einer gewissen Julia Remarque, der Tochter von Mlle. Marie. Batman will sie beschützen, aber da schlägt ihn Alfred von hinten nieder, um Julia zu schützen. Daraufhin beschuldigt sie Alfred des Mordes an ihrer Mutter.

Während Batman in einer Scheune gefesselt wird, hält Julia mit den anderen ein Tribunal ab, bei dem der Schuldige bereits feststeht. Doch Alfred schweigt zu den Vorwürfen. Batman befreit sich und versucht, innerhalb eines Tages Alfreds Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder zu finden. Das gelingt ihm auch so schnell, dass man sich fragt, warum nicht Julia von selbst darauf gekommen ist. Aber es ist nicht die einzige Frage, die offen bleibt. Denn während der Ermittlung stellt sich heraus, dass Julia Alfreds Tochter ist. Alfred wusste es von Anfang an, hat sie finanziell unterstützt, aber offenbart sich ihr gegenüber bis zum Schluss nicht als Vater. Angeblich um sie nicht zu verstören. Aber ist sie mit ihrer Rachsucht nicht schon verstört genug? Warum sollte er nach dem ganzen Drama nicht die Wahrheit sagen?

Damit endet dieser Zweiteiler seltsam unbefriedigend. Alfreds wahre Verwandtschaft wird zwar erweitert (nach seinem Bruder und seiner Nichte), aber es bleibt alles ohne Folgen. Alle kehren zurück zum Status quo, sodass Alfred weiter nur Ersatzvater für Bruce und Ersatzgroßvater für Dick Grayson spielen muss.

Ach ja: Und was hat am Ende Lucius Fox mit all dem zu tun? Warum wurde auch er nach Paris gebracht? Keine Ahnung.

(Julia Pennyworth bekommt viel später, in Batman Eternal, eine größere Rolle in Alfreds Leben.)

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Das Batmobil der 50er – immer der Zeit voraus

DC Comics

Titel: The Batmobile of 1950/Secret of the Batmobile

Autor/Zeichner: Joseph Samachson, Bill Finger/Dick Sprang, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1950/1956 (Detective Comics #156/Batman #98)


Das Jahr 1950: ein neues Jahrzehnt – also höchste Zeit für ein neues Batmobil! Und zwar eins, das seiner Zeit gleich um zehn Jahre voraus ist. Aber zuerst muss das alte entsorgt werden. Denn das ist immerhin auch schon fast zehn Jahre alt.

Als Batman und Robin drei Gauner nach einem Raubzug verfolgen, haben die dreimal Pech: Batman wird zunächst von einem Netz aufgehalten, dann angeschossen, schließlich sprengen die Ganoven auf der Flucht eine Brücke und das Batmobil stürzt samt den Helden in die Tiefe. Das Auto ist Schrott. Batman kommt mit einem gebrochenen Bein davon. Schon spotten die Gauner, er könne sie bald im Rollstuhl verfolgen, aber Batman wäre nicht Batman, wenn er nicht einen Plan hätte.

Schon zuvor hat er nämlich ein neues Batmobil entworfen: mit Raketenantrieb, Radar (um im Dunkeln sehen zu können) und mit einem integrierten Kriminallabor. Sofort macht sich der Wunderknabe an die Arbeit, das Wunderauto zu bauen. Aber das Verbrechen steht nicht still. Robin muss alleine los – und blamiert sich bis auf die Knochen, als er in einem schrottreifen Oldtimer die Verfolgung aufzunehmen versucht.

Das neue Batmobil: Detective Comics #156 (1950)

Doch kaum zurück, ist das Batmobil wie durch ein Wunder fertig, obwohl Batman noch immer seinen Gips trägt. Im Grunde sieht es nicht viel anders aus als das Alte, aber es fällt sofort auf, dass es leichter und schneller ist. Robin findet die Gauner, Batman wartet im Wagen. Per Monitor auf dem Armaturenbrett kann er sehen, als Robin Hilfe braucht und mit dem Auto zur Hilfe eilen. Später macht ihnen eine gesprengte Brücke nichts aus – dank Raketenantrieb springt das neue Batmobil einfach drüber.

Dann verwirrt es die Ganoven mit Rauch und mit dem Radar kann das Dynamische Duo gut erkennen, wo es zuschlagen muss. Zum Schluss lehrt das Batmobil einen der Schurken das Fürchten, indem es ihm ein kleines Batsignal ins Gesicht scheinen lässt. Batman war übrigens die ganze Zeit wieder fit. Er wollte nur sehen, ob das Batmobil sein Handicap kompensieren kann. Schade, denn ich dachte, er wollte testen, ob sich Robin auch alleine bewährt. Aber der Junge ist noch nicht so weit – auch wenn er bereits Auto fahren darf.

Panzer, Amphibienfahrzeug, Schneemobil

DC Comics

Sechs Jahre später bekommt das Batmobil Konkurrenz von einem Gegner im gelben Rennwagen: dem Racer. Als wäre der nicht schon schwierig genug zu fassen, macht Reporterin Vicky Vale noch ein Foto vom Batmobil, das Batmans Geheimidentität lüften könnte. Um die Veröffentlichung des Bildes zu verhindern, hält Batman sie mit neuen Geschichten über das Batmobil hin.

Dabei erfahren auch wir, wie vielseitig das Gefährt ist: Mal bauen Batman und Robin es zum Panzer aus, der Stürmen standhält, mal dient es als Amphibienfahrzeug, das sowohl im Wasser als auch an Land fahren kann, schließlich wird es zum Schneemobil, wo es sogar durch Eis brechen kann. Weil dabei aber der Motor zerstört wird, muss Bruce Wayne sein Privatauto als Batmobil tarnen – das ist das Geheimnis, das Vicky beinahe lüftet.

Aber natürlich nur beinahe. Denn am Ende wird wie immer das Schlimmste verhindert. Und auch der gelbe Racer wird gefangen genommen. Nichts ist schneller als das wahre Batmobil.

Batmobil als Schneemobil. (DC Comics)

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Batman: Three Jokers erscheint im Sommer 2020

Three Jokers #1-3 (DC Comics)

Endlich ist es soweit: Der lang angekündigte Dreiteiler Three Jokers von Geoff Johns und Jason Fabok hat einen Erscheinungstermin. Teil 1 soll laut DC am 17. Juni 2020 herauskommen, die anderen beiden im Juli und August. Jedes Heft soll 48 Seiten umfassen. Da die Arbeit an der Miniserie beendet sein soll, ist nicht mit Verzögerungen zu rechnen. DC hat vorab nicht nur die drei Cover, sondern auch die ersten drei Seiten veröffentlicht.

UPDATE 13.5.2020: Die erste Ausgabe verspätet sich und erscheint voraussichtlich am 25. August 2020. Eine Vorschau gibt es bei DC.

Wie Johns und Fabok Entertainment Weekly verraten haben, handelt es sich um eine Art Fortsetzung des Klassikers The Killing Joke. Die drei Joker entsprechen den Versionen aus Batman #1 (1940), The Killing Joke (1988) und A Death in the Family (1988-89). Batman, Batgirl und Red Hood arbeiten zusammen, um das Rätsel zu lösen, das mit Justice League #50 begann.

UPDATE 18.3.2020: Three Jokers soll laut Amazon am 10. November gesammelt als Hardcover erscheinen.

Three Jokers Cover

Three Jokers (DC Comics)

Geoff Johns hat unter anderem Batman Earth One Vol. 1 und Vol. 2 geschrieben (Teil 3 ist in Arbeit) sowie zuletzt die Watchmen-Fortsetzung Doomsday Clock.

Das Jahr 2020 steht im Zeichen des Jokers, denn der Schurke feiert im Frühling sein 80-jähriges Bestehen. Dazu erscheinen im April ein 100-Seiten-Special mit neuen Kurzgeschichten sowie eine neue Joker-Anthologie.

Im Juli kommt die Hardcover-Ausgabe zu dem Dreiteiler Joker: Killer Smile von Jeff Lemire und Andrea Sorrentino heraus.

>> Liste der Joker-Comics

Batmans böser Schatten der Vergangenheit

DC Comics

Titel: Batman – Death Mask

Autor/Zeichner: Yoshinori Natsume

Erschienen: 2008


Nachts wird Bruce Wayne von einer Gestalt heimgesucht, die an Batman erinnert. Dann bekommt er mal wieder Besuch aus Japan: Der Unternehmer Shiro Agurama präsentiert eine Maske, die angeblich magische Kräfte verleiht. Ein Freiwilliger, der sie aufsetzt, dreht durch und schlägt um sich. Gleichzeitig macht ein maskierter Serienmörder Gotham City unsicher, der seinen Opfern die Gesichter vom Schädel schneidet: Oniyasha. Bruce wird in seine Jugend zurückversetzt, als er in Japan Kampfsport gelernt hat und von dem Schatten eines Dämons verfolgt wurde.

In der Mitte der Geschichte stellt sich heraus, dass es für die scheinbare Magie eine ganz einfache Erklärung gibt: Der Unternehmer züchtet im Holz der Masken einen besonderen Pilz, der berauschend wirkt. Daraus will er eine neue Droge herstellen und viel Geld verdienen. Die Gesichter lässt er von einem Profikiller abschneiden, weil nur sie ein bestimmtes Öl absondern, das er für die Drogenproduktion braucht. (Oder mit anderen Worten: So lässt sich die brutale Gewalt im Comic rechtfertigen.)

Batman von Yoshinori Natsume (DC Comics)

Drogen aus Japan in Gotham? Das gab es schon bei Child of Dreams. Hier lassen sie zwar nicht Menschen zu Klonen mutieren, aber dafür setzen sie auch das Schlechteste in ihnen frei. Und auch hier taucht eine junge Frau aus Japan in Bruces Leben auf. Dann macht die Story aber eine Wende, die zwar überrascht und persönlicher wird, aber dann doch ziemlich schnell in Belanglosigkeit verpufft. Eine wirklich neue Perspektive auf Batman hat dieser Manga nicht zu bieten.

Death Mask, der zweite Batman-Manga des 21. Jahrhunderts, ist – wie schon Child of Dreams – phänomenal gezeichnet. Anders als Kia Asamiya hat Yoshinori Natsume aber einen weicheren Zeichenstil, Batman und andere Figuren erscheinen etwas runder, gefälliger, und das Ganze wirkt näher am japanischen Stil als am westlichen. Die Bilder bekommen viel Raum, immer wieder gelingen Nastume beeindruckende Splash Pages mit typischer Batman-Stimmung.

Batman von Yoshinori Natsume (DC Comics)

Die erste Hälfte, gerade die Seiten über die Jugendepisode in Japan, ist noch interessant zu lesen, aber leider hält die zweite Hälfte dieses Niveau nicht. Zuweilen steckt auch zu viel Pathos in den Sprechblasen. Trotzdem lassen sich die rund 200 Seiten flüssig weglesen.

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Alfred als Gastgeber für Ganoven

Unverhoffter Besuch: Alfred mit Gaunern. (DC Comics)

Titel: Alfred: The Hospitable Hostage

Autor/Zeichner: Bob Rozakis/George Tuska

Erschienen: 1979 (Detective Comics #486)


Als Alfred Pennyworth eines Tages das Hochhaus der Wayne Foundation betritt (in den 70ern hatte Batman Wayne Manor und Bathöhle verlassen), wird er von drei Gaunern in den Fahrstuhl gestoßen. Sie wollen Bruce Waynes Wohnung leerräumen und er soll ihnen dabei helfen. Bruce ist nicht da, doch das größte Problem ist, wenn er als Batman zurückkehren sollte – dann fliegt er nämlich auf.

Damit die Gauner auf der Suche nach Beute nicht zufällig die Bathöhle finden, zeigt Alfred ihnen den Safe und serviert ihnen Kaffee, denn ein guter Butler bleibt auch gegenüber ungebetenen Gästen, die sich lieber selbst bedienen, stets ein guter Gastgeber. Alfred öffnet ihnen sogar den Safe, bevor sie noch größeren Schaden anrichten. Viel Geld ist da zwar nicht drin, wertvoller sind die Aktien, aber die sind nur wertvoll, wenn Bruce Wayne sie unterschreibt. Also warten die drei Ganoven auf die Rückkehr des Hausherren.

Um die Begegnung zu verhindern bietet Alfred ihnen seine Briefmarkensammlung als Ersatz an. Die nehmen sie ihm auch gerne ab, bleiben aber trotzdem, bis Bruce kommt. Aber wo bleibt er denn?, fragen sie, als es langweilig wird. Wahrscheinlich bei James Gordon, sagt Alfred. Mit Polizei wollen die drei aber nichts zu tun haben, also hauen sie wieder ab. Alfred blockiert per Konsole den Aufzug und als Bruce zurückkehrt, kann er sich in aller Ruhe darum kümmern, für seine Gäste eine Mitfahrgelegenheit zu rufen – im Streifenwagen.

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