Batmans böser Schatten der Vergangenheit

DC Comics

Titel: Batman – Death Mask

Autor/Zeichner: Yoshinori Natsume

Erschienen: 2008


Nachts wird Bruce Wayne von einer Gestalt heimgesucht, die an Batman erinnert. Dann bekommt er mal wieder Besuch aus Japan: Der Unternehmer Shiro Agurama präsentiert eine Maske, die angeblich magische Kräfte verleiht. Ein Freiwilliger, der sie aufsetzt, dreht durch und schlägt um sich. Gleichzeitig macht ein maskierter Serienmörder Gotham City unsicher, der seinen Opfern die Gesichter vom Schädel schneidet: Oniyasha. Bruce wird in seine Jugend zurückversetzt, als er in Japan Kampfsport gelernt hat und von dem Schatten eines Dämons verfolgt wurde.

In der Mitte der Geschichte stellt sich heraus, dass es für die scheinbare Magie eine ganz einfache Erklärung gibt: Der Unternehmer züchtet im Holz der Masken einen besonderen Pilz, der berauschend wirkt. Daraus will er eine neue Droge herstellen und viel Geld verdienen. Die Gesichter lässt er von einem Profikiller abschneiden, weil nur sie ein bestimmtes Öl absondern, das er für die Drogenproduktion braucht. (Oder mit anderen Worten: So lässt sich die brutale Gewalt im Comic rechtfertigen.)

Batman von Yoshinori Natsume (DC Comics)

Drogen aus Japan in Gotham? Das gab es schon bei Child of Dreams. Hier lassen sie zwar nicht Menschen zu Klonen mutieren, aber dafür setzen sie auch das Schlechteste in ihnen frei. Und auch hier taucht eine junge Frau aus Japan in Bruces Leben auf. Dann macht die Story aber eine Wende, die zwar überrascht und persönlicher wird, aber dann doch ziemlich schnell in Belanglosigkeit verpufft. Eine wirklich neue Perspektive auf Batman hat dieser Manga nicht zu bieten.

Death Mask, der zweite Batman-Manga des 21. Jahrhunderts, ist – wie schon Child of Dreams – phänomenal gezeichnet. Anders als Kia Asamiya hat Yoshinori Natsume aber einen weicheren Zeichenstil, Batman und andere Figuren erscheinen etwas runder, gefälliger, und das Ganze wirkt näher am japanischen Stil als am westlichen. Die Bilder bekommen viel Raum, immer wieder gelingen Nastume beeindruckende Splash Pages mit typischer Batman-Stimmung.

Batman von Yoshinori Natsume (DC Comics)

Die erste Hälfte, gerade die Seiten über die Jugendepisode in Japan, ist noch interessant zu lesen, aber leider hält die zweite Hälfte dieses Niveau nicht. Zuweilen steckt auch zu viel Pathos in den Sprechblasen. Trotzdem lassen sich die rund 200 Seiten flüssig weglesen.

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